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Fachgruppe IV. Chemie und Ernhrung

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Fachgruppe IV.
('ftrncie
II
rift Erteiilinritg
.
halten. Auch Vi t aiiiiii I) wird bei der Konservierung voii
fetten Pischen bewahrt; 3 Jahre alte Konserven zeigtm iioch
H. C. L y t h g o e , Boston: ,,Die Kilhlhruslayenricg vote den vollen Vitamin-D-Gehalt des frischen Rohstoffes. Vita1,ebensmttteln in Massachusetts."
min C wird bei der Konservierung zum Teil vernichtet. Bei
Vortr. behandelt die Entstehung und die Maanahmen des vorsichtiger und richtig geleiteter Konservierung gelingt es
Kiihlhauslagerungsgesetzes von Massachusetts und macht aber, bei Beeren S0-90%, bei Gemiisen bis zu 100% des
statistische Angaben iiber die Ausdehnung des Geschaftes in Vitamin-C-Gehaltes der frischen Ware zu erhalten. Beim
den letzten Jahren. Vortr. weist auf die neue Methode des Blanchieren der Gemiise geht ein Teil des Vitamins C verloren.
schnellen Gefrierens gegeniiber den1 gewohntichen Verfahren Sehr groBe Mengen Vitamin B, (Anti-Beriberi-Vitamin) sind
cles langsanien Gefrierens hin und berichtet zusanmnlenfas5etid im Rogen niagerer Pische enthalten, z. U. in1 Dorschrogeii
iiber analytische Methoden zur Peststellung beginneiider %er- 400-500 1.E. pro I00 g; Lei der Konservierung des Dorschrogens bleiben etwa 65 % des Vitamins erhalten. Vitamin B,
setzung.
(Lactoflavin) kommt in Fisclrogen und -1eber in verhdtnisB. Merres. Berlin: ,,Die Bedewtatty der Chemie far miiRig grol3en Mengen vor; es bleibt bei der Konservierung.
vollstilndig erhalten. Pie weiteren Faktoren im Vitamin-Bdie Entdckluiry des LebensmZttelge~erbes."
Seit urdenklichen Zeiten hat der Mensch die Chemie Komplex, der Anti-Pellagra-Paktor u. a., sind sehr stabil und
unbewuBt bei der Gewinnung, Zubereitung und Erhaltung werden wahrscheinlich bei der Konservierung nicht vernichtet.
der Speisen und Getriinke in &en Dienst gestellt. Beispiele:
W. Dieillair, l?rankRirt a. M.: ,,PhpisIuyiueh wirkVerarbeitung der Milch zu K h e ; Backen von Brot untex Verwendung von Sauerteig ; Vergiinuig von zuckerhaltigen Siiften xaitce Reizrrtoffe d r r Nnhmrny rind drren rhemierhe Naehzu Wein, Met, Essig; Haltbarmachmg von Fleisch durch ioeiemiigtiehkelte,,."
Dorren, RHuchern. Ehsalzen. Mit dem Herausbilden eines
Die Pragen uber die feinrren Vorghnge, welche bei der
Lebensmittelgewerbes vermehren sich die chemisch-technischen Zubereitung der Nahrung, z. T. durch die Anwendung hoherex
Vorgiinge, wie an weiteren Beispielen gezeigt wird. Von einer Temperaturen veranlaat werden, wurden bisher no& nicht in
bemiaten Beeinflussung der Chemie kann aber erst die Rede geniigendem Umfange bearbeitet. Daher wurde bei utlseren
sein seit dem Aufbliihen der chemischen Wissenschaft zu Ende Untersuchungen zuniichst die R o s t u n g , das ist die Anwendung
des 18. Jahrhunderts. Die Grundlage fur ein grol3es Gebiet trockner hoherer Temperaturen. in den Xreis der Betrachtung
der Lebensmittelindustrie wurde mit der Entdeckung des gezogen. Tnsbes. mu5te dabei auf den Nachweis der HntZuckers in der Runkelriibe geschaffen; weitere Studien fiihrten stehung oder Veranderung von Stoffen rnit bekannter physio7 . u Bildung der Stiirkeindustrie und iiberhaupt der Verlogischer Wirkung oder von Stoffen, die eine derartige Wirkung
arbeitung ron Kohlenhydraten im Gewerbe. Sodann werden erwarten lieRen, Wert gelegt werden. Pies war mit grol3er
dargelegt die Bedeutung der Porschungen fiir die Meisterung Wahrscheinlichkeit \-onden sog. H i s t o b a s e n voranszuseben.
des Fettproblems, die Beziehungen der chemischen Forschung Stoffen, die einmal einer chemischen Isolierung aus Lebenszu dem Bkkereigewerbe, dem Molkereiwesen, dem GBrungs- mittelgemischen zughglich erscheineii und die weiter &en
gewerbe, der Gemuse- und Obstverwertung, der Behandlung im physiologischen Versuch zit erbringenden Nachweis mit
von Fleisch- und IXwhwaren, die Ziisammenhiinge zwischen einiger Sicherheit gestatten. Wir verfolgten daher die Isolierung
Jlivr.eiBforschung und der Gewinnmig von schlagfahigem EiweiO der Histobasen, k e n qualitative11und quantitativen Nachweis,
aus Milch, Sojabohnen, SiiGlupinen und Fischen, das zur Er- ihren Nachweis im physiologischen Versuch und versuchten,
sparung von HiihnereiweiD hei mannigfaclien Lebensmitteln den Reaktionsahlauf drr fur den Nachweis herangezogenen
Anwendung finden kann, die Herstellung der diBtetischei1 Pndyscheii Diazoreaktioii aufzukliiren.
Lebensmittel und derjenigen Lebensnlittel, die mit arzneilich
wirkenden Stoffen (Vitaminen, Lecithinen usw.) versetzt sind.
W. Hopf ner , Iiaiiiburg : ,,Xeue Uttterauehtcirc~xeryeb\'orsitxender : I)r. I,. M.I , a i ~ i p i t t ,1,oiidoii.
E:. B a r t o w , W. W. Walker und 1". A. H o g l a n , Iowa
City : ,,Prudirkie aux Mais."
Inosi t wird durch Hydrolyse aus dern Tauchwassrr,
eiiier verdiinteii SO,-J,&ung, in der Mais hei der Stukefabrikatioii eingeweicht worden ist, hergestellt. Nach einem
verbesserten Verfahren uiiter AusschluB von S h r e bei der
Hydrolyse konute Inosit jetzt in solcher Menge gewonnen
werden, daB die Erzeugung von Derivaten in groBerem Ma&
stabe als bisher moglich war. Inosit kann leicht zu einem
Hexanitrat nitriert werden, das ebenso stol3empfindlich ist
wie Quecksilberfulminat, aber wahrscheinlich wegen seiner
Instabiliat bei gewohnlicher Temperatur und der Explosionsmoglichkeit bei StoB nicht als Explosivstoff benutzt werden
kann. Ferner wurden die Ester mit Essigsaure, FropionsiLure,
11- und iso-Buttersfsure und -Valeriansiiure, sowie Benzoesaure hergestellt ; Ester mit Chloressigsauren oder zweibasischen S u r e n konnten dagegen bisher nicht erlialtcn
werden. Inosit wird leiclit zu Tetraoxychinon oxydiert, aus
den1 Additionsprodukte mit Anilin und niit 0-,in- und
11-Toluidin hergestellt wurden. Die Derivate mit Toluidin
zeigen verscliiedene Farben.
C. Luiide, Stavanger: ,,Oh V i f m t t h e in ititwren
.~~ahrrciryei~,ltteltc~
und ihre Erhaltung bei der Ksnserolerurcg."
Bei der Konservierung von fetten Pischen bleibt der
Vit amin-A-Gehalt nahezu vollstiindig bewahrt, vorausgesetzt, daB die Pische mit AufguU die Dose vollstirndig ausfullen. Pro-Vitamin A bleibt bei der Konservierung erdngcaandre ChemIe
sl.Jahrf.lOa6. h'r.44
irieee b e i m Kaffee.('
Wenn fnan imreife m d reife Kaffeebohnen voni gleichen
Strauch analysiert. .w fHUt auf, da13 besonders die f i i den
Geschmack der Bohne wichtigen Stoffe, Coffein, EiweiW.
Chlorogensaure und Zucker , in sehr verschiedener Menge vorkonimen. Gerostete unreife Bohnen schmecken nicht, es kt
zuviel freies chlorogensaures Kali vorhanden. Coffein ist der
wichtigste Bestandteil im Kaffee und ist als chlorogensaures
Kali-Coffein vollstibdig abgebunden. - In dieser Verbindung
ist es in seiner Wirkung nicht mit dem reinen Coffein zu vergleichen. Versuche mit Coffein sind daher nicht identisch mit
Versuchen mit Kaffee. Vie1 zu wenig beachtet wird in der
Wirkung das nicht an Coffein gebundene chlorogensaure Kd.
Auch im gerosteten Kaffee hat man noch einen UberschuB
dieses Salzes. Man kann oft den Geschtnack eines Kaffees
verbessern, wenn man dieses Salz vernichtet, darf aber nicht
so weit gehen, das an Coffein gebundene chlorogensaure Kali
zu zerstoren. Bekannt ist die Zersetzung der Chlorogensiiurt:
bzw. ihrer Sake in den Kaffeebohnen durch Wasserdampf
unter Druck, wodurch man einen Teil vernichtet. Rosten
zerstort einen weiteren Teil. Neben d- Zersttirung der erwilhnten Verbindungen liiuft eine Verudenmg des P l a ~ m a ~
in den Bohnen einher. Das Plasma wird dwch die Dampfbehandlung koaguliert (Mikrophotographien), da sich aber im
Kondenswasser Amnioniak vorfindet, das aus dem Plasma
stammt, 50 ist anzunehmen, daI3 eine Zersetzung des Plasmas
stattfindet. Plasma enthat Schwefel. Die Bestimmung des
Schwefels in Rostgasen zeigt. daI3 der mit Wasserdampf
behandelte Kaffee weniger Schwefel abgibt als der gleiche
Originalkaffee. Im gerosteteii behandelten Kaffee ist weniger
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X. I r i t e r n a t i o n a l e r KongreP f a r Chemie in Rom
Plasma vorhanden als im Originalkaffee (Mikrophotographien).
Der Schwefelgehalt im geriisteten behandelten Kaffee ist
geringer als im unbehandelten. Auch der geringere Gehalt
an Plasma wird den milderen Geschmack des mit Wasserdampfdruck behandelten Kaffees bedingen.
mittelanalyse zahlreiche Anwendungen gefunden, z. B. zur
Bestimmnng der Aciditat von Weinen (Boutaric), zur Kennzeichnung nicht gefaschter Olivenole (Marcelet, Rouzioux) sowie zum empfindlichen Nachweis der Alterung von KicinuSal,
Butter u. dgl. (Boutaric und Roy, Faure und Pallu).
K. Uubrisay , Paris: ,,Uber die Atcu?etcduny eitier
phgsikochemtschert neafianalytbchetc Methode rur Aiuclyse
won Nahrungsmitteln."
l r . ( ' i a u c a r e l l i , Gmua: .,Der gqmwurliyc d u n d ikr $'ruge ckr ilr6cilSr~erlirlc
iir dcr Zt~k<7fubriP."-- Xt. U a m i l l a , Turiii: ,,Dte yeyenruiirtigen Yehlc und dar Yischbrut." - H. Indoviue, Palmino: ,,E'inwirkt6747 vmr Z'tkrkohrle air/ d8corbi?m%ure." J.Paladiuo uud S. Ibarra, Santiago: ,,Die Beslimmung der freien -4cidifEl und der
Aminosataren mitlela F a n d i n in Nuhrungxmirteln." ,,Uluersuchung ilber die Zersdzung
von N a h g s n e i l l o l n : Milch, Fkiach, Pinhe, Kmrrven WI."
- Q.Issoglio, Turin:
,,Die mikrobiobgibclrp Nuhngmi&lnurko.se tand die Rdmnke auf der Gmtkilage von
Sirup aus Ci6m8arlmb." - 0. Luoente, G6m: ,,Olivenalc arnd Flwesctnz." - M. &ontirlti und R. Maffiore. Padua: ,,VerandOungen &a Ascurbimaurqeides mm Omngenund Citrolwnsaft." - 0. Dorta Mailand: ,,Der Naehw& d a mil Ldwngmftldn aw
yqyuclJchftn 01ivt.n e.clmhierlen wkhfisierh ole$ im rohen F'reR61 und im rek$if&ferten01:'
- R. L c c n q , Y. (+ermain on Lape: ,,AviCamiMsen tbnd ErnUhrunga8t&uqpn." C. Raviuaiui und L. Osella, Mailand: ,,Unlerauchungen iiber die Enzynuyscnne &r
Mtlch." - 0.Biiugo, Ban: , , W e Cilrrnleiwiiure a18 rbormah Bestandlei1 &r Nucanoeinr.
Ihre waJrrscbirdich Funklion. VergIeichmil dtr Wiinsuare. ZuvckmiiPiflkeil e i w ileviyivn
&r gr!&n&i t,'e~ieLgeelriy."
Der Anwendungsbereich der friiher beschriebenen, auf
der Messung der Grenzflachenspannung von 2 nicht mischbaren
Fliissigkeiten beruhenden Methode') ist durch Benutzung gewisser Basen, wie der Sapamine von Hartmann und Kagli,
neuerdings erweitert worden. Die Methode hat in der Nahrungsl ) Vgl. diese Ztschr. 47, 362 [1934]; ferner Bull. SOC. chim.
Prance [51 3, 631 [1936].
Fachgebiet V.
Chentie, Wohnuny w i d Kleiduwy.
Vorsitzender: Prof. P. Kuggli, Basel.
Kieselsaureeinlagerungeii ohne Qualitatsbeeintriichtigungen gesteigert werden.
V. Casaburi, Neapel: ,,Vwschluy xur Bestimmung
4. Die Angerbung mit polymeren anhydrischen Phosphaten
des zcahren s pex. Geicichtea von Leder."
liefert bei nachfolgender Chromgerbung besonders ohne EinIn ein evakuiertes GeflB, das einmal leer ist und clas schaltung eines Spiilprozesses 1,eder mit dem Charakter eines
andere Ma1 eine Probe des zu priifenden Leders enthiilt, 1al3t Phosphatleders (Komplexbildung). Dizrch den SpiilprozeR
man ein bekanntes, konstantes Luftvolumen einstromen. Die und in noch starkerem MaBe durch vorherige Umwancllung
Differenz zwischen den Restvolumha entspricht dem wahren des polymeren Alkaliphosphates in den Chrom- oder Eisenspez. Gewicht des Leders. Der Apparat besteht aus einem komplex entstehen kombiniert gegerbte Leder, welche geGefM von 40 c m 3 Fassungsvermogen, das mit einem ein- steigerte Chrommengen enthalten und erhohte E'estigkeitsgeschliffenen Stopfen verschlossen ist und einerseits mit dem eigenschaften aufweisen. - In U c h e r Weise sind auch
MeUapparat in Verbindung steht, einem in l/a,, cm3 geteilten Kombinationsgerbungen mit Muminiumsalzen, Bisensalzen
50-cni3-MeUrohr niit Niveaurohr und Quecksilberreservoir, und Zirkonsalzen zu gewinnen.
5. Die Angerbung mit polymeren anhydrischen Phosphaten
und andererseits mit einem Manometer, das a n die Vakuumfiihrt beim Nachgerben mit pflanzlichen oder kiinstlichen
pumpe angeschlossen ist.
Cerbstoffen zu sehr reinfarbigen Ledern, die eine verstiirkte
Durchgerbung mit den1 pflanzlichen oder kiinstlichen Gerbstoff
K. Lindner, Berlin:
,,Die bisheriym Erfuhrutcyric erkennen lassen. Uie Narbenempfindlichkeit wird durch die
uuj detn Gebiete der Gerbuny init polymeren anhydrischeti
Yhosphatgerbung zuriickgedrthgt ; eine wesentliche BesehleuniP h o s p h t e n (Coricryearyerbuny)."
gung der Nachgerbung unter Anwendung versttirkter und
Die bisherigen Erfahrungen a d dem Gebiete der Gerbung saurerer Briihen ist moglich. l3ei langerer Einwirkung der
mit polymeren anhydrischen Phosphaten (Brit. Pat. 478443; Nachgerbebrtihen wird der Phosphatgerbstoff allmiihlich
Franz. Pat. 808119; Ital. Pat. 347417; Ost. Pat. 150997; verdrangt.
Ung. Pat. 117303; Schwed. Pat. 91561; Nom. Pat. 57933
H. L a c h s , Warschau: ,,Uber dip Inhoitiuyenitdt weru. a. m.) lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Die Gerbung von nicht chromiertem Hautpulver mit schiedener Cellulosearten"
Natriumhexametaphosphat gibt bei p ~2.4-2,5
.
eine maximale
Die verschiedenen Cellulosematerialien werden unter
Aufnahme von nicht auswaschbarem Phosphat, die in uber- schonenden Bedingungen acetyliert, die erhaltenen Acetate In
einstimmung mit anderen Bearbeitern 6,4% P,O, vom Gewicht Eisessig-Aceton-Losung durch Zusatz von Wasser fraktioniert
des trocknen Hautpulvers betriigt. Bei chromiertem Haut- gefiillt und die Viscositat der Fraktionen in Chloroformlosung
pulver sinkt der P,O,-Gehalt auf 2,4y0. Die optimale Gerb- gemessen. Die einzelnen Fraktionen weisen erhebliche Unterstoffmenge liegt bei etwa 7,5% vom Hautpulvergewicht. schiede in der Viscositat auf. Am hochsten viscos sind die
pE- Anderungen in Phosphatbriihen geben stets den Phosphat- 2. Fraktionen mit Ausnahme der Baumwolle, bei der die
gehalt des Bnd-pH der Gerbung. Die Phosphatgerbung ist 1. Praktion die hochste Viscositat besitzt. Die maximalen
also in Briihen polymerer anhydrischer Phosphate reversibel. Viscositiitsunterschiede werden als MaB fiir die Heterogenitat
Dagegen ermoglicht ein TrocknungsprozeU vor dem Spiilen des betreffenden Cellulosematerials betrachtet. Die groRte
eine Fiximmg eines Teiles des auswaschbaren Phosphates, Homogenitat findet sich beini I,intersacetat, bei dem die
und zwar vorwiegend im nicht optimalen pH-Bereich. Die Heterogenitat nur etwa 12 % der maximalen Viscositat betragt;
Lederherstellung bei weniger saurer Gerbung wird auf diese bei den Acetaten aus Zellstoff schwankte die relative HeteroWeise ermoglicht.
genitiit zwischen 31 und 80%. Bei wiederholter Verseifung
2. Die anionkchen Chrom- und Eisenkomplexe der poly- und Wiederacetylierung nimmt der relative Heterogenitiitsmeren anhydrischen Phosphate weisen ein sttirkeres Gerb- grad etwas ah, bleibt aber von der gleichen GroRenordnung
vermogen auf als die Alkaliverbindungen. Dies gilt fur die wie beim ersten Acetylierungsprodukt. Vortr. schliel3t daraus,
s u r e Gerbung bei PH 2,5 bei nachfolgendem SpiilprozeR mwie daU auch die Heterogenitiit des Ausgangsmaterials etwa dieselbe
auch fiir weniger saure Gerbungen ohne Spiilprozel3. Der ist wie diejenige des Celluloseacetats. Untersuchung der VerEisenkomplex wird noch sttirker fixiert als der Chromkomplex. Anderung der relativen Heterogeniat verschiedener CelluloseMan erhiilt auf diese Weise zartgriine Chromphosphatleder typen bei der Reifung der betreffenden Alkalicellulosen fiihrt
sowie weiWe Eisenphosphatleder.
zu keinen genauen Schld3folgerungen; in erster Ann&erung
3. Die Phosphatgwbung kann mit einer Kieselsaure- ist die relative Heterogeniti%tder abgebauten Produkte von
gerbung kombiniert werden. Wghrend bei der Phosphat- derselben GroRenordnungwie diejenige der Ausgangsmaterialien.
aufnahme nach Eneichung des Maximums Phosphatiiberschiisse Wiihrend der Keifung wird die hypothetische ,,Umhiillungsohne Wirkung bleiben, verliiuft die Kieselstiureaufnahmeinner- substanz", die wahrschejnlich die Bildung von unliislichen
halb des gepriiften Konzentrationsbereiches der angewandten Fraktionen hervorruft, zerstiirt; denn die aus den abgebauten
Kieselsiiuremenge proportional. Die Fiille der Phosphatleder Produkten erhaltenen Celldoseacetate enthalten, mit Aussowie auch kombhiert gegerbter Leder kann durch m u i g e nahme eines Holzzebtoffes, keine unl&lichen Fraktionen.
.
746
Angmandte Chemee
51.Jehr&.1@38.Nr.&
X . Internationaler KongteP f u r Chemie i n Rom
A. C i t t a d i n i u. T. Vitale, Neapel: ,,Eztraktion der
Gfnstercellulose nach d e m Chl~rgaeverfahren.'~
Die W a k t i o n der Ginstercellulose bereitet insofern
Schwierigkeiten, als die Pflanze aus 2 Teilen sehr verschiedener
Natur besteht - dem Hukren Rindenteil, der die Textilfaser
enthalt, und deni inneren, holzigen, sehr kompakten Teil uiid es nicht leicht ist, einen Ausgleich zu schaffen zwischen
(leu Behandlungen, denen beide Teile unterworfen werden.
um p t e Ausbeuten ohne Verschlechterung der Qualitat zu
erzielen. Unter geeigneten Bedingungen ist das Chlorgasverfahren hierfiir wohl geeignet. Vortr. teilt Einzelheiten uber
die Art des Angriffs, die Ausbeuten. den Chemikalienverbrauch
und die physikalischen und chemischen Eigenschaften der erhaltenen Cellulose mit. Eine kombinierte mechanische untl
chemische Rehandlung envies sich als sehr giinstig und fiihrte
zu fa.t theoretischen Ausbeuten in h z u g auf das Ausgangsrnaterial und zu in jeder Hinsicht vorzuglichen Cellulosematerialien.
G. Nasini u. A. P u m a g a l l i , Mailand:
,,tlber d a a
Knitterfesttrlache~~
der Gemebe.bb
Vortr. berichtet zuniichst iiber den Verlauf des Knitterfesteffektes bei Visccsekumtseide. Acetatkunstseide und sthenosierter Viswsekunstseide, die mit synthetischen Harzen und
mit hygroskopischen Stoffen behandelt worden waren, sowie
bei Baumwolle, in h e r Umgebung verschiedener relativer
Peuchtigkeit. F6r Sqttigungsgrade von der Trockenheit bis
zu 20--25% relativer Peuchtigkeit erhiilt man sehr gute Ergebnisse, auch fur Baumwolle und Viscoseselde. Fiir d i e
beiden Gewebearten nimmt die Knitterfestwirkung mit steigender relativer Feuchtigkeit ab, der Verlauf zwischen trockener
Atmosphilre und 60% relativer Feuchtigkeit ist jedoch 1. allg.
verschieden von demjenigen zwischen 60-90 % relativer
Feuchtigkeit, hier fallt der Effekt ziemlich rasch. Fiir die mit
synthetischen Harzen behandelten Gewebe ist die Knitterfestwirkung bis 75% relativer Peuchtigkeit praktisch konstant
und nimmt dann rasch ab. Sthenosierte Gewebe und Acetatkunstseide nahern sich in ihrem Verhalten der mit synthetischen
Harzen behandelten Viscoseseide. Vortr. geht dam auf die
Eigenschaft des Borax und der Borsiiure ein, Geweben aus
Viscosekunstseide unter gewissen Bedingungen eine betrachtliche Knitterfestigkeit zu verleihen, die jedoch nicht waschfest
ist. Die Brgebnisse fiihren zu deni Schld.3, dal3 sich die beobachtete Erscheinung auf eine glasige Struktur der den Pasern
ehiverleibten Stoffe zuriickfiihren 1813t.
A. B e r n a r d i , Bologna:
Betuochinons .''
,,Neue Heaktiotwt& dea o-
Durch Abaderung der Methode von Willstdtlev (Oxydation des Brenzcatechins in Gegenwart vou wasserfreieni
Na,SO, mit Bleidioxyd statt Silberoxyd in Benzol statt in
wasserfreiem Ather) wurde dirs o-Benzochinon in einer Ausbeute von 40 % des angewandten Brenzcatechins erhalten und
zu Reaktionen nach folgendem Schema venvandt:
H
H
H
CH,. CH
I1
I
CH
CH
II
CH,. CH
+
T'ro
H\Y
I
+
co
F-8' "
CHs.CHa
co
H
C-H
I
CH,. CH,
Vortr. teilt die Ergebnisse mit, die bei der Reaktion
zwischen o-Benzochinon und Anilin, p-Chloranilin, 0 - , m-, pToluidin in verschiedenen stiichiometrischen Verhiiltnissen erhalten wurden. €3 wurden braune oder braunrote Stoffe
gewonnen, die den Mono- und Diarylidcderivaten entsprechen
und eine mit Ammoniak oder auch mit N a t r d u g e allrallsch
An#ewandlc CLrnle
5JJahrg.lOdL Nr.dl
gemachte Hydrosulfitkiipe liefern, die Wolle in verschiedenen
Tonen von Braun bis Gelb und Orangegelb ftirbt, die lichtecht
sind und in ihren faberischen Eigenschaften dem Antinolgelb
A.C.N.A. und dem Helindongelb der I. G. analog sind. AUe
diese Derivate, einschliel3lich des Chinons, geben mit konz.
HISO, charakteristische, lebhafte Farbungen von Indigoblau
bis Violett und Rubinrot. Die intensive Blaufiirbung des
o-Benzochinonsmit konz. Schwefelsaure ist zu seinem Nachweis
geeignet. Das o-Benzochinon reagiert auch mit Glykokoll und
Harnstoff unter Bildug brauner, alkoholloslicher Produkte,
die ebenfalls eine alkalische Hydrosulfitkupe liefern, die Wolle
lichtecht rotbraun fiirbt.
W. GraOmann, Kaiser Wilhelm-Institut fur 1,ederforschung, Dresden: ,,lfber Fanerprotclne.b'
Die ineisten Vaserproteine existieren in niehreren Modi
fikationen. denen einerseits gestreckte, andererseits gefaltete
Anordnungen der Polypeptidketten zugrunde liegeii. Am ausfiihrlichsten sind, besonders mit rontgenographischen Methoden,
die VerhAltnisse bei den K e r a t i n e n untersucht (Astbirry), wo
neben der normalen a-Modifikatioii mit gewinkelter Molekiilkette eine gestreckte p-Modifikation und eine iiberkontrahierte
Form zu unterscheiden sind. Auch das Myosin der Muskeln
existiert in entsprechenden Formen. deren gegenseitige Umwandlung fur die Muskelkontraktioa wesentlich ist. Beim
Kollagen der Haut- und Sehneafaxr liegt eine entsprechende
UmwandlFg in der beim Erhitzen a d etwa 6 4 0 eintretenden
Schrumpfung vor. Lediglich das F i b r o i n der Seide scheint
nur in einer einzigen Form mit gestreckter Molekiilkette
vorzuliegen.
Die S c h p f u n g der Kollagenfaser beim Erhitzen in
Gegenwart von Wasser, die in vielen Punkten an die Denaturierung von EiweiDkorpern erinnert, kann durch direkte
Messung der L&ngen&nderung sowie mit Hilfe der Rontgenniethode und schliel3lich luit Hilfe von Enzymen verfolgt
werden. Die Kollagenfaser ist niinlich in1 nativen Zustand
gegen eiweiBspaltende Enzyme so p t wie vollig resistent.
wahrend sie nach der Schrumpfung spieled leicht verdaulich
ist. Fermentresistenz ist eine Eigenschaft sehr vieler nativer
Proteinfasern; so ist das Ilibroin der Seide in dein amorphen
Zustand, in dem es die Spinndriise verlaOt, leicht verdaulich,
wahrend es nach Kristallisation zur Fawr vollig widerstandsfiihhig gefunden wird (A. Miinch)l). Die Schrumpfung der
Kollagenfaser erfolgt ihnlich wie die wechselseitige Umwandlung der Keratinmodifikationen nur in Gegenwart von
Wasser. Sie unterbleibt bzw. erfolgt erst bei hoherer Temperatur, wenn man rein mechanisch ein Zusammenklappen
der Ketten verhindert, indem man die Faser in gedehntem
Zustand erhitzt. Einmal eingetreten, scheint die Umwandlung
in die geschrumpfte fermentempfindliche Modifikation, soweit
bisher bekannt, nicht reversibel zu sein, im Gegensatz
zum Keratin. Irgendwelche chemischen Ver&nderungen. die
mit der Schrumpfung einhergehen, wie Anlagerung oder
Abspaltung von Wasser, Abspaltung von Woder dgl., konnten
nicht fatgestellt werden. Auf Grund der enzymatischen
Angreifbarkeit kann eine weitgehende Umwandlung der
Kollagenfaser nachgewiesen werden, bevor eine sichtbare
Schrumpfung eintritt. Dies k a n n dahin gedeutet werden,
daR eine molekulare Urnwandlung der Schrumpfung vorausgeht. H'-Ionen befordern die Schrumpfung, OH'-Ionen in
Konzentrationen, die keine Hydrolyse bewirken, scheinen ohne
E M & zu sein. Fiir den Eintritt der Schrumpfung'diirften
ionisierte basische Gruppen des Kollagenmolekiils wesentlich
sein; ein Teil von h e n kann durch Desaminierung ausgeschaltet werden, wodurch der Schrurnpfungspunkt erhiiht
wird. Ebenso wird durch alle Gerbstoffe der Schrumpfungspunkt erhoht, also die Faser verfestigt, was wohl auf Vernetzung durch Querverbindungen zuriickzufiihren ist.
Die chemische Analyse vieler HiweiOkorper, insbes. auch
der Faserproteine, spricht dafiir, daO dcr Aufbau h e r Kettenmolekiile ein periodischer ist, indem bestimrnte h o r d n m g a
gleicher oder W c h e r Aminos&uren bestandig wiederkehren.
I n gleichem Sinne konnen die schoii vor lingerer 7At beim
enzymatischen Abbau von EiweiBkorpern gefundenen ganzzahligen Verhdtnisse gedeutet werden. Eine Nachpriifung
der Adnosilurezusammensetzung an weitgehend gereinigtem
I)
S. diese
Ztschr. 48, 797 [1935].
767
X. Znternationaler K o n g r e S jiir Chemie i n Rom
Kollagen scheint die aus der Analyse der Gelatine gezogenen
SchluBfolgerungen im wesentlichen zu besatigen. Beim gegenwartigen Stande der Methodik kann es als wahrscheinlich,
wenn auch keineswegs als gesichert gelten, daB im Kollagenmolekiil die wichtigsten am Aufbau beteiligten Aminosiiuren
in einem einfaclien ganzzahligen Verhtiltnis zueinander stehen.
Auf dieser Grundlage sind Hypothesen iiber die Anordniing
der Aminosaureti in verschiedenen Proteinen, z. B. im Kollagen,
entwickelt worden. Im Gange befindliche Untersuchungen
iiber beim Abbixu des Kollagens erhdtene Peptide scheinen
zu zeigen, daB nur ein Teil von ihnen in derartigen Formulierungen der Peptidketten ohne besondere Hilfsannahmen
untergebracht werden kann.
0. Mecheels, Gladbach: ,,Uber Hohtoffe
stellung k0nstUcher Faserstoffe."
ZUT
Her-
Die Ausgangsstoffe fiir kbstliche Faserstoffe miissen
grol3molekular bzw. hochpolymerisiert sein. Dieser fiir Faserstoffe auf Celldosegrundlage anerkannte Satz hat auch fiir
die neueren auf Proteingrundlage hergestellten w o l l W c h e n
Produkte Geltung. Der Beweis wird angetreten durch Vergleich der techoologischen Eigenschaften von Fasern, welche
aus Casein und aus dem MuskeleiweiB der Pisiche entwickelt
wurden.
Form und GroBe des Molekiils sind jedoch nicht allein
ausschlaggebend. Der Aufbau, die Schichtung des Molekiils
zur Micelle oder zur Lamelle spielen fur die Siigenschaften
des spateren Faserstoffes eine Rolle. 3% werden rontgenographische Messungen gezeigt und schliel3lich Parallelen vorgetragen zwischen dem strukturellen Aufbau eines nativen
Cdulosekorpers (nach Staudinger) und eines WoUhaares (nach
Reunzutk). Die technologischen SchIuDfolgerungen, welche aus
delu Komplex Molekulareigenschaften-Struktur fur d i e fertige
Paser inoglich sind. lassen sich an Hand der Weltzienschen
Raummodelle ziemlich exakt ziehen.
\Vie eine verschleiafeste Cellulosefaser nur dadurch erzeugt
werden kann, daW bei der Herstellung der Spjnnlosung nioglichst
geringe Eingriffe in die ,,Molekularstruktur" vorgenommen
werden, so wird auch eine gebrauchsfeste Eiweil3faser nur auf
Gnmd eines besonders giinstig gearteten EiweiBkorpers,
welcher im SpinnprozeB lediglich ein Minimum an Hydrolyse
erleidet, entstehen konnen.
Der Begriff ,,Verschleil3festigkeit" wird besprochen. Es
werden ferner Arbeiten referiert, welche zeigen, wie die Verschleififestigkeit der Fertigprodukte leidet, wenn zu weit
gehende Eingriffe in den Celluloseniolektilverband erfolgten.
Noch nachhaltiger wirken sich nach den vorgetragenen Daten
Eingriffe in die Eiweihubstanz aus.
SchlieBlich wird noch eine Hypothese iiber die Molekularform des MuskeleiweiDes gegenuher derjenigen des MilcheiweiBes entwickelt.
s.
Poznanski, 'l'omaszow : ,,Untersuchungen iiber die
Reaktionen des C'~lktlo8e3cclathoge?~ts
and i h ~ etechnofogiclche Bedeutung."
Beim Ehtritt von Celldosexanthogenatlosung in ein zinksulfathaltiges Spinnbad bildet sich um den Viscosestrahl eine
Haut, die primar aus Zn-Na-Xanthogenat besteht. Der Ersatz
des Na durch Zn vollzieht sich selrr rasch, und es stellt sicli
sowohl in der Losung a l s auch in der Xanthogenathaut ein
Gleichgewicht zwischen beiden Kationen ein, das ftir eine bestimnite Zusammensetzung der Losung und fur den Reifegrarl
der Viscose charakteristisch ist. Die Reaktion ist ebenso wie
die Reaktion des Xanthogenats n ~ Jod
t intermicellar. €?? wird
eine neue jodometrische Methode zur Bestimmung der Dithiocarbonatgruppen vorgeschlagen, in der jede Oxydation
der Cellulose oder der Dithiowrbonatgruppen durch die Binwirkung eines Joduberschusses auf die ungelosten Xanthogenathaute vermieden wird. Die Zersetzung des Zn-Xanthogenats
[lurch eine Saure verbuft vie1 langsamer als die Zersetzung
des Na-Xanthogenats. Withrend der Zersetzung des Zn-NaXanthogenats durch eine H,SO,-Na,SO,-L&ung
wird Zn
teilweise durch Na ersetzt. Die a m meisten zersetzten Filme
zeigen &en tfberschudan Zn, das wahrscheinlich durch Nebenvalenzen an die Cellulose gebunden ist. Bei Einwirkung eines
Spinnbades auf Cellulasexanthogenat ist die Zersetzung um so
langsarner, je hoher der Zinksulfatgehalt des Bades ist. Mit
steigendern Verhatnis Zn : Na im Bade wiichst auch der ZnAnteil in den Zersetzungsprodukten. Auf Grund der Ergebnisse
wird eine Beschreibung der Erscheinungen gegeben, die sich
w a r e n d des Spinnens im Viscosestrahl abspielen.
S. P o z n a n s k i , Tomaszow: ,,MlZchige VZ~cosek~netseide.~'
Das ,,milchige" Aussehen von Viscosekunstseide beruht
auf der Gegenwart von Luftblasen, die nach dem Verdunsten
des aus dem Xanthat entwickelten CS,unter der Haut der
Faden verbleiben. Die Durchllssigkeit der Haut fur CS2Tropfchen ist u m so kleiner, je hoher der Grad der Zinksubstitution ist. Die Durchlbigkeit ist grohr, wenn die
Micellen der regenerierten Cellulose in der Richtung der IFaserachse orientiert sind.
R . Griin, Diisseldorf :
SalzliSsungen auf Zement."
,,EinwiTkung verschiedener
z,
I n langjilhrigen Lagerungsversuchen wurden Mortelkorper
aus verschiedenen Zementarten, n W c h Tonerdezement und
Portlandzement mit und ohne Puzzolanzusatz, in verschiedenen
Losungen gelagert und nach 1, 3 und 12 Monaten, 2, 3 und
7 Jahren auf Erhaltungszustand und Pestigkeit gepriift.
Gepriift wurden Normenzemente und synthetisch hergestellte
Zemente mit verschieden hoheni Hochofenschlackenzusatz.
Die Zusammensetzung der verwendeten Schldcken und Klinker
war bekannt. Als Salzlosungen wurden Salze starker Basen
und schwacher Sawen, schwacher Basen und stark- Sauren
sowie salche von ungefikhr gleich starken Basen und Sauren,
freie organische Shuren sowie verschiedene organische Verbindungen herangezogen, um auf diese Weise eine trbersicht
tiber den Einwirkungsgrad verschiedener Basen und Sauren
auf die Mortelbestandigkeit zu bekommen.
Ergebnisse : Gegen zahlreiche auf dieser Grundlage
herangezogene Verbindungen erwiesen sich gute Zenientmortel
als unempfindlich. Manche organische Sauren wirkten nicht
so stark zerstorend, wie oft angenommen wird. Amrnonsalze
wirken h l i c h wie freie Sauren und sind deshalb fast durchweg
schadlich. Im allg. wirken die Verbindungen starker Sawen
mit schwachen Basen sch&dlicher als die starker Basen mit
schwachen Sauren oder als die von u n g e f h gleich starken
Basen und Sauren. Von den i. a&. als unschadlich angesehenen
Salzen wirkte Kaliumbichromat hesonders nachteilig . Gutr
Portlandzemente hatten zwar eine erhebliche Widerstandskraft,
konnten aber durch Zusatz von geeignet zusammengesetzter
Hochofenschlacke, welche den Kalkgehalt herabdriickte, verbessert werden. Gegen Sulfat erwies sich Tonerdezement als
hesonders widerstandsfiihig.
H. W. Gonell, Konigsberg: ,,Bauetoffchemde afs
Grund6agu zweckentapechmde~Bafmtofiverwendung beZm
neuxdtlichen Bauen." %)
Wiihrend die Porderuiig genugender mec hanisclier
Bgenschaften der Baustoffe heute i. allg. selbstverst&dlich
ist, werden die chemischen Eigenschaften der Baustoffe bei
der Planung und Ausfiihrung von Bauten meist zu wenig
beachtet. Die Bedeutung der Cliemie fur die zweckentsprechende Verwendung der Baustoffe beim neuzeitlichen
Rauen ist weit groljer, als g e n i e m i angenommen wird. Die
chernische Beurteilung der zweckentsprechenden Verwendung
rler Baustoffe schliel3t dabei die Kenntnis der chemischen
Eigenschaften der Umgebung (Boden, Grund- und Oberflachenwasser, Luft) ein.
Die Mitwirkung des Chemikers auf den1 Gebiet der Baustoffe umfaBt vor allem die Herstellung kiinstlicher Baustoffe,
die Beurteilung i k e r zweckentsprechenden Verwendung unter
Beficksichtigung der Umgebung und Untersuchungen ani
fertigen Bail zwecks Nachpriifung der verwendeten Baustoffe.
Aufkllinrng von Schadensfiillen und Ansatz nachtrgglicher
SchutzmaRnahmen. I n dem vorliegenden Bericht wurden
insbes. die nichtmetallischen ariorganischen Baustoffe behandelt.
z,
Urscheint dcmnachst ausfuhrlich in dieser Zeitschrift.
Vgl. a. GoneZZ, Die Bedeutung des Chemikers fur die Baukontrolle, diese Ztschr. 48, 507 [1935].
8,
dnprwarrdle L'hemCe
61.Jahtg1938. N r . 4 4
X. I n t e m o t i o t r u l e r K o n y r e P
Das neuzeitliche Rauexi hat besonders das Bestreben zur
Entwicklung von S o n d e r z e m e n t e n fiir verschiedene
Zwecke gefordert. Auf dem Gebiet des Leichtbetons ist die
Herstellung von Gasbeton und Schaumbeton durch Zusatz
chemischer Mittel zu nennen0. Bei der Verwendung von
K o h l e e als Zuschlagstoff fiir 1,eichtbeton sind vielfach
schaden aufgetreten, deren Ursache ntiher erliiutert wird.
Besonders wichtig ist bei der Entwicklung und Verwendung
neuer Baustoffe die Beachtung ihrer etwaigen Wechselwirkungen mit benachba,rten Baustoffen, die gegebenenfalls gegen
die unmittelbare Beriihrung geschiitzt werden miissen (z. B.
Metall gegen steinholzartige Massen).
Die nachtrigliche chemische TJntersuchung am fertigen
Bau ist oft mit Schwierigkeiten vexbunden; z. B. ist es in
vielen F8llen nicht moglich, nachtriiglich das Slischungsverhsltnis erhiirteten Betons zu ermitteln und iiber die
Beschaffenheit des verwendeten Zements Aufschld3 zu
erhalten*). Auf d e m Gebiet des Schutzes von Bauwerken
aus Naturstein gegen Verwitterung durch den EinfluD
S. Wolf u. Weleeh, ,,IAchtbaustoffe mit Schaumstruktur",
ebenda 48, 642 [1935].
6, 8
. a. QoneU, Xormung chemischer Priifungen auf den1 Gebiet der anorgan. Ranstoffe, ebenda 60, 633 [1937].
4)
l i i r C h e i n i e i n Rom
von Rauchgase enthaltender Luft steht die Entwicklung
no& ini A.xifang6).
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der franz8sixkn Seekiefer und aud andereti A r l m harmeichm KfeJm.''
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der Heraldlung ratimunPr PurzohnblndemiUrl."
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-
-
-
-
-
*) S. Zahn u. Drexkr, ,.kin01 u. Leinolmischungen als Schutzmittcl f . Xatursteine, ebenda 60, 681 [1937].
Pachgebfet VI.
Chemie, Gesundheit, Hygiene und Schtinheit.
Vorsitzender: Prof. E. Pourneau, Paris.
S. Belfanti u. M. P r a n c i o l i , Mailand: ,,NeueBeobachlungen aber die Lecfthasen der Schlangengifte."
Vortr. behandelt den Enzymgehalt der Schlangetigiftr,
insbes. die in allen Schlangendfteu vorhandene Lecithase A,
in Beziehung zur Giftigkeit. Die enzyxnatische Wirkung der
Leuthase A der Schlangengifte wird durch das entsprecheiide
Antiserum gehemmt, ea beateht also SpezifitAt des Serums
in bezug auf die Lecithase. Die Hauptmenge der Lecithasen
der Schlangengifte dialysiert durch Cellophanmembranen.
Behandlung mit Antiserum verhindert die entsprechende
Lecithase an der Dialyse. Zusatz des Antiserums z u m Dialysat,
das die aktive Lecithase enthat, nimmt dieser die Enzymeigenschaften. Wird die wurige Losung eines Schlangengiftes
einer lange dauernden Dialyse unterworfen, so bleibt die Giftwirkuiig fast unverandert. Wiihrend jedoch beim dialysierten
Gift ziemlich kleine Zuatze von .htiserum geniigen, wn das
Tier zu schiitzen, sind beim-nicht dialysierten Gift noch lOfach
p o k e Mengen unzureichend. Die AktivitAt der Lecithasen
spielt also bei der Vergiftung eine erhebliche Rolle. Da es
bisher nicht moglich gewesen ist, die Lecithasewirkung aufzuheben oder zu verwdern, ohne auch die Giftwirkung aufzuheben oder zu veriindern, wird durch Messung und Kontrolle
der Lecithasewirkung indirekt auch die Giftwirkung erfaat.
P. Micheel, Miinstex i. W.: ,,t!ber Schhngetrgitte."
In friiheren Arbeiten wurde gezeigt, daD in den die Atmung
Wmenden Neurotoxinen von Cobragiften elne schwefelhaltige
Atomgruppierung maagebend an der Wirksamkeit beteiligt
ist. Durch Oxydation mit Luftsauerstoff bei Gegenwart voxi
Schwermetallkatalysator kann die Giftwirhng weitgehend
vedchtet werden, ebenso durch Behandlung mit Bisulfit.
Andererseits wird in dem noch nicht vollig reinen N e u r o W i
eine Begleitkomponente durch Reduktion init Cystein inaktiviert, wHhrend das Neurotoxin selbst best-dig
gegeii
Cystein oder elektrolytische Reduktion ist. Weiteren Einblick
in die Bindungsart des Schwefels eroffnet die Spaltung mit
Bisulfit. Sie wurde an einem gereinigten Neurotoxin durchgefiihrt, das jedoch no& nicht frd von Begleitstoffeu ist.
W o n friiher wurde festgestellt, da13 bei der Behandlung mit
Bisulfit eine Drehwertsanderung eintritt, die etwa parallel
der Abnahme der Giftigkeit lguft. Gleichzeitig tritt Bildung
von Thiolgruppen und bei geeigneten Ronzentrationen Abscitddung eines in Wasser nahezu unloslichen Niederschlages
a d (mehr als 500/, des Ausgangsmaterials). Der colorimetrische
Vergleich von Abnahme der Giftigkeit und Auftreten von
SH-Gruppen zdgte, daD b d pn 5,2 die Giftwirkung sttirker
Angswondtc O h s d r
51.Jabrg.lOJ8. iVr.44
im Verhtiltnis zur SH-Bildung abnimmt als b d p~ 6,G. Bei
6,6 SII-Bildung ohne
geeigneten Konzentrationen kaiin bei
nmenswerte Schwiichung der Giftwirkung eintreten. Der
SO,H-Rest in deni iii Wasser ~inlosliclien Atiteil ist wahrScheinlich als S-SO,H-Gruppe gebunden. Bri der Hydrolyse
mit Saure oder Alkali tritt iieben H,SO, ehie etwa entsprechende Menge SH auf, jdoch iucht H,SO, oder H,S.
Das in Wasser leiclit loslichc Material der Bisulfitspaltung ist
iliedriger niolekular als das Ausgangsxieurotoxin 1). Es laat sich
unter besthunten Uedingungeii vom uberschiissigen Bisulfit
mittels Ultrafiltration durch sehr clichte Membranen abtrennen.
Der S0,H-Rest in diesem Anteil wird bei der sauren Verseifimg als H,SO, abgespalten. H,SO, oder H,S entstehen
dabei nicht, ebensowenig bildeii sich SH-Gruppen. Es ist
aiizunehmen, dal3 der SOJI-Kest der in Wasser leicht lijslichen
Komponente der Bisulfitspaltung nicht an ein Schwefelatom
gebunden ist. Aus den Bcfundeii lassen sich SchluDfolgetungen
auf die Binduiigsart des Schwefels im Neurotoxin ziehen.
F.F. N o r d , Berlin : ,,Zii:tti Chuirtlwmun der alkoholbr-hen
Oh'r~ng.~'~)
uber die tatsachliehen einleitenden Phasen der alkoholischm G a m g durch lebende Zellen ist bis heute keine ein-
heitliche Meinung erzielt worden. Ah meist herangezogene
Zellsysteme zum Studium der Phasenfolge der Ciinmg dienten
bisher Hefen und terinobacterium mobile Lindner, die aber
hauptsachlich mittels kolloidaler Ausziige ihrer Enzymsysteme
f i i r die Versuche verwendet worden sind. Es wurde nunin& u. a. die alkoholische G-ng
vcrschiedener lebender
Fusarien, dereii Stoffwechsel wesentlich gedehnter ist, untersucht und u. a. festgestellt, daO diese Erreger sowohl
Hexosen als auch Pentosen bzw. Biosen in einem der Hefc
ahnlichq stiichiometrischen Verhiiltnis vergaen und diese
auch phasphorylieren konnexi. Der letztere Vorgang ist bei
den F u s a r i e n nicht obligatorisch, da er ausbleiben kann.
o h n e da13 die Cfi.nuigsgeschwindigkeit dadurch beeinfluat
wird. Eine Beziehung zwischeti zeitlichem Verlauf der Gilrung
und dem der Phasphorylierung besteht nicht.
11.F i n k , Institut f. Ghugsgewerbe; Berlin : ,,Zur bdologischen Eiiceij3syitthese."
Die f i i r die biologisdie Eiweihynthese (Putterhefegewinnulig) grmidlegende Frage nach der praktisch liochstmoglichen Hefe- bzw . ICiweiWausbeute aus einer gegebeneii
Kohlenhydratmeiige, wexiti der ProzeW durch intensive Sauer.....
-.
l)
Ein niedrigmolekulares Spaltprodukt wurde kristallin
erhalten (Anm. b. d. Korrektur).
*) Vg1. u.a. Rolini, D a m m n n u. Notd. Biochem. Z. 288,414[1936]. .
*) Vgl. diese Ztschr, 51. 475 [1938].
769
X. frrfernaliotialer
Kongrcb
far C h e m i e
i n Rom
stoffzufuhr von der alkohoUschen G-ng
vollst&ndiga d Hefevermehrung (Torula) umgestellt wird, ist in bilanzierten
Standardversuchen dahingehend beantworkt worden, daD man
aus 1OOg Glucose und N&hrsalzen bis zu 210g Torulahefe
(250,; Trockensubstanz mit 59,4% Eiweill) und nur Spuren
\.on Alkohol (0,02 g) erhdt. Die praktische Energieausbeute
dieser Urnwandlung von Kohlenhydraten in eiweiareiche
Hefe ist mit etwa 65% d t t e l t worden.
Neuerdings konnten auf verschiedenen unabhangigen
Wegen definitive Aussagen iiber den Grenzwert gemacht
werden, den die Zelhbstanzausbeute und Energieausbeute
erreichen kann (theoretisch mogliche Hochstausbeute). Es
ergibt sich hieraus. daD in unseren praktischen Ziichtungsversuchen dieser Grenzwert bis zu 90yk erreicht worden ist.
Dabei haben sich neue Vorstellungen uber den Mechanismus
der Zellsubstan7synthcse ergeben.
Als praktische Anwendung der biologiwhen EiweiUsynthese werdefi behandelt im besonderen die Herstellung von
hochwertiger Futterhefe aus verschiedenen Holzzuckerarten
und Sulfitablaugen nach dem gemeinsam mit Lechner entwickelten Verfahren, bei dem die technische Dauerziichtung
mit sonst nur anorganischen Nghr.salzzusiitzen gelungen ist').
Fiir die envogene Urnstellung der Kartoffelbrennereien von
Alkohol- auf EiweiUproduktion spielt das am Institut fiir
Gahlngsgewcrbe entwickelte Biweia-Schlenipe-Verfahren eine
groBe Rolle. bei dem die biologische EiweiUsyitlicse sich in
hochprozentiger Rartoffelmaixhe abspielt.
Uurch Vcrwendung von einfachen Kohlenstof fverbindungeti
(Acetaldehyd, :\lkoliol, E&gs&ure usw.) statt Zucker und
sonst iiur anorganischen Diingesalzen konnte erstmalig ein
technisch gangbarer Weg zur EiweiBgewinnuiig aus Kohle und
Luftstickstoff verwirklicht werden, d a also im Gegensatz zu
den bisherigen Verfahren von der Scholle unahhsngig ist.
P . K n o o p , '1'iil)inKen: , , ~ ~ b die
e r Bedsttfwtag
trcinrr
citicr
d 4 ~Sftclr-
ph!piologincheta .1tttitrowc?icrcr~~ttth~~ac~
ima
TbrMrper."
1)er physiologische hbbau dvr .4iiiinusAuren 1)iBstelit in
der 1. Pha.. in einer oxydativai Desatninierung. die iibcr die
IminosAure 1-Ketonstiure und NH, liefert. Wir konnten 1910
zeigen, da13 diese Keaktion reversibel ist und daD der 'l'ierkorper (TK.) aus a-Ketons%ureniiber die InhosAureri : C - : NH
die entsprechendcn Aminosguren aufbauen kann. Die Bedeutung dieses Nachweises ist in dcr Litcratur inehrfach
als gering bezeirhnet wordeu. Aber es kommt nicht darauf
an, ob der TK. tatsfichlich in g r o k m Umfang htninoSauren
aufbaut, oder ob er das nicht notig hat, .wndern darauf. daD
hier eine reversible Reaktion vorliegt, von der er zu den rerschiedensten Zwecken Cebraurh macht. Zunrlchst konnte
1925 gezeigt werden, daI3 die physiologische Keaktion auch
im Laboratorium die bequemste Methode zur Synthese von
.4min@uren darstellt: a-KetonsAuren NH, -I- H,
Katalysator liefern bis 70% reinster AminosAurai in wenigen
Minuten ohne Druck und W-e.
Diesem Nachweis bildete
auch die Industrie eine Anzahl Patente zur Darstellung von
timinen nach, eine Reaktion, die nicht irn Laboratorium,
sondern im TK. aufgefunden wurde, also der Biochemie zu
verdanken ist.
Die physiologkhe Bedeutung aber llDt sich durch folgende Tatsachen belegen :
1. n a im TK. als a-Ketonsiiuren BrenztraubensAure und
Oxalessigs8ure vorkommen, so vennag er Alanin und Asparaginsure selbst herzustellen. Nachdem wir zeigen konnten, daD
die im TK. vorkommende Citronensiture iiber Ketoglutarsaure abgebaut wird, kann er auch Glutaminaure aufbauen.
So wie diese A m i n a u r e haben sich auch andere als enthehrlich erwiesen. Unentbehrlich zum Wachstum sind z. B.
Tryptophan und Histidin. Rose hat gezeigt, daD auch diese
heiden durch die entsprechenden a-Ketonsauren ersetzt
wwden konnen. Wir miissen SChlleBen: Alle .4min&uren,
die in der Kahrung als entbehrlich erwiesen sind, sind im
Korper nicht wirklich als solche entbehrlich (denn in den
7~lleiweiUenkommen sie auch ohne Zufuhr in gleicher Menge
vor). Sie sind nur in der Nahrung entbehrlich, und das deshalb, weil der TK. sie aufbauen kann. Das erscheint sicher.
+
') Vgl. diese
770
Ztschr. 49, 775 [19361. 60, 949 [1937].
+
Problem ist nur noch, wie ihre Vorstufen, z. B. die entsprechenden a-Ketoduren, sich bilden. Entbehrlichkeit
bedeutet also hier, daB der Organismus die Pahigteit hat,
diese Substanzen selbst herzustellen.
2. Der TK. kann die unnatiirlichen Formen asymmetrischer Amin&uren in die natiirlichen umbauen durch lntermediiire Bildung der inaktiven IminosBuren. die nachher
wieder zu A m i n a u r e n hydriert werden (du Vigneaud).
3. Die Bildung der pharmakodynamisch wirksamen
Amine (z. B. Histamin) erfolgt nicht durch direkte Decarboxylierung. sondern nach neuester Auffassung durch Decarborylierung der I m i n d u r e n , die d a m wieder hydriert werden.
4. Nach Braunsfein konnen Urnamhierungen stattfinden,
indem z. B. Brenztraubendure mit Aminoglutarsiiure in
Alanin iibergeht und aus der .4min0&ure die a-Ketonsiiure wird.
D i e 4 Punkte zeigen schon, daB die Eiihigkeit des TK..
die C-N-Doppelbindung zu hydrieren, eine vielseitige und
gro& Bedeutung haben mu&
Neuerdings ist das in der interessautesten Wdse durch
die moderne Permentchemie nachgewiesen. Wir haben 1925
schon abgeleitet, da13 den A m i n a u r e n mit dieser Reversibilitat
ihrer ersten Abbaureaktion die Eigenschaften einer Art
Pernient zukommeii, nachdeni man die Vorstellung von der
IJuver2nderlichkeit von Permenten fallen lassen muUte.
Jetzt ist in der Tat iiacligewieseii, daB hi den1 gelben Ferment
und der Co-Dehydrase I1 iii ihrem wesentlichen Bestandteil.
tlctn Lactoflavin und dnii Nicotinaureanlid, die wirksame
Gruppe die CN-Doppelbindung im Rhig darstellt. Der ganze
Mechanismus dieser Permentreaktion besteht also in der
Addition von Wasserstoff an d i e s Atompuppierung, die ihii
sofort an andere Acceptoren weitergibt.
SchlieBlich erfordert der Xachweis dieser Keaktionsfiihigkeit intermediilrer Stoffwechselprodukte mit Ammoniak
clesseii .4usschaltung und schafft so ein Versmdnis fur die
Notwendigkeit tler Harnstoffsyrithese.
Wir glaubeii, daU (lurch die hier zusarmneiigestellten
Tatsachen die von uns aufgcfundene Fiihigkeit des Organismus.
C-N-Uoppelbinduiigen %u hydrieren, als eine der wirhtigstrn
umkehrbaren Reaktioiien iiii Tierkorper nachgewieseii ist.
I?. I>abre, Paris: ,,IMP Atitcetrdttrig der Elektrodfalpe
i n der phrrtnazedscheti urtd biologhchen Chemie."
Die :\btrennung der aktiven Prinzipittn ails organischen,
pflatlzlicheti oder tierischen Materialien kann in vielen Fallen
durch Anwendung der Elektrodialyse sehr erleichtert werden.
So wurden z. H. bei Vntersurhungen iiber die Biologie und
Toxikologie der Fluoride die Schwierigkeiten der quantitativen
Abtrennung auf diesem Wege behoben. Die Isolierung der
Anodenfltissigkeit nach der Methode von Willard und Winlcr
und die Bestimmung nach der Technik von De Boer. nach
Abtrennung des bei der Elektrolyse gebildeten Chlors. d a u b e n
schnelle und genaue Bestimmungen. Als Beispiel der Extraktion von Alkaloiden ist diejenige des Strychnins besonders
interessant. Mit Hilfe der Elektrodialyse ist dessen Abtrennung
quantitativ, und es findet keine Bildung hydrogederter
Derivate statt. Wegen sekundarer Reaktionen bei der
Elektrolyse kann die Methode nicht allgemein &; aber in
sehr vielen Palen wird sie dem Biochemiker wertvolle Dienste
leisten konnen.
E. M a s c h m a n u , Frankfurt a. M.: , $ b e Proieaeen der
Gasbrandermgez." .
ifber die Proteasen anaerober Wkroorganismen war bisher
so gut wie nichts bekannt. Aus den Ergebunserer
Untersuchunged) iiber die Tr&ger des proteolytischen Wirkungsvermogens der Kulturfiltrate der ,,Gasbranderreger"
laat sich folgendes ableiten: 1. AUe Gasbranderreger bilden
eine Protease, die in vitro nur Gelatine zu spalten vermag.
Das ps-Optimum des uber lOOOfach angereicherten E n z w
liegt bei p~ = 7. Die Protease gehort weder zu den ,,Tryph e n " noch zu den ,,Papainasen"; sie lie@ im vollaktive~
Zustand vor, wird vermutkh vom B d u s ausgeschieden
(Exoenzym) und ist der Haupttrager des proteolytischen
6) E. Moechmann, C'ber Bakterienproteasen, 11.-V.
mitt.,
Biochem. 2. 295, I, 351, 395. 400 [1937/1938]; VII. Mitt.. Naturwiss. 26, 139 119381, und unver6ffeotlichte Versuche; vgl. a. diese
Ztschr. 61, 403 [19381.
A'. I n l c t n n t i o t i u l e r Kongrep l i i r C h e r n i c i n Rom
bzw. nekrotischen Wirkungsvennogens der Kulturfiltrate hzw.
der Bazillen im Gewebe. 2. Die Gasbranderreger (wic auch
andere Anaerobier) bilden ferner eine Protease, die iiur im
Redoxzustand wirksam ist und durch i h ~
Clupeinspaltungsvermiigen (in Gegenwart von SH) von der unter 1. beschrieh e n Protease unterschieden werden kann. Das Enzym ist
trotz eines . deutlichen SH-Gehaltes der Kulturfiltrate ohne
Cysteinzusatz in der Kegel unwirksam. Sein Wirkungsoptimum liegt eben alls bei PH = 7. Die Clupeinspaltung wird
durch Jodessigsfiure gehemmt. Das Enzyrq besitzt demnach
.hdichkeit mit den .,Papainasen". Es ist sehr wahrscheinlich,
daB es die intracelldhre Proteinase der anaeroben Baktenen
ist (Endoenzym). Bd bestimmten ReMgungsmaBnahmen
wird die Protease zerlegt, vielleicht in Apo- und Coenzym,
oder es wird dabd eine Substanz vom Enzym abgetrennt,
ohne die eine h f t i h r u n g des Enzyms in den Redoxzustand
durch SH (mindestens in vitro) nicht miiglich ist. Das
,,Coenzym" oder die ,,Komplettierungssubtanz" entstammt
dem aus tierischem Material (Muskulatur, Pepton usw.) bereiteten Nithxmedium. 3. Daneben kommen in den Kulturen
noch Aminopoly- und Dipeptidase vor (Endoenzyme).
4. WAhrend in den Kulturen des Welch-Fraenkelschen Gasbazillus, des Para- und Rauschbrandbazillus nur die unt- 1.
bis 3. aufgefiihrten Proteasen nachzuweisen sind, enthalten
Histolyticuskulturen noch eine weitere Protease, die Ovalbumin, Casein, Fibrin und Pepton zu @ten vermag. niese
Protease wird - im Gegensatz zur Protease unter 1. -Pferde- und Hammelserum gehemmt. 5 . Piir das gelathespaltende Enzym konnte das Vorkommen eher spezifischen
Antiprotease im Immunserum sehr wahrscheinlich gemacht
werden.
Gegenwart von .%scorhins&urerascher. Bei diesen Reaktionen
spielt das Verhriltnis der Konzentrationen der bekeili&en
Stoffe eine wesentliche Kolle, da bei bestimmten AscorbinsB*ekonzentrationen auch eine Stabilisierung der Farbstoffe gegiiber der Lichtwirkung bwbachtet wird. Uer Mechanismus
dieser Keaktionen wird erortert uiid darauf hingewiesen, da13
sich die Ascorbidure h i diesen Autoxydationen ithnnlich den
Allylthioharnstoffen und dem Fwroion rerhdt.
I>. S. Cook. J . K. 1,oofhourow u. S. M . M. S t i t n s o n ,
Cincinnati : ,,Chetnierhe Utttereuchungetc d r r /o+tp/lonzunga~ 8 M e r n d e t cFoktmen aun uItranfolettgrnck~dfgtr?n
Zelleti
.';
Priihere Veroffentlichungen aus dem J,aboratoriuiii cles
Vortr. hatten die Bildung von fortpflanzungsfiirdemden Stoffen
durch- Zellen und Gewebe gezeigt, die durch ultraviolette
Strahlung geschrdigt wordcn waren 6 ) . Spektroskopische
Untersuchungeu von rohen Extrakten, die die intercelluken
Wundhonnone enthalten. weisen darauf E n , da13 die aktiven
Slaterialien den Nucleinshren oder ihren Derivaten verwandt
sind.
T h . W a g n e r - J a u r e g g , Frankfurt: ,,C!ber die C d e t substanx der T ~ b e r k e l b a z f l l e n " ~ ) .
. Gemeinsam mit M. U m e z u untersuchte Vortr. den Ruck-
stand, der nach erschopfender Extraktion frischer menschlicher Tuberkelbazillen mit Lipoidl&ungsmitteln, verd. NatronIauge, verd. Salzsaure und dest. W a r hinterbleibt. Durch
diese Vorbehandlung werden liisliche Fette, Phosphatide,
Wachse, Nucleinsauren, Eiweil3stoffe und losliche Polysaccharide entfernt. Der verbleibende .,Restkorper" kann als Stiitzbzw. Geriistsubstanz der Bakterienleiber angesehen werden.
Meser unlosliche Teil der Tuberkelbazillen SOU nach Lindncr
A. S t o l l u.' E. W i e d e m a n n , Basel: ,,Ube+ Chlo+o- und Oelrichs an Meerschweinchen eine gewisse Tmmunitatspbstin."
wirkung durch Verzijgerung des Verlaufs einer tuberkulosen
Die Beobachtungen von Lubimenko wurden bestatigt und Infektion hervormfen.
Zur chemischen Untersuchung des ,,Restkorpers" wurde
erweitert. Die Herstellung bestandigex wiikiger Lijsungen des
Blattfarhstoffes gelang bei zahlreichen Pflanzen. Das w m - dieser einerselts mit verd. Shure, andrerseits mit verd. Lauge
ltialiche Blattgriin kann durch UmfaLlen, Zentrifugieren bei in der W-e
behandelt. Dabei werden in beiden Fallen
hoher Tourenzahl und Dialyse gereinigt werden, ohne da13 es 12-13% einer wachsaftigen Substanz abgespalten, die demdie charakteristischen Merkmale des Parbstoffes i
m Chloro- nach aLs g e b u n d e n e s Wachs zu bezeichnen ist. Bei der
plastin verlitrrt. Auch gereinigte Priiparate zeigen ehen hohen alkalischen Hydrolyse e r h a t man a u k d e r n ein nichtreduzkEiweiagehdt und weisen die 4 Blattfarbstoffe h natiirlichen r e n d s Polysaccharid, das bei Einwirkung verdiinnter Saure ein
Verhrlltnis auf : Chlorophyll a und b (3 :1); Xanthophyll wd Gemisch von Zuckern liefert, aus dem d - A r a b i n o s e in Form
Carotin (2 : 1). Eine Trennung der gelben von den griinen kristallisierter Derivate isoliert werden konnte. Mannose lieB
Pigmenten war ohne Zerstorung des Chloroplastins, die schon sich nicht eindeutig nachweisen. Neben dem Polysaccharid
durch Elektrolyte, organische Liisungsmittel u. a. leicht erfolgt. wird bei der Alkalibehandlung des Restkorpers auch e h e saure
bisher nicht moglich. Alle 4 Pigmente scheinen zusammen Praktion crhalten, die zum groaten Teil aus Mannonshure
mit farblwen Stoffen von 1,ipoidcharakter im Chloroplastin besteht. Weiter e n t h a t das Hydrolysat A m i n d u r e n ; T p r o s i n
wurde darin als Pikrolonat identifiziert.
eng vergesellsrhaftet zu sein.
Es ergibt sich, dal3 der ,,Restkorper" der menschlicheil
St. J . P r z y 1ec k i , Warschau : ,,Peptzde, Protefde und a r e Tuberkelbazillen wahrscheinlich ein Li poid- K ohlen h y d r a t A / p f t t V t yegendber o n d m bfologbchen Komponentm."
P r o t e i n - K o m p l e x ist. Auch Anderson. Reeves und Stodolu
Die apolaren Gruppen der Proleine bilden Appositionen nehmen in einer neueren Arbeit an, dal3 das gebundene Lipoid
mit anderen apolaren Gruppen. Die polaren, nicht ionisier- in der Bakterienzelle entweder mit Kohlenhydrat oder ElweII3
verkniipft ist. Das Vorkommen von gehundenem Wachs in
C-S-CH,.
baren Gruppen, wie OH, SH, CONH,, +S-,
CONH, reagieren in verschiedener Weise, indem sie Simplexe Baktenen ist bemerkenswert im Hinblick auf Befunde roil
mit &en Haupt- (C-OH, CONH. C-S-H)
oder Neben- He/3 und Wergin. wonach Wachse eine allgemeine Bedeutung
bilden. Die fur den Aufbau junger 7Awitnde besitzen sollen*).
valenzen (C-SH. COH, CONH, C-S--S--C)
Gruppen CONH,, S - S . S-CH, sind i. allg. sehr wenig aktiv.
Die Gruppen COH, C-SH
und CONH geben mehr oder
A. S t o c k , Berlin-Dahlem: , , W e triikrwnal@ische Beweniger besthdige Verbindungen und sind an der Bildung ntfmmung de8 Quecksflbers und ihre Atfrceodcbng nt(/
von Simplexen mit Polyosen, Proteinen und gewissen Lipoiden hngfenfsche und medbfnferhe F m g m . "
beteiligt. Die polaren, ionisierbaren Gruppen bilden heteroZur BestImmung kleinster Hg-Mengen yon 0.01 bis 1000 y
polare Kovalenz- und Koordinationsverbindungen.
ist ein Verfahren ausgearbeitet worden. Das Queckdber wird
als Kiigelchen isoliert und mikrometrisch ausgemessen. OrK. W e b e r , Zagreb: ,,Uberphotochem&che Autoxydatfon ganische Substanzen werden zunachst iait Chlor oder KC10,mit AncorbinsBure o b Soue+8foffitbe+t7(9ge+."
HC1 aufgeschlossen. Das Verfahren ermoglichte die folgeiideii
1-Ascorbinsiiurc (Vitamin C), die bekanntlich e h starkes U ntersuchungen .
Quecksilber gehort zu den ,,allgegenw&tigen Elementen"
Reduktionsmittel ist, wirkt auf a g e photoaktive Stoffe, die
einer Reduktion nicht zugitnglich sind, bei Gegenwart von und findet sich in allen anorganischen und organischen Stoffen,
Licht und 0, (1,uft) oxydierend, ubernimmt also die Roue i. allg. in der Croiknorhung 10-8 bis 1 0 - 7 , infolgedessen auch
n
eines Sauerstoffubertragers. So wird die photochemische in den meisten chemischen Priiparaten und in u ~ ~ s e r eNahAutoxydation des Chlorophylls in methylalkohollscher Liisung,
*) Vnl. Swnli. h l b o u r o w u M e t . Studies Inst. Divi Thomae
die zu einem gelben Oxydationsprodukt des griinen Pflanzen- 1. 163 [1$37].'
farbstoffes fiihrt,durch Zusatz von Ascorbhsilure beschleunlgt;
') Vnl. hierzu Kmut. Die Spaltbarkeit von Tuberkelfett dittch
auch das photochemische Ausbleichen von Pinachrom und 1,ipasen. aiese Ztschr. 61; 174 09381
S. ebenda 49, 843 [1936].
Pinacyanol - gleichfalls eine Autoxydation - erfolgt bei
Aa#rumdle Chrmir
blJd?#.l#JE. Er.44
77=
rungsmitteln. Verschiedene mit der weitverbreiteten ,Jeichten"
chronischen Hg-Vergiftung zusammenhBngende Fragen wurden
geklut. Quecksilber ist ein ausgesprochenes Atemgift. Die
Schiidlichkeitsgrenze fur den Hg-Gehalt der Luft lie& vie1
iliedriger, als friiher angenommen wurde. Bislier uiihekannte
Quellen fur Verdampfen voii Quecksilber wurden in den
Haarfilzhutens) und in gemissen, mit Amalganien arbeitenden
Druckverfahren gefunden. Der normale und pathologische
Iig-Gehalt der menschlichen Ausscheidungen und des Blutes
wurde festgestellt und gepriift, wieweit die Hg-halysc zur
Diagnose der Hg-Vergiftung dienen kann. Tierversuche zeigten,
wie sich eingeetmetes und per 0s zugefiihrtes Quecksilber iiii
Organismus verteilt und wie es wieder verschwindet. Bemerkenswert ist die Speichemig in der Niere. Klinische Heobachtmigeii
und weitere Tierversuche machten es wahrscheinlidi, da13 das
riiigeatniete Quecksilber zunichst nur in den obereii Atmuiigswegen und den henachbarten Gehirnteilen wirkt und dort die
c~stc.11 Ihclieinungen der Vergiftuiig, nervijs-peychischc
Stijruiigeii und Affektioneii der Schleirihiiute, hervorruft .
Aurli d i v bekannten schlidigenden Wirkungen der AnialganiZahiifullungrii treteti augenscheinlich niu dann ein, wcnn pine
liinreichende Meiige Hg-Drrmpf in die Nase gelangt.
K. B u r s c h k i e s , Frankfurt a. M. : ,,FLacourtCaceeniile
u d ihre Derivate."
Zur Rehandlung der Lepra werden init gutem Erfolg
Ester der Fettsiiuren des Chaulmoograijls angewandt. Die
I'rkenntnis Schbbls, wonach neben dem fagliedrigen Kohlenstoffring die in ihin enthaltene noppelbindung fur die therapeutische Wirksamkeit der Chaulmoografettsiiuren nlal3gebend
ist, gab Veranlassung, an Stelle g a t t i g t e r Chaulmoograsiiureester solche ungesiittigter Natur herzustelleii, uiii so die
therapeutische Wirksamkeit der Chaulmoograiil-Rchandlung
zii steigern.
,411s ChaulmoograsEiurechlorid und Crotylalkohol entstancl
der Chaulmoograsiiure-crotylester, wlihrend der Oleinester
sowie der Cinnamylester aus den entsprechenden Alkoholen
gewonnen wurde. Von hoher molekularen ungesiittigten Fatern
wurde der Geraniol-, Citronellol- und Linaloolester hergestellt,
Verbindungen, die sich im Tierversuch gegeniiber den bekannten gessttigten Chaulmoogradureestern durch bessere
Vertriiglichkeit auszeichnen.
Daneben wurde gefunden, dai3 man eine bedeutend bessere
Wirkung mit %tern des Chaulmoogrylalkohols oder des
Hydiiocarpylalkohols mit aliphatischen, aromatischen otler
liydroaromatischen Carbonsiluren oder mit Gemischeii von
fistern derselben oder beider Alkohole erzielen kaim. Nebeii
dem Crotondure-chaulmoogrylester bzw. Hydnocarpylester
wurden die Ester der Tiglinsaure, I'almitinsaure, Stearinsiiure,
Olehsiiure, ZimtsSure, Bromzimtsaure, Methoxyzimtsiiure,
CumenylacryMure, Leinolsiiue, Cyclohexan- und Cyclopentancarbonsiiure sowie Cyclohexylessigsiiure hergestellt, uber die
im einzelnen berichtet werden soll.
I,. Mascarelli, Turin: ,,Nettere Untereuchttn'geri r 4 n d
techninehe
Ikrivate."
Anmendungen
den
Diphenyls
und
seiner
Die Diphenylformel mit zwei coaxial angeordneten Benzolringen wird heute allgemein angenommen; uber die Komplanaritat der Ringe herrscht jedoch noch Unsicherheit.
Interessante kgebnisse wurden durch die Untersuchung des
Dipolmomentes. der Absorptionsspektren, des Raman-Effektes,
tler Verbrennungsw-e
und Kesonanzenergie, sowie mit
Hilfe von Rontgenstrahlen erhalten. M e optische Stereoisomerie der Diphenyle hat sich zu g r o h Bedeutung entwickelt. Die Verwendung des Diphenyls und seiner Derivate
besitzt grol3es technisches Interesse, seitdem &ese Stoffe seit
einigen Jahren in den Vereinigten Staaten in gronem MaWstabe
hergestellt werden. In Italien werden jetzt ebenfalls von der
SOC. Elettrochimica del Caffaro in Brescia Diphenyl und seine
Chlorderivate hergestellt, und durch eine groh Anzahl von
I'atenten ist ihr Preis sehr stark gesunken. Das Diphenyl
und besonders einige seiner eutektischen Gemische besitzen
Bedeutung f i i r die Wiirmeiibertxagung in Wiirmekraftmaschinen
und als Ausgangsprodukt fiir verschiedene organische Syn9)
772
Vgl. diese Ztschr. 61, 33 [1938]
thesen, z. 13. einige Derivate als Vulkanisations-, Oxydationsoder Weichmachungsmittel, insektizide oder fungizide Stoffe.
Es findet ferner steigende Anwendung in der Pharmazie, wo
einige Derivate in der Therapie des Kalaazar, andere wegen
ihrer Antistreptokokkenwirkung oder wegen ihrer starkeii
nnacst1it:tischcn Wirkung (Phenylprorain) benutzt werden.
M. O c s t e r l i n , Heinburg:
, , Z u r ('Itemotherupb
Qer
Vor kurzem konnte gezeigt werden'"), d d die malaricidr
Wirkung von Parbstoffen vom Typus des Methylenblau vom
Redoxpotential dieser Korper abhangig ist und dalj die
3Ialaricidie solcher Verbindungen in Zusanmenhang steht mit
tler Fiihigkeit, als Atmungskatalysatoren auftreten zu konnen.
L)ie Verfolgung clieser Beobachtungen veranlal3te die Synthesc
h e r An;rahl Verbindungen, von denen die Redoxpotentiale
+R-N=X--K
und die malariude Wirkung
K-NIL-NH-K
besthniiit wurden. Die Ergebnissc lieferten einen weiteren
Bcweis fur die Riclltigkeit der oben geschilderteii Annahme.
Gleichzeitig wird eine Methode angegeben, welche entscheiden
la&, ob die Wirkung des Plasmochins und der genannten
Stoffe eine direkte, d. h. auf die Parasitrn selbst gerichtetr
ist d e r nicht.
W. K i k u t h , Elberfeld-Wuppertal:
tler Chmnothmapie der Mnlaria"
,,Neue Erketintnieee
'I).
H. A. H a u p t , Rautzen: ,,Rohrechutx durclb Trlnkwassere~itaduercingmit italhgebranntam Dolornit" In).
Die Ziitsiiuenuigsanlagen verfolgen heutzutage ilicht nur
den Zweck, die aggressive Kohlensliure zu beseitigen, sondern
sie sollen das Waxer auch zur Bilduiig einer Schutzschicht
aus Eisenocker und Calciunicarbonat befahigen. Xur dann
unterbleibt sicher jeder weitere Angriff des eisernen S t r d e n rohmetzes. wodurch das kostspielige Auswechseln zerstorter
oder zugesetzter Rohre vermieden wird. Es werden die verschiedenen bisher ublichen Entsiiuerungsverfahren und die
Kolle des Luftsauerstoffs bei der Eisenauflijsung sowie bei der
Schutzschichtbildung kritisch besprochen.
Neuerdings benutzt man fiir die Entsguemg in Deutschland ein korniges Filtermaterial, die sog. ,,Magnomasse",
einen unter Einhaltung bestimmter Temperaturen gebrannten
natiirlichen Dolomit. Sie besteht in ihren wirksamen Anteilen
aus MgO, MgCO, und CaCO,. Ein besonderer Vorteil dieses
Verfahrens liegt in der gleichzeitigen Abscheldung und Zuriickhaltung voii etma im Rohwasser gelostem Eisen oder Bfangan
auf dem Filter. Bei der Entsauerung werden fm je 10 mg/l
Kohlensaure 10,6 mg Magnomasse gelost, wodurch die HBrte
des Reinwassers um 0,850 d H fur je 10 mg/l CO, ansteigt.
Bei kohlenslurereichen W b r n mit geringer Carbonathit&!
erhoht sich der pn-Wert bis auf etwa 8,5, wtihrend harte
WBsser im pH-Wert fast unveriinndert bleiben. Nach der Behandlung des Wassers hort der weitere Rohrangriff genau so a d ,
wie bei der Ents%uerung des Wassers mittels Kalkhydrat, aber
das Magnoverfahren arbeitet vollautomatkch. Allmahlich
kommt es zur Schutzschichtbildung, die sogq bei W h e r n
elntritt, die nach der Behandlung weniger als 13 mg/l CaCO,
enthalten; in der Schutzschicht wurde Magnesiumcarbonat
nachgewiesen.
H. K o c h e l m e y e r , Frankfurt (Main): ,,f%er Sterfnalkaloide."
Eine grok Anzahl von Solanumarten enthdt eine
Reihe von Alkaloiden, die in ihren chemischen und physiologischen Eigenschaften einander sehr W c h sind, sich aber
von allen bis jetzt bekannten Alkaloiden der Solanaceen in
typischer Weise unterscheiden. Als ersten Korper dieser
Reihe isolierte Desfosses aus Solanum nignUn ein Alkaloid,
das er entsprechend seiner Herkunft Solanin naunte. Spatere
Vorschungen ergaben die Anwesenheit von Solanin auch in
anderen Solanumarten und legten gleichzeitig die bedeutsame
lo) Arch. Schiffs- u. Tropen-Hyg..Pathot. Therap. exot. Krankh.
41, 720 ri937i.
11) Vgl. &ese Ztschr. 61, 483 [1938].
12) Vgl. SchiUing, ,,Die neuesten Erfahrungee iiber die Trinkwasserbehandlung durch Magnofilter", Chem. Fabrik 10, 504 [1937].
Angewandtr Ohsmie
61.Jahrp.1#,36. N r . 4
'fatsache fest, daB diese Alkaloide clurch Erhitzen rnit Mineralskuren in einen Zuckeranteil und in ein &lykon gespalten
werden konnten. Es handelt sich bei dieser Korperklasse also
um Glykoalkaloide, wobei das Aglykon das eigentliche Alkaloid darstellt. Da schon eine Reihe von derartigen -4lkaloiden
hekannt ist, die sich in ihren Aglyka untetscheiden, wird es
als zweckmBBig etachtet, die urspriingliche Bezeichnungsweise
einzuhalten.
Die Konstitutionsaufkl~irungdieser Alkaloide ergab nun
die uberraschende Tatsache, dalj sie als gemeinsames Gtundskelett cyclopentanoperhydrophenanthren enthalten. Der posi- .
tive Ausfall der iiblichen Sterinfarbreaktionen deutet auch
schon darauf hin. Fiir die ganze Gruppe dieser Alkaloide gelten
also folgende Kennzeichen: Es sind Steroide, die in den bis
jetzt bekannten Vertretern als Glykoside vorliegen; sie zeigen
die iiblichen Sterinfarbreaktionen und enthalten den Stickstoff
meist ringformig gebunden an Stelle der iiblichen Seitenkette.
Us Stoffe mit Saponincharakter geben sie mit Cholesteriii
Additionsvetbindungen und sind gegen chemische Eingrif fe
ziemlich resistent.
Fiir das bestbekannte Glied dieser Reihe, das Solatubin,
ist der Aufbau des N-freien 'I'eiles auch in seinen sterischen
Veinheiten fast restlos geklilrt, was fur die Biogenese dieses
Korpers von einiger Bedeutung ist. Die beiden noch moglichen Forrneln des N-Komplexes werden auf Grund der hier
erhaltenen Abbauergebnisse diskutiert. I% folgte eine abschlieljende Betrachtung iiber die Bedeutung dieser Alkaloide
in physiologischer, biologischet und chemischer Hinsicht.
W. p a u 1, Erlangeii : ,,dam die Konstitution arnneilieh
uorwetideter P t c r i d e i v a t e I n gellsteni Zust.~nd.'~
Unter den arzneilich verwendeten Purinderivaten nehmen
Theobromin und Coffein eine hervorragende Stellung ein.
Ihrer Anwendung steht jedoch ihre schwere Laslichkeit in
Wasser entgegen, so da13 sie mit geeigneten Lasungspartnern
kombiniert werden miissen. Derartige in Wasser losliche
Arzneimittel sind Diuretin, Agwin, Theolactin und viele
andere. Die alte Streitfrage, ob die pharmazeutisch wichtigen
Purinderivate in gelostem Zustande als Molekiilverbindungen
hoherer Ordnung oder nur als einfache Mischungen zweier
Komponenten vorhanden sind, 18ljt sich durch die bisher
verwendete Versuchsmethodik nicht entscheiden. Die mittels
Dialyse erhaltenen Brgebnisse liefern den Beweis, daD diese
Arzneimittel in gelostem Zustande keine Komplexverbindungen
bilden, sondern d a B hijchstens eine gegenseitige Beeinflussung
der beiden Komponenten im Sinne der Feldvalenztheorie
stattfindet. Die Uslichkeitsbegiinstigungder Purinkomponente
durch Lijsungspartner l8at sich durch Hydratationsvorgange
erklilren. Letztere lassen auch eine Erklilrung zu, wanun
solche vermeintliche Assoziationsprodukte bisher weder irn
Organismus noch in vitro isoliert werden konnten. Die Arbeits-
ergebnisse eroffnen den Ausblick, daD eine bestimmte Gruppe
biogener Stoffe vie1 mehr, als man bisher glaubte, fiir die
Entfaltung bzw. Hemmung pharmakologischer Wirkungen
verantwortlich zu niachen ist, und insbes. Hydratationsvorgange in der Lage sind, Wirkungssteigermigenund Wirkungsvertiiinderungen von Arzneimitteln zu erkliiren.
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-
&
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Fachgebiet VII.
Die i!hemie in der Dokunaentation, Propaganda und Kunst.
Vorsitzender: Prof. A. Seyewetz, Lyon.
A. Seyewetz, Lyon: ,,#be7 die Gednnqng photographheher Fednkcrmnegative au8 groble6migen Epnulstonen odm Bildern" l).
Die vom Vortr. angegebene Technik besteht darin, gewisse
Entwickler zu benutzen, die ein feines Korn liefern, aber wegen
des zu schwachen ,,Gamma"-Wertes praktisch unbrauchbar
sind, und diesen Fehler durch Verswkung nach Beizung mit
dem ChromoversWker, der aus 3 basischen Farbstoffen
besteht. zu verbessern. Dieser Verstkixker ist der einzige, der
eine erhebliche Vers*kung eines Feinkornnegativs ohne Veriinderung der Kornung erlaubt. Vortr. e r w h t ferner sein
friiheres Verfahten, ein Chinonbild zu erzeugen, indem das
latente Bild mit einem Pyrogallol- oder Brenzcatechinentwickler
entwickelt wird, der eine sehr kleine Menge Alkalisulfit enthiilt,
und d a m das Silber in einem Abschwiicher zu losen. Das
sehr schwache, braune Chinonbild wird dann bis zum urspriinglichen ,,Gamma" mit dem Chromoverstiirker verst2rkt; eine
Vgl. a. Seyewetz, Bull. SOC. franq. Photog. Cinematogr. 84,
45, 132 [1937]; Photo-Rev. 49, 326 [1937].
1)
Angerandte C b e z i e
61.Jahrg.1938. Nr.44
vorherige Beizung ist jedoch hier nicht notwendig, da das
Chinon selbst eine ausgezeichnete Beize fiir basische Farbstoffe
ist. SchlieBlich wird eine neue Technik beschrieben, bei der
stark gekornte, entwickelte Negative benutzt werden und die
Kornung durch 2 aufeinanderfolgende Behandlungen herabgesetzt wkd. Zunachst wird das Silbet durch Kaliumferricyanid
unter Zusatz von Ammoniumrhodanid in Rhodanid verwandelt;
d a m wird diese Verbindung mit &em Feinkornentwickler
wieder entwickelt, dessen Einwirkung man l a g e r ausdehnen
kann, ohne-wie bei der Entwicklung des latenten Bildes eine
Kornvergroberung befiirchten zu miissen. Dieses Verfahren
scheint allgemein und auf die Silberbilder aus sehr verschiedenen
Emulsionsarten anwendbar zu sein, selbst auf solche, die aus
der Entwicklung von Emulsionen rnit sehr feinem Korn
stammen.
C. Levi u. M. Marini, Mailand: ,,Beitrag m r Untersuchung nutfonaler Cellulosequellen fiir Papterstoff."
Vortr. berichtet iiber die chemische Vorpriifung von
Ampelodesma, Papyrus und Asphodelus, iiber Laboratoriumskochversuche nach dem Natronverfahren, sowie iiber die Bigen-
773
X . f n t e t n a l i o n o l e z KongreP for C h e n i e i n Ron&
schaften der erhaltenen Zellstoffe im Hinblick auf die Verwendung fiir die Papierherstellung. Am besten scheinen die
Aussichten bei den Graminee hpelodesma zu seh; die Rochbedingungen wurden so variiert, dal3 ein leicht bleichbarer
Stoff entstand. Der Papyrus (Tago-See) ist histologisch sehr
reich an Parenchymgewebe; die aus dem Stengel extrahierte
Cellulose ist daher wenig faserig und sieht pergamentartig aus.
Untersuchungen iiber die wenigstens teilweise Entfernung des
nichtfaserigen Gewebes zwecks Gewinnung eines fiir die Papieritidustrie giinstigeren Stoffes sind im Gange. Ferner erscheint
es moglich, daD sich an anderen Orten oder in anderen Vegetationsperioden geerntete Papyrusstengel fiir die Celluloseextraktion brsser eignen. Aus Asphodelus, das besonders in
Sardinien sehr verbreitet ist, wurde eine Cellulose erhalten,
die die Eigenschaften von Stoffen aufweist. die aus Pflanzenstengeln mit hohem Parenchymgehalt gewonnen werden. Die
nichtfaserige Cellulose hat wegen der anomal g r o k n Abmessungen der aufbauenden Zellelemente ein gewisses Pilzvermogen und verleiht dem Produkt keinen pergamentartigen
Charakter. Nach den erhaltenen Kennzahlen des Zellstoffs
besitzt der Asphodelusstengel als Celluloserohmaterhl ein
gewisses Interesse.
H. Frieser, Dresden:
,,Mikrolrinemcltographhche
Untwauehungen iiber die direkte Sc htdrzu*ig und Entralcklung von Bramsilberkri8tallen.bb
Von den Vorghgen bei Zersetzung von Bromsilber-
kristallen durch 1,ichtwirkung und durch Entwicklung wurdeii
mikrophotographisclie Aufnahmen hergestellt, die ein an.whau-
liches Bild der Erscheinungen geben. Die Untersuchungen
wurden zum grouten Teil an Bromsilkkristallen vorgenommen,
welche aus ammoniskalischer Usung ohne Bindemittel hergestellt waren.
Bei Belichtung von regelmftl3igen und fehlerfreien
Kristallen geht die Zersetzung wie bekannt von einigen wenigen
Stellen aus, die auf kristallographisch bestimmten Linien
angeordnet sind. Rei Kristallen rnit unreinen Oberflachen
beginnt die Zwsetzung an den Storstellen, von wo aus sie sich
verbreitet. In Gegenwart
dann iiber den ganzen -tall
von chemischen Sensibilisatoren beginnt die Siiberausscheidung
iiber den ganzen Kristall gleichzeitig in sehr feiner Verteilung.
Bei den Aufnahmen des Entwicklungsvorgangea wurde
im Gegensatz zu friiheren Versuchens) groDter Wert darauf
gelegt, dal3 die Wirkung des zur Aufnahme dienenden Lichtes
auf das Praparat auf ein Mindestmal3 beschrtinkt wird. Erst
dann lassen sich die Unterschiede, die bei Verwendung verschiedener Entwickler auftreten, erkennen. Bei Verwendung
konzentrierten Rapidentwicklers geht die Zersetzung von
wenigen Stellen aus und verbreitet sich schnell iiber tieti ganzen
Kristall. nei stark verdiinntem Rapidentwickler und bei
P'einkornentwickter beginnt die Entwicklung nach einer
lhgeren Inkubationszeit an mehreren Stellen gleichzeitig,
bei vielen Kristallen wurde dann das Herauswachsen von
liinglichen, fadenformigen Cebilden beobachtet, die am Ende
der Zersetzung den Kristall vollstrsndig bedecken.
S t . Caruillu, Turin: ,,IW
eine besrPre :tv.viii?dz?inq d e
Rnm: ,,Beitrag & C h i p eur ArcMdopie."
);
f?clldnse:'
G . Testl,
s e s e Ztschr. 60, 623 (19371.
Fachgebiet VIII.
t'hmnie uad Landmlrtschaft.
Vorsitzender: Prof. B. \'otoEek, Rag.
L. G. K o t z m a n n , Budapest: ,,VerWltnfe xtuischen
d e m SBtNgungsgrad dee Bodrns und de7 Heuktbnsxahl."
I,. Marimpietri, Rom:
,,Stickatoffdhrung
und
ChlurophMlZ beim Wdxen."
In Erganzung der seit iiber einem Jahrzehnt von der
R. Stazione Chimico-Agraria in Rom durchgefiihrten UnterDer Bcden der 1,tinder mit feuchtwarmem Klima hat ehie suchungen iiber die mineralische und Wassererntihnmg der
saure Reaktion, die von Humuszersetzungsproduktenherriihrt Kulturen m d e der Chlorophyll- und Stickstoffgehalt von
und von der Kohlendure. die sich bei der Atrnung der Wur~eln Weizen in Prozent und pro FlBcheneinheit in verschiedenen Entbildet ; diese Reaktion ist durch Kalkverbindungen eventueller wicklungsstadien bestimmt, und zwar einerseits bei vorzeitiger
Substrate neutralisiert oder in deren Abwesenheit durch und spgter Stickstoffgabe, d. h. bei Stickstoffgabe im Winter
Hydrosilicate und Humusstoffe gepuffert. Letztere bilden und Friihjahr, andererseits im Hinblick auf die Fahigkeit
einen Adsorptionskomplex, der ebenfalls sauer reagiert und einiger der hauptdchlichsten italicnischen Weizensorten zur
dessen SBttigungsgrad sich nach einer einfachen Formel direkt Chlorophyllbildung. Es ergab sich vor allem, dal3 der g o &
proportional mit den gesgttigten Valenzen und umgekehrt Nutzen der winterlichen Stickstoffgabe nicht nur auf der
proportional mit der Summe der gedttigten Valenzen und der hohen funktionellen Energie beruht, die dem Getreide much
ersetzbaren Wasserstoffaquivalente bdert. Vortr. untersucht die grok Menge der plastischen stickstoffhaltigen Substanzeti
die Methoden ZUT Peststellung der in der Formel enthaltenen verlieheii wird, die sich bilden und in den jungen Pflanzen
Veranderlichen und findet, (la13 ein Kiickgang des SBttigungs- finden, sondern auch auf dem hoheren Chlorophyllgehak
grades von 100 auf 500/, snit einer Abnahme des pfi yon etwa w&hrend der kalten Jahreszeit, der die Chloroplasten zu einer
3,5 verbunden ist, w&hrend eine Bmiedrigung von 50% auf 0 starkereti photosynthetischen Tatigkeit hefiihigt und daher
cler Pflanze eine griihre \VRchstamsgeschwindigkcit ini
kaum ciner prr-Antlerunp: voii einer Binheit entspricht.
Priihstadium exteilt.
J . W. T u r r e n t i n e , Washington: ,$as Kdiuni i t 8 dur
ctmerfkmischen Landwirtschaft."
Die rasche Zunalune des KElliumverbrauches seitens der
amerikanischen Landwirtschaft ist das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchungen der Bodenchemiker unci Agronomen. IJnter den B e i t r e e n der Bodenchemiker ist die Entwicklung analytischer Verfahren zur schnellen und genauen
Iiestimmung der zugiinglichen Pflanzennabrung in1 Boden
bedeutungsvoll. Die sog. Schnellmethoden beruhen auf der
Extraktion des Rodens mit chemischen Stoffen, die diejenigen
Mengen der verschiedenen Pflanzennahrstoffe herauslosen, die
nach den Ergebnissen der Forschung der Ausnutzung durch
die wachsende Pflanze zugringlich sind. Anteile der so enthaltenen Bodenextrakte werden mit Keagenzien versetzt, die
Fabungen oder Triibungen (Niederschlllge) liefem, deren
InteusiWen visuell mit Standards verglichen werden. Die
Methoden bediirfen der Kmelation mit den Bodencharakteristiken und den Emteergebnhen, sind dann aber ein sehr
wertvoues diagnostischea Hilfsmittel.
774
0. U o t t i n i u. S. Ulpiani. Nerrpcl: ,#bet die adsorptiren Bindungen der Tone."
Werden NIX,-Tone steigenden Temperaturen ausgesetzt,
so findet eine allmahliche Zersetzung nach dnri Schema
NH,-?'on -> Ii-Ton
+ NH,
statt, die fiir die behanilelten Matenalien erst bei Temperaturen
zwischen 350 und 450" vollstandig ist. Die nllmiihliche Zersetzung und die Tatsache, da13 fur jedes Material jeder Temperatur ein wohldefinierter Zersetzungsgrad besteht, fiihrt zu
der Annahme, daLI das Ammoniak durch eine Reihe von Bindungen verschiedener S a k e an den Adsorptionskomplex
gebunden ist. Nach derselben Methode wurde die thermische
Zersetzung von NH,-Pennutiten, -Bentoniten und NH,-Tonen
durchgefiihrt. Aus dem Verlauf der Zersetzungen gehen
Unterschiede zwischen den natiirlichen Materialien (Bentonite
und Tone) und den kiinstlichen Permutiten auch auf dem Gebiete der Adsorption hervor. W t Hilfe des Ganges der kArpnrandtc C h r s l r
b1.Jahrp.llld. Nr.44
X . I n t e r n a t i o n a l e r K o n y r e p fiir G h e n i i e in Roin
setzung bei gemischten Ca-XH,-Adsorptionskomplexen, deren
chemische Zusammensetzung iihnlich war, die aber in yerschiedener Weise hergestellt worden waren, lie13 sich der Einflu13 der Herstellungsart nachweisen. Durch neue Untersuchungen mit anderen NH,-Tonen wurden die friiheren
Ergebnisse bestatigt. Diese Untersuchungen bilden ferner den
Ausgangspunkt fur Betrachtungen iiber die Natur der Bindungen bei diesen Formen der Adsorption, die nach der heute
gebrauchlichsten Klassifizierung zwischen der sog. polaren
und Austauschadsorption liegt.
fiihigkeit. In Versuchen erwiesen sich Cd, Pb, Ba, Sr, Pikrinsaure und Strychnin ebenso wie Kontaktmetalle als Herabsetzer oder I'orderer des Parasitenbefalls. Die Verteidigung
der Pflanzen gegen Parasitenbefall ist haufig chemisch, in
verschiedenen F a e n steht sie in Zusammenhang mit der
Gegenwart von Phenolverbindungen oder der Moglichkeit
ihrer Bildung; manchmal ist es dagegen das Tannin, und
manchmal finden sich im Saft der widerstandsf&gen Pflanzen
Stoffe, deren antitoxische und bakterizide Wirksamkeit an
den Proteinteil des Saftes gebunden ist.
J . Konior, Freiburg i. Br.: ,,Uber die Ausnutzung des
l)
Sonnenfichtes beim Waehstum der Kulturpflamen.bL
E. R a u t er berg, Berlin: ,,Chenzische Untersuchungen
Qber die Vednderliehkeit des Eizceipgehaltes in der
Pjtmaze."
G. H a a s e , Berlin: ,,Die Gog-ttoosschen Titrutionsverfahren, Znsonderheit die Kurztitration gut Bestimmung
des Kalkbedarfs von Baden und ihre upparatisen I'omussetzungen x u r Durehfiihlung in der Pra&."
S. Goy u. 0. Roos entwickelten Methoden, die sowohl die
Die in der Futtermittelanalyse ublichen Methoden ZUT
Bestimmung des Wertes der stickstoffhaltigen Verbindungen
in der Pflanze fur die Futterung geniigen heute nicht mehr.
Die Erkenntnis iiber den Aufbau der EiweiBstoffe und der
anderen stickstoffhaltigen Verbindungen in der Pflanze ist
Bestimmung des genauen Kalkbedarfs von Boden als auch weiter fortgeschritten. Es ist deshalb notig, daB die ublichen
deren Dispersionsgrad und damit in gewissem S h e gleich- Methoden zur Bestimmung von Rohprotein, Reineiwei13 und
zeitig deren Kalkbedarf aus physikalischen Griinden gestatten. verdaulichem EiweiB erganzt werden.
Fiir die Praxis ist die ,,einfache Kurztitration" von groBter
Es miissen weitere Stickstoffverbindungen in den Pflanzen
Bedeutung, da sie die Ausfiihrung von Massenuntersuchungen bestimmt werden, und zwar ist es notig, daR sowohl die Baugestattet. 40g Boden werden mit 40 cma dest. Wasser auf- steine der BiweiBstoffe als auch die Verbindungen, aus denen
geschliimmt, mit 0,Zg Chinhydron versetzt und auf elektro- die nichteiweiflartigen N-haltigen Substanzen bestehen, genauer
metrischem Wege die pH-Zahl bestimmt. In Abstbden von untersucht werden. Es wird eine Reihe von Methoden beschriegenau l m i n wird zu dieser Aufschlammung jeweils 1 cms ben, mit denen es moglich ist, die Stickstoffverbindungen der
NaOH gegeben und wiederum die pH-Zahl bestimmt. Diese Pflanze ntiher zu charakterisieren. Um festzustellen, ob die
Titration wird so lange durchgefiihrt, bis etwa ein PH von 7,7 Methoden auch brauchbar sind, urn geringe Unterschiede im
erreicht ist. Aus verbrauchten Kubikzentimetern NaOH und Aufbau der stickstoffhaltigen Verbindungen zu erfassen, wurden
pE-Zahlen ergibt sich die 1 ha zuzusetzende Kalkmenge. Zur Pflanzen angezogen und spater untersucht, in denen durch
Ausfiihrung dieser Bestimmung in der Praxis wurde eine verschiedene Erntlhrung mit Mineralstoffen Unterschiede im
Apparatur entwickelt, die sich besonders durch einfache Stickstoffgehalt einzelner Fraktionen erzielt m d e n .
Handhabung und Genauigkeit der Messung auszeichnet. Eine
Die Untersuchungsergebnisse zeigen, daI3 Pflanzen, die
Spezialpipette ermoglicht ohne Schwierigkeit die Zugabe von
genau 1 cms Lauge, ein Relais z W t diese Kubikzentimeter, sich weder im Rohproteingehalt noch im Reineiwagehalt
wiihrend ein ;r,weitesgenau nach 1 min eine Sirene ertonen l d t und schliel3lichauch nicht im Gehalt an unverdaulichem Eiweil3
und so ein Uberschreiten der Zeit unmoglich macht. Die unterscheiden, doch grol3e Unterschiede in den Bausteinen
Bestimmung des jeweiligen pE-Wertes erfolgt mit einem eben- der Eiweil3stof fe und der nichteiweifiartigen N-haltigen Verfalls neuen pE-Meter, das die in der Bodenaufschlammung bindungen aufweisen konnen. Diese Unterschiede werden
herrschende Temperatur berucksichtigt, so daI3 eine Tempe- dadurch erfaDt, da13 der Gehalt an u-Aminosaure-N im EiweiB
ratur-Korrektionstabelle wegfat. Wie vergleichende Unter- und in den NichteiweiIJstoffen bestimmt wird.
suchungen zeigten, ist das elektrometrische Verfahren dem
M. Mezzadroli u. V. Pessarelli, Bologna: ,,uber die
colorimetrischen an Genauigkeit und Schnelligkeit weit iibertechnischen Furfuroluusbeuten bei einigen landwirtschjtlegen.
F. S c u r t i , Turin: ,,Die Kontrolle der Rruchtbarkeit bei
tier Kultur landdrtschaftlicher BBden."
Nach einem tfberblick iiber die verschiedenen Eaktoren,
die die Ernteertrage beeinflussen, weist Vortr. auf die groI3e
Bedeutung der chemischen Fruchtbarkeit, insbes. des Gehaltes
der Boden an P,O,, Kali und Stickstoff, fur die Ertragssteigerung hin. Hier setzt die Kontrolle ein. Vortr. zeigt die
Mangel der heute benutzten Diingungssysteme und fa& die
Notwendigkeit ins Auge, die Diingung durch systematische
Fruchtbarkeitskontrolle wirtschaftlich zu machen. Es werden
sodann die technischen und wirtschaftlichen Vorteile der
Kontrolle durch die chemisch-physiologische Analyse dargelegt, fur den die R. Stazione Chimico-Agraria in Turin
einen besonderen Kundendienst eingerichtet hat.
V. R i v e r a , Perugia: ,,Der rhemische Faktor beim
Parasitenbefall der Pflanzen.bb
Unter den Grundlagen der EmpfAnglichkeit fur die
Infektion durch Pilze, Bakterien und Wren findet sich haufig
und vorherrschend der chemische Faktor, ohne daI3 man
jedoch eine allgemeine Schlu13folgerung aussprechen kann ;
jeder Fall ist vielmehr je nach der Wirtspflanze und dern
Parasiten verschieden. So sind die fiir den Parasitenbefall
hauptsachlich verantwortlichen Faktoren manchmal die Zucker,
manchmal der Stickstoff oder losliche Polypeptide sowie die
Moglichkeit der Pflanze, diese Stoffe den Parasiten in hinreichender Menge zur Verfiigung zu stellen; die Aciditat des
Zellsaftes stellt manchmal einen Faktor der Empfiinglichkeit
dar, manchmal jedoch auch einen Faktor der Widerstands1)
Vgl. Noddack u. KOVIOT,
diese Ztschr. 60, 271 [I9371
Angetcandle Chcmie
61.3ahrg.1938. N r . 4 4
lichen Abfallen und die Moglichlceit, sie durch elnen neuen
Aufarbeitungsprozep meiter xu erhahen.'
Die fur verschiedene patentierte Verfahren angegebenen
Furfurolausbeuten wurden in Versuchen in halbtechnischem
MaDstabe nachgepriift und im grol3en und ganzen bestatigt.
Gleichzeitig wurde auf dieselben Abfalle ein friiher vom Vortr.
ausgearbeitetes Verfahren angewandt und gefunden, da13 die
Ausbeuten noch um mindestens 30-40 % gesteigert werden
konnen.
H. I,. P e t e r s , Berlin: ,,Die Steigerlcng der Ackerertrage
und die Anwendung von Handelsdungem in Deutschland,
Denemark, Schweden und den Niederlunden."
Die erste Stelle unter Faktoren, die bei der Steigerung
der Ertriige der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen mitwirken, nimmt die Anwendung von Handelsdiingern ein.
Wenn man die Zunahme der Ertrage in den zum Vergleich
herangezogenen Liindern mit der Zunahme der Handelsdiingeranwendung in Parallele stellt, ergibt sich ein ziemlich
ausgesprochener Gleichlauf der Kurven.
I n den Kurvenbildern werden fur Deutschland die Mittelernten der vier Hauptgetreidearten und Kartoffeln ab lSSO/84
den ab 1890 in der Landwirtschaft in Form von Handelsdiinger
angewandten Nahrstoffen gegeniibergestellt. Fiir Diinemark
sind die mittleren Erntewerte ab 1875j84 erfaBt, sowie die des
Handelsdiingerverbrauchs,beginnend mit dem J ahrzehntmittel
1871/80. In dem Kurvenbild fur Schweden sind die Werte
fur die vier Hauptgetreidearten und Kartoffeln ab 1866/70
erfal3t. Die Nithrstoffverbrauchskurvebeginnt mit dem Mittel
der Jahre 18?6/80. Bei der Darstellung fiir Holland reicht die
Getreidekurve und die der Kartoffel auf das Mittel des Jahr-
775
zehnts 1851/60 zuriick, ebenso die fiir Zuckerriiben a d das
von 1871/80, wahrend zuverlassige Werte iiber die Handelsdiinguanwendung erst a b 1913 greifbar sind.
Bei den Kurrenbildern ist zu beriicksichtigen, daW sie
Mittelwerte darstellen, die fur die Gesamtflache der Lander,
d. h. fur die Cesamtheit der landwirtschaftlichen Betriebe,
mal3gebend sind. Wcnn es moglich wae, statistisch nur fortschrittlich geleitete landffirtschaftliche Betriebe zu erfassen,
so wiirde der giinstige EinfluO, den die Handelsdiingeranwendung auf die Gestaltung der ErtrBge gehabt hat, noch weit
deutlicher Zuni Ausdruck kommen.
-- 0 . B u t t i n i , Seqwl: ,,Die bodmkzouUichm Eigcnscha/Im
der ,Ui(ieZmcerbddm."
ci. Iasogllo, Turin: ,,DW Okr/l(irhriru-drser i n Agril.iiflur rind
Ilygiene." - - A. h m x t i , Bolagnn: ,,Y8@iche I'erk#$mrngen i n iln Tnhnik der Fnbrikation con Alkolid o w Topinambur."
X. De'Oonoo, Kenpel: ,.Dm fiit die E r pmimcnldsmion /iir OlficineUe Pllanzen beslinnnk Oebiet, d a ~dem t&nigl. botmiachen
Oarlm in Neapcl angqliedut itl:' -- C. Ferrari. Dolognu: ..#her ba, Adaorpliunacem&m eon Rijden." -- C. Ferrari, Bolc~@is:..Cber die Oegencoarl amzweirooiigem
Eden i n Bndm."
hi. Giordani u. Jl. V. V i Lullo, Ram: .,Cilronmrburq&wng.''
R. Salani, G . Kiridt u. 0.D'O R a s i , Bologmb: .,Die Bcat4mmung der tmzhren
h'wchmoap i n Produkkn der Zucker~abrik." - G . Tummasi, Rom: .,Modrme
Technik der Bodendiingung."
J. Spinka, Iiolio: ..Technischc Veruwiunp dcr biochmirchm Eiqenschalm &a Hafmkomz."
F. A. UhI, Wien: ..Zur Organination
t+ea
tmim biobpitrhtn drbeiragpbitfes."
M . Giordani u. A. Jlalquori, l'erugh:
.;Tonhaltige Xolrrialicn old Triger ron A t h t i k r y y l o q a ~ - M i l & l t ~ : ' - - I. Sorgato.
Padua: , , o h die Jklratrimyrorewe in Di//wimi.tbaw&n." -- 11. Testoni u.
cf. Uimbi, Ploronz: Faktoren arralylitcher F e h k bci drr Be.rfimmang&8 irahren Trockrngeli&l(es von hfektsen.l." -- I. I b a l d i n i , 1..Bissi u. G. B!ssi-Turco, Mniland: ,,DU
31. VeDum-Pulme con Erylhrea ds Rohrlollpuellp fiir die chmizche Induolrie."
n e x i a , Mailand: ,.R?irnn und Tra11benkfrn6I."
E. Bcrnagiotto. Muiluud: ,.Einr
nelv ifalirni.whe 1iutii.drie -- die rollip I'(rucrtutig rrtn Johnnnubrol."
au/ die Bodmkdloide."
-
-
-
-
-
-
..
-
-
Fachgebiet IX.
Chemie trnd Industrie.
Vorsitzentler: Dr. I". t e r Meer, Frankfurt a. M .
H. R B h r , Leuna: ,,Die Reinlgung von Gaseri nach
d e m 1. C.-Alkaxfdaerfahreti und dfe Geuinnnng con
Schwefel nach d e m I . G.-Clous-I'erfahren." *)
G. H a a s e , Berlin: ,,Die Schwabesche G'lunelekt.rode"'
Die colorimetrische pli-Messung ist wohl selr cinfach, sie
versagt jedoch hei den meisten Liisungen. Die katalytische
Xethodc wird wegen ihrer Langwierigkeit k a u n angewandt.
I n stark oxydierendcn oder reduzierenden Losungen z. B. gibt
auch die potentiometrische Methode mit der W y d r o n - ,
Wasserstoff- oder Antinionelektrode keine genauen Werte;
dann ist nur die Glaselektrode zuverl&sig. Die Elektrden
von Haber, Kevvidge, .IlacI?ities, Horrovitz erlangten jedocli
keine praktische Bedeutung, weil sie komplizierte Apparate
beanspruchen, Erst die Glaselektrode nach Schwabe uberwand
diese Sachteile, u. a. auch die Alkafiabgahe des Spezialglases.
Die Messung der EMK erfolgt nach der Kompensationsmethode. als Nullinstrument dient ein empfindliclies Spiegelgalvanometer. P'iir die Praxis wurde ein Gerat entwickelt,
bei dem Spiegelgalvanometer mit Beleuchtungsvorrichtung,
Ableseeinrichtung und dem Kompensator zu einer Xinheit
zusammengebaut sind. Hiennit wurden genaueste Ergehnisse
erzielt. Die Elektrcde nach Schwabe ermoglicht auch auf -einfachste Weise die Kontrolle und Konstanthaltung des pII-Wlrcrtes
irgendeiner Tbsung. Die Glaskette ist dann nur iilm das
jeweilige Anzeige-, Registrier- oder Regelgeriit kurz zu schlieBen,
also ohne Zwischenschaltung eines Kompensators. Die mit
diesen -4pparaten erreichbare Gnauigkeit ktriigt 0,l--0,OZ pIi.
l% nwden also auch fur die Industrie h l a g e n geschaffen,
die selbst dort eine penaue Betriebskorltrolle gestatten, wo
eine solche bishcr iiberliaupt nicht rnoglich war.
und Zinn, Metalle, die in der heutigen %eitanderweitig gebraucht
werden, zur Herstellung von HeilJwasserbereitern aus ernailliertern Hisen. Ebenso haben emaillierte Kohlebadeijfen schon ihre
Brauchbarkeit erwiesen.
Man unterscheidet vier Hauptgruppen der Emailrohstoffe :
feuerfeste Stoffe, PluWmittel, Oxydationsmittel. Parbnuttel
bzw. Haftoxyde. Die zahlreichen Bestandteile eines Emailversatzes beeinflussen infolge ihrer verschiedenen physikalischen und chemischen Eigenschaften das Email verschieden
hinsichtlich Schmelzbarkeit, Druck- und Zugfestigkeit, Ausdehnung, chemischer Widerstandsfmgkeit. Aufgabe des Emailfachmannes ist es, die Rohstoffe so zu mischen, da13 das Email
den gestellten Anforderungen geniigt.
I?. H. H e n g l e i n , Karlsruhe: , , h r Kreisfauf als Mapnahme d e r chemischen Verfahrensterhnik." 3,
0. F u c h s , Darmstadt: ,,Neues aid d e m Gebiefe d e r
chemischen Groj3apparate." ')
P. W u l f f , Miinchen: ,,h'euee iiber Idhoratorlumegerate, McJ3- und I?ntt.rsctchu~igniri~trtimetite'i.
5)
E. R a b a l d , Mannheiin: ,,lKer/ido/fe im ehemischen
Apparafebau.ii
Zunachst wird in einein allgemeinen Teil auf die vielseitigen Anforderungen hingew-iesen, die in der chemischen
Industrie an die Werkstoffe gestellt werden und die in den
letzten 20-30 Jahren aul3erordentlich gewachsen sind (Beispiel Hochdrucksynthese und andere katalytische Prozesse).
D a m wird ein kurzer tfberblick iiber die zur V e r f i i p g
stehenden Werkstoffe gegeben, die in 3 grol3e Klassen unterteilt werden konnen : Metalle, nichtmetallischc Werkstoffe vorW. G o l d b e c k , Thale a. H. : ,,Email, Ober~liichennchutz wiegend anorganischer Satur, nicht metallische Werkstoffe
organischer bzw. vorwicgerid organischer IVatur. Die Vorziige
und konetruktive Grundlagen bei . 4 ~ ~ c e n d ~ mn
oig Etmilund Kachteile dieser Werkstoffklassen werden erortert unter
iiberzugen .';
-4us kleinen sckeiribar unbedeutenden ;\nfangen ent- bcsonderer Uerucksichtigung der Fortschritte in den letzten
wickelte sich mit der Zeit ein Industriezweig, der Schritt fiir Jahren. So wird u. a. an Beispielen gezeigt, wie es gelungen
Schritt a n E i n f l d gewann. Heute stellt diese Industrie au13er ist, durch zielbewuBtes Studium der Eigenart der verschiedenen
dem bekannten emaillierten Haushaltungsgeschirr oder deni Werkstoffe und der Moglichkeiten zur Verbesserung ihrer
majolikaemaillierten Ofen hochsaurebestiindig emaillierte Appa- Bigenschaften die Dimensionen und die Betriebssicherheit der
rate und Gegenstande fur die chemische GroUindustrie her, Apparaturen sehr wesentlich zu steigern.
Im speziellen Teil werden die EinwirkunGen behandelt,
deren Brauchbarkeit und Giite nicht zu iibertreffen sind.
Emaillierte Hochdrucktanks. die einem O b e r b c k von 1 2 at die die wichtigsten Gruppen der angreifenden Agenzien auf
ausgesetzt sind, konnen heute von der einschlagigen Industrie die Werkstoffe ausuben, so die Korrosion durch Sauren, Laugen,
nicht mehr entbehrt werden. Die G r o h der emaillierten Be- Salzlosungen, heil3e oxydierende und reduzierende Gase und
halter nahm standig zu; heute konnen in einem Stuck emaillierte eine Anzahl Produkte der organischen GroDindustrie. Es wird
dabei eine Reihe von Werkstoffen besprochen, die sich fur die
Lagerbehater bis zu 60000 1 Inhalt hergestellt wcrden.
verschiedenen Zwecke als besonders geeignet erwiesen haben 6 ) .
An Hand von ausfiillrlichen Tabellen wird uber die
Diagramme und Abbildungen unterstutzen die Ausfiihrungen.
Wslichkeitszahlen dieser Emails berichtet und gleichzeitig ein Besondere Beriicksichtigung finden die in der neueren Zeit
Vcrfahren zur Losfichkeitsbestii~nrrlung
von emaillierten Gegen- tntwickelten Werkstoffe, wie sie auf cler r\rhema VIII in
standen nlittcls elektrolytischer Leitfihigkeit bekanntgegeben2). Frankfurt 1937 gezeigt wurden.
In neuerer Zeit dient Email als p t e r Austauschstoff f i i r Kupfer
S. Henglein, ebenda 11, 333 j l 9 3 S ' .
S. Fwha, Chem. Fabrik 11, 429 [193X;.
6, S. 1YuZ//, ebenda 11, 432 [1938j.
') Vgl. hierzu auch die Dechema-Werkstofftabellen. ebenda 10, 314 (Beilage) [1937].
3,
l)
S. Bahr, Chem. Yabrik 11, 283 [193X:.
*) Zur ..Bestimmung der Warmeleitfahigkeit voti Emails" vgl.
Dawihl. ebenda 8, 327 [1935]. ,,Vorschlage zur Normung der Priifurig
von Ernails gegen chem. Angriff", s. Dtzm'hl, ebenda 9, 15 L19361.
776
d,
A ngetoandtc C'henria
5 I.Jahry.1935. K r . 44
S.I n l e r n a t i o n o l e r K o n g r e b
F. Loewe, Jena: ,,Doe new registrhende Konitnekr
zur kontinuferlichen Edassung klefner Mengen voti
Indwtrieataub."
Der Gehalt der Luft an Staub wird aus hygienischen
und aus wirtschaftlichen Griinden in sehr mannigfaltiger
Weise gemessen, einmal wegen der Schaden, die der Staub
hervorrufen kann und andererseits zur gelegentlichen oder
laufenden Priifung der Wirkungsweise der Staubgewinnungsanlagen, die die Aufgabe haben, die g r o k n Verluste an wirtschaftlich wertvollem staubformigen Gut herabzusetzen. Zu
diesem Zweck wurde ein neues GerPt entwickelt, das an einer
beliebigen Stelle im Freien aufgestellt unabhhgig von Elektriziats- oder Prel3luftanduI.3ohne Pausen dex anzusaugenden
Luft ibren Staubgehalt entzieht und a d einer ublichen Konimeterscheibe niederschlagt.
DerTrQer allerEinzelteile ist ein handfestesDreibeinstatir,
auf dessen Zapfen das Hauptstiick, die Dose mit Konimeterkopf und Uhrwerk, drehbar und neigbar sitzt; die dreieckige TischfUche zwischen den Beinen nimmt die elektrische
Jhmpe und den Akkumulator auf, der dem Ganzen eine bei
/ i c r C h e i i r i e in Hair,
Wind sehr willkommene Standfestigkeit gibt. Die Pumpe
fiirdert. durch einen kleinen angebauten Elektromotor angetrieben, etwa 750 cm3 1,uft pro Minute. Zum Antriebe der
Objektscheibe, die auf einer doppelt so grofien Grundplatte
mit Zahnkranz befestigt ist, dient ein Federuhrwerk, das
reichlich 24 h lauft. Der wahrend 1h aufgezeichnete Staubstrich ist rund 3 mm lang; man kann also bereits in einem
schwachen Mikroskop bestiuunte Teile des Staubstriches auf
wenige Minuten genau festlegen.
Zum SchluW werden Beispiele fur die qualitative Staubanalyse durch optische und chemische Reaktionen gegeben.
G . l'aatooeal u. G. B a l l u b i o , Sor:&ru:,.CrupAische Darddlung der Bauhnung
der FuligkcU ron Zylindrm bd hohcm Ilncck trnd honer Tmperorur." - V. 3ollarr0,
Narpel: ,.YrrAalkn con /nrer/er*n Maleriafirn i n drr I Y S m un&r Bekuiunq." C. M u r i l l e r , Pnris: ,,Dm Wdrnmmbrauch con Dc@illalimanhgm und die mudune
-
Technik."
J. P e r u r d , Paris: ..BeiImg zur prakluchcn Bcruhnung aon Des(ilhtMUIdomnew
direhe HcHi/i&ion.'' - A . S i l r c r m u n n , Pittsburgh: . . B i n i p MU E d wictl&mgca i n d t r mrritanirchen C&u/abrikation." -- P. L e o n e . I'nlermo: ..Die o
mhaniachm ErrrakIMvrnahodm &r &h&~~hen FmcNdL und die c h e m i w h n und p h d k d i w h m Da&n dcr erhDUrnm I+odu&. wrglichen mil dtn Yor~hrifm
&r r w x h i n * n n
P?mnnakopdm.
A . H u b e r - R u f f . B w l : ,.Die Errltricklunq der S m m u ~ pin den
ccrwhirdenen Ian&rn. rotreiI l i e die Chemic bdrellrn." - - A. B. M a t t h i s , Cluullenii:
,,Die R d l e der L'hemie itr
kii
rricht-cbmiischrn Iridiufrini."
Fachgobiet X.
Chemfe und Transportmittel.
Vorsitzender : Prof. F. P i sc h er , Miilheim (Ruhr).
H. K o c h , M i i h l h e h : ,,Neue Unterauchungen fiber die
aus dem Syntheuepdukt des -Fischer-Tropsch- 1-erfahrens
(Hogasin) hergesCllten Schmier6b." l )
Ch. B e r t h e l o t , Park : , , U m m n d l u t l g eon f h ? ~ u petroleum und G0aJ-U tn arotnatfsche Kohlentcasserstoile
durch Polperi.satton."
Nach einem a e r b l i c k iiber die verschiedenen in Amerika
entwickelten Verfahren zur Gewinnung der \-on der W W und Zivilluftfahrt geforderten Treibstoffe mit hoher Oktanzahl
geht Vortr. auf ein kiirzlich in Rumanien ausgearbeitetes
Verfahren ein, bei dem ebenfalls Kohlenwasserstoffe mit
hoher Oktanzahl erhalten werden, die jedoch reich an aroBenzol und Toluol
m a t h h e n Kohlenwa&offen, insbes,
sind. Bei diesem Verfahren werden Leuchtpetroleum und
die K o h l e n w e r s t o f f e nach Fischer der Polmerisation in
1)
Vgl. Koclr, diese Ztschr. 51. 411 [193Ri.
.4bwesenheit eines Katalysators in einer stufenweisen thermiwhen Behandlung unterworfen nach dem Schema
CnH,n+, (n>9) 50Oo-55O0 C n I l * n , *
n = 2-4
6000420.
--f
C,H,,,
I
Cycloofcfine CnHln-,
Der erhaltene Treibstoff e n t h a t 80--S4 y/o aromatische
K o h l e n f f m s t o f f e , die bk 170° sieden ; seine Oktanzdll
betr&@ 90-95.
ware \yon Interesse, nach cliewm verfahren das Kogasin zu verhssern, dessen Oktanzahl bei .hwendung der bisher benutzten Methoden 60 nicht uberschreitet.
Ferner w a e es wirtschaftlich und militiirisch von Bedeutung.
in Europa ein Verfahren anzuwenden, das Treibstoffe von
gleicher Qualitat wie die jetzt in Amerika erzeugten zu liefern
imstande ist.
G. N a c t a u. JI. D a c c a r e d d n , Turln: .,.¶ynlAcac yon Isooklun aw Wwrcrpu." -
a
c.
c.
G . EglOff U. J .
>Iorrell, ChlCagO: . , l l ~ k ~ R - Y ~ ~ b r m n r c o l -.l e . " P a d O T a n i ,
1Ialland: . . l J d c r u c h u n g tiber dm Kro/lu@drirb
mil komprimterlon Norurpu in Ildin.
( ~ i ldic
r Autcrndang d c t d i p c t i ~ i s c h und
c phydkdtrch Eignucha/(m.)" --. I'nnseri.
w a n d : ,.EinlW
8 i l f i ~ g e h ~aU/
k ~die m c t a ~ W W / ~ i ~ .Eh nM C b h wd die
M!ung der A l - C u - ~ g - , v i - L c g i n u n g . "- . R . R c < . c l i i i & ,Hallaod: , . C h i c und
Acronoulik."
- T7. P r c r e r . Tnrln: . . D i p Prrifrdirg tier a i l a den blbeh6llcr ron
c.
Esi~lorionrmotorenuir&rgrtrorinoie,r
Oh..
Fachgebiet XI.
Chenife und 1'erieidigutig.
\.orsitzender: Prof. M.
'r.
B o g e r t , Sew York.
E. K o n r a d , Leverkusen : ,,Enttefcklungdes spthetfsehen
Kautechuks in Deubchhnd."
Die wirtschaftliche Seite der Synthese von Kautschuk
wird aussichtsreich, wenn es gelingt, Produkte mit iiberlegenen
Eigenschaften herzustellen. Damit entfallt fur den Chemiker
die Aufgabe, das Naturkautschukmolekul sklavisch nachzuahmen. Nach dern Stand der heutigen Kenntnisse lassen sich
kautschukartige Massen mit den gewiinschten technischen
Eigenschaften nur durch Polymerisation von Butadienen mit
konjugierten Doppelbindungen herstellen. Eingehende vergleichende Arbeiten haben ergeben, da13 das einfache Butadien
dem Isopren, welch- als Bauelement des Naturkautschuks
zu betrachten ist, vorzuziehen ist. Der Weg, nach dem die
technische Synthese des Butadiens am wirtschaftlichsten
durchgefiihrt wird, kann in den einzelnen L h d e r n verschieden
xin. In Ueutschland bedient man sich des Acetylens als
Ausgangsniaterial und stellt das nutadien uber Acetaldehyd,
Aldol, 1,3-Butylenglykol her.
Vorzugsweise polymerisiert man das Butadien heute nach
dem sog. Rmulsionsverfahrcn. da es nach diesem Verfahren
gelungen ist, Produkte mit iiberlegenen Eigenschaften herzustellen. Wt Hilfe con Natriummetall hergestellte Polymerisate
verlieren immer mehr an Bedeutung. Die heute in Deutschland hergestellten synthetischen Kautschukarten sind jedoch
keine reinen Butadien-Emulsionspolymerisate. sondern Mischpolynierisate des Butadiens mit Vinylverbindungen. Das
Prinzip der Xischpolymerisation 1sSt eine weite Variationsd r ~ s m s n d l rC l i e m i e
bl.Jahrp.lfiJ8. K r . 4 4
moglichkeit hinsichtlich der technischen Bigenschaften der
PoGmerisate zu. Die in Deutschland hergestellten Buna-Typen
(Buna S, Perbunan) zeichnen sich gegeniiber Xaturkautschuk
durch eine bessere Alterungsbest8ndigkeit. Hitzebestandigkeit,
Abreibefestigkeit der Vulkanisate aus. Weichgummi aus
Perbunan ist zudem noch hervorragend quellfest gegen Treibstoffe und Schmiermittel. Der synthetische Kautschuk ,,Bunad'
wird nach ghnlichen Methoden wie Katurkautschuk verarbeitet.
Die friiher aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Verarbeitung
der neuen Werkstoffe konnen heute als beseitigt betrachtet
werden.
P. L a f f i t t e . Sancy: ,,Analogien und Unternchiede
xtcdschen der Detonation vun Gasgernischen und von f e s h
Explodvstoflen
."
Man hat angenonunen, daI3 der von Berfhefof u. Vieille
f iir Gasgemische vorgeschlagene Mechanismus der Explosionswelle auch fur feste Explosivstoffe gultig sein konnte. Die
Identitat beider Erscheinungen kann jedoch nicht vollstandig
sein, auch wenn man nur die Detonation homogener fester
Explosivstoffe betrachtet. Die kiirzlich von Bone u. Fraser
fur Gasgemische gegebene Erklarung des Mechanismus der
Explosionswelle, die von dem Mechanismus ron Berfhelol u.
Vieille etwas abweicht. erscheint fur feste Explosivstoffe
befriedigender, stoat aber auf aualoge Schwierigkeiten wie
die Theorie von B. u. 1.'. .\ndererseits vollzieht sich die Entstehung der Detonation in festen Explosivstoffen nicht in
genau gleicher Weisc wie bei gasformigen Explosivstoffen,
777
wenigstens in dem einzigcn systematisch untcrsuchten Fall
(Quecksilberfulminat). Fur die festen Explosiestoffe ist die
I.'ortpflanzungsgeschwindigkeit der Detonation kcine wohl
definierte physikalische Kennzahl, sondem hangt fur dti
und denselben EPplosivstoff von verschiedenen Faktoreii ab.
was sich durch die hfoglichkeit verschiedener chcmischer
Keaktionen erkluen lafit. Schliel3lich ktinnen sowohl Gasgemische als .auch feste Explosivstoffe zur Erscheinung der
,.Flammenprojektion" Veranlassung gehen, die in beiden
FrUlen analog ist.
T. 1:rbanski. Warschau: ,,t?ber die Mfirferwty allphrtischer 1'erbf8tdungen mf t Stfcksto/fperozyd
."
In Fortfiilirung friiherer Ihtersuchungen mit S o n iibcr
die h'itrierung voii Paraffinkohlenwaserstoffen mit Stickstoffperoxyd wwden jettt -qthan und n-Butan nitriert und
Xitriiathan lint1 Nitro- und Dinitrobutan erhalten. Auch
Cyclohexati. Toluol (Ntricnmg des Kerns und der Seitcnkette), Aceton. Athylather, Essi@ure und Propionsaure sind
nitrierhar.
G. C e n t o l a , Rom:
,,h'itrierung
nfcht gerelnfgter
i!ellulosemateria&n.4b
Vortr. hat den EinfluB der Nicht-Cellulosestoffe auf den
Stickstoffgehalt und die Wlichkeit von CeUuloseiUtraten
aus verschiedenen Ausgangsmaterialien untersucht. A u k
der Art und Menge der vorhandenen Verunreinigungen ist
es selu interessant, ihrc ungefare Verteiluny: zwischen den
CeUulosemolekiiIen in der Fasermasse festzustellen. Die
Cntwschiede des Stickstoffgehaltes und der Iiislichkeit der
Nitrocellulosen aus verschiedenen Ausgangsmaterialien sind
auf die Gegenwart chcmisch veriinderter d e r mit Molekulen
von Fremdstof fen eng vergesellschafteter Cellulosemolrkiile
ziuiickzufuhren.
- ..
--
G.Culroiicn, Scnlel: ,,d&nrplion und l'ormi&il ron .Utii*kohlrn."
T,I : r h n s k I
\Varr?**lIau: Cbrr riikigr 1truc)mhpigkeiteni n hn E i ~ n u h a / l c nr i r i w r r x p W w Jli$chun1. I)r Vera, blnilmd: ..Dip 4Ltirkolilm im :li#arkiqlon rinff Solion."
.I. II;bckel. Wrrrxcrbau: ..UbnUamnuchc Analyren con Yirchungcn wn Silroplleerfn mil
ridafituimcn Nornrtol/m:' -. X. Tonegucti. h SpI)zL3: Ober ~ h m d r b o r rEiplaticafo//r uw Ammoniurnnifraf. fnalur. iibu rinr nrue Uiwhung d i e w Typ~u."
H. 'Pniieu u t t i u. K. l i r i i n d i i u a r t e , laSp+.nia:..Vrrgt&lbfn&
Cnferswhrrpnr i l h c r r f r b i g r & l i r o clrcnrirche I*&
zw I l e ~ i m m n gd u .%obilieit r a i d l o w I'tJm." .- M. Tonenutti
11. E. Braii4iiii:trtc. I*% Speziu: ,.Die! maiwnrrfriwhc I'ruk rm Maid fur Priilunf der
slclbiliuir eiiiipr I'drrr mu . W r q t ~ m ' n : * -. Y. Lnsnri. Liicua: ,.Ctbn rinr ncue Inbindual uL% Eraair IV)I (;Iverrin uit! durn &birr tkr EzpIwirsln/p.*'
gm."
..
--
-
VERElW DEUTSCHOR CHEMlKCR
(RedakUonrrchlu6 Mr .Ang.wandte" Miltwoohs,
(91 , C h r F.brlk" (ionnabmdr.)
I?. W. Albrecht, Wuppertal-Barmen, Fabriktlirektor
a. D., Mitglied des VDCh seit 1905, feierte am 24. Oktober
seinen 70. Gcburtstag.
Prof. Dr. H. Biltz, friiherer Direktor des Chemischen
Instituts der Cniversitat Breslau, feiert am 9: November sein
goldenes Doktorjubilaum.
Ernannt: Dr. phil. K. H. Geib, untcr Zuweisung an
die Philosophische Fakultat der Univcrsitat Leipzig, zum
Dr.-Ing. habil. W.K r a b b e
Dozenten fiir das Pach Chemie.
zum Dozenten fur Chemie in der Irakultiit fur Allgemeitie
Doz. Dr. med. W.
Wissenschaften an der .'l' H. Berlin.
Kutscher , Assistent am Physiologischen Institut') der
Ilniversitiit Heidelberg. zum a. 0 . Prof. in der Medizinischen
Fakultat dortselbst.
Doz. Dr. E. Vogt, Marburg (Magnetischc Untersuchungen). in der Philosophischen Fakultat der
Universitiit dortselbst zum n. b. a. 0 . Professor.
Verliehen: Dr. P. Iiegemann. Doz. in der Fakultat
fur Chemie der T.H. 3Iiiinchen. die Dieiistbe~eichnungn. b.
a. 0. I'rof.
Prof. Dr. Th. Boehrn'); Berlin, m r d e beauftragt. die
Professur fur pharmazeut. Chemie an der Universitat Breslau
vertretungsweise zu ubernebmen.
Dr. K. H i l z , Konsctrvator und tl. b. a. 0. Prof. in der
TierUztlichen FakulUAt der hivemitiit Milnclietl, w d e
unter Ernennung zum 0 . Prof. der L e h r s m fur Pharmakologie und Phannazie ubertragen.
Dr. P. Holfz, h z . in der Medizin. IZakultat der Univcrsitat Greifswald, wurde beauftragt, die neuerrichtete
Professut fur physiologischeChemie an der Universitat Rostock
vertretungsweise zu ubernehmen.
Oberstabsarzt Doz. Dr. Lang aird ab W.-S. 1938j39
in der Meciizinischen Pakultat der Ihiiversitiit Berlin die
Physiologische Chemie und Wehrchemie in Vorlesungen und
tibungen t-ertreten.
Von amtllchen Verpflichtungen entbunden: 0bertued.Rat Prof. Dr. med. H. Merkel. Direktor dcs GerichtlichM d z i n . Instituts der VniversiUt Miinchen, wegen Erreichung
der Ntersgrenze.
Gestorben: Geh. Med.-Rat emerit. Prof. Dr. K. S u d hof f , der Altmeister der deutschen Medizingeschichte, Lejpzig,
im Alter von 85 Jahrens).
Ausland
Gestorben: W. R. Barclay, Prbident des Institute of
Metals, London, am 16. September in Birmingham im Alter
\*on 63 Jahren.
-
-
-
.
8 )
Diese Ztschr. 48, 712 [1935].
*) Ebeada 61. 528 119381.
*) Ebenda 46, 507, 614 11933:.
Prof, Dr. Carl QUsCav Schwalbe
t
Am 16. Juni ist in Bad-Homburg Prof. Dr. phil. C. G.
Schwalbc im 67. Lebensjahr gestorben. W t ihm ist ein
Forschcr dahingegangen. der sich in der Holz- und Celluloseforschung einen Samen gemacht hat.
-4m 25. Oktober 1571 in Zurich geborcn, studierte er in
I,eipzig und StraBburgCliemie und w r d e anschlieknd Assistent
bei Wisliceaus in Leipzig. 18% trat er in die Badische Anilinund Sodafabrik, Ludwigshafen, ein ; seine Tatigkeit verdallte
ihn, sich 1903 an der TH.Darmstadt fur Farben-. Farbereiund Faserchemie zu habilitieren. 1905 wurde ihm die
Lcitung der dort neu geschaffenen .4bteilung fiir Celluloseiind Iiolzchemie iibertragen. woniit seine Tiitigkeit als
Lehrer und E'orscher auf diesem damals noch so wenig
erschlossenen tkbiet begann. Nachdem er 1907 zum 8.0. Professor ernannt worden war, nahm er 1912 &en Ruf als 0. Professor an der E'orstakademic Eberswalde an. Es w u d e eine
Chemisch-technologische Abteilung gegrundet, deren Leitung
er ubernahm. Hier entstand hi der Folgezeit eine Reihe
von analytischen Methoden. die fur den wissenschaftlichen
und industriellen Fortschritt hi der Cellulosechemie gleich bedeutsam wurden. Es sind dies beispielsweise die Bestimmung
der Kupferzahl, die den Namen Schwa1bes bekannt gemacht
hat, die Bcstimmung der Rarytresistenz, der Hydrolysierzahl,
des Quellungsgrades und seine Arbeiten uber die Reinigung
von Zellstoffen. welche Grundlagen fiir die heute so wichtigen
Veredelungsverfahren geschaffen haben. Wahrend des Krieges
begann Schwalbe Versuche. welche die Verwertung des
Hokes fiir Futterzwecke zum Ziele hatten. &in besonderes
Interesse galt der Holzkonservierung und der Kutzbarmachung
des Abfalholzes durch Verkohlung. fur die er insbesondere
die NaDverkohlung entwickeltc. Eine Fiille von Vertiffentlichungm zeugt von den Ergebnissen seiner Arbeit. 1901 erschieneti die ,.Benzoltabellen", 1919 die ,.Chemische Betriebskontrolle in der Zellstoff- und Papierindustrie" (3. Aufl. 1931,
gemeinsatu mit Sieber). ein dem kaktiker heute unentbehrliches
Haudbuch. Auch in der ,.Angewandten" ist er als Autor des
ofteren hervorgetreten. 1934 w u d e Schwalbe. der 1922 zum
Hoii.-Professor an der TH. Berlin emannt worden war, emeritiert. Trotz zunehmender Krankheit, die zur vlilligen Erhlindung fiihrte, widmete er sich weiterhin unermudlich seiner
wisscnschaftlichen Arbeit.
Dem VDCh gehiirte Schwalbe seit 1902 an. Wiederholt
trug er in unserem Bezirksverein, dessen eifriges Mitglied er
war, vor. das letzte Mal anlaOlich einer Besichtigung det
Forstlichen Hochschule Eberswalde, der Stiitte seines Wirkens,
im Mai 1927. Der warmhedge, stets hilfsbereite Mann wird
uns unvergessen bleiben.
Bezirksverein Crop-Berlin und Mark.
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