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Die Temperaturabhngigkeit des Widerstandes des Nickels am Curiepunkt.

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ANNALEN D E R PHYSIK
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5. F O L B E
BAND 22
6
HEFT 2
P E B R U A R 1935
Dle ~ e m p e r a t u r a b h a n y i g ~ e i t
des Widerstandes des Nickets am Curiepunkt
Ton BZirie S v e n s s o n
(Mit 2 Figuren)
Die theoretisch wichtige Frage, ob die spontane Magnetisierung
am Curiepunkt verschwindet oder ob sie nur in dem umgebenden
Temperaturgebiet stark abnimmt, um sich dann mit steigender Temperatur dem Werte Null asymptotisch zu nahern, liiht sich durch
die Messung der Magnetisierung kaum beantworten, weil das fiir die
Messungen nijtige Feld auch eine wahre Magnetisierung hervorruft,
die sich der spontanen in solcher Weise iiberlagert, daB diese nicht
f iir sich genau ermittelt werden kann. Die Beziehungen zwischen
der spontanen Magnetisierung CT und dem Widerstand Q, die u. a.
von C a b r e r a und Torroja’) sowie G e r l a c h und S c h n e i d e r h a n z )
naher untersucht worden sind, und die nach J o h a n s s o n 3 und
Bor elius4) auf einen ferromagnetischen Zusat2widerstand von der
GroBe
d Q = c(CTn2 - CTZ)
(1)
zuriickgefiihrt werden konnen, wo on die spontane Magnetisierung
am absoluten Nullpunkt und c eine Konstante bedeuten, offnen aber
einen indirekten Weg zur Priifung der Frage. Geht drr2/dt, wie die
iibliche Theorie fordert, am Curiepunkt sprungweise zu Null, mug
sich namlich nach (1) auch d p l d t sprungweise andern. Die Widerstandstemperaturkurve sol1 am Curiepunkt einen Knick aufweisen.
G e r l a c h 5 ) schlieBt aus gemeinschaftlich mit S c h n e i d e r h a u vorgenommenen Messungen an einer Nickelprobe, daB kein solcher
Xnickpunkt vorhanden sein sollte, und scheint geneigt zu sein, anzunehmen, daB die spontane Magnetisierung erst oberhalb des
Curiepunktes allmahlich verschwindet. Die Folgerung ist aber
1) B. Cabrera u. J. Torroja, Ann. SOC.Esp. Fis. y Chim. 11. S. 443,
525. 1913.
2) W. Gerlach u. K. Schneiderhan, Ann. d. Phys. 151 6. S. 5, 772. 1930.
3) C.H. J o h a n s s o n , Ann.d.Phys. [5] 84. S.976. 1927.
4) G. B o r e l i u s , Ann. d. Phys. [57 8. S. 261. 1931.
5) W. Gerlach, Phys. Zfschr. 33. S. 953. 1932.
Annslen der Physik. 6 . Folge. 22.
n
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Annabn der Physik. 5. Folge. Band 22. 1935
nicht bindend. Teils liegen die Messungen nicht dicht genug, um
einen eventuell vorhandenen Knickpunkt deutlich hervortreten zu
lassen. Teils enthielt die Probe O,SO/, Mn, das stark auf den
Curiepunkt einwirkt.
Dieser Mangangehalt ist in Wirklichkeit
grog genug, um den Curiepunkt urn etwa 15, herabzudriicken und
schon ganz kleine Konzentrationsschwankungen miissen geniigen,
um den Knickpunkt unscharf zu machen. Es ist deshalb hier im
Zusammenhang mit einer Untersuchung iiber den Widerstand der
Ni-Cu-Legierungen, die spater veroffentlicht werden wird, auch eine
neue IJntersuchung iiber den Widerstand an reinstem Nickel in der
Umgebung des Curiepunktes vorgenommen worden.
Die Messungen sind an einer von der Firma H i l g e r in London
bezogenen Nickelstange von 12 cm Lange und 5 mm Dicke ausgefuhrt worden. Nach dem beigegebenen Analysenschein enthalt
dieses Nickel 0,102°/, F e und insgesamt 0,036 Mg, Ca, Cu und Si.
F u r Stromzufuhrung und Spannungsabnahme dienten Nickeldrahte,
die in ,4usbohrungen an den Stabenden befestigt waren. Der Nickelstab befand sich bei der Messung in einem evakuierten Quarzrohr,
das durch einen mit Wechselstrom betriebenen Rohrofen von 45 cm
Lange geheizt wurde. Um konstante Temperatur in der Umgebung
der Probe zu erzielen, war das Quarzrohr noch von einem dickwandigen Kupferrohr umgeben. Die vom Heizstrom erzeugte Feldstarke an dem Ort der Probe war hochstens 2,5 Gauss. Die Temperaturgeschwindigkeit betrug etwa 0,4 O/Min.
Die Widerstandsmessung geschah mit einer T h o m s o nschen
Doppelbrucke und der Strom durch den Nickelstab betrug etwa
60 mA. Zur Temperaturmessung diente ein Pt-PtRh-Element, dessen
SchweiBstelle elektrisch isoliert an der Mitte des Nickelstabs befestigt war. Die elektromotorische Kraft des Thermoelements wurde
mit einem Kompensationsapparat von Wolf gemessen. Das Thermoelement wurde an der Siedetemperatur des Wassers und den Schmelzpunkten von reinem Zinn, Cadmium und Zink kalibriert und die
zwischenliegenden Temperaturen mit der Hilfe von Tabellen in den
,,Critical Tables" interpoliert.
Die Resultate sind in der Fig. 1 zusammengestellt worden. Als
Bbszisse dient die Celsiustemperatur , als Ordinate die Gr6Be
po Rt/ R, (wo po den spezifischen Widerstand bei O o C und R, und
R, die absoluten Widerstande bei t und O o C bezeichnen) inMikroohm
x Zentimetern angegeben. Der Deutlichkeit halber sind die versehiedenen Kurven gegeneinander um 1 p Q / cm parallel verschoben.
Es sind Messungen sowohl bei steigender als auch bei abnehmender
Temperatur vorgenommen worden.
B. Svensson. Die Tem2)eratzLrabhangigkeil des Widerstandes usw.
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In diesen Kurven tritt ein Knickpunkt am Curiepunkte recht
deutlich zum Vorschein. Seine Lage kann aus den Kurven zu
363,O & 0,2O C bestimmt
werden. Das im Nickel befindliche Eisen durfte nach
P e s c h a r d ' ) eine Erhohung
des Curiepunkts um 0,l O bewirken, der Curiepunkt des
Nickels ergibt sich also aus den
Messungen zu 362,9 0,2OC.
Die kleinen gegenseitigen Verschiebungen der Kurven 2-44
in der Ordinatenrichtung sind
wahrscheinlich Wirkungen
der Entgliihung und Ent'k gasnng zuzuschreiben. F u r
5
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die Eiurve 1 liegen nur rela$ tive Messungen Tor, die Ab$ solutwerte sind den ubrigen
angepa6t.
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Fig. 1. Temperaturwiderstandkurven
fur reines Nickel
in der Niihe des Curiepunkts
O-
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Fig. 2. Temperaturwiderstandkurve fur reines Nickel
zwischen O--500° C
1) M. P e s c h a r d , Theses Strassbourg 1925.
7*
100
Annalen. der Physik. 5. Folge. Band 22. 1935
Fig. 2 zeigt die Widerstandskurve uber einem mehr ausgedehnten
Temperaturgebiete. Auch in diesem reinen Nickel ist, wie bei der
Probe von G e r l a c h und S c h n e i d e r h a n , die Kurve uber dem
Curiepunkt noch gebogen und erreicht erst' einige Zehnergrad hoher
einen geradlinigen Verlauf. Es durfte .doch kaum richtig sein, aus
diesem Befunde auf das Vorhandensein einer spontanen Magnetisierung auch oberhalb des Curiepunktes zu schlieBen. Moglicherweise steht die Sache mit dem in diesem Gebiete vorhandenen
starken Paramagnetismus in Beziehung. Es ist in diesem Zusammenhange zu bemerken, dafi auch die Metalle P d und Pt, die einen
starken temperaturabhangigen Paramagnetismus aufweisen, nach
unten gebogene Widerstandskurven haben.
Die vorliegenden Resultate sprecheii sehr fur die gewohnliche
Auffassung, daB die spontane Magnetisierung am Curiepunkt aufhort.
Es sei mir gestattet, Herrn Prof. G. B o r e l i u s fur viele ergiebige Besprechungen meinen herzlichsten Dank auszusprechen.
S t o c k h o l m , Physikalisches Institut der Technischen Hochschule.
(Eingegaogen 9. Dezember 1934)
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