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Dreizehnte Reihe von Experimental-Untersuchungen ber Elektricitt.

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269
Die Resultate, die ich liier mitgetbeilt habe, geben
sonach iiur Bestutigungen fiir die von mir in meiner fruhercn Abh;rndluug aufgestellten Beziehungen, die ich indefs, uugeachtet mir melirere andere interessante Falle,
wo sich dicselben bestiitigeu, iloch vorliegen, und ein
Ausnahrnefall bis jetzt niclit vorgekommen ist, noch nicht
als vollkomluen p i c h e r t crkliiren mag, bevor sie nicht
durch ein gr~fseresDetail von Beobachlungen durchgeftilirt sind.
Ich liabe gefunden, dafs auch Kupfer und Zink (wahrscheinlich also alle Metalle) durch Versucbe wit den
zwei GeT;ikcn so \vie mit dciu Condensator eine positive henderung durcli die Iialilaqy zu crkennen geben.
Mit dem Ziuk und Eisen habe icli iiocli nielirere andere
Versuche in Kalilauge angestcllt, die iutcrcssaute Ergebuisse versprechen; allein da ich bei FIriederholun,o derselben Versuche tinter scliciiibar gleicheu Uinstiiudeu oft
sehr abweichcnde absolute Werthe erhielt, so traue ich
mir nichts dariiber mitzutheilcn.
11. Dreizehnte Reihe con Ezperirnentul- Untersuchungen iiber Elektricitiit; von M. Farmlay.
(Mitgetlieilt vom Hrn. Verljsser aus den Phil. Transact. J
8.
18. V o u d e r V e r t h e i l u n g .
I x.
z e r r c i f r II II g s - E n t l a d u n g.
1838 pt. I.)
(Fortsetziing.)
(E’orlsctzung.)
1480. R i c h t e n wir nun unsere Aufinerksainkeit auf
den allgeineinen Uiiterschied zwischcn positiver und negativer Entladuus, um so weit als maglich auszumittclo,
was die Ursachc dieses Unterschicdes sey, iind o b er
hnupts~chlicli ron den gelndcncn Leitern oder vou deni
dazwischen befindlichen Di-clektricutn abhange; uud dn
270
er i n Luft und Stickgas (1476) groh zu scyn schcint,
wollen wir die Erscheinungen zuerst in Lult belrachten.
1481. Der allgemeine Fall ist besscr bci Flichen
von bcdeutender Grsfse zu verstehen, als bci Spitzen,
welclie, als sccundare W-irkung, die Bilduiig von StrbMcine Versuclie wurden
Incn (1562) mit siclr fiihren.
daher init Kugeln und Enden von verschiedeneii Dorchmessern aogestellt, und Folgendes siiid einige der hauptslchlichsten Rcsultate.
1482. W e n n zwei Kugeln von sehr ungleiclicr
GrNse, z. B. von 0,5 iind von 3 Zoll Durcliinesser, auf
die Enden von Stsben grsteckt wcrden, so d d s man
die eine durch die Elektrisirinascliiue elcktrisirerl und sie
durch Funken auf die aiidere, welche zugleich unisolirt
ist, entladeii kann, so wcrden bekanutlicli weit lrngere
Funken erhalten, wenn die kleine Kugel posiliv riiid die
grofse ncgativ ist, als im umgekebrten Fall. Die Funken sind 10 bis 12 Zoll Inng, wahrend sie im letztercn
Fall nur anderthalb Zoll messen.
1483. Ehe ich die ferneren Versuche beschreibe,
will ich zweier Namen erwahnen, welchc ich nebst einigen anderen einein Freunde vcrdanke, uiid dercn Eiufiihriing und Gebrauch icli liir zweckmafsig halte. Es
ist bei der gew8hnlichen Vertlieilungswirkuilg wichtig zu
unrerscheideo , an welclier geladenen Fliicbe die Verlheilung entspringt und a u welcher sie unterhaltcri wird,
d. h. wenu zwei oder mehre Metallkugeln oder andere
Kllrper in Vertheilongsbeziehung stchcn, auszudrucken,
welcbe Ton ilinen urspriinglich geladen sind, und welclie
durch sie in den entgegengesetzten Elektricitatszustand
versetzt siud. Ich schlage vor, die urspriinglicli geladenen Ksrper ,vertheilende (inductric bodies) uud die, welche, in Folge der Vertheililng, den eu1geg;ngesetzten
Zustand annehmen, veriheihe (inducteous bodies) zu n e w
nen. Diese Unterscbeidung ist nicht nur niitzlich, weil
zwischen der Summe der vertheifenden iind oerfheillen
271
KMtc eiii Unterscbied ist, sondern hauptsachlich, \veil,
wenn eiiie Kugel A rertheileiid wirkt, sie niclit nur eine
ihr grgcniibcrstehende Kugel B iii den vertheiltcn Zustand bringt, soiiderii nuch vicle aiidere umgebende K6rper, wiewolil ciaige voii ilineu in bedeutender Entferuung licgen ui6;;en. Die Folge davon ist, daCs die Kugelu iiiclit gcnau dieselbe Relation zu einander behalten,
wenn erst die cine und dnun die anderc zur uerlheifenden getnaclit n i r d , obgleich in beiden Fallcn dieselbe
Kugel zur Anualiinc desselben Zustands gcbraclit werden
kann.
1484. Gelegentlid will ich noch eine andere Freilieit, die icli iiiir in der Sprache erlaube, erkllren und
Jelinireu. Es ist nfimlich die, dafs wir einen Funken oder
Buscbel posifiv oder negufiv nennen , je nacbdem wir
ihu als an einer positiven oder negativen Fliiche entspruiigen dcnkcn. W i r spreclien von dein Bilschel als
positiv odcr nrgativ, wenn er BUS Flachen hervorschiett,
die zuvor iiii positiven oder iiegativeii Zustand waren;
und dic Versuche dcs Hrn. W h e a t s t o n e beweisen,
dnfs er wirkfich an der geladenen F19che beginnt, und
sich von dort nus iii die Lult (1637. 1438) oder ein andercs I)i-clelitricuni ausbreitet. Sach meincr Ansicht
cntstehcn auch Funken au einem besonderen Ort (1370),
nauilich dort , wo die Spannung zuerst auf ihr Maxiinuin
steigt, und wenii dieser bestiuilnt wcrden liaon, wie bci
dew gleichzeitigen Gebrauch einer grofsen und einer
lileiiien Kugel, in welchem Fall die Entladung an der
lctzteren begiunt oder durcli sie bedingt mird, nenne
ich die Entladung, wclclie auf eimnal tibergeht, eiuen
podliven Funken, wenn e3 die positive FlBche ist, die
dirs Maxiiiiuln der Intensitst zuerst erlangt, oder einen
negdven Funken, wenn die negative Flache zuerst die
erforderliche Iutensitgt erreicht.
1185. Ein Apparat, wie Fig. 15 Taf. I' ), wurde ziisaininengestellt; A und B wareu Messiogkugeln von verI ) Yorigen Band=.
P.
272
schiedencr Grlifse, befcstigt auf Stnbeii, die in Hiilsen
auf isolircndcn Stzndcrn verschicbbar waren, so dafs
dcr Abstand zwischen den Kugcln nach Belicbcn vcran.
dert wcrden koonte. Die grofsc Kugel A, von 2 Zoll
Durcliinesser, wnr vcrbnndeu init eincui isolirtcn Incssingenen Conductor, mclcber vou eiuer Cyliiiderniaschinc
aus geradezu positiv oder ncgativ gcmaclrt werdcn konute.
Die kleine Kugel B , 0,25 Zoll iin Durcbmesscr, war
verbunden init cinein Ableiter (discharging train. 292)
und vollkoininen unisolirt. Die die Kugelii tragenden Messingstiibc ware11 0,2 Zoll dicli.
1466. tVcnii die grofse Kiigrl die posifiue und
verlheilende ( 1453) war, so cIscIieiuen ucgntive Funken
bis der Z\vischcnraum 0,49 Zoll betrug, von diesem bis
0”,51 erschienen Biischel und Funken gemischt, uud von
0,32 iind dariibcr hinaus negntive Biischel alleio. W a r
die grofse Kugel die negatiue und vertheihde, dann erscliienen bis zuni Abstaiitl voii 1,13 2011 positive Funkcn allein, Ton da bis 1”,55 Funlien und Biiscbcl, und
uin positive Btischcl allcin zu haben, war ein Zwisclrenrauin voii wenigstens 1,65 2011 erforderlich.
ldS7. Nuu murden die Kugeln A und R gegcn
eiuander vertauscht. Als jetzt dic kleine Kugel B posiiiu uud vertheilend geinaclit wurde, erschicuen positive
Funken allein bis 0,6T Abstnud, Funken ond Biischel
vou 0,6S bis 0,72, und positive Biischel allein bis 0,74
und daruber. Als die klcine Kugel B negatiu und ucriheilend war, erschienen negative Funken alleiu bis O,dO,
Funken und Buschel bis 0”,42, und negative laute Biischcl von 0,J-L an und dnriiber hinaus.
1‘1-86. Wir sehen hicr also eine grofse Verschicdenlieit, j e nachdcm die Kugeln vcrtheilend oder vertheilt gemacht sind. Die kleiuc Kugel, posifiu und uertheilr gemacht, giebt Funken r o n nahe doppelt so grofser Lsnge, als wenn sie posifiu uud uertheihd ist, und
eiii iihnlicher, obgleich unter jeneii U l n s t h d e u uiclit SO
gro-
273
gofser Untcrscbied zeigt sich , wenn sie negativ 6cuacht worden ist.
1189. Ein anderes Resultat ist; dafs die kleine Kugel, wenn sie positiv ist, weit kingere Funken giebt, als
ivenn sie negativ ist, und d a t sie in diesem Zustande
leichter einen Btiachel giebt, als wena sie positiv ist, in
Bezug auf dcn Effect der Vergruteruug des Abstauds.
1490. War der Zwischenraum untcr 0,4 2011, so
dafs die kleine Kugel Funken geben mufste, positive
oder negnlive, so konnte ich keinen constanten Unterschied belnerken, weder in deren Ieichtem Erscheineu
uoch in der Anzahl, die in eiuer gegebenen Zeit iiberschlug. Halte der Zwischenrnum indeEs eiue solcbe GrNse,
daEs die kleiiie Kugel, wenn sie negativ war, einen Biischel gab, daun maren die Entladungen aus ihr, als eiuzelue negative Blischel, weit zahlreicher als bei eutsprechenden Enllndungen aus ihr iin posiliven Zustande, dime
positiven Eutladungen mocbten in Funken oder Biisclieln
gescbehen.
1491. Es ist demnach klar, Jars wenn eine Kugel
Elektricitat in Form von Biischeln entladet, diese Biischel weit zahlreicher sind, uiid ein jeder weit wenigcr
elektriscbe Kraft enthZilt oder fortftihrt, wenn die so entladene Elektricitat negativ ist, als wenn sie positiv ist.
1492. Bei allen solchen Versuchen, wie die beschriebenen , wird der Punkt des Ucbergangs vom Funken zum Biischel sebr belerrscht' durch die Wirksamlieit der Elektrisirmaschine und die GrbCse des mit der
entladcnden Kugel verbundenen Conductors. 1st die Mascbine in grofser Thatigkcit und der Conductor grofs, so
dafs flir jede Entladung rasch vie1 &aft augehriuft wird,
dann ist der Abstand, bei dem dic Funken in Bfischel
iibergeben, grOfser ; allein die Erscheinung ist im Allgemeinen dieselbe.
1493. Obwohl diese Resultate sehr auffallende und
besondere Relationen der elektrischen Kraft (oder Krafte)
PoggendorfFs Annal.
Bd. XXXXYIII.
1s
274
nndeuten, so zeigen sic doch nicht , wclchc relativen
Grade Ton Laduugeii die kleine Kugel zuin Eintreten
der Entladiing erfordcrt, d. 11. sie sagen nicbt, ob diese
uuinittelbar vor der Entladung, einen hdheren Zustand
verlangt, wciin sie negiitiv oder positiv ist. Urn diesen
wichtigeii Punkt 211 erlSulern, richtete icli zwei Entladungsstellen vor, wie in Fig. 16 Taf. I. A, D , B, C
sind Messingkugeln, die bciden ersten von zwei, die beiden andern von 0,232011 Durchmesser; sie werden von
den Gabeln L und R getragen, die von .0,2 Zoll dikkern Messingdraht sind. Der Raum' zwischen dcr grot e n und kleinen Kugel an derselben Gabel betr2l;t 5
Zoll, damit die Eutladungsstellen R und o hinreichend
aus ihrem gegenseitigeu Einflufs cntfernt sind. Die Gabe1 L war vcrbunden mit eiuem cylindrischen Condiictor,
melchcr durch eine Elektrisirmaschine nach Beliebcu positiv oder negativ geinacht werden konnte; und die Gabe1 R war ebcnfalls befestigt an einem anderen Conductor, der aber durch Verkniipfung init einem Ablciter (294) vollkominen im unisolirten Zustand gehalteu
ward. Die beiden Entladuugsraume n und o konnten
nach BeIieben vergrdfsert oder verkleinert , und diirch
bisweiliges Einschieben einer Diagonalskale geiuessen
werden. Da die an demselben Conductor sitzenden Kugeln A4 und B iininer auf eiumal geladen wurden, iind
die Entladung gegen eine der wit dem Ableiter verbunclenen Kugeln stattfinden konnte, so ist klar, d a b die Entladungsriiume n und o sich mit einander vergleichen lieken in Bezug auf den Einflufs grofser und kleiner Kugeln bei positiver und negativer Ladung in der Luft.
1494. W e n n die Rlume R und o beide =0,9 Zoll,
und die vertheilenden Kugeln A und B posiliv waren,
so geschah die Entladung allein bei n von der kleiuen
Kugel des Conductors zur grofsen des Ableiters, und
meistens durch positive BUschel , obwohl einmal auch
durch einen Funken. Auch wenn die vertheilenden Ku-
275
geh
und B negatiu waren, geschah die Entlsduiig
von derselben kleinen Kugel bei n durch einen constanten negativen Bitschcl.
1496. Ich verringerte die Zwischenraume n und o
auf 0,6 Zoll. Waren A und B vertheilend positiu, geschah alle Entlndung bei n als positiver Biischel; waren
,4 und B vertheilend negutiu, gescliah sie aucli nocli
ganz bei n i u einem negativeu 12iischel.
1496. Die Leichtigkeit der Entladung schieii dcmnacb an der positiven und ncgativen kleinen Kugel nicht
sehr verschiedeu zu seyn. Htitte ein Unterschied existirt,
so ivviirde er rich gezeigt haben miissen, da imnier zwci
kleine Kugeln da waren, eine in jcdern Zustand, dainit die
Entladung an der fiir sic gunstigsten eintreten miichte. Der
einzige Unterschied bestand darin, daCs die eine im vcrtheilenden, die auderc iin vertheilten Zustand war; allein
was fur eine zur Zeit in jenein Zustande seyn mochte,
die positive oder negative, so hatte sie doch den Vonug.
1497. Urn diesem storenden Einflufs entgcgeuznwirken, rnachte ich den Zwischenrauin n=0“,79 und dcii
o=0”,5S.
W e n u d a m die Kugeln A und B uertheilend positiu waren, ergab sich die Eutladung an den
beideii Zwischenr8umen fast als gleich. Waren dagegen
die Kugeln A und B verfheifend negafiu, so geschrtlien
die Entladungen z m r noch an beiden Zwischenraumen,
doch bei
am meisten, wie wenn die kleine Kugel im
neptiuen Zustand etwas leichter entladen kiinnte als im
posifiuen.
1498. Die bei diesen und iihnliclien Versuchen gebrauclrten kleinen Kugeln und Enden (ferminutions)kannen in ihrer Wirkung mit Reclrt vergliclien werden init
denselben Kugeln und Endeu, wenn sie in frcier Luft
elektrisirt werden, in weit griifseren~Abstande vou Leitern, als in welchen sie in jenen FYllen von ciuander
waren. Zuvbrderst wird die Entladung, selbst als Funke,
nach meiner Ausicht, bedingt und, so zu sagen, begon18
*
276
nen an einer Stellc auf der Oberfltche der kleincn Kugel (1374), und sic tritt ein, sobald dnselbst die InteusitSt bis zu einein gcwisseu Griiuzwerth gcstiegen ist (1370).
Diesc Bediogiing der Entladung zuerst an cinem beaonderen Ort Iafst sich lcicht von dem Fiiuken in deu Diiscliel verfolgen, wenn man den Abstand vergriilert, so
dafs zuletzt selbst die erforderlicbe Zeit sichtbar wird
(1636. 1438). Zweitens kfinnten die grofsen Kugeln,
melche ich gebraucht habe, durch griifsere in griifseren
Abstlnden ersetzt werden , so dafs man allmalig gleichSam. zu den Wtinden des Zimmers iiberginge.
Uiese
W i n d e sind gemeiniglich. die vertheilten Kiirper, wlhrcnd
die kleine, positiv oder negativ gemachte, Kugel der vertheilende Kiirper ist.
1499. Docb, was l h g s t bekannt, die kleiiie Kugel ist nur ein stumpfes Ende, und, elcktrisch geuomineu, eine Spitze blofs cine kleine Kugel; so dafs, wenn
cine Spitze oder ein stumpfes Ende Eiischel in die Luft
sendet, sie wie die kleinen Kugeln in den beschriebenen Versuchen ivirkcn, vermiige derselbeu Eigenschaften
und Relationcn.
1500. Mit vollem Recht llfst sich in Bczug auf die
Versuche sagen, dafs die grofse negative Kugel eben so
wesentlich fiir die Entladung sey als die lrleine positive
Kugel, und audi, dafs die grofse negative Kugel eben
so vie1 Uebergewicht iiber die grolse positive Kugel (melche aus der ibr gegeniiberstehenden klcinen negativen Kugel
keinen Funkcn hernonulocken vermag), als die kleine positive Kugel iiber die kleine negative hat. W e n n wir die
wahre Ursache dieser Verschiedenheit einsahen, und sie
eher auf den Zustand der Theilcheu des Di-elektricums
als auf die Griiten der leitenden Kugeln bezagen, wlirden mir wahrscheinlich eine solche Beobachtung sehr
michtig finden. Fur jetzt aber, und wiihrend wir mit
Erforscliung dieses Punkts bescblftigt sind , kiinnen mir
auuehmeu, was dic Thatsache ist, dals die Krsfte an
277
der Oberfllche der kleinen Kugeln intensirer sind a h an
der der grofsen (1372. 1374), dafs deshalb die ersteren
die Entladung bediogen, indem sie zuvor auf den dam
erforderlicbcn aufgeregten Zustand steigen, und dat, sie
inilgen nun in diesen Zustand durch Vertheilung gegen
die Wdnde eines Zimmers oder gegen die von m u g e
braucliten grofsen Kugeln versetzt worden seyn, diese
in ihrem Einflufs und ihren Wirkungen fiiglich mit einander verglichen werden kbnnen.
1501. Die Scblusse, zu welchen ich gelauge, sind:
erstlich, dafs, wenn zwei gleiche, in Luft befindliche,
kleiiie leitende Fltichen elektrisirt sind, die eine positiv,
die andere negativ, die negative bei einer etwas gcringeren Spannung als die positive sich gegen die Luft entladen kauu; zweitens, dals wenn die Entladung stattfindet,
in jeder Zeit weit mehr von der positiven Flache ale von
der negativen fibergeht ( 1491
Dieser letztere Schlufs
mird durcli die schon beschriebene optiscbe Analyse der
yositiven uud negativen BIischel (1468) zum Ueberflufs
bewiesen, da die letztere Reibe von Entladungen sich
fiiuf bis sechs Ma1 schneller als die erstere erweist I).
1502. Wcnn man nun eine kleine Kugel durch eine
kriiftige Maschine dabin bringt, dafs sie BIischel oder
buschelfilrmige Funken giebt, so kann man einigermafsen
den Unterschied, den sie im positiven oder negativen Zustand zeigt, verstehen. Bekanntlich giebt sie, wenn positiv,
eioeu weit grbfseren, kraftigeren Funken und diesen mit
g d s e r e r Leichtigkeit, aIs wenn sie negativ ist (1482);
der Funke, in der That, obgleich er so vie1 mehr Elektricit:it aiif einmal fortnimmt, beginnt bei einer, wenn iiberlinupt, doch nur in kleinem Grade hbheren Spannung.
Andererseits, weun die Kiigel negativ ist, beginnt die
;.
1) Eiue selir
vortrelTliclie Untcrsuchuogsweke
du Relation kleiner Po-
sitivar und negativw Oberfliclien wiirde der Gebraue'u von Tropfen
Guiumiwwer, Lijsuogcn und anderen Fliirsigkeiten abgebcn. Siche
wciterlin (1581. 1593).
258
Entlallung zwar bei einem niederen Grade, allein sic
halt einc sehr kurze Zeit an, und nimmt in jedein Zeityuukt selir wenig Elektricitet fort. Diese Umstande sind
gerndezu verkniipft; denn die Ausdehnung, welche der
positive Funke erreichep kann, und die Grsfse und Ausdehnung des positivcn Biischels siud Folgen davon, d a t
bei Einer' Entladung von der positiven Obcrfliiche vie1
Elektricitat fortgeht ( 1468. 1501 ).
1503. Diese Erscheinungen alleinig von der Gestalt und Grbfse des Leiters herzuleiten, wiirde aber, nach
meinein Begriff von Vertheilung, eine sehr unvollkom:
mene Detrachtungsweise der ganzen Aufgabe seyn (1523).
lcli glaube, dafs die Erscheinungen gauzlich von der Art
abblngen , \vie die Theilchen des dazwischen betindlichen
Di-clektricums sich polarisiren, und ich gab bereits einigc
experimentelle Anzeigen von den Unte!schieden, welche
verschiedene Di - elektrica in dieser Beziehung darbieten
(1473. 1476). Die Polarisationsweisen bbnnen, wie ich
spaterhin zu zeigen Gelegenheit haben werde, sehr verschieden seyn in verschiedenen Di- elektricis. W a s , in
gelneiner Luft , eine Folge der Uebermucbt der positiven Kreft an der Oberflache der kleinen Kugel zu seyn
scheint , kann herriihren von dem aufgeregteren Zustaud~
der negativen Polaritat der Theilchen der Luft oder des
Stickstoffs darin (der negative Theil ist vielleicht mehr
zusammengedruckt, der positive dagegen mehr ausgedehnt,
oder iimgekehrt), denn solch ein Zustaad kiiiinte gewisse Elfecte an der positiven Kugel liervorrufen, welche an der negativen Kugel: nicht in delnselben Grade
stattfhden, gerade so gut, wie wenn die positive Kugel
eine specielle und unabhangige Kraft aus sich selbst besiifse.
1504. Dafs die Erscheinungen wahrscheiulicber von
dem Di-elektricum als von der Kugel abbiingen, wird
durch den Charakter beider Eotladungen untersttitzt.
279
W c n n eine kleiue positive Kugel Biischel niit Venweigringen von zehn Zoll Ltinge ausstrbmt, ivie kann da
die Kugel auf eiue Stelle der ,Zweige, die fiinf 2011 von
ilir liegt, einwirken? Und dennoch hat die Portion jenseits jener Stelle denselben Charakter als diesseits, uud
olinc ZweiEel..ist ibr dieser Charakter durch dasselbe allgemeiiie Princip und Gesetz eiugepflanzt. Die Wirkung
augrsnzender Tlieilchen cines I)i- elektricums als vollig
crwiesen betracbtend, sehc ich iu ciiier solclien Verlstelong eine Fortpflanzung der Enlladung von Tlieilchen
zu Tlieilchen; wobei jedes nuf das nYchste ivirkt, wie
das vorhergehende auf dasselbe, und wie das geladene
Metal1 auf das erste, dicht an ihm liegende, wirkte.
1603. Anlangeud die allgemeiiie Beschaffenheit und
die Kelationen der positiven und negativen Biischel in
dichter oder lockerer Luft oder in andercn Gasen und
JIitteln, so sind sie natiirlich unabbangig von einander,
wenii sic zu verscbiedenen Zeiteu uud an verschiedenen
Ortea erzeugt werdeo. W e n n sie aber gleichzeitig und
in deiuselben Gefzfs voll Gas an gegeniiberstehenden Enden oder Kugeln hervorgebracht werden (1470. 1477),
so stehen sie bliufig in Beziehung: und die UmstSnde
liiiunen so eingerichtct werden, daCs sie isochron siod,
in gleicben Zeitrsumen glcich oft eintretcn, oder auch
in Multiplis, d. h. zwei oder drei negative auf eiuen POsitiven komnien ; oder abwecliselnd oder gana unregelmaCsig erfolgeu. Alle dicsc Ablinderungen habe. icli beobachtet; und menu man bedeukt, dah die Luft in dem
Gcf&
und auch dns Glas des Gefihes eine inoineiitane
Laduug aniiehuien kanu, so ist es leicht ilire allgemcine
Xalur und Ursache zn begreifen.
1506. Aehnliclie Vcrsuclie, als die in der Luft (1485.
1493) habe icli in verschiedenen Gnseu angestellt , unrl
will jctzt dcreu Resultate in iniigliclier Kunc; beschrci.
bcu. Der Apparat ist Fig. 17 Taf. I (des oorhcrgchcn-
,
280
den Bandes) l ) abgebildet; er besteht aus einer Glasglocke von 11 Zoll Durchlnesser in dem weitesten Theil
und von 10 Zoll Hdhe vom Boden bis zum Halse. Die
Kugeln siud wie in Fig. 16 bezeichnet und stehen in
derselben Beziehuiig zu einander wie dort. Allein A
und B sitzen an gesonderten verschiebbaren Drahten,
die i n d e t fur gewbhnlicli oben durch einen Querdraht
W mit eiuander und mit dem messingenen Conductor
verbunden siud, dcr seine positive oder negative Ladung
von der Maschine empfkingt. Die Drghte von A und B
sind au dem durch dieStopfblichse gehenden Theil graduirt, so d a t man durch Anlegung einer Diagonalskale
deu Abstand dieser Kugeln von den darunter stehenden
messen kann. Die Kogeln C und D sind 3,25 Zoll
aus eiuauder und filnf Zoll uber der Pumpenplatte; der
Abstaud zwischen einer jeden und dem Glase der Flascbe betragt wenigstens 1,75 ZoIl uiid gewtihnlich mehr.
Die Kugeln A und D hielten zwei Zoll im Durchmesser, wie zuvor, die Kugeln B uud c nur 415 Zoll.
Zuweilen wurde in Verbindiing lnit dem eben beschriebenen ein anderer gebraucht, bestelrend aus einem
offeuen Entlader (Fig. 18 Taf. I), durch welchen die Entladung in Luft mit der in Gasen verglichen werden konnte.
Die 0,6 Zoll im Durchmesscr haltenden Kugeln E und
F waren lnit verschiebbaren Stiiben und anderen Kugeln
verkniiplt, auch unisolirt. W e n n sie zurn Vergleich gebraucht murden, war der m e s s i u p e Conductor zuglcich
mit deu Kugeln A uud B Fig. 17 und der Kugel E
(Fig. 18) verbunden, wp;ilirend die Kugeln
D und F
mit dem Abldter in Gemeinschaft standen.
1507. Zunachst will! ich die Resultate Uber das
Entladuug- hindernde VermOgen der Gase (reslruining
power of the gases over discharge) mittheilen. Die Kogeln A und C (Fig. 17 Taf. I) ivaren durch Abrucken
c,
1) Alle zu dieser Abhmdlung geh6rigc Figuren befinden sich auf T d I
dw rorhergehenden Bander.
P.
281
aufser Wirksamkeit gesetzt , und die Erscheinungen. an
B und D oder dern Zwischenraum n in dem Gase verglichen mit denen am Zwiscbenraum p in Luft zwischen
E und F (Fig. IS). Die Tafel erkllrt sich selbst genugsam. Nrir mufs man wissen, dafs die Entladung g h z licli in der Luft geschah, wenn in dieser der Zwischenraum kleiner war als er in der ersten und dritten Spalte
angegeben ist, und dafs dagegen die Entladung nur in
dem Gase stattfand, wenn der Zwischenraum in der Luft
griifser war als dcr in der zweiten und vierten Spalte.
Bei Abstlnden dazwischen geschah diese Entladcing bald
hier, bald dort. d. h. zuweilen in der Luft, zuweilen in
dem. Gase.
Zwirehenroum p in Thcilen der Zolb.
Abstand zwisclien D on4
D bestindig = l Zoll.
Yar die kleine Kuge
B ucrthrilrnd und
p ~ ~ i tgcschsh
i ~ , die
Enthdung gonz bei
P
In :
Lurt
Stickstoff
Snuerstoff
.
Wasserstoff.
Steinkohlengas
Koblensiiuregas
.. . .. . .
....
. . .,
..
.
in Luft
vor :
P=
0,40
0,SO
0,33
0,20
0,20
0,64
I
im Gas
nrch :
P=
0,50
0,66
0,52
0,JO
0,90
I ,30
Y;u die kleine &gel
B ucrthciknd und
negativ, geschah die
Entlodung g n z bei
v
I
in Luft n im
vor :
P=
0,28
0,31
0,27
0:22
0,20
0,30
Guc
nacli:
P=
0,33
O,d0
0,30
0,24
0;27
0,45
150s. So weit diese Resultale reichen, sind sie im
Allgemeinen dieselben als die Ylinlichen in der letzteu
Reibe (1388), und sie bestltigen den Schlufs, dafs verscbiedene Gase die Entladungen in sebr verscbiedenem
Grade zuriickhalten. Wabrscheinlich sind sie nicht so
gut als dic frliberen; denn da die:Glasglocke nicbt gefirniht war, so wirkte sie unrcgelmzfsig, nahm als Nichtleiter zuweileu einen gewissen Grad von Ladung an, und
wirkte zu anderen Zeiten a h Leiter durch Fortftihrung
282
und Sthung dieser Ladung. Eine andere Ursache zur
Verschiedenheit in den Verhlltnisscn liegt ohne Zmeifcl
in den relativen Grafsen der Entladekugeln in Luft. Bei
den friiheren Versuchen waren sie von sebr ungleicher
Grirfse, bier dagegeo voo gleicher. .
1509. Bei kiinftigen Versuchen, wenn sie auf Genauigkeit Anspruch machen solleo, bat man den Einflufs
dieser Umsthde zu ermitteln, und vor allen Dingen, die
Gase nicht in Glas-, sondern in Metallgefiifse eiozuschliefsen.
1510. Bei der nachsten Reihe von Resultaten waren die Zwisohenriiumc n und o (Fig. 17 Taf. I) gleich
gemacht, urn zu ermittelo, wo, wenn die kleine Kugel
im positiven oder im negafiven Zustaod war, die leichtere Entladung geschehe (1493).
1511. In Luft, bei ZwischeorSumen =0,4 Zoll,
A und B vertheilend und positiv, war die Entladung
bei n und o fast gleich; wenn A und B vertheilend und
negativ waren, gescbah die Entladung meist bei n in negativen Bilscheln. Waren die Zwischenraume =0,8 Zoll,
A und B vertheilend positiv, so geschab alle Eutladung
bei n durch positive Blischel; weun A und B vertheiIend negativ waren, geschah die ganze Entladung bei n
durch negative Biischel. Nacb diesen Resultaten ist es
also zweifelhaft, ob, die negative Kugel cine grbfsere
Leichtigkeit (zur Entladung) als die positive besitze.
1512. Stz’ck5tofi - Zwischenrlume n und o =0,4
Zoll. A und B vcrtheilend positiv, Eutladung an beiden Zwischenr&unen, lueist bei n, durch positive Funken; A und B vertbeilend negativ, Eotladuog gleich bei
und 0. Zwischenraume =0,8 Zoll: A und B vertheilend positiv, Entladung ganz bei n in positiven Btkchcln;
A und B vertheilend negativ, Entladung &st bei 0
dur& positive Biischel. In diesem Gase scheint also,
obwohl der Unterschied nicht cntscheidend ist, dic positive Ueine Kugel die leichtere Entladung ZU bewirken.
’
2%3
-
1513. Sauerstofi.
Zwischenr3ume n und o =0,4
Zoll: A und B vertheilend positiv, Entladung fasl gleich;
vertheilend negativ, Entladung meist bei n durch negaZwischenrlumc n und o =O,S Zoll:
tive Biischcl.
A und B vertlieilend positiv, Enlladung bei n und 0 ;
rertheilend negativ, Entladung ganz bei o durch negative Biischel. Hier scheint demnach die kleine negative
Kugel die leichteste Entladuug zu gewlhren.
Wasserstoff: - ZwischenrSume n und o
1514.
=O,d Zoll. ' A und B vertheilend positiv, Entladung
fast gleich; vertheilend uegativ, Entladung meistens bei
o.
ZwischenrYume =O,S Zoll: A und B vertheilend
positiv, Entladung meist bei n als positive Biischel; vertheilend negativ, Entladuog meistens bei O, als positive
Biischel. Hier scheint die positive Entladung ,die leichtere zu seyn.
1515. Steinkohlengas. - RBume n und o =0,4
Zoll; A uiid B vertheilend positiv, Entladung fast ganz
bei o in negntivcn Funken; A und B verthcileud negativ; Eutladung beinalie ganz bei n in negativen Funken.
- Raume n =0,8 Zoll, A rind 13 vertheilend positiv, Entladung meist bei o in negativen Biischeln; A und B vertheilend negativ, Entladung $nnz bei n in negativen BUscheln. Hier war also die negative Eutladung die leichtere.
1516. Kohlensliutegas.
Rlume n uud o =0,4
Zoll: A und B vertheilend positiv, Entlodung nahe ganz
bei o oder negativ; A I J U ~ B verllicilend negaliv, Entladuiig nnhe giinz bei n odcr iirgativ. - Rlume R und
o =0,9 Zoll: A und B vertheilend positiv, E&&g
meistens bei o oder negativ; ,4 und B vertheilend uegaliv, Entladuug ganz bei n oder negativ. Hier halte
das Kegative einen entschiedenen Vorzug in ~ c i c ~ t i g keit der Entladung.
1517. Diirfen wir dieser Versuchsform trauen, so
bat demnach die kleine negative Kugcl, was Erleichtcrung der Zerreifsuugs-EnLladaug bctrifft, in einigen Gasen,
-
-
-
284
wie Koblensiiuregas and Steinkohlengas (l399), entschieden den Vorrang vor der positiren kleinen Kugel, w%hrend bei anderen Gasen der ScbIufs zweifelhafter scheint,
und bei noch anderen einige Wahrscheinlichkeit fiir das
umgekehrte Verhalten da ist. Alle diese Resultate wurden schr nahe bei demselben atmosphzrischen Druck erhalten.
1518. Ich machte in' diesen Gasen (Fig. 17) einige
Vcrsuche tiber den Wechsel vom Funken zum Biischel,
analog den in freier Luft angestellten und schon beschriebeneu (1486. 1487). In nacbstehendcr Tafel ist
angegeben, waun der Biischel begann mit dem Funken
untermischt zu erscheinen; allein die sp5iteren Resultate
waren so verschiedenartig, und die JSatur der Entladung
in verschiedenen Gasen so ungleich, dafs es wenig Nutzen
baben wiirde, die erhaltenen Resultate ohne weitere Untersuchung anzugeben. Bei kleineren Zwischenrtiumen,
als die angefuhrten, gescbah die Entladung immer in
Funken.
'Entladung zwiselrm
uoa D.
Kleioe Kugel B
B Entlrdong
zwischen A
uod
c.
GroIje Kugel A.
I
vcrdreiland vuzlicilfod verthei!end vertheilend
poritrv.
positiv.
ncgatrv
oegativ.
.... ...
. ..
... .
..
Luft
Stickstoff .
Sauerstoff
Wasserstoff.
Steinkohlengas
Kohlensfure
..
0,65
0,30
0,30
0,70
0,JO
0,30
0,40
0,53
0,45
0,20
0,13
0,82
0,10
0,YU
0,30
0,43
1,60
1519. Man mufs & s e n , dafs, bei weit
ZwischenrSumcn, als diesc, Funken crschicnen; die Tafel
giebt nur die AbsUnde unterlialb melcher alle Entladung
in Funken gescbah. Einigc sonderbare Relationen der
1) Wcitrr
gestattcte
es der,Raum nicht.
285
verschiedenen Gase zum Entladen sind schon erkennbar,
doch wfirde es nutzlos seyn, sie, ohne Erllnterung durch
feruere Versclche , zu betrachten.
1520. Ich darf hier nick unerwahnt lassen, dafs
Professor R e l l i in Mailand eine sehr werthvolle Reihe
Versuche iiber das relative Entweichen der positiven und
iiegativen Elektricitgt in die Luft verbffentlicht bat );
er findet das erstere weit leicbter als das letztere.
1521. Ich babe einige Hhnliche Versucbe bei unterhaltenen bohen Ladungen angestellt ; allein die;Resultate
waren weniger auffallend als die von Signore B e 11i,
und ich halte sic nicbt fur genfigcnd. Bei dieser Gelegeohcit mag es mir erlaubt seyn, eines stbrenden Einflusses zu erwfbnen, der mich Iaoge Zeit in Verlegenheit setzte. Wenn ich positive Elektricitat aus einer gcgebenen Spitze in die Luft sfrirlnen liefs, zeigte ein Elektroiiicter auf dem wit dcr Spitze verbundenen Conductor
eiiie gewissc Intensittit an, die aber bei Fortdauer des
Vorgangs urn mehrere Grade stieg. Als darauf der Conductor mit derselben Spitze iiegativ gemacht wurde, sonst
aber alles gleicb blieb, ward anfangs ein gewisser Grad
ron IntensitYt beobachtct , dcr ebenfalls beirn Fortgang
der Operation sich crhilhte. Abennals den Conductor
positiv macbend, war die Spannung anfangs gering, stieg
aber wie zuvor. Dasselbe geschah als er wiederum net
gativ gemacht wurde.
1522. Diefs R e d t a t scheint anzuzeigen, d a t die
Spitze, welche die eine Elektricitat ausgegehen hat, dadurch auf eine kune Zeit geeigneter wird, die andere
auszugeben. Allein bei nsherer Untersucbung rand ich
die ganze Erscheinung abhtingend von der inductiven
Reaction dejenigen Luft, welcbe durch die Spitze gels.
den wird, und, indem sie vor ihr, bei Andauer der POsitiven oder negativen Ausstrbmung, allmelig an Menge
zunimlot, einen Theil der inductiven Wirkung der urn1 ) BibL uniu. 1836, Scpt. p. 152. (Ann. Bd. XXXX S. 73.)
286
gebenden W a n d e ablenkt und entfernt, und so anscheinend die Krtifte der Spitze absndert, wshrend es in der
That das Di-elektricum selbst iot, was die Aenderung
der Spannung bewirkt.
1523. Die loit den. verscbiedenen Umstiinden der
positiven und negativen Entladung zusammenhkingenden
Resultate werden auf die Theorie der Elehtricita(s1elire
einen meit grafseren E i n h f s haben als wir uns gegenwgrtig einbilden , besonders wenn sie, wie icli glaube,
von der Eigenthiimlichkeit und dem Grade des von dcn
Theilclien des betreffenden Di- elektricums erlangten Polarisationszustandes abhgngen (1503. 1600). So z. B.
mufa die Relation unserer Atinosphlre und der dariii bcfindlichen Erde zu dem Auftreten von Funken und Riischeln specie11 und nicht zuhllig seyn. Somt wzre sic
nicht mit anderen meteorologischen Erscbeinungen vertrtiglich, die auch natiirlich vou den speciellen Eigensdiaften der Luft abhzngig, zwar ihrerseits in vollkommenster Harmonie mit den Functionen des Thier- und Pflauzenlebens stehen, doch in ihreu Wirkungen besclirankt
sind , nicht durch schwankende Einrichtangen , sondern
durch die genauesten Gesetze.
1524. Selbst beim Durchgang des Volta’schen Stroms
sehen wir an den beiden Kohlenspitzen die Eigentbumlichkeiten der positiven und negativen Entladung, und
noch merkmiirdiger ist die Verschiedenheit dieser Enlladungen, wenn man sie gleichzeitig gegcn Quecksilber gescheheii Wt,
1525. Sehr m&+ch ist, d a t der ncuerlich von meinem Freunde Professor D a n i e 1I beobaclitete und beschriebene auffallende Unterschied , namlich: d a t wenn
cine Zink- und eine Kupferkugel vou gleichci Grbfse
respective in cine Kupfer- oder Zinkhohlkugel, ebenfalls
von gleicher Grirfse, gebracht, nnd durch Elelrtrolytc
oder Di- elektrica von gleicher Concentration und Pc’atur erregt werden, die Zinkkugel eine weit stiirkere Wir-
287
-
kuog giebt, als die Zink-Hohlkugel,
auch mit diesen
Erscheinungen zusammenbingt; denn es ist nicbt schwierig zu begreifen, wie die PolaritSt der Tbeilcben durch
den Umstand, dab von den beiden, den Elektrolyten
einschlielsendeo, Flachen, die positive, die des Zinks namlich, die gr6fsere oder kleinere sey, afficirt werden miisse.
Es ist sogar m6gLcb, d a t das Verhlltnifs nach Verschiedenlieit der Elektrolyte oder Di -elektrica bedeutend abgeandert , und in . einigen Ftillen selbst umgekehrt werden k6nne.
(Fortsetzung i m nichsten IIcft.)
III. Notiz uber elektrische Striirnungen auf Erzgangen; von F. Heich.
Die Versuche von F o x (Annalen, Bd. XXII S. IFiO),
nach welcbcn sich in einem, zwci unterirdische Enpunkte
verbindenden Metalldrahte ein elektrischer Stroin zeigt,
wurden ohne Erfolg durch v. S t r o m b e i l ( K a r s t e n ’ s
Archiv fiir Bergbau, Bd. VI S. 431) wiederhoIt, neuerdings jedoch durch H e n w o o d in den Gruben von Cornwallis wieder vielfaltig bestatigt. Diefs veranlalste das
K. S. Ober-Bergamt ahnlicbe Versuche in den Freiberger Gruben anzuordnen, und mit deren Ausfiibruog Hrn.
Mascbinendirector B r e n d e l und mich zu beauftrageo.
Das ntihere Detail der erlangten Resultate wird dem b e r e
maonischen Publicum in Karsten’s und v. D e c h e n ’ s
Archiv fiir Mineralogie ndgetbeilt, uod bier sol1 nur das
Hauptslchlichste hervorgehoben werden.
Die von F ox aufgefundene Haupttbatsache besfeht
bekanntlich darin, d o t wenn man an zwei Enpunkte
eine Kupferplatte anprelst , beide Platten aber durch ei-
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