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Die Zweite Weltkraftkonferenz.

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Zeitschrift fur angewandte Chernie
43. Jahrgang, S. 679-702
I Inhaltsverreichnis: Siehe Anzeigenteil S . 233 I
2. August 1930, Nr. 31
DIE ZWEITE WELTKRAFTKONFERENZ
VON PROF. DR. K. B U NTE, KARLSRUHE
Die deutsche chemische Industrie hat als Erzeuger
und Verbraucher von Energie der zweiten Weltkraftkonferenz das groi3te Interesse entgegengebracht. Diese
Beratungen, bei denen die fuhrenden technischen Vereinigungen und Verbande der ganzen Welt fur die einzelnen Vortrage Pate staniden, und die darum hohe Leistungen erwarteri lieaen, waren Problemen gewidmet,
die mit den Wirtschaftlichkeitsfragen der cheniischen Industrie in engem Zusammenhang stehen. Wahrend die
erste Weltkraftkonferenz in London-Wembley 1924 und
die ihr folgenden Teilkonfererizen in Base1 1926, London
1928, Barcelona 1929, Tokio 1929 die Energie e r z e u g u n g beharadelten, war Idas Grundthema d e r zweiten
Weltkraftkonferenz in Berlin:
,,Verteilung und Verwendung von
E n e r g i e."
Die chemische Industrie zahlt nicht nur zu den
yroDten Energieverbrauchern, sondern sie ist ihrer vielgestaltigen Natur nach sogar wohl derjenige Zweig der
Technik, der am liaufigsten in eiriem Betriebe alle
Energietrager, feste, fliissige und gasformige Brennstoffe,
Wasser, Danipf und Strorn in grofitem Mafie nebeneinander verwendet. Daruber hinaus finden alle diese
Energietrager in der chemischen Industrie in ihren verschiedensten ,,Spannungs"formen Anwendung. Von Fall
zu Fall ist 'die Wahl zwischen hoch- oder geringwertigeti
festen Brennstoffen zu treffen; Reichgase, Armgase, Abfallgase und Abhitze miissen nebeneinander wirtschaftlichste Verwendung finden. I n d e r Darnpfwirtschaft tritt
gerade in chemischen Betrieben die Aufgabenstellung
der Kraft- und Wapmekupplung klar zutage, die darin
l i g t , daD zur Erzeugung ungespannten Dampfes etwa
640 kcal aufzuwenden sind, und dai3 ein nur 5%
hoherer Warnieaufwand bereits 17 atu apbeitsfahiger
Dampfspannung ergibt. Im entspannten Dampf steht
also zwar geringe Arbeitsfahigkeit, aber groi3e Warmemenge zur Verfiigung, fur die besonsders die chemische
Industrie meist giiristigste Verwertung hat.
Elektrische Energie endlich ist fur chemische Betriebe vielfach nicht nur Kraft, Licht und Warme, sondern die Energieform chernischer Umsetzungen. Gerade
die elektrocheniischen Prozesse spielen in der Elektrizitatswirtschaft als Grundbelastungen oder Nachtstroniabnehmer oft eine bedeutsame Rolle.
Angesichts dieser vielgestaltigen Beziehungen der
chemischen Technik zur Kraftwirtschaft konnte es auf
den ersten Blick iiberraschen, dai3 unter den 34 Sektionen keine die Sonderfragen der Energiewirtschaft der
chemischen Betriebe behandelte, und dafi unter den
400 Berichten der zweiten Weltkraftkonferenz sich nur
ganz wenige Vortrage mit Teilfragen der Energieausnutzungs- und den Kupplungsmiiglichkeiten in der
dhemischen Industrie befafiten. Auch unter den mehr
als 150 industriellen Betrieben, die sich zu Besichtigungen auP den sechs groDen, das ganze deutsche Vaterland
Angew. Chemie 1930, Nr. 31
BERLIN, VOM
16.-25.JUNl 1930
uberspannendeni Rundfahrten zurVenfiigunggestellt haben,
fmden sich nur wenige der rein chemischen Industrie.
Daniit dieses Beiseitestehen der chemischen Industrie
nicht mifiverstanden werde, mui3 ausgesprochen werden,
dai3 hier eine planmafiige Beschrankung vorliegt.
Die chemische Itidustrie betrachtet sich durchaiis
nicht nur, ja vielleicht wirtschaftlich nicht eirimal vorwiegend als Stoffwirtschaft. Ihre bedeutenden Erfolge
in der Kraft- und Energiewirtschaft zeigen, dai3 sie
dieser Seite mdes Betriebes nicht nur sekundare Bedeutung beimii3t. Schon die Gesichtspunkte, nach denen
sich die cheniische Industrie ansiedelt, lassen vielmehr
deutlich erkennen, daB sie sich in eminentem MaDe gezwungen fuhlt, Kraft- und Energiewirtschaft zu treiben.
Frachtnahe, billige Brennstoffe, billiger Strom, reichliches Kiihlwasser und geeignete Vorfluter sind meist
starker bestimniend f u r die Wahl d e r Ansiedelung chemischer Betriebe als frachtnahe Rohstoffe und billige
Arbeitskrafte.
Betrachtet man die Energie- und Kraftwirtschaft
einzelner cheniischer Prozesse, so stellt man in sehr
vielen, wenn nicht in den meisten Fallen fest, daB nur
wenige Prozente der aufgewendeten Energie durch die
chemischen Unisetaungen bedingt sind. Der weitaus
iiberwiegende Energieaufwand entfallt neben der Bewegung fester, flussiger und gasformiger Massen vor
allem auf die Erreichung und Aufrechterhaltung der Reaktionsteniperaturen, auf Verdampfurig und Vergasung,
also vielfach auf Warme- und Energiemengen, die durch
Kiihlung un,d Ruckkuhlung vernichtet oder tunlichst verwertet werden miissen.
Das alles zeigt, daB es nicht mangelndes Interesse
an dieser Tagung und den durch sie aufgeworfenen Problemeri .,Energieverteilung und Energieverbrauch" ist,
wenn sich die chemische Technik Deutschlands auf der
Weltkraftkonferenz nicht starker zum Worte gemeldet hat.
Lassen sich auch heute, unmittelbar nach der Tagung, die wisseiischaftlich-technischen und wirtschaftlichen Ergebnisse der zweiten Weltkraftkonferenz noch
nicht in groi3en Zugen uberblicken, so burgt doch die
Organisation und Durchfiihrung dieser groi3en internationalen Aussprache fur Erfolge und Auswirkungen,
die den groi3en Aufwand rechtfertigen.
Ohne den1 Urteil des Auslandes vorzugreifen, darf
wohl von deutscher Seite gesagt werden, dafi diese Organisation in Anlage und Durchfiihrung ausgezeiohnet war.
Fur jede der 34 Sektionen war vom internationalen
HauptausschuB nach Vorschliigen der deutschen Sektionsleitungen schon vor mehr als Jahresfrist ein Arbeitsprogramm aufgestellt. Die groi3en technischen Vereinigungen aller Lander wurden aufgefordert, zu diesen
Program.mpunkten und anderen wichtigen Fragen Berichtc zu veranlassen, deren Patenschaft sie ubernahmen.
31
680
Zeilsclir. fur angew.
Chemie. 43. J. 1830
Lehrnann: Die Fortschritte der organischen Chemie 1924-28.
So bildete von vornherein nicht das Mitteilungsbedurfnis
einzelner, sondern das Bedurfnis der Allgemeinheit, bestimmte Fragen von den jeweils Berufensten behandelt
zu sehen, den Grundzug der offiziellen Berichte. Die schon
Ende 1929 einzuliefernden 400 Einzelberichte lagen seit
April gedruckt in den drei Kongrefisprachen vor').
Der Mehrzahl der fur die einzelnen Sektionen bestellten Generalberichterstatter scheint es ausgezeichnet
gelungen zu sein, mdem Sinne des urspriinglichen Planes
entsprechend aus den Einzelberichten ein Gesamtbild
zu gestalten und trotz gebotener Kiirze den wesentlichen
Inhalt der Einzelberichte im zusammenfassenden Rahmen treffend widerzugeben. Diesen Generalberichten
folgte die Diskussion, zu d er auch schriftliche Einsendungen szugelassen waren, die von d en Vorsitzenden
oder Beisitzern verlesen wurden. Hieraus und aus der
Notwendigkeit, die Diskussionsmitteilungen schon vorher schriftlich einzureichen, ergab es sich, daf3 die Diskussion meist nicht den Ch.arakter sder Wechselrede hatte,
sondern eigentlich Nebenberichte lieferte.
Aufgabe der GeneraIberichterstatter wird es nun
sein, aus den Hauptberichten und den Diskussionsmitteilungen nochmals ein Gesamtergebnis der Sektionsarbeit und sdes Korigrefierfolges zu gestalten.
*) Vgl. den stark gekiirzten Versaniriilungsbericht auf S.687 u. fol,o.
Die allgemeinen Hauptvortrage, in welchen zu besonderer, von anderen Verhandlungen freier Stunde
jeden Tages bedeutende Manner aller Nationen tiefgriindige Gedanken iiber naturwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Grundfragen entwickelten,
stellten die Verhandlungen in noch grofieren Rahmen,
als ihn die internationale Arbeit in den Sektionen an
sich schon bot.
Zu wertvoller personlicher Fiihlungnahme gaben
die abendlichen und zwanglosen Treffen der Fachleute
folgender Fachgebiete Gelegenheit:
Feste Brennstoffe, flussige Brennstoffe, Elektrizitat,
gasformige Brennstoffe, Dampfkraft, Verbrennungskraft,
Wasserkraft, Ausbildung, Rechtsfragen.
Zu diesen Zusammenkunften hatten die jeweils zustandigen deutschen wissenschaf tlichen, technischen und
wirtschaftlichen Organisationen a n den von offiziellen Veranstaltungen freien Abenden die Teilnehmer eingeladen.
Die groi3en gemeinschaftlichen festlichen VeranstalLungen, Empfang durch den Ehrenprasidenten der Weltkraftkonferenz im Reichstag, Eroffnungssitzung in1
Theaterraum der Staatsoper am Platz der Republik,
Empfang durch die Reichsregierung in den Festsalen des
Zoologischen Gartens und ldas Weltkraftfest im Sportpalast gaben zu der fachlichen Arbeit auch das festliche
[A. 80.1
Geprage.
Die Fortschritte der organischen Chemie 1924-1928.
Ill.
Von Dr. ERICHLEHMANN,
Cheiiiisches Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin.
(Eingeg. 28. Februar 1930.)
(Fortsetzung aus Heft 30, S. 672.)
I n h a l t s i i b e r s i c h t : 2. A r o m a t i s c h e V e r b i n d u n g e n : c) Kondensierte Systenie: a) Naphthalin- und
Acenaphthengruppe: Allgemeines, Oxy- und Oxoverbindungen, Carbon- und Sulfonsauren, Dinaphthaline, Acenaphthene.
/I)
Anthracengruppe : Allgemeines, Oxy- und Oxoverbindungen, Carbon- und Sulfonsauren, Naphthanthracene, Dianthracene.
G) K o n a
' e n s i e r t e S y s 1 e rn e.
a ) Naphthalin- und Acenaphthengruppe.
A l l g e m e i n 0s.
Aus der Salzbildung das 2,3-Oxynaphthoesauremethylesters leiten R. L e s s e r und MitarbeiterZ7') fur
die gelben Derivate Formel I ab, f i r die S u r e 11. All-
/\/\/OH
' "1
'\/'-\/\c-(
I
I
/\/\/OH
H
i I I/
'\/\/\COOH
I1
/\/\
zoylaminoessig~ureoptisch aktive Farbstoffe her. Beim
Ausfarben auf Wolle und Seide tritt keine selektive Ad-
/\/\
1
1\/\/
I /I l\/( l//
111
co
GO
C-OH
1
C-OH
-.
+
11
"20
\A/co
IV
C"C0
1
co
I
\/\
I I
'\/
gemein w i d fur einkernig substituierte Derivate des
Naphthalins Formel 111, fur zweikernig substituierte IV sorption a n die Faser ein. - B. A 1 b e r t i 378) erhalt
angenommen. - Nach V. V ese19 und Mita~beiter~") bei der Kond,ensation von Cyclohexanol mit a- b w .
lassen sich Dinitrotetraline mit Brom glatt dehydrieren, &Naphthol die Produkte 111-VI.
ebenso Mono- und Dinitrobromtetraline, beim TrinitroOH
OH
I
tetralin versagt aber die Methode. Im l-Methyl-2,4-diI
I
nitronaphthalin besiben die Methylwasserstoffatome
grofie Eeweglichkeit. -
y,
Oxy- u n d Oxoverbindungen.
Die bei d e r Oxydation von a-Naphthol entstehende
SaurG7S) hat nach 0. D i s c h e n d o r f e r 274) die Konstitution (I) einer Benzildicarbonsaure-2,2'. Die daraus
erhaltliche lactonartige Verbindung ist das Anhydrid (11) dieser Saure. - Aus /?-Naphthol und Dimethylanilin stellen R. A d a m s und Mitarbeiter27s)
durch Kuppelung mit d-, I- und d,l-Phenyl-p-aminoben.~
271)
272)
2
'
3
)
274)
275)
Ber. Dtsch. chem. Ges. 58, 2551, 9845.
Bull. SOC. chim. France [4] 37, 1436, 1444.
Vgl. H e n r i q u e 8 , Ber. Dtsch. chem. Oes. 21, 1614.
Monatsh. Chem. 48, 315; 50, 97.
Journ. Amer. chem. Soe. 48, 2183; 46, 2032.
I
C6H11
111
IV
V
VI
In Anlehnung an die ,,Hydroxylgerbtheorie" von
M a t h u r 277) fur die Olgerbung entwickelt J. H. L i 278)
eine ahnlichs Tbeorie fur die a-Naphtholgerbung. Die
OH-Gruppen mussen mbglichst symmetrisch und zentral
angeordnet sein oder so stehen, dafi die Verbindung
Haut-Gerbstoff in bezug auf die gerbenden OH-Gruppen
277)
LIEBIGSAnn. 450, 304.
Chem. Ztrbl. 1927, I, 2624.
27s)
Journ. Amer. Leather Chemists Assoc. 22, 380.
17'3)
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