close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

GDCh-Fachgruppe ДWasserchemieФ.

код для вставкиСкачать
berger Reviers wird heute in einer Zentralanlage durch Setzwuche und Flotation aufgearbeitet. Friiher hielt man eine
gleichmiiBige Vermisohung siimtlicher aufzubereitender Erztypen
fiir besonders giinstig. Neuere Untersuchungen ergaben, dall eine
getrennte Verarbeitung vorteilhafter ist, da sie dem jeweiligen
Erzcharakter und Metallgehalt individuell Rechnung tragen kann.
Die in der Setzwlsche gewonnenen Grobkonzentrate kllnnen unmittelbar dem RbstreakticnsprozeB zugefiihrt werden, wodurch
die Gesamtmetallerzeugung verbilligt wird. Durch die naBmeohanische Aufbereitung werden je nach Erzcharakter bereits
37-44 % Berge abgestoBen; die Mittelprodukte gelangen in die
Flotation. Die getrennte Aufbereitung wirkt sioh auch auf die
Flotation giinstig nus, da bee. die Cerussit-reiohen Erze nach
einem besonderen Verfahren flotiert werden kllnnen. Nach der
normalen Flotation von Bleiglanz und Zinkblende dickt man die
Abgiinge wieder auf die urspriingliche Trabediohte ein und
schwimmt den Cerussit nach einer Sulfldierung nus. Der hohe
Anfall an Setzbergen legt den Gedanken nahe, die Setzmaschinen
durch eine Sink-Sohwimmanlage zu ersetzen, um den Bergeabstoll noch weiter zu steigern. I n der Tat kann man so den BergeabstoB ohne Metallverluste auf 50 % erhllhen; daduroh werden
aber der Flotation metallreichere Produkte zugefiihrt, die einen
gr60eren Umbau der Anlage erfordern. AuBerdem entfalt die
Gewinnung der Grobkonzentrate, wodurch auch eine Umstellung
des Huttenbetriebes notwendig wiire. Einer evtl. Kostensenkung
in der Aufbereitung stehen hllhere Kcsten bei der Hiitte gegeniiber. Gesamtwirtschaftlich gesehen ist also die Verbundaufbereitung Setzwiiache-Flotation fur das Bleiberger Aufbereitungsproblem z. Zt. die beste Lbsung.
H . R. S P E D D E N , New York: Aufbereitung nicht nafurlicher Ewe.
Durch pyrometallurgische oder chemische Verfahren liiBt sich
ein schwer aufbereitbares, naturliches Mneralgemisch in manchen
Fiillen in ein kiinetliches Mineralgemisch iiberftihren, das einem
der iiblichen Trennverfahren zugiinglich ist. Auoh metallhaltige
Abfallprodukte kllnnen durch physikalische Aufbereitungsverfahren wieder nutzbar gemacht werden. Beispiele: Bei dem in den
Nachkriegsjahren entwickelten INCO-Verfahren wird ein Gemisch von Pentlandit (Fe,Ni),S,, Pyrrhotit (FeS mit lfbersohuD
an Schwefel), Kupferkies (CuFeE&) und versohiedenen Silicaten
durch Verhiittungsverfahren in ein Mineralgemisoh iibergefuhrt,
das offenbar nus Kupferglanz ( C h S ) , einem Nickelsulfld und
einer metallischen Kupfer-Nickel-Legierung, welche die Edelmetalle enthat, besteht und sich auf naBmagnetischem Weg mit
snschlieBender Flotation trennen 1iiBt. - Bei einem bisher nur
in halbtechnischem MaBstab ausgefiihrten Verfahren wird das
Eisen im Ilmenit (FeTiO,) in fester Phase selektiv mit Koks reduziert und nach einer Feinmahlung des Reaktionsproduktes magnetisch abgetrennt. Das Eisen diffundiert bei der Reduktion
innerhalb des festsn Mediums und bildet Partikelchen bis zu
l/lo mm GrbBe. Aufbereitung der erheblichen Mengen Tonerde
und Kryolith enthaltenden Ansirtee, die sich in den Al-Elektrolysellfen a l s feste Kruste absetzen, durch Flotation oder auf chemischem Weg.
W . G R u N D E R , Berlin-Charlottenburg: Ein Beifrag ztir
Zinnstein-Aujbereifung.
Trotz gr6Bter Bemahungen gelang es bisher nicht, Zinnstein
befriedigend durch Flotation aufzuarbeiten. Neunheffer und
BrQnder schlagen vor, Zinnstein direkt mit Arsonsiiuren ale Flotationshilfsmittel zu Botieren. Wie aus Versuchsergebnissen hervorgeht, gelang es mit erzgebirgischen und auch den schwierig zu
flotierenden bolivianischen Zinnerzen, recht giinstige Ergebnisse
zu erhalten.
Ferner wurde ilber einige Versuche der Zinnstein-Anfbereitung
nach dem Korbscheider-Verfahren berichtet, das jedoch noch
ungenligend entwickelt und noch nicht brauchbar eei.
F. W . Mayer, Bochum: Kenngrdpen zur Beurfeilung von Schwocrtriiben.
Einteilung in quantitative KenngrliBen (Schwerstoffgehalt, Abriebgehalt, spez. Gew. des Schwerstoffes und des sonstigen Feststoffes, Dichte der Triibe, Volumen- und Gewichtsanteil des
Schwerstoffs in der Triibe) und qualitative Kenngrbllen (Konsistenz, InstabilitW,). Aus einem Diagramm, dessen Konstruktion
beschrieben wird, lassen sich die Zusammenhlnge zwischen den
quantitativen KenngrllBen ablesen. Der EinfluD des Abriebgehaltes auf die quantitativen KenngrOBen wird in Formeln ausgedriiokt. Stellt man die scheinbare Ziihigkeit von Triiben in Abhiingigkeit vom Schwerstoffvolumenanteil dar, so erhiilt man
praktisch eine einzige Kurve, die von der Art des Schwerstoffs
unabhiingig ist. Die sprunghafte h d e r u n g der Konsistenz einer
Trube zwischen 35 und 40 Vo1.-% Feststoffgehalt und zugleich
das Wesen der Konsistenz werden an Hand einer Modellvorstellung
iiber die riiumliche Verteilung der Kbrnchen im Rtibemedium
gedeutet. Eine einfache Vorrichtung zur laufenden Betriebsiiberwachung der Konsistenz wird besohrieben; sie beruht auf
der bekannten Erscheinung, daB die horizontale Sprungweite
eines nus einem horizontalen Rohr ausIUe0enden Flussigkeitsstrahls mit steigender Konsistenz abnimmt.
J . S V E N S S O N , Guldsmedshyttan (Schweden): Das SfripaSchwimm-Sink-Verfahren.
Statt der iiblichen, relativ dunnfliissigen Suspension eines
Schwerstoffes benutzt das Stripa-Verfahren ein Setzbett, das
nus sandkorngrollen Partikeln, z. B. Magnetit-Partikeln besteht,
deren Zwischenrsume mit Wasser ausgefiillt sind. Das Bett be:
steht nus etwa 60 Vo1.- % Feststoff, es kann also eine bedeutend
hbhere Wichte als bei der .normalen Schweretrennung erreicht
werden. Eine geniigende Bewegliohkeit wird dem Trennmedium
dadurch erteilt, daO man es in einem Schiitteltrog bewegt. Das
das Bett bildende Material und das Roherz werden an dem einen
Ende des Trogs kontinuierlich aufgegeben und wandern rasch
zum Austragsende. Dort schwimmen die Mineralteilohen mit geringerer Wichte obenauf, wiihrend die schwereren abgesunken
sind. Erzpartikel und Sohwerstoff werden auf einem Brausesieb
getrennt, das den Schwerstoff durchliiBt, wiihrend das Erz als
uberkorn zuruckbleibt. Hervorgehoben wird der hohe Durohsats
des Schiitteltrogs. In Schweden sind sohon drei Anlagen in Betrieb, eine vierte im Ban, alle zur Aufbereitung von Eisenerzen.
Versuchsergebnisse und Betriebsdaten wurden mitgeteilt. [VB 7021
GDCh-Fachgruppe ,,Wasserchemie”
Frankfurt/M. 16. und 17. Mai 1966
H . K 0 61L E , Diisseldorf: Schwierigkeilen der Speisewasseraufbereifung, verursacht durch die Verschmutzung der Wasserkufe.
Die Beladung der Fliisse mit organisohen Substanzen kann dazu
fiihren, daB die Filter verstopft werden. Eine Reinigung durch Anwendung ohemischer Mittel ist nicht immer mllglich, da das Filtermaterial in einigen Fiillen angegriffen wifd. Besonders unangenehm ist es, daB die hochwertigen Anionenaustauscher, wie sie bei
der Vollentsalzung verwendet werden, o r g a n i s o h e Substanzen
aufnehmen. Es ist jedoch moglich, bei der Regeneration in geeigneter Weise (Anwendung warmer Regenerationemittel) die organischen Substanzen wieder zu entfernen..
Recht betriiohtlich ist oftmals die Beladung kleinerer Wasserliiufe durch Siiuren. Es wurden in Biiohen bereits pa-Wertc in
der GrllBenordnung von 2 festgestellt. Die Abwhser von Beizen
nus der Eisen-Industrie fiihren den Wasserliiufen betriichtliche
Eisenmengen zu. Wenn das Eisen durch Basenaustauecher aufgenommen wird, kann es zu einer starken Kapazitiitsminderung
der Austauscher fiihren.
Bekannt ist die Verunreinigung des Rheines durch Chlorid-haltige AbwUser; die dadurch veruraschten Schwankungen im C1Gehalt des Rheines kiinnen iiber den ganzen Verlauf des Stromes
festgestellt werden.
670
L. W . H A A S E , Berlin: Moderne Verfahren der Wasserenlkeimung und Beziehungen zur Korrosion.
Entkeimung und Keimverminderung sind stets auf die Wirkung
von Sauerstoff zuriickzufiihren, sei es daB er in molekularer, peroxydischer oder atomarer Form vorliegt. In dieser Reihenfolge
nimmt die bakteriologische Wirksamkeit zu, weshalb man mllglichst Verbindungen verwendet, die atomaren Sauerstoff abspalten (Ozon,unterchlorige Siiure, ohlorige Siiure, Chlordioxyd und
Dichlor-monoxyd). Der gesteigerte Metallangriff bei zentralen
Wasserversorgungen nach dem Kriege wurde auf die vermehrte
Verwendung von Wasserentkeimungsmitteln zuruckgefiihrt. Untersuchungen zeigten, daB der Metallangriff infolge Depolarisation durch m o l e k u l a r e n Sauerstoff durch das Auftreten von peroxydisohem Bauerstoff zwar gesteigert werden kann, jedoch in
keinem Verhrlltnis zur zugeqetzten Menge. Der a t o m a r e Sauerstoff dagegen passiviert Eisen, bedeckt Aluminium und AI-Legierungen mit einer schiitzenden Oxyd-Schioht und erhllht die
AuflBsungsgeschwindigkeit von Zink sehr stark. Er leitet je nach
Menge die Lbsung der edleren Metalle, wie Kupfer, Silber und Gold
und deren Legierungen duroh Depolarisation ein, ein Vorgang der
sich elektrochemisoh verfolgen 1iiBt. Da die Konzentrationen an
atomarem Sauerstoff bei der Wasserentkeimung im Verhiiltnis
Angero. Chem.
I
67. J d r q . 1955
1 Nr. 21
zum molekularen und peroxydisohen Sauerstoff sehr gering sind,
so aind auoh die in der Praxis in Lbsung gehenden Metallmengen
sehr klein. Tritt aber freies Chlor in irgendeiner Form auf, 80 wird
die Paesivierung dea Eisens aufgehoben und der Metallangriff sehr
besohleunigt.
J . H O L L U T A und J . T A L S K Y , Karlsruhe: ttbcr die
chromato@raphische Bestimmung organischm Znhalfstoffenatlitlicher
Wlsssr.
Die bisher verwendeten Methoden erlauben nioht die Bestimmung eineelner organisoher Inhaltstoff e natiirlioher WHsser. Dies
aber ist wegen der steigenden Belastung der OberfliohenwUser
und der Gefihrdung des Grundwassers duroh Abwasserstoffe notwendig. Bei der ohromatographisohen Methode der Vortr. werden
die organisohen Stoffe duroh Filtration des Wassers iiber A-Kohle
und naohherige Extraktioh oder duroh direkte Extraktion im Gegenstrom mittels organisoher Lbsungsmittel ((C,H,)O, C&,
C6Hllr CHCl,) isoliert. Die Lbeungen der Extrakte werden dann
naoh Shriner und Fuson in basisohe, saure, Phenol-artige, amphotere und neutrale Fraktionen aufgetrennt und diese eineeln papierchromatographisoh untersucht. Die Extraktionen werden tailweise bei versohiedenen pH-Werten vorgenommen. Obwohl beide
Wege der Anreioherung der organisohen Inhaltntoffe des Wassers
keine vollsthdige Erfassung derselbenim Originalsuetand erlauben,
gelang ea dooh, mehr ale30 organisohe Stoffe und Stoffgruppen sowohl im Waeser des Rheins als auoh in uferfitriertem Trinkwasaer
naohenweieen. Sie entstammten teile stidtisohen, teils industriellen
AbwLsern, bew. dem motorisierten Sohiffsverkehr. Auoh Stoffweohselprodukte des Pile- und Bakterienlebens konnten naohgewiesen werden. Am meisten geruab- und geeohmaohsbildend sind
die Neutralstoffe und n h h s t diesen die Basen und Phenole. Wie an
Beispielen gezeigt m d e , kann in vielen FBllen die Herkunft einer
Versohmutzung im Flu& ihre Ausdehnung im fliePenden Gewileser,
die Ureaohe auftretender Geruohs- und GesohmaakebelHstigungen
in Uferfitraten und in belastetem Grundwasser ermittelt werden.
Auah eur Kontrolle der Waaseraufbereitung und Abwaeserreinigung sowie eur Lbsung anderer waeeerteohnologboher und biochemisoher Probleme ist das Verfahren anwendbar. Hinsiohtlioh
der Intensitat der GeruohsbeliLetigung konnten Ergebnisse neuer
USA-Untersuchungen bestitigt werden.
H. F A S T , Konstane: SystemaHsche Untereuchungen iibm den
chemisehen und baklm’ologischen Zustcnd des Bodensees.
Extreme Minima in der Saueretoff-SHttigungskoneentration
(724 mm Hg) wurden in ubergrundproben trotz Eiseneulfid-haltigen Bodengrundes nioht nachgewiesen. Die Sauerstoff-Sittigungswerte an den beiden tiefsten Stellen der Seemitte sind zuriiakgegangen. Die Minima betrugen 64,O und 65,8 %. Die antagonintisahe Sohiohtung von Sauerstoff und Kohlensiure bt sowohl im
oligotrophen Obersee als auoh im eutrophen Untersee erkennbar,.
wenn letrterer auoh besondere interessante Sauerstoff-Sohiohtungsverhgltnisae im Jahresverlauf aufweist. Eine Erhbhung des
Nitrat-Gehaltes war gegeniiber friiheren Untersuahungen nioht
naoheuweisen. Dagegen diirfte die Zunahme des P h o s p h a t Gehaltes im Obersee eine Erklilrung fiir die auhrordentliohe Erhbhung der Phytoplankton-Produktiongegeniiber 1923/24 geben.
Lm Untersee wurden in Ubergrundproben bei gleioheeitigem Sauerstoff-Minimum extrem hohe Phosphat-Gehalte ermittelt. Viele
Eidiisse werden duroh die groDe Verdiinnung im See eliminiert.
I m ganzen zeigten die bisherigen biologisohen und ohemisohen Arbejten, daB auoh der oligotrophe Bodensee-Obersee rur Eutrophierung neigt. Die Erriohtung der bisher meiet nur geplanten
meohanisohen und biologieohen Kliranlagen muB daher am ganZen See besohleunigt werden, wobei eine weitgehende Entfernung
der Nihrstoffe BUS den gereinigten Abliiufen erstrebenswert w&e.
B. H. D I E T E R I C H , Stuttgart: Die Bedeufung dm Plankionkonzenfration und amen quuntitalive Bestimmung i n Obmfldchengewdursern.
Betriebsergebnisse in Wasserwerken ltaben gezeigt, daO 85 bin
95 % des im Roh-Oberflhhenwasser enthaltenen Planktons duroh
moderne Filteranlagen dem Waeser entnommen werden. Dabei
tritt oft eine Erhbhung des Filterwiderstandes ein (kune FilterLaufeeiten). Die von Planktoneellen erzeugten Geruohs- und Geeohmaoksstoffe vermindern h i d g die Qualitit des aufbereiteten
Trinkwasaers, da me duroh den normalen AufbereitungsproreP dem
Wasser nioht entnommen werden kbnnen. Eine Planktonkonzentrotion von etwa 1000 Standardeinheiten/ml fiihrt meist xu st&keren Geruohe- und Gesohmaoksbeliletigungen. Kontrollen der
Planktonkoneentration und vorbeugende PlanktonbekHmpfungemaDnahmen werden gefordert.
Sandfilter und Membranfiiter mnd eur Beetimmung der absoluten Planktonkoneentration dem Planktonnets Uberlegen. Unter
Anwendung den Planktonnetees konnten im Durohsohnitt nur
Angeut.
C h . 1 67. J-.
1955 1 NY.21
etwa 10-20 % der unter Verwendung von Sand- und Membranfilter gemessenen Planktonkoneentrationen beobaohtet werden.
Die duroh das Zihlverfahren erhaltenen Werte konnen statistisoh
auegewertet werden, woduroh es mbglioh iet, die eu erwartende
Planktonkonzentration eu bestimmen und daduroh die Gefahr der
Geruohs- und GesohmaoksbelHstigung in der Wasservereorgang
rechtzeitig eu erkennen.
€
LI
O.
S S E M , Engers/Rh.: Kritische Untersuchungen iiber
den biochemischen Saucrslof f- Bedarf hciuslichen AbWaSSWS.
Dae fortwihrende Verdiinnen in der Vorflut fiihrt duroh Untersohreiten toxisoher Grenskoneentrationen eu einem weitgehenderen Abbau, ale er im konzentrierten Abwasser mbglioh ist. Die
hohe Adaptioneftlhigkeit der Bakterien und die Ausbildung eines
biologisohen Gleiohgewiohtes naoh Art und Zahl der Symbionten
fbrdern den Abbau ebemo wie etwa die Ausbildung dee biologisohen Rasem im Tropfkbrper. Es wurde eine Vorriohtung geeeigt,
mit der die naoh der Verdiinnungsmethode behandelten Proben
unter WasserabsohluD geeohiittelt wurden. Dabei war der bioohemieohe Saueretoff-Bedarf der gesohiittelten Probe um 10 %
hbher ale der der stehenden Probe.
Hbhere Vorfluttemperatur bedingt hbhere sekundiire Vereohmuteung duroh sohnelleren Generationsweohsel der Organismen. Die von TheriauU und Fair untersuohte Temperaturabhingigkeit des bioohemisohen Sanerstoff-Bedarfs konnte vom
Vortr. nur teilweise bestitigt werden. Bei tieferer Temperatur ist
der Abbau nioht nur verzbgert, sondern auoh der Gesamtabbau
kleiner. Ein bioohemisoher Sauerstoff-Bedarfs-Wert ohne gleioheeitige Angabe der Verdiinnung, unter der er erhalten wurde, ist eine
vollkommen willkiirliohe GrbBe. Die Verdiinnungsmethode ist
dann analytieoh verlUlich, wenn wihrend der Zehrung mindestens 4 mg Sauerstoff/l verbraucht werden, am SohluD der Zehrung nooh etwa 2.5 mg Sauerstoff/l in der Probe sind, der Sauerstoff-Endwert am SohluU der Zehrung duroh drei Parallelmessungen featgestellt wird und daa Verdiinnungswasser nioht glter ah
ewei Monate und mit hiusliehem Abwasser angeimpft war. Der
teliohe bioohemisohe Sauerstoff-Bedarf pro Einwohner betragt
naoh netleeten Untersuahungen 84 g Sauerstoff (friiher 54 g).
-
K . V I E H L , Wuppertal-Vohwinkel: afirndsltzliche Betrmhlungsn iiber den bwchcmischen Sawstoff-Bedarf.
Der bioohemieohe Sauerstoff-Bedarf ist neben der SauerstoffZehrung, aus der er entwiokelt wurde, die einzige Methode zur B e
stimmung der organisohen Subetanr dee Wassers, die auf biologisoher Grundlage beruht. Daa Verfahren wird einmal duroh biologisohe Faktoren (Art und Menge der vorhandenen Mikroorganismen,
Gifte) beeinfluat. Weiterhin spielen eine Rolle Niihrsalze, Temperatur, Beeinflussung duroh Nitrifikation. das Verdiinnungsverhsltnis und dacr Verdilnnungswasser, der Sauerstoff-Gehalt, ungelbste Stoffe und sohlieDlioh Fehler technisoher Art. Wenn auah
nioht die exakte Reproduderbarkeit der Werte erwartet werden kann, die man bei den meisten ahemisohen Analysenverfahren erreicht, so gibt die Bestimmung dooh ein gutes Bild
von der Wirkung biologineher Kluanlagen. Weiterhin erhglt
man eine euverlUsige Grundlage fur die Projektierung von
biologiachen Kliranlagen fiir stidtische und gewerbliohe Abwhser, soweit sie moh biologisoh reinigen laasen. Auah eur GewHsseruntersuohung kbnnen Sauerstoff-Zehrung und bioahemischer
Sauerstoff-Bedarf wertvolle Dienste leisten. Dagegen kann man
nioht ohne weiterea am dem bioohemisohen Saueretoff-Bedarf
einee Abwaeeers Riiaksohliisse ziehen, in welohem Umfange der
Vorfluter duroh dieses Abwasser belastet wird, weil es hierbei u. a.
auoh auf die Abbaugeschwindigkeit ankommt, die unter versahiedenen Verhsltnissen sehr versohieden ist. Fiir den bioohemieohen
Sauerstoff-Bedarf-Einwohnergleiehwert ergaben doh bei Untereuohungen an der Klilranlage Wuppertal-Buohenhofen ohne gewerbliohes Abwaaeer etwa 45 g fiir das meohanboh gereinigte Abwaeser und 65-70 g fiir das Rohwasser. Fiir genaue vergleiohende
Untersuohungen wird die Verwendung von destiiiertem Wasser
mit Zueatz von NHhr- und Puffersaleen als Verdiinnungswasser
empfohlen. Fiir koneentrierte AbwUser, fiir Untersuohungen, bei
denen eine dauernde Verfolgung des Abbauvorgangee erwiinsoht
ist, und fur wissensohaftliohe Untersuohungen empfiehlt eioh dae
direkte Verfahren naoh Simp oder Warburg.
G. E B E L I N G , Karlsruhe: uber den Sawstoff-GehaU daa
Rheinwassms auf der Streeke Maxau-Linz.
Im Hoohrhein und fluDabwirts auoh nooh auf der obersten
Oberrheinstreoke wirkt sioh fiir den Sauerstoff-Gehalt die Sauerstoff-Ereeugung duroh daa Plankton des Bodensees und der
Sohweieer Seen, eowie einiger Altrheine im Friihling, Sommer and
Herbst giinatig aus. Diem Saueretoff-Zufuhr triigt d a m bei, d d
das Rheinwasser nooh in Hbhe Karlsruhe, wo die Belaatnng mit
den versohiedensten Abwissern stirker wird, einen guten Sauer-
671
stoff-Gehalt besitzt. Flulabwiirts tritt die Bedeutung des Planktons als Sauerstoff-Produzent immer mehr in den Hintergrund.
Zwischen Mannheim und Bingen sinkt die Strbmungsgeschwindigkeit. Das fuhrt zu einem intensiveren Abbau der Abwbsor und
damit erhbhtem Sauerstoff-Verbrauch. Die Wiederaufnahme des
verbrauchten Sauerstoffs aus der Luft wird langsamer. Der
Main, der hier dem Rhein die grbllte Abwasserlaet bringt, hat
strbmungemiiDig im Rhein keine gunstige Vorflut. Er benbtigt
bis zur vBlligen Vermischung rnit dem Rheinwasser die grolle
Strecke bis nach Oberwesel/Boppard. Dadurch kommt es z. B.
im Rheingau am reohten Ufer zu der auf der vorliegenden Strecke
grboten Sauerstoff-Einbulle, die unter ungiinstigen UmstHnden bis
60 % betrtigt.
F a l t man auch die sonstigen verschiedenen Einfliisse zusammen, so ergibt sich eine grolle Sauerstoffverlust-Strecke von
Mannheim bis Niederlahnstein (bei Niederlahnstein betriigt das
Sauerstoff -Defizit, abgesehen von Zeiten hoher Wasserfuhrung,
im Mittel 20-25 %). Flulabwitrts steigt der Sauerstoff-Gehalt
dann wieder langsam an (Sauerstoff-reiche Nebenfliisse, Wasserdurchwirbelung ab Bingerbruck).
W . H U S M A N N , Essen: Kontinuierliche Messungen zur Kontrolk von Vorflutern, Kldranlagen, hdusliehen und industrielkn
Abwassern.
Die kontinuierlichen Messungen der p,-Werte, der Leitfiihigkeit, des Schlammgehaltes und des Sauerstoff-Gehaltes in den
verschiedensten Abwiissern und in Vorflutern bereiten erhebliohe
Schwierigkeiten. Erkenntnisse und Erfabrungen, die im sauberen
Brauch-, Trink- oder Kesselspeisewasser gemacht wurden, laseen
sich nicht ohne weiteres auf das Abwasser bzw. Vorflutwasser
iibertragen.
Auf Grund langjiihriger Erfahrungen kbnnen fur die pH-Messung sawohl Melgeriite mit Antimon- als auch rnit Glaselektroden
empfohlen werden, wenn fur eine kontinuierliche Reinigung der
Elektrode gesorgt wird. Die Bestimplung des Salzgehaltes eines
Abwassers oder Gewasers ist uber die LeitfHhigkeit mbglich. Die
fiblichen LeitfiihigkeitsmeDgeriite sind im Abwassersektor nicht
ohne weiteres verwendbar, ee sei denn, daD man die Elektrode
laufend reinigt. Auagezeichnet hat sioh das ,,Dephimeter" bewiihrt, bei dem auf eine Elektrode, die im Abwasser arbeitet, verzichtet wird. Die Ermittlung der Schlammstoffe im Abwasser
und Gewiisser ist auf Grund der Entwicklung der Melltechnik
heute durch Lichtabsorptionsmessungen ohne weiteres mbglioh,
wobei Eigentrubungen und Verfirrbungen des Abwassers ausgeschaltet werden kbnnen. Schlammgehaltsbestimmungen, die auf
Lichtreflektion beruhen, sind im Abwassersektor nicht mbglich.
Auch die direkte Schlammbestimmung ist heute kontinuierlich
mbglioh, wobei die Einzelergebnisse photographisch aufgenommen werden. Die kontinuierliche Bestimmung des 0,-Gehaltes
im Abwasser und im GewLsser bereitet noch immer einige Schwierigkeiten, da gewisse Stoffe in den Wbsern stbrend wirken. Es
ist aber zu hoffen, dall auch auf diesem Sektop die Entwicklung
weitergeht und man zu Geriiten kommt, die zur kontinuierlichen
[VB 696
0,-Bestimmung brauchbar sind.
Neuere Methoden der analytirchen Chemie
Tagnng der Chemlschen Gesehehatt In der DDB
1. bis 2. Jull In Lelprlg
G . R I E N H C P E R , Berlin, skizzierte an einigen Beispielen
Bedeutung und Aufgaben der analytischen Chemie.
Der Hochschulunterricht bedarf einer Anpassung an die heutigen Erfordernisse. Auch wenn man berucksichtigt, d a l der
anslytisohe Unterricht wesentlich der Erwerbung allgemeiner
chemischer Grundkenntnisse dient, ist es notwendig, den Studenten mit modernen analytisohen Verfahren bekannt zu machen.
Die Einfiihrung der Halbmikrotechnik im qualitativen Praktikum verbindet die Anwendung moderner Methodik rnit der Erziehung zu einem sauberen Arbeitsstil. Die Hochschullehrer
kbnnten durch die Wahl auch analytischer Themen fur Diplomund Doktorarbeiten dazu beitragen, Interesse fur analytische
Arbeiten bei dem Nachwuchs zu wecken, die Industrie kbnnte
diese Bemiihungen dadurch unterstiitzen, dati sie analytische
Probleme an die Cniversitiiten hcrantriigt.
D. J E N T Z S C H , Dresden: Die Bedeufung von Ionenaustausehern fiir die Analyse der NE-Metalk.
Vortr. eeigte Mbglichkeiten fiir die Verwendung von Ionenaustauschern in der Serienanalyse von NE-Metallprodukten:
Anionenaustauscher sind durch die Ausuutzung der verschiedenen
Chloro-Komplexe der Metalle verwendbar und lassen gute Trenneffekte erreichen. Quantitative Messungen der Adsorptionsfiihigkeit gestatten Ruckschliisse auf die Komplexzusammensetzung. Ionenaustauscher haben sich in der Spurenanalyse bewiihrt.
J . M A S S O N N E , Leipzig: Die Trennung der Ekmenfe der
C d t G r u p p e a n Hationenausiauschern (Polymerisalionsharzen).
Kennzeiohnend fur die Methode ist die Komplex-Elution mittels
khylendiamintetraessigstiure (Enta - Siiure). Der Austauscher
liegt in der Ammonium-Form vor; die Erden werden an der
Spitze der Siiule adsorbiert. Die Elution mit 0,5%iger Entasiiure bewirkt bis zum pH5,8 eine Abtrennung des Lanthans,
welches nahezu vollsthdig festgehalten wird, wHhrend die schwereren Erden durchlaufen. Gr.BOere Mengen, bis zu 200 g, werden
nach Spedding durch einen Austauscher eluiert, der mit Kationeu,
die mit Enta-Siiure atabilere Komplexe als mit den Seltenen Erden
bilden, beladen ist. Die schwereren Elemente wandern infolge
grbDerer Kompiexstabilitiit und geringerer Affinitiit zum Austauscher schneller als die leichteren.
G . Z I M M E R M A N N , Leipzig : Kontpkx- Papierehromatographie SeUener Erden.
Mit einem Lbsungsmittelgemisch von Aceton-Wasser-Eisessig mit Zusatz von Oxin als Komplexbildner konnte eine eindeutige Trennung der Ionenpaare La-Ho, La-Y, La-Tb, Ce-Ho,
Ce-Y, Ce-Tb, Pr-Ho, Pr-Y, Nd-Ho, Nd-Y, Sm-Ho erzielt werden;
fiir eine Reihe weiterer Paare ist die Trennschiirfe fur den Nachweis vbllig ausreichend. Die geometrische Gestalt des Papiers
672
ist von Bedeutung. Die RF-Werte steigen mit der Eutwicklungsxeit schwach an, ihre Bedeutung a18 kennzeichnende Konstante
fur komplex-papierchromatographische Trennungen wurde diskutiert.
W . K E M U L A , Warschau: Anwendung der chromato-polarographdschen Methode in der analytisehen Chemie.
Eine einfache Apparatur, aus einer chromatographischen Siiulo
mit nachgeschalteter polarographischer DurchfluDzelle bcstehend,
ermbglicht zusammen mit einer photographischen Registriereinrichtung (Polarograph mit Zeitschalter) eine vbllig automatische Kontrolle des Trennvorganges. Die Zusammensetzung der
LIsungsmittel entspricht den fur polarographische Arbeiten iiblichen Vorschriiften; der Zusatz von Leitelektrolyt beeinfluat
gleichzeitig die Adsorptions- bzw. Verteilungsisothermen giinstig
und h a t dadurch die Schwanzbildung hintan. Eine Fiillung der
Siiulc rnit Gu m m i , durch verschiedene organische Lbsungsmittel aufgequollen, erlaubt die Anwendung des Prinzips der
,,inversed phase"-Verteilungschromatographie. Es gelang so z. B.
die Trennung der 0-, m- und p-Isomeren von Nitrophenol, Chlornitrobenzol und Nitranilin mit Substanzmengen von 0,2 bis
2,5 mg.
D . J E N TZSCH, Dresden: Neue Arbeitsverfahren und Arbeitsorganisation i m analylischen Laboratoriutn der NE-Metallurgie.
Polarographische, potentiometrische u. a. Verfahren sowie die
ausgedehnte Anwendung von Ionenaustauschern rationalisicren
die analytisohe Arbeit. Eine Umstellung des Arbeitsablaufes im
Laboratorium ist notwendig. Sie besteht im wesentlichen darin,
daD die Analyse Arbeitsgruppen, die fur ein bestimmtes V e r f a h .
r e n spezialisiert sind, durchliiuft.
D. E N D E R S , Schkopau: ober die automatische, registrierende Messung kleiner Mengen an freiem Chlor i n Gasen mittels
physikalischer Methoden.
Fur die registrierende Uberwachung des Gehaltes an freiem
Chlor in Ha-Gas und in Acetylen gab Vortr. zwei Methoden an,
die in den Chemischen Werken Buna entwickelt wurden. Im
ersten Falle wird die Absorption der Hg-Linie 365 m p rnit einer
Vakuum-Photozelle gemessen. Gehalte bis zu 3 Vol % Bind so
erfallbar. C4-Spuren in Acetylen (lo-* bis loJ Val%) werdcn
mittelbar durch die Entfubung einer kontinuierlich zutropfenden
Methylrot-Lbsung lichtelektrisch erfatit.
E . H I N T Z S C H E , Merseburg: Besiimmung von QuecksilberSpuren in organischen Subsianzen wie Harn und Blut.
Das chlorierte Material wird rnit NaCl eingedampft, der Riickstand rnit konz. H,SO, in einer speziellen Quarzapparatur verdampft. Die Abgase werden in Wasser aufgefangen und darin
das Hg in stark salzsaurer Lbsung durch extraktive Titration rnit
Dithizon hestimmt.
Angew. Chem. I 67. Jahrg. 1955 / Nr. 21
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
485 Кб
Теги
fachgruppe, gdch, дwasserchemieф
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа