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Dr. Carl S2vern. Die knstliche Seide. Ihre Herstellung Eigenschaften und Verwendung. Mit 25 Figuren und zwei Musterbeilagen

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Jshrgang 1900.
Heft 43. 5. Jiini 1900]
Buchetbesprechungen.
werthe Arbeit mit grossem Fleissc, vieler IIingebnng
und anerkennenswerther Sorgfalt geleistet, indeni
er die natiirlichen Farbstoffe, someit angingig,
systematisch geordnet und nach den z. Th. weit
zurlclrreichenden Quellen eingehend besprochen hat.
E r schildert in den ,,Farbstoffen der Pyronreihe"
solche, die der Gruppe des Xantlions, Flavons,
Hiimatoxylins und Brasilins angehiiren; es folgen die
sich rom Orcin ableitenden Farbstoffe, dann die der
Indenreihe , der Naphtalin - Anthracenreilre, darauf
die Farbstoffe des Isochinolins und der Indolgrnppe
und endlich die Farbstoffe unhekannter Constitution.
Die Gruppe der letzteren mird T'on Jalir zu J a h r
kleiner und mird in nicht zit ferner Zeit \.iohl ginzlicli verschwinden. Tntercssant ist die Zusamnienstellung derjenigen ltiinstlichen Farbstoffe, melche
die natiirlichen verdringen oder mit denselben in
\rrettbewerb getreten sind. - Das Huch sei bestens
empfohlen.
P Z l k C. .16rens.
1)r. Carl Siivenr. Me kiinstliahe Seide. Ihre
Herstellung, Eigenschaften nud Vera-endnng.
Mit 26 Figuren und zmei Musterbeilagen. Berlin, Julius Springer, 1900.
Der durch die Structur der Seidenfaser bedingte
eigenartige Glanz ist die hauptsaclilichste Veranlassung zu Versuchen gewesen, die Seide oder eine
ihr in den wichtigsten Eigenscliaften nahe konimende
Faser auf lrhnstlichem Wege zu erzeugen. Diese
Versuche sind in zwei Richtungen unternommen
worden. Man bemiihte sich einerseits in Nachalimung der Herstellung der natiirlichen Seide durch
die Seidenraupe einen auf haspelbaren Faden dadnrch zu gewinnen, dass man eine in einem geeigneten Mittel erstarrende Fliissigkeit durch k i n e
Offnungen presste, andererscits den naturlichen
Fasern Wolle und Baumwolle durch geeignete Beliandlung Seideglanz zu verleihen.
In dem vorliegenden Werke ist an der Rand
r o n Patentschriften zunachst eine geschickte Zusammenstellung aller Bestrebungen geboten, welche
in der ersten Richtung unternommen worden sind
und zu denjenigen Kunstseiden gefiihrt haben, die
heutzutage als C o l l o d i u m - , C e l l u l o s e - und G e l a t i n e s e i d e n bekannt sind. Hieran schliessen
sich in kurzer Zusammenfassnng die V e r s e i d u n g s v e r f a h r e n , jene bisher praktisch bedeutungslosen
Versuclie, welche durch Umkleidung mit Nitrocellulose oder Seidensubstanz animalischen uud
vegetabilischen Fasern Seideglanz zu geben bezwecken. Der folgende Abschnitt handelt von den
physikalischen (Dichte, Festigkeit, Elasticitat, Querschnitt, Verhalten gegen polarisirtes Licht u. s. w.)
uud chemischen Eigenschaften (Verhalten gegen
chemische Reagentien). Die Resultate letzterer, vom
Verfasser gemeinsam mit M. P a s s o n ausgefiihrten
Untersuchung sind in einer Tabelle iibersichtlich
zusammengestellt worden, welche dem Praktiker in
Fallen, wo es sich darum handelt, naturliche und
kiinstliche Seiden von einander zu unterscheiden,
gnte Dienste leisten durfte. Der letzte Abschnitt
ist der Verwendung der Kunstseide gewidmet.
Zwei Musterbeilagen illnstriren in ansprechender
R e i s e die Wirkung gefarbter nnd weisser Kunstseide und beschliessen dieses sehr zeitgemasse und
verdienstvolle Werk.
R. Mdilau.
575
Dr. Jean EEront. Die Diastasen nnd ihre Rolle
in der Praxis. Dentsche Ubersetzung von
Dr. Na,x Riicheler. Fr. Deuticke, Leipzig n.
Wien. 1900.
Das rorlicgende Werk des somohl durch seine
~vissenschaftliclien Studien , als auch durch seine
praktischen Erfolge auf Clem Gehiet der Gahrungstechnik ruhmlichst belrannten Verfassers fiillt ohne
Frage eine Liickc in der Fachlitteratur B U S . Seit
es B u c h n c r gelungen, das zuckerspaltonde Ferment der Hefe 'von der Zelle zu trennen, und infolgedessen die alkoholische Gahrung mit gleichem
Recht z u den chemischen Fermentrorgangen zu
rechnen ist, wie die Verzuckerung der Stiirke durch
die Amylase, seit es ferner kanm zmeifclhaft ist,
dass eine ganze Reihe anderer Pliinomene ihnlicher
Art, die man his jetzt als reine Vitalprocesse angesehen hat, wie z. B. die Butteraauregahrung, die
Milchsauregalirung, gewissc Oiydationsgatirungeil
u. s. m., ebenfalls auf die Wirlrung von Diastasen
zuruckzufiihren sein Tverden, musste das Studium
der cheniischen Fermente oder Enzyme - von den1
Verfasser mit dem Sammelnamen ,,Diastasen benannt - in den Vordergrund missenschaftlichen
und praktischen Interesses treten. Und diesem
wissenschaftlichen und praktischen Interesse hat
der Verfasser durch Veroffentlichung des vorliegenden
Werkes, welches zum ersten Ma1 als selbstandiges
Lehrbuch der hochinteressanten Gesammtgebiete
der bis jetzt bekannten Enzymwirkungen behandelt,
in rollstem Maassstabe Rechnung getragen. Es
lag in der praktischen Natur des Verfassers, in
seinem Buche nicht nur in wissenschaftlich erschlipfender Weise auf die chemische Natur, Eigenschaften und Wirkungsweise tler Diastasen, sowohl
ini Allgemeinen wie auch auf die Individualitat der
einzelnen Enzyme einzugehen, sondern auch auf
die theoretischen Betrachtungen die praktische
Nutzanwendung folgen z u lassen. So knupft sich
an die theoretischen Betrachtungen iiher das invertirende Ferment der Hefe, die ,,Suerase" (Invertin),
das vormiegend praktische Capitel der Melassegahrung, an die rein wissenschaftliche Besprechuug
iiber die Amylasen die praktischen Capitel iiber
die Fabrikation der Maltose, sowie uber die Rolle
der Amylasen in der Brauerei und Brennerei. Mit besonderer Ausfiihrlichkeit und Sorgfalt ist das
Capitel der Amylasen, vor allem der Malzdiastase,
bearbeitet. Der Verfasser fiihrt uns hier in sein
specielles Schaffensgebiet, er fiihrt uns nicht nur
nene Ergebnisse eigener Arbeiteu und daraus resultirende technische Anwendungen, sondern auch ganz
neue analytische Gesichtspunkte und darnach ausgearbeitete Methoden, z. B. zur Analyse der sctiven
Snbstanzen im Malz, vor. Von ganz hervorragendem
wissenschaftlichem lnteresse ist auch der Abschnitt
iiber den Einfluss des Milieus, mit den eingehenden
Studien iiber Stoffe, welche die diastatische Wirkung verstirkend oder ahschmkchend beeinflussen.
Der Zymase ist selbst verstkndlicli ein ausfiihrliches
Capitel gewidmet, an das sic11 E f f r o n t ' s eigene
Versache iiber intercellulare Gahrung anschliessen.
Wir konnen unser Urtheil dahin zusammenfassen, dass, wenn anch, besonders in den theoretischen Capiteln, hier nnd da etwas mehr Iilarlieit
und Leichterverstiindlichkeit des Ansdrucks zu
wiinschen mare, ferner vielleicht die Arbeiten deut('
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