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Dr. I. Rosenberg. zum 70. Geburtstage 6. Februar 1930

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Zeitschrift fur angewandte Chernie
I
43. Jahrgang, S. 97 - 120
Inhaltsverreichnis: Siehe Anreigenteil S. 9
I
1. Februar 1930, Nr. 5
Dr. I. Rosenberg
zum 70. Geburtstage
Der schnellebenden Chemie unserer Jahre, der veriiiderten Arbeitsgebiete unserer Laboratorien und der
schon bewahrten Frische manches alten Kampen rnuD
ich denken, wenn ich heute Dr. R o s e n b e r g an der
Schwelle seines achten Jahrzehntes die Gluckwiinsche
des V. d. Ch. ausspreche.
Vor mir steht die chemische Industrie der 90er
Jahre mit ihrer Herrsohaft der Azochemie, in der hiichstens noch einem Patent aus dern Alizaringebiet oder
ein ern pha rmamut ischen Produkt ein wissenschaftliches
Interesse zugebilligt wurde,
unld in der, trotz der jugendlichen Alkalielektrolyse,
die anorganische Technik oder
gar die Mineralolindustrie
nur das analytische Laboratorium zu kennen pflegte.
Vor meinen Augen tobt.
w i d e r der Kampf urn den
Ausbau der Zwischenprodukte, welcher Menschen und
Gedanken, die sich heute
freundschaftlich erganzen wurden, zu wildem Grimrne
gegeneinander in Laborator ium und Pat e n t am t ent f ach t e.
B a u m s R- und GSalz
hatten gezeigt, wie wesentlich die Konstitution dieser
Zwischenprodukte fur den Effekt der Azofarbstoffe ist,
und die Auffindung, Isolierung und Konstitutionsbestirnmung der vielen Naphtholund
Naphthylamin - sulfosauren bildeten das Gebiet
der
Laboratoriumsuntersuchung und des patentrechtlichen Kampfes bei den
Farbenfabriken in Hijchst.
Elberfeld, Ludwigshafen, Mainkur, Berlin, Biebrich.
Nach dern Studiurn in Pest, Wien, Zurich und Gottingen hatte R o s e n b e r g bei Viktor M e y e r uber
Thiophen und Naphthalinderivate, mit L u n g e uber
Holzteerbasen, mit B e r n t h s e n irn Methylenblaugebiet gearbeitet, als er 1887 bei den Hkhster Farbwerken in die Untersuchung der substituierten Naphthalinsulfosauren hereinkam.
Die Aufkllrung der Konstitution der Naphtholtrisulfosauri+l,3,6,8, der BiMung von H-Saure und Chromotropslure waren die Ergebnisse der Arbeiten
R o s e n b e r g s. Zu ihnen kamen, als er 1903 zu Kalle
ubertrat, die Untersuchungen uber K-Saure, tiber die
Reaktionen der metasubstituierten Naphthalinderivate
und uber die a-Naphthylaminsulfosauren als Kompnenten sehundar er Diaaof arbstdf e.
Alle solche Arbeiten und ihre patentrechtliche Vertretung kreuzten sich naturgemaD mit den Untersuchungen der verschiedenen Fabriken und der verschiedenen
Chemiker, so daD die erste Autorschaft nicht immer
festzustellen war, und R o s e n b e r g den Arbeitsbereich
Angew. Chemle 1930,
Nr. 5.
am 6. Februar 1930.
dieser zwei Jahrzehnte nur nach schweren, niit gro5er
Energie von ihni durchgefiihrten Patentkanipfen verhssen konnte.
Auf ganz andere Gebiete lenkte sich seine Tatigkeit,
als er 1910 chernisch-technischer Berater der DiscontoGesellschaft wurde und nun eine Reibe chemischer Verfahren in industrielle Verwertung uberzufuhren hatte.
Das bunte Bild d i m r Verfahren geht von den Wasserstoffanlagen mit Wasserdampfze%tzq
rsduzierteii
Eisens, welche er fur die
in t e r m t ionale Wasserstoffgesellschaft 1910 bei Kolri
und dann in Emmerich errichtete, uber standige Miner alolarbei t en und zahllose
technisch-kaufniannishe Verhandlungen bis zu den Interessen an der S t o c k schen
Berylliurnelektrolyse und der
Zugtelephonie i n jungster Zeit.
Das Hauptwerk dieses
z wei t en Doppel jahrzehnt es ist
aber doch die Obersetzung
der E d e 1 e a n u schen Reinigung des Petroleums niittels flussigen Schwefeldioxydes in den Betrieb geworden;
die Auswahl und Vervollkommnung der Apparate, die
Lenkung der fur den Betrieb
notigen Versuche, die Verwertung un'd Mischung der
Raffinationsprodukte und nicht
zuletzt die Gewinnung der Industriekreise sind greifbaro
Erfolge fur jeden, der weiij,
wie weit der Weg von einer
Erfindung zum laufenden Betriebe ist.
Wie einst zur Zeit der
herrschenden Azofarbstoffe
sehen wir heute, wo die Mineralolfragen im Vordergrund stehen, R o s e n b e r g w i d e r auf dem herrschenden Gebiete tatig.
Sein Lebensgang von
der Thiophen-Dissertation zum Farbstoff-Chemiker
mid Pat ent ver tr et er, zum ano rganischen Techniker
und w r n Mineralolfachmann zeigt dem heutigen
Streben nach spezialisiertem Stvdium deutlich, wie
es eigentlich nur e i n e allgerneine Chemie gibt;
hat man gelernt, in firem Gebiete zu arbeiten, so
wird man die verschiedensten Forderungen des spateren
Lebenc3 erfiillen und sich jeder Spezialrichtung mit Erfolg widrnen k h n e n !
Dime Allgemeinheit des Verstandnisses und Interesses trat auch bei personlichem ZusTmmentreffen und
an seinem gastlichen Tische stets in der liebenswiirdigen
uad anregenden Unterhaltung R o s e n b e r g s hervor.
Daf3 sie und ihre praktische Auswirkung dem Siebziger
noch lange erhalten bleibe, ist der herzliohe Wunsch des
Vereins deutscher Chemiker an den unverandert geschiiftigen Kollegen, der unwrem Verein wit 35 Jahren
angehart !
F. Quincke. [A. 4.1
,
S
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