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GDCh-Fachgruppe ДKunststoffe und KautschukФ.

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sioh die OberfIbhe den Reticulum auf die Stoffe ein usd macht sie duroh
Adsorption unwirksam. Oxydativer Abbau der Substanzen gibt Produkte,
von deren Wirksamkeit nur ein geringer Teil durch Gewahnung verloren
geht (Verkiirzusg der Fieberperiode). Auch baim abgcbauten Produkt
findet man die Differenzierung von Fieber und Abwrhrreaktion. Beim
Menschen wurden andere Erscheinungen gefunden als brim Kaninchen.
Aus Coli-Stiimmen wurden Proteinc isoliert, die pyrogen sind, so daD man
3 Gruppen von Pyrogensubstanzen kennt: 1.) Proteid
Kohlehydrat
2.) Kohlehydrat, 3.) Protein. Vom Kohlchydratpyrogen bewirken 0,l y
pro Mensoh einen erheblichen Temperaturanstieg, 3 y rrzeugen 40° Fieber.
Vom abgebauten Kohlehydratpyrogcn erzeugen schon 0,05 y pro Mcnseh
erhebliohes Fieber. Die Priiparate wcrden voraussichtlich bci rhcumatischen Krankheiten verwendet werdcn.
+
*
A. W . SOHN, Mannheim-Waldhof : Fragen der Zusanziizensetzung des
Holzes.
Nur neue Methoden konnen zu dem Problep6) neue Ergcbnisse bringen.
Vortr.'behandelte Cellulose mit C10, in CCI,. Aromatische Korper, die mit
dem Lignin verwandt sind, werden nioht zerstort, sondern nur ehloricrt,
u. U. kondensiert, wie an Modellsubstanzen (Eugenol und Vanillin) gezeigt
wurde. Bei der Behandlung des Holzes m i t C10, in CCI, konnen chlorierte
aromatische Substaszen gefaDt werden. Im chlorierten Lignin wird weniger
Methoxyl gefunden als im Gesamtholz, d. h. das OCH, mu8 nicht unbedingt aromatisch gebunden sein. Eine exakte Analyse und quantitative
Betraohtung ergibt, daB der maximale Lignin-Anteil bci Buche 17,3 und
bei Fiohte 15,7% betrsgt, d. h. er ist niedriger als bisher meist angenommen
wurde.
Aussprache:
Henglein Karlsruhe: Bei der Hydrolyse von Holz mit 49 proz. HCI bei
-20° konnen'3 Fraktionen gewonnen werden - o h m Vermehrung der reduzierenden Gruppen - bei denen die Lignin-Bestimmung weniger als die
HPlfte des Lignins crgibt, das beim Gesamtholz gefunden wurde.
A. S I P P E L , Freiburg: Polym'sation, Reipfestigkeil und Faserfeinbau.
Aus verschiedenes physikalischen Messungen ist zu schlieBen, daB die
Krystallitbriicken bei der Cellulose nur kurz scin konnen, etwa von der
GrBBe einer Grundmolekel. Ein mechanischer Abbau tritt bevorzugt an
den Krystallitbrucken ein. Vortr. untersuchte den photochemischen Abbau der Cellulose bei bestimmten Frequenzen (2600A), bei denen nur ein
physikalischer Abbau eintritt, abcr ke-inc Begiinstigung des oxydativen
chemisbhen Abbaues stattfindet. Der Bruch der Krystallitbrucken veriiodert besonders stark die Eigenschaften der Fasern. Yit der Wahrschcinlichkeitsrechnung kann bei Beriicksichtigung der starken und schwachen
Stellen der Faser eine Beziehung zwischen Polymerisationsgrad und RciOfcstigkeit aufgestellt werden. Aus den experimentellen Daten kann dann
der Anteil der Krystallitbrucken berechnet werden. Er bntriigt bei Polyamid 0,5-0,8%, Acetatseide 0,2-0,3%, Acetatstreckseide 0,3%, PC
Faser 0;03%. Die erste Faser ist am elastisehsten, die lctzte am plastischsten. Es wurde ferner der Hohlraumanteil der Cellulosefasern bestimmt.
Er nimmt mit zunehmender Streckung ab, wie schon friihcr aus Dichtemessungen geschlossen wurde. Native Fasern wurden in die Untersuchung
nicht eingeschlossen.
~
K. I N DEN B I R K E N , Freiburg : Micellaret oder iirakromolekularer
Aufbau der Cellulosefasern.
Mit Hilfe der heterogenen Acetylierung von meroerisierten Celluloscfasern wird der Aufbau der Cellulosefasern untersucht. Bei mercerisierten,
ubcr Inclusion a k t i v i e r t e n Fasern ist die Acetylierungsgeschwindigkeit
unabhhngig vom Polymerisationsgrad. Mit CHCI lassen sich bei teilweise
aoetylierten Fasern nur minimale Mengen hoher acetyliertcn Materials extrahieren. Der Acetyl-Gehalt der Fasern Bndert sich dabei nicht. Dicser
Befund steht im Gegensatz zu K. Rep, wonach bis zu einem Acetyl-Gehalt
von 21,5% nur die Oberfliiche der ,,Micellen" acetyliert werden 'soll. Es
solltrn an der Oberfliiche Triacetatc entstehen; erst uber 21,5% Acetyl
sol1 die Acetylierung im Micellinnern stattfinden. Das mikroskopische Bild
drr anacetylierten Faser i s t unabhiingig vom Polymerisationsgrad. Bei
trockenen i n a k t i v e n Fasern findet dagegen nur eine Oberflachenacetyliorung statt. Mit einer Chloroform-Extraktion lhDt sich der Acetyl-Gehalt
erheblich herabsetzen, der losliche Anteil hat die Zusammensetzung eines
Triacetates. Bei der Acetylierung trockcner Fasern reagiert das abgebaute
Produkt schneller als das unabgebaute. Es zeigt sich hier der EinfluB von
Querspalten, die beim Abbau entstaqden sind. Beim Behandeln der anaoetylierten abgebauten trockenen Fasern mit CHCI, entsteht ein Aufspalten
der Fasern in Langsteile, das von den Querspalten ausgeht. Die mikroskopische Aufnahmc zeigt Spaltstuoke iihnlich den Repsohen Spindeln. Die
Untcrsuchung ergab keine Anhaltspunktc fur das Vorliegen einer micellaren
Struktur von Hohlriiumen oder grbBeren amorphen Partien.
Aussprache:
Ham Mannheim-Waldhof: Holz laRt sich mit Essigsaureanhydrid
Pyridin (rocken aeetylieren. Staudinger Freiburg: Auch trockene native
Baumwolle acetyliert verhaltnisrn8Rig schneller als trockene mercerisisierte
oder trockene umgefallte Cellulose. Sie wird als halbaktive Cellulose bezeichnet. Sippel, Freiburg : Die sogenannten amorphen Partien der Cellu-1
lose bestehen aus langen Ketten, deren Lagerung um einige A verwackelt
ist gegenuber dem krystallinen Zustand. GroRere Hohlraume fehlen bei
nativen Fasern, sind dagegen bei Kunstfasern vorhanden. Zapf Freiburg:
Der Befund daR man bei der Chloroform-Extraktion der anacetylierten a k i i v e n Faser kelne Triacetate findet geniigt noch nicht als
Beweis fur eine IeichrnBRige Durchacetylierung der Krystallite. Es ware
inaglich, daR Celfulosemolekeln an den aus dem Krystallit heramragenden
Enden voll acetyliert sind, wahrend dle Teile der Molekel im Krystallit
weniger acetyliert sind. Man miiRte zur Klarung die anacetylierte Faser
hydrolytisch abbauen und untersuchen, ob man Teilchen verschiedenen
Acetyl-Ciehaltes erhllt.
'
,
+
s, Vgl. diese Ztschr. 60, 45, 115 [1948],61, 210, 219 [1949].
28
H . B A T Z E R , Freiburg: Polyamide als Hautmodelk bci der Gerhng.
Man usterscheidet chemische und physikalische Ursachen der Gerbung. Bei der Gerbung darf die tierische Haut moglichst wenig verhdert,
d. h. keine aggressiven Reagenzieq verwendet werden. 30% der Gerbstoffc
sind irreversibel gebundcn. Ein kleiner Teil wird fur eine Vernetzung verwendet, der gr6Dtc Teil adsorptiv furcine Besctzung der Haftpunktc der
EiwciDbausteinr. Voraussetzung fur cine Adsorption ist eine gewisse Molckelgrolle. Man erhirlt erfahrungsgemall das beste Ledcr, wenn man zuerst
gering vrrnetzt und dann fertig gerbt. Fur Modelluntersuchungen wurdc
Igamid A 6 durch Umfallen in Pulverform gebracht und sein Absorptionsvcrhaltrn gegcnuber Gerbstoff mit Hautpulver verglichen. Beide Stoffe
wurdrn bis zum Adsorptionsgleichgcwicht gcgerbt. Haut adsorbierte 15%
mehr als das Polyamid. Die OH- und Sulfo-Gruppen der Gerbstoffe sind
nicht dir Voraussrtzung fiir eine Gerbwirkung, sondern diese Gruppen sind
fiir rinc gute Kolloidlosliehkeit verantwortlich. Geigy bringt einen Gerbstoff ohnc 011 und Sulfo-Gruppen heraus. Um unlosliche EiweiBstoffc
ohnc tirigreifenden Abbau nur durch Aufhebung der Haftphnkte loslich
zu machrn, acetylierte F. Berndt, Freiburg, Wolle und Seidc unter schonendcn Rcdingungrn bis zum theoretisoh moglichen Acetyl-Gehalt, Seide
l0,8% Aeetyl, Wolle 14,5% Acctyl. Fur die acetyliertcn Produkte wurde
k'cin Losiingsmittrl grfundcn.
G. B .
[VB 1191
GDCh-Fachgruppe ,,Kunststoffe und Kautschuk"
2. Tngnng, 2. 6. 1949 Heidelberg
W. R E P P E , Ludwigshafen: Auswirkungen der neuen Synthesen auf dent
Grbiet der Acetylrn- und Icohlenoxyd-Chemie auf das ICunststoffgebiet*).
F . J E N P E L ; Aachen : Das plaslisch-elastische Verhalten der Hoch-
wiolekularzn und ihre cheinische Struktur*).
Resonders kennzeichnend ist bei allen hochmolekularen Glbern ibrc
Einfriertemperatur (E. T.). Bei ihr geniigt die Verauchszeit, z. B. 1 min,
gerade zur Verschiebung der Grundmolekeln gegeneinander. uber die
Abhangigkeit der E. T. von der ohemischen Struktur lassen sich gewisse
Aussagen machen, die von der gr6Beren oder geringeren Bewegliohkeit dieser Molekcln ausgehen. Starre Risge als Seitenkette, Vernetzung durch
chemische Valenzen 6der Dipolkriifte und Versteifung der Hauptkette durch
Methyl-Substitution setzen die E. T. herauf.
Das plastisch-elastische Verhalten kann durch eiqe von Manocll angegcbene Gleiehung wicdergegeben werden, die in zweierlei Weise modifiziert wird. Erstens durch Einfiihren mehrerer Relaxationszeiten 7 und
Schubmoduli G bzw. Querschnittsanteile q und zweitens durch eine mehr
oder wenigcr breite Vcrschmierung jeder Relaxationszeit um einen Mittelwert. Fur eine qualitative ubersicht und als Ersatz fur die manchmal
schr komplizierte Rechnung bewihrt sich ein Model1 aus Federn und in
Kolben gleitenden Zylindern.
Der kleinste dieser T-Werte entspricht dem Einfriervorgang, wic sich
u. a. aq drr Thermorucklederuqg zeigen laBt.
Untrr Anwendung dieser Beziehung laOt sich am Buna S der gesamtc
Elastizitatsmodul in drci Anteile zerlegen, von denen einer auf einer Entropieandcrung (proportional der absoluten Temperatur, idealer Kautsehuk) zwei weitcre auf cincr Energieanderung (Temperatur-unabhiingig)
beruhen.
Chemische Vcrnetzung laDt sich - abgesehes von der Quellung auch
rrkennen an der auch nach sehr langen Zeiten noch bleibenden Doppelbreehung dcr in ihrer Dehnung festgehaltenen Folien und an der magnetischcn Anisotropic solcher Folien. In uvernetztem Material verschwindet
die Doppelbrechung nach hinreichend langer Zeit vollig und die magnetische
Suszeptibilitat ist in allen Richtungen die gleiche. Hiernach beurteilt ist
das techn. Polyvinylehlorid vernetzt. - Abgesehen von der bleibenden
Doppelbrrchung weist die Doppelbrechung nicht auf Orientierung, sondern
nur auf Spannung hin.
In teilweise ktystallisiertem Material tritt eine weitere Verschiebungsmoglichkeit in den krystallinen Anteilen auf, die an Polyurethan bei etwa
40° in einigen Sekunden abliiuft. Vielleicht handelt es sich um eine Art
Rckrystallisation. Infolge d i e m Rekrystallisation nimmt in unverstreckt r n Faden die Dampfung mit zunehmender Temperatur ab, weil das Material regellos krystallisiert, in vorverstreckten aber zu, weil die neuen krystallinen Bereiche in giinstig orientierter Lage entstehen.
Aussprache:
W . Brenschede, Leverkusen: Die Aussonderung elnes zeitunabhangigen
Anteils am E-Modul aus Messungen der Spannungsrelaxaktion setzt voraus,
daR man die Spannunj auf die Zeit 0 extra olieren kann. Da aber der
Dehnungsvorgang selbst sehon eine gewisse %it beansprucht werden die
Anteile des E-Moduls, die innerhalb dieser Zeit abklingen in biesen ,,zeitunabhangigen" Anteil eingehen. Der extrapolierte Wert whd sich daher als
abhangig von der Dehnungsgeschwindigkeit erweisen. Bei auRent kurzzeitiger Beanspruchung wird auch Gummi sich als glashart zeigen. Die beim
Strecken nicht vernetzter weicher Kunststoffe auftretende, schnell abklingende Doppelbrechung diirfte auch auf eine, wenn auch kurzlebige
Orientierung von Kettengliedern zuruckzufiihren sein und daher die Bezeichnung ,,Orientierungsdop elbrechung" verdienen. Die Bezeichnung
,,Spannungsdoppelbrechung" &r diesen Fall im Gegensatz zu Orientierungsdoppelbrechung vernetzter weicher Stoffe wurde zum Ausdruck bringen
daR es sich um einen grundsatzlich verschiedenen Effekt handelt, was wohi
nicht anzunehmen ist. Vortr.: Bei sehr kurzzeitiger Belastung wiirde sich
Gummi glashart verhalten. Bei Zirnmertemperatur klingt der dazugehorige
E-Modul im wirklichen Versuch bereits wahrend der Dehnung vollig ab.
Zwei weitere Anteile des gesamten E-Moduls lassen sich jedoch, nachdem
die GesetzmaRigkeit des zeitlichen Abklingens bekannt ist, auf die Zeit
t = 0 extrapolieren. - Ich halte in der Tat die Spannungsdoppelbrechung
und die Orientierungsdoppelbrechung fur einen grunds8tzlich verschiedenen
Effekt. K . Wolf, Heidelberg: Sehr haufig wird durch Einbau seitstandiger
Methyl-Gruppen oder Phenyl- oder lhnlicher Gruppen die Einfriertemperatur erniedrigt. Die Gruppen verhindern, daR benachbarte Ketten sich bei
ihrer Temperaturbewegung so weit nahern konnen, daR sie krystallisieren
wahrend bei der gleichen Temperatur die entsprechende z. B. methyl:
gruppen-freie Verbindung bereits krystallisiert ist, z. B.: Polyisobutylen/
*) Erscheint ausfiihrlich in 2. Kunststoffe.
-
Angew. Chem. 1 62. Jahrg. 1950 Nr. 1
Polyilthylen- Methyladi insaure-1 4-Butylenglykolester/Adipinsilure-l 4Butylenglykblester; Adip/hiure-l ,i odor 1 3-Butylenglykoieste r/Adlpin-
s~ure-1,4-Butylengiykolester.Oft erst nach ?agen eintretende Krystallisa-
tion wurde bei eigenen Versuchen mit schwach vernetzten Polyestern festgestellt, wenn die Kryataliisation durch Einbau z. B. von Methyl-Gruppen
etwas behindert wird und wenn zwischen den Methyl-Gruppcn Kohlenwasserstoff- oder ahnliche Yettenteile von bestimmter Mindestllnge vorhanden sind. die ihrerseits wieder die Krvstallisationstendenz verstiirken.
Vorfr.: Meine AusfUhrungen bezogen &h abgesehen vorn Polyurethan
nur auf Material im alasiaen Zustand. das mit solchem irn krvstallinen Zul
stand nicht unmittelbar cerglichen werden kann.
P. STOCKLZN, Leverkuscn : Beilrag ZUT Frage der Weichmachetwirkung in Hochpolymeren.
Bei zahlreichen Verauchen, deu Reaktionsmechanismus der Weichmacherwirkung in Hochpolymercn aufzukliren wurden zwar bemerkenswerte Zusammenhilnge, aber noch kein iibergeordnetes Prinzip gefunden.
Die Abhingigkeit des Kalteverhaltcns und der ,,Viscositiit" von weichgemachtem Polyvinylohlorid von der Viscositit der angewandten Weichmacher, sowie von der Steilheit der Viscositits-Temperatur-Kurvenderselben
(LmliCn)ist auch das charakteristische Merkmal einer Reihe nachfolgender
Arbeiten (Wiirstlin, Scbele, Jones). Die ,,polare Wechselwirkung" zwischen
Weiohmacher und Polymerisat witd als Voraussetzung fur gute Wirksamkeit eines Weichmachers in polaren Stoffen anerkannt, doch fehlen Beziehungen dieser Eigensohaft zu den iibrigen Beobachtungen. Mead, Tichenor
und Fuoss zeigten die Bedeutung des Molekulargewichtes der Weichmaoher
und betonten Einflull von GrOUc und Gestalt der Wcichmachermolekeln.
Die thermodynamische Konstante p (Flory, Huggins, Dolg, Boym und
Spencer) kann als MaR fUr die Bindungsenergie zwischen Weichmeeher und
Hochpolymerem aufgefaI3 wterden. Niedrige p-Wette bedeuten starke
Bindung und gute KUtebesthdigkcit der weichgemachten Polymerisate.
Fiir p < 0,25 nimmt rnit sinkender Temperatur p weiter ab. Die Zunahme
der ,,LBsungskraft" bestimmter Weichmacher bei Abkiihlung (Doolitlle)
wird als ein Kriterium fur kaltefestmachende Weichmacher aufgefaUf.
SchlieUlich haben Extraktionsversuche an weichgemachtem Polyvinylchlorid-acetat-Mischpolymerisat(Vinylite) einen Znsammenhang zwischen
katefestmachender Wirkung der Weichmacher und ihrer Extrahierbarkei t
dureh Mineral61 ergeben: Die in dcr Kalte wirksamstcn Weichmacher (Reed)
wetden am leichtesten von Mincralol exttahiert (Aiken,Alfrey, Janssen, Mark).
Vom Vortr. durchgefphrte Versuehe ,,iiullerer Weiehmaehung"
polarer Polymerieate (Perbunan und Polyvinylohlorid) mit polaren Wcichmachern (Thio- und Dit,hio-dicarbonsaureester) ergaben, da5 die Weichmaaherwirkung bei mechanischcn und clektrischcn Verformungs- und
Schwingungsvorghgen an vulkanisierten und nichtvulkanisierten Polymerisaten sich gleichzeitig nach zwei versehiedenen Mechanismen vollzieht, wobei einer meist dominiert. Beim Vergleich versahiedener Wcichmacher in ein und demselbeii Ifochpolymeten gibt sich der dominierende
Xechanismus dutch eine charskteristische Reihenfolge (Grundreihe) der
Wirksamkeit der einzelnen Weichmacher in Bezug auf d m Mechanismus I
bzw. den Mechanismus I1 zu erkennen. Grundlegend fur den Mechanismus I
ist das Molekulargewicht der Weichmacher (Viscositat nur indirekt,
wenn rnit dcm Molekulargewicht proportional). Ehtschcidend f u r den Meohanismus I1 ist die F&higkeit der polaren Weichmaohermolekeln, mit gecigneten aktivcn Stellen der Hochpolymeren Assoziate zu bilden. Hierbei
sind alle Ubergange von statistisch bedingten Schwarmbildungen bis zu
stbchiometrisch definierten Molekelverbindungen moglich. Im Modellversuch lassen sich mit den gepriiften Weichmaehern leieht tieffarbige
Komplexverbindungen herstellen, die durch Zugabe neutraler Losungsmittel (Mineralol, Benzin) spontaq gespalten werden (Dimroth, oan't Hoff).
Der Einnull der Mokekelgestalt a d die Komplexbildung wird am Athylenbis-thioglykolsiure-di-n-butylester
veraqschauliaht (Moglichkeit zur Bildung eiues Fihfringes, Tschugaeff, Tiberg). Der gunstige EinfluU reduzierter Temperaturen auf die Bildung von Assoziaten stcht im Zusammenhang
mit den Beobachtungen an p, sowie mit der Feststcllung von Doolittle.
Der Mechanismus I1 erscheint daher dominierend vor allem im Gebiet tieferer Temperatureq (Kbltebestasdigkeit) und bei kurzzeitigeq Beanspruohungen und wird bei steigender Temperatur oder langfristiger Beanspruchung mehr und mehr vom Mechanismus I uberdeckt. Die leichte
Extrahierbarkeit gerade der kaltefest machenden Weichmacher dureh Yinera161 findet in der Zerlegung der Assoziate durch LOsungsmittel ihre Erklarung .
Versuchszeit, Versuchstemperatur und Konzentration der Weiohmachet
sind mitbestimmend dafiir, ob der Weichmacher bei einem Deformationsvorgang mehr den Mechanismus I oder I1 bevorzugt. Dies fiihrt zu Variationen iq den erwllhnten Grundreihen, die jedoch ihrer Entstehung nach
leieht analysiert werden konnes.
Das Zuruckfiihreq der verschicdenartigen bisher beobachteteu Zusammenhange auf zwei gleiahzcitig wirkende Mechanismen, auf eiqe mehr
unspezifirche Steigerung der Kettenbewegliehkeit (Mcchanismus I) durch
Zwischenlagerung von Weiehmachermolekeln (EinfluU des Moleknlargewichts und der molaren Dosierung) und auf eine spezifische ErhBhung der
Bewegliohkeit durch Bildung von Assoziaten an den aktiven Zentren der
Makromolekeln (Mechanismus 11) vereinfacht die bisherigen Vorstelluqgen
iiber den Reaktionsmechanismus der Weichmachet in Hochpolymeren.
Die experimentellen Befunde andercr Autoren, z. B. die zahlreichen von
Reed durchgefiihrten Weichmacherpriifungen in Vinylite, konnen 80 einheitlich und befriedigend gedeutet werden.
H. A . S T U A R T , Hannover: Die Bedeulung der Lichtzerstreuung fur
die makromolekulare Chemiel).
Der Vortr. behandelte nach einer Einleitung iiber den bisherigen Stand
der Lichtzerstrenungs-Forschungin Europa die Erweitctungen der theoretischen Grundlagen und der experimentellen Methodik durch Debye und
andere von diesem angeregte Arbeiten.
l ) Sol1 ausfiihrlich in dieser Ztschr. erscheinen.
I
Alzgew. Chem. 62. Jahrg. 1950 / Nr. 1
Die Debyesohe Betrachtungeweise er6fbet die Mbgliohkeit der quantitetiven Bestimmung von Molekulargewichten auoh bei Badeqmolekeln rnit
hohem Molekulargewicht, indem auch die Winkelabhhgigkeit der Streustrahlung gemessen wird. AuDerdem kann man auf diesem Wege die Abmessungen von Makromolekeln beetimmeq. Diese optisohe Vermessung
von Makromolekeln in Lasung entspricht weitgehend der rhtgeninterferometrischen Vermessung von Gasmolekeln. Die Frage nach der Form, ob
kugelig, statistisch gekniuelt oder gestreckt, l M t sioh ebenfalls beantworten. Um zu wirklich qnantitativen Zahlenangaben zu gelangen, sind allerdings ncch einige theoretische und experimentelle Einselheiten zu klaren.
Dsr Vortr. betonte ausdriicklich, daI3 diese theoretischen sowie die experimentellen Schwierigkeiten bei der Hetstellung optisch reinet Losungen bei
den zahlreichen praktischen Problemen, bei denen die Lichtzerstreuung mit
Erfolg benutzt werden kann, keine Rolle spielen. Genannt wurden Untersuchungen des thermischen und zeitlichen Verlaufs von Aggregations-,
Polymotisations- und Ausf%llungsvorgingen, die PrUfung der Konstanz des
mittleren Molekulargewichtes und der Molekulargewichtsverteilung, iiberhaupt fast jeder Art der optischen Untersuchung von Fraktionen, bei denen
cine Pinfache ,,optisohe WBgung" die zeitraubenden Arbeiten des Ausfallen.;, Filtrierens, Waschess und Trooknens ersetzen kann.
P. HORST IMOLLER, Marburg-Lahn : Die Dispersion des Ilastizitiitsmoduls bei periodischer Verformung.
Da; plastisch-elastimhe Verhalten zahlreioher Substanxen, insbeson&re organischer Glaser und Hoohpolymerer, 1Wt vermuten, da0 der Elastizitatsmodul seht stark mit der Schergeschwindigkeit variiert. Bei periodisch sinusformiger Verfcrmung lassen sich die Verhiiltnisse des Elementarvorganges (ein gegebener Zusammenhangsmechanismus rnit e i n e m
E-Modul und e i n e r Relaxationszeit) durch die Maozoellsche Differentialgleichung auch mathematisch fassen. Durch Variation der Frequenz kann
die Schergeschwindigkeit Uber einen weiten Bereieh verjindert werden.
Die, Einzelheiten der Methodik und der Auswertung der Versuohe werden
demnichst im einzelnen dargelegt*).
Mit dieser Methodik war nicht nur die Untereuohung von Kunststoffen
moglich, es hat sich vieImehr gezeigt, da5 auch Materialien wie Bitnmenptoben, Kitte usw. charakteristische Diagramme ergeben. Es sind dies vor
allem Materialien, von denen bekannt ist, dall sie bei langsamen Verformungen fliellen, gegeniiber pl8tzlichen und schnellen Beanspruchungen
sich jedoch sprod benehmen. Verschiedene Bitumenproben z. B. gaben
aullerordentlich deutliche und charakteristische Unterschiede und ein besonders hoch gereinigtes Bitumen die ideale Kurve, wie sie eincm einzelnen
Zusammenhaltsmechanismus entspricht.
.. Besonders auffillige hderungen zeigen sich bei Pullerer Weichmachung.
Polystyrol mit verschiedenen Prozeqtgehalten an Butylphthalat ergibt
mit steigendem Weichmacher naturgemaI3 eine Verschiebung der Dispersionstemperatut zu niedrigeren Werten. Aus der sich gleichzeitig verbreiternden Schleife etkennt man jedoch, da5 das Relaxationsspektrum bei
der Zumischung sich so verandert, daB die Mechanismen einheitlicher werden. Die breit auseinwdergezogeqen Frequenzkurven iindern sich dementsprechend in Richtung auf Stufenkurven hin. AuBerdem soheint sich
anzudeuten, da5 die Bindung der Weichmachermolekeln an die Makromolekeln mit steigender Konzentration zu einer Absittigung fiihrt und
weitere Molekeln nur mehr eingelagert werden konnen. Die Form und die
Steilheit der Dispersionsstufen mit wachsender Weichmacherkonzentration
geben Hinweise in gleicher Richtung. Ebenso sind Fiillstoffwirkungen von
charakteristischen Veranderungen der gemessenen Kurven begleitete8).
[VB 1081
Universitat Kiel, GDCh Ortrverband Kiel, Chemisches
Kolloquium
Festsitzung am 19. Juli 1949 anllBlich des SOjethrigen Doktorjubiletums
von Prof. Dr. Phil., Dr. med. h. o. Otto Diels
Nach einer kunen B e g d u n g sprach der Dekan der philosophisohen
Fakultit zu Kiel die GliickwUnsohe der Fakultat aus und iiberreichte das
von der philosophischen Fakultst der Humboldt-Universitat Berlin erneuerte Doktordiplom. Auch die medizinische Fakultit der UniversitHt
Kiel lie0 durch ihren Dekan ihrem Ehrendoktor die Gluckwiinsche BUSsprechen. Prof. Grewe-Kiel wiirdigte die Lebensarbeit des Jubilars. Der
dubilar dankte fur die erwiesenen Ehrungen und zeichnete von einer hohen
Warte aus die Lage der chemischen Forschung und die ausgezeichnete
Schulung des chemischen Nachwuchses in Deutschland im allgemeinen und
im besonderen in den neu erstehenden Instituten in Kid.
H . M A R T I N , Kiel: Das Problem der !f'rennung won Stoffgemischen in
L6sung.
Wihrend Krystallisation unmittelbar zu r e i n e n Komponenteq fiihrt,
geben Eqtmischungsvorgiinge in Losungen (allgemein in flussigen Gemischen)grundsatzlich nur K o n z e n t r a t e ,es sei denn, es sind semipermeable
Membranen verfiigbar. Mit solchen arbeitet die belebte Natur. Der physiologischen Arbeitsweise vergleichbar ist das ,,Ausbthern", wenn dae zweite
Lijsungsmittel die eine Gemischkomponente praktisoh nicht aufnimmt.
Beide Prozesse lassen sich nach dem Vorbild des Gegenstromwiumeaustausohers im Sinne einer Verminderung des Lirsungsmittelbedarfs vervollkommnen und kontinuicrlich gestalten.
Bei Komponenten, die sich chemisch-physikalisch wenig unterscheiden,
so insbesondere auoh bei Isotopengemischen, fuhrt die Verteilung auf
zwei Losungsmittel nur zu schwachen Trenneffekten (Trennfaktor q N 1).
*) Demnachst in Z. Elektrochemie.
3, AusfuhrlicheMitteilung der bisherigen Ergebnisse demnachst in Kolloid-Z.
29
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