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Differentialgleichungen. Von M. Lindow. Leipzig B. G. Teubner 1921

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171
Neue Biicher
36. Jahrgmg 19231
an kostbarem Gut. So betrug z. B. im Jahre 1915 die Produktioti an
Zellstoff in Deutschland reivhlich 500000 t, und nus der Ahlauge hfitte
man etwa 20 Mill. 1 100"/,igen Sprit gewinnen klinnen.
Der Vortr. schilderte dann das Verfahren zur Gewinnung von
Sulfitzellstoff und verhreitete sich uber die Bedingungen, nnter denen
der Zucker in der Ablauge ein Maximum wird. l m Anschluf3 besprach
er die Methoden zur Uestimmung des Gesamtzuckers in der Ablauge
und ging d m n zur eigentlichen Aufarbcitung der Ablaupe iiber. Er
schilderte die einzelnen Phasen des Piozesces, Neutralisation, Vergarung, Destillation und Rektifikaiion und gab dabei aiich einen
Uberblick uber die niodernen Giirungstlieorien N e u b e r g s . SchlieSlich
wuiden an der Hand einer Analyse des gewonnenen Feinsprits die
Methoden besprochen, nach denen die einzelnen Restandteile bestimmt
werden kiinnen.
Hedeutet so die Gewinnung von Spiritus einen schiinen Erfolg,
so kann man diesen Erfolg doch nur als den Anfang von der systematixhen Auswertung der Ablauge buchen, besonders u e n n man
bedenkt, dai3 die abfallende Schlempe sicb von der Sulfitiiblaiige in
der Zusammenselzung nur insofern unierscheidet, als der vergiir bare
Zucker entfernt ist. Es bleibt demnach fur die Zukunft nach viel zu
tun iibrig, und sicher wird einst der Tag kommen, wo die Herstellung
des Zellstoft's nicht mehr Selbstzd.eck ist, sondern 1ediglic.h ein Mittel,
die Sulfitablauge zu gewinnen und diese dann nach vorliiufig noch
dunklen Methoden miiglichst restlos in liochwertige organisclie Nlaterie
unizubildcn.
6. S i t z u n g . 26. 1. 1923, ebenda. Vortrag Prof. J)r. S c h o l l :
,,Neue organisdie Radikale". (Abhandlung erscheint in den ,,Berichten").
7. S i t z u n g . 23. 2. 10'23, ebenda. Vorlrag Direktor L)r. V i e w eg, Pirna: ,,Probleme aus dern Gebiefe der Kunsfseide".
Reichsbund Deutscher Technik.
Dieeer Bund, die berufsstfindisrhe Vertretiing der deutschen Technik
idler Ricbtungen, veranstaltete am 7. 2. d. J. durch den Ortsverband
Berlin eine groue Bffenlliche Kundgebung im I'lenarsitzung>saal des
Reichswirlschaftsrats gegen den Einbruch feindlicher Machte in deutsches Wirtschaltsgebiet, zu der die Reichs- und Staatsbehtirden, der
Reichs- und Landtag. die kommunalen Verwaltungen und liffentlichen
Klii perscliaften Bet lins, sowie die Verlreier technischer Berufsstande
in Wissenschaft und Wirtschaft, im liffentlichen und politischen Leben,
inshesondere die Vertreter der in Berlin ansassigen lechnischen Verbiinde und alle Freunde und Flirderer dcs Reichsbundes und seiner
Besirehunpen eingeladen waren. Der Herr Reichskanzler, der Herr
Reichstagsprssident und der Herr Minister fur Wissenschaft, Kunst
und Volksbildung batten ihr Bedauern ausgesprochen, per4nlich ani
Erscheinen verhindert zu sein. Die Versammlung, die vor vollheselztern
Hause stattfand und von den] ersten Vorsitzenden des Orlsverbands,
Dr. M a k o w k a , geleitet wurde, nahm einen lullerst wirkungsvollen
Verlauf. In seiner Ansprache hob der Vorsitzende hervor, daB der
feindliche Einhruch in deutscbes Wirtschaftsgebiet, in das Rohstofflager und die Kraftquelle unserer Wirtschaft, mehr 'bedeute, als eine
Parleiangtlegenheit der inneren Wirtscliaftspoliiik, daij es sich vielmehr um den Bestand unserer ganzen deutschen Wirtschaft, deren
wesentlicher Trjiger die Technik ibt, und um unsere Volltserhaltung
und staatliche Gemeinschaft handelt. Unter Ausschaltnng jedes
Rechtsbewu13tseins hat man auch diesmal versucht, iiber das sorgsam
vorbereitete Ziel franzlisischer Rlnkewirtscbaft hinwegzutiuschen, bis
man es wagen konnte, die Axt a n die Wurzeln deulscher .Ktaft und
Arbeit zu lepen. Dalj das deutsche Volk nicht machtlos selbst iibermiichtigster Gewalt gegeniibergestanden hat, bewies der Redner aus
der Groutat cheniisch-lechnischen Wirtschaftserfotges im M'eltkriege,
wo Wissenschaft und Wirtschaft, in technischem Geiste vereint, die
Kraft zum Durchhalten aus der freien Luft heriinterholte in jenen
Stolfen, die der Srlbsterhaltung und Hehauptung nutzbar gemaclit
werden konnten. Der uns jetzt widerf'ihrenen Gewalt gegenuber
bedarf es des einbeitlichen Willens und der Zusamtiienf;issung aller
Volkskriifte und der zielbewufiten Mitarheit der lec*hnischen Kreist.,
die fiir die wirtschaftlichen Zusainmenhiinge Verstfindnis haben, unter
Besritigung aller inneren Hrmniiingen und Widerstiinde, um alles
einzusetzen, die deutsche Volkswiitschaft und Volksgemeinsrhnft vor
rechtswidriger Gewalt durch beharrlichen Widerstand zu schutzen
und zu erhidten.
Der Hauptredner, Herr Reichsschatzniinister i i . D. Dr.-Ing. G o t h e i n ,
M. d. R., hehandelte ,,als Bergmann, Wirtschaftler und I'olitiker" in
eingehenden sacblichen Ausfuhrnngen die wirtschaltlichen Folgen des
Gewalteiiibruchs nicht niir fiir das deutsche volk, sondern auch fur
seine Gegnrr und begriindete in iiberzeugender Weise an Hand zahlreichen statistischen Materials iiber Flirderung, Aufbereitung und Verteilung, iiber .den Bedarf der Wirtschaft und lndustrie unter Berucksichtigung der Verkehrsverhaltnisse, der Ausgleichsmafinahmen und
Ersaiztnliglichkeiten sowie der wirtschaftlichen und slaatlichen
Erfordernisse die Notwendigkeit eines zielbewufiten, ziihen Widerstandes - und nicht zuletzt aus Giunden der Vaterlandsliebe und
Staatserbaltung - gegen die Vergewaltigung deutschen Wirtschaftslebens durrh unsere von Herrschsucbt geblendelen Feinde. Die Rede
endete mit dem Hinweis. daO der dem deutsdien Volke aufgezwungene
Abwehrkampf gleichzeitig den Kampf fiir den wirtschaftlichen und
kulturellen Fortschritt bedeutet.
I)er Herr Vizeprlsident des preu13ischen Landtages, Geh. u. Oberregierungsrat G a r n i c h , hob in seiner eindrucksvollen Ansprache die
13edentung des Reichsbundes als berufsstlndische Vertretung der gesamten deutschen Technik aller Richtungen, Kreise und Schichten
hervor, der gleichzeitig den Sammelpunkt aller technisch-wirtschaftlichen Kriifte darstellt, die dazu berufen und beflhigt sind, fuhrend
iind entscheidertd an der Wiederaufrichtung, der Erhaltung und
Flirderung der deutichen Wirtschaft tatkrlftig mitzuwirken.
Diese drei Ansprachen wurden von der Versammlung rnit lebhafter Anteilnahme und allseitigem Beifall aufgenommen. Die V e r
anstaltung endete tiiit einer Kundgebung, in der das Bekenntnis zur
einmutigen unheirrharen Abwelir feindlicher Gewalt von unserem in
schwerem Daseinsliampfe ringenden Volke und zum entschlossenen
Eintreten for unsere 13erufsfreunde im besetzten Gebiet insbesondere
zum Ausdruck knm.
Neue Bucher.
I
Eiufiihrung in die anorganische Experimentalehemie. Von 0 t t o D iels.
XXIL 11. 426 S. rnit 146 Abbildiingen im Text. Vereinigung wissenschafllicher Vedeger, Walter d e Gruyter und Co. Berlin u. Leipzig
1922. 16x24 cm.
Mit erfreulicher Offenheit berichtet 0. Diels im Vorwort, da13 er
das Vetlancen des Verlages nach einem kurzen Lehrbuch der anorganischen Chemie zuerst abgelehnt babe, weil geniigend alte, bewiihrte
und neue, gute Werke dieser Art vorhanden waren; bei genauerer
Durchsicht der Lehrhuchliteratur kam e r spater aber doch zu der
Uberzeugung, daB ,,eine systematische Einfuhrung in die anorganische
Chemie an der Hand eines reichen experimentellen Materiales" noch
fehlle und mancherlei Nutzen bringen kiinnte. Insbesondere sollte
diese Einfiihrung durch genaue Beschreibung der Vorlesungsversuche
das .Nilchschreiben" der Studierenden iiberflussig machen, und so eine
bessere Ausnutzung der Vorlesung und der Demonstrationen ermtiglichen. Anordnung und Auswabl .des Stoffes entspricht der Vorlesung uher ,Anorgankche Experimentalchemie", die der Verfasser
seit llngeren .J;ihren gehalten hat, und die ,,in enger Anlehnung an
die gleiche Vorlesung Emil Fischers" enstanden ist.
Das Schwergewit lit der barstellung ist demnacb auf die Beschreihung der Stoffe und ihrer Wechselwirkungen gelegt, wobei die
Schilderung der Vorlesungsversuche einen sebr breiten Raum einnimmt. llngegen llWt Diels die physikalische Chemie - einschlieijlich
der allgemeinen Chemie - sebr in den Hintergrund treteo, nicht aus
Abneigung oder Unterschltzung dieser Betrachtungsweise, sondern
weil er es fiir zweckm8Big halt, das rein beschreibende experimentelle
Tatsachenniaterial als Grundlage des Studiums der Chemie zu verwenden und die4 erst splter durch die physikalische Chemie zu
erginzen. Der Stoff ist in drei Hauptabschnitte geghedert: Nichtnietalle
nebst ihren Wasserstoff- und Halogenverbindungen; Verbindungen der
Nichtmetalle rnit Sauerstoff und Schwefel (Oxyde, Sulfide, Siiuren);
Melalle. A n geeigneten Stellen sind eingefugt Abschnitte iiber Atomund Molekulartheorie, Valenz, Thermochemie, Periodisches System,
Elektrolytist.he Dissoziation, Radioaktivitlt, Atom- und Molekelbau,
Koniplexver bindungen.
Macht man sich den angedeuteten Standpunkt des Verfassers
zu eigen, so darf man sagen, daW e r seine Aufgabe rnit gutem Erfolge
geliist bat. Gegen die Stoffauswahl ist nichts einzuwenden; die
Behandluvg ist zuverlassig, klar und - bis auf einige Fllle im Anfang auch didalitisch gewhickt. Die zum Teil wenig hekannten Versuche
sind vortrefflich :.~icgewiihltund wirken in Verbindung rnit den sauberen
Abbildnn,ren recht lebendig. Sie werden allen, die im Unterricht zu
experimentieren haben, viel Arbeit ersparen.
Hei aller Anerkennung dieser Vorzuge mijchte ich aber doch
beionen, daB inir der weitgehende Verzicht auf die Hilfsmittel der
nllgerneinen und phyeikalischen Chemie heute nicht mehr gert chtfertigt
erscheint. Die physikalische Chemie - irn weitesten Sinne genommen ist ja nicht eine Abteilung chemischen W'issens, die sich zur anorg;inischen Chemie etwa so verhlilt, wie diese zur organischen Chemie;
sie ist vielniehr eine Zusammenfassung und Vereinheitlichung chemischer Kenntnisse, eine Station auf dem Wege von der rein brschreibendm zur exakten Wissenschaft. - So wenig es einem Physiker
einfnllen wiirde, etwa den freien Fall und die Planelenbewegung
ncbeneinander zu beschreiben, ohne die Gravitation zu erwiihnen,
ebensowenig durrten in einem chemischen Lehrbnche - auch in einem
elementaren - die Fiille der chemischen Massenwirkung ohne Bezug
aut' das Massenwirkungsgesetz oder die verschiedenen Formen der
Eleniente ohne die Theorie der Allotropie behandelt werden. - Vor
30 Jahren wiirde man das Werk von Diels uneingeschi.lnkt als eine
yo1 treffliche Leistung bezeichnet haben; heute mu13 man bedauern,
daS der Verfaser den Wirkungskreis seiner tuchtigen Arbeit durch
allzn konserrative Gesinnung sthrk verkleinert hat.
1. Koppel, Berlin-Pankow. [BR. 217.1
Differeiilialgleichuageii. Von M. L i n d o w. Leipzig, B. G. Teubner,
1951. Band 589 von ,,Aus Natur und Geisteswelt".
Auf engstcm Rnume hat der Verfasser ein betrachtliches Material
yon Abl~itungeii,Aufgnben und Losungen zusammengestellt, wie es
cleni rechiieiiden Techniker, Physiker und Chemiker fortmiihrend
begegnet. Vorausgesetzt ist die Kenntnis der Differential- und In-
172
Personalnachrichten
- Verein
tegralrechnung, die in der gleichen Sammlung behandelt wurden. Der
Scnwerpunkt liegt in der Losung urn jeden Preis, d. h. wenn di?
erakte hletkode versagt, durch numerische oder graphische Niiherum.
D:tdurcli gewinnt das Buch gerade fur die technische und natw.
wissenschaftliche Praxis an Bedeutung. Letzte mathematische Strende
is! niclit cingestrebt, da entbehrlich. Ein kleiiier Nachteil liegt dnrin,
dd3 die Gleichungen fortlaufend in den Text gedruckt sind, wodurch
w a r vie1 liauni kespart ist, aber die Ubersici tliciikeit bei der eigenartigen Mischung des Stoffes etwas erschwert ist. Inhaltlich kann das
Werkclien nur emyfohlen werden.
K. bennewifz. [BB. 47.1
Eiiergie und Entropie.
Von W. L e h m a n n .
Berlin, J. Springer,
1921.
In sehr klarer und anschaulicher Weise hat der Verfasser die
elementaren Grundlagen der Thermodynamik einem breiten Leserkreis
dargestellt. Fast ohne Formelsprache werden die beiden Fundnmentalbegriffe der Energie und Entropie aufgebaut. Ihre Anwendung Fnden
sie - im Gegensatz zu anderen Darstellungen - an der Damp[turbine. Einige instruktive Rechnungen am Entropiediagramm beaohliesen das Heftchen.
K. Bennewifz. [SB. 9.1
Aggregatzustlinde.
Die Zustandsanderungen der Yaterie in Abhhgigkeit von Druek und Teniperatur. Von G. Tammann. VIIl
und 2'34 Seiten mit 127 Figuren im Text. Leipzig 1922, Verlag von
L. vos.
Der Verfasser beschiiftigt sicb bekanntlich seit fast drei Jahrzehnten
mit der iheoretischen und experimentellen Erforschung der Gleichgewic.lite zwist hen den verschiedenen Phasen eines Stoffes und der
Kinetik ihrer Umwandlungen. Die bis zum Jahre 1003 vorliegenden
eigenen und fremden Untersuchungen faUte er in dem Buch ,,Kristallisieren und Schmelzen' zusammen. Seitdem bat er mit zahlreichen
Schtilern die El kenntnis dieses Gebietes geftirdert. Es sei besonders
auf die Einfuhrung des therniodyaamischen Potentials in die Betrachtung der nillglichen Cileichgewichte hingewiesen.
Die Einstellur g gegeniiber den Fragen, um die es sirh hier handelt,
hat aber in dcr Zeit seit dem Erseheinen des erwiihnten Werkes eine
wesetitliche Verschiebung el fahren. Die Entwichlung der Rbnlgenspektroskopie hat ein neues und eindeutiges Kriterium fUr die Natur
einer Phase geliet'ert, aber auch sonst hat sich der Schwerpunkt der
Betrachtung von der reinen Thermodynamik stark nach der Molekulartheoi ie versehoben: Der Name Aggregatzustand, d.,mals von vielen
Autoren vermieden, kommt wieder zu Emen. Diese Entwicklung
spiegeit sich naturgemld auch in dem vorliegenden Buch wieder.
Der Inhalt gliedert sich in zebn Abschnitte: Die Atten der Aggregntzusisnde ; Cileicbgewichte der Aggregatzustlnde untereinander ; Gleichgewichte zwischen Danipf und Fliissigkeil ; Allgemeines Uber die
Gleichgewichbkurven; Die Scbmelzkurven; Der Polymorphismus; Die
Zuslandbdiagiamme; Die Deformation von Kristilllen und ihre Folgen;
Der Obergang eines instabileren in eioen stabileren Aggreptzustand;
Die fliissigen Kristalle. Die Darstellung ist so gehalten, da6 der
Chemiker, der Bber einige phyeikalisch-chemische Vorkenntnisse verfiigt, ihr folgen kann. Da die Kenntnis der Gleichgewichte in Einstoffsystemen die Grundlage der Gleichgewichtslehre bildet, sollte jeder,
der sich mit Problemen der letzteren beschlftigt, sich in das Buch
vertiefen. Der Leser wird dabei fjberrascht sein, zu sehen, welche
Fulle von interessanten Fragen die Einstotfsysteme bieten. - Es sei
hier nur aut einige davon hingewiescn.
Hiether gehbrea z. B. die Frnge nach der Existenz von Stoffen,
die keine feste oder keine flUssibe Phase zu bilden vermtigen, die
Problenie der Hekristallisation und die zahlreichen Fragen, welche mit
dem sponlanen I(ristal1isationsvermtigen unterkuhlter Schmelztm zusammenh2npen.
Das But-h gehtirt zu den werlvollsten Bereicherungen, welche die
deutsche chemirjche Literatur in den letzten Jahren erfahren hat.
v. Halban. [BB. 38.1
Raulnerfiillnng und Ionenbewegliehkeit. Von R i c h a r d L o r e n 1;.
Leipzig, L. VoU, 1922.
Das- umfangreiche Werk enthiilt eine umfassende Darstellung
tiller cler zahlreichen Versuche, das von den lonen, Atomen und
Molekiulen tatsiichlich eingenommene Volumen zu ermitteln. An
diesen Versuclien ist der Verfasser seit lhgerem in hervorragendea
Mase beteiligt gewesen, so da8 er als der beruIene Bearbeiter ein-r
solclien Zusilmmenfassung gelten d a r t Zuerst werden die aus dem
Tiioorcni der iiberehstinimenden Zustiinde, der Zustandsgleichung, der
freien Wegliinge und der inneren Reibung erhaltenen Ergebnisse bchnndelt. Anfiinglich kann man sich zwar des Gefiihls nicht erwehren, daR es sich mehr um RegelmiiBigkeiten als um Gesetze
hzndelt; allmiihlich aber verdichten sich die Resultate, so daO man
die Obeneuguiig gewinnt, dad nunmehr auch dieses Oebiet aus dem
Stitdiuiii der reinen Spekulation herausgetreten ist. Von den neueren
Theorien werden diejenigen von Gosh, Hertz und vom Verfasser eingehencl behandelt, um schlie8lich in die Raumgittervorstellungen von
Born, Land6 u a. zu miinden. Das Werk birgt eine Fulle von Zahlenmaterial, so d a d ea auch iiber sein enges Thema hinaus wertvollc
Angaben licfert.
K. Bennewitz. ISB. 61 1
1
deutscher Chemiker
t.nzz:;EBmle
Personal- und Hochschulnachrichten.
I
Es w u r d e n b e r u f e n : Prof. Dr. phil.et med. H. Fiihner, Leipzig,
Lur Wlederbcsetzung des durch die Emeritiernng des Geh. Med.-Hats
Prof. Leo erledigten Lehrntuhls der Pharmakologie an die Univrr..itBt
Bonn: Piivatdozent Dr. St. Golds4midt. erster A-sistent und a. 0. Prof.
am Chemischen lnztitut Wdrdburg nls etatsmii6iger a. 0. Prof. fUr
wganische Chemie an die Tevhnirche Hochschule Karlsruhe.
E R w u r d e n e r n a n n t : Oberregierungsrat Prof. Dr. L e n z e zum
Mrehtor, Regierungsrat Dr. Ri m a r s ki zum Oberregierungsrat bei der
Chemisch-Technischen Reiehsanslalt.
Prof. Dr. A. M i t s c h e r l i c h , Ktinigsberg, hat die Berufung nach
Dresden als Direktor der Versuchsanstalt fUr landwi_rtschafilichen
Pflanzenban a bgelehnt.
G e s t o r h e n s i n d : Prof. J. W. C a l d w e l l , em.Prof. d.Chemiean
der Toulane-Uiiivedtiit, Lnuisiana im Alter von 80 Jahren.- W. M.
H u t c h i n g s , Metallurge, im Alter von 73 Jahren. - Prof. Dr. S a l kows ki, Iangjiihriger Leiter der chemisch-p~iholovischenAbteilung des
Pathologirchen Insiituls an der ChwilB, Berlin.- J. D. v a n d e r Waals,
Physiker, in Amsterdam im 87. Lebensjahre. -
Verein deutscher Chemiker.
I
Der Zentralstellennachweis Mr naturwissenschaftlich-technische Akademiker im Januar und Februar 1923.
Die Laee des Stdlenmarkles hat sich i n den beidcn ersten Monrten des Jiihres weiter verschlechtert (vgl. den Jahreabericht Angew.
Chem. 36. 12.3 [19231).
A. Chemiker. Es gelanpten im Januar 10 und im Februar 6 nene
Stellen fur Chemiker zur Ausschreibuiig. 16 Stellen wurden in dieser
Zeit besetzt, 1 gestrirhen, 2 zurlickgezogen, so da6 am 1. Mlirz noch
8 Stellen offen waren, gegen 13 zu Anlang des Jahres.
Der Abnahme der Nachfriige stand eine wcitere Zunahme des.
Angebots von Arbeitskrgften gegenaber. Die Zahl der registrierten
Steilensucber sti& von 321 ct91 mannlich und 29 weiblirh) am 1. Januar auf 369 (338 m8nnlic.h und 31 weihlich) am. 31. Januar und 393
(360 lhiinnlich und 33 weihlich) am 28. Februar. Es fanden Stelle 19
(18 mlinnlich und 1 weiblicb) im Januar und 14 (12 mannlich und
2 weiblich) im Februar. Gestrichen wurden in beiden Monaten 23.
B. Ingenieure. Es gelangten 6 Stellen neu zur Aussrhreibung,
10 Stellen wurden besetzt, 1 gestrichen, 1 zurtickgezogen, Besland an
offenen Stellen 11.
Die Zahl der Stellensucher stieg von 144 (143 miinnlicb, 1 weiblich) auf 150 (149 mlnnlich und 1 weiblich) Ende Januar und auf
166 bis Ende Februar.
C. Physiker. In dieser Abteilung fand keine Vermittlnag statt.
Aus den Bezirksvereinen.
Bezirkeverein Brannschweig. Sitzung om 19. I. 1923.8 Uhr. Technische Hochscbule. Hllrsaal41. Vorsitz: Priva'dozent Dr. Ferd. Kra US.
Vortlag von Prof. Dr. Weitz, Halle: ,,#her die Existenz frrier
Arnrnonium-Radikale*. Nach einleitenden Bemerkungen Uber anderweitige Versuche zur Darstellung freier Ammoniumradikale glbt der
Vortriigende eine zummmenfassende Diirstellung seiner Untersuchungen
Uber Ammoniumradiknle der Pyridinreihe. Urnwandlungen und Konstitulionen der durch Reduktion von quaternfiren Pyridmiumralzen zunlchst
entntehenden .Leukoverbindungen', z. R. des Bie-N-benzylpyridiuiums
(N,N-Dibenzyltetrahydrodipyridylr;)
und des daraus gebildeien doppellen
Ammoniumradikals, .N,N-Dibenzyl-y,y-dipyridinium", werden a n der
Hand von Versuchen enlsprechend den frfiheren Verllffentlichungen
er6rtert. Die dunkelblaue Farbe, mit der sich das braunrute, kristdlisierte Radikal in den meisten Mitteln aufltist, riihrt her von einer
geringen Oxydation, vermutlich zu Dibenzyldipyridinium-monohydroxyd,
das also noch halb RFdikal und h d b Pyridiniumhydroxyd ist. Die
enisprechenden dunkelrefarbten (.ohinhydron"artigen) Monohalogenide
bilden sich leicht aus dem Radiknl nit seinen Dihaloganiden und
geben inlensiv blaue Ltisungen. Wenn die Ltisungen des Hitdikals von
oxydierten Anteilen ganz frei sind, so haben sie gelbhraune Farhe;
man ethlilt solvhe Usungen (die mit Luft oder Halogen dann sofort
diinkelblau werden) z. H. heiin Ilngeren Kochen der hlauen alkoholischen
Lbsung des Radikals in Wesserst(,Tfatmosphlre, wobei der Hydroxydanteil s;ch zetsetzt. Puch die unmittelbar aus der Leukcnet bindung
durch Kochen unter LuflabschluB erhaltenen gelbbraunen alkoholischen
Lllsungen, die sich mit Fauemtoff sofol t blau farben, enthalten wabracbeinlich fchon las fertige Radikal. Seine Bildung wird als ,,Disproportinnierung" von zun8vhat entstandenem nionamolekularem Benzylpyridinium-Radikal (Abstodung des Wasset stol faloms u d e r Reduktion
eines andrren Anieils) au'gefaflt, entnplechend dem von W i e l a n d
heschriebencn Zerfall des l.liphenyl3lickstoffes. - Eln Vergleich von
N-benzyl-mit N-phenyl-sut slituiertem Pyridinium zeigt den vie1 edleren,
weniger ammoniumartigen Cblrrakter dt s letzteren.
An die AusfUhrungen des Vortragenden knllpfle sirh eine eingehende Diskussion, an der besondera Privat-Dozent Dr. L i n d e m a n n
teilnahm.
i. A. des Vorstandes
Dr. H. Serger.
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