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GDCh-Fachgruppe Lebensmittelchemie. 5. Arbeitstagung der Sdwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft WeinheimBergstr. am 31

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Bei der Saatgutpuderung liegt die Schiidigungsgrenee w e i t
u b e r der normal gebrauchten Wenge. Rei 50 g Gamma-Wirkstoff
auf 100 kg Getreide traten in keinem Fall SchLden ein.
Dem Saatgutpudern sol1 eine innertherapeutische Wirkung zukommen. Dies ergab einmal der Drosophila-Test und die Tatsache. daB behandelte Parzellen einen geringeren Fritfliegenbefall
aufwiesen als unbehandelte. Bei saatgutbehandelten Ruben t r a t
im Bestand i m Gegensatz zu unbehandelten eine hohe Rubenaaskifer-Sterbliohkeit auf.
H E l D E N R E I C H , Darmstadt: Eriragssleigmng durch Isomere des Hezachlorcyclohezans.
Vortr. spritzte rnit stark verdiinnten HCH-Losungen (Konz. =
1,5x lo4) in die Bliite verschiedener Kulturpflanzen (Erdbeeren,
Buschbohnen und Tomaten). Dabei stellte er Ertragesteigerungen
bis zu 60 % fest. Die verschiedenen Isomere verhielten sich untcrschiedlich. Eine Erkliirung der Ursache gab Vortr. nicht. Die
verwendeten HCH-Verdiinnungen erwiesen sich fiir Biencn ah ungefkhrlioh.
St.
[VB 4431
GDCh-Fachgruppe Lebensmittelchemie
6. Arbeitutagnng der SUdweutdeutschen Arbeitsgemeinschalt Weinhelm/Ber@r.,
(3. R O E D E R , GieBen: tfber die AbiSnderung der Gerberschen
Fetlbestimmungsmethods (Milch).
Bekanntlich liefert die Gerbersche Methode gegeniiber den gewichtsanalytischen Verfahren \-on Cfottlieb-R6se bsw. IYeibullSkrldt um 2,5 bis 3 % des Gesamtwertes zu hohe Fettcehalte. Anknilpfend an friihere Untersuchungen wurde nach dern 2. Weltkrieg entsprechend einem Vorschlage des Vortr. erwogen, unter
Beibehaltung der sonstigen Arbeitsbedingungen atatt wie bisher
11,O ml nur noch 10,7 ml Milch einzumeasen. Sollte dicsem Vorschlag qefolgt, werden, so miiDte die zur Zeit giiltige Eichvorschrift
f i i r die Pipetten entsprechend gehndert werden. Nach Auffassung
des Vortr. kame man dem zutreffenden Durchschnittswert bei
Verwendung von 10,75 ml Milch a m nlrchsten.
A u s s p r a c h e:
Fachmann, Bonn: Die milchwirtschaftlichen Institute in We1 und
Weihenstephan teilen die Auffassung des Vortr. Das Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Forsten verhandelt mit
der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wegen einer etwaigen
Anderung der Eichordnung. Diller, Niirnberg: Hinsichtlich frfiherer
Beanstandungen sind Schwierigkeiten nicht zu erwarten, da die
friiher gefundenen Werte hoher liegen. Vorir.: Divergenzen waren
eher zwischen Molkereien und Lieferanten zu envarten. Vor Inkrafttreten der abgeanderten Eichordnung mfiI3tr: eine ubergangsfrist fur die Beschaffung der erforderlichen GerBte vorgesehen werden. Bohm, Hanau: Was bedeuten die am Butyrometer abgelesenen
Werte? Vorir.: Gewichtsprozente.
C A S A R E S , Madrid: f i e Lebensmittelchemie i n Spanien.
En wird zunachst ein geschichtlicher uberblick iiber die Entwicklung des ErnBhrungswesens in Spanien von den Zeiten der
Urbevolkerung, wahrscheinlich afrikanischen Ursprunges, an,
tiber die Einfliisse nordischer Vblkerschaften in der jungeren
SteiDzeit, der Kelten, der Griechen und der RUmer hinweg, spiiter
in d r r Areberzcit vom 8. bis s u m 16. Jahrhundert und 8chlieDlich
im Zeitalter der Entdeckungen (Kolunibus. Mapalhaes) gegeben.
Die verschiedenartigen Klimagebiete Spaniens bedingen eine
groBe Manoigfaltiqkeit der Landeserzeugnissri.
Bereits i m 14. Jahrhundert t e s t a n d eine staatliche L e b c n s m i t t e l u b e r w a c h u n g , die bis ins 17. Jahrhundert hinein durch
direktr Steuern finanziert wurde. Nach dern zur Zeit giiltigen
k6niglichen Dekre? vom 22. Dezember 1909 bestehen i n sllen Gemeinden uber 10000 Einwohnern Labcratorien zur Nahrungsmitteluntcrsuchung. Verwaltiing und Protenahme wird von Inspektoren beziehungsweise stadtischen Veterinsren besorgt. EE
werden zwei amtlichc Proben erhohen, eine dritte lileibt als Gegenprobe zuriick. Die vweitc amtliche Probe kann fur eine Schiedsanalyee in Gegenwart von Zeuzen beider Seiten dienen. In kleineren Orten wird die Lebensmittel- und Trinkwasseriiherwachung
von pharmazeutischen Inspektoren wahrgenommen, die Staatsbeamte sind, aber den Gemeinden unterstehen. ubergeordnet
sind die provinziellen Sanitktsinstitute, die ihrerseits einer zentralen sanitilren Dienststelle und dem Nationa!en InRtitut fur
Nahrungsmittclhygiene unterst.ehen. Auljerdem besteht eine Zentralstelle des LandwirtschaItsministenums zur Bekilmpfung des
Betruges im Lebensmittelverkehr. Den Beruf des Lebensmittelchemikers gibt 8s in Spanien nicht; seine Aufgaben erfiillen A p o t h e k e r . In den pharmazeutischen Fakultiiten werden auch angewandte Chemie und Lebensmittelchemie gelehrt. Piir Stadtische
Inspektoren ist ein Staatsexamen vorgesehen. Ferner finden Fortbildungskurse an den Universitilten und der Escuela Nacional de
Sanidad statt. Beziiglich der wissenschaftlichen lebensmittelchemischen Forschung sind die Schulen von Cesar Chicofc, 0 .
Fernandez und Casares Gil zu nennen. Dem Obersten R a t fur
wissenschafthche Forschung gehoren doa Fettinstitut, das Laboratoriiim fur Getreideforschung, das Institut fur Fischfang uud
die Abteiliing fur LebeDsmittelchemie in Madrid an. Ferner sind
das Landwirtschaftliche Forsrhungsinstitut, die Weinbaustation
i n Villafranca de PansdCs und das Sationale Viehzucht-Syndikat
zu nennan. Vor 5 Jahren wurde d i e Spaniache Gesellsahaft fiir
Lebsnsmittelforschung (Sociedad Espanola de Bsomatdogia) mit
A q w . C h . I 65. Jahrg. 1953 1 Ns. 6
a m 31. Oktober 1R62
dern Vortragenden S l s Prfsidenten gegriindet; Publikntionsorgane sind die ,,Anales de Bromatologia" und das ,,Roletin de
Informaciones Bromatologicas". Sehr vie1 ist in Spanien iiber
den Lathyrismiis, eine heute erloschene Krankheit, gearbeitet
worden; weiter befaBt man sich rnit der Verbesserung der Milcherzeugnisse, besonders KPse, mit dem Studium neuer Exportweine
aus Moriles und Montilla. Zu erwhhnen ist auch die Forschung
iiber Konserven und Trockenfriichte sowie FischereierzeugDisse.
K . 0. B E R G N E R , Stuttgart: Ein neuerlicher Pall sines
Trikresylphosphat- Vergiftung.
I n geschmolzenem Zustand auf eine o-Trikresylphosphat enthaltende Kunststoffunterlage ausgoflossenes und einige Zeit danach wieder abgekratztea F e t t war zur Bereitung von Bratkartoffeln verwendet worden, deren GenuB Vergiftungserscheinun~en
verursachte. EE zeigte sich, dall Kokosfett bei der beschriebenen
Beriihrung rnit der betreffenden Unterlage schon nach 1 Stunde
rund 0,9 %, nach 2 Wochen rund 2,9 % Trikresylphosphat herauslbsen konnte. Es wird erneut darauf hingewiesen, wie wichtig cs
ist, daB Kunststoffe fur den Haushalt nur mit o-kresol-freien oder
-armen Weichmachern hcrgestellt werden.
Aussprache:
Wurzschmitt, Ludwigshafen: In Westdeutschland wird kein Trlkresylphosphat hergestellt, so daB hier praktisch in Bedarfsgegenstanden kein o-Trlkresylphosphat mehr vorkommt, welch letzteres
ja der Trager stark toxischer Wirkungen 1st. Im Hinblick auf die
Verwendung von Mischungen des harmlosen Triphenylphosphats
mit ebenfalls ungefahrlichen Paraffin-suifosaureesterndes yresols
wird darauf hingewiesen, daB diese Mischungen. falls sie o-Kresol
enthalten, bei der Analyse falschlich das Voriiegen von o-Trikresylhosphat vortauschen kbnnten. Zwlschen Bergner Janecke und
e/urzschmitf wurdc schlieBlich noch erortert, ob, bezhhungsweise in
welcher Menge Palatlnolc (Phthalsiiureester) giftig wirken kannten.
H . K A I S E R , Stuttgart: D i e ersfe tbdlich uerlaufene SysloxVergiftung.
Systox ist ein Thioglykol-phosphorsitureester der Firma Bayer
(Pflanzenschutz): das zunachet unter der Bezeichnung E 1059
gehandelte Produkt besreht aus dem Dillthyl-thiophosphorsiuureester des ,rj-Ox&thyl-thioiIthylithers. Der schwer wossrrlosliche
Stoff enthjilt im Handelspraparat einen Emulgator. Uer Wirkstoff verbreitet sioh in den Pflanzenzellen mii!els Diffusion durch
die semipermeablen Membranen; er wirkt hemmend auf die
Cholinesterase. D a keine chemischen Nachweis-Methoden bekannt sind, kann man nur die Cholinesterase-AktiritPt manometrisch nach Ammon in der Warburg-Apparatur oder duroh Bestimmung der vorn Blutserum aufl Acetylcholin abgespaltenen
Essigsllure-Menge ermitteln.
Beim Spritzen einer Baumschule an einem srhr heinen windstillen Tag mit Systox h a t t e sich ein junger Giurtner eine akute
tudliche Vrrgiltung ziigezogen. Nach der Sektion wurde in seiner
Leber eine normale, i m hkmolysierten Blut und Gewebswasser
drgegen eine um 80 bis 8 5 % verminderte Fermentaktivitat gefunden. In einem weiteren Fall eines Selbstmordos mit Systox
ergabon sich iihnlicho Wcrte. EE sind schirfere VorsichtamaBnahmen bei der Verwendung von Systox und ein eindringlicher Hinmeis auf seine grollen Qefahren zu fordern.
H . DZ I;L E R , Niirnberg: Papierckromatugraphischer Nachweis
uon MetalZgi/ten.
Die Metalle wurden a h Chloride adgetragen und rnit gesgttigten
Salzaaure-Butanol-Lbsungen verschiedener Konzentration entwickelt. Die besten Rilder wurden auf Papier 2045 B von Schleicher & Schiill rnit n,l-SalisPure-Rutanol bei 12stundiger Laufzeit
erzielt. Das geeignetste Spruhmittel ist Aim @,5proz.Losung r o n
Dithison in Tetrachlorkohlenstoff. Man erkennt die einzelnen
Metalle an ihren Rp-Werten und der Farbung; einrrnder ihnliche
Motalle kbnnen zum Teil i m UV-Licht unterschieden werden.
Zink und Cadmium fluoresdereh nach dern Bespriihen mit
Oxychinolin prachtig unter der Quarzlampe, Thallium hebt aich mit
Thionalid mit gelber Farbe spezifisch ab. Fur Blei kann Benzidin,
fiir Quecksilber und Cadmium Diphenylcarbazid, fur Antimon
Rhodamin, fur Barium Natriumrhodizonat herangezogen werden.
In der tosikologischen Analyse start der hohe Salzcehalt nach
der Zerstorung der organischen Substanz mit Kaliumchlorat.
Durch Ausfallen der Metalle mit Oxychinolin oder durch Ausschtitteln rnit Dithizon werden nicht alle Metalle erfant. Zeret6rnng mit Perchlorsiure wiirde raech eine salzfreie Losung ergeben, ist aber xu gefihrlich. EinigermaDcn befriedigt die Mineralisierung mit konzentrierter Schwefelsaure und Wanserstolfperoxyd nach Car9 in der Abanderung nach M n d e m n n .
E . N E U B A U E R, Frankfurt a. M.: Lebensmittelchemiker,
dltenflichr Laboratorien und Betzdaaufsicht i m Zusamnienwirken
mit den zustdndigen Untersllchungsiimtwn.
Nach einer Kritik der $5 5 und 6 des Handelsklassen-Gesetzcs
vom 17. Dezember 1951 schlagt Vortr. den ErlaD folgender gesetzlieher Vorschriften auf Grund von 8 5 Nr. 5 des Lebensmittelgesetzee me auch auf Grund des Handelsklaesengesetzes vor:
Lebensmittelfabrikanten und -hPndlern ist eine Eigeniiberwachung ihrer Waren nach Mindestzahl und Art vorzuschreiben.
Die Untersuchungen sind durch vereidigte Chemiker auszufilhren.
Die UntersuchungRBmter iiberwachen diese Chemiker und erstatten den Regierungsprisidenten Bericht. Die von den Chemikern
zu erhebenden Gebiihren werden von den Untersuchun,osimtern
kontrolliert; Beschwerdeinstanz ist der Regierungsprisident.
Die Einstufung von Lebensmitteln soll unter Nitwirkung der
Fachgruppe Lebensmittelchemie, der Hersteller und des Handels
nach einer Untersuchung durch das eustandige Untersuchungsa m t unter Vorsite eines von der Bundesrrgierung eu ernennenden
beamtpten Lebensmittelchemikers stattfinden. Die niedrigste
Handeleklasse muO den nach dem LebeUImittelgeSEtZ zu stellenden
Mindestanforderungen entsprechen. Die Wertmerkmale sind fur
die einzelnen K h e e n festzulegen. Bei jedem Lebensmittel verschiedener Handelaklasee wird dern Hersteller in der Genehmigung
die Art und Mindestzahl der erforderlichen Rohstoffpriifungen
durch einen vereidigten Chemiker vorgeschneben. GroO- und
Kleinhindler sind verpflichtet, ihre Lsbenemittel regelrniilig
durch rereidigte Lebensmittelchemiksr untersnchen zu lassen. Die
Kosten haben die Handler zu tragen. Die an die Chemiker zu zahlenden GebUhren werden nach dem Allgemeinen Gebuhrenverzeichris fiir Chemiker berechnet. Listen iiber vorgenommene Untersuchunqen sind rnit Analysenabschriften und Gebiihrenrechnungen dern zustandigen Untersuchungsarnt, von diesem dem Regierungeprisidenten vorzulegen. Beschwerden Bber die Tatigkeit
der Chemiker sind innerhalb 1 4 Taqen an den Regierungsprasidenten zu richten, der endgiiltig entscheidet. Bei Beanstandungen
wird deren Behebung durch den vereidigten Chemiker iiberwacht
und dem zustandigen Untersuchungsamt mitvteilt.
Aussprache:
Elne sofortlge nlhere Stellungnahme wurde allgemein abgelehnt.
Popp: Die vereldigten Handelschemiker sind lhren Auftraggebern
gegenliber zur Geheimhaltung verpflichtet. Vortr.: Es handelt sich
hier eben urn elne neu zu iibcrtragende gesctzllche Aufgabe, be1 der
elne Gehelmhaltungspflicht nicht bestehen dlirfte. Fachmann: Das
Handelsklassengesetz macht zweifellos ohne weiteres die Mitarbelt
der beeideten Handelschemiker notwendig. V o r t r . : i
3 ersche.Int
aber elne Verpflichtung der betroflenen Kreise erforderlich. Haun
weist auf die T l t l kelt der Landwirtschaftllchen Untersuchungsl m t e r hln. Vorfr.: Zum Arbeitsgebiet dieser Amter gehoren die Futtermitteluntersuchungen. Vaubcl, Singen: Zu den angeschnittenen
Fragen 1st auch die Vereinigung der Deutschen Ernahrungslndustrle
zu horen.
H. P O P P,Frankfurt a. N.: Ein neuer Zusatzstoff zur Eierteigware und seine Beziehung ZUT Teigwarenverordnung.
Ein nach der Analyse des Vortr. durch Casein beziehungsweise
Milchprodnkte gestrecktes Eierzeugnis, das vermutlich einen
Lactoflavin-Zusatz enthalt, wird neuerdings ale Zusatz fur Teigwaren in den Verkehr gebrrcht. Nach Angaben des Herstellers
soil es keine ktinstlichen Farbstoife und Verdickungsmittel enthalten, eine dem Eigelb nahe Zusammensetzung ( Arninosluren)
aufweisen und den gesetzlichen Bestimmungen voll entsprechen.
Der Zusatz stellt ein Teigwaren intensiv gelb fiirbendes Eiauetnuchmittel dar; seine Verwendung verstOlt gegen 5 4 Nr. 2 der
Teigwarenverordnung, wonach Eiersatzmittel enthaltende Teigwaren ale verfilscht gelten. Die Gelbfiirbung miiDte bei eifreien
Teigwaren nach 5 4 Nr. 5 der Verordnung kenntlich gemacht werden. Fur Eierteigwaren 1st das Mittel auch im Hinblick auf 5 4
Nr. 6 der Verordnung unzulissig, der die kiinstliche Gelbfiirbung
Ton Eierteigwaren verbietet.
Im Ubrlgen wlrd ohne Wlderspruch seitens der Tagungsteilnehmer
angeregt, flir Elertdgwaren, die mit Superlatlven angeboten werden (,,sehr hoher El ehalt", ,,extra hoher Elgehalt", ,,Sonderklasse"
UBW.), wle frtiher mfndestens 5 Eier/l kg zu fordern.
I 66
H. P O P P, Frankfurt a. M.: Die Filterzigarette und die Tabokverordnung.
Die Verordnung iiber nicotin-armen und nicotin-freien Tabak
vorn 15. Mai 1935 befant sich nicht ausdriicklich mit der Filterzigarettc. Der § 2 spricht lediglich von der Moglichkeit, Zigaretten
als ,,im Rauch nikotinarm" zu bezeichnsn, wenn infolge Verwendung besonderer Zusatze oder Vorrichtungen der Nicotin-Gehalt
i m Rauch nicht mehr als 0,17 % betragt. H.ier lrbnnte man auch
nn in Zigaretten eingebaute Filter denken. P e r 3 3 fordert von
Mitteln zur Verringerung des Nicotin-Gehaltcs, daO sie bei normalem Durohsclinittstabak mindestens 50 76 des i m Hauptrauch
auftretenden Nicotins entfernen. Vortr. stellte bei den zur Zeit
im Handel befindliohen Filterzigaretten ( 4 % der Gesamtmenge)
fest, daO von deren Piltexn nur Nicotin-Mengen zwischen 15,7
und 43,3
zuriickgehalten werden. Der Nirotin-Gehalt in ihrem
Rauch iiberschrritet die in g 2 gezogene Hochstgrenze wesentlich;
ihre Filter Bind auch keine Mittel zur Verringerung des NicotinGehaltes im Sinne des 4 3. Aber auch wenn letzteres zutrlfe, entspraehen die Zigaretten unter den heiitigen Verhllltnisssn nicht
den Bedingungen den 5 2. Dies kommt daher, daB heute tiberwiegend Zigaretten aus a m e r i k a n i s c h e n T a b a k e n mit Nicotin-Gehalten zwischen 1 , 6 % und 1,82% auf dem Yarkt sind,
wahrend friiher vorwiegend mazedonische Tabake mit 1,2 04 Nirotin im Mittel verwendet wurdpn. Heute sind nur 3 % aller
Zigaretten rein mazedonisch; i m tibrigen werden 10 bis 40 :(,
mazedonische Tabake als Heimischung verwendet. Es erscheint
erforderlich, Hersteller und A m t s s t e l h an die Tabak-Verordnung
zu erinnern und dime den heutigen Verhaltnissen anzupassen.
Die Filterzigaretten miioten hierbei ausdriicklich eingruppiert., die
Mindestwirkungsgrade der Filter sowie d i e erlaubten W e r b u n p maonahmen festgelegt werden. Voxtr. weist darauf hin, daO
brauchbare Vergleichswerte bei Filterzigaretten nur erhalten werden, wenn beim hbrauchen unabhangig r o m Filter ein l'abakstummel von 15 mm tibriqgelassen wird.
Aussprache:
H a u n : 1st etwas iiber die Venvendung deutscher Tabake in normalen Handelszlgaretten bekannt? Vortr.: Nein. D d r r : Die Fllterzigaretten sind belm Entwurf der Verordnung absichtllch fortgelassen worden well die Filter nur als Ausstattung angesehen wurden.
Weiter wlr6 auf ein neues Abrauchverfahren hingewiesen. Vorfr. :
Es empfiehlt sich, die Nicotin-Bestimmung doch weiterhln nach
Pfyl vorzunehmen, da diese Methode in der Verordnung festgelegt
ist und die darln genannten Werte auf ihr aufbauen. Lindemann:
Es Ist nicht berechtigt, die Nicotin-Hochstgrenze wegen der zur
Zeit iiberwiegenden nicotln-reichen amerikanischen Tabake grundsltzllch von 0,6 Yo auf 1,0 yo heraufzusetzen. Letzterer Wert stellt
belnahe den Normalgehalt der Orienttabake dar. Dlese diirften
somlt dann schon be1 einer Herabsetzung des Nlcotln-Gehaltes von
I ,2 yo auf 1 ,O yo als nlcotln-arm bezelchnet werden. Vortr. : Dem 1st
zuzustlmmen. Als Kompronii81osung diirfte sich eine Wiederlnkraftsetzung des Runderlasses vom 30. Mai 1939 empfehlen, nach welchem be1 nlcotin-armem Tabak bis zum 30. Juni 1941 hachstens
0,8yo Nicotln vorhanden sein durften.
J. E I S E N B R A N D , Saarbriicken: Beitrag zur Unterseheidung verschiedener Essigarten rnit Hilfe flnmmenphotometrzsches
Messunycn.
Nach Versuchen des Vortr. gelingt in Fssigen nach der von
Schuhkrzechf abgcanderten Methode von Lundegardh, die eine Restimmunq von 6 m g % K,O auf weniger als 1 % gcnau gestattet,
unter direkter Verdiisun: innerhalb weniger Minuten eine KaliumBestimmiing. Die Unteisuchung vcn einigen 100 Essigarten ergab
folgende Kalium-Gehaltc:
Welnesslg . . . . . . . . . . . . .
4-50 m g
K,O/lg
Welnessigverschnitt . . . .
1-15 mg
K,O/lg
GPrungsesslg . . . . . . . . . .
0,I -2,5 mg KpO/lg
Essenzesslg . . . . . . . . . . . 0,02-0,25 mg KzO/lg
Das Verfahren eignet sich als Vorpriilung fur verdichtige Proben.
L . A C P E R , Frankfurt a. 11.: linknobutter ?tiit rtbweichenden
Eigenscha/ten.
Die Festigkeit und groBe Harte der Kakaobutter bei verhiiltnismHDig niedrigem Schmelzpnnkt i 3 t auf dcn Gehalt an 50-60 %
Olaopalmitnstearin nuriickzufiihren, wihrenr! von mehrfach ungesllttigten Sauren die Linolshure mit nur etwa 2 % vertreten ist.
Auch c\ie Reibeprobe von Finckc diirfte auf der weitgehenden Einheitlichkeit dei Kakaobutterkomponenben beruhen. Die Jodzahl
von Kakaobutter unterscheidet sich erheblich von derjenigen anderer Fette rnit A.usnahme des Tengkawangfettes (Borneotalg).
Ale HuBerste Grenzen fiir die Jodzahl von Kakaobutter i m Sinne
der Kakaoverordnung haben die Werte 32,5 und 37,5 zu gelten.
Allerdings muOte Vortr. vor einiger h i t die Existenz einer Kakaobutter mit erhtihter Jodzahl (38,O-39,5), verhLltniamiOiq niedriger Verseifungszahl (192) und ziemlich niedrigem Schmelzpunkt
Ieststellen. Eine Verfilschung kam nicht i n Betracht; es handelte sich um Ware aus Kakaobohnen von der Elfenbeinkiiste,
Aiqew. Chem. 1 65. Jahrg. 1953 / Nr. 6
Akkra und Bahia. In einem anderen Fall zeigte ein aussshliefilich
aus Bahiabohnen hergestelltes Schokoladenerzeugnis die Fettjodrahl 393. Es wurde dann lestgestellt, da5 das kalt mit Ather
extrshierte und rnit Petrolither umgeloste Fett aus Elfenbeinkiiste- und Akkrabohnen normale Jodzahlen zwischen 35 und 36,
das Fett aus Bahiabohnen dagegen die Jodzahl 3 9 3 aufwies. Es
war etwas schmierig, die Reibeprobe versagte, der Schmelzpunkt
Iag normal bei 32,0°. Die abweichenden Eigenschaften des Fettes
ails Bahiabohnen wurden auch von anderer Seite bestltigt; Fincke
gab 1etzt.hin sogar die dodzahl 4 1 hierfiir an.
Aussprache:
Stroheckcr, Oelsenkirchen: Wie steht es mit der Unterscheidbarkeit von llipbfett und Kakaobutter? Sle zeigen melnes Wissens
eine verschlcdene Reaktlon gegeniiber UV-Llcht. Vortr.: lllpkfett
hat eine hbhcre Jodzahl als Kakaobutter (50-60) und unterscheldet
slch von dieser auch durch andere Kennzahlen. Im Gegensatz
hlerzu ist eine Verfalschung mit Tengkawangfett analytisch schwer
nachweisbar. P o p p , Frankfurt a.M.: Wenn Kakaobutter mit hbheren Jodzahlen vorkommt, so sind auch iibermBDlge ZusLtze von gerlebenen NIissen und derglelchcn zur Schokoladenmasse schwerer
nachweisbar. Vortr.: Ja, In extremen FBllen (Verwendung von
Bahlakakao und gerlebenen Mandeln usw. in ohne Deklaratlon zuIBssIgen Mengen) sind Jodzahlen bis zu 43 denkbar. Lange, Hattershelm: Der Zusatz von Fremdfetten diirfte lm allgemeinen schwer
nachweisbar sein, well diese irnmer nur in geringen Mengen mltverwendet werden. Im iibrigen werden Bahiabohnen nur in geringen
Mengen fur Milchschokoladen verwendet, so daD die dadurch bewirkten JodzahlerhBhungen nicht sehr groD sein kbnnen. Vorlr. :
Nach meinen Feststellungen sind Bahiabohnen auch Schon allein
zur Herstellung von Spelseschokolade verwendet worden.
Ld.
[VB 4421
G DCh-Fachgruppe ,,WasrerchernIe"
am 16. und 16. Beptember 1962 In Bad Homburg
H O L L U T A , Karlsruhe : Zur Entsuuerung durch Magno-Filtration.
Zur Klirung der umstrittenen Frage, in welchem Umfange und
auf welche Weise sich die beiden Hauptbestandteile halbgebrannter Dolomite, das sind CaCO, und MgO an der C0,-Bindung bei
der WasserentsLuerung beteiligen, wurden zahlreiche systematische Versuche an Versuchsfilteranlagen ausgefiihrt. Untersucht
wurden WPsser von 3-17O d K H rnit Gehalten von 10-160 mg/l
freier Kohlenslure. Das verwendete Filtermaterial war MagnoMasse verschiedener Kornung. Sol1 ein Reinwasser erzielt werden, das sich i m Carbonat-Kohlensiure- Gleichgcwiclit befindet,
so t r l g t bei niedrigen H i r t e n das CaCO,, bei hdheren das MgO
die Hauptlast der Entsauerung. Die theoretische EntsLuerungsgleichung
MgO
+ CaCO, + 3 CO, + 2 H,O
-
Ca(HCO,),
+ Mg(HCO,),
gilt nur fiir ein ubergangsgebiet bei einer bestimmten mittleren
Ausgangscarbonathirte und dann unabhangig von der im Rohwasser vorhandenen freien Kohlensaure-Menge, sowie in wenigen
SonderfLllen. Bei der gleichen H i r t e geht die zur Erreichung
eines Gleichgewichts im Reinwasser notwendige Filtrationsgeschwindigkeit durch ein Minimum. Erst unterhalb dieser Hartc
h i l t das Filter nicht unbetrachtliche Yengen an freier KohlensHure teils durch Adsorption, teils durch Einbau auf normalerweise unbesetzte Zwischengittcrplatze zuriick. Diesen Befunden
entsprechend indert sich auch der relative Hlrtezuwachs des
Wassers bei Entsauerung. E r ist bei hohen Ausgangsharten ganz
wesentlich geringer als bei niedrigen, und ist abhiingig von der
freien Kohlenslure i m Rohwaaser. Die zur Erreichung dee Gleichgewichts i m Reinwasser unter verschiedenen Bedingungen erforderlichen Filtergeschwindigkeiten wurden festgelegt und ihre
Beziehungen zum Rohwassercharakter ermittelt. Der EinfluD
der Korngrllfie des Filtermaterials wurde bestimmt.
LIST, Essen: Entkieselung durch Flockung.
Bei der Entkieselung durch hochbasische Austauscher, bei deren
Anwendung eine Vollentsalzung notwendig ist, steigen die Kosten
mit dem Salzgehalt des aufzubereitenden Wassers, so da9 von
Fall zu Fall zu priifen sein wird, ob nicht bei weniger hohen Ansprachen an die Wasserqualitat die irlteren Verfahren der Adsorptionsentkieselung anwendbar sind. Diese Verfahren, bei denen
mit Kalk und Magnesiumoxyd in der Kilte und mit Magnohydrat
bei hdherer Temperatur gearbeitet wird, verbinden Vorflookung
mit Entkieselung, sind billig und dort vor allem anzuwenden,
wo das Rohwasser durch Schwebestoffe, Eisen, Humate usw.
verunreinigt ist. Kieselsiure st6rt im Turbinenbetrieb bei hoheren
Drucken. Fiir 80 atii wurde ein Hochstwert von 20 mg SiOJl
festgelegt, fur Drucke iiber 100 atii sollte der Kieselsiuregelialt
5 mg/l nicht iibersteigen.
Ziel der Speisewasseraufbereitung ist, rnit einer mllglichst
kleinen Apparatur, niedrigen Kosten und ohne ErhOhung des
Angew. Cirent. J 65. Jahrg. 1953 1 Nr. 6
Neutrdsalzgehaltes zu entkieseln. Die beste Wirkung wird d t
kolloidal feinem Magnesiumoxyd, auf dessen ,,innere Oberflllohe"
es dabei ankommt, erzielt. Die Wirkung steigt mit Temperatur
(das sog. Hoechster-Verfahren arbeitet bei 97O C ) und pH-Wert
(optimale Werte 8-9, in USA ca. 10,O). Die GrODe der Apparatur
hiingt von der unbedingt notwendigen Reaktionszeit ab, die sich
mit steigender Temperatur verkiirzt. Da es sich um AdaorptionsvorgLnge handelt, ist sine Schlammumwalzung, die eine
intensive Beriihrung des Wassers mit dem gebildeten Schlamm
gewiihrleistet, erforderlich. Bei Anwendung von Magno oder
Magnesiumoxyd wird der Neutralsalzgehalt nicht erhOht; kommt
es hierauf nicht an, so kann auch das mit Magnesiurnchlorid und
Tonerdenatron arbeitende sog. Bitterfelder Verfahren gewHhlt
werden. Im Ausland sind weitere Verfahren ausgearbeitet worden; - sie alle beweisen, daU sich neben der modernen Austauschentkieselung die Flockungsentkieselung im Rahmen der Kesselspeisewasseraufbereitung weiterhin behaupten wild.
9 C H I L L IN U , Wiesbaden: Uber die Enthdrtung mil BariumVerbindungen.
Die Beseitigung der Sulfat-Ionen im Wasser zusammen mit der
Enthartung wurde seit 100 Jahren mittels Bariumcarbonat versucht. Der allgemeinen Einflihrung dieses Entsalzungsverfahrens
auf dem FHllungswege stand die Schwerl6sliohkeit des Bariumcarbonats und die feindisperse Form des gebildeten Bariumsulfats
i m Wege, die groBe unwirtschaftliche Bariumcarbonat-Verbrauche
bei Reaktionszeiten von 3-4 h bedingten.
Bei dem neuen Verfahren wird das Bariumcarbonat durch Umseteung mit Kalkhydrat oder hydratisiertem, kaustisch gebranntem Dolomit in der Hitze in leicht losliches Bariumhydrat verwandelt, welches augenblicklich und vollstiindig mit den SulfatIonen reagiert. Das Yagnesiumhydrat des Dolomits bindet
gleichzeitig die KieselsHure, wahrend KohlensHure und Bicarbonate
durch.Kalkhydrat gefiillt werden. Chlorid-HLrte wird durch Soda
ohne UberschuD gefHllt und die ResthBrte durch Trinatriumphosphat ausgeschieden.
In einem speziell konstruierten Reaktor benotigt das kombinierte Firllungsverfahren zur FHllung und KlLrung nur 11/4h
Reaktionszeit.
W. S C H M I T Z , Freudenthal b. Witzenhausen: BeitrLcg zur
L'nlezsuehungsmethodik der H ydrochemie fliepender Gewiisser.
Ausgehend von den Schwarzenbachschen Verfahren der titrimetrischen Calcium- und Hartebestimmung irn Wasser rnit Dinatrium-lthylendiamin-tetraacetat wurde eine Yethode zur Bestimmung von SLurebindungsvermBgen, Calcium und Magnesium
in einem Titrationsgang i n 50 em, Wasserprobe ausgearbeitet. Die
Saurebindungsvermdgen-Titration wird mit n/10 HC1 und einem
Bromkresolgriin-Methylrot-Mischindikator vorgenommen. Anschlieoend wird mit 11/50 Dinatrium-Bthylendiamin-tetraacetatLosung und Murexid als Indikator bei p~ 1 3 das Calcium titriert.
Durch Ansauern auf p~ 1 wird der Murexid-Indikator zerstOrt
und anschlie5end mit derselben Dinatrium-Bthylendiamin-tetraacetat-L6sung und Eriochromschwarz T als Indikator bei pH 10
auf Magnesium titriert.
Bei dieser Methode wird das Gesamtcalcium und -magnesium
der Wasserprobe bestimmt. EnthHlt die Probe disperroides CaCO,
und wird die Bestimmung des Siiurebindungsvermdgens vor der
Titration dea Calcium8 und Magnesium unterlassen, so resultiert
eine Fehlbestimmung, da daa CaCO, beim starken Ansiuern vor
der Magnesium-Bestimmung in Losung geht und einen zu hohen
Magnesium-Wort vortluscht.
Durch Verfolgen der Elektrolytleitfihigkeit bei Verindeiung
der Kalk-Kohlenslure- Gleichgewichtssysteme ultrafiltrierter Wasserproben konnte der Nachweis fur die von Ohle schon angegebene
Existenz von undissoziiertem CaCO, erbraoht werden. CaCO, wird
bei dem angegebenen Titrationsverfahren vollstandig mit erfaBt.
0 R L E , Pion: Priifung und Anwendung der ekktrochemischen
Sauerstoff-Bestimmung ftir Gewasseruntersuchungen.
Die elektrochemische Bestimmung des molekular in natiirlichen
Gewassern gelllsten Sauerstoffes sttitzt sich bei Anwendung des
Tddtschen Sauerstoff-Lotes auf die Messung der in einem GoldZink-Elektrodenpaar auftretenden Depolarisationsstri)me, der
sog. Reststrdme. Fur ihre Entstehung wurde eine theoretische
Ableitung gegeben. Die Starke der Reststrome ist von der Beschaffenheit der Elektroden abhiingig, vom Gesamtgehalt des
Wassers a n Elektrolyten, der Temperatur, der FlieOgeschwindigkeit des Wassers und bis zu einem gewissen Grade von seinem
Ricarbonat-Gehalt. Diese Einfliisse sind empiiiach elfallbar.
Schwierigkeiten ergeben sioh allein i n Bezug auf den Gesamtgehalt an Elektrolyten, der von GewLsser zu GewlIsser erhebliohe
'67
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