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Die Zustandsgleichung (zur Richtigstellung).

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12. Die Zustandsgleichung (xur RQchjtigstellung);
vom G. Jage9..
In seiner Monographie ,,Die Zustandsgleichung der Gase
und Flussigkeiten und die Kontinuitatstheorie" l) widmet
J. P. K u e n e n einen besonderen Abschnitt der ,,Theorie von
Jager". Diese Theorie geht von der einseitigen Annahme
aus, daB bei der Verdichtung der Gase das Volumen mit
wachsendem Druck deshalb rascher abnehmen muB, als nach
dem Boyle-Charlesschen Gesetz zu erwarten steht, weil die
Molekeln AbstoPungskriifte aufeinander ausiiben, demzufolge die
mittlere Geschwindigkeit derselben bei dei Kompression kleiner
werden mu& Bei den vielen Beweisen, die heutzutage fur den
Satz existieren, da6 bei Temperaturgleichgewicht die mittlere
Energie der Gasmolekeln unabhangig von den iiuBeren Kraften
ist, ist obige Ansicht natiirlich nicht mehr haltbar, und ich
habe in verschiedenen Abhandlungen iiber diesen Gegenstand
gezeigt, daB ich die erwahnte Vorstellungsart langst fallen gelassen habe. Wenn J.
. ' l K u e n e n erwahnt, daB obige Theorie
auch Eingang in W i n k e l m a n n s Handbuch der Physik gefunden hat, so gilt dies ebenfalls nicht mehr fur die zweite
Auflage, welche ein Jahr vor K u e n e n s Monographie erschien;
Es heiBt dort Bd. 111 p. 7 1 1 wiirtlich: ,,Es liegt nahe, den
Molekeln Anziehungshrafle zuzuschreiben, da j a sonst ein Qerfliissigen der Gase und ein Uberfiihren in den festen Zustand
bei abnehmender Temperatur kaum denkbar ware." Ebenfalls
ein J a h r vor K u e n e n s Werk erschien meine Schrift ,,Die Fortschritte der kinetischen Gastheorie'' in der oben erwahnten
Sammlung ,,Wissenschaft", in welcher die genannte Art der
Abweicbung der Gase vom Boyle-Charlesschen Gesetz den
Anziehungshraflen der Molekeln zugeschrieben und iiberall, besonders bei der kinetischen Theorie der Fliissigkeiten, die
1) J. P. Kuenen,
schweig 1907.
,,Die Wissenschaft", Vieweg
& Sobn, Braun-
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G. Jager.
U i e Zustandsgleichung.
Giiltigkeit des B a r u? el E - B o 1t z m a n nschen Perteilungsgesetzes als
oberste Regel angesehen wird.
Wie leicht man bei der Schwierigkeit des genannten Gebietes zu Vorstellungen und Theorien gelangen konnte, die
sich nachtraglich als unhaltbar erwiesen, geht aus B o l t z m a n n s
Abhandlung ,,Uber die MBglichkeit der Begriindung einer
kinetischen Gastheorie auf anziehende Krafte allein" l) hervor,
in welcher er annahm, daS sich die Gasmolekeln, die nach
der gewohnten Vorstellung innerhalb der Wirkungssphare unendlich groBe AbstoBungskrafte aufeinander ausiiben, sich
genau so verhalten wiirden, wenn man unendlich groBe Anziehungskrafte annehmen wiirde. DaB man es hier mit einem
TrugschluB zu tun hat, erkennt man wiederum am besten aus
der Giiltigkeit des M a x w ell-B o 1t z m a n n schen Verteilungsgesetzes, nach welchem sich ein derartiges Gas von selbst
auf einen unendlich kleinen Raum zusammenziehen miiBte.
Es klingt nun fast wie Ironie, wenn J. P. K u e n e n auf p. 203
seines Buches zur Begriindung einer von D i e t e r i c i aufgestellten Zustandsgleichung wortlich sagt: ,,Man kann den
EinfluB der molekularen Attraktion auf den von einer Substanz ausgeiibtenDruck in anderer Weise, als diese von van d e r
W aals geschehen ist, in Rechnung bringen. Wenn Molekiile
gegen die Wand des GefaBes hinfliegen, so werden sie beim
Erreichen der Grenzschicht durch die einseitige Anziehung
nach innen in ihrer Bewegung gehemmt und daher entweder
die Wand gar nicht oder wenigstens nur mit kleinerer als der
normalen Geschwindigkeit erreichen : es wird dadurch der Druck
auf die Wand in einem bestimmten Verhaltnis verkleinert." Es
wird also hier dieselbe Vorstellungsweise, die K u e n e n bei mir
geriigt hat, als ,,eine theoretische Grundlage'( hingestellt. Natiirlich ist sie hier nach dem gegenwartigen Stand der kinetischen
Theorie der Materie ebensowenig berechtigt wie in den friiher
angefiihrten Fallen.
W i e n , den 11. Oktober 1907.
1) L, B o l t z m a n n , Ann. Wied. 24. p. 37ff. 1885.
(Eingegangen 15. Oktober 1907.)
Druck von Metzger & Wittig in Leipzig
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