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Einfhrung in die organisch-chemische Laboratoriumstechnik. Von K. Bernhauer. 2. Aufl. 170 S. 88 Abb. Springer-Verlag Wien 1942. Pr. br. RM

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Reichsanstalt fur Vitarninpriifurig und ~itarniiiforschung in
Leipzig h a l t e d ) . Die im Auftrag der U'ehrmacht hergestellten
und fur diese bestimmten vitaminisierten Lebensmittel m-erden
dem Reichsminister des Innern und dem Reichsgesundheitsamt
vom Obcrkommando tles Heeres niitgeteilt, einer besonderen A n meldung beim Reichsgesundheitsanit bedarf es in diesen Fallen
nicht.
187)
die Diskussion der sehr zahlreichen Versuchsuxiterlagen konnke es
kaum eingehen.
Alle diese Wiinsche erfiillt das vorliegende Werk fur die
Kolloidlosungen, Suspensionen und Emulsionen.
Der Einleitungsteil umfaljt 7 Seiten. Teil 2 enthalt i n 7 Kapiteln auf 150 Seiten die Grundlagen der Viscosimetrie und behandelt kritisch samtliche einschlagigen Apparate. I n Teil 3,
dem umfangreichsten des Buches, werden auf 230 Seiten in 11 Kapiteln alle einschlagigen Untersuchungen dargestellt, nnd zwar im
Hinblick auf die verschiedenen Parameter, wie Konzentration,
Temperatur, LosungsmitteleinfluR und mechanische Vorbehandlung. Bemerkenswert ist das taktvoll und mit unvoreingenommener
Kritik geschriebene Kapitel iiber Viscositat, Teilchengrorje und
Molekulargewicht. I m 4., 60 Seiten umfassenden Teil werden der
Viscosimetrie verwandte Gebiete behandelt, wie Stromungsdoppelbrechung, Elastizitat und Relaxation, wobei besonders diese
letzteren knapp und klar dargestellt sind. Den SchluB macht ein
Kapitel iiber Thixotropie, die nach Meinung des Referenten nicht
der Viscosimetrie verwandt ist, sondern, so unangenehm dies
bei der Messung auch. manchmal sein mag, unmittelbar zu ihr
gehort.
Vf. ist auf seinem Gebiet eiuer der ersten Fachleute und
h a t fast alle Probleme seines Buches selbst wissenschaftlich
bearbeitet. Der Inhalt ist dementsprechend vollstandig und sachlich vorziiglich. Jeder, der sich mit dem uniibersichtlichen und
weitverzweigten Gebiet vertraut machen will, wird Vf. Dank wissen.
Die Darstellung selbst wiinscht man sich freilich etwas
fliissiger. Eine bessere Gliederung, eingehendere Beschreibung der
Abbildungen und uicht zuletzt Vermeidung des gleichen Zeichens
fur ganz verschiedene GrOljen3) hatten auch dem Fernerstehenden
Patat. [BB. 91.1
die Einarbeitung erleichtert.
DasKWI. fur Rebenzuchtungsforschung ist das neueste
selbstandige Institut der Kaiser Wilhelm- Gesellschaft, entstanden
aus der Abteiluiig fur Kebcnziichtung, die bisher demKW1. fur
Ziichtungsforschung i n Miincheberg angegliedert war. Direktor
ist Prof. Dr. B . Husfeld. Die Aufgaben des Instituts bestehen
in erster Linie i n der Erforschung der biologischen Grundlagen
zur Zuchtung neuer leistungsfahigerer Rebenformen. An chemischen Fragen werden bearbeitet z. B. Fragen der Weinchemie,
d a die Neuzuchten den Fachmann diesbeziiglich vor neue Aufgaben
stellen werden. Fragen der direkten Schadlingsbekampfung auf
chemischem oder Shnlichem Wege fallen nicht i n das Aufgabengebiet des Instituts, sondern lediglich solche der indirekten
Schadlingsbekampfung durch Ziichtung. Zurzeit besteht im
Institut nur die Abteilung fur Rebenziichtung; es sind aber
weitere Abtcilungen im Entstehen bzw. geplant, so fur Genetik,
Phytopathologie, Physiologie, Weinkellerwirtschaft. Die Zahl
der Akademiker betragt vier. Die Veroffentlichungen des Instituts
erscheinen meistens i n den Zeitschriften ,,Der Ziichter", ,,Die
Gartenbauwissenschaft", ,,Wein und Rebe", ,,Der Deutschc
Weinbau".
(182)
I)
Vgl. 3.&teZ u. W . Roth?, Erurternngen nur Verordnung iiber vitaminisiertc Lebensmittel, Ernbhrung 7, 273 [19422]
NEUE BUCHER
Allgemeine und physikalische Chemie. Teil I und 11. Vori
W e r n e r S c h u l z e . (Sammlung Goschen Bd. 71 und 698.)
146 und 160 S. W. de Gruyter 8: Co., Berlin 1942. P r . geb.
je Bd. RM. 1,GZ.
Das Ziel der Sammlung Goschen, eine iibersichtliche, denx
neuesten Stand der Forschung entsprechende und leichtverstandliche Einfiihrung in die verschiedenen Wissensgebiete zu geben,
ist naturgemao bei der Darstellung eines Gebietes wie der physikalischen Chemie besonders schwierig zu erreichen, weil, wie der Vf.
selbst betont, alle chemischen Tatsachen sowohl als auch die
Kenntnis der Methoden und Theorien der reinen Physik vorausgesetzt werden miissen. Man kann daher den Vf. dazu begliickwiinschen, daR er es verstanden hat, aus dem ungewohnlich unifangreichen Material das auszuwahlen, was fur das Verstandnis
der Zusammenhange unbedingt notwendig ist, , und zwar ohne
dabei i n einen Telegrammstil zu verfallen. Die Darstellung ist
vielmehr sehr gcschickt und klar, so dalj sich die beiden Bandchen
tatsachlicli auch als ,,Einfiihrung" und nicht nur als Repetitoriuni
eignen, wenn auch natiirlich auf die tiefere Begrundung der abgeleiteten Formeln und Satze i n Anbetracht der gebotenen Enge
des Raums haufig verzichtet werden muate. Tatsachlich ist man
iiberrascht, wie rnit wenigen Worten iiberall auch der rieuesten
Entwicklung der Forschung Rechnung getragen wird, etwa bei
der Einfuhrung der Aktivitaten an Stelle der Konzentrationenl)
oder bei der Berechnung von Gleichgewichten aus den Ahsolutentropien der Reaktionsteilnehmer usw. Das erste Bandchen behandelt nach einleitenden Kapiteln die Aggregatzustande und
ihre Umwandlungen, die Mischphasen und di; c&mische Gleichgewichtslehre, das zweite Bandchen die elektroruotorischen Krafte,
die Temperaturabhangigkeit des Gleichgewichts, die chcmische
Kinetik und i n der zweiten Halite die Beziehungen zwischen
Atombau und chemischcn Eigenschaften. I3in wirkliclier $>inblick i n das umfangreiche WisSensgebiet der physikalischen Chernie
laljt sich natiirlich nicht durch blol3e Lektiire gewinnen, soridern
will erarbeitet sein. Eine solche knappe Darstellung, gerade ITenn
sie als Einfiihrung benutzt werden soll, erfordert deshalb erst
recht ein eingehcndes und sorgfaltiges Studium. Viele werden
dem Vf. dankbar sein, daB er die Moglichkeit dazu i n so engem
Rahnien geschaffen hat.
B. Kortum. [BB. 112.1
Viscositat der Kolloide. Voii W. P h i l i p p o f f . (Handbuch der
Kolloidwissenschaft in Einzeldarstellungen. Unter Mitwirkung
von Fachgenosseu herausgeg. von W. O s t w a l d . Bd. IX.) 453 S.,
254 Abb. Th. Steinkopff, Dresden u. Leipzig 1942. Pr. geh.
RM. 45,-, geb. RM. 47,-.
Die Messung der Viscositat ist fur viele Betriebslaboratorieli
der chemischen Veredelungsindustrie wichtig. Der Betriebschemiker kann aber nicht ohne w-eiteres eindeutige Zusammenhange zwischen der Viscositat und den iibrigen physikalischchemischen Eigenschaften angeben. Auch ist es schwierig, die
verstreuten, sich widersprechenden und fast durchweg in verschiedener Nomenklatur abgefaBten Arbeiten zu Rate zu ziehen.
Das Houwinksche Bucha) hat zwar in groRen Zugeil solche Zusammenhangc behandelt ; auf die spezielle Mefltechnik aber und
') Wiioschensnert a i r e es, wenn
Aktivitit eingefuhrt miircle, UUL
eingefiihrt Forden sinil.
m i f f gleich unter Renutaurig der 11'ic .iktirit'itskoefiizienten schon rorhrr
%) Diese Ztschr. 52, 107 [I!l:iU].
Einfuhrung in die organische Chemie. Von 0. Diels. 11.veranderte Aufl. 326 S., 33 Abb. J . J. Weber, Leipzig 1942.
Pr. geb. RM. 11,50.
Abgewogenheit der Stoffauswahl, Ubersichtlichkeit der Darstellung durch straffe, systematische Gliederung und Pragnanz
des Ausdrucks zeichnen die Dielssche ,,Einfiihrung in die organische
Chemie" aus und haben ihr seit ihrem ersteu Erscheinen vor
35 Jahreii grol3e Beliebtheit bei Studierenden der Chemie und
Medizin gesichert. Auch diese letzte Auflage, die der 10. schon
nach 3/4 Jahren gefolgt ist, zeugt von der unablassigen Arbcit
des Vf. zur standigen Verbesserung und Verjiingung seines
Leitfadens.
Bei einem Buch, das mit so hervorragendem didaktischen
Geschick geschriebenist und schon so vielen Studenten-Generationen
geholfen hat, verfolgt der erfahrenere Leser mit besonderem Interesse die Verlagerungen der Schwerpunkte i n der Darstellung,
die sich aus den Fortschritten unserer Wissenschaft und der dadurcli entstandenen Wandlung der Aspekte ergeben.
Da will es allerdings dem Referenten scheinen - bei voller
Beriicksichtigung des Charakters einer ,,Einfiihrung" -, als oh
manclie Abschnitte, vor allem solche iiber theoretische Fragen und
allgerneine Vorstellungen (z. B. Warmetonungen, Katalyse, hochmolekulare Verbindungen), dann solche iiber Stoffe und Vorgange
von hervorragender technischer Bedeutung (z. B. Acetylen, Zellstoff) und schlieljlich solche iiber einige Naturstoffgruppen (z. 6:.
Fermente, Vitamine, Hormone) eine eindringlichere Behandlung
verdienten. vielleicht auf Kosten von Binzelheiten von mehr
methodischem oder systematischern Interesse.
3'. G. Piseller. LBB. 93.1
Einfuhrung in die organisch-chemische Laboratoriumstechnik. Von K. B e r n h a u e r . 2. Aufl. 170 S . , 88 Abb. SpringerVerlag, Wien 1942. Pr. br. RM. 4,80.
Eine uberraschendc Fulle von methodischen Anleitungen
und Hinweisen i s t i n dem schmalen Bandchen gefaljt : Einer kurzeii
Charakterisierung der organisch-chemischen Reaktionen und
Operationen folgen Schilderungen der chemischen Operationen
im allgemeinen, dann Beschreibungen der Methoden und Operationen zur Isolierung und Reinigung organischer Substanzen. Als
Anhang finden sich schliel3lich Bemerkungen iiber die Eigenschaften von Geraten und Materialien (Glas, Porzellan, Kork usw.),
iiber die Ifandhabung atzsnder, giftiger und leicht entziindbarrr
Stoffe, iiber allgemeine Laboratoriumseinrichtungen und sogar
iiber Protokollfiihrung und Veroffentlichung.
I m Vergleich zur ersten Auflage ist diese neue Bearbeitung
wesentlich verbessert und erweitert, vor allem durch Aufnahme
neuester Methoden. Die Abbildungen sind durchweg klar gezeichnet, besser als in den meisten chemischen Lekrbiichern,
jedoch nicht einheitlich stilisiert (z. B. Schliffe!) und zum Teil
nicht proportionengerecht.
Als Anregung fur die nachste Auflage lieljeri sich folgendc
Wiinsche HuWern : Vor der Schilderung apparativer Einzelheiten
eines Verfahrens waren kurze Hinweise auf seine p h y s i k a l i s c h e n
G r u n d l a g e n niitzlich, mit einigen veranschaulichenden Z a h l e n a n pa b e n4). Erfalirun~szemaW werden vom Anfanger bei der
3,
4,
So wird beispirlsncise das Zeichen p sowohl fiir Eigmvolumen, Fluiditat und Winkelzr:rde, d:as Zeirtien n in ein und dcrselben Formnl fur Abstand und Exponent gcbraucht.
%. H. calorische Leistung eines Bunsenbrenners, Verdampfungswirmen TOU Wasser und
;mdercu Lrjsungsnitt-.lu. Molvoluinen eines Gases bei geringen Drucken, Verteilungskoeffizieukn, Zvrtzilungsgrad und Oherfliiche. Formnlierung rler Zentrifugalwirkung.
Die Chemic
56,dahrg. 1913. J r . f i 2
Zusammensetzung einer Apparatur ( 2 . B. zur Destillatiori gr6Werer
Wassermengen i. V.) oder der Ausfiihrung einer Operation die
XroRten Siinden aus Unkenntnis dieser Grundlagen begangen.
Niitzlich waren weiterhin einige Z e i t a n g a b e n als Anhaltsyunkt fur die zweckmaBige Leistung einer Apparatur und der zu
erstrebenden Dauer einer Operation. Sie wiirden an der Erziehung zu einer verniinftigen Zeiteinteilung und -ausniitzung beitragen. Denn die Zeit i s t haufig das in chemischen 1,aboratorien
: ~ mmeisten verschwendete Gut.
Tm ganzen befriedigt die Bernhauersche ,,Einfiihrung" ein
starkes Bediirfnis: Der gute ,,Arbeitsstil" braucht zu seiner Verrtiittlung vor allem unmittelbare Anschauung - i n vielem bleibt
er Frage des Temperaments und des Geschmacks. Doch als H i l f e
m r Uberlieferung ist das Eiicllein ausgezeichnet geeignet ; es wird
dem Organiker, sei er Anfanger oder Fortgeschrittener, sehr gute
1)ienste leisten.
B. B. Pischer. [BR. 44.1
Unsere Lebensmittel und ihre Veranderungen. Voxi I\..% ic g e l m a y e r . 3. verb. Aufl. T h . Steinkopff. Dresden 11. 1,eipzig
1942. P r . geh. RM. 12,-, geb. RM. 13,50.
Die 3. Auflage enthalt gegeniiber der zweiten kaum nennenswerte Veranderangen, so daD auf diese Besprechung6) verwiesen
werden kann.
Als Erweiterung ist lediglich eine Rede, gehalten bei der
Eroffnung des Instituts fur Kochwissenschaft zu Frankfurt a. M.,
") Diese Xtsrlrr. 54, 245 [1!1111.
beigefiigt, dic besonders auf die falsche Emlhrungsweise, die Entwertung der Lebensmittel infolge Veranderung der kiichenmaBigen
Behandlung und Bearbeitung sowie auf die Konservierungsmethoden und nicht zuletzt auch auf den Nicotiii-GenuD und die
datlurch beobachtete Zunahme der Magenleiden hinweist.
Vf. gibt die Schuld a n der fehlerhaften Ernahrung der Abweridung von der Naturkost sowie der durch die Massenanhaufung
in GroBstadtcn und die Berufstatigkeit zwangsweise erfolgten
koiizeritrierten Nahrung, dem langen Weg der gewonnenen Lebensmittel vom Erzeuger zum Verbraucher. Die Zubereitung der
Lebensmittel, die eine gewisse Vorverdauung darstellt, zerstort
einen grol3en Teil der Erganzungsstoffe, sie denaturiert haufig die
Eiweifistoffe und verandert den Gehalt an Mineralstoffen usw-.
Vf. schlagt vor, durch griindliche wissenschaftliche Forschung dic
zweckrnafligsten Zubereitungsrerfahren und die beste Art der
-4usniitzung aller biologisch wertvollen Faktoren zu finden und
im Haushalt, in G&tstatten und in Gemeinschaftsverpflegung dit,
kiiclienniLl3igen Zubereitungsmethoden zu fordern, damit deni
Verbraucher ,,lebende" Nahrung zugefiihrt wird und die im Laufc.
tler Zeit unmerklieh auf fnlsche Wege gelangte Ernahrungsweisr
er richtiggestellt wird.
S o kann das Uuch als eitie Aufforderung zur wissenschaftlichen Erforschung der Kochkunst gewertet werden und alleii
deneri empfohlen werden, die an cliesem Ziele mitzuarbeiten gewillt nud hefiihixt sind.
Barnes. [BB. 90.1
VEREIN DEUTSCHER CHEMIKER
Walter John
.F
Gebiet, die noch kurz \-or seiner Einberufung im April 1942
abgeschlosseii wurden, enthalteri schlieBlich wichtige Hinweisc
iiber die Frage nach der Identitat des synthetischen TocoAm 15. September 1942 ist Dozent Dr. Phil. habil. W a l t e r
pherols mit dem i n der Natur vorkommenden Vitamin E selbst.
J o h n als Soldat der Infanterie im Kampf fur das GroDdeutsche
J o h n h a t gezeigt, dafi durch die Karrersche Synthese durcliaus
Reich vor Stalingrad gefallen.
noch nicht der letzte Beweis fur die Richtigkeit der angenommericti
W a l t e r J o h n wurde a m 6. Mai 1910 als Solin des Pfarrers
Struktur- und Raumformel des natiirlichen a-Tocopherols c'rHugo John und seiner Ehefrau Doris, geb. Caroli in Daisbach bei
bracht ist und dalj es noch weiterer, griindlicher Versuche in diescr
Heidelberg geboren. Nach AbschlnB seiner Schulzeit durch die
Richtung bediirfe. Es war ihm nicht mehr vcrgonnt, die hieriihcr
Reifepriifung an der Oberrealschulc in Bretten 1929 wandte er
sich zunachst i n Heidelberg und Danzig, dann, ab W.S. 1930/31 begonnenen Arbeiten z u Ende zu bringen.
i n Gottingen, dcm Studium der Chemie zu. Hier hat er, angeregt
J o h n ist durch die intensive, wissenschaftliche Bearbeitung
durch einen Kreis hervorragender Lehrer, die Grundlagen seiner
der E-Vitamine zu dern anerkannten Fachmann Deutschlands auf
riaturwisseiischaftlichen und chemischen Ausbildung empfangen
dem Gebict geworden. I n einer Reihe von Vortragen und Aufiind die schonste Zeit unbeschwerter Lehr- und Assistentenjahre
satzen, auch als eifriger Mitarbeiter dieser Zeitschrift, hat er
verbringen konnen, hier h a t er auch seine spatere Gattin kennen
immcr wieder auf die grofie biologische a n d medizinische S r gelernt und im Jahre 1910 seine Familie gegriindet, der sein
deutung der Antisterilitatsfaktoren fur die Volksgesundheit untl
kleiner, heiBgeliebter Sohn entsprossen ist.
Tiermedizin hingewiesen und damit die Allgemeinheit auf die oft
Die wissenschaftliche 1,aufbahn J o h n s beganri mit seiner
wenig beachteten Arbeiteii auslandischer Forscher aufmerksani
Doktorarbeit iiber Synthesen von Imidazol- und Pyrimidinderigemacht. Der Verein Deutscher Chemiker und seine Zeitschrift
vaten, eine Arbeit, die im Zusammenhang mit der chemischen
haben ihn daher auch kurz vor Ausbruch dieses Krieges als einErforschung des Antiberiberi-Vitamins unter Leitung seines
zigen Vertreter Deutschlands zur Teilnahme an einer physiovon ihm zutiefst verehrten Lehrers, Prof. A . H'indaus, durchlogisch-chemischen Vortragsveranstaltung iiber die E-Vitamine in
gefiihrt wurde. Auf Grund dieser Arbeit iibertrug ihrn Windaus,
England bestellen kbnnen.
tler bald die auBergewohnlichen Fahigkeiten des jungen Chemikers
Angeregt durch Untersuchungen iiber die farbigen Oxyerkannt hatte, noch vor AbschluW seiner Promotion eine Assitlationsprodukte der Tocopherole h a t sich J o h n in den letzteii
stentenstelle am Gottinger Institut. Damit mar die auBere GrundJahren einer neuen, mehr physikalisch-chemischen Problemlage fur die kommende wissenschaftliche Entfaltung gegeben.
stellung, der Tintersuchung der Solvatochromie, zugewandt. Dies(.
Nach AbschluD der Dissertation begann J o h i -- zunachst
Arbeiten, iiber die er in der Gottinger Chemischen Gesellsehaft
noch in gemeinsamer Arbeit mit TVindaus, nach kurzer Zeit aber
wiederholt in seincn ausgezeichneten, mit schonen Experimenten
b s e i t s ganz selbstandig - zusammen mit einer Reihe von Doktoausgeschmiickten Vortragen berichtet h a t und die i n kurzen Ziigeii
raqden Untersuchungen iiber die Antisterilitatsfaktoren (Toco- in dieser Zeitschrift referiert sind, haben zu hochst beachtlicheii
pherole, Vitamin E). Seine erste Arbeit galt der Isolierung
Ergebnissen gefiihrt, iiber die im einzelnen hier nicht gesprocheii
und Reindarstellung Vitamin-B-wirksamer Stoffe aus Weizenwerden kann. Hier hat J o h n i n direkter Weise fur dic Kriegkeimlingsolen. Hier gelang ihm 1937 die Auffindung des p-TOCO- fiihrung einen Beitrag geleistet.
pherols, dem er als erster die richtige Summenformel zucrkennen
Auch auoerhalb seines eigentlichen Arbeitsgebietes hat
konnte. E r u-ies nach, daB sich die Verbindung vom a-Tocopherol \%'alter J o h n (lurch eine reiche publizistische Tatigkeit vor allem
(lurch den Mindergehalt einer Methylgruppe im phenolischen Teil
auf tlem Vitamingebiet in einer Reihe von Handbiichern oder
unterscheiden muBte. Die folgendeu Arbeiten sowohl iiber die
Einzelwerken - auch in dieser Zeitschrift -- der deutschen WissexiKonstitutionsermittlung als auch iiber die Synthese standen im
schaft gedient. Die Verdienste, die er sich dadurch erworben h a t ,
Zeichen schwerster Konkurrenz, insbesondere mit E. Fernholz in
sind bei der schoii gewaltigen anderweitigen Anspannurig
der letzten
'
amerika, der als erster die wichtigsten Abbauergebnisse fand, und
Jahre gar nicht hoch genug einzuschatzen.
mit P. Karrer i n der Schweiz, dern noch vor AbschluW der KonstiAls Assistent des Iiistituts hatte J o h n die 1,eitung (leitutionsermittlung mit kiihnem Griff die erste Synthese gelang.
niiorganischen und organischen Ausbildung der Lehramtsanwarter
hber trotzdem konnte sich J o h n immer wieder entscheidend in
Durch seine bescheidene und ruhige Art h a t e r sich bei seinen
alle Fragen einschalten und wertvolle Beitrage in beiden RichSchiilern wie auch bei den Kollegen des Instituts unii i n seineni
tungen liefern. S o gelang ihni der Nachweis, daB das von Karrer
weiten Freundeskreis die Zuneigung und Verehrung aller erworben
synthetisierte Tocopherol nicht die dort vermutete Cumaraii-,
J o h n , der sich bis zu seiner Einberufung neben aller wissensondern eine Chromanstruktur besitzen mu& Besonders ausfiihrlich wurden dann von J o h n die Oxydationsprodukte der E-Fak-- schaftlicheii Arbeit a.ktir i n Partei und SA betatigte, hat sic11
stets begeistert fur die deutsche Sache eingesetzt und als eintoren untersucht; dies war in Hinblick auf die zum Nachweis und
facher Soldat seinem Laride das Leben hingegeben. E r hatte
zur Bestimmung verwendbaren Farbreaktionen wie auch fur die
Prage nach dem biologischen Wirkungsrnechanismus dieses Vi- ihm auch als Chemiker Kriegswichtiges und Bedeutendes zu geben
gehabt. In die Lucke, die sein Tod riB, ist an der Front ein anderer
tamins von Bedeutung. Die wichtigsten Ergebnisse aber zeitigten
Kamerad getreten. Die Liicke in der deutschen Forschung wirtl
die Arbeiten J o h n s i n der Synthese. Hier fand er neue Wege,
die insbesondere zum Aufbau einer Reihe von Seitenketten- sich in absehbarer Zeit kaum schlieBen. Nicht nur Freunde und
Mitarbeiter haben einen Mann verloren, der ihnen unersetzlich
homologen gefiihrt haben. Auf diese Weise ist es gelungen, unabist, auch der gesamten deutschen Wissenschaft ist einer ihrer
hangig von dem schwer zuganglichen Phytol, Vitamin-E-airksamc
Praparate und schliel3lich auch a-Tocopherol selbst in relativ ein- erfolgreichsten und hoffnungsvollsten Chemiker der Nachw uchsfacher Weise nufzubauen. Die letzten Arbeiten J o h n s auf dieseni
generation entrissen worden.
Rezirksaerbnnd Hannover.
U i e Claernie
58. Jahrg.e4319. iVT. 112
I9
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