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Encyclopedia of Chemical Technology von R. E. Kirk und D. F. Othmer. Interscience Publishers Inc. New York 1947Ц54. Band 1 bis 12 je Band etwa 960 S. Subskriptionspreis DM 110

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Perory-trlXIuoressigstium eignet sich vorzuglich zur Oxydation
primllrer aromatischer Amine zu den entsprechenden Nitrobenzolen. Nach W . D. Enrnons (Rbhm u. H a a s Comp.) wurden an
15 Beispielen Ausbeuten iiber 80 % erzielt. Die Oxydationsprodukte fallen sehr rein an, da Nebenreaktionen, wic sie bei der Verwendung von Peroxy-essigslure auftreten (bis zu 71 % Azoxybenzcl aus Anilinl), infolge der hohen Aciditbt des Reaktionsgemisches nicht zum Zuge kommen. Negativ substituierte AnilinDerivate eignen sich besonders gut, z. B. Nitraniline, Halogenaniline und Phenylendiamine. Hingegen kommt es bci Verbindungen mit Elektronen-spendenden Substituenten leicht zu einer
Spaltung des Benzolkerns. Man bereitet das Reagenz, indem man
Trifluoressigsaureanhydnd unter Kiihlung in eiqe Emulsion von
90 proz. H,O, in Methylenchlorid einlaufen 1aDt. Die Oxydation
der Amine erfolgt i m gleichen Medium bei RiickfloOtemperatur.
(J. Amer. chem. SOC.76, 3470 [l954]). -Hsl.
( R d 347)
4-Amlnosalicylaldehyd-thlosemlcnrbazon wurde von A. Goldberg und H. A . Walker synthetisiert, um seine tuberkulostatische
Wirkung mit der der entsprechenden Benzaldehyd-Derivate (ConMen) und der p-Aminosalicylaaure ( P A S ) zu vergleichen. Zur
Darstellung dea als Zwischenprodukt erforderlichen 4-Nitro-salicylaldehyds wurde 2-Acetoxy-4-nitrotoluol in siedendem Tetrachlorllthan zunachst zum entsprechenden substituierten Benzylbromid bromiert. Dieses liefert bei der Einwirkung von feuchtem
Pyridin 2-Oxy-4-nitrobenzyl-pyridinium-bromid.Das quartare
Salz wird nach Krdhnke (Ber. dtsch. chem. Ges. 69, 2006 [1936];
71, 2583 119381; 72, 440 [1939]) durch Einwirkung von N,N-Dimethyl-p-nitrosanilin und Natronlauge in das Nitron uberfuhrt,
das unter dem EinfluO verdiinnter Mineralsawen den gewiinschten 4-Nitrosalicylaldehyd liefert. Dessen Reduktion zur entsprechenden Aminoverbindung erfolgt iiber das Thiosemicarbazon
durch Einwirkung vou Ammoniumsulfid. 4-Nitro-salicylaldehydthiosemicarbazon ( F p 260°), 4-Amino-salioylaldehyd-thiosemicarbazon ( F p 222-226") und 4-Acetaminosalicylaldehyd-thiosemicarbazon ( F p 260-264O) erreichen indessen nicht die tuberkulcstatische Wirkung von Conteben bzw. PAS. (J. Chem. SOC.
( R d 346)
[London] 1954, 2540). -Hsl.
EE gclang,
Phosphorylierung von Cytidin -5'-monophosphat,
Cytidin-5'- bzw. Desoxycytidin-5'-monophosphat in Cytidin-5'bzw. Desoxycytidin-5'-triphosphat iiberzufiihren ( L . Hecht und
Mitarb.). Auf gleiche Weise wurde Thymidin-5'-monophosphat zu
Thymidin-5'-triphosphat phosphoryliert. Die Phosphorylierung
wurde durch Leber-Homogenate (Ratte)bewirkt. Es konnte weiterhin gezeigt werden, daO die an dieser Reaktion beteiligten Fermente
i n der sog. ,,Plasmafraktion" der Zellen lokalisiert sind. Die
Identitat der neuen Nucleotide wurde durch verschiedene Analysen
gesichert und ihr Verhalten bei der Papierchromatographie (System
nach G. R. Wyatt, Biochem. J. 48, 584 119511) sowie bei Anwendung verechiedener Anionenaustausch-Systeme untersucht.
(Biochim. Biophysica Acts IS, 134 [1954]). -Sz.
( R d 343)
Die quantltntlve Bestimlnung von reduzierenden Zuckern kann
nach F. G. Fischm und H. Ddrfel papierchromatographisch geschehen. Analysen- und Vergleichslosungen werden auf der Starth i e aufgebracht und rnit einem Gemisch von Essigester, Pyridin
und Wasser chromatographiert. Anschliebend werden sie durch
eine alkoholische alkalische Triphenyl-Tetrazolinium-Salzlosung
gezogen und bei 7OOC 30 Min. aufbewahrt. Die gebildeten Formazanflecken werden ausgeschnitten und mit Eisessig-Methanol
eluiert. Die Extinktion der Losung (bei 482 mp) wird rnit der von
EichlOsungen verglichen. Maximaler Fehler 3 %. (Z. physiol.
Chem. 297, 164 [1954]). -Sf.
(Rd 349)
Literatur
Encyclopedia of Chemical Technology, von R. E. Kirk und D. F .
Othmer. Interscience Publishers Inc., New York, 1947-54.
Band 1 bis 12, je Band etwa 960 S., Subskriptionspreis
D Y 110.- je Band; Gesamtwerk umfa5t 14 Biinde.
Die erste Besprechung (diese Ztschr. 66, 343 [1954]) h a t sich
rnit dem Aufbauides. Werkes, der Struktur der Artikeleinteilung
und der Diskussion einiger Artikcl allgemeinen Inhalts befaat.
I m folgenden werden als Stichproben eine Reilie von Artikeln
chemisch-technologischcn Inhaltes herausgegriffen und kritisch
gewiirdigt. In einer weiteren Forbetzung der Besprechung wird
dann noch eine SchluDbetrachtung erfolgen. Den Herren Professor
Dr. F . Reiff, Dr. G . Schiller, Dr. H . Pfilziier und Dr. H . Corte
danke ich fur sachkundige Mitarbeit beilder Besprechung.
A m m o n i a k (39 Seiten): Nach kurzer Angabe der physikalischen Eigenschaften wird auf 5 Seiten das allgemeine chemische
Verhalten des Ammoniaks (ohne Beziehung zur Technik) beschrieben, ein Abschnitt, der fur ein technologisches Handbuch ausfuhrlich ist, aber natiirlich die allgemeine:Chemic des Ammoniaks nur
knapp wiedergeben kann. Es folgt dann auf 4 Sciten die Beschreibung des Kokerei-Ammoniaks, wilhrend der Rest dee Artikels im
wesentlichen den synthetischen Verfahren gewidmet ist. Hierbei
werden neben dem Haber-Bosch-Verfahren das Nitrogen Engineering Corporation-Verfahren, das Claude-Verfahren, das Casale-Verfahren, das Fauser-Vcrfahren und das Mont Cenis-Verfahren kurz geschildert. Auch die Fragen der Gaserzeugung, der
Transport des Ammoniaks und die Verwendungszwecke sind aufgcfiihrt. Das Kapitel ist gut lesbar geschrieben und a h allgemeine
Einfiihrung auch von didaktischem Gesichtspunkt aus ausgezeichnet. Um sich griindlichcr iiber diesea Gebiet zu informieren, ist
es allerdings erforderlich, auf die angefuhrte Literatur zuriickzugreifen. Im Verhaltnis dazu k t die Auffiihrung der 42 Literat.urstellen allerdings knapp gehaltcn. Zum Vergleich sei erwlhnt, daO
der ,,Ullmann" 1953 in der nach Untergebieten der synthetischen
Ammoniak-Erzcugung aufgeteilten Patentubersicht 334 Patentschriften auffiihrt.
A c e t y l e n (22 Sciten): Die Schilderung der physikalichen und
ehemischen Eigenschaften ist kurz zuaammengefaOt. Bei der
Schildcrung der Herstellungsmethoden kommt das Verfahren der
Trockcnvergasung von Carbid zu kurr weg. Ausfiihrlich ist die
Herstellung von Acetylen aus Kohlenwasserstoffen beschrieben,
der in den Vereinigten Staaten eine besondere Bedeutung zukommt. Die wiohtigsten Methoden der industriellen Weiterverarbeitung des Acetylens sind nur aufgezahlt. Kurz geschildert sind
auch die Acetylen-Flammen. Das Kapitel wurde eine Erganzung
erfahren, wenn es eincn Abschnitt uber die wirtschaftliche Bedeutung des Acetylens mit Angaben uber Mengen und Preise enthalten wurde.
782
F e t t s a u r e n (127 Seiten): Unter den Bearbeitern befinden sich
anerkannte Fachleute auf dem Gebiet der Fette und Fettsauren,
wie A. E. Bailey, B . L. Breusch und J . Cason, auch der Abschnitt
,,Spektrale Eigenschaften" ist von einem guten Spezialisten (R.
T. O'ConTr) geschrieben. E s wird ein uberblick iiber den neuesten Stand des betreffenden Gebietes gegeben, jedoch wird u. a.
auf die Angabe von genauen Arbeitsvorschriften verzichtet. Somit kann man sich sehr gut auf einem Spezialgebiet einen Uberblick verschaflen, mu6 aber stets die angegebene Literatur heranziehen, wenn man Versuchc anzustellen hat. Die Bedurfnissc des
Chemic-Ingenieurs sind besonders weitgehend beriicksichtigt. Man
findet in sehr iibersichtlicher Zusammenstellung die physikalischcn
Daten der Substanzen, auch ihre Anderungen unter den in Frage
kommenden Arbeitsbedingungen, im einzelnen wird man aber auch
hier ohne die genaueren Werte aus der Literatur nicht auskommen
(vgl. z. B. die Dampfdrucke oder die Brechungsindices auf S. 184).
Sehr g u t sind die Ergebnisse der Strukturermittlung rnit Hilfe
der UR-Spektren bzw. des Kristallbaues mittels Rontgenstrahlen
dargestellt. Dagegen Bind die herkommlichen Analysenmethoden
etwas kurz weggekommen. Man-findet praktisch nur eine Erklarung, was die ,,Kennzahlen" bedeuten (S. 155 u. 228/29), vermiBt aber unter ihnen einige haufig verwendete Arbeitsweisen
(etwa die Brom-Zahl nach Kaufmann). Ahnliches gilt von den
chemischen Urusctzungen der Fettsauren. Der Stand der Technologie diirfte richtig wiedergegeben sein, gelegcntlich vermiote
Methoden - etwa die Vercsterung von Fettsauren rnit Glycerin
i m Vakuum - finden sich an andcren Stellcn des Werkes. Einige
hubsche und auf das Wescntliche beschrankte Tabellen iiber die
Eigenschaften der Fette und Fettsauren tragen-zu dem giinstigen
Gesamteindruck dieses Kapitels bci.
A l k a l o i d e (51 Sciten): ~Diescs:Kapitel'bringt zunachst eine
ausgezeichnete Einfiihrung in die sehr komplizierte Chemie der
Alkaloide, in der u. a. die bekannten Untersuchungen von Robinson, Schdpf u. a. iiber die Bildung der Alkaloide in der Pflanze ausfiihrlich referiert werden. , Ein weiterer Abschnitt befaDt sich
gruudsatzlich mit Fragen der Ermittlung der chemischen Konstitution der Alkaloide. Den Hauptteil des Kapitels (35 Seiten)
nehmen Aufzahlung und kurze Beschreibung der Alkaloide ein,
wobei die Einteilung in bestimmte Gruppen die iiblibhe ist. I n
einem verhaltnismaBig kurzen SchluDtcil ( 9 Seiten) werden die
allgemeinen Herstellungsmethoden der Alkaloide beschrieben.
Interessant ist ein Vergleich mit dcm 1953 erschienenen Kapitel
,,Alkaloide" im ,,Ullmann". Dieses Kapitel ist doppelt SO lang
(103 Seiten). Trotzdem ist die allgemeine Einfuhrung in einer sehr
straffen Form auf nur 4 Seiten zusarnmengefaOt. Dcr iibrige Teil
bringt mit einer vom ,,Kirk-Othmer" nur wenig abweichenden
Gruppeneinteilung ausfuhrliche Abschnitte uber besonders wichtige Alkaloid-Gruppen.
Angew. Chem. 66. Jahrg. 1954 / N r . 24
Wahrend der ,,Kirk-Othmer" eine gute Einfiihrung fur den Lebundene Wiederholungen unvermeidbar. Zuni besseren Verstandnis
ser bietet, der von den Alkaloiden nichts oder nur wenig weiD und
dieses Kapitels ist die Lekttire des Abschnittes iiber Farbstoff-Vorsich einen Uberblick verschaffen will, gibt der ,,Ullmann" eine
produkte sehr zu empfehlen, in demin ubersichtlicher Form (Tabelleu) die Synthesen dcrfiir die Chemie der Azofarbstofte ganz besondetaillierte Schilderung auch technischer Einzelheiten, die selbst
ders wichtigen Benzol- und Naphthalin-Derivate aufgezeigt werden.
dem Fachkundigen neues Material und neue Anregung bringt. Die
beiden Handbiicher dienen also offenbar verschiedenen Zwecken.
Bei den Wollfarbstoffen wird die bewahrte Unterscheidung zwiDeutlich wird dies an der Lange der Abschnitte, die einzelnen
schen den sauren Farbstoffen, den auf der Faser und den in Substanz chromierten Farbstoffen gewahlt. Hier werden in einer NeuGruppen gewidmet sind:
auflage die wichtigen neuartigen, schwach-sauer ziehenden 1:2Coca-Alkaloide Kirk-Othmer $4 S. Ullmann 5 % S. (davon
Metallkomplexfarbstoffe ohne Sulfogruppen Erwahnung finden
4 S. fur Coeain)
miissen. Das Gleiche gilt bei den Baumwollfarbstoffen von den
Opium-Alkaloide Kirk-Othmer 2 S. Ullmann 12 S.
Nachbehandlungsmethoden mit Salzen des dreiwertigen Chroms
Wahrscheinlich entspricht die Art, in der das vorliegende Kaoder mit kationaktiven Substanzen zur Erhbhung der NaOechtpitel abgefaBt ist, einem in USA vorhandenen Bediirfnis. Allerheiten. Den Ubergang von den substantiven Farbstoffen zu den
dings ist der Leser bei einer solchen Abfassung sehr auf eine gute
wasserunlbslichen Produkten bilden die Naphthol-AS-Farbstoffe,
Literaturiibersicht angewiesen. Leider sind aber verschiedene
bei denen man allerdings die Konstitutionen der wichtigen Farbgute Monographien uber Einzelfragen - wahrscheinlich wegen des
basen bzw. Farbsalze vermiDt.. DaB den Acetatseiden-Farbstoffen
Krieges
erst nach der Herausgabe des ,,Kirk-Othmer" (1947)
an anderer Stelle ein eigener Abschnitt zugcwiesen wird, h a t insoerschienen, SO daB der Leser von ihrer Existenz nichts erftihrt.
fern seine Berechtigung, als zu dieser Gruppe auaer den AzofarbP h a r m a z e u t i k a (35 Seiten): Dieses Kapitel kann in etwa mit
stoffen auch andere Farbstofftypen gehbren. Bei den bl- und spritdem ungefirhr gleich langen (39 Seiten) Kapitel ,,Arzneimjttel" i m
loslichen Farbstoffen diirfte die Erwahnung der unsulfierten me,,Ullmann" verglichen werden. Hier bietet sich das gleiche Bild
tallhaltigen Farbstoffe dieser Reihe angebracht sein, womit dann
wie bei den Alkaloiden. I m ,,Kirk-Othmer" wird einleitend die
zugleich der Ubergang zu den ihnen chemisch analogen KomplexEntwicklung der Heilmittel-Herstellung von Paracelsus bis zur
farbstoffen fur das Farben von Nylon/Perlon gegeben ware. I m
modernen pharmazeutischen GroBindustrie beschrieben, f u r die
iibrigen sind die fur das FLrben von synthetischen Fasern in Frage
der Begriff der pharmazeutischen SpezialitLten charakteristisch kommenden Farbstoffe und Farbemethoden bereits vorweg erist, die eingeteilt werden in ,,ethical drugs" (nach Anweisung des
wihnt. Das umfangreiche Literaturregister wird spiterhin durch
Arztes zusammengesetzt und verordnet) und ,,proprietaries" (frei die Standardwerke von Fierz-David ,,Kunstliche organische Farbverkiufliche, patentrechtlich oder sonstwie geschiitzte Artikel).
stoffe" und ,,Grundlegende Operationen der Farbenchemie" sowie
Es folgen Abschnitte iiber die Darreichungsformen pharmazeutidurch die neue Monographie von Venkataraman ,,The Chemistry
scher Produkte, iiber die Organisation der pharmazeutischen Inof Synthetic Dyes" zu ergitnzen sein. Leider sind bei der Nennung
dustrie, iiber Umfang und Ausrichtung der Forschungsarbeit und
der Sortimentsnamen die 3.G.-Farbeninduslrie bzw. ihre deutschen
iiber die Entwicklung der Verfahren, die entweder von NaturNachfolgefirmen iiberhaupt nicht vertreten. Die 1.G.-Warenzeiprodukten oder von synthetisierten Verbindungen ausgehen. Dann
chen erscheinen vielmehr ausschlieDlich unter dem Firmennamen
folgen allgemein gehaltene Ausfiihrungen iiber die Herstellung der
G. D. C. (General Dyestuff Corporation), wahrend z. B. die Schweiverschiedenen Darreichungsformen, die Abpackung und ein auszer Farbenfabriken mit ihren Produkten vollzahlig genannt sind.
fiihrlicher Abschnitt iiber die verschiedenen Arten der Kontrolle
Sehr ausfiihrlich werden in einem eigenen Kapitel die Methoden
(interessant sind vor allem die einleitenden Ausfiihrungen). Ein
derFarbstoffanwendung behandelt,wobei zum Teil ganz detaillierte
SchluDabschnitt ist der Entwicklung und Einfiihrung neuer ProFlrbevorschriften angegeben werden. Damit findet dieses techdukte gewidmet.
nisch wichtige Gebiet eine entsprechende Beriicksichtigung. Die
Der ganze Abschnitt ,,Pharmazeutika" ist sehr fliissig und inschnell fortschreitende Entwicklung wird auch hier weitere Erteressant geschrieben. Umfassende Anregungen bietet er sicher
gitnzungen erforderlich machen (Hochtemperaturfarben, Standden chemischen GrcDbetrieben, die sich rnit der Absicht tragen,
fast- und Hot-oil-Verfahren u. a.). Die Echtheitspriifungen fur
eine pharmazeutische Sparte einzurichten. Man sucht aber im
Textilfarbstoffe werden nach den 1949 von der A.A.T.C.C. (Ameriganzen Abschnitt vergebens nach konkreten Einzelheiten, nach
can Association of Teztile Chemists and Cobrisls) aufgestellten
Arbeitsvorschriften und praktischen Hinweisen.
Richtlinien angegeben. Damit ist dieser Abschnitt - wie auch
I m Gegensatz hierzu enthalt das erwihnte Kapitel im ,,Ull- in vielen anderen Punkten das ganze Werk - weitgehend auf die
mann" prlizise Angaben iiber die einzelnen Darreichungsfcrmen
Bediirfnisse des amerikanischen Lesers abgestellt, was z. B. bei
und ihre Zubereitung.
der Darstellung der Geschichte der Farbenindustrie besonders
offensichtlich zum Ausdruck kommt.
H o r m o n e (75 Seiten): I m Gegensatz zu den beiden vorherDas auf 20 Seiten behandelte Gebiet der indigoiden Farbstoffe
gehend besprcchenen Kapiteln enthiilt dieses Kapitel sehr vie1
bringt eine ausgezeichnete Ubersicht iiber diese Farbstoffklasse,
mehr detaillierte Einzelheiten. Zunichst wird auf 6 Seiten eine
wobei samtliche klassischen Indigo-Synthesen mit Formeln und
ausgezeichnete Einfiihrung zu dem Begriff der Hormone und ihren
dariiber hinaus auch die neuesten Entwicklungen auf diesem GeFunktionen gegeben. Dann werden in sechs weiteren Abschnitten
biet geboten werden. Wie der Literaturnachweis zeigt, sind dazu
die einzelnen Hormon-Gruppen beschrieben. Die Litnge der Abauch die in den Bios- und Fiat-Berichten niedergelegten Ergebschnitte ist der Bedeutung der einzelnen Gruppen und den dernisse beriicksichtigt worden. Die interessanten Zusammenhinge
zeitigen Kenntnissen angepadt. So Bind den Geschlechtshormonen
zwischen Konstitution und Farbe finden eine besondere Behandlung.
24 Seiten gewidmet, den Cortico-Stereoiden 18 Seiten, dem Sehilddrusenhormon nur 1 Seite.
A b s o r p t i o n (19 Seiten): Das Kapitel enthitlt eine vorwiegend
In allen Abschnitten Bind die Isolierung, die Gehaltsbestimmung theoretische, verfahrenstechnische Studie iiber die Wirkungsweise
und - soweit bekannt - die synthetischen Verfahren ausfiihrlieh
von Bodenkolonnen und FBllkbrpersBulen. Die Darstellung, die
beschrieben. Die Arbeitsvorschriften enthalten sehr detaillierte
auf Modellexperimenten basiert, ist zweigleisig: einmal t h e r Angaben, SO dall man nach ihnen arbeiten kann. Bemerkenswert
m o d y n a m i s c h in Anlehnung an die Behandlung von Destillaist die sehr positive Einstellung des Bearbeiters zu den synthetitionskolonnen, zum anderen k i n e t i s c h in Anlehnung an die Beschen Oestrogenen, vor allem zum Stilboestrol. In den USA wurhandlung von Warmeiibergangen. DaB dabei die Gedankenden 1949 in 7 Firmen ca. 700 kg Diathyl-stilboestrol im Wert von
fiihrung etwas unklar und zusammenhanglos ist, liegt nicht am
etwa 1,5 Millionen DM hergestellt. Die verschiedenen SyntheseVerfasser, sondern zeigt, dall die Phitnomene des Stoffiiberganges
verfahren werden ausfuhrlich geschildert.
zwischen zwei Phasen heute noch nicht allgemeingiiltig und exakt
behandelt werden k6nnen. Der umfangreiche Formelapparat
Wahrend in mehreren Abschnitt.en fast n u r amerikanische Likann nieht dariiber hinwegtiuschen, da5 die Grundlagen iiber die
teratur angegeben wird, Bind bei den Cortico-Steroiden die Arbeiten der Schweizer Schule, in erster Linie die von Th. Reichsfein reine Empirie nicht hinausgekommen sind. Bei Behandlung der
Fitlle, bei denen das Gas rnit der Flussigkeit reagiert, f P l t auf, daO
und bei den Geschlechtshormonen die Arbeiten von Butenandt,
der EinfluB des Reaktionsgleichgewichtes und der Dissoziation
Schering AQ. und anderen Bearbeitern ausfuhrlich zitiert.
nicht erwihnt wird. Es ist schade, daB mirtschaftliche GesichtsA z o - F a r b s t o f f e (40 Seiten), F a r b s t o f f e u n d F a r b s t o f f punkte gar nicht zur Sprache kommen.
z w i s c h e n p r o d u k t e (28 Seiten), F a r b 8 t of f a n w e n d u n g (89
D i f f u s i o n (58 Seiten): Der Diffusionsvorgang wird ausschlielSeiten), I n d i g o - F a r b s t o f f e (20 Seiten), F Lrb e r e i me t h o d e n
lich unter dem Gesichtspunkt seiner technischen Anwendung zur
(89 Seiten) : Das vielgestaltige Gebiet der Azofarbstoffe wird auf
Trennung von Gasmiachungen beliandelt. Dabei werden drei Veriiber 40 Seiten in der traditionellen Weise besprochen, indem die
fahren besprochcn:
versehiedenen Farbstofftypen nach den Verwendungszwecken (Far1.) mass diffusion (d. i. Diffusion in einen Dampfstrahl)
ben von Wolle, Baumwolle, Lacken, Leder, synthetischen Fasern,
2.) thernicdiffusion (gemeintist die Kombination von ThermcdiffuKunststoffen und Lebensmitteln) und den Anwendungsarten (Chrosion und Konvektion nach dem Clusiusschen Trennrohrprinzip)
mierverfahren, Naphthol-AS-Verfahren UBW.) unterteilt werden.
3.) gaseous diffusion (d. i. Diffusion durch porbse Membranen).
Diese Gliederung macht gewisse Uberschneidungen und damit ver-
-
hgeiu.
Chem. 66. Jah,ig. 1954 N.r. 24
783
Nach einer guten, anschaulichen D a r s t e h n g der drei Verfahren
werden auf 42 von 59 Seiten apparative Details sowie Berechnungen von Kaskaden und Kolonnen, vor allem i m Hinblick auf die
technische Trennung von Isotopen und auf die Abtrennung von
Wasserstoff aus Kokereigasen, angegeben. Das alles bezieht sich
also auf die Diffusion von Gasen als technisches Verfahren zur
Stofftrennung. I n Anbetracht der Bedeutung vielffrltiger Diffusionsvorgange auch in anderen Bereichen der Technik (z. B. Zementation, Zucker-Extraktion, Kontaktanalysen u. a. m.) hiitte
man sich eine kiirzere Fassung der Details und dafiir eine umfassendere phanomenologische Behandlung der verschiedenen
Diffusionserscheinungen auf allen Gebieten der Technik gewiinscht.
K e r n c h e m i e (33 Seiten): Die verfahrenstechnische Praxis der
Kernchemie ist heute eine Angelcgenheit begrenzter Kreise von
Spezialisten und unterliegt weitgehend der Geheimhaltung. Bei
einer Darstellung dieses Gebietes kann es sich demnach nur um
eine Schilderung der Grundlagen, der Forschungsmethodik und
einiger allgemein bekannter und fur die Offentlichkeit interessanter Ergebnisse und Anwendungen handeln.
I m einzelnen werden in etwas popularer Darstellung die wichtigsten Typen der Beschleunigungsapparate (Bandgenerator,
Cyclotron, Synchrotron, Betatron) beschrieben, danach reeht
iibersichtlich die wichtigsten Reaktionstypen. Interessant sind
die Reaktionen rnit beschleunigtem Kohlenstoff, die zu starken
Neutronen-Emissionen fiihren. Etwas nliher wird auf die Kernspaltung und die bekannten Kettenreaktionen eingegangen. Hier
werden, allerdings sehr allgemein, auch apparative Angaben gemacht. Die technische Ausnutzung der Atomenergie bietet naeh
den Angaben des Artikels (1952) noch keinen entscheidenden
wirtschaftlichen Vorteil. Nach einigeu kurzen Bemerknngen iiber
die neuen Elemente folgt zum SchluD ein 8 Seiten langer Abschnitt iiber Strahlenschutz rnit Angaben iiber kritische Dosen
und Schutzmahahmen.
Auch in Anbetracht der Schwierigkeiten, rnit denen heute sich
eine Darstellung iiber Kernchemie auseinanderzusetzen hat, ist
der Artikel nicht recht befriedigend. Die interessanten Anwendungen auf medizinischem, archaologischem nnd astrophysikalischem Gebiet bleiben unerwahnt. Der gegenwartige Stand dcr
Dinge kommt eigentlich nicht klar heraus, weder der Stand
der wissenschaftlichen Erkenntnis, noch die praktische Anwendung.
R h e o l o g i e (19 Seiten): E s wird ein qualitativer Uberblick
iiber das vielseitige rheologische Verhalten der Materie im allgemeinen Sinne gegeben. Gestiitzt auf die Standardwerke von
Planck und Philippoff werden zunachst die Grundbegriffe der
ElastizitBts- und Viscositatstheorie sowie das Phanomen der Viseoelastizitat anschaulich erliutert. Eine qualitative, jedoch sehr
klare und leicht lesbare Schilderung der verschiedenen Anomalien
(Plastizitirt, Psendoplastizitiit, Dilatanz, Thixotropie usw.) schlieBt
sich an. Apparatives wird nur kurz gestreift und auf die wichtigsten Prinzipien beschrankt. Zum SchluD stichwortartige Hinweise
auf rheologische Ersoheinungen in verschiedmen Gebieten der
Technik. Der praktische Nutzen des Aufsatzes ware grbBer, wenn
diese Hinweise durch eine Klassifizierung der sehr verstreuten
Literatur entsprechend den vielfaltigen Anwendungsmbglichkeiten
erganzt worden waren. I m ganzen eine anregende, jedoch etwas
elementare Belehrung fur den interessierten Nichtfachmann. Diese sowie der vorhergehende Artikel sind i m wesentlichen populare Darstellungen.
A d s o r p t i o n (27 Seiten): Hier handelt es sich um eine ganz
hervorragcnde Darstellung. Der theoretische Teil (12 Seiten), der
von einem erstklassigen Fachmann (P,H. Emmet) stammt, bringt
die Gesetze der Adsorption von Gasen an Festkbrpern, getrennt
nach physikalischer und chemischer Adsorption. Klare Definitionen erleichtern das Verstandnis und die praktische Benutzung
der verschiedenen Theorien und Darstellungsweisen (Freundlich,
Langmuir, B E T , Harkins und J u r a u. a.). Auf 5 Seiten werden die
wichtigsten Tatbachen der Adsorption von Fliissigkeiten an Festkbrpern gebracht. I m technischen Teil wird die Adsorption ale
verfahrenstechnischer ProzeB zur Reinigung von Fliissigkeiten
und Dirmpfen abgehandelt. Interessant herausgearbeitet ist der
Unterschied zwischen der theoretischen und technischen Betrachtungsweise. Die wichtigenverfahren, deren apparative Ausfiihrung
sowie die Eigenschaften der teehnisch interessanten Adsorbeutien
6ind knapp und iibersichtlieh dargestellt. Zum SchluB zahlreiche
Anwendungsbeispiele rnit Hinweisen auf die betreffenden Artikel
der Enzyklopidie.
H. Snchsse
[NB 9221
~ . _ _ _
Ergebnisse der Enzymforschung, von R. Weidenhagen. Akademische Verlagsgesellschaft Geest u. Portig, Leipzig. Bd. X: 1949.
1. Aufl. IX, 368 S., 11 Abb., gebd. DM 27.--;
Bd. XI: 1950.
1. Aufl. XII, 545 S., 6 Abb., gebd. DM 42.--; Bd. XII: 1951.
1. Aufl. VIII, 338 S., 55 Abb., gebd. DM 24.-.
Die vorliegenden Bande der ,,Ergebnisse der Enzymforschung",
und zwar die Bitnde X, X I und X I I , geben wieder wertvolle Einblicke in Probleme der Enzymologie'). Wie weit gespannt die
Fragestellungen im Zusammenhang mit den Fermenten sind, d. h.
wie groB die angesprochenen Interessentenkreise sind, die die
neuen Bande mit Erfolg verwenden kbnnen nnd sollen, mbge aus
der Nennung und den Bemerkungen zu den einzelnen Beitragen
hervorgehen :
Band X : Beitrag P. Walden-Tiibingen-Gammertingen: ,,Aus
der Entwicklungsgeschichte der Enzymologie von ihren Anfhngen
bis zum Anbruch des zwanzigsten Jahrhunderts". Die sehr Lesenswerte Arbeit muate nun noch in einem spateren Bande dnrch eine
Schilderung des enzymologischen Geschehens bis in die neneste
Zeit erganzt werden. - Der verdienstvolle italienische Biochemiker
P. Rondoni-Mailand h a t uns rnit seiner Abhandlung iiber den
,,Aufbau der EiweiDkbrper i m tierischen Organismus" auf etwa
100 Seiten einen ausgezeichneten uberblick gegeben. - K. MyrbBckStockholm beschreibt im Kapitel ,,Trehalose und Trehalase" ein
zwar etwas ausgefallen erscheinendes Substrat, das ~ - G l u c o s i d o - ~ glucosid, das aber eine immer grbBere biochemische Bedentnng
gewinnt, und sein dazu gehbriges Ferment. - In der sehr ausfiihrlichen Bearbeitung von W. Franke-Wurzburg (jetzt Kbln) ,,Fortschritte auf dem Gebiete der bakteriellen Giirungen" finden wir
eine Fulle von wichtigen Einzelbefunden, die iibersichtlich zusammengestellt sind.
Die Arbeit von H. Lelfrt5 ,,Mitoseforschung
und ihre Beziehuug zu Problemeu der Enzymforschung" diirftc
wegen der modernen Problematik weite Kreise interessieren. SchlieDlich h a t uns der Nobelpreistrager H. u. Euler-Stockholm
einen sehr lesenswerten Beitrag iiber die Beziehungen der Fermente zu den Vitaminen und Hormonen geschrieben. (,,Beziehungen der Enzyme zu den iibrigen Wirkstoffen").
Band XI: Der Aufsatz von R. Abderhaiden-Basel ,,Die Abwehrproteinasen. Ihre Bedeutung fur die Klinik nnd Forschung" gibt
zwar einen uberblick iiber die auf diesem Gebiete speziell
erhaltenen Ergebnisse, aber es lirBt sich trotzdem nicht das Hypothetische um die ganze Frage abstreiten. - Ein sehr ausfiihrliches
Referat stellt die Arbeit von H. Knobloch-Paris iiber die ,,Antivitamine" dar rnit sehr vielen wichtigen Einzelheiten. - Der Bericht von K. Bernhauer-Lorsch, der einen Umfang von ca. 350 Seiten hat, diirfte grbl3tes Interesse beanspruchen, d a er uns eingehend iiber die vielen und groDen Fortschritte in der wissenschaftlichen und praktischen M i k r o b i o l o g i e unterrichtet.
Band X I I : K. Myrback und sein Mitarbeiter G. NeumiillerStockholm beriihren in ihrem Referat ,,Starke und Glykogen.
Enzymatische Synthese und Hydrolyse" Fragen von groBer biochemischer und praktischer Bedeutung. Dies gilt auch fur die
,,Autoxydation und fermentative Oxydation der ungesattigten
Fettsauren", die W . Franke-KBln abhandelte. - P. MoewusHeidelberg, ein Mitarbeiter Richard Kuhns, stellt die ,,Sexualstoffe der Griinalge Chlamydomonas eugnmetos'l dar. Wenn auch
beim Lesen der uberschrift nicht unmittelbar ein Zusammenhang
zur Enzymologie erkennbar ist, so merkt man beim Studium der
Schilderung dieses hochinteressanten biologischen Geschehens, wie
eng die vielen Wirkstoffe miteinander verkniipft sind. Dasselbe
gilt auch fur die letzte Arbeit von G . Schramm-Tiibingen iiber
,,Die biokatalytische Wirkung der Viren".
Wir miissen dem Herausgeber, R. Weidenhagen, danken, da9
er rnit der Auswahl der z.T. hochaktuellen Themen und der fachkundigen Autoren es uns mbglich gemacht hat, uns schnell einen
so guten uberblick iiber die behandelten Fragen zu verschaffen.
-
R. Ammon [NB 9081
*) Vgl. auch diese Ztschr. 56, 290 [1943].
Die Wiedergabe von Gebrouchsnamen, Hondelsnarnen, Warenbezeichnungen und dgl. in dieser Zeiischriji berechiigi nicht zu der Annahrne,
dap solche Narnen ohne weiieres von jederrnann benutzi werden diirjen.
Vielmchr handeii cs sich hdujig urn geseiziich eschiiizte eingdragene
Warenzeichen, auch wenn sic nicht eigens mil ,,(fV.L./ )" gekennzeichnd
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Angew. Chem. 1 66. Jahrg. 1954 N r . 24
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