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Die Vorschlge der deutschen Nomenklaturkommission fr anorganische Chemie.

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713
Zeitschrift fur angewandfe Chemii
38. jahrgang S . 713--7~6
1
InhaltsverzeichnisAnzeigenteil S. V.
I
20. August 1926, Nr. 34
kupfertetrachlorid zu schreiben, da der Name nicht mehr
sagt als die Formel.
c ) Die Kommission hat es fur richtig gehalten, sich im
wesentlichen a d die Aufstellung allgemeiner Grundsatze
Vorlaufiger Bericht von R. J. MEYER und A. ROSENHEIMder Namengebung fur V e r b i n d u n g s k 1a s s e n zu be(Eingeg. 3O./i. 1965.)
schranken und sich nur ausnahmsweise mit dem Namen
Im Mai 1924 setzte der Vorstand der Deutschen Che- der einzelnen Verbindung zu beschaftigen, der, wenn er
mischen Gesellschaft eine Deutsche Nomenklaturkommis- auch nicht immer ganz logisch gebildet sein mag, doch
sion ein, die aus zwei Abteilungen fiir die Nomenklatur haufig durch langen Gebrauch so eingeburgert ist, dat3
anorganischer und organischer Verbindungen besteht. eine Anderung keine Aussicht auf allgemeine Annahme
Zum Vorsitzenden der Gesamtkommission ist Prof. Dr. haben wiirde. uberhaupt halten sich die Beschliisse der
R. W i 11s t a t t e r , Miinchen, bestellt, der anorganischen Kommission von umstiirzenden Neuerungen moglichst
Abteilung gehoren an die Herren: R. J. M e y e r , Berlin fern, um ihre Annahme zu erleichtern. Obwohl sie in
(Vorsitzender), R. L o r e n z ,Frankfurt a. M., St. M e y e r , erster Linie vom Standpunkte der d e u t s c h e n cheWien, P. P f e i f f e r , Bonn, A. R o s e n h e i m , Berlin, mischen Sprache aus gefai3t wurden, nehmen die BeA. S t o c k , Berlin.
schliisse doch auch Bedacht a d die Moglichkeit einer
Die anorganische Abteilung hat in einer groi3eren An- internationalen Verwendbarkeit.
zahl von Sitzungen die wichtigsten Fragen beraten und ist
dabei zu einer Reihe von Vorschlagen geliommen, die in
11. Spezieller Teil.
folgendem den Fachgenossen vorgelegt werden sollen mit
1.
N
a
men der Elemente.
der Bitte, etwaige Anregungen oder Einwendungen dem
Die
Kommission
hat sich mit der Festsetzung der im
Vorsitzenden der Kommission Herrn R. J. M e y e r ,
Berlin W 10, Sigismundstr. 4, mitteilen zu wollen. Diese internationalen Gebrauche noch strittigen Elementnamen
Ausfiihrungen sollen ferner die Grundlage bilden fur wie Beryllium oder Glucinium, Niobium oder Columbium
nicht beschaftigt, weil fur die Entscheidung solcher Fragen
einen Bericht, den Herr A. S t o c k auf der diesjahrigen
D eutsche Atomgewichtskommission zustandig ist.
die
Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker in
Niirnberg zu erstatten gedenkt und der, wie zu hoffen ist,
BBenennung der Verbindungen erster
wohl eine Diskussion auslosen wird, die der Kommissioii
0 r d n u n g.
Aufklarung iiber die Stellung der Fachgenossen geben
wird.
a) Die Anionen und ihre Stellung im Namen.
I. Allgemeine Richtlinien.
Die Bezeichnung der Anionen ist die
a) Text und Register-Nomenklatur.
schon bisher iibliche mit d e n g e b r a u c h Die Gesamtheit der Nomenklaturfragen zerfallt in l i c h e n E n d u n g e n w i e a t , i t , i d usw., d i e d e r
zwei Hauptgebiete: 1. die ,,T e x t - N o m e n k 1a t u r", B e n e n n u n g d e s p o s i t i v e n B e s t a n d t e i l s
d. h. die Art der Benennung chemischer Verbindungen im a n g e h a n g t w i r d .
mundlichen Vortrage sowie im Texte von Abhandlungen
Beispiele: Kupfersulfat, Natriumsulfid, Bornitrid,
und Biichern. 2. Die ,,Re g i s t e r - N o m e n k l a t u r", Lithiumhydrid. U n b e d i n g t z u v e r m e i d e n sind
d. h. die Art der Benennung chemischer Verbindungen in Bezeichnungen wie Chlornatrium, Schwefelkupfer, schweLiteraturregistern und Inhaltsverzeichnissen. Die Be- felsaures Eisenoxyd, Lithiumwasserstoff usw.
ratungen der Kommission beschaftigen sich bisher ausFiir die Benennung von Verbindungen erster Ordnung
schlieblich mit der Text-Nomenklatur.
sind im allaemeinen zwei PrinziDien anwendbar: Entb) Anwendbark& von Form& und Namen fur die Be- weder die ienennung mch der Wertigkeit (Valenzzahl)
des positiven Bestandteils oder die Benennung nach der
zeichnung chemischer Verbindungen.
Zusammensetzung.
Die chemische Formel (Brutto- oder Strukturformel) stOchiometrischen
ist fast stets der vollkommenste und eindeutige Ausdrucii
b) Wertigkeit (Valenzzahl).
der Zusammensetzung und Struktur anoqanischer VerAuf
diesem
Gebiete herrscht noch heute weitgehende
bindungen. Die K o m m i s s i o n i s t d a h e r d e r A n ; wahrend nach altem Brauche noch vielfach
Verwirrung
s i c h t , dai3, w o e s i r g e n d a n g a n g i g i s t , s o w o h l i m V o r t r a g e w i e i n d e r A b h a n d l u n g , die Bezeichnungen Oxydul- und Oxydverbindungen, Chlou n d z w a r m e h r a l s e s b i s h e r i i b l i c h i s t , d i e riire und Chloride, Cupro- und Cuprichlorid angewendet
F o r m e l a n z u w e n d e n i s t . Wer die Formel nicht werden, wodurch eine ausreichende Kennzeichnung samtzu lesen versteht, wird auch in der Regel mit den wissen- licher Wertigkeitsstufen derjenigen Elemente, die mit
mehr als zwei Wertigkeiten vorkommen, nicht erreicht
schaftlichen Namen nichts anzufangen wissen.
wird,
hat A. W e r n e r bekanntlich acht Wertigkeitsstufen
Immerhin gibt es Falle, wo Namen zur Kennzeichdurch
die folgenden dem Elementnamen angehangten
nung von Verbindungsgruppen und auch EinzelverbinSuff
ixe
unterschieden:
dungen notwendig sind. 1st dies der Fall, so sind die
Wertigkeit: 1 2 3 4 5 6 7 8
Namen moglichst wenig zu belasten, d. h.' es sind die
Suffix:
a o i e an on in en.
stijchiometrischen und die Bindungsverhaltnisse im Namen
Diese
Bezeichnungsweise
hat sich fur Verbindungen
nur dann zum Ausdruck zu bringen, wenn es im Interesse
eines Vergleiches oder der naheren Charakterisierung im ervter Ordnung nicht eingebiirgert, da sie zu mannigfachen
Texte notwendig erscheint. Es ist z. B. im allgemeinen un- Verwechslungen mit den Bezeichnungen alterer Art Verzweckmaflig, eine Verbindung K2CuCL als Dikalium- anlassung gibt.
Die Vorschlage
der deutschen Nomenklaturkomrnission
tiir anorganische Chemie.
Angew. Chem. 1926.
Nr. 34.
34
714
Meyer und Rosenheim: Die Vortlchlllge der dentschen Nomenklaturkornrnission usw.
- -____
- _ _ _ _ _ _ ~
--___ _ -__
-- ---___
__-__
Beispiele:
c u c l frllher Cuprochlorid nach Werner Cuprachlorid
,, Cuprichlorid
,
Cuprovhlorid
CuCI,
HgCl
Mercurochlorid ,,
, Mercurachlorid
HgCI,
Mercurichlorid
Mercurocblorid
.
1
[
Zeitscbrift fUr
- anpewandbe
_ _ _ _Chemle
_
Zahlen angewandt werden, wenn es sich um gebrochene
Molzahlen handelt, z. B. CdS04-8/3H20= 8/3hydrat ZnS04.'/, HzO = '/,hydrat. Die arabische Zahl ist ohne
Bindestrich dem Wort voranzustellen und dieses klein zu
schreiben.
Nach diesen unter 2 b und 2 c gemachten Vorschlagen
ergeben sich fur die Benennungsweise von Verbindungen
erster Ordnung folgende Moglichkeiten:
Ferner wurde die Einfuhrung der W e r n e r schen
Bezeichnungsweise fur spatere internationale Verstandigung eine wesentliche Erschwerung bringen, wie sich
aus folgendem Berichte der ,,Union internationale de la
Benennung nach der Benennung narh st8chiochimie pure et appliquee" voni Jahre 1922 ergibt:
Formel:
Wertrgkeit
metrischen Zahlen
.,Ides membres de la commission, anglais, franqais,
Chlor(VI1)oxyd
Dichlorheploxyd
CJ,O,
italiens, tschechoslovaques, sont d'avis que l'introduction
Marigan(Il,III)oxyd
Trimangmtetroxyd
Mn8,
des voyelles, intercalaires: a, 0, i, e, an, on, in, en, precoPb(SO,),
Blei(1V)sulfat
Bleidisulfat
ni3C.e en 1913 pour la designation des divers degres de
Hervorgehoben sei hier nochmals, dal3 der Benennung
valence offrirait des difficult& considerables. Pour les nach der stochiometrischen Zabl moglichst die AnwenAnglais la difference d e prononciation entre i et e est dung der Formel vorzuziehen ist.
faible, entre an, en, in, on, encore rnoindre, en franqais,
d) Benennung saurer und basischer Salze.
en italien l'intercalation est purement et simplement
impossible, en tschechoslovaque elle est superflue."
Saure Salze sind allgemein als HydroD i e K o n i m i s s i o n h a t n a c h r e i f l i c h e r s a l z e z u b e z e i c h n e n , a l s o KHS04 K a l i u m O b e r l e g u n g b e s c h l o s s e n , m i t e i n e r g e - h y d r o s u l f a t , KH2P04 K a l i u m d i h y d r o p h o s r i n q f i i g i g e n A b w e i c h u n g d e m s c h o n f r i i h e r p h a t , KHF, K a l i u m h y d r o d i f 1 u o r i d .
v o n A. S t o c 1. (Z. ang. Ch. 32, 373 [1919]) g e m a c h Es wird hiermit das saure ionisierende Wasserstoff t e n V o r s c h l a g e z u f o l g e n u n d d i e W e r t i g - atom mit ,,Hydro" benannt; die Tatsache, daB derselbe
k e i t d e s k a t i o n i s c h e n B e s t a n d t e i l s e i n e r Ausdruck in einigen Ausnahmefallen auch fur Wasser geV e r b i n d u n g d u r c h e i n e d e r n N a m e n d e s - braucht wird, wie z. B. in hydrophil, Hydrolyse, hydros e l h e n f o l g e n d e e i n g e l c l a m m e r t e r o m i - thermal usw., steht nach Ansicht der Kommission diesem
s c h e Z a h l i n n e r h a l b d e r Z e i l e z u k e n n - Vorschlage nicht im Wege, da Verwechslungen ausgez e i c h n e n.
schlossen sind.
Basische hydroxylhaltige Salze werden als ,,HydroxyBeispiele:
Eisen (11) chlorid,
Eisen (11,111) oxyd
(FetO,), Mangan(1V)oxyd (MnOz), Osmium(VIII)oxyd, z u verbindungen", die wasserfreien als ,,Oxyverbindungen"
bezeichnet, also E. B. Cr(OH)S04= Chromhydroxysulfat,
s p r e c h e n : Eisenzweichlorid, Eisenzweidreioxyd usw. I).
Diese Bezeichnungen sind auch dem Sichtchemiker BiOCl= Wisrnutoxychlorid.
ohne weiteres verstandlich und sie haben sich bereits in
e) Intrametallische Verbindungen.
zahlreichen Lehrbuchern (I<. A. H of m a n n , G u t b i e r ,
Die
intrametallischen
Verbindungen sollen ganz allviele Schulbiicher) bewahrt. Ausnahmen bilden nur die
gemein
Legierungen
genannt
werden, sofern keine AusStrukturbezeichnungen komplexer Verbindungen (siehe
sagen iiber ihre Konstitution (chemische Verbindung, feste
Pinkt 3 b).
Sol1 die Wertigkeit in einer Formel zum Ausdruck Losung, isomorphe Mischung, Eutektikum usw.) gemacht
kommen, so wird die romische Zahl wie schon jetzt stets werden sollen. Die chemischen Verbindungen (MCh
festen Verhaltnissen) werden als Metallide bezeichnet und
iiblich, hoch gesetzt z. B. FeZ1lrO3.
schlieflen sich daniit den Verbindungen mit Metalloiden
c) Benennung nach der stijchiometrischen Zusammenwie den Carbiden, Phosphiden, Arseniden usw. an. Bei
setzung.
der Namengebung wird das elektropositivere Metal1 geD i e K o m m i s s i o n s c h l a g t v o r , d o r t , w o wissermaflen kationisch vorangestellt und ihm folgt das
d i e q u a n t i t a t i v e a t o m i s t i s c h e Z u s a m - negativere mit der Endung id, also Verbindungen Zink mit
m e n s e t z u n g i m h ' a m e n z u m A u s d r u c k k o m - Gold: Zinkauride, Thallium mit Silber : Thalliumargenm e n s o l l , w i e e s b i s h e r s c h o n v i e l f a c h tide usw.
g e s c h e h e n i s t , g r i e c h i s c h e Z a l i l w o r t e 211
f ) Benennung einiger Sauren des Schwefels und ihrer
v e r w e n d e n.
Anionen.
Beispiele: Wolframhexachlorid (WCla), WolframDie
Dithionsaure,
Trithionsaure,
Tetrathionsaure USW.
dioxydichlorid (WOZClZ),
Dimansanheptoxyd (Mn70,).
behalten
ihren
Namen.
D
a
g
e
g
e
n
ist es dringend
A u s n a h m e n : Griechische Zahlworte iiber zehii
ergeben im Gebrauch auflerordentlich schwerfallige und n o t w e n d i g , d a f l f ii r d i e S a u r e H&04 ( b i s h e r
uniibersichtliche Namen (dreizehn = triskaideka, 14 =- I l y d r o s c h w e f l i g e S I u r e g e n a n n t ) d e r r a tessareskaideka U S ~ . )I.n solchen Fallen, in denen zudeiii t i o n e 11 e N a m e ,, U n t e r s c h w e f 1 i g e S a u r e "
eine Verwechslung mit den Valenzzahlen nicht mehr mog- u n d f u r i h r e S a l z e ( b i s h e r H y d r o s u l f i t e )
lirh ist, schlagt die Kommission vor, arabische Zahlen d e r N a m e , , H y p o s u l f i t e " g e b r a u c h t w i r d .
F e r n e r m u 8 f u r d i e S a u r e HZS2O3 a u s anzuwenden also nicht triskaidekahydrat, sondern 13hydrat
s c h l i e a l i c h d e r r i c h t i g e N a m e ,,Thio7.11 schreiben und zu sprechen. Ebenso miissen arabische
_s c h w e f e l s a u r e " (und n i c h t w i e b i s h e r a u c h
1)
Zu diesem Reschlusse ist auf Wunsch von Herrn U n t e r s c h w e f 1i g e S a u r e) u n d f ii r i h r e S a 1 z e
P. P f e i f f e r , Bonn, folgendes 21: bemerken: P. P f e i f f e r a u s s c h 1 i e 131 i c h d e r Na m e ,,T h i o s 11 1 f a t e"
iiuflert Redenken gegen die Anwendung der S t o c k schen
(und nicht wie bisher auch Hyposulfite)
Zahlenbezeichnung und tritt fur die allgemeine Anwendung der
a n g e w e n d e t w e r d en.
\Y e r n e r schen Nomenklatur ein unter geringfugiger Anderung
B e g r ii n d u n g : Der Name ,,Hydrosulfit" ist fur
der Reihe: a. 0, i, e, an, on, in, en; in: a, e, i, u, an. en, in, un.
die
sauren
Salze der schwefligen Saure beansprucht (vgl.
Er nimmt aber schlieBlich den S t o c k when Vorschlag an rnit
IT. 2 d). Fur die Saure HZS204ist der Name hydroschwefdem Vorbehalt, bei einer zukiinftigen internationalen Regelung
lige Saure durch ihren Entdecker S r h ii t z e n b e r g e 1'
die Frage von neuem zur Diskussion bringen zu wollen."
38.
Jahrgnng l9%]
auf Grund der irrtiimiichen Feststellung, da8 die Salze der
Zusammensetzung RHS02 ein Wasserstoffatom enthalten,
gewahlt worden. B e r n t h s e n stellte dagegeo fest, daB
die Salze frei von Wasserstoff der Formel R2S20rentsprechen und, dai3 mithin die rationeIle Bezeichnung iiir
die Saure ,,Unterschweflige Saure" und fur die Sake
,,Hyposulfite" sei. Dieser Name schlief3t sich dem der
,,untersalpetrigen Saure" und ,,unterphosphorigen SBure"
an. Es handelt sich also bei den Vorschlagen der Kommission um den Ersatz irrtiimlicher durch richtige Bezeichnungen, ebenso wie bei der Einfiihrufig des Namens
oder
,,Thioschwefelsaure" oder ,,Thiosulfate" fur H2S203
R2S403(vgl. A. S t o c k , Z. ang. Ch. 32, 373 [1919]).
Es sind also zu bezeichnen als:
Hydrosulfite . . . . . . . . . . . . die Salze RHSO,
Hyposulfite . . . . . . . . . . . . n
n
RzS,O,
Thinsulfate . . . . .
Unterschneflige Saure
ThiosvhwefelsBure . .
715
Hofmann: Zum Reduktionernechauiernue der Eiseooxyde im str6meadea Gase
. . . . . . . . n
. . ,
. . . . ,
. . . . . . . .
n
R2S203
S l u m H,S,O,
n
H?SZO,
3. B e n e n n u n g e n v o n V e r b i n d u n g e n
hoherer Ordnungen.
Die Kommission hat sich bisher erst mit einigen
Fragen von allgemeiner Bedeutung beschaftigt ohne das
gesamte Gebiet erschopfend zu behandeln.
a) Die Benennung der Isopolysauren.
Die Vorsatzworte: Ortho-, Meta-, Pyro-, Para- sollen
uberall dort, wo sie bisher gebrauchlich waren, auch
meiterhin verwendet werden, also: Orthosilicat R4SiOa,
Orthoborat R3BOs, Metaborat RBOp, Metasilicat RZSiO3,
usw.
Pyrophosphat R4P2O7,Parawolframat RlOWIZO4~
Im iibrigen sollen zur Unterscheidung und zur Kennieichnung der A n~ah l,der in den Polysauren enthaltenen
Zentralatome (B, Si, P, Cr, Mo, W usw.) in Ubereinstimmung mit den unter 2 c dargelegten Grundsatzen griechische Zahlworte gebraucht werden, also: Tetraborat RzB40i,
Disilicat R,Si20s, Trisilicat R4Si,0s und Oktowolframat
R?Ws02s.Existieren mehrere Verbindunqen mit derselben
Atom-ahl, \vie 2. B. die beiden Trisilirate R,Si,Os und
RRSi,Olo,sosinddiesedurchihreFormelzuunterscheiden. Will inan ihre Herleitung durch Wasseraustritt
aus verschiedenen Xieselsauren im Namen zum Ausdruck
brinyen, SO kann man, wie es bisher ofters geschah, entsprechend den Gleichungen:
3 H,SiO, - H20 = H,Si,O,
3 H,SiO, - 2 H20E H,Si,O,,
die erste Verbindung als Trimetatrisilicat, die zweite als
Triorthotrisilicat bezeichnen.
b) Benennung liomplexer Verbindungen unter Hervorhebung ihrer Struktur.
Fur d i e s e n Zmeck e m p f i e h l t d i e Komm i s s i o n d i e B e i b e h a l t u n g d e r von W e r n e r
gemachten Vorschlage, da durch dieselhenin eindeutigerweisedieStruktur,bes o n d e r s k o m p 1 e x e I' A n i o 11e n , w i e d e r g e g e b e n w i r d. Sie tragt keine Bedenken, fur diese ganz
hegrenzten Spezialfalle von der empfohlenen Wertigkeitsbezeichnung abzuweichen, und dadurch unter Umstanden
die Entstehung synonymer Be7eichnunnen ru veranlassen. KzPtCle kann sowohl als Kaliumplatin(1V)chlorid
wie als Kaliumhexachloroplateat bezeichnet werden, je
nach dem man nur die Zusammensetzung des Salzes oder
die Struktur des komplexen Anions hervorheben will.
Besonders zu befolgen ist die W e r n e r sche Nomenklatur hei der Benennung der komplesen Metallammoniakverbindungen, bei der ihre Anwendung zur Unterscheidung der zahlreichen Isomerien nicht zu umgehen
sein wird. A l s e i n z i g e A b w e i c h u n g s c h l a g f
h i e r die K o m m i s s i o n den Ersatz d e r von
W e r n e r g e w a h 1 t e n B e z e i c h n u n g ,,A m m i n"
f u r k o m p l e x g e b u n d e n e s NHs d u r c h ,,Amm o n i a k " vor.
Die Bezeichnung Ammin ermoglicht, besonders in der
Sprache, keine Unterscheidung von dem Radikal ,,Amin"
in organischen Basen wie in Athylendiamin und hat sich
deswegen nicht bewahrt.
Es ware also zu benennen:
~ ~ ~ z H a ) " ] C 1 ,Dichloro!etraammoniakplatechlorid
[ C o ~ ~ K
: ~ ~ Kaliumdiammoniaktetranitritokobaltiat.
]
[A. 125.1
Zum Reduktionsmechanismus der Eisenoxyde irn stromenden Gase. Ill).
Von KONRADHOFMANN.
Mitteilung aus dem eisenhiittenmannischen Institut der
Teehnischen Hochschub Breslau.
(Problemstellung. - Reduktionsversuche rnit Fe203 und FesO,
im stromenden Waserstoff. - Einfliiwe, die den glatten RedukStufenweise Reduktion der hoheren Oxyde
tionsverlauf storen.
findet nicht statt.)
-
(Eingeg. 8.14. 1925.)
Als die inoglichen Oxydstufen des Eisens gelten
heute allgeniein folgende: Fe203,Fe304,FeO. Sie sind als
chemisehe Individuen defhiert durch das heterogene
Wasserdampf- sowie das heterogene COz-Gleichgewicht
iiber Eisen und seinen Oxyden *).
Die stufenweise Reduktion von Fe,O, uber Fe304,
FeO zu Fe ist wiederholt im stationaren System durchgefuhrt worden 9.
duf der anderen Seite kann man im stromenden
System unter gewissen Mdregeln die einzelnen reinen
Oxydphasen erhalten, wenn man iiber Eisen oder eines
seiner Oxyde dem Gleichgewichtsdiagramm entsprechend
ein Gasgemisch bestimmter konstanfer Zusammensetzung
bei bestimmter Temperatur leitet
Zum Beispiel erhalt
man reines FeO aus Fe103 oder Fe304,wenn man bei etwa
750 O einen konstanten Gasstrom von 50 Vo1.-YO Wasserstoff und 50 Vo1.-% Wasser genugend lange iiberstromen
1aiJt 5).
Man mui3te nun auch vermuten, dai3 durch Oberleiten
von reinem Kohlenoxyd oder Wasserstoff iiber das hochste Oxyd (Fe203) der Abbau desselben stufenweise erfolgt in der Weise, daD zunachst Fe304,daraus FeO und
daraus endlich Fe gebildet wird, entsprechend der aIIgemeinen Tatsache, dai3 die hochste Valenzstufe eines
'Metalls bei der Reduktion zunachst die nachst niedere,
diese bei weiterer Reduktion wieder die nachst niedere
1) Teilbericht aus einer von der T. H. Breslau genehmigten
Dissertation.
2) In einer friiheren Arbeit (Z. f. Elektrochem. 31,172 [1925])
wurde auf Grund der bisher bekannten experimentellen Forschungsergebnisse das Diagramm fur die heterogenen C0,Gleichgewichte iiber Eisen und seinen Oxyden aufgestellt und
an den ebenfalls durch das Experiment gewonnenen Werten fur
das heterogene H,-Gleichgewicht rechnerisch gepriift. Das
Resultat dieser kritischen Untersuchung zeigt Fig. 1 U. Taf. I.
sf W o h 1 e r u. B a 1 z: Z . f. Elektrochem. 27, 406 r1921] ;
M a t s u b a r a: Z. f. anorg. Ch. 124, 38 [1922], St. u. E. 43, 241
[1923]; E a s t m a n n: J. Am. Ch. Soc. 46, 888 119241.
4) S c h e n c k : St.u.E.44,77 [ 1 9 2 4 ] , H i l p e r t u . B e y e r :
B. 44, 11, 1608.
6 ) W o h l e r u. G u n t h e r : Z. f. Elektrochem. 29, 282
p923j.
34'
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