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Dr. Ludwig Dorn

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Zei tsc h r if t f iir a ngew an dte Ch em%
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34. Jahrgang S . 489-496
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Aufsatzteil und Vereinsnachrichten
Dr. Ludwig Dorn f;\in :10. August 1921 ist an einem Schlngnnfiill Kom.-Kat Dr.
1 , u d a i g D o r n im Alter von 71 Jiihren cestorben. Er hntte in dem
in der Niihe von Freutleristadt gelcgenen Friedrichsthal irri .Jahre 1850
das Licht der 1':elt erblickt. Seine ct~emische Ausbildung genof3
e r zuiii 'l'eil ;in tlem d:iiiialigen Stuttgiirter Polylechnikum, zum Teil
:in der Universitlt. Ilei Kriegwisbruch im Juli 1870 folgte e r als
l~'reiwilligerdem Rufe des Viiterlnndes. ?:ncli Beendigung des Krieges
blieb ('r h i m Heercsdienste u n d geh6r te 2 eJ:~hredem iiktiven Offiziersstiiiide i i n . Die Freude mi (lei. clieriiiscllen Wissenschaft vernnliifile
ihn, diesen I3erut wietlei, iiufziigelien u n t l seine vor deni Kriege be-
schiefei' a1s \.'ei~liar-:dlun~s~egensland
stiirid,
sich akliv ;in tler Diskitssion beleiligt. A i i den Vorlrngs;ibenden des
wiirtteni bergischen Hezirk.-vereiiis bat er u n s verschiedentlich iiher
tlieses (ieliiet bericlitet. Der wiii Iternbergisc-he Hezirksverein und
soiiiit iiuch der \.ereill deiitscher Clieiiiiker verliert in I , u d w i g
D o r n ein trcues Mitglie.i, diis deu 13estret~iingen uiiseres \'ereins stets
eiii giw.;es Intc?res,c e~itge~enjiel~riic.ht
hiit; irn J a h r e 1903 war er
Vorsitzendcr des ~~iirtteiiiliergis:c~Iieii
I3ezirltsvereins und gleichzeitig
daniit :iiich Mitglkd dez Vorstiiltdsriites. \lit ihni ist ein Cheiniker
von hei~wrlngendeiiKeiintnissen i i n d rcichc n priiktischen Erfiihrungen
d i i h i ngeqiingeii.
H. H a u e r . [A. 2181
D a s Explosionsungluck in Oppau.
Die Hiitlisclie .'iniIiii- rind Sodafnbrik h i l t folgendes mit:
Nnch den Erg6 bnissen der diirc~hgefiilit'leii Untersuchungen steht
nitnriiehr lest, diill die I<al;rstrophe iiii 0pl)iicier Werk der liadischen
Anilin- uncl Sodiiflbrik nrif die Explosioii eines Lagers von etwa
4500 Toiineri Aiiimon~tilfiitsiilpeter ziiriiclizLif'iihi.en ist.
Es haheii z\vei I :splosioneii sliittgefnntleii, zuniichst eine schwiichere
und einige Sekrinderi s,)iiter einc sehr siiiilie, auf welch letztere die
vei%eercnde \\'irku ig di:r Katiisti~oplieLuriirkzufiihren ist.
Es w a r bishcr nichl l)eli:innt u n d im hiil*hsten MaBe iiberraschend,
diili d e n niich lniigen unci eingeliendeii 'i'ersuchen sei t Jahren im
griiUten Unil'iinge hergcstc:llte~ii i n t l peliigertcn I'rodukt eine Esplosionsfiihiglieil inne\vohnt, u r d die Fiibrik h:it, t w o r sie bald nnch dern
Kriege \ o n der ~iu~schliel.~lii:hen
Hei,stellun: \ o n A m m o n s u l f n t als
Dunaeinittel zii der Herktellung weitei'er u n d zwiir niit Hilfe von
h i m o i i + a l p e t e r geu onnciier Diingeniitlel ii hvrging, auf dns griindlichste
A i r p w (:lienlie 1 9 2 1
N r . 7!8.
I
4. Oktober 1921, Nr. 79
und sorgfiiltigste gepriift, ob diese neuen Siilze i n gro5en Mengen
gelapert und transportiert werden diirfen.
Vorn A n i m o n s a l p e t e r selbst weiB man, daB er, obgleich liein
Esplosivstoff iiri geaiihnlichen Sinne, doch durch sehr heftige Impulse
(stnrke Initinlzundung) linter Uiiistaiiden z u r Explosion gebracht werden
kann. I n Oppau bestand kein Lager von Ammonsalpeter.
Durch zahlreiche Versuche wiir nun zuniichst festgestellt worden,
daf3 die vorerwiihnte Esplosivitat des Arnmonnnlpeters v6llig zum
Verschwinden gebracht werdeii kann, wenn man ihn mit entsprechenden Mengen von Kalium- oder Natriurnchlorid zur chemischen Uinsetzung bringt. Dabei hat es sich gezeigt. dnlS die Explosivitiit bei einer
Heimischung voii ungefiihr vierzig Teilen Chlorid :iuf sechzig Teile
Ausbauchungen i i i i Bleiblock-iiber die iiiit
dem ongewandtenstnrken Initialziinderallein
(Sprengkapsel S niit 2 g Kn:illquecksilber) erreichten hinnus, ini Gegenteil Iiigen sie in der Regel noch unterhalb dieser, und z w i i r hier uiiabliiingig davon, ob die cheinische Reaktion (Doppelsalzbildung) wirklich
stnttgcfunden hatte oder nicht. In Ubereinstininiiing bierniit hat sich
beim ~\mmonsulfatsalpeter - auch im grofien -- nie auch nur die
Andeutung einer explosiven Zersetzung ergeben, gleichviel, wie das
Salz herge-tellt und ob e s inehr oder minder feucht oder trocken war.
Dies rechtfertigte den Schlu0, d:iW m c h eine I q e r u n g des Ainnionsult'atsnlpeters iiii grCiBten MaBstiibe keine (iefahren bieten konnte.
1)ie heideii Protlukte K:ili;iiiimonsalpeter und Ammonsulfats;rl~~eter
h;ihen deshnlb bisheralsderiirt ungefiihrlich gegolten, daD iiiiin seit Jiihren
in allen dainit iirbeitenden Fabrikeii bei Entspeicherung dieser Produkte
festgewordene Hltic-lte dieser Salze gesprengt hat, ohne diit3 dnbei jenials
irgentlwelche verdichtige Erscheinungen f e ~ t ~ e s l e l lworden
t
wiiren.
Auf welche Vorgiinpe die aufgetretene Explosion letzten Endes
zririickzufiihren ist, konnte bisher nicht ermittelt werden und \vird
sich nuch rnit Sicherheit kiiurn eriiiitteln lassen, weil samtliche zur
Zeit der Explosion in diesen Hauten beschiiftigt gewesenen l'ersonen
der Kiitastrophe zuni Opfer gefallen sind.
Die teilweise verbreitete Nachricht, dill3 0 1 ) I I i i U giinzlich zersttirt
sei, ist unzutreffend: die eigentliche Fiibrik zitr Herstellung von
.41iiiiioni;ik und Airiiiionsulfiit ist vei~liiiltnisniiilJig wenig besc&digt,
so dnf3 niit einer Wiedernufnahme dieser Hetriehe in nicht zu langer
Zeit gercchnet werden kann.
Ails alledein ergibt sich niit roller Sicherheit, dnO die Herstellung
von Ainmonial; nach dem Hochdruckverfahren der Biidischen Aniliniind Sodnfabrik niit der Esplosion und ihren Ureiichen in lieinerlei
Zusninnienliang steht.
L u d w i g s h i i f e i i ii.,l{li., 23. Sf:p!eiiiIwr 1921.
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