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Die Technik der Schmelzkse-Herstellung. Von Dr. Otto Gratz Direktor der Kgl. Ung. Milchwirtschaftlichen Forschungsanstalt in Magyarvr. 175 Seiten. Volkswirtschaftlicher Verlag Kurz u. Co. G. m. b. H. Kempten 1931. Preis RM

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890
Neue Biicher
angew. Chern.
[44.Ztschr.
Jahrg. 1931. Nr. 44
an den Pharmakognosten heran, weshalb die betreffenden
Arbeitsmethoden zum groden Teil auch chemischer Art sind. Im T h o m s schen Handbuch ist das grode Gebiet der Pharmakognosie nach einem natiirlichen Pflanzensystem geordnet. Bei
den einzelnen Drogen finden sich die Angabe der Liinder, in
denen sie offkdnell sind, ferner die Synonyma, die Beschreibung, die Handelssorten, die Angabe der wirksamen Bestandteile, die Priifung, die Anwendung, Geschichte und Literatur.
Der Text wird durch 1147 Abbildungen, meist Originalien, rnit
entsprechenden Einzelfiguren unterstiitzt. Auf Einzelheiten einzugehen, ist im Rahmen einer kurzen Besprechung leider nicht
moglich.
Mit der 33. Lieferung findet das groDe T h o m s sche Handbuch seinen AbschluB. Sein erster Band ist dem Apothekenwesen gewidmet, der zweite Band den physikalischen und
chemischen Untersuchungsmethoden sowie den Gewinnungsmethoden pflanzlicher Stoffe, der dritte Band den Nahrungsund Genuamitteln sowie den technischen Produkten und Verfahren. Der vierte Band enthiilt die ,normale und pathologische
Physiologie, die Hygiene, ausgewiihlte Untersuchungsmethoden
sowie Grundlagen und Richtlinien der Therapie. Der fiinfte
Band behandelt die Botanik und Drogenkunde, der sechste Band
die Arzneimittel. Das Gesamtregister umfadt 280 Seiten mit
rund 45000 Stichworten. - Das groBartige Werk stellt eine
schone Verbindung aller zur Verfiigung stehenden Krafte dar.
Es ermoglicht in dankenswerter Weise, das Wissenswerte zii
wissen, das Erkennbare zu erkennen.
P. Siedler. [BB. 304,3&3,14.]
Die Teehnik der Schmelzkase-Herstellung.Von Dr. Otto G r a t z,
Direktor der Kgl. Ung. Milchwirtschaftlichen Forschungsanstalt in Magyar6vBr. 175 Seiten. Volkswirtschaftlicher Verlag Kurz u. Co., G. m. b. H., Kempten 1931. Preis RM. 5,20.
Rund zwanzig Jahre besteht das Gewerbe der SchmelzkiiseHerstellung, das zu einem achtunggebietenden Zweige des
Molkereigewerbes herangewachsen ist. Mit uberpgstlicher
Geheimhaltung sind bisher die Einzelheiten der Fabrikation
vielfach gehiitet worden; gerade dadurch diirfte in den Kreisen
der Adenatehenden manches MilXrauen gegen Schmelzkase
entstanden sein. Da durfte ein Buch wie das vorliegende sehr
am Platze sein. Aus dem Schatze jahrelanger Erfahrung
schopfend, schildert der Verfasser die Fabrikation in liickenloser Darstellung, die sich nach kurzen geschichtlichen und
wirtschaftlichen Betrachtungen eingehend mit dem Rohstoff,
seiner Pflege und seinen Fehlern, dann rnit der eigentlichen
Schmelzkase-Erzeugung, dem Zurichten (unter rezeptmaBiger
Angabe der bewlhrten Schmelzmittel), Schmelzen, Abfiillen,
Handbuch der praktischen und wissenschaftlichen Pharmazie. Verpacken sowie den maschinellen Anlagen befaBt. Angaben
Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen herausgegeben iiber die Einrichtung der Schmelzkasereien, iiber die Berechnung
von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann T h o m s. Lieferungen der Fabrikationsunkosten, analytische Daten uber Schmelzkase
30 bis33, enthaltend die Seiten 1173 bis 1702 der 2. Hillfte vervollstandigen das reich illustrierte, rnit Literaturnachweis
des V. Bandes, ferner die Gesamtinhaltsiibersicht aller Biinde und Sachregister ausgestattete Buch. - Das Werk ist fur den
des Werkes und dae 280 Seiten umfassende Sachregister. Praktiker bestimmt und wird dem, der in der SchmelzkaseVerlag Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien 1930/31. Industrie titig ist oder sich in dieses Gewerbe einarbeiten will,
ein trefflicher Ftihrer und Berater sein. Aber auch der WissenPreis je Lieferung RM. lo,-.
schaftler, insbesondere der Lebensmittelchemiker, erhalt manche
Der Text der genannten Lieferungen besteht in der Fortsetzung und dem Schlud der bereits in friiheren Lieferungen Anregung. Die auch die theoretische Seite streifenden Ausfiihrungen des Verfassers zeigen, d d auf diesem Gebiete einer
begonnenen Erkennung und Charakterisierung der im Arzneiwertsteigernden Lebensmittelverarbeitung, wo fast ausschlieBgebrauch befindlichen pflanzlichen Inland- und Auslanddrogen,
lich die Empirie herrscht, eine Fiille kolloid-, physikalisch- und
verfaBt von W. B r a n d t j-, Frankfurt a. M., und R. W a s i c k y, lebensmittel-chemischer Fragen der wissenschaftlichen Losung
Wien, unter Mitwirkung von L. K o f l e r , Innsbruck, A. v o n
K. Tiiufel. [BB. 15.1
harrt.
L i n g e l s h e i m , Breslau, und A. M a y r h o f e r , Wien. Mit
Trinkbranntweine
und
Likhre,
ihre
Herstellung,
Untersuchung
diesen Lieferungen liegt ein pharmakognostisches Lehrmittel
und Beschaffenheit. Von Dr. H. W ii s t e n f e 1d. Verlag
grodten Umfanges und auoerordentlich hohen Wertes vor,
Paul Parey, Berlin 1931. Preis geb. RM. M,-.
welches um so hoher zu schatzen ist, als die Pharmakognosie,
die Quelle des Anneischatzes aller Kulturvolker, auf den deutUm das Gesamturteil gleich vorwegzunehmen: Es liegt
schen Hochschulen kaum in der ihr gebiihrenden Vollwertigkeit
hier ein Buch vor, das im Schrifttum seit langem gefehlt hatte.
behandelt wird. Wie Prof. E. G i 1g , Berlin, sich in einem Kein niichternes Rezeptenbuch, obgleich vielfach Anleitungen
Gutachten dariiber auBert, ist ,,die Pharmakognosie die Wissen- zur Herstellung der Spirituosen gegeben werden, sondern eiu
schaft, welche alle therapeutisch verwertbaren Rohstoffe des umfassendes Werk iiber das Gesamtgebiet der TrinkbranntweinTier- und Pflanzenreiches aufzusuchen, nach allen Richtungen, und Likorfabrikation.
rnit Ausnahme der physiologischen Wirkungsweise, kennenzuEine sehr interessante und lesenswerte Einfiihrung belernen und ihre Ergebnisse unter allgemeinen Gesichtspunkten
handelt die historische Entwicklung des Gebietes. Der erste
miteinander zu verkniipfen hat". Die Drogen werden auf Grund Hauptabschnitt b e f d t sich mit der Trinkbranntweinbereitung,
der in ihnen enthaltenen chemischen Stoffe benutzt, es treten gibt die Definition der verschiedenen Erzeugnisse, beschreibt
daher sowohl Fragen botanischer wie auch chemischer Natur die Rohstoffe, die technologische Darstellung der vielerlei
die neuen Herausgeber gewahrt, wenn auch ,,altere, zum Teil
iiberholte Vorsehriften, die nur noch von theoretischem bzw.
geschichtlichem Interesse sind, auf ihren prinzipiellen Teil bes c h r h k t und durch neue, nach den bisherigen Erfahrungen genauere Methoden ersetzt wurden." - Wer also rasch wissen
will, wie eine bestimmte Aufgabe am vorteilhaftesten zu losen
sei, wird zum K o l t h o f f greifen, wer sehen will, was auf
einem bestimmten Gebiet schon erprobt ist, wird vielleicht den
B e c k u r t s voniehen. Er wird aber stellenweise schon ein
merklichas MaB an eigener Urteilsfaigkeit mitbringen miissen,
um aus der Fiille des Gebotenen das wirklich Wertvolle herauszufinden, und deshalb hatte man, auch wenn man die Art der
Darstellung als vollkommen berechtigt anerkennt, den neuen
Bearbeitern ab und an etwas mehr kritischen Mut gewunscht.
Es hatten doch wohl uberalterte Teile noch wesentlich starker
gekiirzt werden konnen, schon um den iiberaus hohen Preis
etwas zu vermindern und dem vortrefflichen Werke zu weiterer
Verbreitung zu verhelfen. Oberdies hilft starkeres Sichten
auch in den dann bleibenden Teilen Irrtiimer vermeiden, und
es gibt einige Stellen in dem Buch, denen man eine nochmalige
kritische Durchsicht wiinschen mochte. Im allgemeinen aber
ist die Darstellung klar und gut; erfreulich ist die weitgehende
Beschreibung von MeDverfahren aus der pharmazeutischen,
physiologischen und Nahrungsmittel-Chemie und aus der technischen Analyse. Einiges scheint mir ohne Grund zu fehlen:
Die Zink-Titrationen nach S c h a f f n e r oder G a 11e t t i
(beide in der Technik sehr vie1 verwandt) und eine Besprechung der Redox-Indikatoren mit ihren schon jetzt wichtigen und stark erweiterungsfiihigen Anwendungen, wie ZinkTitration rnit Kaliumferrocyanid, Titrationen mit Cerisalz-Losung
und dergleichen. Verfehlt erscheint die breite Behandlung der
Vergangenheit und die Vernachlassigung von Gegenwart und
Zukunft bei der Beschreibung der Geratschaften. Es fehlt jeder
Hinweis auf die Normung der MeDgefiih und sonstigen Laboratoriumsgerate, und die abgebildeten Formen sind gr6Btenteils
als vollig .veraltet anzusprechen. Hier kann man sicher nicht
als Grund anfiihren, es sei das unerprobte Neue gegerfiiber dem
bewilhrten Alten zuriickgestellt worden; es ist dringend zu
wiinschen, daB die alten, durchaus unzweckmiif3igen Formen
miiglichst rasch aus den Laboratorien und aus den Lehrbiichern
verschwinden.
ZusammengefaBt: B e c k u r t s bietet eine gute Obersicht iiber den Stand der MaBanalyse und ihre Anwendungen,
K o 1t h o f f fiir alle nur denkbaren Aufgaben die bewiihrtesten
Methoden in m'ustergiiltiger Auswahl und Darstellung.
F. Hahn. [BB. 5 u.6.1
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