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Die Theorie der Verbrennung. Von Dr.-Ing. H. Menzel Dresden und Leipzig 1924. Verlag von Th. Steinkoff

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Auflage durch Besprechung der neuen Arbeiten von Bohr uber
die Verteilung der Elektronen auf die verschiedenen Bahnen erganzt wurde, ferner die - ebenfalls in dieser Auflage neu
hinzugekommene - Diskussion, warum vermutlich beim Uran
die Reihe der chemischen Eleniente abbricht. (An Druckfehlem
und Versehen, die dem Referenten aufgefallen sind, sei erwahnt, daB S. 170 das thermische Verhalten der Atome im
Dulong-Petitschen Gesetz d er spezifischen Warmen unter die
Eigenschaften geziihlt wird, die einen analogen Verlauf wie die
Atomvolumenkurve zeigen; d a5 S. 214 die Bildungswarme bei
der Entstehung eines Grammatoms Helium zu 10s statt 108 Cnl
bererhnet wird [weiter nach unten nochmals derselbe Druckfehler], und dal3 S. 154 Heresy ein s zuriel. S. 862 Harkins
eines zu wenig hat.)
Wenn bei der Behandlung vieler Punkte sich der Xutor
damit begnugen muB, Probleme anzuschneiden, ohne aber ihre
endgiiltige Losung bieten zu konnen, und wenn e r im Vorwort
bereits eine Anzahl von neuesten Arbeiten nennt, die er nicht
mehr im Text verarbeiten konnte, so gibt das dem Leser einen
deu tlichen Regriff davon, wie sehr sich das ganze Gebiet noch in
der Entwicklung befindet, und urn so dankbarer wird er fur die
souverane FuhIvng sein, d i e ihm hier zuteil wird. Jeder Cherniker, der sich ernstlich fur die moderne Atomtheoris
interessiert, greife am besten gleich zu diesem grundlegenden
R'erk, in dem d i e leichtverstandlichn Fragen um nichts
schwieriger zu begreifen sind als in den popularisierenden Darstellungen aus zweiter oder dritter Hand, und das ihm auaerdem
die Moglichkeit gibt, so tief in d as GebieC vonudringen, als es
ihm Zeit und Begabung erlauben. Er gehe, k u n gesagt, gleich
zum Sehmied und nicht zum Schmiedl!
Pancth. [BB. 341.3
Vorlasnngen iiber Atommeebanik. Von M a x B o r n. Herausgegeben unter Mitwirkung von Friedrich Hund. I. Band.
'Springer, Berlin 1925.
R.-M. 15,-; geb. R.-M. 16,50
Wenn in d e r Besprechung des Sommerfeldschen Buchcs
hervorgehoben wurde, d a5 es sich auch zur Einfiihrung von
Chemikern in das Gebiet d er Atomtheorie eignet, so kann dies
ron dem vorliegenden Werk nicht gesagt werden. Der Autor
-- d e r seine Revahigung zu popularer Schreibweise in mehr als
einer S h r i f t bereits gezeigt hat - verfolgt hier ein ganz
anderes Ziel: Es sol1 eine ,,Atommechanik" geschaffen werden,
die sich in ihrer rein deduktiven Darstellung dem beriihmten
Vorbild d e r ,,Himrnelsmechanik" so weit als moglich nilhert.
Ebenso wie die Bahnen der Himmelskorper sich aus wenigeii
mechanischen Gesetzen berechnen lassen, sollen auch dic
Rahnen der Elektronen im Atom aus allgemeinen Prinzipien abgeleitet werden. Das Problem gehort zu den schwersten der
heutigen theoretischen Physik, und der Autor macht von dem
Rustzeug der hlathematik vollen Gebrauch. Eine Anzeige dieses
Ruches in einer chemischen Zeitschrift wird daher nicht unpassend rnit der bekannten Warnung der platonischen Akademie
schlie8en: Kein Eintritt fiir Nicht-Mathematiker!
P n n e l h . [BB. 88.1
Die Theorie der Verbrennnng. Von Dr.-Tng. H. M e n z e l ,
Ihesden und Leipzig 1924. Verlng von Th. Steinkoff.
116 Seiten Text rnit 21 Abbildungen.
Geh. M 8,Bei der Resprechung der Obersetzung von L e C h a t e 1 i e r s ,.Le chaubage industriel" wies ich darauf hin I ) , daB dem
devtschen 9hriftturn ein iihnliches Werk. das die physikalischchernisch.e Seite der Verbrennungslehw nach neuzeitlichen Gesichtspunkten ausreichend behnndelt, fehlte. Diese Liicke ist
durch das vorliegende Schriftchen von M e n z e l zum Teil
ausgefiillt. Es behandelt die stochiometrischen, thermochemischen und thermodynamischen Gpsetzmtiiiigkeiten der Verbrennungs- und Yergasungnvorgiinge eingehend, ubersichtlich und
klar. Der Verfasser betont ausdrucklich, dai3 er sich in seiner
1)arstellung enp an Yeroffentlichungen (und wohl auch an Vorlesungen) R4 o 1 1 i e r s anschlie0e. Diese Behandlungsweise hat
den Vonug, daB eine einheitliche und geachlossene Arbeit entstand, rerknupft ihn aber rnit dem Mangel, d a B fiir den Fernerstehenden der Anteil, den andere Schulen an dem Aufbau dieses
speziellen Lehrgebiiudes nahmen, etwas in den Schatten gestellt
wird. Im ganzen Buchlein erscheint nirgends dex Name B u n t e,
dem wir doch d i e ersten grundlegenden Arbeiten nu! diesem
Gebiete verdanken. Die von ihm und seinen Schillern, a lle rdinp
in erster Linie fiir den engeren Institutsgebrauch, geschaftene
Zusammenstellung ,,Gas'kursus'* (Munchen, Oldenbourg) scheint
dem Verfaeser nicht bekannt zu sein. Auch L e C h a t e 1i e r
ist nicht zitiert. Neben de r K. N e u m a n n s c h e n Berechnung
des Wassergasgleichgewichts hatten doch die alteren Formeln
I1 a b e r s erwahnt werden sollen, um so mehr als die neuen,
ebenfalls fehlenden Messungen dieses Gleichgewichts durch
W. H. E n g e 1 s (1919) zeigen, daf3 H a b e r s neuere Formel
(1910) dies Gleichgewicht recht genau wiedergibt. Die Tatsache, die nach M e n z e 1 zuerst N e u m a n n festgeskllt haben
sol], daB das Gleichgewicht zwischen den Bestandteilen des
Wassergases sich rasch einstellt, das Gleichgewicht zwischen
Gas und Kohle aber stark nachhinkt, ist auf Grund der Versuche von H a r r i 8 s (1894) schon von L u g g i n (1898) angedeutet und von H a b e r (Thermodynamik, S. 294) klar ausge.
sprochen. Ohne Schmalerung des Verdienstes von K. N e u m a n n muB man also sagen, daB e r die m Tatsache nicht als
erster g e h d e n , sondern durch Versuche a m Generator bestatigt hat.
Sachlich ist die vollkommene Verdriingung des wissenschaftlichen genauen Begriffs ,,Verbrennungswarme" durch den sonst
nur fiir eine konventionelle GroDe benutzten Ausdruck ,,Heizwert" zu bemangeln. Sechs Heizwerte, je ein ,,oberer" und ein
..unterer" je Kilogramm, je Kubikmeter und je Mol (!) sind nur
geeignet, die a n sich vorhandene Verwirrung in diesem Punkte
zu vergroflern. Aus lehrtechnischen Gliinden sollte man aucli
die Formeln fur die Berechnung des Heizwerbes von Brennsto€fen aus der Zusammensetzung verwerfen, weil in ihnen der
Begriff der ,,chemischen Verbindung" verletzt wird, und weil
sie heutzutage infolge der starken Verbreitung der calorimetrischen Bomben praktiseh bedeutungvoll geworden sind.
Diese letztgenannten Mangel sind nicht auf das Konto des
Verfassers zu setzen. Sie sind einc Folge der Tatsache, da5 die
deutschen Chemiker in den letzten Jahnehnten die literarische
Behandlung der Lehre von de r Verbrennung und Vergasung fast
ausschlieBlich den Tngenieuren uberlassen haben. E s ware zu
begruflen, wenn dadurch aufgekommene mechanische Anschauungen und ungenaue Begriffsbestimmungen w i d e r beseitigt wiirden. Gerade deshalb miissen wir es begriiben, da8
mit dem Erscheinen des vorliegenden Bandchens wieder ein
junger Fachgenosse auftritt, der diese Gegenstihde rnit dem
Lichto des Chemikers beleuchtet. Das Bandchen wird' vie1
Nutzen stiften. Moge eine bald erscheinende zweite Auflage dem
Keppeler. [BB. 3591.
gestevkten Ziele noch naher kommen.
Als neue Folge der ZeilsehriIt fur behnisehe Biologie erscheint jetzt, herausgegeben von Hugo H a e h n , Berlin, im Verlage von Borngraber, Leipzig:
Die Cbemie der Zelle iind Gewebe, Z e i t s c h r i f t f u r d i e
P r o b l e m e d e r Giirung, A t m u n g und Vitaminf o r s c h u n g . Bd. XU.
M 6,Die Narnen de r auf dem Titelblatt fiir die standige Mitwirkung
genannten ersten Fachvertreter verschiedener Gebiete biologischer, biochemischer, technologischer und landwirtschaftlicher
Forschungsgebiete biirgen fur die Vielseitigkeit und Exaktheit
des in dieser, aus der Zeitschrift fur Garungsphysiologie hervorgegangenen, neuen Zeitschrift zu erwartenden Inhaltes.
Das erste Heft rechtfertigt diese Erwartung vollkommen.
Es beginnt mit einer Arbeit von W i l l i a m K u s t e r u b e r
den Blutfarbstoff und einige komplexe Ferros a 1z e l die die Frage nach der Art der Bindung des Globins
und der Wertigkeit des Eisens in den Modifikationen des Hlmoglobins auf Grund von eigenen Versuchen im AnschluB an
S t e u d e 1 und P e i s e r behandelt. K. tritt fur eine salzariige
Verbindung zwischen Globin und prosthetischer Gruppe ein
und sehlieBt sich der Formulierung des Hamoglobins als einer
dreibasischen SBure an, rnit neuen Ergtlnzungen, die die Existenz
\on mehreren Melhamoglobinen begriinden. Im einzelnen wird
dann tiber die Untersuchungen des Verfassers und seiner Mitarbeiter berichtet, so unter andern uber die Zerlegung des
Methamolgobins durch Diazomethan und ferner uber die Eisensalze des Propionylacetons und Oxalylmethyliithylketons und die
sich hieraus ergebenden Vorstellungen.
Es folgt ein Vortrag von J. S t o k l a s a i i b e r d i e m o dernen Zielederbiochemischen Forschungdes
Bod ens.
-~
1) Z. f. ang. Ch. 37, 39 [1924].
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