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Die Umsetzung von Gips Mit Ammoniakwasser.

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Zeitschrift fur angewandte Chemx
I
34. lahrgang S. 457-460
I
Aufsatzteil und Vereinsnachrichten
6. September 1921, Nr. 71
Uber 6000 Mitglieder des Vereins deutscher Chemiker!
Den aufmerksamen Lesern unserer Rubrik .zum Mitgliederverzeichnis" wird es nicht entgangen sein, dab der Kreis
unserer Vereinsmitglieder sich in den letzten Monaten erweitert hat, wie nie zuvor.
Auf der Hauptversammlung Stuttgart teilten wir mit, daf3 im Jahre 1920 die Mitgliederzahl etwas gesunken sei. Das
war aber nicht eigentlich dem Jahre 1920 zur Last zu legen, in dem wir die seit langem grobte tahl von 554 Neuanrpeldungen
zu verzeichnen hatten, sondern es riihrte davon her, dab wir irn vergangenen Jahr die Mitglieder im Ausland, mit denen wir
in den Kriegsjahren die Fiihlung verloren hatten, und die sich nach dem Waffenstillstand nicht wieder meldeten, endgiiltig
gestrichen haben. So beschlossen wir das Jahr 1920 mit 5568 Mitgliedern.
Aber der Zustrom der Chemiker zu unserem Verein, der im Laufe des Jahres 1920 begann, hat sich standig verstarkt.
Seit Beginn dieses Jahres bis zum 15. 7., dem Zeitpunkt des Abschlusses unseres Mitgliederverzeichnisses, haben sich nicht
weniger als 632 neue Mitglieder gemeldet. Auch jetzt in der Reise- und Ferienzeit hat sich die Zahl der Mitglieder weiter
vermehrt, so daf3 wir heute bereits die 725. Anmeldung dieses Jahres zahlen konnten.
Mit besonderer Freude begriil3en wir die zahlreichen alteren Studierenden in den Reihen unseres Vereins. Wer die
Jugend hat, hat die Zukunft!
So weist das diesem Heft beigefugte neue
Mitgliederverzeichnis fiir 1921/22
einen Bestand von 6068 Mitgliedern am 15. 7. 1921 aus, und die bis zum heutigen Tage fortgeschrittene Mitgliederzahl belauft sich auf 6161.
Wir danken allen unseren Freunden, die so erfolgreich fur ihren Berufsverein geworben haben.
Wir danken den Schriftfiihrern und Schatzmeistern der Abteilungen, die uns geholfen haben, die Anschriften der Mitglieder richtigzustellen.
Wir bitten um Nachsicht, wenn doch noch Fehler vorhanden sind und werden fur Mitteilung und Anregung von Verbesserungen jeder Art dankbar sein.
Wir machen darauf aufmerksam, daf3 diesmal wieder das von Vielen schmerzlich vermibte Verzeichnis d e r Mitglieder
nach Postorten geordnet beigefiigt worden ist.
Unser Ziel ist:
Zusammenfassung samtlicher deutscher F a c h g e n o t s e n im Verein deutscher Chemiker.
Wir sind sicher, dai3 uns das Jahr 1921 diesem Ziel wesentlich naher bringen wird.
Geschaftsstelle des Vereins deutscher Chemiker
Leipzig, 1 . 9. 1921.
B. Rassow
F. Scharf.
Die Umsetzung von Gips mit Ammoniakwasser.
VOn Prof. Dr.
BERNHARD
NEUMANN.
(Nach Versuchen vou G e r t r u d Kotyga.)
( hlitteiluiig
nus drm Iiistitut fur chemische Teehnoloyie (ley Techn. Hochschule Breslau.)
(Eingeg. 9.18. 1921. I
Wir haben kiirzlich l) die Umsetzungsverhaltnisse bei der Reaktion
zwischen Gips und Animoncarhonat
+
+
CaSO,
(NH,),CO, *: (NH,),SO,
CaCO,
durch Rechnung und Versuch niiher studied.
Bei der dort angezogenen Literatur fanden sich schon Andeutungen, daB auch sonst in der Patentliterwtur der Gedanke aufgetaucht
ist, den Gips direkt auf Gaswasser, ohne vorherige Zugabe von Kohlensiiure, einwirken zu lassen. Wir haben deshalb auch die Umsetzung
von ( + i p s u n d A m m o n i a k , die nach der Gleichung
2NH,(OH)
CaSO,
(NH,),SO,
Ca(OH),
verlaufen miifite, etwas n l h e r untersucht.
In diesem Falle ist der Gips, der auf der linken Seite der Gleichung steht, das iinltislichere Produkt (die molekulare Loslichkeit von
t 0,015 gegen 0,021 bei Ca(OII),); es besteht also von
ne groBe Wahrsi~lieinlichkeit, daB die Umsetzung zu
groBeren Mengen von Ammonsu1f;it fuhren wird. Man kbnnte hljchstens
vermuten, daf3, wenn inan das Loslichkeitsprodukt von Ca(OH), durch
Hinzufiigen von vie1 OH-Ionen , 1-ielleicht durch Verwendung konz.
Ammoniakltisungen, unter dasjen ipe von CnSO, herunterdrucken konnte,
die Ausbeuten dann bessere werden Itiinnlen.
Fur die Errechnung der Konstmte dieses Gleichgewichts wurde
sich ergeben :
[SO,]
1,111! (C
Lp, -= [Ca].[SO,j - i,m,"u~
[OH] 2 Im, ,'
Lp,
[C:I].[OH]~ t.Lm,::.f.
K,
Lnl,'c*r''
1Lm I . 5..
K,
+
2
+
Die hierfiir vorhandenen Werte sind:
Ltislichkeit des CaSO, bei 18"
2,016
2,016
136
Dissoziationsgrad bei 18O = 0,60
1,Bslichkeit des Ca(OH), bei 18" = 1,21
1,21
molekulare LBslichkeit - 56
Dissoziationserad bei 1 8 O =- 0.80
Hieraus ergibt sich:
.
.
(0,60.
K=
4(0,80.
molekulare Ltislichkeit
'gy
K = 3,821.
Mit der so gefundenen Konstante laf3t sich nun auch die Ausbeute bei der Umsetzung von Ammoniaklosungen mit Gips fur verschiedene Konzentrationen errechnen. 1st x die molekulare SO,"-Konzentration, y die molekulare OH'-Konzentration, a die Normalitat der
Ammoniaklosung, so ergibt sich unter Vernachliissigung des in Losung
bleibenden Gipses und Calciumhydroxyds folgende Beziehung:
X
ST?
~
'{
'1 Zeitschr. f . augew. Chem. j l 9 2 I J . S. 4 4 1
Angew. Chemie 1921. Nr. 7 1 .
-K
2x+y=a
Y--
Thenretisch miiBte also zu erwarten sein:
1
Vom vorhandenen Ammoniak
Normalitat des
Mol OH' in Liter -.__
Ammoniaks
pach der Umsetzuog' vorhanden a's
NH.{OH)
~
7:-
1
0,Ol
0,lO
0,25
1,oo
2,oo
4,oo
6,OO
10,oo
'
0,0093
0,0680
0,12413
0,3020
0,4501
0,6607
0,7915
1,1798
93,4"/,,
68,O" ,I
4991 o l , b
30,2
22,5u
16,5" ,,
13,2" ,,
11.8"
(,
-
.
1
T a b e l l e I.
Umsetzunn von CaSO. . 2 H,O rnit Ammoniakwasser.
Die Kurve A in Fig. 1 zeigt diese Verhaltnisse in graphischer
Darstellung.
Wollen wir auch fur die Umsetzung von d i p s mit Ammoniak die
V e r s c h i e b u n g d e s G l e i c h g e w i c h t s rnit d e r T e m p e r a t u r verfolgen, so beniitzen wir wieder die v a n t' Hoffsche Gleichung:
Schutteldauer
Std.
Die WiirmetBnung dei Reaktioii Q ergibt sich als Differenz der AufI6sung und Auqf-allung des Bodenk6rpers. Die L6sungswarme des
Dihydrates CaSO,. 2H,O, bezeichnet als Ql, ist nach d e F o r c r a n d
- 690 cal, die von &(OH),, die wir mit (h bezeichnen, =
2800 cal.
Wir haben also
2NI [,(OH)
CaSO,*: (NH4),S0, Ca(OH),
- 690
- 2800
'
+
Mol OH
Umsatz
im Liter
"lo
I
I
1 n-NH,OH-Losung.
0,0866
0,0961
0.1000
0,200
0,224
0,230
6
12
24
0,0908
0,0914
0,0990
0,212
0,213
0,228
6
12
24
0,0925
0,0931
0,0955
6
12
24
+
+
Mol SO,
0,01714
0,96572
3,43
0,01697
0,46606
6,79
I
0,184
0,078
0,586
'il0 n-NH4OH-L6sung.
0,0934
0,0964
0,0974
6
12
24
Ig ;$,821- lg x = 0,1448
Ig x = 0,5822 - 0,1448
x = 0,4374
K, -4,7378
Die Konstante bei 35'' ist also etwas kleiner wie die bei 18"
(K15= 3 831). Fur die h6heren Temperaturen sind also etwas kleinere
Ausbeuteri zu erwarten wie be1 Zimmertemperatur.
Reehnen wir wieder wie fruher die proaentische Umsetzung aus,
so erhalten wir bei 3Su in I n - L 6 s u n g 0,3256 Mol OH, d. h. 67,42"',
__
I
I
P
tl
A
1
z
3
4
5
6n.
Urnsetzung van CaSO,. 2H,O mit Ammoniak.
A . theoi.etische Kurve. R. gefund. Uineetzung CaSO,/2 NH,OH.
1 '. gefuod. Umsetziiiig (NH,),SO, ICa(OH),.
Fig. 1 a und 1 b.
0,, gegen 69.80",) hei 18". Die so fur 35O errechaher noch nicht ganz richtig, da j a die LiSslichkeit
des Gipses CaSO, . 2 H,O, wie fruher ilusgttfiihrt, nicht der Regel folgt,
sondern hei 37" ein Maximum aufweiet. Bei 37O wird also die
negative Lijsungswiirnie des Gipses :'i0, darijher hinaus sogar
pnsitiv. IVir h : i h n idso bei 3 7 O fur Q nicht - 3490 cal., sondern
nur - 2800 ral. einzusetzen und erhalten dann fur K;,i =: 2,8386, fur
den prozentischeir Umsatz 65,84 O!O.
Experimentelles.
Kei diesen \ ersuchen wurde in gleicher Weise verfahren wie
hei den Versuchen mit Gips uiid Ammoncarbonat. Schwieriger war
jedoch die Feststellung der eingetretenen Umsetzung. In der vom
Gips ahfiltrierteri Lijsling finden sirh riiimlich in Losung: CaSO,,
(KH,),SO,, Ca(0H ). , N d ,OH. A u f analytischem Wege lassen sich nur
die Summen der einzelnen Iorren feststellen, nicht aber die Menge
einer einzelnen Moleltiilgattung. Man knnn sich aber wie folgt helfen.
Findet ein IJnisalz zuischen Ammoniak iind Gips statt, so mu6 auf
alle Fiille eine i'ertnehrung der Sulfationen in der Losung nachzuweisen sein. Es wurde deshnlb zunachst Gips in reinem Wasser
einige Stunden gtschuttelt und der Sulfatqehalt der L6sung bestimmt:
dann wurde Gips u n t w den gleichen Bedingungen mit verschieden
konzentrierlen Ammoniakliisungen behandelt und ebenfalls Sulfathestimmungen ausgefiihrt. Das Krgebnis mit diesen Ammoniaklosungen
war ein sehr merkwurdiges. Die Su1f;itkonzentrationen tiahmen nur
ganz wenig zu, die Menge des in Liisung gegangenen Gipses war bei
allen Konzentrationen fast die gleic-he. Die Ldslichkeit des Gipses in
Wasser, welche nach H i i l e t t und A l l e n 0,2016°/0 bei 1 8 O und
0,2085'' bei 25" betriigt, wiirde trotz der langen Schiitteldauer in den
ineisten Ammoni:iklosungen nur wenig uberschritten, bei konzenti iertem Ammoniakwasser sogar nicht einmal erreicht. Folgende
Tabelle zeigt die Ergehnisse der SchiittelIwsuche.
0,218
0,224
0,227
1
I
!
0,01669
1
33,39
0,06662
3,84
ca. 1 5 n (konz. Ammoniak).
6
24
0,0636
0,0662
0,140
0,150
0,01135
~
7,237
0,15
0,00021
Die L nsetzungen sind, wie die vorletzte Spalte der Tabelle zeigt,
sehr schlecht, nur in der 'ilon-L6sung wurden 33,39O/, erreicht. Die
fur diese Verdiinnung errechnete Konstante von 3,84 stimmt mit der
theoretischen von 3,821 sehr gut iiberein. A l s o n u r i n d e n v e r diinntesten Ammoniakliisungen erfolgt die Umsetzung, wie
es d i e T h e o r i e v e r l a n g t . Zeichnet man die iTeihlltnisse grsphisch
auf, wie es in Fig. l a geschieht, so sieht man, da6 die durch den
Versuch bestimmte Kurve R nur bei der
n - Ammoniakliisung die
theoretische Kurve A erreicht , wiihrend bei den stiirkeren Konzentrationen ein rapider Abfall der Ausbeute eintritt. Der Grund hierfur durfte wohl in den L6slichkeitsverhaltnissen des Gipses in Ammonsulfat zu suchen sein, wie sie in der fruheren Arbeit iiber den
Umsatz Gips-Ammoncarbonat in der Fig. 3 dargestellt sind.
An e i n e p r a k t i s c h e Ausniitzung d e r d i r e k t e n U m s e t z u n g
v o n G i p s m i t A m m o n i a k w a s s e r , ohne vorherige Zugabe von
Kohlensaure, i s t a l s o n i c h t z u d e n k e n .
Da die praktischen Ergebnisse der Umsetzung von Gips mit
Ammonialc mit den theoretischen Werten, mit Ausnahme von den verdiinntesten Aninioniakltisungen, so schlecht iibereinstimmen, so wurde
auch noch versucht, ob man. nicht von der anderen Seite der Gleichung, niimlich Aninionsulfat-Atzkalk, eine bessere Anniiherung an die
theoretische Kurve erreichen konnte, wuch wenn diese Reaktion o h m
technisches Interesse ist. Es wurden also nach der Gleichung
CaSO,
2NH,(OH)
(NH,)>SO, Ca(OH),
eine Reihe verschieden normaler AmmonsulfatlSsungen (aquivalentnormal) hergestellt und diese mit frischgehrannteni und hydratisiertem
Btzkalk bei Zimmertemperatur geschiittelt. Die Ergebnisse sind i n
Tabelle I1 zusammengestellt.
T a b e l l e 11.
Umsetzung von (NH,),SO, rnit C R(OH),.
+
+
~
Etwa 5 n-(NH,),SO,-LBsung (4,6154 Aquivalente
12
24
36
48
66
I
1,2
2,5
3,3
3,2
3,2
i 1
0,5258
0,5088
0,5130
0,6120
0,5120
I
~
0,060 I
0,125
0,165
0,160
0,160 0,227
,
1
~
~
I
2,2536
2,1804
2,1984
2,1941
2,1941
~
2,3077 Mol).
I
'
96,54
95,07
1
~
5,86
Etwa 2 n-(NH4)2S0,-L6sung (1,824 Aquivalente - 0,912 Mol).
12 1 0,7
0,2119 1 0,03
0,8976 1
I
1
24
36
48
56
1
2,2 1 0,1962
2.4 , 0,1962
2,6
0,1977
2,6 I 0,1977
'
I
0,ll
0,12
0,13
0,13
1
0,130
i
0,8407
0,8407
0,8472
0,8472
1
92,89
1
92 89
9,01
Etwa 1 n-(NH,),SO,-Losung (0,9228 Aquivalente = 0,4614 Mol).
12
24
36
48
57
I
1
Etwa
12
24
36
48
56
1
1
1
0,5 I 0,1044 1 0,025
2,2 1 0,0935
0,110
2,3
0,0929 0,115
2,4
0,0930 0,120
0,0930 0,125
2,5
I
1
1
0,126
1
0.4459
0,4006
0,3975
0,3981
0,3983
I
I
8636
1
86,28
1
10 14
n-(NH,),SO,-LSsung (0,2290 Aquivalente = 0,1145 Mol).
0,6
0,0240 I 0,03
I
0,1028
'1,
,
2,2
0,0146
2,2 I 0,0141
2,2
0,0140
2,2
0,0140
I
~
1
0,11
0,11
0,11
0,11
I
1
0,109
I
0,0626
0,0603
0,0598
0,0598
53,29
'
53,66
~
3,5€
Aufsabtef
34. Jahrgang 19211
-
Personalnachrichten
- Rundschau - Biicherbesprechungen
459
__-
Aus der vorstehenden Tabelle ergibt sich folgendes: Die letzte
Spalte mit den aus den Versuchen berechneten Konstanten zeigt dad
nur in der verdunntesten Ammonsulfatldsung, K = 3,51, vSllige bbereinstimmung mit dem tbeoretisch errechneten Werte, K = 3,821, erreicht wird. Bei konzentrierteren Liisungen ist die Abweichung
griiBer. Auch die graphiscbe Darstellung der Umsetzung in Fig. 1 b
Kurve C liil3t erkennen, d a 5 von der Sulfatseite die Annaherung an
die theoretische Kurve A besser erreicht wird, wie von der anderen
Seite ; aber auch hier konnte eine vdllige Tfbereinstimmung nicht
erzielt werden.
Es mag vielleicht auffallig erscheinen, daB bei der 5 n-LSsung
die Werte des prozentischen Umsatzes, die man ~einerseits aus den
titrierten OH-Ionen, und andrerseits aus den durch Bariumfallung
bestimmten SO,,-Ionen berechnet , nicbt mehr tibereinstimmen. Der
Grund hierfur ist wieder in der Bildung von Ammon-Syngenit zu
suchen. Verlauft die Umsetzung normal nach
CaSO, 2 NH,(OH)
(NHJ,SO,
Ca(OH),
so miiBte ein Mol Ammonsulfat zwei Mol Ammoniak liefern, bildet
sicb aber Doppelsalz
2 (NH,),SO, f C:i(OH),
CaSO,(NH,),SO,+ 2 NH,(OH)
so wird auf 1 Mol Ammonsulfat nur 1 Mol freies Ammoniak entstehen.
In der Spalte 4 und 5 zeigt sich nun tatsacblich bei der Titration eine
geringere OH-Menge, als sie nach der Vorgefundenen SO,-Menge sein
diirfte, es mu0 also Doppelsalzbildung eingetreten sein. Sie findet in
geringerem MaBe sicher auch schon bei der 2 n- und auch bei der 1nLdsung slatt, wie das nach den S u l l i v a n s c h e n Feststellungen der
Loslichkeit von Gips in Ammonsulfat zu erwarten ist. Bei der Priifung mit Ammonoxalat gaben diese Ldsungen in der Tat Kalkfallungen.
Da nun &(OH), in Ldsungen, die freies Ammoniak enthalten, so gut
wie unldslich ist, so kann die beobachtete Kalkfallung in der Hauptsache nur auf den Gips zuriickzufuhren sein, der in der Form des
Ammonsyngenits in Ldsung vorhanden ist.
+
+
2
Zusammenf assung.
Fur die Umsetzung
CaSO, 2 NH,(OH)
(NH,),SO,
Ca(OH),
wird die Konstante und die theoretische Ausbeute fur verschieden
starke Ammoniakldsungen berechnet.
Ebenw wird die Verschiebung des Gleichgewicbts mit der Temperatur untersuchf.
Die experimentellen Versuche ergehen, daf3 nur in ganz verdiinnten Ldsungen die theoretischen Werte erreicht werden. Bei hdheren
Konzentraiionen ist die Umsetzung so unvollkommen, da5 diese Umsetzung Gips-Ammoniak fur praktische Zwecke uberhaupt nicht in
Frage kommen kann.
Es wurde dann auch noch das Gleichgewicht Ammonsulfat-Calciumhydroxyd untersu.cht. Hier ist die Annaherung an die theoretische
Kurve eine bessere, U1)ereinstiniinung wurde aber aucb nur in den
[A. 190.1
verdiinntesten Ldsungeri erzielt.
+
+
.-
-.
-~
Personal- und Hochschulnachrichten.
Rektor und Senat der Tecbnischen Hochschule zu Darmstadt haben
auf einstimniigen Antrag der Abteilung fur Maschinenbau dem Inpenieur Fr. O p e l , Mitinbaher der Firma Adam Opel in Russelsheim,
die Wiirde eines Doktor-lngenieurs ehrenhalber verliehen.
Dr. A. K r a t z e r , .Assistent am Institut fur theoretische Physik,
wurde als Privatdozent fur theoretische Pbysik an der Munchener
Universitat zugelasqen
E s w u r d e n b e r u f e n ( e r n a n n t ) : Dr. W. B o t t g e r , ao. Prof. fur
analytiwhe Cheniie an der Leipziger Uiiiversitlt, a n das staatliche
IM:iteri;ilprufungsamt in Dahlen~ als Vorstand der Abteilung fur allgemeine Chernie iind ;iuf die 0 . Professui fur anorganische und analytische Chemie .in der Deutschen technischen Hochschule in Prag;
W. G. C a i n p b e l l zuiii Lei1.c.r des Bureau of Chemistry Dept. of Agriculture, in CVashii-igton als Nachfolger voii Dr. C. L. Alsberg; Hauptobservator Prof. Dr. 11. L u d e ti d o r f f ziim Direktor des Astrophysikalischen 0bserv;itoriuiiis auf den1 Telegraphenberge bei Potsdam als
Xachfolger des Geh.-Rats Prof. Dr. Gustav Miiller; Prof. Dr. S c h a f f n i t ,
Bonn, zum o. Prof. fur l'flanzenschutz .in der Landwirtscbaftlichen
3ochsvhule zu Ronn-I'oppelsdorf: Prof. G. T o m m a s i zum Direktor
der Kgl. Agrikuliiirc.ht:niischen Vcrsuchsslation in Rom.
E. G S m i t h , seit 40 .Jahren Prof. fur Chemie am Beloit College,
Beloit, Wisc., ist in den Ruhesland getreien.
G e s t o r b e n s i n d : Dr. C. C r i p p a , seit vielen Jahren Chemiker
des Agrikuliurchemischen Laboratoriums der hdheren Landwirtschaftlichen Schule in Mailand, am 23.i7. - Prof. Fr. D u p r 6 , Ordinarius
fur Chemie am-Kgl. Technischen Institut in Pesaro, daselbst am 20.1'7.
- - ~ -
[Rundschaw.'
Plauen. In einem Aufsatz in der Z e i t s c h r i f t f u r o f f e n t l i c b e
C h e m i e 27, S. 169 (1921) werden die Beschliisse abpedruckt, die der
Verein deutscher Chemiker auf seiner Hauptversammlung in Stuttgart
wegen des Tarifes fur Analysen und Gutachten sowie iiber die Honorierung derartiger von staatliehen, kommunalen u. dgl. Instituten
ausgefuhrter Untersuchungen gefaijt hat (vgl. Ang. Chem. 34, S. 214
119211). Hesonders hervorgehoben wird, dai3 der Verein deutscher
Chemiker es fur einen unlauteren Wettbewerb erachtet, wenn die genannten staatlichen und kommunalen Laboratorien sowie ihre Angestellten bei der Abgabe von Gutachten niedriger liquidieren als
nach dem Wiirttemberger Tarif zuztiglich 100°joAufschlag auf die im
Mlrz 1920 mitgeteilten Sltze Jeder Sachverstiindige muB es sich zw
Pflicht machen, in Riickyicht auf Kollegialitlt. und Standesehre sowohl vor Gericbt wie i m Verkehr mit privaten huftraggebern seine
Forderungen auf der H6be des anerkannten Tarifs zu halten.
Wir stimmen den Ausfiihrungen der Zeitschritt fur Nabrungsmittelchemie durchaus zu und erachten es bei der leider noch immer
zunehmenden E n t w e r t u n g u n s e r e s P a p i e r g e l d e s -- biervon sollte
man sprecben und nicht von Preissteigerungen! - fur dringend notwendig, daf3 die Tarife fur chemische Untersuchungen dieser Entwertung vollauf angepafit werden. Es ist Pflicht eines jeden Werkes und
Institutes, das derartige Untersuchungen annimmt, den BehSrden und
besonders den Gerichten gegentiber die Bezahlung von Untersuchungen
und Gutachten i n der HSbe zu beantragen, da8 der in unserm Wirtschaftslehen unentbehrliche Stand der selbsthdigen Btfentlichen
Chemiker erhalten bleibt und selbst wieder in der Lage ist, seine
Angestellten in gleicher Weise zu entlohnen wie die staatlichen und
kommunalen Laboratorien ihre Angestellten besolden.
R.
Bucherbusprechungen.
Die brautechnischen Untersuchungsmethoden. Von A. P a w 1o w s k i.
Zweite AufIage, bearbeitet von Dr. Doemens. Mit 76 Abbildungen
im Text und 3 Tabellen. Munchen und Berlin. Verlag von R. OldenPreis M 40,-, geb. M 46,bourg, 1920.
I n der Einleitung verbreitet sich der Verfasser iiber Wagen und
Gewichte, sowie tiber die MeBgefaBe. Im sachIichen Teii wird zunachst die Untersuehung der Gerste behandelt, die mechanisch-physiologische und die chemische Piufung. Bei der Bestimmung des
Extraktgehaltes der Gerste werden vier Methoden angegeben. Es
durfte an der Zeit sein, hier, ebenso wie fur die Bestimmung des
Extraktes des Malzes, eine einheitliche Methode zu vemnharen, fur
die ebensoviele Griinde sprechen, wie sie fur das KongreBverfahren
bei der Malzextraktbestimmung maijgebend gewesen sind.
In ausfuhrlicher Weise wird dann die Untersuchung des Malzes
abgehandelt. Insbesondere erflbrt die Bestimmung des spezifischen
Gewichtes der Wiirze zwecks Berechnung des Exlraktgehaltes des
Makes eine eingehende Erdrterung, die allerdings durch die Benutmng eines Kompensationspyknometers, das ebenfalls empfohlen wird,
und dessen sich wohl die meisten Laborato~ienbedienen werden,
cum gr65ten Teil uberflussig werden.
Fur die Bestimmung der Farbe der Wiirze werden zwei Methoden
mgegeben, mittels 6: - Jodldsung mid mit dem' B r a n d schen KoloriFeter. Da bei Kaufabschliissen die Farbe des Malzes meistens zum
.xegenstand scharfer Garantien gemacht wird, war auch hier zwecks
Erzielung iibereinstimmender Ergebnisse an versrhiedenen Unter3uchungsstellen die Veteinharung einer einbeillichen Methode ein
lringendes Bediirfnis. Nach den Banner Vereinharungen ist die
'arhenhestimmung mit dem B r a n d schen Kolorime!er vorgescbrieben.
Fur die Bestimmung des Endvergarungsgrades der Wiirze sollle man
:ich aucb endlicb auf e i n e Metbode einigen. Bei der Berechnung des
Extraktgebaltes auf 1OOg Malz h l t l e der Verfasser neben den H o l z n e r laisschen Tabellen auch die bereits ein Jahrzehnt friiher erschienenen
rabellen von W. W i n d i s c h (Verlag Paul Parey, Berlin) ehenfalls namiaft machen ktjnnen, urn so mehr als diese Tahelle auch nach dem
gerlassen der B a l l i n g s c h e n Zuckertabelle noch vollwertig zu gexauchen ist.
Zu hegriiBen ist es, d& Verfasser den neueren Untersuchungsnethoden Rechnung getragen und die Beslimmung der Aziditat nach
,iiers, die Stufen- und Formoltitration, die Beaiimmung der Oherliichenspannung niittels des Stalagmometers und Viskosiagonometers,
;owie der Viskositat aufgenommen hat. Auch die Beslimmung der
Uasserstoffionenkonzentration oder wie man sich jetzt kiirzer ausIriickt, der Wasserstoffzahl, wird wenigslens erwshnt und beziiglich
hrer Ausfuhrung auf das Buch von Mi c h rl e l i s vet wiesen. Die Bestirnnung der Wasserstoffzahl auf elektrometrischem Wege h l l l e sich infolge
ler sehr komplizierten und teueren Apparatur kanm nennenswert im
3rauereilaboratoriuni einfiihren konnen. Zum Gluck hat uns inzwischen
d i c h a e l i s mit einer kolorimetlischen Methode beschenkt, die rnit
:ehr einfachen Hilfsmitteln arbeitet und sehr leicht auszufuhren ist
ind deren Braucbbarkeit fur Wiirze und Hier der Unterzeicbnete im
>hemisch-tec.hn.;logischen Laboratorium des Instituts fur Giirungs;ewerbe in Berlin bereits erprobt hat.
Im weiteren behandelt der Verfasser die Untersurbung der Treber,
les Hopfens, die Bieranalyse. Die ausfiihrliche Entwicklung der
5alliugschen Altenuationslehre, wie sie Verfasser auf fast 6 Seiten
;epeben hat, hstte vielleicht in einem Ruch von deni Charakter des
rorliegenden, das hauptsachlich analytischen Zwecken dienen soll,
ehlen diirt'en, urn so mehr, als die Atienuationslehre fast in jedem
Iandbuch der Bierbrauerei ausfuhrlich behandelt ist.
Zu dem Kapitel: Untersuchung des Betriebswassers, mdchfe ich
olpendes bemerken: An Stelle, oder auch neben der titrimetriscben
kestimmung der Schwefelsaui e nach der Benzidinmethode halte die
iel einfachere, kiirzere und sehr exakte jodomelrisrhe Chromatmethode
'latz finden kdnnen. Die ma5analytische Bestimmung der Magnesia
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