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Die Vernderungen der chemischen Constitution der Pflanzen- Zellmembran.

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IX . Die 74randerungm der chernischen Constitution der P'anzen- Zellmenzbran;
(ion H. K u r s t e n in Berlin.
D a s Leben des Orgnnisinus, seine specifisch eigenthumliche
Erscheiiiungs~reiseberuht auf der andaueriiden Assimilatioiistliatigkeit seiner Eleiiieiitarorgane, arif der fortwahrcnden
Vcr:iiideruiig dcr chcmischcn Constitution dieser, auf dcr
'JLebenstliatigkcit dcr Organisinen genaiintcn Weclisclwirkung derselbeii uiit der unorganischen Natur.
Die voii einigen Physiologen iiocli hentc vertretene rohe
A~ischaui~ngsweise
des organischen Wachsthums als Kesullat
der Elasticitat d e r diircli Apposition entstandenen und verdickten Zellenwanduiigeii , bei gleichzeitigcr Diffusiod d e r
in den benachbarten Zellen enthaltenen Flussigkeiten ist
durchaus verwerflich. Diese Idee stainiiit a u s einer Zeit, in
d e r inan weniger als jetzt die Entwichllliigsgescbichte der Eleinentarorgane kaniite, welche den Organismus zusainmensetzen.
Audererseits habe ich gleichfalls in iiieiner Dissertation:
J,de ceZZa uitaZi~ 1843 das Irrthuinliche der Idee der Unver%nderlichkeit dcr dic Gewebe des zusaininengesetzteii
Organisurus constituirenden o d e r dcr die eiiifachsten pflanzlichen Organismen uninittclbar zusain~iiensetzeuden Zellen,
eriirtcrt uud spater haufig Gelcgcnheit geliabt fur die Pflanzenzelle specie11 diefs nachzu.c7.eisen. Die ganzlich verholztc
Zelle und Faser ist weder eiii todtes Scelett der Pflauze
iioch hat sie einen Zustaiid der Stabilit2t erreicht, in welchein sie dem iiberwdtigeiiden Eiiiflussc der physikalischen
Naturkrafte entgegensieht: widersteht vielinehr denselben
wahrend eiiier fortdauernden, wcnn anch unmerklichen Assiinilationstliatigkeit.
Die Veranderung der ursprunglich stictstoffhaltigen pflauzlichen Zellineinbran in Cellulose und die Uinbildung dieser
in Schleini, Eassorin ') und Zucker hat weniger Befrem1 ) M o l i l lot. Zeit. 1857, S. 38. H. K a r s t e n l o t . Zeit. 185i, S. 313.
64 1
deades als die von mir seit Jahreu heobachtetc Umwandlung derselben in Wachs und Harz ').
Ohne Zweifel befolgt die Natur inehrere W e g e zur Erzeuguiig dicser Secretionen i n ~Gewebe der Pflanze. Denq
die ltherischeii Oele, die Grundlagen vieler Harze, so wie das
Wachs dcr Balanophoren finden sich auch in besonderen
Zellen (JJ
Secretioiiszellen de cella sitali p. 6 4 , welcbe in
dem flussigen Inhalte der Gewebezellen entstehen. Die Meinbranen dieser olhaltigen Secretionszellen, so wie Haute der
Gewebezellen, in denen diese Secretionszellen enthalten sind,
werden spater verfliissigt und das Verfliissigungsproduct bildet mit den atherischen Oelen einen Balsam, der entweder
in kleinen Holden des Zellgewebes enthalten ist, (die Harzbeuleii der Abietiuen , die Drijsen der Auran tiaceen, Rutaceen, Diosineen etc.) oder in Iangeren Kaiialeii, den HarzGefafsen der Coniferen, Terebinthaceeii etc.
Der Chemie ist es bisher iiicht gelungen eine wahrscheinlicbe Entstehungsweise dieser Balsame so wie des Wachses
uiid Harzes ails den Kohlenhydraten anzugeben. Die Keuntn i t des formellen Theiles dieses Umbildungsprocesses wird
derselben obne Zweifel ein willkoinmner Fuhrer seyu.
Die Umwandlung der Zellineinbran in wachs- uiid harzartige Stoffe in dem Pollen der Orchideen und Asclepiadeeu
ist schwieriger der Beobachtung zuganglich wie die Bildung
des Hanes in den krankhaft erweiterten Harzgefafsen und
Spalten des Holzes, so wie die Entstehung des Wachses
iu der aufseren Wandung der Epidermialzellen des Palrnenstainines ( Klopstockia etc.).
Im normalen Entwickelungsgange der Pflanze halt die
Erzeugung der Absonderungsstoffe dein Verbrauche derselben das Gleichgewicht, so auch in Bezug auf die Eneugnisse der Harz- uiid Gummi- Gefafse. Durch abiiorine Ern~bruiigsverbalti~lisse
werden jedoch gewisse Absonderungsstoffe quantitativ, wie auch qualitativ vermehrt, oft ohne
dadurch den ganzeii -0rgauisinus in seiuer Entwicklung bedeutend zu storen. Die Cultur vermehrt und verandert
18
1 ) Vegetationsorgane der Palmen S 39.
Poggendorff's A n n d . Bd. CIX.
41
642
den Gehalt der Gewebe an Amylum, Zucker, Oel, Farbstoffen etc. wie sich krankhafter Weise die Absonderung
des Bassorin und Arabin, des Balsalnes und Harzes etc. verinehrt , welche Veranderung gew6hnlich Iangere Zeit von
dem Organismus ertragen wird und durch Wechsel i n der
Ernahrungsweise des von der Krankheit befallenen Individuiiin wieder beseitigt werden kann.
Bei der krankhaften, durch abnonne Ernahrung hervorgerufenen Vermehrung dieser Secrete erzeugen sich dieselben, falls absondernde Gefafse vorhanden sind, durch Umwandluag der Gewebe, welche diese zunachst uingeben oder,
wenn mechanische Reize Ursache waren, in der Wirkungsweite dieser: so wie die normaler Weiee entstehende Transformation der Zellenwandungen an gewisse Bildungscentra gebunden ist, sich vou bier nonnal oder abnorm auf das benachbarte Gewebe ausbreitend. Es entstehen dadurch Lucken
und Kanale innerhalb des oft unvergnderten Gewebes, angefiillt mit jenen Absonderungsstoffen, wie es im Kleinen
die Oeldrusen des Parenchymes zeigen, Kanale, die in dem
Stainme der Copaifera zuweilen einen 2011 im Durchmesser
haben I ) .
I ) Die sehr lelrrreiche Abhandlung Mohl's iiber die Gewinnuog des venetianiseheo Terpenthios (hot. Zeit. 1859, S . 329) giebt uns einen vergleichenden Ueberblick iiher die Nator und Verttreilung der Harzbehilter
der Abietioen, bei deuen derselbe naturgemirs von den senkrecht verlaufenden Harzkanhlen die horizontalen i m Centrum der Markstrahlen entstehendcn und die irn Rindengewebe auftretenden, linsenfdrmigen Harzliehen sondert. Ueber den histologischen W e r t h der senkreclrten, rnit
den Holzfaserbiindeln zugleich auftretenden oder sptter gesetzrnahig i m
Rindenpareocliyme vertlreilteu Harzgefjfse habe ich tuich schon friiller
(Vagetationsorgane der Palrnen S. 138 u. 160 Taf. V11, 3. 4, 5 ) ausgesprochen: diese entstehen dureh Verfliissigung von Milchsaftfaern hhulichen Elementarorganen, in Folge welcher Resorption die Zellen welche
zunjchst die bisher vorhandcnen Fasern umgehen, zur Bildung des Balsames dienen, dem Zellgewebe der eigentliclreu Harzlucken und der horizontalen Harzkansle dann hbnlicl~. Auf diese histologische Entwickelung gestiitzt , gebrauchte ich zur Bezeichnung der versehiedenwerthigen
Seeretionsbelrhlter die Bezeichnungen Faser, Gefifs uod Kanal. Letztere
sind durctr Resorption von Zellen, die Gefjfse dureh Resorptinn von
Fasern cntstandene Intercellularrturne, die Fasern selbst, zu denen viele
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Arif die Fiiliigkeit dcr vcrholzten Pllaiizenzellcn nocli riiiinal in dns Stadiuiii der Fiiiiction der Parenchyinzelleii ziiriickzukehren, habe ich sclion 1847 (Palinen S . 1 4 0 Taf. V1.9)
aufiiierksain geinacht; eiiie Thatsache die tlurcli M o'h I spater bestltigt und auch fur aiidere Gewebezellen nacligewiesen wurdc.
In tler beigefiigten Figur I und 2 (Taf. I V ) siclit inan
gleichfalls deutliclr , dnfs sowolil in deli Holzzellen wic in
den Zellcii der Markstralilcn dcs Holzes voii Pinus sihestris
cler l\esorption dicser ('rewebe und der Uinirandluiig der
RIenibraiiei~in I-Iarz eiiie Neubildiiii~;v011 Zelleii vorliergcht ;
hie rind dort fiiideii sich, wie bei Fig. 1+ Taf. IV, ganz duiinwandige Holzzellen, harzerfullte Tochterzcllen enthaltend.
Die gezcichiieten Prlparate Fig. 1 ti. 2 Taf. 1V wurden
init hlkolrol digerirt uin den triibm, harzigen Saft aufzuliisen, tler d n s G c w e h e tlurchtrankt. Von den die O b e r f l ~ c h e
des Gewebes bildeiirltrii Zellen, welche vor der Beriihrung
init AIl,oIiol poriis verdickte W a i i d u n g e i ~zeigteii, sind iiur
sehr zarte, kiiriiigc z. Tli. corrodirt erschciiiende Meinbranen
iihrig gcblieben. Ilire poriisen Vcrdickungsschichten wurden
verllussigt. Voii den tlcni Holze nalier befindlichen Zellen
sind die For~neniioch vollltoiiiineii crbalten, die Masse ihrer
Waiidringen ist jedoch iini den griifsten Theil verringert.
I'iiiige Zellen siiid auch uberdiefs init cinem Balsaintropfen
al~gcfullt (inan vergl. hieruber ineiiie Abliairdlung i n der
]lot. Zeit. 1857, S. 313).
I)ie Uniwandliing der Cuticiila mid der peripherischen
W;lnduiigen der Cuticularscliichtcii der Klopstockia ' ) gcben
zlii'
Zcit
iiocli als Zwiscllcnzrllriiiiriic nngesclicnc lilsrnentarorgane gcliiiren,
(.. n. die n J . n l i k n n i i l e ~ ~grnonnten w e ; t e n IIiilrlringen
~ I o n o c o t ~ I c i i sind
)
liie ~ ~ ~ ~ s
1 ) El.
Zellcn oder
stets
~
l
~
~
~
atis
~
irn I'nrenchjine dcr
vcreinigrcn Zellcn enlstandene,
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l
r
~
~
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lor(^ Co/tinibiue T . 1 , TuJ I . hleine nus Cararns S P r i n d at,gt:sendetc~~StamInstiicke, die rnir niclit witvler zn
K;tr5teii
snnimclt~.ri
iI;iii(Irri k n n i v n , w t i r i I ~ nniir d i i r c l i die Giite rneines Freiindes Profcsbor
5 CIII I I , , rrl n
1 1 ~ r c 1 1n i i J e r e i:rst:t~t, die ilerselbe
bei
seiner Durcliloisdiung
Q i i i r i d i i r - Cclrii.;cs sarrinirltc; dicse dienten r n i r zur Anfertigilng dcr 'I'nf. I V gezriclincten Sctrnictc.
der Wiildcr
ilcb
41
*
i
~
.
644
eiti Bild der Entstcliutig d c s V \ T a ~ I~velclte
~ ~ ~ ~icli
, a 1 1 clicwr
Palin e b cobacli tc te.
Die Cuticuln dcr Gil)felhiiospe riiitl die El)ideriitialzclleii
tlerselben zcigeii at1 dicscr P a h i e dnsselbc pltysil~alischct i i d
chemische Verlialteii, \vie diesc RIcmbrancn aii g1ciclrii:iinigcu Orteii aiidcrer Pllniizeii.
Nach dciu Abf;ill der I%liittcr IrcIeti R I I dcii pcripherischcii Watiiiangeii dcr frcigelcgteii Epicleriiiinlz~lleii (:iiticularscliicliteii nuf, (lie sicli i t i Acther liiseii uiid a u dctt
Bltcrcii Staiiiin~hcilciinl~n.jiits bis 5”””ail Uicke zuiiehiti(w.
l~)ieBlattiiai,bcii cles Stniiiiiies 1)lcil~eiigiiiizlicli frei voti dieser
Wachsschic.lit. L)ic cliciiiischc T J ~ i t ~ i ~ ~ i i c Idiescs
i u ~ i g Waclises fuhrte ich 1847 (Vcgetntionsorgane der Paliiieii ) aus,
(1s bestelit aris ciiietii (~ciiieugevoii M’achs (C i H , S , 11 12,7,
0 6,3) und eiuciii krystal1isirl)areii Hnrze (C 8 I, 13 11, 0 7),
wic diefs sclioii 13 0 u s s i ii g ;i ul t fiir das Waclts des Ceroxyloii aiigegc1)cn Iilitte.
Die i 11 ii crs t eii Cut i c 11Inrscli icli t e I I d c r E pi tle r tiii n1z L‘ I Ic ii
(Fig. S), so wic aiicli die ubrigcn Tlicile diesel- Lctztereii liiseii sicli iiicltt i n Actlier odcr Aetzliali. Die iiiticrste Scliiclit
jeder %Ale zeigt iiocli eiiie scli~vaclieC:elluloscrcactioii; cs
ist ersichtlicli, daCs die ~!inwnndlung der Cellulose iii C:iitic,iilarsubstaiiz und in die hnrzigc Waclisscliiclit voii Aiifscn iiacli
Iniien ail jeder Zclle vor sicli gelit. Die iiiiierctt Scliic,ltteii
des iii Acther liisliclieii Stoffcs sind nucli iii Alkoliol etwns
liislicli, eheiiso eiitzielit dcr Alkoliol tlcii iticht i n Aetlier
liisliclieti Theileii der Epidermialzelleii eiiieii hntheil 111rer
Substanz, der sicli niicli nacli 18iigerer Mnceratioii I n i t G1.ycerin nus dersclben arissonclert, cbeiiso wic cs a i l detii obcit
von l’itins ~ ~ c s c h r i c b e i i eHarz
~ i bildeiidcit Zcllgewebe stattfitidet. Es dcutct diescs verscliiedenc chcmisclic Verlialteti
der verscliicdeiieii Scliichteii tlarauf Itin, tlal‘s tlas iiiiclistc
~Jmsetzuiigspra~l~ict
cler cuticularisirtcn E~~itleriiiialzellw~~idung der harzartigc Aiitlicil clcs Wncliscs sey, tlcr erst
durcli Einwirliuiig der Atinospltiirc in das Waclis vcrkiiidert
wcrde. Hier ist cs stets diese2be Zellmatid, die die “ahrutigsfliissigkcit assiniilirt iiiid in ilireii ~crscliicdciieliSchiclt-
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tcn von Iiineii nach h u b e n in die verschiedenen chemischen
Colnbinationeu forint (ein anderweitig hiureichend erkanntes Factum) dort, bei dem Harz der Kiefer, fanden wir die
Entstehung desselben von der gleichzeitigen Bildung endogener Zellen begleitet. In meiner Arbeit iiber die Cuticula
(bot. Zeit. 1848 S. 129) babe ich durch die Eutwicklungsgescbichte derselben nacbgewiesen, dafs sie als Ausschwitzungsproduct der Epidermialzellen iiicht betrachtet werden konne.
Auch hier sehen wir die Hullhaut, als eine in Alkohol
und Aether unlosliche Membran das cambiale Gewebe der
Gipfelknospe bedecken, welche, wenn such schwierig, deniioch nach wiederholter Behaudlung mit Chlorzinkjodliisung
in den jiingsten Theileu Andeutungen der Cellulosereaction
zeigt? an etwas alteren Theilen sich wie Cuticularsubstanz
verhalt und spater, mit den aufsersten Schichten der Epiderniialzellen verschmolzen, als harzartiges Wacbs auftritt.
Taf. IV, Fig. 6 und 7 stellt die lufserste Rindenschicht
der Basis eines 60 Fufs hohen Stammes einer Wachspalme
dar, d e r auch'hier noch von der ursprunglichen niit Spaltoffnungen versehenen Epideriiiis bcdeckt ist. Dic cuticularisirten Schichten der Epidermis Fig. 7 sind von den eigentlichen Epidermialzellen Fig. 6 gesondert. Fig. 3 stellt
ein en Querschnitt durch die Epidermialzellen dicht oberhalb
der etwas eingesenkten Spaltoffiiungen (6 a) dar, Fig. 4 einen
correspondirenden Scbnitt durch die Wacbsscliicht Fig. 7.
In Fig. 5 ist eine Spaltoffuung mit dem augranzendeii Gewebe starker vergrolsert ; man sieht die centralc luftfiilirende
Zelle init dem oberen und uiitereii Spalt (a rind a), die ich
i n jencr Arbcit iiber die Hiillhaut 1848 zuerst nachwies und
die von den Pflaiizenanatomen bisher a h solche noch immer
unbeachtet gcbliebeii ist. Unter der Epidermis befindet
sich cin Gewebe aus rundlichen, stark verdickten, poriiseii
Zelleii , deren aufsere Wandungen aus Lignin, deren iiiiiere poriise ails Cellulose bestehen. Eine grolse luftfiihrende Zelle, voii zarthautigen Zelleii umgeben, befindet sich
uiitcr jedcr Spaltoffnung; in sie miindet der untere Spalt
derselben. Das Wachs ist nur oberhalb der Epidermialzel-
-
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len, nicht oberhalb der Spaltiiffnuiigszellen, wie man aus
Fig. 6 u. 7 Taf. IV sieht; jeder Spaltoffnungszelle entspricht
ein cylindrischer Kana1 (Fig. 7), den Epiderinialzellen dagegen entsprecheii genau die nebeneinanderstehenden Cylinder
der Wachsschicht I ) . Diese Cylinder der Wachsschicht sind
durch Flachen abgegrtiozt , die an der peripherischeii Seite
zuweilen durch duiine Luftschichten von eiiiander getrennt
sind ( Intercellularraume). Die Epiderinialzellen enthalten
eine klare Flussigkeit, selten finden sich in einer oder der
anderen derselben karnige Stoffe.
Die Annahme eines blofsen Ausscliwitzen des harzartigen
Kihpers aus den Epidermialzellen wird durch diese Structiir
der cuticularisirten Schichten nicht gerechtfertigt. Wollte man
annehnien, der das Gewebe des Palmenstamiiies trankende
Saft enthalte den harzigen Stoff aufgeliist, der nun nach und
nach an der Oberflache als Kiickstand dcs Bus deli Epiderlnialzellen durchgeschwitzten, verdunsteteii Saftes zuriickbleibe, wie somt wohl die Entstehung der Cuticula und der
cuticularisirten Epiderinialschichten gedacht wurde : SO tritt
hier durch die Wachsschicht, die die Verdunstiing der Flussigkeit hiudern muk, aus welcher sich an der inneren Seite
dieser Wachsschicht die jungste Cuticularschicht absetzen
soll, eine uniiberwindliche Schwierigkeit fur diese Erkl8rungsweise eutgegen, abgesehen davon, dafs sowohl die Entwicklungsgescbicbte der Cuticula, als auch die oben augefiihrte
Structur der Wachsschicht selbst , einer solchen Annahme
widerspricht.
W a r e das Wachs der Rfickstand der verdunstenden Nahrungsfliissigkeit , so miifsten die Epidermialzellen und noch
mebr die Zellen und Luftraume uiiter den Spaltijffnungeii
mit dem Wachse glnzlich angefullt seyn, deiin diese Spaltoffnungen sind die einzigen Orte wo, nach der ersten Bildung der wachsartigeii Cuticularschichten, eine Verdunstuug
1 ) Da die Waclisscliiclrt
sicli scliwierig sclineiden I&t, vielmehr gespalten
wird, so ist.es scliwierig, dieselbe aaf lingere Strecken mil der Epidermis
im Zusammenliange abzusclieiden; MI gebiirt aucli der gezeichnete Schniu
nicbt EU der nebcnliegenden Epidermis.
647
stattfindeii kann, j a inan diirfte vermuthen, dafs sich das
Secret besonders oberhalb der Spaltoffnungen anhfufe.
Diese Zellen des Spaltoffnuugsapparates enthalteu jedoch
kein Wnchs oder Harz, sie sind vbllig leeii.
Da€s sich auf den Blattnarben des Stamines kein Wachs
findet, kfinnte inan durch eine grofsere Ilnpermeabilitet des
hier entstandenen korkartigen Gewebes fur die. Nahrungstlussigkeit erkliiren.
So schwierig es auch zur Zeit ist vom chemischen Standpunkte aus, diese von mir vorgeftihrte Bildungsweise der
sauerstoffarmen Kohlenwasserstoffvefbindungeu aus der Cellulose und den verwandten Kohlenhydraten zu erkhren :
so lassen doch die dabei obwaltenden forinellen Verhfltnisse wohl keine andere Erklarungsweise zu, und es ist
freilich auch diese Schwierigkeit nicht grdfser als die Erkhrung der Cellulosebildung durch die Vereinigung von
unbeknnnten orgaiiischen Verbindungen lnit unorganischen
Stoffen, der Kohlensgure oder dem Sauerstoffe.
Die Beantwortung dieser Frage ist aber von der grofsten
Wichtigkeit fur die richtige Wiirdigung des Werthes dieser
Absonderungsstoffe in Bezug auf den Organismus. Diejenigen, die die Zellenhlute durch Apposition, durch Niederschlage auf dieselbe sich verdicken lassen, erklaren sich die
Entstehung der Harze etc. als Educte aus dein sich zerlegenden Pflanzensafte : sie verlegen, als Hunioralpbgsiologeii
die ganze Orgaiiisationstbatigkeit in die Safte des Organisinus. Richtiger uiid weniger einseitig beurtheilen wir die organisirendc Thatigkeit, lneiner schon in de cella vitali 1843 a
ausfuhrlicli eriirterten Meinung nach, wenn wir nebeii deli
iin Zellsafte (nicht in der nllgeineinen Nahrungsflussigkeit)
vor sich gehenden Neubildungen von Secretions- uud Vegetations -Zellen (init ihrein Iiihalte) auch der Zellenwaudung ihre schwer zu verkenuende Assiinilationsthatigkeit
lassen, d. h. ihre Fdiigkeit den durch Iinbibition aufgenoinmenen allgelneiiien Pflanzensaft zu zerlegen in einen zu ihrem
eigeiieii Wachsthuine zu verwendenden Antheil und eineu
zwciten init ihrem flussigen Inhalte sicli mengenden..
))
648
Die genaueste Kenntnifs der Forinveranderungeu dcr
Elementarorgane des Organismus inufs jedenfalls der Erklarung der cliemisclien Veranderungen derselben vorhergehcn.
X. Ueber ctns Verhalten der zerriebenen Stcirkek6rner gegm kaltes W a s s e r ;
Prof. D e l f f s in Heidelberg.
oon
(Mitgetheilt vom Hrn. Verf. )
___-.
Die scbon vor Jahren erarterte Streitfrage, o b eiu Theil
der Stzrke in kaltem Wasser laslich sey, ist vor Kunein
von J e s s e n ') wieder in Anregung gebracht worden. Derselbe bestltigt neuerdings 2 ) die von G u C r i n - V a r r y
und mir aufgestellte Behauptung, dafs zerriebene Starke a n
kaltes Wasser eineii Bestandtheil abtritt, welcher in der
Ltisuog, die unter dem Mikroskop keine mechanisch suspendirten Theile wahrnehmen liifst, diirch Zusatz von Jod
nachgewieseu werden kann. Es entsteht namlich durch
diesen Zusatz eine intensiv blaue Farbung, ohne dafs inan
auch hier (in der blaueii Losung) weder nninittelbar, noch
unter Zuziehung des Mikroskops, die geringste Spur eines
Niederschlags entdeckeii konnte. Ungeachtet mit der Feststcllung dieses Factuins die eiidgiiltige Entscheidung iiber
die im Eingaog erwahnte Streitfrage gegebeii zii seyn
scheint, indein es sich dabei durchaus nicht um das Mehr
oder Weniger des aufgelasten Stoffs bandeln kann: so ist
doch der in Rede stehende Versuch der Art, dafs cine
fehlerhafte Wiederholung desselben3) zu unrichtigen Schlufsfolgerungen fuhren, und dadurch aufs Neue Zweifel erre1 ) Pogg. Ann. Bd. CVI, S. 497.
2 ) E L e friihere Bestiitigung lindct sic11 aurh irn Jalirb. d.
Reihe, Bd. XXX, S. 65) von R e i n s c h .
3) Vergl. W i c k e , P o g g . Ann. Bd. CVIII, S. 359.
Pllarrn. (Erste
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