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Dr. Imhoff Fortschritte der Abwasserreinigung. Carl Heymann Verlag

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Neue Bticher
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der Eigenscliaften des Hohwassers und der Betriebsverhdlinisse, sowie die chemische Betriebsuberwachuny in Cropbetrieben".
Obering. P f a d t , I h m e n t h a l b. Bremen:
.,f'erntutiertes Wusser u n d siliciumhaltigcr Kesselsiein".
Prof. Dr. U a u e r , Berlin-Dahlem:
,,Die Beziehungen zwisclien Flupeisen und Wasserstoff'.
Prof. Dr. B a u m a n n
, Stuttgart:
Verhullen von weiclient Flufieisen gegeniiber
trierler Aiznatronlarcge in Eindurripfapparalen".
,.[)as
konren-
Prof. Dr. T h i e 1, Marburg:
,,Crenzen der Konzenirierung
dichten Mieindhien".
uon Iiesselspeisewasser in un-
Zu dieser Vortragsreihe sind auch Nichtmitglieder der Vereinigung als Gaste willkommen. Dieselben werden gebeten,
ihre Teilnahme bis Zuni 10. September d. J. bei der Gesehaftsstelle in Charlottenburg, Lohmeyerstr. 25, anzumelden, von wo
aus niihere Auskunft erteilt wird.
I
Neue Biicher.
I
B. Bassow, Die Chemische Industrie, 130 S., 1925; als erster Band
des Sammelwerks ,,Die deutsche Wirtschaft und ihre Fiihrer",
herausgegeben von K. \I' i e d e n f e 1 d , im Flamberg-Verlag,
Brosch. M. 3,50, geb. M. 4,Gotha.
Nach einem Begleitwort des Herausgebers uber das Ziel des
Sarnnielwerks schildert der Verf. im 1. Teil die Chemische Industrie Ueutschlands in 4 I'erioden, in den Anfangen, im 19., im
20. Jahrhundert und in der Kriegs- und Nachkriegszeit; diese
geschichtliche Entwicklung des Werdens macht das Gewordene
am besten verstandlich. Verf. weil3 aus der Uberfiille des grofien
Gebietes das Wichtigste herauszuschiilen und dabei rnanche
interessante Einzelheiten einzuflechten, so daD der Leser, auch
der erfahrene, durch Inhalt und Form gefesselt wird. Mit besonderer Liebe sind die kiinstlichen Farbstoffe, die organischen
Heilmittel und die Btherischen Ole (Riechstoffe) abgehandelt;
obwohl die Riechstoffe meist aus dem %den stamplen, hat sich
ihre Industrie besonders in Deutschland glanzend entwickelt
durch die Studien seiner Chemiker, welche die komplizierte Zusamrnensetzung der Riechstoffe aufgehellt und viele kunstlich
hergestellt haben. Sehr anschaulich wird das Schicksal der deutschen Chemie im Weltkriege geschildert, und es wird gezeigt,
wie mancher vom Auslande gewonnene Vorsprung jetzt wieder
eingeholt werden kann und wird.
Den zweiten Teil des Buches fiillen wirtschaftliche Fragen,
Statistisches nach zuverlassigen Quellen, wissenschaftliche Gesellschaften, wirtschaftliche Kartelle, und sodann kurze Le be ns
bilder einiger unserer fuhrenden Personlichkeiten, u. a. B o s c h ,
C a r o , D e l b r u c k , D u i s b e r g , h l e r c k , von denen Verf.
auf Grund jahrelanger personlicher Beziehungen viele sonst nicht
bekannte Tateachen mitzuteilen weiD. Den SchluB des Buches
bildet eine Beschreibung der Fabrik Lererkusen als Musteranlage. Mehrero vortreffliche Abbildungen beleben den Text.
J)as sprode Gebiet der Chenrie laBt sich sehr wohl in einer
deni 1,aien verstandlichen Form ohne die unbeliebten chemischen Formeln, k u n und anziehend behandeln, wenn der Verf.
das Tatsachenmaterial und die Darstellungskunst so beherrscht,
wie Herr R a s s o w ; und Biicher wie das vorliegende werden
das Verstandnis und die Wertschatzung der chemischen Industrie
und Wissenschafl auch in diejenigen weiten Kreise tragen, denen
ein Sonderstudium verschlossen ist.
H . Ost. [BB. 93.1
Griindziige der Chemie. F u r Knaben- und Madchenschulen
gymnasialer Richtung. Von Prof. Dr. E. L o w e n h a r d t
Oberstudienrat in llalle a. S. B. G. Teubner, Leipzdg, Berlin.
1925. 45 S. 24 Abbild.
Geh. M 1,Die unverantworlliche Zuriicksetzung des Chemieunterrichtes nn unwrcn Gyninnsien und an den ihnen entsprechenden
Wdchenschulen und die kleine Zahl der ihm dort uberlassenen
[Jnterrirhtsstunden zwinpen zu artfierster Beschrbkung des
I,t..hrstoffes. T)it.ses Ileftchen zeigt, wie man die wenige Zeit
moglichst niiklirh vernerten soll. Per Schiiler lernt das Wesen
der chemischen Zeichensprache, die Grundziige der Atornlehre;
er wird mit technisch wichtigen Stoffen und Vorgangen bekannt
rremncht und erlahrt auch einiges Geschichtlicbe. Die Auswahl
ties Stoffes erscheint mir durchaus geeignet, um dem Gymna-
.
. . .
. . . . . .
-.
[
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Zritsehrifr firr
angewrridre
-..- Chemie
--
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.-
siasten eine Grundlage zu geben fur selbstandiges eingehenderes
Studium der Chemie, sei es noch auf der Schule oder spater,
wenn ihn das Leben dazu auffordert und ihn die GymnasialLehrpliine verwilnschen laDt, die de r Bedeutung der Chemie so
verstiindnislos gegeniiberstehen.
Wie alle Lehrbiicher des Verfassers ist auch dieses klar
und wissenschaftlich einwandfrei geechrieben.
Stock. [BB. 152.1
La structure de I'etome. Von N o r m a n K o b e r t C a m p
b u 11. Aus dem Englischen iibersetzt von A. Corvisy (Libfrs. 15
rairie scientifique J. Hermann, Paris 1'525).
C a m p b e 11, der Verfasser des in England recht bekannteii
Buches ,,Moderne Theorie der Elektrizitat", hat, um sein Werk
wieder auf die Hohe der Zeit zu bringen, mehrere Erglnzungen
dazu geschrieben: ,,Quantentheorie der Spektren", ,,Relativital"
und ,,Atornstruktur". Hauptwerk und Ergbzungen wurden ins
Franzosische iibersetzt, und zur Besprechung liegt nun die erst
kiirzlich in Frankreich herausgekommene, einen selbstiindigen
Band von 164 Seiten bildende S h r i f t iiber Atomstruktur vor.
Die Entstehungsgeschichte dieses franzosischen Buches zeigt bereits, daD wir e s h e r nicht mit einer Neuerscheinung im eigentlichen Sinn zu tun haben; das englische Original stanim: aus
dem Beginn des Jahres 1923 und wurde, soweit Referent bemerken konnte, zwar durchaus sachverstbdig iibersetzt, aber
nicht auf Grund der inzwischen erschienenen Arbeiten revidiert.
Der Vonug, etwa seinem Datum entsprechend das Allerneueste
auf dem Gebiet der Atomforschung zu bringen, kommt dem Buch
also nicht zu, und man wird daher fragen miissen, ob es sich in
anderer Hinsicht fur deutsche Leser empfiehlt. Hier ist vor
allern der dritte Abschnitt zu nennen, der sich mit den chemischen Verbindungen beschaftigt und den Versuch macht, die in
der englischen und amerikanischen Literatur stets mit Vorliebe behandelte Valenztheorie von L e w i s und L a n g m u i r
mit den Grundvorstellungen des B o h r schen Atommodells zu
versohnen; die ausfiihrliche Diskussion von C a m p b e 1 1 is1
nicht uninteressant, wenn sie aueh zu keinem klaren Ergebnis
Itomnit. Auch sonst findet sich rnanche personliche Note,
namentlich in historischer Beziehung: auBerordentliche Anerkennung der Leistungen yon J. J. T h o m s o n - die so weit
geht, daD in seinen Schriften ,,implicite" sogar der Gedanke der
Ordnungszahl der chemischen Elemente gefunden wird -, eine
sehr teniperamentvolle Aui3erung gegen R a m s a y s Anspruch,
die Radiumemanation Niton taufen zu diirfen, usw. Alles in allem
wird bei der betrachtlichen Zahl vorziiglicher deutscher Originalschriften die Anschaffung dieser franzosischen Obersetzung eines
englischen Werkes aber nur fur wenige deutsche Leser in BePaneth. [BB. 91.1
tracht kommen.
D r. I m h o f f : Fortschritte der Abwasserreinignng. Carl Heymann, Verlag. Berlin 1925.
M 3,60
Dr. I m h o f f gliedert seine Ausfuhrungen in drei Hauptabschnitte. Er bespricht zunachst die Verfahren, die das Abwasser vom Schlamm befreien unter Erorterung der Schlammbehandlung. Er berichtet unter anderm uber neue Abwassersiebe
in Arnerika, iiber neue Bauarten von Emscher Brunnen, iiber
Gasgewinnung aus Faulraumen sowie iiber Sickerbecken und
sparsame Ortsentwasserung. Die lebhaft unistrittene Frage der
unter- und nebengelagerten Faulraume (zweistockige Absetzbecken und vollig getrennte Schlammfaulraume) erfiihrt eine
eingehende Darstellung, deren Ergebnissen ich mich anschlief3e.
Vom Standpunkt der heute besonders bedeutsamen Frage
der Verwertung stadtischer Abfalle haben seine Ausfiihrungen
uber die landwirtschaftliche Verwertung des Schlammes Anspruch auf besondere Renchtung. Im zweiten Abschnitt werden
dieverfahren erortert, die das Abwasser haltbar (laulnisunfahig)
machen. Hier sind die Auseinandersetzungeo uber den bebelebten Schlamm (Schlammaktivierung) und die Chlorung des
Abwassers als Gebiet tats5chlicher Fortschritte der Abwasserreinigung von Wichtigkeit. Im dritten Abschnitt werden die Hnusklaranlagen, die Leistung und Kosten der Abwasserreinigungsverfahren und die Verhaltnisse im Ruhrtal hinsichtlirh Trinliund Abwasser besprochen. Die Erorterungen uber d i e IIausklaranlagen empfehle ich allen Beteiligten zur eingehenden Beachtung.
Wenn Dr. I rn h o f f mit seinem reiclien \?'issen und seinen
urnfanglichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Abwasser-
88. Jahrgmg
lSZS]
Neue BUcher
reinigung mit einer Veroffentliohung hervortritt, so hat er
zweifellos das Ohr aller, d i e hier Belehrung oder Anregung begehren, fiir sich.
Auch das vorliegende Werk, von dem einzelne Teile bereits a m Zsischriftenaufsatzen bekannt waren, verdient eingehende Wiirdigung. Verschiedene Teilabschnitte konnen
allerdings unter dem Leitgedanken der F o r t s c h r i t t e der
Abwasserreinigung keinen Anspruch auf allgemeine Giiltigkeit
erheben. Sickerbecken fiir hausliche Abwasser werden stets
nur einen Behelf darstellen; Aufhndung, Flufiklihnlagen,
Schlammteiche sind MaBnahmen, die den besonderen ortlichen
Verhiiltnissen des rheinisch - westfalischen Industriegebietes
entsprungen, aus der dortigen Not ums Abwasser geboren
worden sind. Auch die Damtellung der biologischen Korper,
Rieselfelder und Bodenfilter, Fischteiche und chemischen K1arung belehrt uns nicht iiber Fortschritte d er Abwasserreinigung. Als Leiter der groi3ten Abwasserreinigungsanlage
mit Riensch-Wurl'schen Siebscheiben liegt mir daran festzustellen, dai3 bei Abwassersieben d i e s e r Bauart keineswegs
davon gesprochen werden kann, dafi die Kanalwasserriickstkde
zerkleinert und durch die Sieboffnungen gedriickt werden.
Unsere ausgedehnten Untersuchungen in dieser Richtung ergeben so geringe Mengen durchgedriickter Siebstoffe, dai3 die
erwahnte Behauptung ernstlich nicht mehr aufrecht erhalten
werden kann. Der Wirkungsgrad unserer Anlage ist iibrigens
erheblich grofier als &is zu 30 yo". Der Durchschnitts~ i r k u n g s g r a dunserer Schaiben liegt bei 41 %, er lie@ fur
den Trockenwetterabflui3 der Tagesstunden erheblich hoher.
Das sind Feststellungen, an welchen dem Verfasser rnit Riicksicht auf seine Absichten hinsichtlich der GroDklaranlage vor
der Rheinmiindung gelegen sein mui3. Unter dem Vorwurfe
der Fortschritte der Abwasserreinigung ware die Auseinandersetzung niit der im Bau begriffenen Miincbner Klaranlage (Bauart Dyckerhoff & Widmann) unbedingte Notwendigkeit gewesen, wie ich iiberhaupt gewiinscht hatte, dai3 gegeniiber dem
heutigen Stande der Abwasserreinigung die tatsachlichen Fortschritte d e r Abwasserreinigung scharfer herausgearbeitet worden waren unter Betonung d er Gesichtspunkte, die fur die
Fortschritte leitend waren.
Aber trotz alldmem: d i e I m h o f f sche Arbeit fesselt mit
ihren klaren und schlichten Darstellungen bis d e t z t . F u r die
Vermittlung amerikanischer und englischer Gesichtspunkte hat
sie bwondere Anmerkung zu bmnspruchen.
Heilmann. [BB. 83.1
Uber Kolloidehemie. Von R. Z s i g m o n d y. 2. Auflage. Leipzig,
M 3.60
Verlag Joh. Ambr. Barth.
Der Vortrag, den Z s i g m o n d y auf der Versammlung
deutscber Naturforscher und Arzte in StuttgarE gehalten hat, und
den e r in etwas erweiterter Form herausgegeben hat, lie@ nunmehr in zweiter Auflage vor. D i e s Neuauflage erlaubt deshalb
einen interessanten Vergleich mit d er ersten, als letztere nus
mit Anmerkumgen versehen worden ist. Man sieht, wie sich
doch manche Ansicht i m Laufe d er Zeit gewandelt oder ge kErt
hat. Auf jeden Fall ist festzustellen, dai3 d i e Kolloidchemie
recht bedeutende Fortschritte in der Erkenntnis aufzuweisen hat.
Zur Orientierung und zum schnellen Uberblick iiber das Gebiet
und seine Fortschritte ist die kleine Schrift eines unserer erfolgreichsten Kolloidforscher warmstens zu empfehlen.
Loftermoser. [BB. 98.1
Disionario di Mereeologia e di Chimiea applicata. Prof. Dott.
G . V i t t o r i o V i l l a v e c c h i a . Quarta edizione. Milano,
Ulriro Hoepli. Vol. I. 436 Seitien, Vol. 111. 419 Sdten.
Dem 1923 erschienenen 1.Band der Neuauflage folgk 1924
ein zweiter und nunmehr liegt bereits der dritte vor. Wie die
beiden ersten Bande enthalt auch der 3. Band eine g r o k Zahl
drtilrel - ..Naftalina" bis ,,Sena" - die durchwegs vorziiglich
ausgewahlt und ebenso abgefai3t sind. Ob es sich um ein Erzeugnis der Landwirtschaft oder um ein chemisches Produkt,
urn eine Droge oder um ein Mineral hand&, ein jedes ist in gebiihrender Weise berlicksichtigt, je narh seiner Wichtigkeit mebr
oder weniger ausfiihrlich, aber in wiinschenswerter Knappheit
beschrieben. Mit bewnderer Sorgfalt sind die statistischen Anqaben iiber E m u g u n g , iiber Ein- und Ausfuhr, etwaige gesetzliche Bestimmungen uber den Handel mit der betreffenden Ware,
namentlich auch die Zollsatze u. dgl. zusammengetragen. - Eine
besonders lobende Erwahnung verdient auch der fur unsere Be-
a79
griffe aderordentlich niedrige Preis von 35 Lire fur den iiber
400 S e i h starken Band.
Griin. [BB. 78.1
Spiritusbrennerei und die Fabrikation yon Spirituosen, von
H. B 1ii c h e r , Leipzig. Verlag fur Kunst und Wissenschaft :
Albert Otto Paul.
Zu der auf Seite 336 abgedruckten Besprechung darf ich
folgendes bemerken: Ich habe jene winzige Darbgung (innerhalb einer ganzen Serie ahnlicher) vor mehr als 20 Jahren verfafit und niemals neu Lwarbeitet! Hierdurch und unter Beriicksichtigung des Umstandes, dai3 j m e Heftchen nur der oberflachlichen, rein volkstiimlichen Belehrung des Laien dienen
sollten, stellen sich die Ausfiihrungen des Herrn Referenten
Blircher.
richtig ein.
Lehrbueh der Bioehemie. Von K. H i c k e t h i e r. 249 Seiten.
Biochemieverhg zu Halle a. d. S. 1925.
1st es schon im gewohnlichen Sprachgebrauch nichit Selkn,
dai3 ein und dasselbe Wort verschiedene Begriffe ausdriickt,
so ist trotz der angestrebten s c h a e r e n Definition der wissenschaftlichen Nomenklatur auch hier ein Doppelsinn nicht immer
auszuschliden. Mit dem Worte B i o c h e m i e bezeichnet
die Wissenschaft eindeutig seit etwa einem Vierteljahhundert
die physiologische Chemie de r Pflanzen und Tiere, um mit
diesem zuqammenfassenden Namen die sich immer mehr herausstellenden Beziehungen im chemischen Haushalt von Tier
und Pflanze zum Ausdruck zu bringen und um eine Gegeniiberstellung der medizinischen Chemie einerseits und der chemischen Pflanzenphysiologie andrerseits zu vermeiden. Nun
ist in letzter Zeit unter dem Schlagwo.rte Biochemie eine Behandlungsmethode aufgekommen, die rnit groi3er Reklame
die bekannten und in ihrem bemchtigten Kern von der Wissenschaft langst gewiirdigten Prinzipien de r Homoopathie benutzl,
aber dariiber hinausgehend geeignet ist, Verwirrung und Unheil anzurichten. FuBend auf dem Bediirfnis des Oldenburger
A n t e s Dr. med. W. H. S c h ii i3 1 e r , im Jahre 1874 eine ,,festumschriebene" Heilweise zu begrunden und Front zu machen
gegen da s Unterfangen der krzte, neue Heilmethoden aufzunehmen oder alte fallen zu laseen, werden zunachst die Prinzipien der Homoopathie auseinandergesetzt und dann dargelegt, wie durch die Verwendung anorganischer Salze zum
Teil in groi3er Verdiinnung so ziemlich alle Leiden geheilt
werden konnen, allerdings in Verbindung rnit der ,,Antlibdiagnodk''.
Ein Nachschlageverzeichnis versetzt den Leser
in die angenehme Moglichkeit, sich selbst, freilich unter Heranziehung d e r Antlitzdiagnose, zu behandeln. Wie einfach das
Verfahren ist, mogen einige Proben illustrieren. Gegen Verschlimmerung der Schmerzen am Abend niitzt Kaliumsulfat.
gegen blutige Abszesse Kaliumphosphat ; wenn zugleich griinlicher Eiter vorhanden ist, Natriumsuilfat, und bei der eitrigeii
Angina helfen Natriumphosphat und Silicea. Bei Asthma mit
unruhigem Hemen geniigt Calciumphosphat. Den Eingeweidebruch kuriert man rnit Silicea und Calciumfluorid, den
Krebs ungefahr mit denselben Mineralien; ist das Carcinom
aber bereits verjaucht, so ist unter Betrachtung des Antlitzes
Kaliumphosphat plus Kochsalz vortrefflich. In schweren Fallen
von Diphtherie wirkt das phosphorsaure Kali. Gehirnerweichung wird mit den beiden letztgenannten Salzen, Tuberkulose
ebenfalls rnit einfachen Mineralien behandelt. Die Phosphate
des Natriums und Magnesiums beseitigen die Anlagen dam.
Die Syphilis wird rnit Fluorcalcium, Kochsalz und Chlorkali
ausgetrieben. Solche Salze in Verbindung mit Natriumchlorid
und Kaliumphosphat heben auch die Schiiden einer etwaiqen
Salvarsan- und Quecksilbempplikation auf. Gegen ungliickliche Liebe - namentlich bei gleichueitiger Rachsucht - hilft
Magnesiumphosphat in Verbindung rnit schwefelsaurem Natrium. Die Anwendung des letzteren weckt die Erinnerung an
die Erfahrung des Marchese Gumpelino in Heinrich H e i n e s
13ldern von L u c c a , RO allerdings die Benutzung des Sal
mirabili Glauberi erst die ungliickliche Liebe des Italienreisenden aus Hamburg zu der schonen Lady Maxfield heraufbeschworen hat.
Wenn somit auch die Erfahrungen der ,,Biochemie" mit den
Ergebnissen um e re r Dichter nicht vollkommen harmonieren,
so werden immerhin die Chemiker beruhigt einen, allerdings
auch nicht besonders wichtigen Zweig ihrer Bemuhungen nicht
weiter zu pflegen brauchen: Die Suche nach neuen AnneiNeuberg. [BB. 681.
mitteln.
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