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Die synthetisierende Wirkung von Fermenten.

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357
ANGEWANDTE CHEMIE
~
Inhaltrreneidudr: Siehe Anzeigenteil S.
45. Jahrgang, S. 557-568
M. M a l i93Z, Nr. 21
Die synthetisierende Wirkung von Fermenten.
Von Dr. R. AMMON,
Berlin.
('heinische Ableilung des Pathologischen Institutes cler Universitat Berlin.
(Eingeg. 26. Februar 1932.)
T a m m .a n n I ) und v a ti ' t H of f 2 , haben erkannt,
daD die Fermente oder Enzyme, welohe d,ie chemischen
Prozesse in der lebenden Zelle katalysieren, auch imstande s i n 4 aus d e n Spaltprodukten diejenigen Korper
w i d e r herzustelI!en, d i e sie zu )zersetzen verni6genDenn die Wirk.ung eines Katalysators besteht darin, dai3
er die Einstellung auf da.s Gleichgewicht einer chemixlien Reaktion beschleunigt, d a D also ein Enzym das
von beiden Seiten erreich,bare Gleiohgewicht katalysieren
niui3. Im 'folgenden soll uber Arbeiten berichtet werden,
in denen die eiweifibildende Wirkung d e r eiweiaspaltend.en Proteasen, die ~kohlehydmtbildende Wirkung der
kahlehydratspa1t.enden Carbohydrasen und die esterbildende Wirk.ung .der fettspaltenden Lipasen bzw. Esterasen beschrieben wird. Die Stoffauswahl ist deshalb erfolgt, weil 88 sich bei dieseii drei Fermenttypen um echte
Syntheseii handelt, d. h. weil auch der umgekehrte Vorgang, niimlich der der Spaltung, bekannt ist. Es soll
nicht die Gruppe der synthetisierenden Fermenk, der
S y n t h e a ~ e i i ~behandelt
),
werden, fur die bis jetzt der
cine PrazreD, n h l i c h der d s r Synthese bekanntgewormdenist, untd nicht der der Zersetzung des Substrates.
Hierzu kontmt, dai3 D i r s c h e r 1 4, jungst zdgen konnte,
daD die Ex.istenz eines solohen synthetisierenden Fernientes fraglich ist. N e u b e r g 6, dagegen, der die
enzyinati.sche BMung d e r Acy1o:ine entdeckt hat, ni'niint
iiir diesen V.orgaiq ein besonderes Ferment, die Carbolignse, in Anspruch.
I. Rei den e i w e i f l s p a l t e n d e n F e r m e n t e n
verfolgt nian den Abbau, also die Hydrolyse des jeweiligen Substrate;, durch d i e Zunahme der Amino- untl
der Gzrboxylgruppen, denn ihre Wirkung besleht darin,
daD sie bei der Spaltung die -COKH-Gruppe aufspalteii
i n die COOH- und NHz-Uruppe: -CONH+H20 g -COOH
-NHz.
Bei der synthetisiereriden Wirkung . der eiweii3spaltenden Fermente niuD d e r Naoh,w.eis einer Eilweifisynthese &her umgekehrt verfolgt werden. Es musseii
CONH-Gruppen entstehen und damit einhergehend ein
Schwund von NHz- und COOH-Gruppen experimentell
feststellbar sein. Xussische Forscher') fanden, dai3 in
Peptonlosungen, die Init Ferment versetzt waren, eiii
Niedersahlw entstand, der , a h EiweiDkorper Plasteiii
oder Koagulose bezeichnet werden konnte. Eingehender
wurd.e die enzymati.sche EiweiDbildung von B o r s o o k
und W a s t e n e y s 7, untersuoht, indem sie Eiera1,bumiii
durch Pepsin verdauten, die Losung der Eiweifkpalt- . . - --
.
Ztschr. phpsikal. (:hem. 26, 271 [lm].
2) Ztschr. anorgan. allg. Chem. 18, I. [1898].
s) 0 p p e n h e i m e r , Die Fermente und ihre Wirkungen,
5. Aufl., I., S. 38.
4, Ztschr. physiol. Chem., Mitteilung 11, 111, IV, 188, 225
[19M];
201, 47 und 78 [1,931].
6 ) N e u b e r g u. H i r s c h ,
Biochein. Ztschr. 115, 282
110211; 120, $08 [19B].Ferner E. H of 111 a n n , ehenda 243,
1)
4% [1931].
8) S a w j a 1o w
PFLUCERSArch. Physiol. 86, 171 [1901].
Journ. biol. Chemistry 72, 15 [1925], und W a 8 t e n e y 9 ,
Biol. Bull. 60, 1 [1931}.
7)
.4ngrw. Cbemie. 1932 Nr. 21
produkte in1 Vakuum konzentrierten und nach Einstellung
auf PH = 4-5 neues Pepsin hinzusetzten. Es bildeteii
sioh schwer losliche Korper. Parallel damit ergab sidi
ein Schwund von NIL- und COOH-Gruppen. Das gebil.dete Phstein wurde dtann naoh Unistellung auf die
fur d'ie Hydrolyse tdee Pepsins optimale pIr-Zahl 1,s
durch neues Ferment w i d e r gespalten unter Zunahme
der NH2- und der COOH-Gruppen. Merkwurdigerweise
konnte ein aimloges Ergebnis nicht fur die synthetisierende Wirkung eines anderen eiweiDspaltenden Ferments, des Trypsins, erhalten werden, denn in d e r
k,onzentrierlen Lijlsung d e r .E,iweiflspaltprodukte bildete
sioh nach Versetzen mit Trichlo.ressigsaure ebenfalls
ein Niederschlag; dooh sprach eine Abnahme der
Amino- und Carboxylgruppen Wr einen weiteren Abbau.
H o n a und 0 e 1k e r s e, konnten die fur Trypsin und
Pepsin genannten Befunde bestiitigen. W a s t .en e y s
maoht noch die interessante Mitteilung, dnD d,ie synthetisierende Wirkmung der eiweihpaltenden Fermente von
der Teniperatur abhangig ist. Bei niederer Temperatur
wirkt d.as Ferment spaltend, bei hoherer (rund 60°)
synthetisierend.
11. C r of t H i 1 I O ) hat als erster die synthetisieren.de
Wirkung einer C a r b o h y .d r a s e b&rieben,
indem
er glauble, eine 'fermentative Maltosesynthese aus Glucose mit Hilfe des h u l s i w gef'unden zu haben. Spater
allerdings erkannte er, daD hierbei neben d e r Maltose
n w h ein anderes Disaccharid, das duroh ,Maltose nicht
w i d e r spaltbar war, hierbei entstehtiO). P r i n g s h e i ni 'und L e i b o w i t z 11), die fur das aus Glucose
gebildete D.i.saccharid den N m e n Revertose vorschlu&ren,
haben mdas Croft Hillsohe Ergebnis untersucht und zeigen
konnen, &D eine Maltosebil,d.ung duroh Maltase in der
Tat .miiglich ist, daf3 die erhaltene Maltose d.urch Maltase
w i d e r spaltbar mist und dai3 bei diesem ProaeD daneben
gewisse Mengen der Croft Hillschen Revertose entstehen.
Die chemische Konstitution d e r Revertose ist noch nicht
re.stlos geklart.
Viele Untermchungen maus d e r S c h u b von B o u r q . u e 1o t I*) ,betreffen die synthetisierende Wirkung des
Ernulsins. Ferment,ativ edlaltene und i n rein.em Zustand isolierte Gl.ucoside mit den zugehorigen Werteii
fur das spezifische Drehungsverrniigenls) sind:
/?-Methylglucosid = - 32,500 b-Benzylglucosid
=
= - 35,800 /l-Phenylathylgluc~id_
/l-AthylgLucosid
b-Propylglucosid --:
- 38,680 /l-Cinnamylglucosid =
b-Butylglucosid
- 36,M0 /Nieranylmglucosid
/?-Isobutylglucosid - : - 39,18" /l-Monoglykolglucosid =
/l-Allylglucosid
= - 42,180 /l-Diglykolglucosid
==
/l-Isopropylglucosid= - 39,100 a-Naphthyl-/l-glucosid=.
- 53,690
- 29,80°
- 46,46O
- 25,49O
- 30,550
-32,65O
- 71,020
Biocheni. Ztschr. 203, 298 [1930].
Journ. chem. Soe. London 73, 634 [1898].
1") Trans. Chem. Soe. 83, 578 [1903].
11) Ber. Dtseh. chem. Ges. 57, 1576 [1924], und P r i n g s h e i 111, Die Polysaccharide, Springer, Berlin 1931, S. 51.
12) Zusanunenstellung, s. H 6 r i s s e y , Les glucosides aus
Bull. Soc. chim. 1922.
la) M. O l i v e , aus Bull. SOC. Chim. biol. 13, 254 [1931],
und Dissert. Paris 1Wl.
8)
0)
21
355
Animon: Die synthetisiere‘nde Wirkung von Fermenten
. .-
Urn z. B. /l-Athylglucusid in groi3er Menge darzustellen, gibt
ein Schiiler Bourquelots, C o i r r e 1 9 , folgende Vorschrift: In
einern Ansatz aus 10 1 90%igem Xthylalkohol, der rnit 4,5 kg
Glucose und 50 g Eniulsin versetzt ist, und der bei 3 8 taglich
unigeriihrt wird, ersetzt uian nach einnionatigem Stehen den
Alkobol inehrinals durch frischen.
B 0,u r q u e 1,o t und
M o u g u e 15) machen noch folgende Angabe fur die Darstellung
vori /l-Athylgalactosid. Aus einem Ansatz von loOg Galactose iii
&D%igeni Al.kohol konnten nach einem Stehen von einem Mona1
bei %-40° und unter hlufigein Umschiitteln und Zufiigen von
frischein Emulsin 34 g des Galactosids gewonnen werden.
B 1 a g o v e s c h e n s k i 16) beschreibt die enzymatische
Synthese d e r Raffinose: l‘i,97g Gakctose und 34,18 g Saccharose werden in loo0 c1n3 Aceton (8o%ig) gelost. Zu de r Losung
wird 1 g Emulsion gefiigt, die Mischung bleibt 5 Monate iin
Thermostaten von 3 5 0 . Das a d e r Lijsung ist i n der Zeit voii
8,40 auf 5,M0 gestiegen. Die ldentifizierung dee gebildeten Trisaccharide erbrachte B 1a g o v e s c h e n B k i durch den Nacha e i s d e r annahernden Ubereinstimniung d e s spezifischen
Drehungsvermogens des erhallenen Trisaccharids rnit dern bekannten d e r Haffinose. Er fand, daB sein Trisaccharid das
spezifische Drehungsvermogen von
95,660 statt
1040 hatte,
wahrend die Busgangsmaterialien, Galactose und Saccharose,
810 bzw. 66,50 haben.
das spezifische Drehuugsvermogen von
Das Trisaccharid wurde durch Emulsin wieder unter Abnahme
des spezifischen Drehungsvermogens gespalten.
+
+
+
Erst jungst i,st die Synthese des Rohrzuckers mit
Hilfe von Enzymen geluqen’?). Die b e t r e H e d e Arbeit
zelgt recht genau den Weg, d e r zur Saccharosesyntheae
fiihrt, und dieser Weg kann als Schul.beispie1 fiir das
Studium soloher Synthesen dienen und sei darum n a e r
erlautert. Im Rohrnucker befindet sich die Fructose belranntlich in d e r 2,5-For.m (y-Fructose), im Invertmcker
in d e r 2,6-Form (xi-Fructose). Das Gleichgewicht bei
d e r Spaltung ,des Rohrzuckers:
[Saccharose] -t-[t120]C [Glucose] [2,5-Fructose]
Chernir
I Angewandfe
Jnhrg.1932. SI.
-_
45. .. -.
-.
21
den endgiiltigen Weg zur enzymatischen Sacoharosesynthese. Zu k m e r k e n ist, daD die Rohrzuckersynthesc
d,urch zwei Fermente, niml.ioh Invertase und Phosphatase, ermoglicht i.st.
Zu eiuer 50%igen w kse rige u Liisung (1,5 1) von Invertzucker (hergeste1,lt aus Rohnucker durch IIydrolyse rnit 3% HCl
und darauffolgender Seutralisation mit Sa,C03) wurden 10 cmx
de r 0,1%igen Loaung des Fermentpraparates und 40 g KH21-’Oa
gesetzt. Das Reduktionsvermogen dieser Lijsung betrug 11,20cni:)
n / KMnOa
~ ~
pro 0,lcm3 d e r Fliissigkeit. Die Drehung der Flussigkeit betrug im 1-dm-Rohr 16,50. Im Laufe von Tagen nahm das
Rduktionsvermogen ab und de r Drehungswerl ebenfalls. Nach
117 Tagen war der Gleichgewichtszustand eiiigetreten. Es betrug
jetzt dae Reduktionsvermogen 8,69 cm3 und das Drehungsveriiiogen 9,W. Bei der Berechnung stellte sich heraus, daB 20%
des lnvertzuckers sich in Saccharose uniwaudelten. Die Verfasser
kom te n leider nicht die vom Ferment gebildete Saccharose
isolieren und cheniisch identifizieren. Sie konnen nur indirekte
Heweke fur diese Synthese liefern. So konnten sie zeigen, daB
der gebildete Korper ein Saccharid sein muB, das Fructose und
Glucose enthalt, denn eine 1,ijsung von Glucose allein und
Fructose allein niit Ferment und l<II,POa versetzt, gab nach
wochenlnngein Stehen keine Anderung des Reduktions- bzw.
Drehungswertes. Ferner haben sie die Abnahrne der Reduklions- und der Drehungsanderung benutzt zur annahernden
Schatzung des spezifischen Drehungsvermogens des synthetisierten Polysaccharids. Sie kamen auf diese Weise zu deni
66,50, d e r in d e r Tat rnit dem Wert, der fur das
Wert von
spezifische Drehungsvermogen d e r reiuen Saccharose bekannl
ist, iihereinstimmt. Das gebildete Disaccharid, das auch wie
die Saccharose keine Reduktionsfahigkeit besitzt, wird durch
das FePment unter geeigneten Bedingungen wieder gespalteri.
+
DaD di.e Isolierung des Disacchari,ds aus den) Invertzuokergemisch aufierordentlioh schwierig ist, beweisen
die Forsoher dadurch, dai3 sie auch in Modellversuchen,
also in Lasungen von Invertzucker, denen Saccharose z,ugefiigt wurde, den Rohrzucker niaht isolieren konnten.
1L
[2,6-Pructose]
W.enn aluch die Arbeit der R u s e n noch einer genauen
ist daher stark zuungunsten ,der Saccharosebildung ver- Besbtigung bedarf .wegen der groi3en Wichtigkeit der
schoben. 0 p a r i n urd K m
u r s s a n o n studierten zu- aufgeworfenen .Fragen, so ist ihre Untersuchung zweifelsnachst d i e hydrolytisohe Wirkung und die Gleioh- ohne sehr anregend und zeigt den Weg, den man pringewichtsverhaltnisse bei der Spaltung des Saccharose- zipiell gehen kann. phmphorsaureesters durch ein Fermentpraparat, das
111. Die synthetisierende Wirk.ung der f e t t s p a 1 neben Invertalse aucli Phosphatase enthielt. Sie wahlten t e n d e n F e r m e n t e . P o t t e v i n ’ ’ J ) fand, daD in
dieses Substrat, weil die Phosphorsauregruppe nach den einem Geniiscli von Glycerin und Oleiiure, dem Panbisherigen Ergebnissen am 6. C-Atom sitzt und eine kreatin nugefiigt wurde, sich Olein bildete. Andere
Umwandlung d e r Fructose in die &&Form nicht miiglich Untersuahungen ergaben ebenfalls die esterbildende
ist, denn d,ie AuZspaltung des Dieaccharidphwphordure- Wirkung von Organtrockenpulvern. Die hierbei anzuesters er,folgt nach der Gleichung:
wendende Methode ist sehr einfach, und d.ie Spezifitat
des osterbildenden Eneyms des Fermentpraparats er[Ca-Saccharose-phosphat] [H,O] :‘ [Glucose] f [Ca-Fructosephosph a t].
streokt sioh a.uSerordentlich weit. So konnte in GeSie koiinteri nun zunachst festst.ellen, d,aD bei der Spal- mischen von Alkoholen, Sauren und Fermentprapatung des Sacchrasephosphorsiiureesters durch ein raten eine Heihe von Estern hergestellt ,werden, die in
Fermentpraparat sich ein Gleiohgewicht einstellt, das der Natur nicht vorkommen. In einer Losung z. B. von
etwn bei 40% Spaltung liegt. Sie konnten &inn d i e m Elaidinsaure in Hexylalkohol ,bibdet sioh d,urch SohweincEs konnte
Gleichgewiaht verschieben, einmal i,m Sinne einer pankreaspulver ,der Elaidins;iurehexyle~ter~~).
weiteren Spaltnng, indem sie nach Erreich,ung des z. B. die fermentative Synthese eines echten Waohsesao),
Gleichgewichtszustand.es Wasser himusetzten, das andere des Cetylpalmitats, beschrieben werden.
B o d e xi s t e i n und D i e t z untersuchten die
Ma1 im Sinne einer Synthese, indem s l e die Spaltpr.odukte Fructose und G 1 . w e zu einem Ansatz, Gleichgewiohte .]xi Hydr.olpse urad Syntliese ein und
der sich vorher ebenfalls auf den .Gl,eiahgewiohtszustand d,esselben Esters21) an der Bildung und Spaltung des
eingestellt hatte, hinzufiigten. Die Verfolgung der Isoamylbutyrats durch Schweinepankreaspulver. Zur
ferinenL4tiveii Wirkung gesohah durch Messung der Einstellung auf das Gleichgewicht .sowoh1 bei Hpdrolyse
optischen Drehung und Bestimmung des Reduktions- als auch bei Synthese versetzten sie Isoamylalkohol rnit
vermogens gegen KMnOa. Diese Versuche fiihrten auf 6% H,O ein.ma1 mit Butterdure und i n einem .anderen
+
+
-~
14)
1s)
Journ. Pharmac. Chini. 8, ,553 [1913].
Ebenda 10, 157 [1914], und. M o u g n e , ebenda 15,
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17)
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Ztschr. 241, 460 [1931].
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und D i e t z , Ztschr.
physiol. Chem. 62, 279 [1907].
1’3)
10)
Angeaandle Cbemie
1932. Nr. 211
=by&
Bruning: Ober die Selbstentziindung des Rohrzuckers
-~
Ansatz niit der Iquiniolaren Buttersaureester.menge. Zu
beiden Losungen kam dieselbe Menge d,es Fermenttrockenpulvers. Der erste Ansatz diente zur Verfolguny
der Synthese. Der zweite Ansatz diente zur Meslsung
des hydrolytischen Vermiigene der Esterase, wobei als
Mai3 der Esterwirkung das Aaftreten d e r Sanre diente.
In beiden Andtzen stellte sich e.in Gleiclxewicht ein,
ulld der durch d,as Ferment k,atnlysierte, von beiden
Seiten erreichte Gleichgewiohtszustanld war derselbe.
Das Studium der H y d r 01 y s e von Estern durch
fettspaltende Fermentpriiparate ergab, dai3 ,in typischen
Fallen, gemai3 der Anschauung von M i c h a e 1 i s und
M e n t e n "), das Ferment mit dem zu spaltenden Substrat eine Verbindung eingeht und dai3 d i m e wieder in
char.akteristischer Weise zerfiillt. Die Ergebnisse yon
M ,ic h a e 1i s und M e n t e n , d i e zunachst die Wirkung
der Jnvert,ase a.uf Saccharme bedrafen, konnten nuf die
fettspaltenden Fermente iibertragen werden, und die
AffiniLit des Ferments zum Ester und die Zerfallsgeschwiiidigkeit der Fermentsubstratverbindungen lief3
sich messen. 1st der vom Ferment zu spaltende Ester
ein Rncemat, so findet eine optisch auswahlende Verseifung stattzJ). Hierbei sei kurz die grundlegende
Arbeit von D a k i n z4) erwahnt. Gi3t man racemisclien
Mnndelsauremethylester durch Schweineleberesterasc
unvollstandig verseifen und isoliert man die vom Ferment in Freiheit gesetzte Mandelsiiure, so ist dime
rechtsdrehend. Das Enzy.m bevonugt also bei seiner
hydrolysierenden Wirkung auf d a s raoemische Substrat
eine Modifikation. Wichtige theoretische Folgerunge!~
ergaben .sich aus Untersuchungen, in d,enen . b i d e optiachaktiven Mddifik,ationen der Ester einzeln der fermentativen Wirkung ausgesetzt worden sind. Man fand, dai3
starke Uiiterschiede in der Affinitiitdes Ferments zu den
beiden optisch-aktiven Mdifikationen und d e n Zerfallsgeschwindigkeiten der F e r m e n t 4 und der Ferment-lSubstratverbindmgen auftretenz5).
Um d.iese Ergebnisse der Hydrolyse auf die S y n t h e s e zu iibertragen, priiften R o n a , A m m o n unil
F i s c h g o l d z6), ob das Ferment bei seiner synthetiBiochem. Ztschr. 49, 333 [1913].
Literatur 6. R. A m 111 o n , Fermentforschung 11.
459 [1930].
za) Journ. Physiol. 30, 2
' .53 [1902]: 32, 199 [1005]; Proceed.
Chem. Soc. 19, 161 [1903].
R. W i l l m s t a t t e r , R. K u h n u. E. B a m a n n , Ber.
Dtsch. ehem. Ges. 61, W [lm];H. II. W e b e r u. R. A m m o n ,
Riochem. Ztschr. 204, 197 [1929],untl H. A m m o n , Ioc. cit.
zn) Biochem. Ztschr. 241, 480 [1!B1].
22)
23)
____
~-
__
.-.
359
sierenden Wir'kung sowohl mit deni Alkohol als auch der
zii veresternden Saure eine Verbindung eingeht. Dies
iet in der Tat d e r Fall, ,und die Untersuchungen gcstatten eine Schatzung d e r Affinitiit des Ferments zuiii
Substrat un,d d e r Zerfallsgesohwindigkeit der Fermentswbstratverbindungen bei der Synthese. DaD auch .das
esterspnltende Ferment bei seiner synthetisierenden
Wirkung eine Konfigurationsspezifitat aulweist, konnte:~
P. R o n a und R. A'm m o n z 7 ) und P. R o n a , R. A m m o n und M. W e r n e r zeigen.
R o n a , A n i m o n und O e l k e r s 2 8 ) haben deshalh
die enzymlatische Rild,ung von Mandelsiiureestern aus
racemischer Mandelsiiure vnd Butylalkohol untersiicht. Es
ergab sich das merkwurdige Resultat, dai3 verschiedenr!
Fermentpriiparate, namlioh dmie Trockenpulver V O i l
M e d e n - , Schweine-, Katzenleber, Sch wdnepa dir ~ si l
und Sohweineniere, .bei ihrer synthetisierenden Wirkung
von Mandelsiiureestern keiner Modifikation den Vorziig
geben, dai3 al,so d i e gerade bei d e r Hydrolyse d e r Mandeld u r e e s t e r so ausgesprochene Konfigurationsspezifitiit
der Esterasen sich bei ihrer synthetisierenden Wirkung
nicht wieder finden lafit. In Ansiitzen, die aus dl-KthylPhenyl-Carbinol, dl-Mandelsaure und Pankreaspulver bestanden, fanden R o n a , A m ni o n und T r u r n i t z9),
daD &is Ferment die Mandelsaure synimetrisch und den
Carbinol asymmetrisch verestert unter Bildung von
Athyl-Phenyl-Carbinyl-Mandelat.
Z u s a m m e n f a s s u n g.
1. An einigen Beispielen konnte gezeigt werden, dai3
sehr wahrscheinlich die fer.mentative Synthese eine Umkehmng der Hydrolyse .isL Durch Mesung d e r AFfinitiibverhlltnisse bei inaktiven und qtisch-aktivtn
Substanzen konnte qualitativ d e r Nachweis erbracht
w e d e n , dai3 a:uch der Synthese derselbe Fermentsreaktionsmechanismus zugrunde liegen m,ui3, der fur d i e
Hydrolyse gilt.
2. Mit Hilfe der Fermente 1,assen sich viele Stoffe
gewinnen, die sonst nicht so lekht zuganglich sind
(Kohlehydrate, B o u r q u e 1o t). Das Gelingen ,der Rohrzuckersynthese bestatigt die Vorstellung, die man sich
von der Konstitution der Saccharme machts.
3. Es iat prinzipiell moglich, mit Hilfe von Fermenten
auch dem 0rganisniu.s nahestehende Korper QUS den
Spaltprodukten zu bereiten.
[A. 19.1
2')
Ebenda 217, 34 [1930],und P. R o n a , R. A m m o n und
M. W e r n e r , ebenda 221, 381 [1930].
2s) Ebenda 231, 59 [1931].
29) Ebenda 1932 (im Druck).
fiber die Selbstentziindung des Rohrzuckers.
\Jon Prof. Dr. A. BR~"ISC.BerlinXarlshorst.
PreuBische Landesanstalt fur Lebensmittel-, Anneimittel- und gerichtliche Chemie in Berlin.
(Eingeg. 2. Dezernber 1931 )
Ein in einer Schokoladenfabrik ausgebrochener
Bran,d gab auf Ersuchen eines Gerichtes Veranhssung, zu
priifen, cnb eine Selbstentzundung von Rohrzucker als
miiglich oder als ausgeschlossen z u bezeichnen ist.
Die vom Brande betroffene Fabrik hatte an einem Sommertage um 5 Uhr nachmittags ihren technischen Betrieb geschlossen. Um 4.45 Uhr bereits hatte die Arbeiterin an der
Zuckerschlagmiihl~e ihre Tatigkeit eingestellt.
Kun nach 9 IJhr abends brachens zwischen den Dachziegeln
Flammen hervor. Durch zwei Wehrleute wurde festgestellt,
dai3 in dem Raum unter der Zuckermiihle der in einer groben,
mit Eisenblech ausgesehlagenen Holzkiste befindliehe Staubzucker lichterloh brannte. Der brennende Zucker war in den
letzten Arbeitsstunden am Nachmittag, also bis 4.45 Uhr, ge-
mahlen worden. Die Kiste war fast ganz voll gewesen. Mit
einigen Eimern Wasser konnte der Brand geloscht werden.
Die Staatsanwaltschaft erbat von mir ein Gutachten dariiber,
ob in1 vorliegenden Fall eine Selbstentziindung des Staubzuckers als ausgeschloswn oder als moglich anzusehen ware.
Im ganzen Schrifttum ist, soweit es mir zuganglich
war, die Frage von der Selbstentzundlichkeit des Rohrzuckers friiher nur selten, und zwar in bejahendein
Sinne erortert worden. Derngegenuber sind Rerichta
iiber die auf anderen Ursachen beruhenden Zuckerstaubexplosionen sehr hiiufig.
Bei der Selbstentzundung von Zucker handelt es
sich zunachst um einen Fall, d e r in Tunis in einer R?gierungszuckerniederlage vorgekommen ist.
21'
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