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Die Wissenschaft und Technik in der chemischen Industrie mit besonderer Bercksichtigung der Teerfarben-Industrie.

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Ha~V~J~$8jgl
J pD&a-r
M.WL.rmroh.lt nnd Toohnik la d u 04-
3
Indnotrfo.
Unter den Bewerbern wird eeitene einee hierzu eingeaetzten Komiteea, dee aun Mitgliedern
dea Voretandea, der, Vorstanderatea und den Ehrenmitgliedern dea Vereins beeteht, eine engere
Wahl getroffen werden, in der Weiee, daD alle fiir die Zwecke dieser Btiftung in Betracht kommenden Richtungen, nach Fachgruppen geordnet, vertreten sind. Unter dieaen Auegewiihlten w i d
dann durch Los die zuliisaige Anzahl beetimmt, wieder unter angemeasener Beriicksichtigung
der einzelnen Fiicher.
Die Nameii der durch das Los bestiminten Empfanger werden auf der Jubiliiums-Hauptversainmlung in Frriburp ini Rreisgau bekanntgegeben. AuDerdeni erhalt jeder Bewerber von
dem Resultat Kenntiiis.
Die Geschiiftastelle,
L e i p z i g , StephanstraDe 8.
Die Geschaftsordnunp fur die bhandlung der Rewerbungrii hfindet sich unter Vereinsnachrichten
auf s i t e 37.
Die Wissenschaft und Technik in der
chemischen Industrie mit besonderer
Beriicksichtigung der TeerfarbenIndustrie.
Von C. DUIBBEHO.
Fedvortrag, gebaltun bei dcr Hauptvereanirnluiig d c s
deutschen Musrurnn 211 Mniichen irn Wittelebacher Palais
v o y dein Prinzen Ludwig TOII Bayern und st.inen GBsten
aiii 6. Oktoher 1911.
Ew. Konigliclie Holirit !
Srlir vcri4irtP Herren !
Jeder, ob Saturwiwcnncliaftler, ob h i e , der
die von der Cheniie eingenommenen Abtcilungen
umeres l)eutsclien Mirsciimn durchwandert, wird mit
&ude die Iiistoriscli gctreu nachgebildeten Laboratorien der verschiedenen Zeiten htracliten. Er
wird dabei die pliantastirtcli aumtaffierte Kuche der
alten Alchemisten mit den sunderbaren, dem Wunderglauben und der Eupirie entlehnten Geriitschaften und Gliisern der h t i l l i e r - und Scheidekunst cbenso bewundern. Hie das von wissemcliaftlichom C%et durclilieuclitc Laburatoriurn des penialen C?ieniikern, E’orsclirm und Orgarhators
J u R t u I v. L i e b i g , und den niit allern Raffinement der Neuzeit nusgeriistcten Laboratoriumstiscli
der nitdrrnen c1iernisclit.n Forscliung. Dabei w i d
sich der h i e eines rigenartigen Gefiihles nicht erwehren kiinnen, d m er in denlanderen Hiiumen dea
Museum8 niclit empfand. Wiilirend er die dort aufgeetellten Modelle, wenn er R i e eingeliend studierte
oder sicli durch den Fulirer;erklarenrlieD. leicht begreifen und veretehen konnte, blieben ihm die vielen,
die Tische fiillenden chemischen Apparate Geheimnb. Auch die Spraclic, die der Chemiket Iiier
spricht, und die lengen Namen. mit denen, der
Wieeenechaftler die Substaneen belegt, wie z. B.
Orthochlormetanitroathyldi~nzylparadphenylcerbinoldisulfosaureR Natrium fiir Nachtgriin B sind ihm unvemtiindlich. Betritt er dann die
Riiume, in denen die cliernische Industrie, mit Modellen von Fabriken und ihren Einnchtungen unterh f t gefunden hat, dann wi rd sicherlich mencher
Besucher dime Statte mit Wagnere Spruch aus dem
Faust verlassen: ,,Mir wird von alledem so dumm,
ale ging mir ein Miihlrad im Kopf herum“. Der
Besiirlirr moge aber dennoch nicht verzweifeln.
&lbet die Vertreter der wiasenschaftlichen Cliemie
werden von seltsamen Empfindungen befallen,
wenn sie urn, technische Chemiker, in Unseren Fa-
briken Imiicheii. b i e n hiit einiiial unnrr liocliverelirter Altnieister X d o 1 f v. 13 a e y e r , dcr a i i r d i p Snrlifolger L i e b i g Y siif tlriii Jlunclirnrr
Lelirstulil, uls cr iintwrr Fnhriken EU 1.everkusen
h i c h t i g t r . selir 8chUIi in eirier Krdr ziiiii Airadrrrrk
gebraclit. Er sagte: Iiii Gtsgrnsatz zii der Freirdc,
die m iliiii n h \Viwenscliaftler Iwrritet. in srinein
hl)oretoriiiiii die cheniiwlic*n Kiirprr in zirrliclien,
durchsiclitigrn Gltwappnrrrtrn darziistcllen iind den
Rcttktionsverltnif nach allen Kichtungen liin mit
deni GeRiciit, dem Geriicii. deni Ccfuhl und dcm
Gescliniack zu verfolgcn, liabe ilin in der cheniischen
Indiintric. wo Rich dies d e s in poUen, schwerfalligcn, undurclisichtiprn. Iinlzrrncn. tdcr cisernen
i i
Eiitfaltung eines
GefiiOen, oft nocli d ~ ~ iintrr
olirenlx?tilribendcn Liirnies abspiclt. und man, oline
kontrollieren zu kijnnen, alles d m plniibeii inuU,
w w rineni dort eniihlt wird, ein unangenehmrs
Gefiilil befallen, daa er niclit rher 10s werdc, bin er
die Tore der Fabrik hinter sicli Iiabe.
Aus diescn Griinden werden Sic cs dnlier begreiflicli finden. wenn ich, als Vertreter der chemisclien Industrir. lieute rlurrh nieinen Vortrag
etwaa Licht unti Farbe in dna t o k , trube Bild der
chemiech-tcclinisclien Abteilung dex Drutsclien
Museunis bringen rniichte, iim uuch fiir unsere
Kunst. deren Anfpahe e~ int, unedle Stoffe in edle
zu verwandeln, Vemtiindnis zli wccken. Mit giitiger Rrlaubnis Ew. Koniglirlien Holieit und der
verelirtcn Herrschaften will ich Sie dalier einrnal,
wenn aucli nur ini Fluge, diircli einige Mueterst.atten
unserer Indust rie hindurchfuhren, urn baId him,
bald dort, AuHblick zu halten auf die Errungensclraften der neuesten wissenschafthchen Forschung
und auf die in gemeinsamer Arbeit undIdurch weclieelseitipe Hefruchtung enielten Erfolge der Technik.
Von allen Zweigen der oliemisclien Industrie hat
bci iins in Deutachlanddie T e e r f a r b e n i n d u e t r i e
die Iiiichte Entwicklung genommen. An ihwm
kriiftigen Stamme mit weitven*eigten &ten sind
die schonsten und duftigsten Blumen erbliiht und
die IierrlichRten Friichte gereift. IThre:Wurzeln &angcn dabei in immer weiter reichende Gebiete ein.
Anfangs beschrankten sich die deutechen Teerfarbenfabriken suf,die Fabrikation von Anilin- und
Alizarinfarbatoffen. Ale dam derrorganischen Chcmie die Synthese pharmazeutischer F’rodukte gelang, nalirn die Farbenindustrie auch dime Fabri1.
kation auf, stellte aubrdem photographisohe Artikel her und ging in vereinzelten Fallen zur Darstellung von Riechstoffen, Nahrstoffen und anderen
Rapareten iiber. Aber mehr noch ah daa. Die
friiher von der anorganiachen GroDindustrie bemgenen Rohstoffe, wie Schwefelsiiure, Saldure,
Salpetersiiure, Chlor, Soda, Natron, Chromaalze
uew., erzeugt sie lieute selbat, und zwar in solchen
Mengen, d a B die hierfiir gebauten Fabrikationseinrichtungen zu den groDten ihrer Art ziihlen.
iihnlich wie die meisten Huttenwerke haben
sich einzelne chemische Fabriken auoh in ihren
Brennstoffen unabhiingig gernacht und grob Steinund Braunkohlengruben angekauft. Hunderte von
Wqgons dieaer selbst geforderten Kohlen werden
tiiglich zur Dampferzeugung oder in Gaaanstalten,
die an Bedeutung denen grobr Stiidte nicht naohstehen, zur Heratellung von Heiz- und Leuchtgee
verbraucht, alle iibrigen Gaakohlen aber auf der
Zeche eelbat in Koksofen mit Nebenproduktengewinnung deatilliert. Der bei der Kokerei abfallende Teer wird dann in eigenen, der Feueragefahr
wegen von der Hauptfabrik getrennt liegenden Destillationsanlagen weiter verarbeitet. V o n u n a e r er d e u t s c h e n Te e r f a r b e n i n d u
strie werden also heute die von den
6 o n n e n s t ."a h 1 e n f r ii h e r e r J a h r t a u
sende herriihrenden, in den Steinkohlen aufgespeicherten Energien
e u f d i r e k t e r n Wege i n P r o d u k t e verwandelt, die in der Leuchtkraft
ihrer Farbe, in der Lieblichkeit
ihres Duftes und in der Wirksarnkeit ihrer Heilkraft mit den schonsten, wohlriechendsten und heilkraftigsten Blumen, Bliiten und
K r ii u t e r n k n n k u r r i e r e n.
In dem kiihlen Schatten dee dichten h u b drrahea diesea, Englanda Boden enbprossenen und
von dort uber Frankreicli nach Deutschland verpflanzten Wunderbaumea, der jetzt bei uns fwte,
unauarottbare Wurzeln gwchlagen, haben v i e I e
Zehntausende von Angeetellten
und Arbeitern reiohlich lohnende
U n t e r k u n f t g e f u n d e n. Die eigentlichen
Giirtner in dem g r o b n Zaubergarten, in dem dieser
Riesenbaum wiichnt, sind aelbatverstiindlich die
Chemi ker. Jedw der g r o b n Werke am Rhein und
am Main beachiiftigt heute z w e i - bk d r e i h u n d e r t w i s s e n s c h a f t l i c h g e b i l d e t e Chemiker. Etwa die Hiilfte der Chemiker befaesen sich als Retriebafiihrer mit der Fabrikation der verachiedenen anorganischen und or
ganiachen Produktc. Ein L)rittel demelben i d
auaachliellich in den verschiedenen, nach Arbeitagebietcn differenzierten wiaaenschaftlichen L a b ratorien tatig, die, was Einrichtungen und Apparatur angeht, nicht hinter uneeren g r o k n Hochscliullaboratorien zuriickstehen. Die iibrigen Chemiker sind in den trefflich ausgestatteten Versuahsfarbereien und Zeugdruckereien als Coloristen,
wwie irii AuBendienat, der Fabrik kaufrniinnisch
tiitig.
Den Chemikern ziir Seite ntehen neben einer
kleinen Schar von Medizinern zur Priifung der
neuen Produkte auf ihre pharmakologischen Wirkungen bei Tieren und Menschen eine immer melir
-
-
wachaende h h l , bis zu f i i n f z i g u n d m e h r
pro Fabrik, a k a d e m i s c h g e b i l d e t e r I n g e n i e u re. Fh diirfte im allgemeinen wenig bekannt aein, daD ea auch dem Ingenieur gelungen ist,
sich den berechtigten Platz in der chemischen Induatrie zu erobern. Als Doktor- oder Diplomingenieure sind sie mit vielen Bau- und Maachinentechnikern nicht nur in den Zeichensiilen als Konstrukteure fiir die Neu- und Umbauten tatig, aondern
leiten die rnechanischen Werkatiitten, iiberwnchen
die Zentralmaachinenanlagen, Waaaerwerke, Gasfabriken und den Ebnbahnbetrieb und, waa sehr
wichtig ist, stehen auch in den chemiachen Betrieben den Betriebafiihrern ratend und helfend
zur Seite. Schon langst ist hier Arbeitateilung
durchgefiihrt. Der Chemiker hat den Verlauf dea
chemischen Prozesses zu beaufsichtigen, der Ingenieur die hierbei benutzte Apparatur in Stand zu
halten. Beide miiseen eich, und zwar jeder in seinem
Gebiete, .aber Hand in Hand arbeitend, bemiihen,
die Auebeuten zu steigern, die Quelitiit der Produkte zu beaaern und die 'Reparaturunkoeten und
den Energieverbrauch und damit h p m t den
Heratellungspreia ao niedrig wie miiglich au bringen.
Die Z a h 1 d e r A r b e i t e r ist im Vergleich
zur Zahl der Beamten, der Hochschul- und Mittelschultechniker und der g r o b n Schar von Kaufleuten, von denen viele als Verkiiufer in den in
allen Liindern der Erde emchteten Verkaufsfilialen fiir den regelmaDigen Abeetz der Waren zu
aorgen haben, s e h r k l e i n . I m allgemeinen
entfallen a u f e i n e n B e a m t e n n u r v i e r
b i s f i i n f A r b e i t e r ; daa ist ein Prozentestz,
wie er sich nur in wenigen anderen Industrien
wiederfindet. Von den
Arbeitern, die jede
unaerer groBen Teerfarbenfabriken beachiiftigt, sind
die meisten ungelernte Handarbeiter und etwa ein
Viertel Handwerker. Die letzteren arbeiten ale
Schlosaer, Dreher, Schmiede, Klempner, Rleiloter,
Schreiner, Kufer, Maurer und Anstreicher in mit
den modernsten Einrichtungen versehenen Werkstiitten, die mit jeder Maachinenfabrik groBen Stils
wetteifern konnen.
Wir beginnenrnun unsere Wanderung durch
urn dern FabrikationsprozeD von Anfang zu folgen, bei der a n o r g a n i s c h e n A b t e i I u n g. Sie eratreckt sich meist
dern Flu6 entlang, an dem unaere grobn Fabriken
liegen, und zwar aowohl zur bequemen Veraorgung
rnit den rieeigen Mengen Waaaer fiir Kondeneations-, Kiihl- und Fabrikationszwecke
der Verbraucli jedea uneerer g r o b n Werke an Waaaer pro
Tag ist f a t ebenao groD oder weaentlich grokr,
wie der von Koln oder F'rankfurt oder Mannheim -,
B ~ S auch zum Transport der Maeeengiiter, wie
Gchwefelkiea BUS Spanien, Salpeter BUS Chile,
B
oder StaDfurt. Kohle von
Steinaalz ~ U Heilbronn
3er Ruhr und Saar. An1 Quai der Fabrik sind
riesige Hebevorriclitungen, oft rruf turmhohen
Brucken, geschaftig Iiin- und lierfahrend bei der
Arbeit, um die Kahne zu entladen und zu beladen.
Die oben genannten Rohstoffe nerden BIIX den
khiffen niit den Rienenkralinen direkt tder durcli
Verrnittlung von Hang- und Scliwehebahnen i n
lie den chomiechen Betrieben vorgelagcrtcn Scliupdie Fabrik, und zwar.
-
pen oder Silos gsstiint und von da, gebroohen und
gemahlen, den Betrieben mqpfiihrt, o h m de0 Mensohenhand eioh LU betiitigen brsucht. Am Quai
hdten Dampfer, die die fertigen Guter, die Farbetoffe und die pharmazeutieohen Produkte, in
Kieten oder in holzemen und eieernen Fiiesern,
mit dem Aufdruck ,,Made in Germany" an die
Seehiifen bringen, von wo sie in alle Weltgegenden
bie ins Innere von Indien, China und Japan verfrachtet werden.
Daa Hauptprodukt der anorgankchen Abteilung, die Basis der ganzen chemisclien Industrie.
ist die Schwefelskure. Ihre Herntellung aus verbrennendem Schwefel, Luft und Salpetersaure hat
sich von den Gleetopfen. die im Deutachen Museum
aufgeatellt Rind, in 150 Jahren zu den niodernen
groUen B I e i k a m m e r s y s t e m e n entwickeit,
die heute bis zii No00 cbm Geaamtraum gebaut
werden. Seben dimen Apparaten, die eine wiiaserige vrrd. Schwefelsiiure Iiefern, entwickelt sicli
aeit 20 Jahren mehr und mehr der sog. K o n t a k t p r o z e l , zudeni C l e m e n s W i n k l e r
in Freiberg den AnstoD gab. und der durcli R u d o l f K n i e t n c h vonder B a d i s c h e n A n i l i n - u n d S o d a - F a b r i k in Ludwigshafen zuerst technisch durchgefiilirt wurde. Hierbei werden
die schwefligen Gaae mit Luft iiber ein erliitztes
Kontaktmaterial, meist fein verteiltes Platin, aeltenrr Eiwnoxyd, geleitet und so eine vollig w m r - ,
freic Schwefelsiiure erzeugt.
Aln Ausgangnmaterial wird nur in beachranktern Umfange Schwrfel nelbnt benutzt; hauptskehlich werden S c h w e f r I c r z c , und zwar i i h r wiegend Eieenkieae, wenigrr, ca. loo/,, Zinkblende
und Kupferkiae in Rhtofen verbrannt. Einer der
imponierendaten Apparnte der neuesten Zeit ist
der n i e c h a n i ~ c h eW r d g e o f e n von 7 m
Durchrnemer und 10 ni Hohe, in deni ein zentrales Riihrwrrk tiiglich 25 t rotgliihendes Erz von
o h nacli unten iiber 7 Etagen bia zur volligen
Abkiililirng und Entscliwefelung Iierabbefordert.
Die Wrltprtduktion an Srhwefelsaurr auf
Monohydrat (H,SO,) iinigereclinct. liilt nich auf
5 Millionen t jnlirlich nchatzen, von drnen auf
die drei Hnujitliintlrr. Englnnd, Deutnchland und die
Verreinigten Statiten. dir gleiche Menge von je
1-1.2;
Xllionen t rntfallen. Von diefiein Qiitintuni ntellen lillein (tic bitlen grouten deutuchen
E'art~enfnbrikrniiihrlicli cii. 300 OW t hcr.
IW8 wurien in Jkutnclilnnd 1 150 500 t ,
H,S04 prodriziert.
Alinlicli wic durcli dim \Vett Iie\vrrl> drs elektrinclien Liclitrn mit driii Iriiclit.giin einr Iiin- und
hcrwirkendr Vt.rvollkortiiiiniing iind Verbilligung
erzielt wiirtlr, iut tlirs tiiiclt I~.iniI3 I r i k n 111 i n e r p r o z 1% U i n K t i n k 11 r r r n e m i t d 1- in K o n t n k t, v r r f it 11 r r II drr k'nll. k'k wiirdr zii weit '
fiiliren - tiiic.Ii fc4ilt niir dir Zrit - liirr truf allc.
diew intrrrsucrntcw twlinischrn Seitrriingen dcr
Scliw~felanurrftibrikntioni,itizugelien.
Dimnellw gilt von drn cinderen g r o k n nnorga- '
niwlirri I'rndukten. d r r S n I z R iiu r I= iind der
S a I p (. t c r s ii u r e . 1)ie Vrrfdtren de.9 Erliit- ;
Zen3 von Steinadz hzw. Snlpeter niit Scli\vefelniirtrc j
sind die aken geblkhw. Die therfiilirung der bei
der Kalifabrikntion in StnUfurt alifalknden groUen j
Llrngen Chlortnngnerriiiiii in Salmiiure hat nocli
I
1
1
keine befriedigende teohniscbe Llismg gofunden.
Dagegen hat sioh in den 1etcte.n J.hrsn eine weeentliohe Umgeetsltung der Apparstur vollmgem.
Bei der Sslzeiiure kommt die unangenehme Handerbeit der alten Sulfatiifen mit Pfanne und Herd
durch die arbeitapamnden meohenischen &en mehr
und mehr in Fortfall, und bei der Salpetelaiiure
verdriingen die kontinuierlichen Verfehren, wie
z. B. bei 0 b e I mit mehreren groDen Retorten in
einem Ofen, den nach jeder Operation unterbroobenen, zum Teil unter vermindertem Druck vollzogenen EinzelretortenprozeU. Dadurcli wird in
beiden Fiillen auch eine wesentliche Verbewrung
in der Hygienr des Betriebea erreicht.
Natiirlich ist BR vorteilhafter, wenn, wie in
Norwegen. die mit den aortigen W w r k r i i f t e n erzaugta elektriache Energie billig zur Verfiigung
steht - fiber Rie m u l seltr billig sein - den Stickstoff der Luft in elektrischen Flammen zii Stickoxyden zu verbrennen, welche Rich dann in Wuser
zu diinner. hkhstens 50OO/biger Salpeterniiure absorbieren laasen. Dies geschieht mit Hilfe der
B i r k e l a n d - E y d e o f e n , indenenein4000p f e r d i g e r F I a m rn b o g e n durcli Magnete
zu einer 2 m g r o D e n S c l i e i b e auseinander
gezogen wird, seit ca. 5 Jahren in Sotodden am
Tyin und wird. in Konkurrenz mit den S c h v n h e r r o f c n , in denen in einem Eisenrohr durch
Einblasen eines Luftwirbeln e i n e 8 m I r n g e
F 18 ni m e erzeugt wird, in wenigen Monaten am
Rjukan in Saolieim in groltem Mahtabc unter
iverwendung von 120000 P f e r d e s t i i r k e n zu
eehen sein. Dennoch wird in Sorwegen die HO erzeugtr Halpetewaure als solclie nicht oder fur rein
cheniisclie Zwecke verwertet, nondern, wed man
sie nicht transpoortieren kann, in den wenigc-r wertvollen K a I k n a 1 p e t e r fiir landwirtscliaftliclie
Zwecke verwandelt. Von dieseni K o r g c H a I
p c t c r wiirdcn 1910 Rchon 13 500 t in den Hnndel
gebraclit.
l h a r dienr hochinterewante nciic Siili'ctrrindustrie iind diejenige dea K ti I k n t i c k n t o f f s
nach dcni F r 11n k - C a r n sclien Verfnhren durcli
Uberlciten von rrinem Stickstoff i i l x r ('iilciiiiiicarbid, \vie R i r w i t wenigen Moncrten aucli tin1 .*I)fluU dea Cliienineea mit den \Viwnerkriiftcn t1c.r Alz
Ietrietwn wird, hat H c w (;rlirinirnt Prof. Ik.
C a r 1 v. L i n d r hi tlrr Sitzung den Lhwtnchrn
3ius~iiniszii Berlin in eeineni nchiinm Vortrn-:
,,l)ir Scliiitze tler Atmoxphiirr," aunfiilirlicli l i v rirlttet. 15s bleibt itiir deslinlb niir iilwig, Itirr vrgiinzciitl x u bmerken. daU der KaIkRtickr;toff h i
drr Inndwirtxrhnft nncli nicht die crliofftv gr~iUo
Verwrndiing grfiinden hat. I k n h a l l i wirtl nelirrdings u i s iltin dnrrlt l.Mtitxwi wit \ V l t w r iintl
A l ~ s c i r ~ ~ t i tdru
i i i y 4 ildoteti Ainniimiaks in Si.lt\cc*fvlniiurc d m I i r i i t c ' n o bdiebte l)iingvniitti*l. (IIIH
n c 11 \v c f e 1 H 11 II r c .4 ni ni I I n i n k grniiwlit.
Diesen sonut niir der Strinkohlr gwonncme,
\vertvolle Srhenprtdukt der Kokcrri hat in vim Jaltr
zii Jahr wnclisrndrm Umfnng Vrrwendung grfntidrn
und ntoht heute ini Jhrktiireis. aiif gleirlirn Sticksttiffgeliatt umgrrechnet. tlrni C'IliIennIpeter KIeicIi,
obgleicli die Iandwirtnclinftlichen Cliemiker aeinen
Diingewert ii1ii10°6niedrigrrtiln Salpeter cinxcliiitzen.
111iJalin: 1910 s u r d r n in der Wrlt 2.36 Millionrn t
Salptrr. davcin in Ikiitnrhlantl i W OCK) t im
-
.
6
Duiaberg: Die Wiarrnaohaft und Tsohnik in der ohem. Induetria.
____--
Werte von 180 Millionen Mark und 1.1 Millionen t
Ammonsulfat, iind dnvon in Deutachland mehr als
300 OOO t im Wertc von 70-80 Millionen Mark
verbraiirlit. RIM) ein gcwaltigm Quantum. ER ist
deslialb selir erfrculich, daB ea F r i t z H a 1) e r in
Karlsriilie geluiigcn int, durcli uberleiten r'on
Stickstoff und Wnwentoff u n b r hohem Driick,
200 Atmospharen, iind bei liolierer Teniperatiir.
500'. i i h r h t i m m t e Kontaktaubtnnxcn, Otmiiuni
rind Uran, 9n/o dirsrr spriiden Gam zir A nt ni ( I n i a k zu vrrlJinili*n. Die Zukiinft, mirO lelirrn.
ob sicli dime wiclitipv I.:rfincliing tmliniscli so i r w nrlwiten IiiUt. daU sir mit Vorteil fahrikatoriach
lwtriclwn wrrden kiinii, WILY. wie hiri hrtont wrrden
soll, nicht so rinfncli iind l ~ i r l t tist. wie rs tiiircaieht.
CklinKt die lbsuiig tlicsrs ncliwierigen I'rohlems,
w o r i i l m tlir l'iitciititiliiil~rrin, dir 1%a tl i R c h e
A n i 1 i ti - I I n d S o t l n - F :i1) r i k in LiidwigsI t n f ~ na. Rh., rifrip iir1witc.t - tind wir h a l x n das
Vc.rtrniim zii ilir. dnU sir, \vie so oft, Relion, nucli
h i c ~wfolgrricli svin wird --, s o Bird daa a n w e i h r
Kolilc iin Vi~glric~lizit virlrn anderen Ijindern
ariiir h u t x c l i l a n d i n aeinein, in drr acliwarzen
Kolile aufgcspcicltc*rtcii Reichtuni 1111 Wiirriirrncrpicn in der Lnge win, sicli srinen Stickstoffdunper,
unal)ltiin~fi,rigvoiii Aitslnndr, hrrziistcllcn, da clektrisclre I h e r g i e Itierlwi kcine Holle spielt.
I h a bei der SiilzGirirrfnhrikntion ubfallentic
Sulfat iat 80 Jiihrt. lang inach deiii von dem
Frnnzosrn S i c o I I L s 1. c b I a n c 1791 rrfundcncn
Vcrfaliren niit Kcilk iiiid Kohlc iiii Flnrnniofcn
zit S n d ti unigesctzt worden. 18ciG grlnng CH tlrm.
Bclgier 1.: r n c s t 6 o I v n y , dienen ProzrU clurch
h i drr Elektrolyse dcr C7iloralkirlirii Iildet
sicli n e k n Clilor i i i i d Kali- odrr Sntronlaugr trlx
Sebcn1)rodukt W n s n c r s t o f f. IXwrn, \rciiti er
niclit, wic noch inTcinipm Fa'nbriken, dctn Leuchtgaa
ztigesetzt, ziim Heizcn h n i i t z t wird, kouipririiiert
inan violfacli airf I150 Atnionpliiiren und bringt ihii
in S t a l i l f l ~ c l i e nin d r n Hnndel. Er findet dnnn
zum Fiill~iivon Liftl~allons nder in den Eiscnwerkntiittrn, niit Snirrrstoff yemiucht, als Knallgas ziiiit Scliiiciden dickster Eisrnteile und ziini
S~:hwciUeiiVc*rtvendiinK. Gelingt en, tlnr H a IJc r sclir .~iiittioniakrc.rftilren tccliniscli ausziigeataltcn,
so wirtl niiin in cmter Linio diesw billigc Sebcnprodukt cler K o c l i ~ ~ i I z ~ ~ I e k t rnrit
o l y ~Stickatoff
r
zu
rrrbindrn stic.licn.
DaU tliescr rlcktrolytische Wcwscmtoff aber
h r t c aiich ziir H c r s t c h n g k u II R t 1 i c h c r
[ (Iu~$~~~[~'~,~&.
Behandeln von Salzsole mit Ammoniak und Koltlensiiure praktisch zu emetzen. Von der Weltprnduktion von 2 Millionen t wrrden heute nur noch
etwn 150 OOO t in einigen englilcchen und zwci deutschen Fabriken - Klienania iind Heinriclisltall nach dein nltrn Leblancl~rozeDI~ergestellt. D i m
Ainmoniaksodii wird von dcr Trrrfsrhnindustrie
in p r o h n Qiitrntitiiten vrrbrsuclit - rH. 8OooO t
jillirlicli - und liier ziint uritirus griiutrn Teil
niit yc~l~ranntciiiKalk in .i
t z II ii t r o 11 iilwr
grfiihrt.
I.:ndlicli ills 1rtztc.s d r r ir1lg:c~itivincw(;roDprotlukte ist (IILYC: 11 I o r zii nenncn. (la.* IiiiiiptAiicIilicli nln ( ' 11 I o r k n I k init c+nc*r \!'i~lt ~ ~ r i d i i k t i o n
voii virllricltt 300 OOO t Vrrwcwlirng finilt-1. Ha
wird Iiriitv xiir riiirn Hiilftc. yrniiic*lit 1111sYiilzsiiitre
tliirrli Kiiiwirkitng n i i i Rrruiii.*ttin tiarli \\' ( * I t l ( I n
odcr ditroli 1~Iwrlcitctivtin 1 , i i f t i i k r tl(.ii Kimt n k t k i i r p r Kupferrhlorid nwii 1) (' i i c o n , zur
nndcwn Hiilftct ails ~'ltlorknliiinii d c r ('ltlortintrium
durc:h dir c.lcktrolytiscltc- Ztdrgitng iltrrr \vlixnc.dgcn Liiniinprn. iincl zwxr n r i i ~ l iclerrt I) i i i 1' 1) r 11
tii c n - , C I o c k c ti ~ K I W (J, u r c k s i I I ) e r a in it I g i i ni vcrfnliren. Sirlit nitr ziini l~leiclt~*n,
sondrrn in dcr Farknindiist rich iiitch zitr Hwntel.
Iirn): ron Zwisclicnprotliiktcn fiir (lie, Ftrhikntion r o n Anilinfarkn. lioaiiiiilirifiirlm~c.n, Scltwefclfartwn untl kiinntlicltc~nt Indiyo findet dnu (%lor,
und zwnr vielfncli in fliinrigrr b'ornt, Vrrwrndiing.
Uber dio ungeftihre Prc~luktirmcler anorg;rninclien
GroUindustrie iin Jahri. I n l o a n tlen genannten l'rodukten in tons vww.eisc iclt auf nachsteliendc statistivclie T ~ ~ ~ I - I I C :
~
N d c I R t r i n e dirnt. iind zwar in tlen 15 I r k t r o c 11 e 111 i H c h r n W o r k A n , C;. nt. 11. H. x i i
Bittcrfeld, in1 wohl nocli ucnig bcknnnt. 11. \' c r n r II i I und 31 a r (- P ct q 11 i e r in Paris gcliiiig r a
Anfang dicses Jalirhitndcrtr ziirrst, dau Vrrfirlirem
nrrsfindi): zii niaclien. H y n t 11 c t i Ic 11 e R I I b i n 0
(rttbiw ncicntifiqriw) Iierzu~tc~llm,ni'ncli~l~~in
rim
irndcrrr frnnziisinclior Pomclirr, 11 i c 11 n u d , Mitt.
der ncunziger Jaltrr, niis nntiirliclien Kubinsplittern, dic srinerzrit .4itfnchcn rrreyrndcn sop. r r k o n s t r t i i c r t e II K. II 11 i n c Iirrgrstrllt hattc.
FLLst zur n c l h n &it stc4lte in Ikutscltland dvr
Edelstcinachlcifer H r r 111 n n n \I' i I (1 in Idnr
kiix~~tliche
Rubinc Iiw untl arbeitek ini Vrrrin iiiid
niit Untcwtiitzung von Prof. 31 i e t h (* i r n t l dc..uYrn
Awiatcntrn 1, e 11 i n a n n rill Verfahren UUX, tltts
ziiervt in einer klrinrn Anltrpe in Idar aitnprobiert
und dann aeit einem J a b in griibrem MaDetabe alle, die Sie Vernt&+.
haben fiir die Isistungem
in den E l e k t r o c h e m i e o h e n W e r k e n ? ,
der Industrie, Sie werden mit mir dieaelbe h e u d e
G.m. b. H. zu Bitterfeld, betrieben wid+). Men an dieeen, nunmehr auoh dem weniger Beguterten
fiihrte chemisch reine, aua Ammoniakalaun darge- zugiingigen prachtvollen kihtlichen Steinen empetellte amorphe Tonerde in einem Leuchgaseauer- finden, ah wenn ea sich um die wertvollsten natiirstoff- bzw. Knallgaegebliiee in die durch ihre g r o b lichen Rubine und Saphire im Werte von vielen
Hiirte und ilir hervorragendes Lichtbrechungehunderttausend Mark handelt.
vermtigen ausgezeiclinete krystallisierte Tonerde,
_.. .
die R y n t h e t i s c l i e n E d e l k o r u n d e Gber, die
fur Schmuck und hauptsiichlich fiir technische
Eine Spezialinduatrie, &e abeeite der Teerfnrhnindustrir hetrieben wird, int diejenige der
Zweckc. als Isgcrstcine in Uhren und MeBinstrumenten beniitzt wcrdrn. Mengte man dcr Ton- n c l t e n e n E r d e n , bei d r r n l o n a z i t s a n d
erde 2,5% (Iironioxyd hei, so nalimen die kunstah Auapongxniatrrinl dirnt. I& handelt sicli Iiierb i in ernter Linie um dic 1)arwtrllung dea fur die
liclicn Steinc die wundrrvollr rote Farhe des R u b i II n an. Grsetzto ninn daq ('Iironioxyd Iwi (kgrnA I I e r n c 11 r n G I ii 11 s t r ii ni p f r rrfordcrliclien
wart von wenip Mapnrsin durch Titnnsiiiirr iind
Crniischrw von 99% reinem 7' 11 o r i i i nr n i t r a t
tint1 1% rrincvn ( ' e r n i t r n t. DASCeroxyd, und
Fcrrioxytf. so crliiclt niun tiir Ihuc*n S a p 11 i r e .
So lcriik intin dir Edclkorundr i n allrn Xunncen
auch dimes nur in dcr gerinpvn n h p r ron 1%.
ron wviU IBis grlli, von rosn I h diinkelrot iind von
miiU drni Tlioroxyd bcigc*iiit.ngt win, dtiiiiit die
violett bis tii*fdiinkrlbliiii I~rrziistrllen. Dirse w.w- Gliilistrumpfe jenen tekanntcn wiindrrvolleii Liclittlictinchen Edrlnteine tintc.rncliridrn sicli diircli
rffekt grbrn. Der Krfindrr, Ih. ( ' R r 1 F r e i niclitn von drn in dcr St11 iir vorkonimrndrn hell- 11 r r r A u c r v. We I R h a c 11 in Rnstersfcld in
und stnlillhurn bin lioml)liirnrnblauen Ceylon- Striermark Iittt dienr Bcobaclitiinp g~piaclit, als
und Knsch~riirsnpliiren, t l v n Itcllro?ra iind t a u k n - er seine rrsten rr.i.~cnncliaftliclirn Untc~raucliungeo
blutroteii Rubinen von Nirmn und Crylon, sowie u k r dieae nrltrnen Erdrn nusfulirtr. Seine wichtigstrn Erfolpe verdankt cr liier der von ihm zuden weillen ftirlllosen 1,r II k O R a p 11 i r e n , w d e r
in ihrcr clicniisclirn %iisiiiiiniensctzung, nocli in rmt konseqiient nngewandtrn Methode der fraktioihrrin pliyaiktrlisclirn und optischen Verlialtcn; nie niwt cn Krystnllisntion von Salzgemischen von betriirhtliclirr Lijylirhkeit. Auf meinen Wunscli hat
sind kein Siirrognt. kriiir Imitation, sie sind elwn
rr mir die rmten Originalpriiparate als Geschenk
voll koinmen rnit ill ncn idrnt iuch.
fur dm Driitnrhr Muscnm iilwrlarncn.
Fcrncr iat en gc+mpn. aucli die in der Katur
srlir selten vorkoniriicmirn anders gefarbten VarieAua den wertloaen Ruckstiinden der alonazit
sandverarbcitung iut ea 0 t t o H a 11 n zii Berlin
taten darziistellen. SCItlrn Padparadschnh in
ini letzten Jalire gelungen, dtm von ilim zuerst nur
prachtvoll gclbroter Farlw, den rrruclitopanfarhnen
und den citronengelb grfiirbtcn Saphir und ferner in ganz mininialen Mengen nus dem Tlior dargedon sogenannten orientnlischen Amethyst, lila und stellte M e a o t h o r i u m , dae erste Zerfallproviolett in der Farla, den farbenverandernden griin- d u k t den Tlioririms mit derselben durclidringenden
Strahlunp wir daa Radium, in relativ M e u t e n d e n
lichen orientalischrn Alexandrit und andere morMengcn zu erhalten. DSJ H a h n sclie Verfahren
gen- iind hyazintrot gefarbte Varietaten. Niclit
moglicli war bisher die Darstellung dea griinen wird in der Fabrik von Ih.0. K n o f l e r & Co. in
Smarngd, der abrr aucli als Beryllsilicat einer an- Plotzrnrcrr twi Berlin nunpefiihrt. 160 kg Monazitderen Klaese von Edelsteinen angehort und nicht sand licfcrn ca. 1 mg hfesotlioriumbromid zum
80 leicht kiinatlich herziistellen ist.
Preise von 160 M pro Millipramm. Wahrend die
Obgleicli die gescliliffenen synthetischen Ru- seit Auffindung des Radiuma durch M H d a m e
bine fchlcrfrei und lupenrein nach GroBe nur noch
C u r i e , nlso seit 1898, bia Iieute in allen Liindern
2-5 ivl und die Saphire 5-10 M pro Karat. gleich
dargeatellte hlenge von R a d i u m b r o m i d zum
0,205g kosten, obgleich jiilirlich schon ca.6 Millionen Preise von ctwn 360 M pro Milligrnmm aiif hijchKarat davon fabriziert werden, haben iiberraechen- stens 30 g zu acliatzen ist, laBt sich zukiinflip jiihrderwcise die n a t ii r 1 i c 11 e n farbigen Edelsteine ihren
licli der dritte Teil diesea Quantum8 an in seiner
ursprunglichen Wert belialten. So zahlt man heute
Radioaktivitiit gleichwertigem Mesothorium allein
nocli f i i r naturliche Rubine und Snphire von 2 bis
aus den Abfallprodukten der deutsclien lliorium4 Karat je nach Farbe 400-1000 M und fiir firODere
fabrikation gewinnen. f i e relativ bedeutcnde
Steine bis 3000 M, nlno daa Funfhundert- bis Tausend- Menge von 63 mg Meaothoriumbromid im W e d
fache, pro Knrat. Dirs int nur vei.stiindlich. weil
von etwa 10 OOO M, ist mir van der Firma Dr. 0.
beim Publikum daa Srliiine und E:hta nur dann
Knofler & Co. geliehen worden, damit ich cs Ihnen
ale wertvoll htrachtet wird. wenn es auch selten
zeigen kann. Zur Damtellung dieser winzigen
kit. Dank der Liebenawiirdqkeit der Cliemiaclien
Menge waren 75 OOO kg Monaziteand erforderlich.
Werkc C.m. b. H. zu Bitterfeld bin ich in der Lage,
so daO in diesem auf 150 Millionen Teile niir 1 Teil
h e n eine wunderbare Kollektion die3er rohen und
Meaothoriumbromid entfallt. Die Firma iat naTon der in Ider ansiiesigen ,,Deutechen Edelateintiirlich nicht in der Lage, dime g r o h r c Menge
gesellschaft vorm. H. Wild A.-G. " geschliffenen
rlem Deutschen Museum zu uberlessen. Sie will
aynthctischen Steine vorziifiihren und im Namen
aber cin kleineres Quantum von 6 mg Mesothoriumnnd Auftrage der C7ieiriiachen Werke dem Deutbromid dem Deutechen Museum schenken. Gem
echen Museum als Gesclicnk zu iiberreichen. Sie
wiirde ich Ihnen zeigen. wio ein mit Bariumplatin: y a n k h t r i c h e n e r Rontgenachirm durch dss
+) Diem Mitteilung verdenke ioh Herrn Di- Mesothorium zum Leuchten gebracht wird, wie
rektor Dr. Rothe-Bitterfeld.
man damit echte Diamanten von unechten unter-
noheiden. wie man Elektrpekope entladen. Funken
-ken
ausliisOn kann. Ee iet diea aber leide
im Augenblick nicht miiglioh, weil sioh dieaer mi
Wachakensn erleuchtete 8 4 nioht schnell genul
ganz dunkel mtwhen liiBt.
W. M u t h m a n n in Miinchen hat beob
achtet, d a D die M e t a l l e d e r s e l t e n e i
E r d e n , hauptaiichlich daa C e r mit L e n
t h a n . P r a s e o d y m und N e o d y m , dti
mg. M i e c h m e t a l l . beim Bearbeiten mi
Werkzeugen Funken spriihen. Dr. c a r 1 F r e i
h e r r A u e r v. W e l s b a c h fand dam, 818 e
=sen oder Zink oder Blei mit Csr legierte, dim
Legierungen in ihrer funkenden Eigenschaft be
deutend verstiirkt. Sie eehen diea an dem mil
ebenfalls fiir das Deutache Museum ubergebener
Originalpriiparat von sog. A u e r m e t a 1 I , z. B
einem @rstahlpriiparat mit 30% Eisen. Praktischc
Verwendung hat diem Entdeckung bei den bekann
tan Benzinfeueneugen gefunden. Die darin ent
haltenen Ziinbtabchen von Auermetall werder
durch gehiirteten Stahl geritzt und geben danr
Funken.
Bekanntlich verleihen die Metalle W o 1 f r a rr
und C h r o m den1 Stahl g r o h r e Hiirte und Featig
keit. Wahrend gewolinlicher Stahl beim Erhitzen
auf echweche Rotglut wine Harte verliert, bleibt
gehiirteter Wolfraniwtahl unverandert und wird
deahalb a l ~S c h n e I 1 d r e h s t a h 1 vie1 ver.
wandt.
Xachdem die A u e r g e s e l l s c h a f t 1903
gezeigt hatte, daB niaii in der e I e k t r i 8 c h e n
a I ii Ii I a m 1) e den Kohlefaden vortsilhaft, und
zwar mit M1--60yoStromersprnis durch 0 s m i u m
eraetzen kann, und nachdem im Friihjahr 1906
8 i e m e n s & H a l s k e gefunden hatten, dan
des chemisch mine T a n t a l der beseere und billigere Ersatz fur Osmium ist, wurde 1906 such daa
W o 1 f r a m fur den gleichen Zweck nutzbar gemaoht. Das teuro PI a t i n schmilzt bekanntlich
bei 1760°, daa T 8 n t a 1 bei 2300' und das so eeltene 0 8 m i u rn bei 2500". Der Schmelzpunkt dea
W o 1 f r a m s nber liegt am hijchsten von allen Metallen, namlich bei 2850". Deshalb und weil ea mineralisch als W o l f r a m i t (Eisen-Manganwolframat)
undals Sclieeli t (Clalcium-Wolframat) in grolkren
Mengen vorkommt, ist 08 als G I u h f a d e n ni o t a 1 I , daa lieute schon nicht mehr als 6-7 M
pro Kilo kostet, besonders geeignet; dabei ist der
Stromverbraucli norli etwaa geringer als beim Tantal. Gegeniiler dieaeni seigt d a q Wolfram aber
die unangenelinie Eigrnschaft groBerer Spriidigkeit und geringerer Mrrwtizitiit. no d a D die Wolframlarnpe empfindlicher gegen S t o h iind Ersohiitterung ist aln die Tantallnnip. Unter den1
Namen O s r u i i i - , S i r i u s - , K o l l o i d - und
W o t a n I a ni p e n , je naclideni lmondere Kunstkniffe angewandt worden Hind, um der Spriidigkeit diesen Jfetellrn Hcrr zu werden, konimen die
Wolfranilampn der verscliiedenen Firmcn in den
Hsndel. S i c ni c n n & H a I H k e , welche a u h r
der Tantallamp Yeit 1908 aiich die WotsnlamIw
(W o lframdraht rind 'I' u n talwicklung) fabrizieren,
und die D e u t .y r tic G a s g 1 u h I i c Ii t - A . 4 .
(Auergeeellscliaft) xu Berlin, die ihre Oaramlampen
Wolfram maclien, h a b n mir schone Samrulungen von Tantal- und Wolframpriiparaten uber-
laasen. Aus dern Tantal werden a u b r d e m wegen
der pollen, dem Stehl gleiohen Harte, und weil ea
nicht metet, medizinieohe Werkzeuge dler Art,
eowie Schmibfedern .Is Enurtz fur die teuren &Idfedern gemacht.
Daa allerneueate auf dem Oebiete der Metallurgie ist daa von F r a n z F i s o h e r zu Charlottenburg dargeetellte mine Elektrolyteisen.
Weil dieaea Elektrolytaisen frei von Weseerstoff
ist. wie dies bisher bei dem durch Elektmlyse von
Ferrosslzen gewonnenen Eisen nicht der Fall war,
ist ea nicht mehr hart und spriide, sondern IiiBt sich
leicht verarbeiten. Eine Sammlung intereesanter
Ckgenstiinde wurde mir von den L a n g b e i n
P f a n h a u s e r w e r k e n , A.-G. in Isipzig. die
die technieche Verwertung jener Erfindung iibernommen haben, ubergeben. Daa so unter Anwendung einer mit hygroskopischen Salzen, wie Chlorca~cium,versetzten Ihenaalz~6aung bei Temperaturen von 100-l!Bo gewonnene Elektrolyteisen
hat die wertvolle Eigenschaft. daI3 ea schneller als
gewohnlichea kohlenstoff- cder siliciumlialtigea
Eisen m a g n e t i 8 c h w i d , aber such wiederum
schneller den Magnetismus verliert. Es ist dalier
fur E l e k t r o m e g n e t e , die bisher aus Blechen
von Eieen mit einem Siliciumgehalt von 0,3--3%
hergeatellt wurden, daa Idealmetall und erhoht
die Leietungsfiihigkeit der Elektromotoren urn cin
erheblichea. Ein Motor z. B., der normal 0.8 PS.
leistet, ist bei melirmonatlicher Dauerbelastung
durch Anwendung von Elektrolyteisen auf eine
mehr als zweieinhalbfache Dauerleistung, niimlich
auf 1,3 PS.. gebraclit worden, ohne Alterserscheinungen zu zeigen.
-
Damit w o l h wir nunmehr die anorganische
Chemie verlaesen und urn der o r g a n i 8 c h e n
C h e m i e zuwenden, bei der der Chemiker e~ bekanntlich versteht, mit den Atomkugeln der vier
Elemente, dea Kohlenstoffs, dea Wassemtoffs. dea
Sauemtoffn und dea Stickstoffs zu jonglieren, wie
der Tascliempieler mit winen Biillen und jedem
Atoni in den von ihni konatruierten kompljzierten
Molekulen einen bestinimten Platz anzuweisen.
Dieac C h e r n i e deR K o h l e n s t o f f R i t die
aigentliclie Crundlage der T e e r f a r I) e n i n d u
I t r i e mit iliren vielen Sebenzweigen, und nie bwht, nie srhon der Samr sagt. auf deni Yteinnolilenterr.
Die bekannte scliwarze uhlrieohende Fliissigteit, der T e e r , wurde frulier aumclilieUlicli bei
ler Gewinnung von lsuchtgas aus Kolile crlialten.
Er war ein a u b r s t lilstigm Abfallprodukt, niit dem
nan nur wenig anfangen konnte. Zwar wurden in
iinigen kleinen Fabriken die bei der h t i l l a t i o n
,uerst iibergehenden Anteile, daa sog. Leichtol,
rufgefangen und als Fleckenaawer verwertet. I#e
:rijBten Mengen dagegen lagen wertloa da; es
dieb niclits andera ubrig. als wie zu verhrennen.
Us aber W. H. P e r k i n in London, ein Schiiler
lw p o k n deuhchen Cheniikem A. W. H o f n a n n , im Jalire I866 bei seinen Vernuchen, nu'(
e m h i l i n deR Teem Chinin zu maclien, den emten
ioletten Anilinfarbstoff, hI a u v e , entdcckte und
lald darauf, 1859, durch V e r g u i n in Pranksich, ebenfalln nus deni Teeradin, daa rote P u c Ii -
-
andere Anilin- h i e Salicylsiiure enr Deainfektion und hsuptsirchfarbetoffe. 80 deR A n i 1 i n b 1 a u, das M e t h y 1 lich in Form von s e l i c y h u r e m Natron els Antiv i o l e t t und d m M e t h y l g r u n foigten. anneuralgicum gebraucht wurde. Dann zeigten die
derte sicli das Bild.
E’arbenfabriken vorm. E’riedr. Bayer & Co.. daO die
Diw A n i l i n ist zuernt von U n v e r d o r Salicylsiiure auch fur Azofarbenzwecke geeignet
1) e n durcli h t i l l a t i o n von Indigo erhalten (Anil
iat, und brachten daraun 1884 den emten p l b e n
ist eine npanische Rezeiclinung dea 1ndigo.s) und
Benzidinfarbtoff. daa C h r y 8 a m i n , und 1889
von R u n g e in kleinen Mengen im Steinkohlen- einen beizenfiirbenden nchwarzen Parbetoff, das
t t w Kefunden worden. h i einfachnten und hilligD i a in a n t N c 11 w a r z , in den Handel. Dadurch
sten a b r r laUt es sich aun der von M i c h tre I
g e r a n n n i e rine immer warlisende W e u t u n g in der
P a r a d a y 1826 aun deni L a i i c l i t ~ ~abgmchien
E’arlmindustrir. Seuerdingn Iiaben die Elberfelder
drnen, s t w k liclitbrrchenden Riis..igkeit, dem
Parhenfabriken linter dem S a m e n An p i r i n die
I< c II z o 1 ((‘eHn) darrrtrllen.
Acetylnalic.vlniitire in die I’liariiiazie eingefiihrt iind
I n lwonderen ‘f~rdeatiIlaticineHnIaRrn wird
dndiircli t l t v Sitlirylxiiiire aucli einen geateigerten
Iiriite fa.qt das ganzc Quantuni den durcli AbncheiAbsntz auf ~~liarniszeutinclieiii
Cebiete verwhafft.
diinp yon Kohlenntoff schwarzyefnrbten Steinkoh- Den pegrnwiirtiprn Verbrauch tier Welt an SnIicyIIcnteers (iff08 Hind in fkiitncliland &in 81 I OOo t
niiure nchitzr it41 airf en. 2 Millionrn Kilo. vtm
I’ecr i i i i \Vrrtr von rund I 0 Millionen Mark de- tlenen etwa z w i Drittei in d r r Farlwnindustrie peatilliert worden) in p r o k n isisernen Retorten trocken
bramielit wrrdrn.
destilliert und Iiirrlri die vier Grundstoffe d r r Far
I~-iiindustrie.I - l i
H r n z o l . .‘,-IOU;,
S u 1) 11SCIICJIIlW7 wurde S (L 1) 11 t 11 tl I i II , darj bet I i a I i II ra. 0.25--0.15 ”;, A n t Ii r a c e n und
kiinntr Mottrnpulver. ziir h’alirikation vun kunstcii.
0.4-t),5?l)
( ’ it r 1) o I x ii ii r r (I’lirnol) yeliclirn Furlmtoffrn. niinilicli ziir Hemtellung von
tr-tinnen.
31 t i r t i I I .y p 1. I I) deni D i ~ i t r o a l ~ ~ h a n a p h t hbeol.
1)nq 1) c. n z o I w i d durcli Sitrirrung. d. 11.
nutzt. Dicser 1)illipte allrr I’eerkolilenwacwemtoffe
tliircli Einuirkung von Sul~~?terniiiire
in (;egenwart
rrliingte a1W.r seine yrolle Hedeutung und Verwen\ o n konz. Scliwefelniiurr. in S i t r t i IJr n z o I und
dung erst diircli die von i’e t r r G r i c U 1869 ercliews durcli Heduktion init Einen Iwi Gegenwart
fundenen A z o f a r I) s t o f f r. bas den] Anilin
\-on Saiiren in das .\ n i I i n iilmxgefiilirt. l h
.A II i I i II . Gin* ini Jnhrr INM) nocli 28 M pro Kilo entsl)reclirndr Aniidoprcdukt. dllr S a 1) 11 t 11 y I n 111 i n , untl da* dw (hrlwlsiiiin~rntsprecliende
kclstrtr. u-ird hrtitr in vielen Millionm Kilo writ
0xypr”itikt. dau S n 1) 11 t 11 o I , kciiiinien liier beriiitcr I 11 Iiergestrllt. Siinint man die Hrduktion
reitn in zwei vrrsoliieclenrn isomeren Mtdifikationen
di-s Sitrotwnzols Lei Gc-grnwart vun Satronliiiigr
als t i - iiiid $-Sai)litliylainin und ale a- und
wit %ink*tnuI) vor. so erliiilt inun Hydrazol*nzol.
@-Saplitiitilw i r . ;\tin dtwi h n z o f iind deiii S a p h ( ] i t s diircli Ikliiindcln niit Siiiirr in 11 e n L i d i n
t hulin wc*rtlen nun i i i i f kiirseren cder lanyeren
iilwrgc*lit.
\Vrycm sib virlr Hundrrtr versc4iiedenurtiger ZwiSeIwii tlcni Ik-nzi~lwurtlr zii k p i n n tler l’eersrlienpriwlitktr fiir dir 1;tirl)enfabrikation peniuclit,
tiirtxviindtiytrir niix drm ‘ h r oiicl~dip (:a r I) 1) I ist. liirr niilier tlaruuf einzugrlien.
;i II I’ I’ . cheniincli l’lirnol genunnt. iil~pt~~cliiedent l a U cs ~~nnii~plicli
I.’iirchtrn Sic. IilJeI’ itiich nirht, dall ich das
iind zii lk~ninfektionnzwrckrnverwandt tdw durcli
Kii~ac~nfiillliiirn
der Fnrlrc~nincliintriernit fast W
Sitrirrunp i i i i f I’ i k r i II s ii I I r t. verurlwitrt. derrn
vmsciiirdrrien einiieitlic,lien kiinntfichrn Farbittuffen
\-ttrsiiplit4ic. Slirenjm irkung n i i i n hclicin tliinirils eriillrr S c h t t irrungen tles t k g e n h g e n s iiher Sir
k:innt I i i t t t c . 1)ii.w (‘url)olsiiiirt* win1 Iinitr nicllt
aiispieUc. Icli will inirli dnrnuf Iwscl)riinken. llinen
i i t i r u i i z tirni (;tt.ytvrr gt*wonnc.n. sonclern uitcli nuf
niii’ ~ I K Y S w c - n t c aiif tlicscw, intrrrwaanten Gvltiete
~ . \ ~ ~ t i i r t i h c l\Yep.
~ r n i iincl %war wietlrriiin ~ i i sI k n v~~rziifiilirvn.l)ic.nniiil ist. IUIS niclit iniinrr der
7 ~ 1 1 , durcli Siilfiirierrn niit konz. Scliwt~feIniiiir~~
tinil
\.c-rsclinirlzen iiiit Sotron. rrliiiltt~n. I)ns kiirii so.
Full. t l i t s Scwentr aiicli ~ I L k* s t e . Handelt en sich
t l o c . 1 1 i i n i 1~iir~)nt~iffr.
welchc. Iinup1xiiclilic.h in der
I~hpltrntl is1 tlas H ~ i i l ) t l i i ~ iclrr
d
(:iLuiiitliistric. iind
chniit t1t.r. ’~t,i.fcnri)~)lniiiirc.
die iiur iii kicinwrri
l*;clitfiii-ficr(*i~ i n cK t r l k L ..rpirlrri rind dnzu lttrufen
hind. t*ndlicli dtwi Vorurtcil. t l u U div l’rrrfarlwn
.\lt*ngrn iiii Kokstrrr vorkoinnit. Als Knglund
unrrlit sintl, d r n ( h r i i i i 5 zii n i ~ r l i e ~ i .
1)riiii h r e n k r i e p grt)Ue .\limgrn (*iirl)olsiiurv ziir
Ihe. i n t c n A n i I i n f II r I) s I t i f f r s t i suliliii
Herstdlung voii I’ikrinsiiiin. fiir SIirvnppinittrn
twniit iptc. iind (lit* .4usfiihi. dirws wichtigrn K o l i rind fc-itrip zie ini \‘c~plticli7.1i d r n S n t urfurlwtuffen
warrn. l i c k n iillc~rdings i n i1irc.r Licliteclitlieit
i i i i t t r t . i ~ tI ~l t ~Farlwnintlustric vcrl)ot, ging n i i i n in
virl zii wiinsclirn iihrig. Seit vielrn
Ikiitnclil~nd sofort ziir Fnl)rikiition der (iirl)ol- iriiUeri~rd~ntlicli
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wnzrlnc. Fabrikrn. so die- EIIwrft.ldcr I~iirlwnfaliri- stoffr grfuiit1c.n iind Iicwintlrrs i i i i letztrii I)eztmniiini clcm Fiirliert*it~nziir Vtdiipiing gestrllt worL i m , welclir proUc 1lrngeii (’itrbolsiiiirr Iwniitiyrn.
oIrso hinlitkl. triJlzdtw dir Atisfiihr iiiis Engliind
tlcw. die d1.n niit iirlic-licm I’i.~~lulitt~n
in d r r Li I’ 11 t llinpzt cvit.tler frrig:rgelr*ii ixt, i i n d dic ‘fLwcarbo1t * ( . I i t liri t iiiclit niir pleicli sintl, sondern nie darin
. s l i i i w iiuf tlcn niet1riptc.n l’reis. i u i f ti0 I’fp. pro
sogni’ rrlirlilicli iihrtreffrri. I)c-nnoch eifert nian
t i i h i . gtwinktw war. iiiinirr ncwli syn!hrtisc.h her.
Kegen ilirr Yrrwctndunp. untl Kiinstler und Kunnt f)ic Ikrholsiiurc. w i d m r Hrrstcllting von
) i i r t d u w k i ~ rfiilirrn yrrritlczii Krieg gegeo die ‘reerS it 1 i c y I s ii I I I’ 6- verwitndt. tlic H r i n 11 n II
fitrIJciiiii(1~istri~.
iind dir Fiirbcwirn. \r.elrlie nie IRK ( J I I i c. 1870 cliirrli I~rIianclt~liivoii I’lirnolniintitzrii. Mun v i ~ l a n p t Hiickkehr zur Nutur. 01)t : i i i n i niit Kolilrnsiiiirc tlarstrlltr. Sir war dw
plricli (lit. giiten. liclitrcliten S n t u r f a r b t o f f r lnngst
t m t r s y n t 11 r t i 3 c 11 r H t- i I i n i t t c I , ~ R 111s
S
i t i r f kiinstlit.liriii \Vcyi~ lirryeatellt \c-erden.
s i n erfunden wurde, dem zclhlreiche
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Dulrbrrg: Dlr WlrlmMbaft und Tlohnik in do? ohrm. Indurtrir.
-~
Schon 1868 w R r C r a e b e und L i e h e r .
m a n n die Syiit1ie.w dm wirkmmcn Prinzips dei
Krapppflanze, des K r a 1) p r o t w oder A I i z a .
r i n n gelungen. Die deutschen Anilinfarbenfabri.
ken nalimen sofort die Fabrikation d i w s wichtigen
Artikels auf, indem nie das aus den hoclisiedenden
Anteilen dea Teerea ntammende A n t 11 r a c e n
durch Oxydation rnit Chromsiiure in A n t h r a .
c h i n o n iiberfiilirten iind d i m s durch Siilfurieren mit ScliwefelRiiure wid Verschmelzen rnit Satron
in A l i z a r i n umwandelten. Diesea Alizarinrot. von
dem heute etwa 1,8 Millionen Kiln im Werte von
11 Millionen Mark auf den Markt kommen, ist kein
eigentlicher Farbstoff, wie die Anilinfarben. Es
IiiBt sich nicht, wie dieae, auf Wolle, Seide oder
Baumwolle direkt mit oder ohne Siiure oder mit
Tannin kalt oder in der Wiirrne befeatigen. Das Alizsrin wird erst zum eigentlichen Farbetoff. wenn
seine Salze, besondem die in Wasser unlijalichen
Chrom-, Eisen- oder Tonerdesalze, am beaten rnit
E)biiuren kornbiniert, auf der Faaer niederschliigt.
Es bilden sich dann L a c k e . K r a p p l a c k e ,
von denen beaondem derjenige der Tonerde das bekannte licht- und waschechte T ii r k i s c h r o t
ist, jenea Rot, daa neben dem blauen Indigo in allen
Teppichen und Rtoffen dea Mittelaltem und auch
heute noch dea Orienta die Hauptrolle spielt.
EE gelang auch aus dem Anthrachinon, a u b r
dern Rot, orangefarbende, violette, blaue, griine
und braune Farben zri machen, bei denen beeondern
die Chromlacke in der kkhtheit nicht hinter dem
Alizarinrot zurucketanden. Allerdings konnten
diem Aliurrinfarbetoffe in ihrer Schonheit nicht mit
den gliinzenden Anilinfarben konkurrieren. Vor
10,Jahren etwa ist R o h e r t E. S c h ni i d t auch
die Liisung dim Problems gelungen. Seitdem
stellen die E l b e r f e l d e r P a r b e n f a b r i k e n und andere im A l i z a r i n - R e i n b l a u ,
- S a p h i r o l , -Astral. - U r a n o l , - 1 r i s o I und - R u b i n o I Farbstoffe des Anthrachinons her, welche die Woll- und Seidenfaser ebenso
schiin wie die Anilinfarben farben und dabei. obsahon sie direkt gefarbt und nicht als Lacke fixiert
werden, 80 lichtecht wie die Alizarinlackfarben sind.
Damit hat sich die friihere Ansicht. daB die
Anthracliinonfarbetoffe nur als 'Lacke lichtecht
sind, als falsch herausgeatellt. Mittlerweile hatte
man such gefunden, daD hohe Lichtechtheit nicht
aururchlieDlich eine Funktion deR Anthrachinonmolekiile ist.
Schon langst kannte man ini natiirlich vorkommenden Indigo eine Ausnahnie. Auf dem
Gebiete der Echtfarberei und 4ruckerei gebrauchte
man fiir Blau mcint dienen Indigo. Hier war er
Alleinherrscher. Iknlialb nannte nian ilin aucli den
Kiinig der Farbstoffe. \'on den .4nilin- und -41izarinfarbstoffen unterncheidet cr sirh dadurch, daS
er nicht direkt wie die enrtsren iind nirht als Lack,
wie viele der 1et.zteren. die Fnaer anfiirht. nondern
erst durch Herstellung ciner K iip e durclt alkalieche Reduktion in rine l&liclie farblose Verbindung iibrpefiilirt werden niriU. welrlie auf die
Geapinste und Gewtte aufzielit rind dann diircli
Oxydation an der Luft nlr Korprfarbe, P i g ni e n t ,
niedergwh lagen wirtl.
Die so mit natiirlirlieni Indigo l ) l ~ ugefiirbten
Stoffe inigen nun beiin Helicliten i n 1 (kpensatz zu
[
Zeltrchrift
nngewandte Chemle.
den obigen Alizarinfarben eine besondere Eigenschaft. Schon nach vcrhaltnisniiiBig kuner Zeit
verandern sich die Farbungen auf Baumuollc. erst
nach langerer &it, nach vielen Wochen und Monaten. aucli diejenigen auf Wolle; sie werdcn griiner
und stumpfer. aber ini Gepensatz zu den Anilinfarben. welche oft nach einigen Tagen sclion ganz
verblaBt oder hiiDlich grau geworden sind. lialt sich
diem Suance sehr lange. Auf dieaer Eigentiiniliclikeit beruht nieines Erachtenn die so vie1 gepriesenc
Gchonheit iind kiinstlerische Wirkung dcr alten persischen Teppiche.
Dieae Eigenscliaft zeigt wlbstredend aiirli dcr
damit identische k ii n s t I i c h e 1 n d i g ( I . nur
ist er chernisch rein. Bekanntlich wurde demlbe
1880 von A d o I f v. B a e y e r synthetiscli dargeatellt. Sach vieler Miihe und Arbeit und unter
Aufwendung einer hewundernswerten Geduld irt
ea dann 17 Jahre spater (1897) der B a d i c 11 e n
A n i I i n - u n d S o d a - F a b r i k gelungen. vom
Xaphthalin eusgehend, den kunstlichen Indigo so
billig henustellen. daB er rnit dem Naturprodukt
in Konkurrenz treten konnte. 1901 kamen auch
die F a r b w e r k e v o r m . M e i s t e r L i i c i u n
& B r u n i n g , vom Anilin ausgehend. niit deni
synthetischen Indigo in den Markt. Heute wird
fast iiberall in der Welt, selbet in Persien, China
und Japan, synthetischer Indigo verwandt. Die
Ausfuhr Deutachlands an kiimtlichem Indigo betrug 1910 ca. 43 Millionen Mwk.
Durch Variation der Ausgangsmaterialien und
Herstellung homologer und analoger Produkte war
es dieamal nicht malich, wie ea sonst so oft der
Fall ist, die S a t u r zu iiberfliigeln und indipoartige
Produkte von anderer Farbe oder mit anderen
Eigenschaften zu erhalten. Zwar gaben die (%lorund Bromaubstitutionsprdukte klarere und rotere
oder griinere Farbungen wie der Indigo rein und
wurden deRhalb auch unter dem Semen c'i b a b 1 a u , B r i I I a n t i n d i g o und B r o m i n d i g o
fabrikmiibig hergeatellt, aber aie waren ebenfalls
blau und z e i e n sonat desselbe Verhalten. Wie
weit wir durcli die Syntheae in der Teerfarbenindustrie gekommen Bind, mtkhte ich Ihnen an dem
kiinstlich hergeatellten D i b r o m i n d i g o zeigen,
der identisch ist mit dem P 11 r p u r d e r A I t e n.
Der P u r p u r galt bekanntlich im Altertuni
,
EIS der Inbegriff allea Schonen und Kmtbaren und
war vielfacli den Konigen vorbehalten. Er wurde
beaondem von den Phoniziern aus dem Saft der
Purpurschnecke hergeatellt. Ini L a d e der proBen
neltgeschichtlichen Umwiilzungen ist der Farb~toff gleiclinarn verlorcn gegangen. und man wnr
nicht einmal mehr in der Lage, seine Suance gcnau anzugcben. P a II I F r i e d I n e n d e r in
Darnistadt hat in neuester &it den H n t i k e n
P u r 1) u r ziini Gegenstand einer i n t e r n a n t e n
Untersucliring geniaclit. FA ht ihm gelungen. den
Farbetoff nnrli einern henonderen Verfnliren a u s
ier Driise der I' u r 1) u r n c Ii n e c k e , und zwar
hinen rotvioletten IIUH M u r c x b r a n d a r i s iind
binen dunkelhlauen ~ U RM II r e s t r 11 n c u I u s
:u isolicren. Aun 12OOO Stiick dieaer Sclinecken
~ h i e l t t" r i c d I R r n d e r 1.5 p Farbstoff. Uese
winzipe >iciige, iin Verein niit dem niclit allzu hauigen Vorkoinmen der Purpumclinecke im Mittelneer, erkliirt die Ktmtbarkeit des Yrcduktes, d r w n
damaligen PreG F r i e d l a e n d e r s u f MOO0 bii
moo0 M pro Kilo sohltzt. Die einphende Unter
suchung dee Farbetoffea zeigte, &I3 er ein Abkomm
ling dea Indigos, ein 6-6-Dihromindigo, ist, der
man schon langer kannte und auf synthetischen
Wege erhalten hatte. Diesen antiken Purpur zi
fabrizieren. w i d aber heute niemand mehr ein
fallen, denn dieser fur die Begriffe der Alten N
priichtige Farbetoff ist, gegeniiber den una jetzt
zur Verfiigung stehenden billigeren und ebensc
echten Kunntprodiikten. liingst iiberholt.
Dennoch hat dieae ni~eenschaftliche Unter.
nucliung ein sehr schones praktisches ErgebniR ge.
zeitigt. P a u I F r i e d I a e n d e r , ein L%hiilei
A d o l f v . B a e y e r n , wolltedernfarbenden
P r i n z i p d e a I n d i g o s in der von Reinem
h h r e r nachgewiesenen Indigoformel auf den Grund
koninien. Er variierte dalier die einzelnen Atom.
pruppen in dern Indigomolekiil.~Als er die darin
enthaltenen Stickstoffatome durch Schwefel ernetzte, bekam er einen Farbstoff mit allen Eigennchaften dea Indigos, nur fiirbte er nicht mehr
blau, nondern schon rot. Die Fabrikation dieaea
neuen Kiipenfarbetoffea wurde zuerst von der
F'irma K a I 1 e & Co. in Biebrich a. Rh. nufgenommen; Rie bringt ihn unter dem Namen T h i o i n d i g o r o t , sowie weitere Farbstoffe dieser Kim,
z. B. T h i c ~ i n d i g o s c h a r l a c h ,in den Handel.
Dann kam man arif dimem Gebiete der Kiipenfarbetoffe durch einen Zufall einen erheblichen
Sprung vorwiirts. Als niimlich R e n 6 B o h n von
der B a d i s c h e n A n i l i n - u n d S o d a - F a b r i k versuchte, das bekannte Verfahren der Indigoderstellung. vom Saphthalin bzw. Anilin ausgehend. auf daa Anthracen zu iibertragen. erhielt
er 1901 einen blauen Farbstoff. der nicht, wie er
erwartet hatte, der gesuchte Indigo der Alizarinreihe war, sondern der einer neuen Kleeae von
Farbetoffen angehorte, die man I n d a n t h r e n e
genannt hat. Er farbt zwar auoh, wie der Indigo,
die Baumwolle in der Kiipe blau an, aber er ist
ihm sowohl in der Schonheit wie in der Lichtechtheit
sehr iiberlegen. Sicht niit Unrecht kann man daa
Indanthren ale u n ze r s t o r h a r I i c h t e c h t bezeichnen. Auf dem so erschlossenen neuen Wege hat
man dann eine groBe Zahl ahnlicher Farbstoffe der
verschiedensten Suancen erhalten. Vor kunem
gelang ea den E I b e r f e I d e r F a r b e n f a b r i
k e n , einen dem Indigo wirklich naheatehenden
Fwhetoff der Anthracenreihe henustellen. Da
zeigte sich, daB dies- A 1 i z a r i n i n d i g o genannte Produkt zwar nianche Voniige vor dem
Indigo elb bet hat, aber im iibrigen doch den1 Indigo naher steht. als dem Indanthren.
Endlicli erhielt R o b e r t E. S c h ni i d t ,
ebenfalls durch einen Zufall, aus dem Amidoanthrachinon und iihnlichen Korpern durch die einfache
Operation der Benzoylierung zur uberraschung aller
Farbenchemiker Kiipenfarbetoffe der verschiedensten Xuancen. denen der Sammelname A l g o l f a r b e n gegeben wurde. Auch diese Farbstoffe
Hind ktreits in allen Suancen dargestellt und in
ihrer Lichtechtheit unverwiistlich.
Dit, hierdurch hervorgerufene Konkurrene lieD
die auf den anderen Farbstoffgebietrrn tatigen
miker in den wissenschaftlichen Laborstor;en .tier
0
Fabriken nicht rrrhen. E:.l dauerte nnsc FAW,YIQ~
-
die Azofarbenspeeislietm brachten unter dem
Samen B e n z o l i c h t f a r b e n neue eubetentive Fabrstoffe in den Handel, die zwar noch nicht
so lichtecht, wie die echtesten der oben genannten
sind, aber einen bemerkemwerten Fortschritt vorntellen. und die in 80 grolkn Mengen verbrauchten
alten Renzidinfarben, die B e n . z o - und D i a m i n f a r b e n , erheblich iibertreffen.
So Rtehen heute der FLhtfarherei liclitechte
Vertreter nller Schattierungen zur Verfiipng. Ich
habe dieselben in Substanz wie in Auafarbungen
iind Druckniustern in ihren verschiedenartipsten
Anaendungsmoglichkeiten aufgeatellt. Dime Muster
spreclien bei niiherer Betrachtung alle fur sich neltmt
und bediirfen keiner weiteren Erlauterung.
Auch liier liaben micli die wiederholt genannten
Firmen bevollmiichtigt, .daa Deutsche Muneum zu
bitten, Rich die fiir seine Zwecke geeipneten h o b e n
aumuchen zu wollen.
Bei den Zwischenprodukten habe ich schon
darauf hingewiesen, daD die S a I i c y I H i u r e
das erste p h a r m a z e u t i a c h e P r o d u k t
geweeen ist, welch- die chemieche Industrie, und
zwar die Firma v o n H e y d e n X a c h f .. Anfanp
der siebziger Jahre auf synthetiscliem Wege hergmtellt hat. Ale dann in den achtziger Jahren die
Wisaenschaft an die Erforscliung der A I k a I o i d e ,
jener wirksamen Subetanzen der Drogen, herantrat,
fand man iiberall als Grundstoffe stickstoffhaltige
h e n , P y r i d i n bzw. (' h i n o I i n und ihie
Analogen vor. Man glaubte dalier, man wiirde zu
neuen pharmazeutischen Heilmitteln gelangen,
wenn man Derivate dea C'himlins daretellte. Als
daher L u d w i g K n o r r durch Einwirkung von
Phenylhydrazin auf Aceteaaigeater eine Substanz
erhielt, die er als ein Chinolinderivat aneah, iibergab er sie dem Yharmakologen W i I h e I m F i I e n e.
Dieser fand die Richtigkeit der K n o r r schen
Vermutung bestatigt. EM handelte Rich tabiichlich
um eine antipyretiache Substanz. ein F i e b e r m i t t e I.
Die Temperatur herabeetzende Kraft
war aber nicht gr00 genug. F i 1 e n e riet dwhalb
K n o r r , das neue Rodukt, das, wie d i m r spiiter
fand, iiberliaupt kein Chinolinderivat, sondern ein
Pyrazolonabkomniling war, zu methylieren. Dadurch wurde die antipyretische Wirkung erhoht.
So kain man zum A n t i p y r i n und spater zum
Dimethylamidoantipyrin, dem P y r a m i d o n ,
ieRsen zuerst recht schwierige Fabrikation von den
Hijchster Farbwerken aufgenommen wurde.
Zwei junge Mediziner, K a h n und H e p 1) in
StraUburg. untersuchten dann die Wirkung des
Saplithalins auf den Organismun. Sie entdeckten
iabei ebenfalh antifebrile (fieberherabeetzende)
Eigenscliaften. EH atellte sich aber heram. daB
?ine Verwechslung vorgekommen war, und ein
Drogengeschaft ihnen Acetanilid, die Eesigsaurererbindung deR Anilins, Rtatt Naphthafin gegeben
iatte. So wurde das A n t i f e b r i n und bald
larauf durcli Errwrtz dm Anilins, durch die Alkoliolrerbindung den Anilina, durch das Phenetidin, von
len E l b e r f e l d e r F a r b e n f a b r i k e n d m
weniger gefiihrliclie P h e n a bzw. antincwalyi-
12
_-_
[ aI1~
nuisberg: Die WiMenaohaft und Teohnik in der ohem. Induntrio.
.-.-.
~
~
~
~
.
sclien 1’ri)dukten Iwyanri die Heilniittelfabrikation
in der Ptrrlxminduatrir und ist in einzelnen Werken
lanpani und allmiihlich zu einerii wichtipen Glied
dcr Fabrikation wid den Vcrkaufen aiinpehaut
worden.
\\‘rnn wir aucli tlicw A1)tciliinp d i p e n Sclirittn
durcliwandern. n o nt4irn wir, dall liier z. H . am
den furclitbamten Giften. RO auh der niorderisrlien 15 I a II N a u r e durcli kiihn erwopenen
syateinatinclien Auf1)irri. iinnchiidliclic~, a h r nichere
Heiluny bringendr Stoffe griiiaclit werden. Diese
von E ni i I P i s c 11 r r zuerst durrlipefiilirte Synthew brinpt uns zii dcr wichtigen P II r i n y r u p p .
zii deni ini Kakao cmtlialtenen Gotterbrot, deiii
T 11 e o 1) r o in i n , nouie zii den beiden ini Tee
entlialtenen Stoffen, den1 (J o f f e i n und dein
nur in Spuren darin vorkommenden 1’ 11 e o 1) 11 y 1 I i n , vim den E l b e r f e l d c r P a r b e n f a IJr i k e n T 11 e o c i 11 prnannt. O r o k Mengen des
Cbffeinn und Tlieobrominn werden zwar aun den
l‘flanzen gewonnen. Durcli Extrnktian den init
\VaKuer geweicliten Kaffeea niit Henzol behufs Darstellunp den coffeinfreien KaffeeR erhalt man des
natiirliche h f f e i n iind durcli Extraktion ~ U Hden
Kakmschalen init At her dna Theobromin. Die drei
genanntcn diuretisclirn Mittel Hind tnrinendfach
bewiilirt iin Ktunpfe yepen das scliwerr Leiden der
\Vansersucli t.
AW den1 Iiariiiloaen C: 1 y c c r i II , einer Substanz, die wir elb bat in unscren Korpenellen in
eigenartiger Verbindunp niit anderen Stoffen als
F e t t oder als L e c i t 11 i n ini Geliirn blierbergen,
untl die iiukmt gefahrlirli wird und in D y n a m i t
iibergeht. wenn man nie init Salpetemaure in Gegenwart von Schwefelniiiirr bliandelt. gewinnt man
durch clieinisclic Uiiiforiiiung. tian A I y 1) i n. Wenige Kornclien jenen unnclieiii1)nrcn Stoffw. in Wase r g e l k t und von t l w yeschickten Hand den (Iiiruryen injiziert. befrcieii den Krankcn vollkonunen
von den nchwemten Ol~rationsnclinierzen.
Die fieberhannenden hlittel. das Antifebrin
uncl Plienacetin. nowie dw Antipyrin und Pyrainidon, kennen wir aclion, aiicli die antineuralgi~ch
wirkende Salicylaaiirr und ihr Derivtrt, dtw Aspirin.
Alle diew Medikaniente wirkcn nur, wenn nie intern
yenommen, per (w1 in den Mapen pebraclit werden.
\Vir liaben a l m aucli Mittel gefundcn, die deni Organisniw truf hequenicre Weise, durcli E i n r e i k n
auf die Haut, zugefiilirt und so direkt a n die
krnnken Stellen pebraclit werden konnen. En sind
dim zwei peruclilose Ester der Salicylsaurc, M e n o t a n und S 1) i r (J s a I penannt. Dime flunsigen
Stoffe dienen alu Ersatz fur dtw in England und
Ainerika no beliebtr. a i m unangenehni riecliende
\V i n t e r y r ii n o 1 (Salicylniiureinetliylester).
Welclie Wunderwirkungen der alte gefurchteta
A r s e n i k im neuen (iewande den A t o x y 1 N ,
eincr Anilinverbindiing der Amensnure, oder gar
dea S a I v a r n a n s (Elirlicli H a t a 606). detj Uamidodioxysmenoknzols, zii leisten verrnag, ist
Ilinen zur Cenuge hckannt. Ein p r o k GefaB, gefiillt mit Salvarsan bzw. Atoxyl, ist inir von den
Hijchnter Farbwerken hzw. den cliernischen Werken zu Cliarlottenburg fur dau Deubcho Museuni
iibergeben worden.
Voni A I k o h o 1 , dein Prinzip des d e n Weineu, ausgeliend, auf dein Wege iiber das Mercaptan,
.
erliiilt man die S c 11 I a f in i t t e I S 11 I f o n a I
und T r i o n H I und von der E n s i p n a i i r e abntanimend, d a ~bekannteste diener Reihe, die von 15 m i I
F i n c: 11 e r in den Arzneincliatz eingefiihrtr DiiithyIhrbituncllure. dw .V c r c) n a 1. Freilicli niiiclite
icli Ilinen nirht enipfelilen, diese no liarnilon nclieinenden, viillig gerucli- rind geechmacklonen Sulfonale nrif ilireni Werdegang zii verfolgen. llire Vorntufe. d u hl e r c a 1) t a n ein Ahkoinnilinp des
Scliwefelwasnemtoffs, verbreitet einen nolclien I K ~ ntilenzartipen Oeruch, daU in der ersten Zcit dcr
1)arstellunp pnnze Rezirke in Aiifruhr geraten Hind.
und die Polizei die Statten schlieBen muUte. wo es
hereitet wurdc. Sncli E in i 1 F i s c 11 c r und
P e n z o I d t iat iinnere Sa.!jt? inistandc. norli
ooo ooo mp d i m fiirchterliclien S t i n h t o f f w
walirzunelinien. \Vir Elberfclder waren daher gezwrinpen. in die Einijde der Liinehurgrr Heidr zii
fluchten, uni dm Verlanpen der Kranken nncli deni
ereelinten Kuliemittel. dein S u I f o n a I und ‘I’ r i .
o n a 1 , zii stillen. Heute liaben wir aucli diearn
Riesen pebandipt. ,Kunstvoll emonnene Apparatriren pentatten unn die Handliabunp diesm Prcduktes
mittrn in unacren Fabriken, oline in Konflikt niit
der liolien Obrigkeit iind den Sasen unnerer l i e h n
Mitmemchen zii grraten.
Fuhrte iinn s n e b n der \veg durrh inel~hitinclie
Dun& zu inildeni trurtreiclien Sclilaf, n o wandrlt
das H y d r a E t i 11 i n bei seiner Synt.liesc wiedrr
panz andere Pfade. In den blsuen Krlclicm
des H e I i o t. r o p a wird etj als wunderbarer l h f t .
H e I i o t r o 1) i n g e h r e n . endet aber aIs Hitterntoff, freilicli zuglcich a h hocligenchatzte~b I II t R t i I l e n d e n H i I f 8 m i t t e l fiiuaen GyniikoloKen. M’a3man friiher aiin der ninerikaniRchen h o p e .
der H y d m t i n canadensin, inolierte, stellen wir
Iieute a h volliy identinchea I’rcdukt truf langeiii
Wepe dar.
A b r niclit nur die wirknanien Substanxcn d r r
Pflanze. aucli die in der letztcn &it oft niit Krfolp
benutzten E x t r a k t r t i e r i n c h e r D r i i s e n
werden Iieiite auf clierninchern Wege herpentent.
SI) hat P. S t I) 1 z dw aua der Setwnnicw iHolierte
A d r e n a 1 i n ayntliethincli aufgebaut. untl dic.
Hijchnter Parbwerke brinyen dihw kont barr blrit.
drucksteigernde und yefiillverenyernde kdittrl l i n t e r
den1 Sanien S II 1) r H r c n i n in den Handel.
.
.
Den Wep der Syntliene, in direlitmi \Vettb w e r h niit der S n t u r , tmclireiten wir alwr aucli
bei den R i e r 11 n t o f f e n , die wir 1iic.r nur ntreifen wollcn. ohgleirli der Iieutipe I’rtdiiktionswert
der deutnclien Induntrie dcr iit lirrinrhen 011, iind
kiinstliclien Rieclintoffe von A I b c r t H P N s c auf
45-50 Millionen Mark penrhatxt wird. So Iiat dic
(’lienlie den Duft dea gescliiitzten Maikrtiutw - t l w
C u in a r i n . der edlen Vanille-da.* V a n i I I i 1 1 .
den Heliotrop - dnn nclion yenannte H c I i o t r (J 1) i n iind dcn Duft den Veilclienn init dcrn J I) n o II
in vollkonimener ‘l’reiie nacliyebildet. Ih Bind damit keine Surrogate geschaffen, nondern in mulievollster A r k i t iRt daw riechende l’rinzip dcr liolden
Bluinenkintler nelht inoliert. ist die Konntitution
der duftenden l’rodukte aufgeklart rind dann aiw
anderen cheniischen h u n t e i n e n neu erriclitct und
Zuni kunntlichen Blumenduft zusemrnenpeeetzt
worden. Eine scltiine Aunwahl der vemcliiedenartip-
~
r
~
sten Riechstoffe der deutschen Rieohstoffindustrie
finden Sie aufgeatellt. Von der Firma H a a r m a n n & R e i m e r zu Holzminden s t a m m t untm
anderem das V a n i l l i n , dss H e l i o t r o p i n
und daa J o n o n , daa sie auf Grund und mit Hilfe
der wisaenschaftlichen Untersuchungen F e r d.
'r i e ni a n n H zuerst dargeatellt hat. Benonders
inachr ich aiich auf die ziiaanimengesetzten Rieclistoffe. deR kiinstliche K c i x e n o I , daq hl a i p I o c k c h e n b I ii t r n ii 1 und d m V r i 1 c h c n Ii I i
it e n o I (Sovoviol) nufmerksani. Die Firma
S c 11 i i i i ni e I k ('(I. in Miltitz l e i L e i p i g hat mir
(*ti. 40 iit IirriwcIte OIP d r r vemcIiiedenartiysten Zustiiiiiiiensetzunp iikrlnusen, iind von der Yirnin
H c i n t a C ( * o . .A,-(:.. IiipziK. riihrt rinr kleine
Kollektion ilirrr Slwzitilitiit xynthetisclier Hliiteniilr her. \\ciIlte mtin tliv in jeneiii C;ltLw ~ ~ ~ t l i a l t c n c
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rriit der grouten Fcstigkeit zu vereinigen. Aber
auch diese Vorwerke sind unterminiert und miissen
ziir m l i t e n &it auffliegen; deasen Rind wir siclier.
L'm welche pewaltigen Werte err sicli hier Iiandelt, mogen Sie d a r a w errnetsen, daD der jahrliclie
Weltkonsum in Kautsehuk, der ini letzten Jalire
73 0oO t poll war, bei einem Marktpreis von 12 Iiis
14 M pro Kilo. wie er lieute gilt, eine Milliarde
Mark betriigt. Dahei hat diesea einer vie1 groI3eren
Anwendung fiiliige Prcdukt vor einem Jahre nocli
24 M iind melir gektwtet. Im \'ergleicli dazu ist,
der Umsatz der Teerfarbnindustrie Deutachlands.
mit etwn f i Mil1ionc.n Mark. klein. In Zahlen ausgedruckt. kennt also die cliemische Industrie kein
grokree Problcm. Aber daa Wsgnis iat liier au0erordentlicli groD, sol1 die Fahiketion in Konkurrenz
niit der S a t u r aufgenommen werden. \Vissen wir
doch. daO der Hemtellringspreis deq wilden Kautscliiiks zwar uni 5 M herum. derjenige des Plantagenkautscliub abcr. wir er in Java, Sumatra iind Ceylon grwonnen wird. zwischen 2 rind 3 M htriigt.
Uin Ilinen niir einigw \Venige iiber die Darstellung drs kunatlirhm Kautnchuks zu rurgen,
bitte icli Sie. diese zwei Gliiser zu betracliten. Sie
entlialten daa nus dcrii niitiirlichen Kautscliuk durch
'rrwkendestillation dnlwtellbarr, aber von uns auf
nynthetincliem \Vr.pr gewonnene und bei 33" sicdendr cliriniscli reinis I s o 11 r e n , sein liolieres Homologes, daq bei W' sirdrnde p- 7 - I) i in e t h y 1 Ii u t a d i c n.
I.:s bind dien nelien deni bei gewolinliclier Teiiilwntur gasformipen B u t a d i e n ,
aucb E r y t 11 r i n ycnannt, dem niederen h i
-4'
riedrndrn Hiiriiologen des IaoprcnH, die
Miittrrsublctnnzrn dcr ncuen Kauts c 11 u k r. \Vie a-ird nun aus dieaen leicht
beivegliclien uric1 nicdrig aiedenden Plunsigkeiten
der zahe fesw. nicht riirhr unzrrsetzt destillierende
Kautscliuk? Es ist d a y Ei den Kolumbus. Kinfaclies langdauerndes Krliitzen dieser Fliiigkeiten,
darniif beruht unww Erfindung, ~chlieUtdie relativ kleineii Molekiile x u den p o k n Verbiinden des
KolloidR zusanimen. I)nU die Gumiiiiindustrie mit
deni neuen BIatrrinl etwxi anzufangen vermag,
zeiprn von der (' I ) II t i n e n t a 1 - ( ' a o II t r h (I II c
rind C: i i t t o - P e r c I i t i - C o ni 1) a p n i e zii Hannover Iierpestellte Celi,rauclisgeplenntande.AutomoI d - iind Fdirradreifen. wowie K a b l und Sclinuren
I I H W . , tlencn ProlEn YOII S a t u r k a II t a c 11 u k R
der vcrscliiedensten Herkunft d i w r P i r ~ n aangefiipt sind. Sie werden nun fragen, bin wann wird e~
cler Teclinik peliinKen .win, den kunstlichen Kaiitsclirik so Idlig Iierzulctellen. daU er den Karnpf mit
den1 natiirliclien aufnrlinien kann ? Das vermag
icli Ieider lieutr ncwli niclit zii nagen. DaU eti abcr
pclinprn wird. ist fiir rriicli zweifrllw.
-.
\Vir sind a111 Kndr iinserrr M'cmderunp durvh
die writtm (kfilde drr etieniisrlien Inclustrie. \\'o
friilirr Odlantl iind Hridr wnr. yriirirn jrtxt saftipc
\Viewn. duften 1)Iiilwndc A w n und woprn iihrenHcliwrrr Santcw niif poldiycw Halrii. Sorli is1
J3raeliland iiiit Strin iintl (irriill in Hiille iind Fiille
iind Awn. \ui deiitsc.Iirr PleiU, deutnclie Zaliipkeit.
untl Ansdaurr untl tlc*rit.qclie Intellipenz nicli I*tiitipen kiinnen, i i i i i writer clic~iiisrlic~
Kultiirariieit
zu Iristcn. -4n b:rfolpeu kann urid wird CY niclit
fvhten: das zeigtt-n i i n s die I)iintfnrt)ipen. Iirrrlic~lirn
Blumen und Bliiten. die wir am Rain pfliicken
durften; daa bewiesen die mit reifen Frucliten
echwer beladenen Erntewagen, denen wir begegneten.
.Jer
T a g der G u n s t ist w i e d e r
Tag d e r E r n t e ; m a n rnuD y r s c l i a f t i p
s e i n . n o b a l d s i o r c i f t " , mgt G o e t l i c .
hloge der deutachen chemischen Induntric die
holie Gunst. Ew. Konigliclien Holirit und der
Staats- und Reicharegierunp, uiCge Rie vor alleni
aucli unsereni Iierrlichcn 1)e u t H c h e n Ri u [A. 190.1
s e u m irnmer erhalten bleiben.
Uber die Fabrikation der kopflosen
oder Barytziindhiilzer.
Von Dr. 0. ROUTALA,
Helaingfore.
(Eingeg. %./It. 1911.)
Vor en. I 0 Jahren errepte eine ini Hnndrl rrschienene neiie Art von Ziindholzern bri drn deiitschen Ziindlicilzfabri knnten g e w i w Unrulie. D i e m
Zundliolz sollte Inan lwi gutem Gewinn etwa 'Lo bis
25% Mliper verkaufen konnen, 111s die gewolinliclirn
schwedisclien Ziindliiilzer. 1)au waren die St reidi.
liolzer olinr .,Kopf". welclie J. H. C h r i s t e n R c I I
in Kopenlinpen erfundrn untl in allen Ijindern SIIfort patentierti) Iiatte. Diew neiien Streicililiolzrr
erfulltrn a l m nur ini Iwnrlieidenen Ma&= die g r o k n
Hoffnungen. i i i i t derien dir Lkutncli-Diinixclie Aktienpledlachaft sic zu fabrizieren anyefanyen liRttC.
Sie zeigten sic11 niirnlich als r;elir launiscli. linltl
waren Hie zienilicli leiclit entziindbar. Imld \cur rr
unmoglirh. niit ilinen eine h7aiiirne zu erlialten. I n folgedwsen wiir dmi I'iiblikurri niclit leriye pcnript.
,,Barytziindliolzer" zu kaufen, und die h h i k
w u d e pezwungen, aach die Fabrikation drr pewohnlichen Sicherheitsziindliolzpr nufzuneliineri.
Sach deni lnkrafttwteri des d r r ganzen deutsclien
Zundholzfabri kation so folgenrrrliweren Zundwsrrnnteriergesetzes ani 1./10. lW!l war der Reisiintrrschied zwischen den Raryt- und gewolinlichen
Scliwdenziindholzrrn minimal gewordcw. SCI daU
zu fiircliten war. d a b dir Barytrundliolzfnl~rik aucli
ilire letzten Kunden verlieren wurde. O l d i o n
die Fnlrikation der krytziindliiilzer iii Tkiitwliland lieute keine p r o k k d e u t u n g hat. hietrt sir
voiii c.1ieriiische.n Stnndpunkte aus meliwrr interrwante I'unkte. Dir vielen Kxperinierite. ~ c l c l i ( ~
b i d e r zur Verlmwrrung der hrytliolzrr ptnrtc.lit
wurdm, sind niit wenigrn AtIsnalinirn nrpntir niisyefallen.
1)ir b'nhri kationskiistm tlrr hrytxiindlidzer
aind n12 nirclrip. weil zur Yabriktit ion panz einfach(*
Kinriclit iinpcn rind niir wcnipe l a u t r riiitip wind.
iind dcr ('lirmiknlienvc~rl,raiicli iinbedrutcmd i w t . - [lie Ekhrikatioii fiinpt wir h i den pe\vG\inlirhrn
Sirlirrlic~itsziindliiilzern niit tler Hrreitirnp iintl
'l'rockniinp tles Splintrs an. l)ir .\nlw wird i d w zii
OR. (i0 CIII laiiyrn Kliitztm alJgc?riipt, die Kliitxc. w r dcn entrindet iind nuf der Sclialmtwcliine ziirii Slum
von drr D k k e des Ziindliolzcliens pmcliiilt. 1)irscv.
Span \ \ i d nuf der HolzdralitaI1sc11lnprii~nc:liin~
iii
rinzelnv Hiilzrlien zersclinittrn. 1)ir narrtrn Hiilz-
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