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Die Verzuckerung der Cellulose nach dem Scholler-Tornesch-Verfahren.

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510
Claassen-Schaal:
Die Verzuckerung d e r Cellulose nach d. Scholler-Tornesrh-Verfahren
Chemie
I45.Angewsndle
Jahrg. 1932. N r . 31
verduniiter Salzsaure begegnen. Auch bei dieser ,,Acetatniethode" ist es nicht empfehlenswert, die Verdiinnlung
zu grofi EU wahlen, d a sonst der Brsatz d e r komplex gebundenen Schwefelsaure durch Essigsaure unvollstandig
bleibt (Anal. Nr. 18 und 19). Ein Einengen der rednzierten Losung schadet dagegen nicht, wenn nur geniigend SalzfGure vorhanden ist, um Bariumacetat in
Losung zu halten (21 und 29).
T a b e l l e 3.
Zuni SohluB sei noch banierkt, da5 auf3er Alkohol
auch andere Mittel zur Reduktion des Chromntes versucht wurden, namlich Weiii&+are, Oxalsaure, Eisenchloriir, Zink, Perhydrol und alkalische FormalinlBsung.
Abgesehen von den beiden letztgenannten Reagenzien
ging
die Reduktion ziemlich sohnell vor sich, doch war
I
r
20,4 keinerlei Vorleil gegeniiber dem Alkoholverfahren be145 4
7 125 - 150 1 h 0,0147 +0,0025
15* 4
7 25 - 150 1 h o,0152 +0,0030( +24,5
m e r k b r , namentlich nicht im Hinblick aul die Sulfnt7,3 bestim8mung. Ferner wurde versucht, das Bariumsulfat
16 2,5
10 10 3 250 24 h 0,0262 +0,0018
8,6
17 2,5
10 10 6 250 24 h 0,0265 $0,0021
18* 1,25
3 500 24 h 0,0230-0,0014 - 5,9 erst ausnufallen, nachdem das Chram durch Animoniak10 10
3 500 24 h 0,0233 -0,0011 - 4,5 zugabe als Chmmhydroxyd entfernt worden war; es
19' 1,25 0,0244 10 10
3 600 24 h 10,0245
20* 1,25 0,0245 10 10
wupden aber bei weiteni zu niedrige Ergebnisse erhnlten,
3 175 24 h 0,0254 +0.0009
4,9 offensichtlioh weil dlas Chromhydroxyd Zuni Teil komplex
21* 1,25 0,0245 10 10
0.4
22* 1.25 0.0245 15 10 3 175 4 h 0,0246 +O,OOOl
3 250 6 h 0,0243 -0,0002 - 0,8 gebundene Sahwefelsaure enthalt.
10 10
23* 0,75
17,5 10 3 150 4 h 0,0240 -0.0005 - 2,O
24* 1,25
Als Zusamjmenfassung sei n u m a h r auf Grund vor1,25
251
10 10 I 3 300 2 h
liegenlder Untersuchung eine Vorschrift gegeben, nach
~ _ _ _
I) Bei den rnit
bezeichneten An.-Nrn. wurde der Niederschlag mil
der im Laboratorium des Edelmetallforschun~instituts
verdiinnfer Salzsiure, bei den iibrigen rnit destilliertem Wasser ausgewaschen
inzwischen eine grof3e Anzahl Sulfatbestimmungendurchgleiclit, aber in einem wesentlidien Punkt,e davon ab- gefiirhrt wurde, und bei 'deren EMolgung man stets zuweicht. Wahrend W e i n 1 a n'd ,bei der Schwefelsiiure- verlassige Ergebnisse erhalten wird:
be6timmung im C h r m a l a u n ausdriicklich vorschreibt,
Zu einer Analyse miDt man - am besten aus einer
daf3 man die ,,Maskierung" des C h r m s (d. h. also den Burette - 5 bis 10 om3 Chrombad genau a b und &zt
Ersatz des komplex gebundenen SO4 durch CH3COO) d e r Reihe nach au: 1. 10 cms konz. Salzsalure, 2. 5 G m ?
unter Zuhilfenahme von Eiseslsig und Natriumacetat vor- Alkohol, 3. 10 cm3 Eisessig, 4. 3 g sulfatfreies Natriurnnehmen solle, verzichten d i e amerikanisohen Autoren acetat. Dann erhitzt man das anlfangs zugedwkte, spiiter
aui letzteres uberhaupt. Bei dieser Versuchsanordnung offene Becherglas mindestens % h lang bis fast auf S i d e erhalt man nber, wie wir feststellen mufiten, meist zu temperatur. Hierauf wird mit destilliertem Wasser auf
hahe Werte; die Andysen Nr. 14 and 15 der Zahlen- ungefiihr 250 cm3 aufgefiillt, erneut erhitzt und unter
tafel 3 bringen augenfsllige Beispiele hierfiir. Die An- Umriihren mit einem Glasstab mit etwa 20 cm3 heifier,
wesenheit von Acetat in der auszufallenden Lbsung bringt ungefahr 5%iger Bariumchloridl&ung versetzt. Vor detn
es mit sich, dai3 das Bariumsulfat leicht Bariumacetiat Filtrieren lH5t man zwecknia5ig noch einige Zeit in der
mitreifit (16 und 17). Diesem Ubelstand lai3t sich durch Warme, mindestens aber nooh 2 h in der Kalte stehen.
kurzes Behandeln des abfiltrierten Niederschlages rnit Der abfiltrierte Niederschlag w i d in ublicher Weise getrocknet, gegliiht und gewogen.
[A. 22.1
z, Trans. Amer. Electrochem. SOC.56, 333.
W i l l a r d und S c h n e i d e w i n d z ) haben z u n
ersten Male ,darauf aufnierksam gemacht, daf3 diese
W e i n 1a n d schen Angaben uns instand setzen, Versuchsbedingungen liir eine quantitative Bestinitnung der
Schwefelsiiure im Chronibad festzulegen. Sie geben in
ihrer Abhndlung eine Vorschrift, die in einigen Punkten
der aus Nunseren Versuchsreihen hengeleiteten Vorschrift
i
+
+
+
+
+
~
Die Verzuckerung der Cellulose nach dem
Scholler-Tornesch-Verfahren.
Von Dr. H. C l a a s s e n .
In den1 Aufsatz auf Seite 369 dieser Zeitschrift hat
H. L u e r s seine friiheren Angaben uber das Verfahren
S c h o 1 1 e r - 1'0 r n e s c h e r g u t und erweitert. Auf den
theoretischen und technischen Teil dieses Aufsatzes will ich
nicht naher eingehen. Obwohl verschiedene Angaben, insbesondere iiber die Ausbeuten und Herstellungskosten, anfechtbar erscheinen, sol1 unterstellt werden, daB sie richtig sind.
Meine Bemerkungen beziehen sich n u r auf den
w i r t s c h a f t l i c h e n T e i l , der um so mehr einer Kritik
bedarf, als ein Vertreter des Scholler-Tornesch-Verfahrens
im Bezirksverein deutscher Chemiker Hamburg erkllrt
hatl), daB niit diesem Verfahren die Bahn fur eine groBe
nationale Industrie frei sei. Auf Grund solcher Behauptungen
ist d e r ausfuhrenden Firma von den1 Reichsrat fur zwei Jahre
die Ablieferung von j e 5000 hl Holzspiritus an die Reichsmonopolverwaltung genehmigt worden. Durch diese Genehrnigung wird der Firrna ein Spirituspreis zugebilligt, der ihr die
gleichen groflen Vorteile gewahrt, welche landwirtschaftliche
und geaerbliche Brennereien durch ihre Brennrechte erhalten.
Eine ,,nationale Industrie" unter 60lChen Urnstanden zu
schaffen, ist natiirlich eine Kleinigkeit. Eine wirklich natiorale
Industrie darf aber nicht die Schwierigkeiten, unter denen die
_-__
1) Vgl. diese Ztschr. 45, 288 [1932].
bestehenden, auch ,,nationalen" Brennereien zu leiden haben
(Obererzeugung und ungeheure Vorrate, die alle Spiritustanks
bis zum Oberlaufen fiillen), vergroflern, sondern muflte in der
Lage sein, ihr Erzeugnis auszufiihren. Zu diesem Zweck und
unter dieser Voraussetzung war der ausfuhrenden Firma auoh
vor mehreren Jahren ein Ausfuhrkontingent von 30000 hl zugebilligt worden. Davon hat sie aber keinen Gebrauch macheri
konnen und wird sie auch in absehbarer Zeit keinen Gebrauch
machen, weil der Spiritus von d e r Qualitat des Holzspiritus irn
Auslande jetzt nur mit 10 bis hochstens 12 RM. je Hektoliter
bezahlt wird, die Selbstkosten einschlieBlich aller Handlungsund Vertriebskosten aber rnindestens 20 RM. betragen. Nebenbei sei bemerkt, daf3 Industrien, wie die Hefeindustrie, die
Spiritus als Abfallerzeugnis gewinnen, bei richtiger Einriohtung
und sparsamem Betrieb in der Lage sind, Spiritus zu 12 bis
15 RIM. je Hektoliter auf den Markt zu bringen. Im Interesse
der Allgemeinheit liegt es nicht, die unhaltbaren Zustande,
unter denen die Bewirtschaffung des Branntweins seit Jahren
leidet, noch durch weitere Ausdehnung d e r Liebesgaben fur die
Hersteller zu vergroi3ern. I n der ganzen Welt werden ungeheure Oberschiisse an kohlehydrathaltigen Nahrungs- und
Futtermitteln erzeugt, so daB diese Uberschiisse als Diinger auf
die Felder gefahren werden m W n , um dort weniplens dadurch nutzlich zu wirken, daB sie deren Humusgehalt erhohen.
Selbstvensiandlich konnte man a m vielen dieser Stoffe (z. B. den
Melassen der Rubenzucker- und Rohrzuckerindustrie) Spiritus
billiger ale zu 20 RM. je Hektoliter herstellen, aber 88 fehlt
('laassen-Schaal
~"f~2~~$32$!1]
_ _ _ ~ -
: Die Verzuclierung der Cellulose nach d. Scholler-Tornesch-Vet,Pahreii
uberall an Ab'satz fur Spiritus, und d i e geplante ,,nationale
Industrie" wurde ohne d i e jetzt beanspruchten staatlichen
L i e b e s y b w sofort zusaniiiienbrechen.
Vollig ausge'schlossen ist eine wirtschaftliche Verwertung
der Holzzuclierlosungen zur Herstellung von FuttereiweiB.
h r c h eine grSl3ere Z a h l von Veriiffentlichungen, die wiihrend
des Krieges und nachher erschienen eind, ist bilsher unbestritten
oder nicht widerlegt nachgewiesen, 'da13, selbst wenn der Zucker
uinsorist zur Verfugung gestellt wird, das HefeeiweiD zwei- bis
dre,imal so teuer zu stehen komnit wie 'das EiweiD in den 81liuclienruclrstanden.
Es bleibt also fur d en Absatz die chemische In,dustrie ubrig.
Deren Hedarf kann auch, wenn e r bei Preisen von 20 RM. je
Hektoliter slark steigen sollte, .durch Verarbeitung anderer
kohl~eliydrathaltiger Stoffe ebmeneo leicht und billig ge'deckt
werden. Die von den Vertretern ,des Scholler-Tornesch-Verfahrens verbreilete Ansicht, daB 'durch ihr Verfahren wirtschaftlich ein unerwarlet grofier Fortschritt herbeigefuhrt werde,
ersclieinl (laher wenig berechtigt. Man sollte meinen, daB die
clieniischc Induslrie Mittel und Wege suchen sollte, die Cellulose als solche in nutzbare Stoffe umzuwandeln, statt das, was
tlie Pllauzen 1niihs:im aufgebaut haben, bis zum Alkohol abzubauen, cler aus reichlich zur Verfugung stehenden zuckerhaltigen
Abfallpro,dukten ohne eine koetspielige Apparatnr uad chemische
Prozesse einfacher pnd ebenso billig gewonnen werden kann,
v r n n liein Monopol oder Zoll ihn verteuert.
Erwiderung.
Voii Dr. 0. S c h a a 1, Tornesch.
Herr Dr. C1 a a s s e n ubersieht, da8 der Gedanke des
Aulbaus einer groBen ,,nationalen" Industrie in deiii Zusntnirienharq ausgesprochen wurde, da13 durch dieses neue
Vt'rfahreu jetzl in Ikutschland die Moglichkeit gegeben sei,
; i u f brei tesler inliiudischer Rohstoftbasis Produkte herzustellen,
clic an die Stelle solchcr Produkte treten sollen, bezugiich
tlerer TYir hrute voni Auslande abhangig Bind.
l)nli es sicli, soweil Treibsloff in Frage komnit, hier u n i
Sprilniengeii haridell, die \veder bei der Lufthefeherstellung,
riocli bei der Vergarung von inlaindischer Melasse, noch im
IMnneri unserer Kartoffelwirtschaft und der daniit zusaninienliiingenden Viehwirlscbift so ohne ueiteres gewonnen werden
Itiinnen, ist allen Kennern der Verhaltnisse gelaufig. Ems ist
nnnioglich, diesen Spiritusbedarf f u r Treibstoffzwecke stark
ZII erhBhen, wenn ein groller Teil dieses Sprit's nicht dauernd
in geniigender Menge und zu einem Preise zur Verfiigung
gestellt werticn ltann, der keine Sonderbelastung fiir den
Kraftfahrer bedculet. Die Not wird Deutschland auf lange
Zeit hinaus zwingeu, i i i verstlrkteni MaDstabe seine Bedarfebefricdigung auf solchen Ilohstoffen aufzubauen, die innerIialb d e r Reichsgrenzen zur Verliigung stehen, und fur die
iufolgedcssen keine Devisen aulzubringen 'sind. Das haben
tnal3~cbmitie Stellen ini Reich und i n den Landern erkannt
u i i t l aiis dieser Erkenntnis die entspreehenden Konsequenzen
g~zogeii. Das ist die Erkliirung fiir die verschiedenen Reidisratsbeschliise in der Holzzuckeran~elegenheit. In derselben
Linie liegt auch eiri Wort, das kiirzlich det Reichsernahrungsriiinister, i+ciherr v o II 13 r a u 11 , in d e r 62. Sitzung ties
deutschen I,and\\-irtschaftsrats geprlgt hat, in'dem .er sagte:
,,Autarkic ist kein Ziel. sondern Schicksal". Das SchollerTorriesch-Verfalireii kotnnil riach jahrelamger sorgfaltigster
Vorbcreituiig dieser Entwiclilung heute entgegen und kann bei
richtiger Eingliederung in die deutsche Wirtschaft ein wertvoller Raustein beim Wiederaufbau werden. Ein Drittel des
tleutschen B'odens is1 bewaldet. Es ist von nicht zu unterfichitzentier Bedeutung, wenn unserer Forstwirtschaft durch
dieses neue Vcrfahren neue Absatzgebiete eroffnet werden, zunial lveile Kreise des Waldbesitzes uud die davon abliangigen
lJeviil1~ eruri~ s~r u~)sich
pe r i in groBer Not befinden. Ich habe
sc:liori i r i ineineni Haniburger Vortrag darauf hingewiesen, da13
die wirtscliailliche Auswertung des Scholler-Tornesch-Verlahreris ini engsteu Eiiivernehmeri niit allen i n Frage konimenden Stclleii durchgefuhrt werden soll, ohne daB die fur die
Milchviehhaltung und fiir die Bewirtschaftung de r inageren
lXiden so wicWige landwirtschaftliche Kartoffelbrennerei gesrhiidigt wird.
LVas die Qualiliit des Holzspiritus betrifft, so ist es selbstverstiitidlic,h nioglich, jede Handelsware herzustellen, beson,aers
511
\Venn, wie in Deulschland, nur an tcehnische Verwendungszweclie gedacht wird.
Die liohlehydratiiber~~rodulitioiiin iiberseeischen Staaten
ist nicht zn bestreiten. Das Ungliick ist aber, da8 von der
Uberproduktion in deni einen Lande die tlarbende Bevolkerung
des andern Landes lreirien Nutzeu bat.
Die Moglichlieit der wirtschaftlichen Losung der Futterhefefrage wird van ernsthaften Fachleuten bejahtl).
In der schmalen und starlien Preisschwankungen unterworfeiien bisherigen Kohlehydratbasis war jedoch die Voraussetzung zu der Losung dieser Frage nicht gegeben. Durch
den sehr billigen Holzzucker, der jetzt auf breitester Rohstoffbasis, unabhangig von W h d und Wetter urid in nahezu nnbegrenzter Menge geu onneii u ertlen kann, ist eine vollstandig
neue Lage geschaffen. Iiifolge unserer starlien EiweiBunterbilanz hat deshalb heute das Problem ties biologischen Eiweif3.
aufbaus besondere 13edeutung.
Es ist riichts dagegen einzun enden, M enn die Industrie
angesporrit 11 ird, Cellulose als solche in nutzbare Stoffe zii
verwandeln. Das Scholler-Tornesch-Verfahren begniigt cich
aber mit Abfallen und geringen Holzsortimcnten, die heute so
g u t wie uriverwerthar sind, und die in ungeheuren Mengen zur
Verfugung stehen.
Entgegnu ng.
Herr Dr. S c h a a 1 bestreitet nicht den Kernpunkt meiner
Ausf iihrungen, daB niinilich das Verfahren zur Gewinnung vori
Spiritus aus Holz nur dann lebensfahig ist, wenn die Hersteller
iihnliche Vergiinsligungen erhalten, 1% ie die bestehenden gewerblichen Brennereien, die bei einer Erzeuguug von etwa
600000 hl 10-12 Millionen RM. jahrlich betragen. Man kann
so ausrechnen, mas es dem Staat und der Allgemeinheit kosten
\\ urde, wenn die pharitasievollen Zuliunftspliine zur Herstellung
von niehreren Millionen hl Spiritus aus Holz verwirklicht
werden sollen. Ohne diese staatliche Unterstiitzung bririgt die
rieue Spiritusfrtbrii~atioiiaber groBe Verluste, da die Treibstoffverbraucher oline staatliclien Zwang riur dann Spiritus in Form
von absoluteni Alkohol verwenderi werden, wenn ihr .Betrieb
nicht verteuert wird, wenn also bei dem hrutiqen Inlandsbenzinpreis, der bereits durcli einen ungewiihnlich hohen Zoll
erhiiht ist, der absolute Alkohol zu 20-25 RM. je hl gelieferl
werden kann, welclier Preis etwa 15-20 RM. fiir den gewohnlichen Spiritus entspricht. Ein Verfahren, das solchen Erfolg
fertigbringen konnte, wiirde keiner abfiilligen Kritik becjegncri.
Was die Herstelluug von Futterhefe anbctrifft, so hat
Dr. S c h a a 1 keinen auderen Helfer als S t i c h gefunden, der
keiri Hefefachiiiann ist, sondern d e r Erfinder einer Beliiftungseinrichtung fur die Luithef'eherstellung. Wirliliche Fachleutr
auf dieseni Gebiete haben bisher nieinen ausfiihrlicli begriindeten Nachweis, dafi das EiweiB in der Futterhefe mindesteris
znei- bis dreinial P O teuer ist als in den iillruchenruclistaride~~~
nicht widerlegt oder bestritten. Wenn D r . S c h a a 1 auch hier
autarkkche Plane hat, so kann man ihni nur rrwiderti, dall,
Autarlrie, die fur die Landwirtschaft noch einen gewissen Sinn
und Zweck haben kann, zuin Unsinii mird, weiin nian sie auT
eiue erst lieu zu diaifetitle CiroBindustric anwenden will, die
Iieine l,ebeiisnoi\~~ndigkeit
f u r das deutsche Volk bildet.
Dr. H . Glaapen.
SehluRwurt.
Dr. C 1 a a s s e n sagt: ,,Ein Verfahren, das solchen Erfolq
fertigbriugen konnte (nainlich den absoluten Allrohol zu 20 bis
25 RM. je Hektoliler zu liefern), wiirde keiner abfalligen Kritik
begegneii."
Prof. I( a s s o w 2) schreibt: ,,Die Wirtscliaftlichkeit des Verfahrens habe ich nachgepruft unti bin zu den1 Ergebriis gekonitiien, dill3 tatsachlich unter deutschen Verhiiltnissen die
Gestehungslrosten eines Liters Sprit unter 20 P f . liegen. Dies?
Herechriurigen beziehen sich auf Bau und Betrieb einer Fabrik,
tlie fiiglich GO t Holztrocl~ensubstanzverarbeitet u r i d bei einer Ausbeule von 240 1 Spril je Tonne jshrlirh 4 300 000 1 Sprit herstellt."
Ich freue niich ini Interesse der Sache, eine so weitgehende
Ubereinstinimung feststelleri zu konnen.
Was die FutterheEefrage betrifft, so nioclite ich beirlerlten,
dafi ich vor den ,,wirklichen Fachleuten" eine hohe Achtunq
habe, zunial ich srlbst de r Hefeindustrir seit nirhrer'en JabrI)
S t i c h , Cbern.-Ztg. 52, 170 [1928].
2)
R a s A o \v
, ('hent.-%tg. 56,
:329 [1932].
512
.
~
Jahrg.
1Angewandte
Versammlungsberichte
45.
Cheanld
1932. Nr. 31
zehnten nahestehe. Es ist aber bekannt, dai3 befruchtende Gedanken haufig von Auhnseitern kommen.
Dr. C 1a a s s e n bestreitet nicht, daB durch den neuen
Rohstoff ,,billiger Holzzucker" eine neue Lage geschaffen ist.
Die letzten Entscheidungen iiber die sich daraus ergebenden
Auswirkungen liegen nicht in d e r Polemik, sondern in der
Konkurrenz- und Marktfaigkeit d e r neuen Produkte. Der
darauf hinzielenden Entwicklung sehe ich niit Ruhe entgegen,
zunial maijgebende Fachleute der Futter- und Ernahrungswirtschaft im Gegensalz zu Dr. C 1a a s s e n der Meinung sind, dafi
die Verbesserung unserer deutschen Eiweii3bilanz von grol3er
Wichtigkeit ist.
Dr. Schaal.
VLRSAMMLUNGSBERICHTE
Am 2. Juni 1931 wurde in London die Internationale Vereinigung der Gasindustrie gegriindet, in der dem deutschen
Gasfach alsbald ein Ehrenplatz und die wichtige Aufgabe der
Festlegung der Untersuchungsmethoden und der Garantiebedingungen von Gasproduktionsapparaten zugewiesen wurde.
Starke Fortschritte machten d i e vom Verein geleisteten Norniungsarbeiten sowie die Arbeiten an den Vorschriften fur die
Niederdruck- und Hochdruckgasleitungen und Installationen,
desgleichen die Richtlinien iiber die Einordnung und Behandlung der Gas-, Wasser-, Kabel- und sonstigen Leitungen und
Einbauten bei der Planung offentlicher StraBen. Es scheint,
da5 das Gasfach auch in der derzeitigen Verscharfung der
Krise sich als relativ sehr widerstandsfahig erweist.
Der Vorsitzende vollzog dann d i e Verleihung der hochsten
Auszeichnung des deulschen Gasfaches, der Bunsen-PettenkoferEhrentafel, an Generaldirektor Dr.-Ing. e. h. L e n z e yon den
Thyssenschen Gas- und Wasserwerken in Hamborn. Dr. R e t t e n m a i e r , Hamborn (Rh.): ,,Neues aus der
Gasaufbereilung mil Tiefkiihlung, Turmreinigung und Schwefeleilraklion."
Die bisherigen Methoden zur Kuhlung, Waschung, Entschwefelung usw. des Gases hatten bei einer schernatischen
Ubertragung auf beliebig gro5e Gasmengen hinsichtlich der
Apparatur zu komplizierten, unhandlichen Anlagen gefiihrt.
Die Naphthalinbeseitigung aua dem fernzuleitenden Gas, die
Feinreinigung des Gases von Teer und Schmutz und die Erkenntnisse uber die Voniige des getrockneten Gases spielten
aul3erdem bei der Durchbildung entsprechender Aufbereitungssnlagen eine entscheidende Rolle. SchlieBlich drangte die angespannte wirtschaftliche Lage und d e r gesteigerte Interessenkampf der Gasindustrie selbst zu scharfster Erfassung und
weitest gehender wirtschaftlicher Auswertung der anfallenden
Nebenprodukte jeglicher Art, auch d e s Schwefels und Cyans.
Aus diesen Gesichtspunkten sind auf d e n Thyssenschen Ferngaswerken in Hamborn und Alsdorf besondere Anlagen zur
Gastiefkuhlung (Patent Dr. L e n z e), d i e Turmreinigeranlagen
zur Gasentschwefelung (Patent L e n z e - B o r c h a r d t) und
die Extraktionseinrichtung zur Entschwefelung d e r ausgebrauchten Gasreinigungsmassen entstanden. Ein Vorzug der
Tiefkiihlung ist die Teer- und Schmutzfreiheit dea tiefgekiihlten
Gases. Schwefel, aus gewohnlicher Gasreinigungsmasse gewonnen, ist schwarz infolge seines rund 3% betragenden Gehaltes an Teer. Bei vorgeschalteter Tiefkiihlung zeigt der dann
gewonnene Schwefel einen Reinheitsgrad von 99,8%. Ein besonderer Vorzug des feingereinigten G'ases, der auch in Deutschland bereits praktische Bedeutung gewinnt, ist die Verwendung von Mineralolen zur Benzolwkche a n Stelle von Steinkohlenteerolen. In Amerika wird fur die Benzolwasche schon
langer ein Petroleumdestillat rnit den Siedegrenzen von etwa
250 bis 350° verwendet, das sogen. ,,Strawoil". Dieses Mineralol hat dem Teerol gegeniiber den Vorzug, daB man das angereicherte 61 scharfer abtreiben kann, also eine bessere Trennung von Benzol und Naphthalin einerseits und Waschol
anderemeits erreicht. Das bedeutet hbheres Benzolausbringen.
Vortr. bespricht d a m die Turmreinigung, eine Neukonstruktion der Thyssenschen Gas- und Wasserwerke zur Entschwefelung des Gases an Stelle der bisherigen Kastenreiniger.
Der Vorgang ist summarisch 2H2S O2+ 2s 2H,O 106 kcal.
Bei der Bestinimung d e r hier in Frage konimenden Schwefelwasserstoff- und Sauerstoffgehalte, die jeweils unter 1 Val.-%
liegen, ist die angewandte Analysenmethode von entscheidender
Wichtigkeit. Volumetrische Methoden versagen hier vollkommen. Zuverlassige Werte liefern d i e Sauerstoffbestinimungsmethode nach L u b b e r g e r - W u n s c h mittels Manganchloriir und Jodkalium, und die Schwefelwasserstoffbestimmung
mittels Cadmiuniacetat. Die durchgefuhrten Vergleichsuntersuchungen zeigten; dai3 die Turmreinigerkonstruktion, abgesehen von den bekannten Vorteilen beim Bau und Betrieb d e r
Anlage, auch hinsichtlich der Entschwefelungsleistung sich in
73. Jahresversammlung des Deutschen Vereins
von Gas- und Wasserfachrn&mern.
Essen, 29. bis 31. Mai 1932.
Vorsitzender: Direktor M ii 11 e r , Hamburg.
G e s c h a f t s b e r i c h t.
I n diesen triiben Zeiten allgemein fehlenden Absatzes in
allen Warengattungen bildet der Gaskoks wohl die e i d g e nicht
von solchem Absatmangel betroffene Warenart.
Xhnlich
gunstig liegen die Verhdtnisse auf dem Gebiet dea Gasabsatzea.
Die fundamentale Bedeutung des Gases innerhalb des derzeitigen Kulturstandes ist im jetzigen Tiefstand der gesamten
Wirtschaf tslage eher noch klarer hervorgetreten als vorher.
Wahrend der Absatz des festen Brennstoffs einen Ruckgang
im Jahre 1931 gegeniiber dem Vorjahre verzeichnete von
10,2%, der Absatz des elektrischen Stromes von 12%. stellte
sich der Ruckgang des Gasabaatzes nur auf 3,36%. Dabei ist
zu berilcksichtigen, dai3 dieser Ruckgang zum ansehnlichen
Teil auf Einschrankungen der offentlichen Beleuchtung entfallt,
die ja auch heute noch mit rund 81% der beleuchteten StraBenlange eine absolute Domane des Gases ist. Das Gas 1st der
am engsten mit dem Leben und der Wirtschaft verwachsene, unentbehrlichste Energietrager. - Die Wahl der Stadt Essen a19
Tagungsort des Vereins ist ein aui3eres Zeichen fur die friedliche Klarung groBer gaswirtschaftlicher Fragen: die Kokereigaslieferer und die Eigengas erzeugenden Werke arbeiten
heute planmal3ig gemeinsam fiir d i e weitere Verbreitung des
Gases. Im Rahmen der Preisabbauaktion arbeitete der Verein
durch Beratung und Unterstiitzung des Reichskommissara bei
seinen auf den Gaspreisabbau hinzielenden Bemuhungen; der
Kommissar hat anerkannt, da5 die Gaswerke im Rahmen d e r
Preisabbauaktion in besonderem Ma& den wirtschaftlicheri
Bediirfnissen entsprochen haben. - Zwischen dem Deutschen
Verein von Gas- und Wasserfachmannern und der Vereinigung
der Elektrizitakwerke wurde fiir die Arbeit in der Offentlichkeit der e o g e n a ~ t eFriede von Halle abgeschlossen, der bezweckt, unnbtige Scharfen im Wettbewerbakampf zu vermeiden.
Uber die Lehrtiitigkeit in den Vereinsfachern an Technischen Hochschulen liegen Einzelberichte vor. An d e r Technischen Hochschule Karlsruhe kann die Lehr- und Versuchsgasanstalt, das heutige Gasinstitut, auf 25 Jahre erfolgreichen
Wirkens zuriickblicken. Die unmittelbare Zusammenarbeit mit
der Technik durch die technixhen Abteilungen des Gasinstituts und die Mitarbeit in den technischen Ausschussen der
Gasindustrie und der Bremtofftechnik gibt die Gewahr filr
die gegenseitige Befruchtung von Lehre und Forschung mit
den Erkenntnissen und Bedilrfnissen der Praxis. Bei der
Neuordnung des Vertragsverhiiltnisses mit dem Badischen
Ministerium fur Kultur und Unterricht wurde daher auf die
Aufrechterhaltung dieser Verbindung als Besonderheit der
Tradition des Karlsruher Lehrstuhls gro5er Wert gelegt. Das
Chemieingenieurstudium, daa in Karlsruhe auf der Grundlage
maschinentechnischer Ausbildung eine Spezialisierung in den
letzten Semestern nach d e r chemisch-technischen Richtung vorsieht, erfreute sich hinsichtlich der Fachrichtung Gas- und
Brennstoffingenieure weiteren wachsenden Zuganga nicht nur
von anderen Hochschulen des Inlandes, sondern auch des
Auslandes. Der Inhaber des Lehrstuhh fur technische Chemie
und Chemie des Bergbaue an der Technischen Hochschule
Berlin, Prof. Dr.-Ing. T e r r e 8 , hiilt im Wintersemester Vorlesungen uber Brennstoffe und Feuerungskunde und uber
Gasindustrie, Kokerei und Nebenproduktengewinnung, in der
die gesamten Brennstoffveredlungsindustrien einschliei3lich
Erdol behandelt werden. Zur UnterstUtzung der Vorlesung ist
ein brennstoffchemisches und feuerungstechnisches Seminar
eingerichtet. Weitere Berichte liegen vor uber Braunschweig,
Breslau, Darmstadt, Miinchen, Stuttgart, Koln.
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