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Die Volumen- und Dichtigkeitsvernderungen der Flssigkeiten durch Absorption von Gasen.

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Dichtigkeitsaiadei~~n~en
bei Gasabsorptioti.
223
XVII. Die Yolu~iren- umd Dichtiyk'eits~ie,~ii7,aderungen der FZussigkeiterb durdr Absoiptiolt PON
Gnsen; von E n u t A n g s t r o m .
(Hierzu Tap. I 1 Fig. 17.)
1. Schon vor einigen Jahren habe ich die Resultate
einer Untersuchung uber die Ausdehnung des Wassers durch
Absorption von Gasen veroffentlicht. l) D a diese Untersuchungen nicht ohne Bedeutung fur die Molecularphysik
sind und ohne Zweifel zur Aufklarung der inneren Natur
der Absorption dienen konnen, so habe ich nunmehr dieselben auch auf andere Flussigkeiten a19 Wasser ausgedehnt
und theile die bisher gewonnenen Resultate mit, wenn die
Arbeit auch noch nicht abgeschlossen ist.
NachVerijffentlichung meiner ersten Abhandlung sind zwei
neue Arbeiten von Hrn. Bliimckea) auf demselben Gebiete erschienen, in welchen er die Volumen- und Dichtigkeitsveranderuhgen des Wassers und des Aethylalkohols durch
Absorption von Eohlensaure behandelt. Die Methode desselben bietet den grossen Vortheil, ohne Schwierigkeit bei
sehr hohem Druck beobachten zu konnen. Mehrere Correctionen, wie z. B. fur die Zusammendruckung des Araometers, fur die Brechung des Lichtes beim Austritt aus
dem Absorptionsgefasse u. 8. w., konnen aber dabei nicht mit
hinreichender Genauigkeit gemacht werden. Die Abweichungen zwischen den Bestimmungen des Hrn. B l u m c k e
einerseits und den der Herren M a c k e n z i e , N i c h o l s und
W h e e l e r 3, und den meinigen andererseits durften hierdurch
erklart werden. F u r Bestimmungen der Ausdehnung von
Fliissigkeiten mit kleinem Absorptionsvermogen durfte diese
Methode auch zu unemphdlich sein.
2. Die in meiner ersten Abhandlung angegebene Methode
gestattet, die Volumina des Gases und der Fliissigkeit genau zu bestimmen, ohne dabei die Flussigkeit der Ver-
1) Angstrom, Gfversigt af k. Vet. Akad. Forh. Nr. 6. p. 37. 1881
u. Wied. Ann. 15. p. 297. 1882.
2) Bliimcke, Wied. Ann. 2%.p. 404. 1884 u. 30. p. 243. 188i.
3) Mackenzie u. N i c h o l s , Wied. Ann. 3. p. 134. 1 9 7 ~ :N i c h o l s
u. W h e e l e r , Phil. Mag. (5) 11. p. 113. 1881.
224
K. Anystrb'm.
dampfung auszusetzen. Sie ist aber sehr miihsam, und da
man nur sehr kleine Gasquantitaten nacheinander einfiihren
kann, wird auch die game in die Fliissigkeit eingefuhrte
Gasquantitat sehr klein , wenn die Untersuchung nicht
allzu lange Zeit in Anspruch nehmen 9011, wodurch besonders fiir Plussigkeiten mit grossem Absorptionscoefficienten
die Genauigkeit der Bestimmung beeintrachtigt wird. Darum habe ich auch jetzt die folgende ebenso genaue und
hequemere Methode angewendet. Das eigentliche Dilatometer
A (Fig. 17) besteht aus einem U-formigen mit zwei Dilatometerrohren S und J vereehenem Behalter, dessen Biegung nach
oben gerichtet ist. Die beiden Dilatometerrohren sind in
Millimeter getheilt und haben an den oberen Enden je ein
kleines Reservoir. Das Reservoir der Rohre J hat eine
kleine Einschniirung, bis zu welcher man einen etwas conischen, doppelt durchbohrten Korkpfropfen einschieben kann,
in den die Capillarrohre P und die Rohre H eingeseizt sind.
Mit letzterer ist die in Millimeter getheilte Rohre GG verbunden, welche als Gasbehalter dient und rnittelst eines
Kautschukschlauches mit dem Quecksilberbehalter M in Verbindung steht. Um rnit Genauigkeit das in der Rohre G
eingeschlossene Gas unter den Drnck der Atmosphare zu
bringen, ist die RShre rnit einem Manometer versehen, bestehend aus einem nach unten gebogenen Capillarrohr K,
welches in ein kleines mit concentrirter Schwefelsaure gefulltes Glas L eintaucht. Nachdem man vorher die Correction
der Capillaritat bestimmt hat, kann man durch zweckmassige
Einstellung des Behalters M das in der Rohre G eingeschlossene Gas unter den Druck der Atmosphare bringen.
Dnrch Kochen unter der Luftpumpe wird das Dilatometer rnit der zu untersuchenden Fliissigkeit gefullt, wobei
die nach unten gerichteten Enden von A sammt den Capillarrohren S und J rnit Quecksilber abgesperrt werden. Mit
besonderer Sorgfdt muss man danach die Rohren S und J
von der nach der Fullung zuruckgebliebeneq Flussigkeit
befreien. Entfernt man bei Zimmertemperatur alles uberschiissige Quecksilber RUS B und D und kiihlt nachher A
ein wenig ab, so zieht sich das Quecksilber in den Capillar-
Dichligkeitsan~~rzingen
bei Gasabsorption.
225
rohren zur unteren Biegung der Rohren zuruck. Fuhrt
man in die Riihren ein sehr feines Capillarrohr ein, das in
Verbindung mit einer Saugpumpe steht, so kann man sie in
wenigen Augenblicken durch einen Luftstrom trocknen.
Das gefullte Dilatometer wird auf ein kleines Stativ in
einem grbsseren Behalter gestellt, der von einem noch grosseren holzernen Behalter umschlossen ist. Der Zwischenraum ist mit Sggespahnen gefiillt. Der Pfropf I; mit dem
darin befindlichen Ende der H-Rohre wird in U eingesetzt
und zur vollkommenen Dichtung Queckeilber hineingegossen.
LTm das Gas in die G-R6hre einzufuhren, hebt man den Behhlter, bis das Quecksilber bis zum Zweigrohre K steigt.
L wird gesenkt, damit die Schwefelsgure in die Rohre K
ausfliesst und die Rohre P mit dem Gasentwickelungsapparate verbindet. Dils reine und wohl getrocknete Gas striimt
nun durch die Rijhre P,den Behalter D, die Rohre H und
weiter durch das Manometerrohr K hinaus. Nachdem alle
Luft hinausgetrieben ist, wird das Glas L gehoben, M wird
langsam gesenkt und G allmiihlich rnit Gas gefullt. Danach wird das Capillarrohr P zugeschmolzen , wo dann
das eingefuhrte Gas luftdicht abgesperrt ist. Die G-R6hre
ist in Decimeter getheilt, und lings derselben verschiebt
sich eine 100 mm lange, in Millimeter getheilte Scala. deren.
Theilung abwarts lauft, und die bei dem Nullpunkte eine einfache Visirvorrichtung triigt, welche eine genaue Einstellung
desselben auf den Stand des Quecksilbers erlaubte. Man
kann nun direct auf der Scala den Abstand zuul niichsten
unteren Decimeterscalentheil ablesen und dadurch den Stand
des Quecksilbers in der G-RGhre bestimmen.
Der Behalter wird mit zerstossenem Eise gefullt und
rnit einem Deckel bedeckt. Nachdem das Dilatometer constante. Temperatur erreicht hat, entfernt man das iiberfliissige Quecksilber, sodass es nur ein wenig uber den Deckel
des Behalters reicht. Mittelst eines Fernrohres wird die
Stellung des Quedrsilbers in den graduirten Riihren wiederholt genau abgelesen, bis man sich uberzeugt hat, dass
die Temperatur der Fliissigkeit des Dilatometers constant ist.
Wenn man Gas in daa Dilatometer einfuhren will, wird
Ann. d. Phys.
u. Chem. N. F. XXXIII.
15
226
K. Angstrom.
der Behalter B mittelst des Schlauches Y mit einer Saugpumpe in Verbindung gesetzt. I n das Verbindungsrohr ist
ein T-Rohr R eingesetzt. Durch passende Einstellung des
Behalters M wird das Gas in G unter den Druck der Atmosphiire gebracht. Der Stand des Quecksilbers in G, die
Temperatur des Gases und die Barometerhohe werden bestimmt. Danach wird das T-Rohr mit einem Finger zngeschlossen. Das Quecksilber wird in die Rohre S aufgezogen,
sinkt dabei in der Rohre J , und bald stromt das Gas in das
Dilatometer hinein. Dabei muss man sorgfiiltig den Behalter
M gleichzeitig heben, sonst wird die Schwefelsaure bei dem
verminderten Drucke in die Rohre G eingesogen. Nachdem man die gewilnschte Qasquantitat eingefiihrt hat, o h e t
man wieder das Rohr R, sodass das Quecksilber in der Rohre
J seine vorige Stellung einnimmt, stellt M, wie vorher beschrieben ist, wieder ein und liest den Stand des Quecksilbers in der Riihre G ab, woduroh man das Volumen des
eingefiihrten Gases erhalt. Nach der Absorption desselben
erhiilt man die dadurch verursachte Volumenvermehrung,
wenn man den Stand des Quecksilbers in den J- und S-Rohren abliest.
3. In der vorliegenden Untersuchung habe ich mit zwei
Dilatometern von ungefahr 60 ccm Inhalt gearbeitet. Die
Rohren sind in Millimeter getheilt und das Volumen jedes
Scalentheiles genau bestimmt. Fur die Rohre J des einen
Apparates ist dieses Volumen 0,492,fiir die R6hre X 0,481
und fur das Rohr J des anderen Apparates 0,494, fiir das
Rohr S 0,500 cmm. Das Volumen jedes Millimeters des
Rohres G ist 17,68 cmm.
Bisher habe ich die Absorption von Kohlensiiure, Wasserstoff und Luft durch Chloroform, Nitrobenzol, Benzol,
Methylalkohol , Aethylalkohol und Aether untersucht.. Die
Fliissigkeiten sind fur diesen Zweck von Dr. C. K a h l b a u m
in Berlin a19 chemisch rein bezogen.
I n den folgenden Tabellen bezeichnet G das in die Eliissigkeit eingefiihrte, auf 0 O und 760 mm Quecksilber reducirte
Gasvolumen , dv die ganze dadurch verursachte Volumenzunahme in cmm. Das Verhaltniss dv/G zwischen der von
Dichtiykeitsanderzinyen bei Gasabsorptioia.
227
einer gewissen Gasquantitat verursachten Volumenzun.L' 1line
da zu dem Volumen G dieser Gasquantitiit bei O o und 760 mm,
der ,,Absorptionsdilatbtionscogfficient ", ist in den Tabellen
unter 6 aufgefiihrt. Die Genauigkeit der einzelnen Bestimmungen von 6 ist von der Grosse des eingefahrten Gasvolumens abhangig. Der grSsste Fehler bei der Bestimmung
des Absorptionsdilatationscoefficienten beruht auf einer mangelhaften Bestimmung der Volumenzunahme der Fliissigkeit.
I m ungiinstigsten Falle und unter der Annahme, dass man bei
der Ablesung der Dilatorneterrohre einen Fehler von 0,l mm
machen kann, wird der Fehlor in dem Resultat ungefahr
0,0001, In einigen Fallen weichen jedoch einzelne Bestimmungen mehr von dem Mittelwerth ab. Der Grund dazu
lie@ in der grossen Temperaturdilatation der Fllissigkeiten
und der Schwierigkeit, die Temperatur des Dilatometers
genau auf O o zu halten. Deshalb kann ich, wenn die Beobachtungsreihe nicht eine sehr lange ist, den angefiihrten
Werthen keine grossere Genauigkeit als auf 0,00004 zuschreiben. Das specifische Gewicht der Fliissigkeiten ist
mittelst des Pyknometers bestimmt. Alle Bestimmungen des
Absorptionsdilatationscoefficienten sind bei Oo gemacht. Der
Schmelzpunkt des Benzols und des Nitrobenzols liegt freilich
mehrere Grade hoher als O0, aber mit Voraicht ist es ohne
grosse Schwierigkeit gelungen , diese Flussigkeiten in unterkiihltem Zustande auf Oo zu halten.
T a b e l l e I.
C h l o r o f o r m . (Spec. Gewicht = 1,51706).
Lllft
Koblem&ure
4M4
4990
-
1-1
7,92
9,43
Mitt81
0,00187
0,00189
-
5:
0,00188
2423
2143
,
I
,
I
Mike1 = 0,00205
-
1-1
3,78
3,49
0,00156
0,00165
-
Mittel = 0,00180
15*
8 8
ii. diystriini.
T a b e l l e 11. N i t r o h e n z o l . (Spec. Gewicht
I
Ao
G
=
1,22283).
d 2,
G-=s
0,00184
0,00164
2,oo
0,00179
5,12
0,00171
0,00160
2,60
0,00170
Mittel = 0,00168
2503
2989
3380
3162
T a b e l l e 111. B e n z o l . (Spec. Gewicht = 0,90008).
Wasseretoff
I
7,30
5061 10,02
L3670
5238 10,65
0,00199
0,00198
1 0,00203
Mitw = 0,00200
T a b e l l e IV.
1
I I
4893 10,02
2183 4,6S
1972 4,52
Mittel =
T a b e l l e V.
2245
2199
2473
1006
3144
3499
2516
3362
3201
3534
Mittel = 0,08170.
M e t h y l a l k o h o l . (Spec. Gew. = 0,81002).
2439 490 0,00260 2419 3,67 ' 0,00152
6473 9,99 0,00183
6332 /11,63 0,00184
=.0,00184
wttd
0,00205
0,00214
0,00229
0,00216
2910
I
I
5:84
0,00201
Mittel = 0,00201
I
2510
I
I
4,03
0,00161
Mittel = 0,00167
A e t h y l a l k o h o l . (Spec. Gew. = 0,80715).
4,04 0,00180
3,94 0,00179
4,47 0,00181
1,95 0,00195
5,89 0,00187
6,57 0,00188
4,78 0,00190
6,28 0,00187
5,98 0,00186
0,QOlSO
6,37
Mittel = 0,00185
T a b e l l e VI.
36m 7956 I 0,00206.
4854 9.35 I 0,00193
1144 2;39 0,00209
7372 14,31 0,00194
2112 4,12 0,00195
- - I
Mittel = 0,00200
0,00191
0,00207
0,00211
-
-
-
I
Mittel = 0,00203
1419
2091
1799
1998
1875
2,19
3,36
2,67
?,95
2,82
-
-
-
0,00164
0,00161
0,00148
0,00148
0,00150
-
Mitts1 = 0,00152
A e t h e r . (Spec. Gew. = t+73631).
_
0,00249
0,00240
0,00288
0,00240
0,00237
8,57
7,36
7,05
6,14
3578
3166
2933
2588
1
-
2
-
Mittel = 0,00240
2790
2515
2923
2494
2310
0,00206
0,00186
4,18
0,00166
5 3 5 0,00190
4,26 0,00171
I 0,00184
4,24
0,00184
5,26
Dichtiykeitsiinderunyen bei Gasabsorption.
229
Die folgende Tabelle enthklt die Mittelwerthe der vor hergehenden nebst den entsprechende'n Werthen ftir das
W asser aus meiner vorigen Abhandlung.
-
T a b e l l e VII.
Chloroform , .
Nitrobensol.
Wagserl)
Bemol
Methyl&hh
Aethylalkohol
Aether .
. ..
. ..
lohleneibre
is,
~0,00188
0,00168
0,00130
0,00200
0,00104
0,00185
0,00200
6,
6,
0,00205
-
0,00160
-
l,l8
-
1,28
0,00143
0,00216
0,00201
0,00203
0,00240
0,00106
0,00170
0,00157
0,00152
0,00184
1,23
l,l8
1,17
1,22
(1,09)
1,35
1,27
-
1,28
1,34
1,30
1930
In der 5. und 6. Columne findet man unter SJS, und
S,/S3 das Verhtiltniss zwischen den Absorptionsdilatationscoefficienten der Kohlensaure und des Wasserstoffs und
zwischen denen der Luft und des Wasserstoffs fiir die verschiedenen Fliissigkeiten. Es ergibt sich daraus, dass die 6
in den verschiedenen Flussigkeiten dieselbe Reihenfolge einnehmen. In allen untersuchten E'liissigkeiten ist d, > 8, > CE.
In der That zeigt auch eine nahere Untersuchung der Zuverlassigkeit der Werthe SJS2 und S,/S3, dass diese Quantitaten innerhalb der Grenzen der Beobachtungsfehler constant
sind, 6JS, fur Aether ausgenommen.2) Diese letztere Abweichung widerspricht jedoch nicht der Auffassung, dass wir
hier ein Gesetz von allgemeiner Gultigkeit haben konnen,
denn sie kann sehr gut auf einer Bildung vonKohlenstlureather beruhen, sodass wir es also nicht mit einem reinen
Absorptionsphanomen zu thun haben.
Um zu erfahren, wie die Ausdehnung sich bei Basmischungen verhiilt, habe ich durch einige Versuche die
Ausdehnung der Fliissigkeit bei Absorption eines gewissen
Gases nach vorheriger Absorption eines anderen bestimm t.
Folgende Tabelle enthalt die dabei gefundenen Resultate.
1) Diese Werthe sind aus meiiier vorigen Abhandlung genommen.
2:) Die Abweichungen fur -Wasaer sind ein wenig grosser, hier aber
sind auch die Fehler in der Bestimmung von d grosser.
230
K. A.ystrb'in.
Der Alkohol hatte vor den Bestimmungen 3873 cmm Wasserstoff, der Aether 19134 cmm Kohlensaure absorbirt.
T a b e l l e VIII.
Alkohol-(Wasserst&'-)Kohlenshre
I
Aether-(Kohlens&we)Waaeerstoff
2 q - - $ q E : V 2260
Mittel = 0,00187
434
0,00192
Mittel = 0,00181
Hiernach ist der AbsorptionsdilatationscoEfficient derselbe, moge die Fliissigkeit vor dem Versuche gasfrei sein
oder nicht. Die von der Absorption zweier Gase herriihrende Volumenzunahme ist gleich der Summe der von jedem
einzelnen verursachten. Dies gilt auch ohne Zweifel fir eine
Gasmischung, sodass in diesem Falle die Ausdehnung der
Fliissigkeiten dieselbe wird, wie wenn sie jedes Gas der Gasmischung fur sich absorbiren sollte.
Aus obigen Resultaten wiirde hervorgehen, dass das angefiihrte Proportionalitatsgesetz bei den untersuchten Flussig
keiten nicht nur fur Luft, Wasserstoff und KohlensLure,
sondern auch fur die Bestandtheile der Luft, Sauerstoff und
Stickstoff gelten wiirde. Als eine allgemeine, wenigstens
approximative Regel gilt also folgende: Wenn Gase durch
Fliissigkeiten absorbirt werden, stehen die von gleichen Gasquantitaten verursachten Ausdehnungen der Fliissigkeit in
bestimmten Verhaltnissen zu einander.
Weitere Untersuchungen sind erforderlich, urn die Grenzen festzustellen, innerhalb deren dieses Gesetz giiltig ist.
4. Mit Hulft, der vorigen Bestimmungen ist es leicht,
die durch Qasabsorption verursachte Aenderung des specifischen Gewichts der Fliissigkeit zu berechnen. Da diese
Frage theile Gegenstand besonderer Untersuchungen mit
negativem Resultat gewesen ist , theils auch eine praktische
Bedeutung bei Bestimmungen des specifischen Gewichts verschiedener Korper hat, habe ich obenerwahnte Berechnung
in den vorliegenden Fallen ausgefiihrt.
Dichtigkeitshiiderzcllgen bei Gasubsorptioii.
231
Hr. A. S c h l e i e r m a c h e r hat durch Wagung mittelst des
Pyknometers den 'Einfluss der Absorption von Luft auf d m
specifische Gewicht des Wassers zu ermitteln gesucht.') Es
gelang ihm jedoch nicht, diesen Einfluss zu bestimmen;
auf Grund einer Discussion der Zuverlassigkeit der Untersuchung glaubt er aber schliessen zu konnen, dass die durch
Absorption von Luft verursachte Aenderung des specifischen
Gewichts des Wassers nicht f 0,00002 iibersteigen lionnte.
Ueber die Aenderung des specifischen Gewichts durch
Absorption von Kohlensiiure liegen infolge der bedeutenderen Absorption derselben positivere Resultate vor'. Nach
Hm. B l i i m c k e a ) iindert das Wasser von 2-45'' bei der
Absorption eines gleichen Volumens Kohlensaure von O o und
760 mm Druck sein specifisches Gewicht von 1,0000 zu 1,0004,
und unter denselben Urnstinden das des Alkohols von 0,8071
zu 0,8075. Diese Werthe durften jedoch ohne Zweifel ein
wenig zu klein sein.
Da ich den AbsorptionscoEfficienten fur alle von mir
untersuchten Flassigkeiten nicht anzugeben vermag, so habe
ich das. specifische Gewicht bei der Absorption eines dem
Volumen der Fliissigkeit gleichen Gasvolumens von Oo und
760 mm Quecksilberdruck berechnet. 1st das Gewicht der
Volumeneinheit der Flussigkeit = p , das Gewicht der Volurneneinheit des Gases von On und 760 mm =p,. und der
Absorptionsdilatationscoefficient = 6, so ist das specifische
Gewicht der Fliissigkeit nach der Absorption eines gleichen
Volumens Gas :
Die Aenderung des specifischen Gewichtes durch die
Gasabsorption hangt also von dem specifischen Gewichte der
Fliissigkeit, von ihrem Absorptionsdilatationsco5fficienten und
Ton dem specifischen Gewichte des Gases ab. Innerhalb der
Grenzen der Genauigkeit dieser Untersuchung kann man die
obige Formel auch in folgender Weise schreiben:
s=p+p1 -pa.
l j A. Schleiermacher, Wied. Aim. 8. p. 53. 1979.
2) 1. c.
K. h g s t r i i m .
2 32
Nach dieser Formel und mit Hulfe der yorigen Bestimmungen von 6 ist die folgende Tabelle ber'cchnet. Sie enthllt
in der zweiten Columne das specifische Gewicht der Fliissigkeit bei Oo, in der dritten, fiinften und siebenten ihr specifisches Gewicht nach der Absorption von Kohlensaure, Luft
und Wasserstoff, in der vierten, sechsten und letzten die
entsprechenden Aenderungen des specifischen Gewichtes.
Diese Aenderungen sind bis auf ungefahr 0,00004 exact, mit
Ausnahme des Wassers , fiir welches die Genauigkeit nicht
ganz so gross ist,.
T n b e l l e IX.
. 1,51706 1,51618 -0,00085 1,51524 -0,00182
1,51472 -0,00234
.
1,22283 1,22275 -0,00005
- . . .. 0,99987
1,00054 +0,00067 0,99973 -0,00014 0,99890 -0,C0097
0,90025 +0,00017 0,89943 - 0,00065 0,89864 -0,00144
.. 0,90008
0,81002 0,81050 $0,00048 0,80968 - 0,00084 0,80884 -0,00118
0,80763 +0,00048 0,80680 -0,00035 0,80601 - 0,00114
. . 0,80715
0,73631 0,53681 +0,00050 0,73583 -0,00048 0,73505,-0,00128
Chloroform .
Nitrobenzol .
Waaser
Benzol
Methylakhol
Aethylalkohol
Aether
.
Dichtigheitsanderungen bei Gasnbsorplion.
233
Fliissigkeit zu bestimmen, deren Absorptionscoefficient nicht
bekannt ist,, so ist es riithlich, die absorbirte Luft vorher
auszutreiben, da ohne Zweifel die Luftahsorption eine Aenderung des specifischen Gewichtes bis um 0,0001 bewirken
kann.
5. Hr. W. O s t w a l d hat die von mir gefundenen Absorptionsdilatationscoefficienten') und einige von S a r r a u mit
Anwendung der Versuche von A m a g a t nach der E'ormel
von C l a u s i u s berechnete Molecularvolumina zusammengestellt und aus einer indess nicht allzu befriedigenden Uebereinstimmung zwischen ihnen gefolgert, dass durch Absorption
,,das Volumen des absorbirten Gases fast vollstilndig auf das
Volumen seiner Molecule selbst reducirt ist".
Fur ein gewisses Verhiiltniss zwischen den Absorptionsdilatationscoefficienten und den Molecularvolumen spricht
auch die schon vorher ron mir nachgewiesene Analogie zwischen dem Verhhltniss der Volumina der Gase bei Absorption
und bei sehr hohem Druck. Die allgemeinere Bedeutung
dieser Analogie folgt auch daraus, dass die Absorptionsdilatationscogfficienten verschiedener Gase dieselbe Reihenfolge in verschiedenen Flussigkeiten einnehmen, ja sogar in
demselben Verhaltniss zu stehen scheinen, sodass die absolute
GrBsse der Volumenvermehrung von der Natur des Gases
abhiingig, die Verhiiltnisse zwischen den Absorptionsdilatationscoefficienten dagegen von der Natur der Fliissigkeit
unabhangig ist. Die Gasabsorption scheint mir indessen ein
vie1 zu complicirtes Phanomen zu sein, um a priori eine Bestimmung der Grosse der Gasmolecule aus den Gi ossenverhiiltnissen der entsprechenden Absorptionsdilatationscoefficienten zu erlangen. Ich werde spiiter auf diese Fragen
zuriickkommen.
Sto c k h o l m s Hiigskolas Physiska Inst., im Juni 1887.
1)
W. O s t w a l d , Stochiometrie. p. 356. Leipzig IS%.
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