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Ein stabiles Tetraazafulvalen.

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ZUSCHRIFTEN
Ein stabiles Tetraazafulvalen**
c10
T. Andrew Taton und Peter Chen*
Wir berichten hier iiber Synthese, rontgenographische Charakterisierung und chemisches Verhalten des elektronenreichen
C-C-Dimers eines N,N'-Dialkylimidazol-2-ylidens,eines Arduengo-Carbens. Wie vor wenigen Jahren zur allgemeinen
Uberraschung gezeigt werden konnte, sind diese heteroatomstabilisierten Carbene isolierbare Verbindungen"], was die Frage
nach der C=C-Dissoziationsenthalpie der entsprechenden Carbendimere (Tetraazafulvalene) aufwarf. Qualitative theoretische Uberlegungen lieljen auf eine sehr geringe oder sogar negative Bindungsenthalpie schlieljen. Wir konnten nun die
Bindungsenthalpie eines N,N',N",N"'-Tetraalkyltetraazafulvalens zu nur einigen wenigen Kilokalorien bestimmen.
Das Tetraazafulvalen 1 (n, m = 3) wurde auf zwei unabhangigen Wegen synthetisiert (Schema 1): durch zweifache DeprotoAbb. 1. Struktur von 1 (n.m = 3) im Kristall. Die Wasserstoffatome wurden aus
Grunden der Ubersichtlichkeit weggelassen. Ausgewahlte Bindungslingen [A] und
-winkel ["I: C2-C2' 1.337(5); Mittelwerte: C2/2'-N1/3/1'/3' 1.429(4), N1/3/1'/3'-C4/
5/4'/5' 1.410(6). C4/4-C5/5' 1.294(9), Nl/l'-C2/2'-N3/3' 107.9(3).
Na
liq. NH3
1 (n,m=3)
A
Schema 1. Synthese von 1 (n, m
=
B
3).
nierung des doppelt iiberbruckten Bis(imidazo1ium)-Dikations A rnit KH in DMSO oder rnit NaNH, in Ammoniak (das
Biscarben 1' konnte spektroskopisch nicht nachgewiesen werden) und durch Reduktion des doppelt uberbruckten Biimidazolium-Dikations BC2J mit Natrium in fliissigem Ammoniak.
Nachfolgendes Verdampfen des Ammoniaks, Extraktion des
Riickstands rnit Hexan und anschlieBendes Umkristallisieren
aus Hexan lieferte im zweiten Fall blaljgelbe Prismen, deren
spektroskopische EigenschaftenL3]mit denen der auf dem ersten
Weg hergestellten Probe identisch sind.
Das Vorhandensein einer richtigen Doppelbindung zwischen
den beiden Imidazol-2-yliden-Einheiten von 1 (n, m = 3) geht
aus der 3C-NMR-chemischen Verschiebung klar hervor. Sie
betrigt fur die zentralen olefinischen Kohlenstoffatome 127.5,
in Carbenen hingegen 210-220. Im Festkorper ist der zentrale
C-C-Abstand in 1 (n, m = 3) laut Rontgen~trukturanalyse[~]
1.337(5) A (Abb. I ) , und die Anordnung um diese C-C-Bindung
ist fast planar. Diese Befunde sind rnit dem Vorliegen einer Doppelbindung in Einklang. Weitere Einzelheiten der Struktur werden getrennt beschrieben werden, dennoch sei noch erwahnt,
dalj die beiden Trimethylenbrucken stark gefaltet sind, was dem
Molekiil eine betrachtliche Flexibilitat verleiht. Dagegen liegt
im Kristall des verwandten, ebenfalls zwei Trimethylenbriicken
aufweisenden Bis(benzimida~olons)[~'
aus sterischen Griinden
eine Face-to-face-Anordnung der beiden Heterocyclen vor. In
einer Tnertgasatmosphare ist das Tetraazafulvalen 1 (a, m = 3)
unter WasserausschluB bei Raumtemperatur sowohl in Losung
als auch als Feststoff mehrere Tage stabil. Ferner waren auch
nach 15 min Erwarmen einer Losung von 1 (n, m = 3) in
[DJDMSO auf 100°C keine Veranderungen im 'H-NMRSpektrum zu erkennen.
Die Synthese von 1 (n,m = 4) durch Reduktion des Biimidazoliumsalzes in fliissigem Ammoniak, Extraktion und Umkristallisation fiihrte ebenfalls zu gelben Kristallen, die allerdings
beim Erwarmen auf Raumtemperatur schnell zu einem weiljen
Pulver zerfielen. Dieses Pulver wurde anhand seines 'H-NMRSpektrums als doppelt uberbriicktes Biscarben 1' (n, rn = 4)
identifiziertf6].Alle Versuche, das einfach iiberbriickte Tetraazafulvalen 2 oder das briickenfreie Molekiil3 herzustellen, fiihrten
zu den Carbenen 2' bzw. 3'.
[*] Prof. Dr. P. Chen, T. A. Taton
[**I
Ldboratorium fur Orgdnische Chemie der Eidgenossischen Technischen Hochschule
Universititstrasse 16, CH-8092 Zurich (Schweiz)
Telefax: Int. + 1/632-1280
E-mail: peterca chen2.ethz.ch
Diese Arbeit wurdc vom Schweizerischen Nationalfonds zur Forderung der
wissenschaftlichen Forschung unterstutzt. Wir danken Prof. Dr. Bernhard
Jaun (ETH Zurich) und Paul Seiler (ETH Zurich, Rontgenstrukturdnalyse)fur
ihre grouzugige Hilfe.
1098
K'J VC'H Vi.rlngsgesellschaft%?esel/srhufi
mhH, 0.69451 Weinlieim, 1996
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4
0044-X249/96/l0809-i0983 i5.00i,2510
Angew. Chem. 1996, 108, N r . 9
ZUSCHRIFTEN
fur die Dissoziationsentropie der Tetraazafulvalene ist
Die theoretische Vorhersage einer sehr kleinen oder sogar
A S < 35 calmol-'K-', was der Reaktion 3 -+ 3' entspricht;
negativen Bindungsenthalpie fur die zentrale C-C-Bindung der
dies ergibt wiederum fur die Molekule 1, 2 und 3 eine obere
Tetraazafulvalene basiert auf einem VB-Model1 der Anregungsenergie"], wie es von Carter und Goddard"], die ihre UntersuGrenze fur AH von 10 kcalmol-'. Weil AH faktisch durch
den Unterschied in den TAS-Werten der beiden Reaktionen
chungen auf ab-initio-Methoden stiitzten, erortert wurde. Das
1 (n,m = 3) + 1' (n,rn = 3) und 1 (n,m = 4) -+ I' ( n , m = 4)
Modell ist eng verwandt mit den ,,Valenzzustands"-Argumeneingegrenzt wird und A S fur die Reaktion 1 (n,m = 4) -+
ten der ,,Spin-valen~e''-Theorie[~~,
dem DSSE-Model1 von
1' (n,m = 4) gewiB vie1 kleiner als die obere Grenze von
Walsh (DSSE = divalent-state stabilization energy)["' und dem
35 calmol-'K-' ist, konnen wir rnit einiger Sicherheit anVB-Model1 sich kreuzender Zustandsfunktionen von Pross und
nehmen, daB die Dissoziationsenthalpie der zentralen C-C-BinShaikt'll. In der Formulierung von Carter und Goddard sollte
dung in einem N,N,N",N-Tetraalkyltetraazafulvalen AH =
die Energie der zentralen C-C-Bindung im formalen Dimer
4 & 3 kcalmol-' betragt. Diese auBerst schwache Bindung ist
zweier Singulettcarbene der Starke einer kanonischen C=Ceine beachtliche Bestatigung fur die quantitative Genauigkeit
Bindung (ublicherweise der von Ethen) abzuglich der Summe
einer qualitativen Theorie.
der Singulett-Triplett-Energiedifferenzenbeider Carbene entWir haben eine Reihe von Tetraazafulvalenen rnit untersprechen. Diese Energiedifferenz betragt in Imidazol-2-ylidenen
schiedlicher Stabilitat synthetisiert und charakterisiert ; eine
nach ab-initio-Rechnungen ungefahr 85 kcal mol- '[12]; das ist
Verbindung konnte bei Raumtemperatur isoliert werden, und
der hochste Wert fur eine Kohlenstoffverbindung mit zweibinihre Struktur wurde NMR-spektroskopisch und rontgenogradigem C-Atom mit Ausnahme von CO und Isocyaniden.
phisch eindeutig bestimmt. Die Abschatzung der DissoziationsEntsprechend erwartet man fur die Bindungsstarke in einem
enthalpie stimmt rnit den Vorhersagen qualitativer Theorien
Tetraazafulvalen einen Wert von ungef-ahr [172-(2 x 85)]
sehr gut uberein und stiitzt das Vorliegen einer sehr schwachen
z 2 kcal mol - '. Das MiBlingen fruherer Versuche, TetraazafulC-C-Bindung in den formalen Dimeren von Singulettcarbevalene herzustellen, wurde auf die nur sehr schwache Bindung
nen" '1.
zwischen den beiden Molekulhalften zuruckgefuhrt. Das Tetraaminoethylen 4, formales Dimer des Imidazolidin-2-ylidens
Eingegangen am 14. Februar 1996 [Z 88221
4', ist hingegen schon seit uber 30 Jahren bekannt[13],und uber
die Dibenzoderivate von 1 (n,m = 3) wurde erst kurzlich berichStichworte: Carbene . Imidazolylidene
tet ['I. In diesen Fallen ist die Singulett-Triplett-Energiedifferenz
durch Absattigung des heterocyclischen Carbens bzw. durch
[I] A. J. Arduengo 111, R. L. Harlow, M. Kline, J. Am. Chem. Soc. 1991, 113,361;
A. J. Arduengo 111, H. V. R. Dias, R. L. Harlow, M. Kline, i6id. 1992, 114,
Benzannellierung vermindert" und somit die C=C-Bindungs5530; A. J. Arduengo 111, H. V. R. Dias, D. A. Dixon, R. L. Harlow, W. T.
starke des Dimers erhoht. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuKlooster, T. F. Koetzle, ibid. 1994, lf6, 6812; M. Regitz, Angew. Chem. 1996,
weisen, daB die Isolierbarkeit des Carbens oder des Dimers an
108, 791 ; Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 1996, 35, 725.
sich nichts uber die C=C-Bindungsstarke aussagt. Das uberra[2] Die Synthese von B folgte der Arbeitsvorschrift von R. P. Thummel, V. Goulle,
B. Chen, J. Org. Chem. 1989,54,3057.
schende Gelingen der Synthese und strukturellen Charakterisie[3] Schmp. 102-103°C (Zers.); 'H-NMR ([DJDioxan): 6 = 5.62 (s, 4H), 2.58
rung des dem Carben 4' verwandten N,N'-Dimesitylimidazoli(m, SH), 1.58 (m, 4H); I3C-NMR ([DJDioxan, TI = I 0 s): 6 =127.5. 120.3,
din-2-yliden~~'~I
demonstnert zusammen rnit der schon lange
54.3, 31.5; IR (C,H,): 3 = 3107, 2929, 2820, 1604, 1440, 1374, 1342, 1309,
bekannten Isolierbarkeit von 4, daB Isolierbarkeit nur bedeutet,
1236,3148,1077,927,882,812,698,620,566; MS (EIl70eV): mjz: 216 [ M '1,
188, 174, 159, 146, 134, 119, 106, 94, 81, 68, 53, 41 (100); UV/Vis (Hexan):
es existiert eine kinetische Barriere fur die Dimerisierung bzw.
L,,.(&) = 330 nm (8000).
Dissoziation. Da wir eine Serie von Tetraazafulvalenen syntheti[4] Gelbe Kristalle wurden durch langsames Einengen einer gesattigten Hexanlosiert haben, die sich nur in der Zahl und Lange der Methylensung gewonnen. Kristalldaten fur 1 (n.m = 3) bei 213 K: Kristalldimensionen
briicken unterscheiden, und dabei das ganze Spektrum vom sta[mm]: ca. 0.2 x 0.3 x 0.3; monoklin, Raumgruppe P2,/n, u = 8.715(2),
bilen Dimer uber sich ineinander umwandelnde Carbene und
6 =9.518(2), c=14.171(8)A, p=97.84(0)", V=1164.5(7)A3. Z = 4 ,
p,,.,. = 1.23 gcm-', F(OO0) = 464; 2168 Reflexe rnit 0 < 25.0" gemessen. StrukDimere bis zum stabilen Carben beobachteten, sind wir nun in
turlosung und -verfeinerung anhand von 1260 unabhangigen Reflexen mit
der Lage, folgende Aussagen zu treffen: Wegen der raschen
I > 2.0u(I) und 163 Parametern. R = 0.057, R(w) = 0.067. Maximale und miUrnwandlung von 1 (n,~lt
= 4) in 1' (n,rn = 4) nehmen wir an,
nimale Restelektronendichte 0.32 bzw. -0.66 e A-'. Nonius-CAD4-Diffraktometer, Mo,,-Strahlung ( p = 5.68 mm-I), Graphit-Monochromator. StrukdaB die kinetische Barriere fur die Dissoziation niedrig genug
turlosung und -verfeinerung wurden mit SHELXTL PLUS ausgefiihrt, wobei
ist, urn die Urnwandlung von 1 (n,m = 3) in 1' (n,m = 3) zuzuWasserstoffatome in berechneten Positionen einbezogen wurden. Die kristallolassen, ware diese thermochemisch begiinstigt.
graphischen Daten (ohne Strukturfaktoren) der in dieser Veroffentlichung beWahrend eingehende Untersuchungen zum Gleichgewicht
schriebenen Struktur wurden als ,,supplementary publication no. CCDC-17927" beim Cambridge Crystallographic Data Centre hinterlegt. Kopien der
und zur Kinetik Inhalt einer weiteren Veroffentlichung sein werDaten konnen kostenlos bei folgender Adresse angefordert werden: The Direcden, konnen wir jetzt schon relativ enge Grenzen fur die Dissotor, CCDC, 12 Union Road, GB-Cambridge CB2 1EZ (Telefax: Int. + 12231
ziationsenthalpie der zentralen C-C-Bindung in N,N',N",N"'336-033; E-mail: teched@chemcrys.cam.ac.uk).
Tetraalkyltetraazafulvalenen angeben. Die Frage nach dem
[5] Z. Shi, R. P. Thummel, Tetrahedron Lett. 1994, 35, 33; ihid. 1995,36,2741.
[6] 'H-NMR-Spektrum ([D,]Toluol, -50°C) von 1 (n,m = 4): 6 = 5.48 (s, 4H),
AG-Wert fur den C=C-Bindungsbruch in 1 gleicht der nach der
3.20 (br.m, SH), 1.68 (br.m, 8H); 'H-NMR-Spektrum ([DJDMF. -50°C)
Energetik intramolekularer Reaktionen" 51 oder der Bildung invon 1' (n,m = 4): 6 = 6.83 (s, 4H), 3.75 (br.m, SH), 1.75 (br.m, 8H). Das
tramolekularer Wasserstoffbrucken in flexiblen Systemen['61.
NMR-Spektrnm des uberbriickten Carbens 1' ist im wesentlichen dasselbe wie
Nimmt man an, dal3 die Dissoziationsenthalpie in der Reihe 1,
die der monomeren Carbene in Lit. [I] und unterscheidet sich von dern von 1
hauptsachlich durch die Tieffeldverschiebung der Signale der vinylischen Pro2 und 3 annahernd konstant ist, miissen die Unterschiede in den
tonen.
Gibbs-Dissoziationsenthalpien, die fur 1 (n,m = 3) positiv, fur
[7] J. A. Blush, H. Clauberg, D. W. Kohn, D. W. Minsek, X. Zhang, P. Chen, Am.
1 (n,m = 4) fast null oder leicht negativ und fur 2 und 3 starker
Chem. Res. 1992, 25, 385.
negativ sind, im wesentlichen aus Unterschieden in der Disso[8] E. A. Carter, W A. Goddard, .
I
Phys. Chem. 1986, 90,998.
[9] J. N. Murrell, S. F. A. Kettle, I. M. Tedder, The Chemicul Bond, 2. Aufl.. Wiley,
ziationsentropie resultieren. Ungeachtet der kinetisch mogliNew York, 1985, S.247-249; siehe auch J.P. Simons, Nature 1965, 205,
chen Dissoziation ergibt sich aus der Stabilitat von 1 (n,m = 3)
1308.
eine untere Grenze von AH > 0, da nur ein positiver AH-Wert
[lo] R. Walsh, Ace. Chem. Res. 1981, 14, 246; Pure Appl. Chem. 1987, 59, 69;
zu einem positiven AG-Wert fuhren kann, wenn A S fur die ReR. S. Grev, H. F. Schaefer 111, K. M. Baines, J. Am. Chem. Soc. 1990, f12,
9458.
aktion 1 (n.m = 3) + 1' (n,m = 3) positiv ist. Eine obere Grenze
Angew. Chem. 1996, 108, N F .9
0 VCH
Vrrlugsgesellschujt mhH. 0.69451 Wemheim. 1996
0044-8249/96/l0809-1099 d 15.00-k .25/0
1099
ZUSCHRlFTEN
1111 A. Pross, S. S. Shaik, Acc. Chem. Res. 1983, 16, 363.
[I21 C. Heinemann, W. Thiel, Chem. Phys. Lett. 1994, 217, 11; D. A. Dixon, A. J.
Arduengo 111, J. Phys. Chem. 1991, 95, 4180.
[I31 H. W. Wanzlick, Angew. Chem. 1962, 74, 129; Angew. Chem. Int. Ed. Engl.
1962.1. 75; H. Schonherr, H. W Wanzlick, Chrm. Ber. 1970,103, 1037.
[I41 A. J. Arduengo 111, J. R. Goerlich, W J. Marshall, J. Am. Chem. Soc. 1995, 117.
11 027.
[I51 M. I. Page, W. P. Jencks, Prof.Nnti. Acud. Sci. USA l971,68,167X;L. Mandolini, Bull. Chim. SOC.Fr. 1988, 173.
[16] M. S. Searle, D. H. Williams, J. Am. Chem. SOC.1992, f14, 10690.
[17] Kiirzlich erfuhren wir von der unabhiingig erfolgten Synthese von 1 (n. m = 3)
durch prxparative Elektrolyse eines doppelt iiberbriickten Bis(imidazolium)salzes [18]. Die davon erhaltenen 'H- und "C-NMR-Spektren sind im
wesentlichen mit den hier beschriebenen identisch.
[iX] Z. Shi, V. Goulle, R. P. Thummel, Trfruhedron Le/t., im Druck.
Metallierte Tetra- und Penta(cyclopentadieny1)cyclopentadienyle: Synthese durch Pdkatalysierte Mehrfach-Cyclopentadienylierung**
stituierten (q5-C,H,)M-Verbindungen deutlich verbesserntS1.
Urspriinglich wurde ein schrittweiser Aufbau vorgesehen. Dabei wurden die leicht zuganglichent6' - h1 IodcyclopentadienylKomplexe 2 in einer Pd-katalysierten Einfachkupplung mit Tributyl(cycl~pentadienyl)stannan[~~
zu 3 als Gemisch aus den 1,3und 1,4-CycIopentadien-Isomerenumgesetzt (nur das 1,3-Isomer ist in Schema 1 dargestellt) . Dieses Verfahren ist eine Verbesserung gegenuber friiheren Methoden zur Herstellung dieser
Verbindungen, welche nutzliche Bausteine fur die Synthese von
(Fulvalen)heterodimetallen[lol
sind. Beim Versuch, im nachsten
Schritt das Tercyclopentadienyl["I durch Kupplung des Trimethylstannylcyclopentadienids von 3 a mit 2 a (1 Aquiv.) aufzubauen, wurden iiberraschenderweise das 1,2,4,5-MetallocyclopentadienyI-l,3-~yclopentadien4 a (9 YO) sowie 3 a (20 %)
erhalten["I. Zur Optimierung der Reakti~nsbedingungen['~]
wurden das Verhaltnis 3a:2a (1 : 1 bis 1:lo), der Katalysator
[Pd,(dba),] (dba = Dibenzylidenaceton), die Base (NaOAc,
K,CO,, Na,CO,), das Ammoniumsalz [(PhCH,NBu,)+Br-,
1-
Roland Boese, Gabriele Braunlich, Jean-Pierre
Gotteland, Jenn-Tsang Hwang, Carsten Troll und
K. Peter C. Vollhardt*
Penta(cyclopentadieny1iden)cyclopentan 1, das einfachste
,,Fulvalenradialen"[ll, ist als Ligand fur Ubergangsmetalle eine
interessante Zielverbindung bei
unseren Bemuhungen, die grundlegenden chemischen Eigenschaften von Oligo(cyclopentadieny1)metall-Verbindungen zu bestimmen[']. Wegen seines starren Geriistes sollte 1 jmindestens) fiinf
Metallatome in raumlicher Nahe zueinander binden konnen.
Daruber hinaus ist 1 topographisch gesehen fur die Synthese
von metallierten Semibuckminsterfullerenen[31oder, ausgehend
von der Metallocenform, fur die von endohedralen Metallobuckminsterfullerenen geeignett4];dabei ist erwahnenswert, daD
in einer theoretischen Abhandlung uber C,, (und dessen Wechselwirkungen mit Metallfragmenten) dieses Molekiil als durch
,,Implosion" von zwolf cyclischen C,-Einheiten entstanden betrachtet wurde[']].
Im folgenden berichten wir, daB Metallkomplexe von 1 sowie
zwei Regioisomere eines niederen homologen Cyclopentadienyls durch eine bemerkenswert einfache und potentiell allgeinein anwendbare palladium-katalysierte Reaktion von IodcyclopentadienylmetaIlkomplexen~"lrnit einem Cyclopentadienid"] hergestellt werden konnen. Eine Erweiterung dieser Methode auf andere Verbindungen sollte den Zugang zu oligosub[*I Prof. Dr. K. P. C. Vollhardt, Dr. G. Braunlich, Dr. J.-P. Gotteland,
Dr. J.-T. Hwang. Dr. C. Troll
Department of Chemistry, University of California at Berkeley
and
The Chemical Sciences Division. Lawrence Berkeley Nationdl Laboratory
Berkeley, CA 94720 (USA)
Telefax: Int. + 510/643-5208
E-mail: vollhard(o;cchem.berkeley.edu
Prof. Dr. R. Boese
lnstitut fur Anorganische Chemie der Universitat-GesamthochschuleEssen
[**I Diese Arbeit wurde vom Office of Energy Research, Office of Basic Energy
Sciences, Chemical Sciences Division des US Department of Energy (DEAC03-76SF0009X) yefordert. G. E. dankt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, J.-T. H. dem Ministerium fur Erziehung der Republik China (Taiwan)
und C. T. der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. J. P. G. dankt dem franzosischen Auknministerium fur die Anerkennung als Volontaire du Service
National Actif.
1100
(CJ
a)
I
ML,, = W(COhCH3
Zb: MLn = Mn(CO)3
2c: & = Fe(COkCH3
Za:
4a (42% aus 3a; 26% aus 2a)
4b (40%)
4c (0%)
D
I
3s (89%)
3b (61%)
3c (50%)
5a (18% aus 3a; 11%aus 2a)
5b (20%)
5c (6%)
Schema 1. a) CpSnBu, (2 Aquiv.), 3% [Pd(CH,CN),CI,], THF (THF/DMF l / l
fur 3b), 2 3 T , 1211; waBr. KF[11]; b) Za (5Aquiv.), 3% [Pd(OAc),], Pr,NEt
(10 Aqmv.), (PhCH,NEt,)+CI- (3.3 Aquiv.), DMF, 23°C 52 h; c) CpSnMe,
(0.3 Aquiv.). 3% [Pd(OAc),], NaOAc (15 Aquiv.), (PhCH,NEt,)'CI- (5 Aquiv.),
DMF, 23 "C, 52 h.
Bu,N+CI-], der zugesetzte Ligand (PPh,) und die Reaktionszeit (24-56 h) variiert. Die hochste erzielte Gesamtausbeute an
4 a und 5a betrug 60%. Die Isomere wurden chromatographisch an Kieselgel (Hexan/Aceton, 7/3) getrennt (Tabelle I)["]. Folgende Befunde wurden bei diesen Untersuchungen
erhalten : 1) Der Komplex 2 a zersetzte sich bei hoherer Temperatur (80 "C), eine Temperaturerhohung zur Erhohung der Reaktionsgeschwindigkeit ist also von Nachteil. 2) Mit Basen auDer zl?r,NEt wurden die Produkte in geringeren Ausbeuten aber
in ahnlichen Verhaltnissen erhalten (NaOAc: 4a, 28 %; Sa,
12%; K,CO,: 4a, 18%; 5a, 6%). 3) Die Variation des Katalysators sowie die des Ammoniumsalzes hatten einen nur geringen
Effekt. 4) Das Losungsmittel kann die Ausbeuten beeinflussen
(K,CO,, [Pd,(dba),], DMF: 4a, 5 a 24%; in CH,CN: 45%).
VCH Verlag~gesrllschaftmbH. 0-69451 Wemheim, 1996
0044-8249196110809-1100$ 15 00+ 2510
Angew Chem 1996, 108, Nr 9
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