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Dritte Reihe von Experimental-Untersuchungen ber Elektricitt.

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2’74
Es felilte tnir die Gelegenheit, an der Quelle Versuche iiber die Meiige des in dem Wasser aufgeliisten
Gases anznstellen. Sic ist indefs nicht grofs, und das
Wasser weit davon entfernt , mit Kohlensaure gesattigt
zu seyn; a k i n es ist gesaltigt mit eiiiem Gemenge von
Stickgas und Kohlensauregas in solchem Verhdtnisse, \T,ie
weiin tiber der Oberfltiche des Wassers ein Geineiige TOR
6 Th. Stickgas und 1 Th. Kolilenskre befindlich ware.
Da wir gesehen haben, dnh das Wasser stickstoffhaltige Bestandtheile enthllt , welche vermuthlich auf die
LHnge der Zeit ihre Zusammensetzung nicht unverhdert
behaltcn, so kann die Vermuthung nicht ungereimt erscheinen, dafs Kohlendure und Stickgas die I’roducte
des Zersetzungsprocesses seyen, durch welchen die orga,
nische Substanz, unter Ausschlufs der Luft, in vollkornmen unorganischc Verhlltnisse umwaudelt , und dafs das
Stickgas und ein Theil der Koh!ensSure des Porlawassers einen solchen Ursprung hahen. Ist* diese Vermuthung richtig, so miissen alle Wssser, &e vie1 QuelIssure enthalten, reich an aufgeliistem Stickgas seyn.
IV. Dritte Refhe con Experirnerttal- Untersuchungen iiber Elektricdatt;
con Herrn Michael Faraday
(Aus einem vom Verfasser iibersandren besondercn Abzug dcr in den
Philosoph. Trunsuct. $. 1833. erscheinendcn Abhandlung.
Die
beiden ersten Reihen dieser Untersuchungen finden sich in dcn
Annalen Bd. XXV. S. 91 U. 142. P.)
-
VII. E i n e r l e i h e i t d e r E l e k t r i c i t i i t e n v e r s c h i e d e n e n Ursprungs.
265) D i e Fortsetzung der elektrischen Untersuchungen,
welche ich die Ehre hatte, der K8nigl. Gesellsehaft vorzulegen, fiihrte mich zu einem Punkt, wo es fur .den fer-
276
neren Verfolg meiner Arbeit nothwendig wurde , keinen
Zweifel an der Einerleibeit oder Verschiedenheit der auf
mannigfache Weisen erregten Elektricitaten iibrig zu lassen. Zwar ist es ganz richtig, dafs C a v e n d , i s h *); Wol1a s t o n **), C o 1l a d o n ***) und Andere einige der bedeutendsten Hindernisse fur die Anerkennung der Einerleiheit gemeiner, thierischer und voltascher Elektricitat aus
dem Wege geriiumt haben, und ich glaube, im Alfgemeinen werden diese Elektricitdten wirklich als gleich von
den Physikern angesehen. Allein andrerseits ist es eben
so wahr, dafs man die Genauigkeit der W o l l ' a s t o n schen Versuche bestritten hat $), und dafs einer derselben, der .van mehren Physikern vonugsweise a h Beleg
fur die chemische Action der gemeinen Elektricitat angeseben worden ist (336. 346), wirklich keinen Beweis dafur abgiebt (309.327). Ueberdiefs ist es Thatsache, dafs
noch heut zu Tage mehre Physiker eine Unterscheidung
zivischen dcn Elektricitaten verschiedenen Ursprungs machen, oder mindestens zweifeln, ob ihre Einerleiheit erwiesen sey. H u r n p h r y I)av,y z. B. hzlt es in seinem
Aufsatz iiber den Zitterrochen -j+)fur wahrscheinlich, dafs
die tbierische Elektricitiit eine eigene Art ausmache, und
*) Phifosoplr. Transact. 1576, p. 196.
*') PIuL
Trans.
1801, p. 434 (Gilbert's Ann. Bd. XI. S. 104).
*") Ann. de chim.
Bd. VlII S. 336).
e i de
phys.
T.XXXIIII p. 62 (diese
Annalen,
$) Phil. Transact. 1832, p . 282 Note (Ann. Bd. XXVlI S. 554
Anmerk.).
H) Phifos. Trans. 1829, p . 17
(Annnl. Bd. XVI S. 314 und 315.
uDie gemeine Elektricitit wird auf Nichtleitern erregt U. s. w.)*
Magnetismus, ist er Elektricitet unter einer anderen Form, gelidrt nur den vollkummencn Leitern an, und in seinen ModifiD a t Letztecationen, einer besonderen Klasse von ihnrn).
res nicht der Fall sey, hat Dr. R i t e h i e gezeigt. Phil. Trans.
1832, p . 294 (Annal. Bd. XXVH S. 552. - Der dort aogefGhrte
Versuch ist , wie ich spiter bemerkt habe, bereita vou F e ch
ner in Schweigg.'3aurn. Bd.67 (1829) S. 15 berchrieken. P.)
-
-
18 *
276
itiden er sie mit der gemciiicn Elektricitiit, der voltaschen
Elektricitst und d m Magtictismus verglciclit, sast er: Bei
Ihforschung dcr mannigfaltigen Abiindcruogen und Eigenschnften, wclche die Ehktricitlit in diesen verschiedeuen
Formen darbietct, nibgen sich wohl nocli Unterschiede
feststsll.m lassen ctc. In der That brauche ich wohl nur
auf den &ten Band der Philosoph. lliansacLioas hinzuweisen, uin eu zeigen, d& die Frage kcineswegs als
erledigt zu betracbten ist *).
26s) Ungeachtet man a1Igcmch die verschiedcnen
Elektricitdten fur identisch halt, sind offenbar die Beweise
*) pllilos.
T r a n s . 1832, p . 259. Dr. D a v y l i a t bei,Anstellung,de+
Versuchc m i t dcm Zitterrochen ( Annd. Bd. XXVII S. 5.12) die.relben W i r k u n g e n erhalten, welche ron dcr gemcinen und dcr
voltasclien Elek&citSr erzeugt werden, und sagt, dafs dieser Fisch
in seiner magnttischen u n d ~hemisclren Kraft melits wesentlich
Eigenthiimlidres darbiete ( p . 274); aliein p : 2 i 5 r.+gt e r : es g k b t
i n d e r c Punkte dcs Untcrschicdes, and naclrJern CF sie aufgerSlrlt,
setzt er liinzu: W i e sind diese Verscliicdenheiten zu crkliren?
Erlauben sie cine ErklSrung, qbnliclr dcr, welrlie C a v e n d i s l r
i n seiner Tlicorie des Zitterrocliens russpracli , odcr diirfen wir,
nach der Bnalogie mit den Sonncostrslilcn annehmea, dafs die
elektrisclie Kralt, s i e mag nun durch die gcwiilinlicha Maschine,
durch die voltasclie Batter+ oder durch den Zitterroclicn erregt
werdcn , kcine einfache h a f t sey , sondcrn cinc Combination
von KrSften, welclie i n verschiedenaltigcr Verkniipfung vorkonimen, und so die uns lekanntcn V'ariethten von Elektricitzt h c r vorbringcn ?
Auf p . 279 desselhcn Bandrs der PhiIvsopd. T u n s . bcginnt
Dr. R i t e h i e ' s Aufsatc, i'n welchem es untcr andern heilit:
n Gemeine Elektricit5t verbreitet sich auf der Oberfliichc des Metalls;
voltasche ElektricitSt existirt dagcgru ihncrbalb desselhen. F r e i e ElektricitSt wird auf' der OberflSclie des diinnsten
Goldblatts eben so kr6ftig fortgelcite1 als auf ciner Mssse Metall
yon dersclhen Oberfliclre;
voltasche Elektricitit erfordert Metalldicke zu ihrcr Lcitung;:
ferner p. 291: ))Die vorausgesetste
Analogie zwischcn der gemeinen u n d voltaschen ElektricitSt, wclche seit d e r Erfindung der S i u l e so eifrig verfolgt wurde, schlSgt
i n diesem Falle ganz .fehl, wiewohl man glaubte, dersclbc liefere die auffallendste Aehnlichkeitn
-
-
277
dafur nicht klar und entscheidend genug gewesen, urn die
BilEgung der Sachkenner zu erlangen. Die Aufgabe scheint
niir vie1 init der gemcin 211 haben, welche H u m p h r y
D a v y so schbn gelost hat, namlich der: Ob die voltasche ElektricitZit die, nacli ihrer Einwirkung auf das Wasser, in demselben befindlichen SZiuren und Alkalien immer
blofs ausscheide, oder in einigen Fsllen wirklich eneuge.
Dieselbe Nothwendigkeit, ’ die ilin antrieb, dcn zweifelhaften Punkt, welcher sich der Ausbildung sciner Ansichten
widersetzte und die Strengc seiner Schliisse vernichtete,
zur Entscheidung zu bringen, hat micli zur Ermittlung der
Frage gezwungen, ob &c geineine und die voltasclie Elektricitzt identisch oder verschieden seyen. Ich habe mich
iiberzeugt, dak sie identisch sind, und hoffe, dafs die Beweisc, welcbe .ich vorlegen werde, so ivie die aus ibnen
hervorgelienden Resultate fiir beachtungswfirdig von der
K. Gesellschaft gefunden werden mogen.
267) Die mannigfachen Erscbeinungen , welche die
ElektricitZit darbietet , lassen sich zum Behrife des Vergleichs in zwei Klassen bringen; zu der ersten gehtiiren
die der Spannungs-Elektricitat, zu der andern die der
striimcnden ElektricitSt. Ich maihe diese Unterscheidung,
nicbt wcil sie philosopbisch, sondern weil sie bequeni
ist. Die Wirkung der Spaonungs - Elektricitiit besteht
iibrigens enlweder am Anziehung oder aus Abstofsung
in merkliclien Entfernungen. Als Wirkungen elektrischcr
Strome lassen sich nennen: 1) W%rrne-Erregung, 2) Magnetismus , 3) chemische Zersktzuugen , 4 ) l’hysiologische
Erscheinungen, und 5 ) Funken. Meine Absicht wird nun
seyn, die aus hrschiedenen Quellen entspringenden Elektricitaten, besonders ,die geineine und die voltasche, hinsichtlieh ihrer FSlGgkeit zur Hervorbriogung dieser Wirkungen mit einander zu vergleichea
278
I. Voltasche Elektricitit.
268) spannung. Untersucht man die Enden einer
voltaschen Batterie von 100 Plattenpaaren mit einem gewbhnlichen Elektrometer, so findet man sie bekanntlich
positiv und negativ. An dem namlichen Ende der Batterie stofsen die Goldblattchen einander ab, an den entgegengesetzten Enden befindlich, ziehen sie sich an, selbst
wenn zwischen ilinen eine Luftschicht von einem ZolI
und mehr in Dicke befindlich ist.
269) Dafs gemeine Elektricitat sich aus Spitzen mit
Leichtigkeit in die Luft entladet , sie stark verdtinnte und
auch erhitzte Luft, wie z. B. eine Flamme, ohne weiteres durchdringt, riihrt von ihrer hohen Spnnnung her.
Ich suchte daher nach Shnlichen Wirkungen bei der Entladung voltascher Elektricitat und gebrauclite dabei als
Probe fur den Durchgang der Elektricitit eiitweder das
Galvanometer oder die cheinische Action, welche in der
weiterhin (312. 316) bcschriebenen Vorrichtung erzeugt
wurde.
270) Die voltasche Batterie, iiber welrhe ich zit
verfiigen hatte , bestand aus 140 Paaren vierquadratzblliger Platten, mit Doppelplatten von Kupfer. Sie war
v N i g isolirt , und brachte ein Goldblatt :Elektrometer
bis zu der Divergenz von etwa einclh Urittelzoll. Ich
bemiihte mich, diese Batterie durcli feine Spitzen, die
sehr sorgfaltig angeordnet und einander gendiert waren,
in der Luft sowohl als in einer leergepumpten Glocke
zu entladen, konnte aber keine Anzeigen eines Stromes
erbalten, weder darch magnetische noch durch cbemische
Action. Hierin zeigte sich jedoch keine Verschiedenheit
zwischen voltascher und gemeiner Elektricitat; denn wenn
eine Leidner Batterie (291) so geladen ward, dafs sie
das Goldblatt - Elektrometer. zu gleich starker Divergenz
brachte, zeigten jene Spitzen sich ebenfalls unfshig sie
bis zur Ausiibung magnetischer oder chemischer Wirkungen zu entladen. Diefs geschah, nicht weil die gemeine
279
Elektricitat nicht diese beiden Wirkungen hervonubringeii vermiichte (307. 310), sondern weil, wenn sie von
so schwacher Intensitst ist, die zur Erzeugung sichtbarer
Effccte crforderliche Mcnge [welche dserordentlich grols
ist (371. 375)] iu gel~drigerZeit nicht durchgelasseq wer-,
den kann. Vereint mit den weiterhin folgenden rBelegen, beweisen auch diese Wirkungen der Spitzen nicht
die Verschiedenheit , sondern die Einerleiheit der gemeinen und voltaschen Elektricitat.
271) Da die gemeine Elektricitrt durch heifse Luft
mit grolserer Leichtigkeit als durch Spitzen entladcn wird,
so hoffte- ich, dab auch die voltasche Elektricitat auf
diese Weise entladen werdcn wiirde. Zu dew Ende errichtete icb den Apparat (Taf. I Fig. 5 ) , bei dem d B
ein isoIirter Glasstab ist, auf welchem die beiden Kupferdr%lrte
13 wohl befestigt sind. An diese Kupferdrshte
sind zwei Stiicke feiuen Platindrahts gelbthet uod bei e
n i t ihren Enden einander so weit genahert als es ohne
gegenseitige Beriibrung angeht ; der Kupferdraht c ist mit
dern positiven Pol P einer voltaschen Batterie verbunden, und der Draht D mit einem Zersetzungs-Apparat
1) (312. 316), durch welchen die Communication mit
detn negativeii Pol N der Batterie geschiossen wurde.
Zu diescui Versuche wurden nur zwei "rage oder awauzig I'latteupaare angewsndt.
272) In diesem Zustande faud nun keine Zersetzung
bei a statt; SO wie aber eine Wei~geistflaiameunter die
Platinenden bei e gebracht wurde, so dafs diem in belle
Rothgluth kawen, trat Zersetzung ein; aisbald erschien
Jod am Punkte a, und der Uebergang der Eiektricitiit
durch die erhitzte Luft war erwjesen. Bei Steigerung der
Teniperatur der Spitzen e mittelst eines Lbthrohrs, war
die Entladung noch freier und die Zersetzung trat augenblicklich ein. Bei Fortnalime der WPnnequelle horte
der Strom sogleich auf. Als die Euden seitwlrts und
parallel einander sehr genzhert wurdeo, doch SO, dafs sie
c,
I
280
sich nicht beriihrten, kamen die Erscheinungen vielleicht
noch leichter als vorhin zu Staude. Bei Anwendung einer grbkeren voltaschen Batterie (270) wurden sie auch
deutlicher erhalten.
273) Nach Fortnahme des Zersetzungs- Apparats und
Einscliiebung eines Galvanometers statt seiner, schwang
die Nadel sogleich nach einer Seite, sobald die Spitzen
e 'erhitzt wmden, und als man wzhrend der Zeit ihrer
Ruckkehr (303) die Hitzc entfernte, waren die Ablenkungen alsbald schwach, zum Beweise, dafs ein die Luft
durchdringender Strom vorhanden war. Allein das angewandte Instrument war fiir die chemische Action nicht so
empfindlich.
274) Diese, unter der gegenwartigen Form bisher
nicht bekannten oder erwarteten Erscheinungen sind nur
Falle der Entladung, welclie durch Luft zwischen Kohlenspihen der Pole einer mgchtigen Batterie stattfindet,
wenn dieselben nacli der Beriihrung langsan. getrennt
werden. Hier ist der Durchgang durch erhitzte Luft genau dem dcr gcmeinen Elektricitiit gIeich, und H u m p h r y D a v y berichtet, dafs der Stroln der damaligen
Batterie der Royal Institution durch eine mindesteiis vier
Zoll dicke Luftschicht ging *). Im luftleeren Recipienten strich die Elektricitiit dmch einen fast Zoll langen
Raum, und die vereinte Wirkung der Verdiinnung und
Erhitzung auf die eingeschlossene Luft war so stark, daL
diese dadurch f;ihig waid, die Elektricitat durch einen
Raum von sechs bis sieben Zoll zu leiten.
275) Die augenblickliche Ladung einer Leidner Batterie durch die Pole eiues voltaschen Apparats ist ein anderer Beweis von der Spannung und auch uon der Meiige
der von letzterem entwickelten Elektricitlt. I Sir H. Dav?
sagt **): W e n n die beiden zu den Enden des. AppaIJ
') EIcments of chemical Philosophy, p. 153.
'
I
)
Ebendaselhsr p. 154.
281
rates fiihrenden Leiter mit einer Leidner Batterie verbunden uvurden, einer mit deren innerer, der andere init deren aufserer Belegung, so wurde die Batterie augenblicklich geladen, uud, nach Fortnahlne der Dralrte uud Herstcllung der niithigen Verbindungen, konnte entweder ein
Schlag oder eiu Funke e:haIten werden. Eine auch noch
so kurze Beriihrung war hiureichend, die Ladung in ihrer ganzen Starke zu erneuen.
276) Voltlasehe Elektriciiat in Bewegung. I. WiirmeEntwickbng. Die Erregung von Wiirme in Driihten und
Fliissigkeiten durch den voltaschen Strom ist eine weltkundige Thatsache.
277) 11. Magnetismus. Keine. Thatsache ist den
Pliysikern besser bekannt , als das Verniogen des voltaschen Stroms, nach gewissen Gesetzen die Magnetnadel
abzuleuken und Magnete zu machen. Keine Wirkung
kann bezeichnender seyn fur einen elektrischen Strom.
278j 111. Chernische Zersetzung. Die chemisclie
Wirksamkeit des voltaschen Stroms und deren Abhangigkeit v.on gcwz'sserz Gesetzen ist ebenfalls genugsam bekannt.
Die Fabigkcit
279) ZV. Physiologische Effecte.
des voltaschen Stroms, wenn er stark ist, den ganzen
thierisclien Organismus zu erscliiittern, und, wenn er
schwach ist, auf die Zunge und die hugen zu wirken,
ist seh.charakteristisch.
280) V. Funhen. Der glYnzende Lichtstern, welcber bei Entladung einer voltaschen Batterie entsteht, ist
Allen - als das Sch6ps.te vom kiinstlich zu erzeugenden
Lichte bekanu 1.
281) Dafs diese Wirkungen sich fAst unendlich ablndern lassen, einige sich steigern, wshrend andere Geschwacht werden, ist. allgemein anerkannt, und doch wird
Keiner an der Identitit der so in ihren Wirkungeq ver-
282
schieden gemachten voltaschen Strbme zweifcln. Die
schbne Erkllrung dieser Variationen durcb C a v e n d i s h 's
Theorie von Quantitlt und Intensitat braucht ggenwartig nicht mehr untersttitzt zu werden, da sie, so weit wie
bekannt, nicht in Zweifel gezogen wird.
282) Wegen der VergleicBe, die wciterhin zwischen
voltasche und gemeine Elektricitat leitenden Drshten gemacht werdeq und auch wegen gewisser Ansichten iiber
den Zustand der die Pole des voltaschen Apparats verbindenden Driihte oder Ieiteuden Substanzen sonstiger
Art, wird es nbthig seyn, eine Definition zu geben von
dem, was ein voltascher Strom heifst, im Cegeusatze zu
irgend einem anderen besonderen , niclit progressiven Zustand, welcbet. fur den Draht oder die ElektricitSt in demselben vorausgesetzt wcrden mag. W e n n man nach symmctrischer Aufstelliing und Isolirung zweier voltaschen
Trbge P,N,P'N' (Fig. 1 Taf. I) die Eoden der NP'
durch einen Draht verbindet, iiber wclchein cine Magnetnadel schwebt, so wird dieser Draht keine Einwirkung
auf die Nadel aasliben; so wie man aber aiich die Enden Pa'd:irch einen anderen Draht in Verbindung setzt,
wird die Nadel ahgelenkt, und zwar so lange als der
Bogen geschlossen bleibt. Bestride nun die Wirkung der
Trbge blot darin, dafs sic in dem Drahte eine besondcre Anordnung seiner Theilchen oder seiuer Elektricitiit hervorruft, und machte diese Anordnung den elektrischen oder magnetischen Zustand aus, so miikte der Draht
NP' vor der Verbindung von P und N',wie nach derselben in einem ahnlichen Zustand von Anordnung seyn,
und auch im ersten Fall die Nadel abgelenkt haben, wiewohl weniger stark, vielleicht nur balh so weit als bei
vollst~ndiger Schliefsung des Bogens. Hlngen aber die
magnetisched Wirkungen von einem Strom ab, dann ist
klar , weshalb sie in keincrn Grade vor dcr Schliefmng
des Bogens eneugt werden konnten, eben weil damals
noch kein Strom vorhanden war.
283
283) Unter Slrom verstehe ich irgend ein Fortschreitendes, sey es nun eine elektrische Flussigkeit, oder zwei
in entgegengesetzter Richtung sich bewegende Fllissigkeiten oder blofs Vibrationen, oder, noch allgemeiner gesprochen, fortschreitende' Krafte. Mit Anordnung meine ich
eine artliche nicht progressive Zurechtstellung der Theilehen von Flussigkeiten oder der Krafte. Viele andere
GrIinde liefsen sich zur Stiitze der Ansicht von einem
Sirom gegen die von einer Anordnung aufstellen, allein
ich vemeide lngstlich jede unnothige Ausfuhrlichkeit hinsichtlich dessen, was gegenwlrtig von Andern erglnzt werden kann.
11. Gemeioe ElektricitP.
284) Unter gcmeiner Elektricitat verstehe ich diejenige, welche durch die Elektrisirmaschine, aus der Atmospblre, durch Druck oder Spaltung von Krystallen,
oder durch viele andere Operationen erhalten werden
kann. Ihr Hauptcharakter ist eine grofse Intensitlt, und
das Vermagen der Anziehung und Abstofsung, nicht blofs
auf merkliche, sondcrn auf betrschtliche Entfernungen.
285) Die diirch die geineine Elektricitat bewirkten
Anziehnngen und Ahstofsungen auf merkliche Entfernungen sind bekanntlich in einigen Fallen so stark, dafs sie
die 'Zhnlichen Erscheinungen der andern Arten von Elektiicitat fast rinendlich ubertreffen. Allein dennoch sind
diese Anziehungen hnd Abstofsungen genau von gleicber
Narur wie die bereits unter dem Abschnitt Spannwzg,
VolfascheEIekfriciLiit (268) beschriebenen ; und der Unterschied zwischen h e n , dem Grade nach, ist nicht grb€ser als sich oft zwischen FYllen von gemeiner Elektricit l t findet. Ich halte es fur uberfliissig, noch ausfiihrlicher einzugehen in die Beweise fur die Einerleiheit dieses Charakters der beiden Elcktricitaten.
286) Die Entladung der gemeinen Elektricitat durch
erhitzte Luff ist eine wohlbekannte Thatsache. Der pa-
284
ralleIe Fall bei der voltaschen EIektricitlit ist bereits bcschrieben worden (272).
287) Gemeine EZektriciiiit in Bewegung. I. vyiirmeenfrvicklung. Dafs die gemeine Elelrtricitlt bei ihreni
Durchgange durch Drahte oder andere Substanzen dieselben erbitzt, ist zur Geniige bekannt. Die Uebereinstimmung zwischen ihr und der voltaschen Elektricitat in
dieser Beziehung ist vollstandig. Hr. H a r r i s hat nach
diesem Principc ein sebr schiines und empfindliches Instrument construirt *), mit welchem die Wznne, die in
cinem Drahte durch Entladung eines blotsen Funkens
gerneiner Elektricitat erzeugt wird, leiclit zu zeigen ist;
in einem folgcnden Abschnitt dieses Arifsatzes werde ich
Gelegenheit nebmen, auf dasselbe zuriickzukonimen (3-14).
288) 11. Mqnetisrnus. Die voltasclie Elektricitat
besitzt sehr aufscrordentliche und starke magnetisclic
Kriifte. 1st die gemeiue Elektricitiit identisch mit ihr, so
lnut sie dieselben Kr;iftc haben. Iin Magnetisiren von
Nadeln und Staben komint sie der voltaschen Elektricitst gleich, und die Richtwtg des Magnetismus ist bei
beiden dieselbe; allein beim Ablenken ciner Magnetnadel
bat’ sic sich so scliwacli Crwiesen, daL dicfs Vermiigcn
ihr zuweilen ganz abgesprochen worden ist, uod dafs man
bei anderen Gelegenheitcn hypothetisch Unterscheidungen gemacbt hat, u m die Schwierigkeit zu heben **).
259) Hr. C o l l a d o n , . v o n Genf. ineinte, der Unterschied riilire wohl daher, dafs man zu allen Versuclien
iiber diesen Punkt .unzureichende Mengen gemeiner Elektficitat angewandt habe, und beschrieb in einem, 1826 der
Pariser Academie rorgelegten Aufsatz **+) Versuche, in
*) Philosoph. Truns. 1827, p. IS.
meter otc. $dinnburgh.Transact.
**) D e m o n f c r r o n d ’ s
- H a r r i s , On u New Electrof. 1&31.
Munuet d’ECectricilC dynomipe,
*”) Annal. de chiin. rt
: Bd; VllI S. 336).
de
phys.
T.XXXIII p. 62
p. 121.
(diese Ann.
285
cvelchen es ihin gelang, durch Anwendung einer Batterie,
einiger Spilzen und eines empfindlichen Galvanometers,
Ablcnkungen zu erhalten und dainit die Identitst in dieser Beeiehung festzustellen. Hr. A r a g o , A m p i:r e und
S a v a r y werden in jenem Aufsatz a h Zeugen. der erfoIgreichen Wiederholridg der Versuche aufgefiihrt. Ilidefs
da keine anderweitige Bestatigung dieser Effecte zum Vorschein gekornmcn ist, die HH. A r a g o , AmpGre und
S a v a r y ihre Gutheifsung der Resultate meines W'issens
niclit selbst bekannt gemacht haben, und Andere nicht
im Stande gewesen, die beschriebenen Wirkungen zu erhaiten, so hat man Hrn. C o l l a d o n ' s Schliisse bezweifelt und verworfen; daher war es.fiir mich ein wichtiger
Ponkt, die Richligkeit jener Resultate festzustellen oder
sie ganz aus der Reihe der experimentellen Beweise fortzuschaffen. Ich bin so gliicklich sagenrzu ktinnen, dafs
meine Resultate die des Hrn. C o 11a d o n ~ollkomincii
bestitigen; und ich wiirde daher keinet Gelegenheit n e b
men sic zu beschreiben, wenn sie nicht als Beweise der
Richtigkeit der endlichen und allgemeinen Schliisse, welche ich in Bezug auf die magnetische und chemische Thstigkeit der Elek!ricitlt zii ziehen im Stande bin (360.
366. 367. 377 u. s. w.), so wesentlich wsren.
290) Die von niir angewandte EIektrisirmaschine
hatte eine Scheibe von funfzig 2011 im Durchmesser und
zwki Paare von Reibzeugen; ihr erster Conductor bestand aus zwei Messingcylindern, die durch einen dritten
zusammenhingen; die gesainmte Lange betrag zwalf FaCs,
und die mit der Luft, in Beriihrong stehende Oberflache
1422 Quadratzoll. Bei guter Erresung gab Eine Umdrehiing der Scheibe zehn bis zwtilf Funkeri vom Conductor, jeden einen Zoll lang. Funken oder Blitze von
zehn bis vienelin Zoll L h g e konnten mit Leichtigkeit
aus dem Conductor gezogen werden. Jede Umdrehung
der Scheibe erforderte bei msfsiger Anstreogung etwa vier
Fiinftel einer Secunde.
286
291) Die elektrische Batterie bestand ails funfzehn
gleichen Flaschen. Sie waren vom Boden ab acht Zoll
hoch belegt und, mafsen dreiundzwanzig Zoll. im Umfange, so dafs die belegte Flache auf beiden .Seiten des
Glases 184 Quadratzoll betrug, aufser der an den Bbden, die von dickerem Glase waren, und auf jeder Seitc
etwa 50 Quadratzoll betrug.
292) Es wurde eine gute Ableitung (discharging
f r u h ) vorgerichtet durch metallische Verkniipfung eines
hinreichend diclien Drahts zuerst mit den metallenen Gasriihren des Hauses, d a m den metallenen Gasriihren des
bffentlichen Gaswerks. von London, und endlich den inetallenen WasserrOhren von London. Sie war so wirkSam, dafs sie Elektricitat von der schwachsten Spannung,
selbst die eines einzigen voltaschen Trogs augenblicklich
fortleitete; fur manchen Versuch war sie wesentlich.
293) Das Galvanometer war eins oder das andere
von den friiher .beschriebenen (87. 205
Ann. Bd. XXV
S. 122 und 165); allcin die Glasglocke, welche dasselbe
bedeckte und die Nadel trug, war in- und auswendig
mit Zinnfolie belegt, und der ohere Theil, der unbelegt
blieb, damit die Nadel beobachtet werden konnte, wurdc
bedeckt mit eincrn Gehause von Drahtgeflechte, von dem
viele scharfe Spitzen hervorragten. : Wenn diefs Gehiiuse
und die beiden Belegungen mit der entladenden Ableitung (292) verbunden waren, konnte eine mit der Maschine wahrend ihrer grbfsten Thatigkeit rerbundene isolirte
Spitze oder Kugel, jedein Theil des Galvanometers bis
auf einen Zoll genshert werden, ohne die darin befindliche Nadel durch gewBhnliche elektrische Attraction oder
Repulsion irgend zu afficiren.
294) Im Zusammenhange mit diesen Vorsichtsmafsregeln wird die Bemerkung nUhig seyn, dafs der magnetische Zustand der. Nadel des Galvanometers in Folge
eines elektrischen Schlags durch das Instrument sehr leicht
gestbrt , geschwlcbt und selbst umgekehrt werden kana
-
287
Vor Ailem, wenh die Nadel bei dem Durchgange des
Schlags schief, , in falscher Stellung. gegen die Drahtwindungen steh t, kann man diese Erscheinuogen mit Sicherheit voraussetzen.
295 1 Es war die Veniigerungskraft der schlechten
Leiter, mittelst der ich anfangs hoffte im Stande zu seyo,
die gemeinejElektricitat mebr zur Annahme der Kennzei&en und Fahigkeiten der voltaschen Elektricitat zu veranlassen, als man ihr beizulegen pflegt.
296) Die Bedeckung und Bekleidung des Galvanometers wurde zuerst mit der entladenden Ableitung verbunden (292); das Ende .B (87) des Galvanometers verband ich mit der aufseren Belegling der Batterie und
danu diese beiden mit der entladenden Ableitung; das
Ende A des Ga?vanometers wurde mittelst eines geniifsten Fadens vou vier Fufs Lange mit einem entladenden
Stab verhunden, und endlich, nachdem die Batterie durch
etwa vienig Umdrebungen der Maschine positiv geladen
worden, wurde sie mittelst des Stabes und des Fadens
durch den Galvanometer entladen. Augenblicklich gerieth
die Bade1 in Bewegung.
297) Wshrend die Nadel ihre Schwiugung in der
ersten Richlung volibrachte und zuriickkehrte, wurde die
Maschine gedreht, und, wenn die Nadel bei dem Schwingen ihre erste Richtung wieder aunahm, wurde der Schlag
abermals durch den Galvanometer geleitet. Durch wenigmalige Wiederholung wuchsen die Schwingungen bald
bis zu einer Ablenkung von 40° nach jeder Seite von
der Ruhelinie.
298) Diese Wirkung konnte nach Belieben hervorgebracbt werden. Auch wurde sie anscheinend weder der
Richtung noch dem Grade nach vedndert, wenn statt des
diinnen laogen Fadens eine k u n e dicke Schnur oder vier
solcber Schniire angewandt wurden. Mit einem empfindIicheren Galvanometer liefs sich durch Eine Entladung der
Batterie eiue vortreffliche Schwingung der Nadel erhalten.
288
299) Bei Umkehrung der Verbindungen des Galvanometers, so dak die Entladung von 23 nach A gehen
mufste, wurde die Nadel eben so gut, jedoch in entgegengesetzter Richtung abgelenkt.
300) Die Ablcnkungen hatten dieselbe Richtung wie
wenn ein voltascher Strom durcli den Galvanometer ge
gangen war, d. h. die positiv geladene FIiiche der dektrischell Batterie verhielt sich wie das positive Ende des
voltaschen Apparats (26s) und die negative Flache der
ersten wie das negative Ende des letzteren.
301) Die Batterie wurde nun aufser Gebrauch gesetzt, und die Verbindungen jetzt so geordnet, dafs der
Stroiu von d e n ersten Coductor durch den gegen ihn gehaltenen Entlader, durch die feuchte Schnur und die Galvanometerwindungen in die cntladende Leitung (292) gehen mufste, durch welche letzterc er endlich zerstreut
wuyde. Dieser Strdm konntc in jedein Augenblick un.
terbrochen wcrden , cntweder durcli Fortnahme des Entladers oder durch Stillhalten der Elcktrisirmaschiue, oder
*durch Verbindung des ersten Conductors mittelst eines
anderen Entladers mit dcr Ableitung (292). Eben so
konnte der Strom augenblicklich wieder hergestellt werden. Die Nadel war so ajustirt, dafs sie, wenn sic mefsig
schnell und in kleinen Bogen schwang, fiinfundzwgnzig
Schlage einer Uhr gebrauchte, urn in einer Richtung den
Bogen zu durchgehen, und dieselbe Zeit erforderte sie
also, um ihn in der andern Richtung zu durchlaufen.
302) Nachdem bei dieser Anordnung die Nadel zum
Stillstand gekommen, wurde der Strom direct von der
Elektrisirmaschine fiinfundzwanzig Uhrscliliige lang durch
den Galvanometer geleitet , dann fiinfundzwanzig Uhrschliige lang unterbrochen , wieder fiinfundzwanzig Uhrschlage lang hindurchgeleitet, abermals eben so lang untcrbrochen, und so fort. Die Nadel begann bald sichtbar
zu schwingen, und nach mehren Abwechslungen hatten ihre
Schwingungen eine Gr6fse von 40° und mebr erreicht.
303 )
289
303) Bei der Umkehriing der Ricbtung des durch
den Galvanometer geleiteten Stroms kehrte sich auch die
Ablenkung der Nadel urn. Immer war die Bewegung
der Nadel von gleicher Richtung mit der, welche bei Anwendong einer elektrischen Batferie oder eines voltaschen
Trogapparats (300) erfolgte.
305) Icli ersetzte nun die ferxdite Schnur durch eilien Kupferdraht, SO dafs die Elektricitst der Maschine
gsnzlich durch cine Qrahtverbindung, von der das Galvanometergewinde eiuen Theil ausmachte, direct in die
Ableitung ging. Die Wirkungen waren jetzt genau deli
friiheren gleich (302).
305) Statt bei Leitung der Elektricitat durch das
System den Entlader iiiit scinein Ende in Beriihrung mit
dem Conductor zii bringen, wie bisher, wurden jetzt ail
dein Entlader vier Spitzcn bcfestigt, und diese, wenn der
Strom durchgeleitet werden sollte, dem Conductor bis
auf etwa 12 Zoll genahert, und dagegen fortgezogen,
wenn ,jener unterbrochen werden sollte. Als dann, mit
Ausnahme dicser Abanderung, wie zuvor verfahren wurde
(302), wich die Nadel sogleich stark ab und in viilliger
Uebereinstilnmung mit den friiheren Resultaten. Spitzen
wnren die Mittel, durch welche Hr. C o l l a d o n immer
die Entladungen vollzog.
306) Endlich leitete ich die Elektricitat durch eine
ausgepumpte Glasglocke (so dafs sie daselbst nordlichtartig erscheinen mufste) und dann durch den Galvanometer in die Erde. Auch jetzt noch wirktc sie ablenkend auf die Magnetnadel, uud anscheinend mit gleicher
Kraft wie zuvor.
307) Aus allen diesen Versuchen erhellt, d a t ein
Strom gemeiner Elektricitst die Magnetnadel in gleichem
Maafse ablenkt, er mag nun durch Wasser oder Draht,
oder verdunnte Luft, oder niittelst Spitzen, durch gewiihnliche Luft gegangen seyn. Das einzige Erfordernifs ist,
wie es scheint, ihm Zeit zu der Wirkung zu lassen. Er
Annd.d.Physik. Bd. 105. St.2. J. 1833.St.10.
19
290
verhalt sich also gerade eben so magnetisch als ein v01tascher Strom und ist in dieser Eigenscliaft nicht von ihin
unterschieden.
308) Unvolikommene Leiter, wie Wasser, Salzliisung u. 8 . w., sind weit geeigneter zur Darlegung dicser
Erscheinungen als andere Arten der Entladung, z. B. durch
Spitzen und Kniipfe. Denn die erstere Entladungsart verwandelt den Schlag einer kraftigen Batterie in eiiien schwachen Funken oder vielmehr einen conIinuirlichen Strom,
und man lauft dabei wenig oder gar keine Gefahr, den
Magnetismus der Nadel zu stiiren (294).
309 ) 111. Chemische Zersettung. Die chemische
Wirkung der voltaschen Elektricitjit ist cbarakteristisch
fur dieses Agens, doch nicht charakteristischer als es die
Gesetze sind, nach welchen sich diese durch die Zerse1,zung
frei gewordeneh Stoffe an den Polen ordnen. W o l l a s t o n *) zeigte, dnls die gemeine Elektricitiit in diescn
Wirkungen Aehnlichkcit mit ihr habe, und dnfs beidc wesentlich einerlei scycn; N allein er inischte uiitcr seine Beweise einen Versuch, welchcr nur Aehnlichkeit und nichts
mehr als Aehnlichkeit mit einer voltnschen Zersetzung hatte.
Wiewohl er selbst diels zum Theil eiiisnh, so ist doch
dicser eine Versuch mehr als die vielen anderen und cntscbeidenden Versuche, welche er beschreibt, angefiihrt
worden, von Einigen, urn das Daseyvn einer elektro - chemischen Zersetzung, wie die durch die Siiiil~,zu beweisen, von Anderen aber, um den ganzen Aufsatz verdjichtig zu machen.
310) Ich nehme mir die Freiheit meine Resultate
hier kurz zu beschreiben, und dndurch d e n Zeugiiisse
W o 11 a s t o n’s iiber die Einerleiheit der voltascben und
gemeinen Elektricitzt, was die chemische Action betrifft,
das meinige hinzuzufiigen, nicht blofs urn die Wiederholung der Versuche zu erleichtern, sondern auch um ei*) Phil. Transact. 1801 ,p. 427, 434 ( G i l b e r t ’ s hnnsl. Bd. XI
S. 104).
291
nige neue FoIgerungen in Betreff der eIektro - chemischen
Zersetzungen aufzustellen (376. 377).
311) Zunachst wiederholte ich W o l l a s t o n ’ s vierten Versuch *), bei welchem die Enden besponnener Silberdrahte in einen Tropfen von Kupfervitriol- Lasung getaucht wurden. Als Maschinen-Elektricit3t durch diese Vorrichtung geleitet wurde , bekleidete sich in dem Tropfen
das Ende, welches die Elektricitat bekaiii, mit metallischem Kupfer. Hundert Umdrehungen der Maschine erzeugten eine sichtbare Wirkung, zweihundert eine noch
stzrkere. Die zersetzende Wirkung war indefs schwach.
Sehr wenig Kupfer wurde gefdlt, und am andern Pol
keine merkliche Spur von Silber gelost.
212) Eine vie1 zweckmzfsigere und wirksamere Vorrichtung zu chemischen Zersetznngen durch gemeine Elektricitiit ist folgende. Auf eine CTIasplatte (Fig. 2 T a t I),
welche auf weifses Papicr gelegt ist, doch dariiber erhoben, damit keine Schatten storen, bringe man zwei Stiicke
Zinnfolie a, b, verbinde das eine durch einen isolirten
Draht c oder durch Draht und Schnur (301) mit der
Elekfrisirmaschine, und das andere durch g mit der Ableitung (292) oder dem negativen Conductor; ferner verschaffe man sich zwei Stucke diinnen Platindrahts, gebogen y i e Fii. 3 Taf. I, so dafs der Theil d’beinah
aufrecht steht, wahrend das Gauze auf den drei Stiitzpunkten p, e, f ruht, und lege sie wie in Fig. 2, wodurch die Spitzen p , n die zerlegenden Pole werden.
Aof diese Weise erhalt man Beriihrungsflachen so klein
wie man will, die Verbindung kann in einem Augenblick
imterbrocbcn und wieder hergestellt werden, und die unter der Einwirkung stelenden Substanzen lassen sich mit
griifster Leichtigkeit untersuchen.
313) Auf dem Glase wurde ein dicker Strich mit
einer Liisung von schwefelsaurem Kupfer gezogen und
*) Philosoph. Transuct. J 1801, p. 427, 434 ( G i l b e r t ’ s Anna1
Bd. XI S. 105).
19 *
292
die Enden p und n in denselbcn gesteckt; die Folk Q
wurde mit dein positivcn Conductor der Elektrisirmaschine verhnden, und zwar, damit keine Funken iiberscbliigen, . durch einen Draht und eine feuchte' Schnur.
Zwanzig Umdrehungen der Iffaschine veranlai'sten eine
F~llungvon so vie1 Kupfer auf das Drahtende p , dafs
es wie ein Kupferdraht aussah; bei
trat keine sichtbare
Aenderung eiu.
314) Eine Mischung von Salzsjiure und Wasser zu
gleichen Theilen wurde durch schwefelsaurea Indigo tief
blau gefarbt, und ein grofser Tropfen clavon auf das
Glas Fig. 2 gebracht, so d a t p und n an den cntgegcngesetzten Euden eintauchten. Eine einzige Uindreliiing
der Maschine zeigte rings uin p eine Bleichung, in Folge
entwickelten Chlors. Nach zwnnzig Umdrehungen war
keine Wirkung der Art bei n sichtbar; allein bei p war
so vie1 Chlor cntbunden, dafs beim Umriihren des Trttpfens das Ganze farllos wurdc.
315) Ein Tropfen Jodkalium-Liisuag, geinengt mit
Stjirke wurde in dieselbe Lagc bei p und 72 gebracht.
Beim Drehen dcr Maschine wurde bci p J o d entwiclielt,
bei n aber nicht.
316 ) Eine fernere Vel.besserung dieses Apparats besteht darin, dafs man init der zu untersuchendcn Liisung
ein Stiickchen Fliefspapier benetzt, iind diefs auf das
Glas, unter die Spitzen p und n briogt. Das Papier kilt
die an diesen Spitzen entwickeltc Substanz zuriick und
macht durch seine Weifse jede Farbenversudcrung sichtbar, erlaubt auch die Beriihrungspunkte zwischen ihm uiid
den Driihten bis auf's Aeufserstc einander zu n5hern.
Ein Stiickchen Papier, befeuchtet uiit einer Liisung von
Starkmehl und Jodkalium oder auch von Jodkalium allein,
ist, bei gewissen Vorsichtsmafsregeln (322) das bewundernswiirdigste Priifmittel fur clcktro-cheinische Actionen;
auf angegebene Art angewandt, wird schon durch eine
balbe Umdrehung der Mascbiuc Jod auf ihln bei p ent-
203
wickelt. Mitj Hiilfe dieser Vorrichfungen und des Gebrauchs von Jodkalium- Papier ist die cheinische Action
zuweilen eine elnpfindlichere Probe fur elektrische Strome
als der Galvanometer (273). Solche Flille treten ein,
wenn die von dem Stroin drrrchlaufenen Stoffe schlechte
Leiler sind, oder wenn die in einer gegebenen Zeit entwickclte oder durchgelassene Menge von Elektricitgt sehr
klcin ist.
317) Ein Stuck Lackmuspapier, befeuchtet mit einer
Liisung von Kochsalz oder Glaubersalz wurde schncl1 bei
p geriithet. Ein anderes, niit Salzszure beniifstes Stuck
ward schnell bei p gebleicht. Keine dieser Wirkungen
zeigte sich bei n.
318) Ein Stuck Curkumiipapier, befeuchtet init einer Liisung von Glaubersalz, murde nach zwei bis drei
Umdrehungen der Maschine bei n geriithet, und nach
zmanzig bis dreikig Uuidrehurigen war daselbst reichlich
Alkali entwickelt. AIs das Papier herumgeschoben wurde,
so dafs der FIeck unter p zu stehen kam, verseliwand,
bei Drehung der Maschine, das.Alkali bald und der Fleck
wurde gelb; dagegen erschien unter n ein neuer brauner
alkalischer Fleck.
319) h l s ein Stuck Lackmuspapier und ein Stuck
Curcumlipapier, beide niit Glaubersalz-Liisung befeucbtet, combinirt so auf das Glas gelegt wurden, dafs das
erstere sich bci p und das letztere sich bei n befand, reichten wenige Umdrehungen der Maschine hin, an jenem
die Entvvicklung von S u r e , an diesem die Entwicklung
von Alkali zu zeigen, genau wie bei der Wirkungsweisc
cines volta- elektrischen Stroms.
320) Al€e diese Zersetzungen fanden gleich gut statt,
die Elektricitiit mochte aus der Maschine durch Wasser
oder blofs durch Draht, mittelst Beriihrung’ des Conductors oder mittelst Funhen daselbst, in die Folie a
iibergehen, vorausgesetzt nur, dafs im letzteren Fall die
Funken nicht so grds waren, urn auch zwischen p und
294
n oder gegen n Funken zu erzeugen.
Ich habe keinen
Grund zu glauben, dafs die Maschinen-Elektricitat, wenn
sie aus dem Conductor oder an irgend einer andereu
Stelle ihier Bahn in Funken iiberspringt, wegen ihrer
Spannung mehr an wahrer elektro - cheiriischer Zersetzung
leiste, als im Fall sie blofs in einem regelmakigen Strom
iibergeht.
321) Eodlich wurde der Versuch zu folgender Form
ausgedehnt, wobei er die vollkommenste Analogie zwischen der gemeinen und voltaschen Elektricitat lieferte.
Drei aus Lackmus- und Curkumapapier ziisainrnengesetzte
und mit Glaubersalz-Lasung befeuchtete Stilcke wurden
auf einer Glasplatte in der in Fig. 4 abgebildeten Weise
rnit Platindr3hten verbunden. D e r Draht rn fiihrte zuin
ersten Conductor der Elektrisirmaschine, der Draht t zu
der Ableituug, und die Drzhte r und s schlossen mittelst
dcr befeuchteten Papierstucke den elektrisclien Bogen ;
letztere D r a h k waren so gebogen, dafs jeder in den
Puukten nrp, n s p ruhte, mit r und s auf dein Glase,
mit den anderen auf den Papierstiicken. Die drei Spitzen
p p p ruhten auf Lackmuspapier, die drei aiideren n, n, n
auf Curkumlpapier. Als die Maschinc nur kurze Zeit gedreht ward, entwickelte sich Szure a n allen Polen oder
Enden p p p , an welclien die ElektricQat in die Liisung
trat, und Alkali an den anderen Polen nnn, an welchen
sie austrat.
322) Bei allen Versuchen zu elektro chemischen
Zersetzungen mitteIst Maschinen-Elektricitat und 'bgfeuchteter Papiere (316) ist es wesentlich, die folgende Fehlerquelle zu beachten und zu verineiden. Springt ein
Fuoke iiber befeuchtetes Lackmus- und Curkumlpapier,
so wird dadurch das erstere (falls es empfindlich und
nicht zu alkalisch ist) ger&het, und, wenn lnehre Funken uberspringcn, in hohem Grade, Springt die Elektricitat ein wcnig vom Drahte ab fiber die OberflYche
des feuchten Papiers hin, ehe sie Masse und Feuchtigkeit
-
295
genug findet, um geleitet zu werden, so erstrekt sich die
Rathung so weit als die Ramification. Stellen sich ahnliche
Verktclungcn am Ende n, beim Curkulnspapiere ein, so
uerhindern sie das Auftreten des rothen Flecks von dern
sonst daselbst frei werdenden Alkali. Fgnken oder Ver%telungcn aus den Spitzen n riithen ebenfalls das Lackmuspapier. W i r d ein mit Jodkalium-Liisung befeuchtetes Papier (welches ein bewundernswerthes Prufmittel fur
elektro - cbemische Action ist ) den Funken oder Versstelungen, oder selbst einem schwachen, durch die Luft,
entweder von p oder von n ausfahrenden elektrischen
Strome ausgesetzt , so wird sogleich J o d entwickelt.
323) Diese Wirkungen mussen nicltt mit dencn wahrer elektro - chemischer Krnfte der gemeinen Elektricitat
vcrwecliselt, vielmchr sorgfiiltig vermieden werden, wenu
man letztere beobachten will. Daher darf man an keiiier Stelle der Bahn des Stroms Funken uberspringen,
oder die Elektricitzt so intensiv werden lassen, dafs dieselbe dadurch veranlafst werden k&nnte, zwischen den
Drshten und den angefcuchteteri Papieren anders als durch
Leitung uberzugehen; denn springt sie durch die Luft iiber,
so erfolst die vorliin bescliriebene Wirkung.
-324) Diese Wirkung riihrt von der Bildung von
Salpeterskwe ails dem Sauerstoff und dem Stickstoff der
Luft her, und ist in der That nur eine feine Wiedcrholung von C a v e n d is h 's schiinem Versuch. Die dadurch
gebiIdete S u r e ist, wicwoht an R'Ienge gering, voii gro€ser Concentration, und erzeugt die erwahnten Wirkungcn: das Rathen des Lackmuspapiers, das gchinderte A d treten des Alkali's am Curkumapapier, das Freiwerden
von J o d aus deln Jodkalium.
325) Als ich einen sehr kleinen Streifen Lackmuspapier mit einer Lbsung von Aetzkali befeuchtete, und
iiber ihn, seiner Liinge nach, elektrische Funken durch
die Luft iiberschlagen liefs, wurde das Alkali neutralisirt,
und zuletzt das Papier gerathet. Als ich diefs trocknete,
296
fanil sich, dak salpetersaures Kali durch die Operation
gcbildet, und das Papier in Zundpapier umgewandelt worden war.
326) Lackmuspapier sowohl als weifses mit Jodkalium-Losung getranktes Papier liefert daher ein sehr einfaches, schiltnes und leichtes Mittel, C a v e n d i s h ’ s Versuch uber die Bildung der Salpetersiiure aus der Atmosphare zu wiederholen.
327) Bereits habe ich Gelegenheit gehabt (265. 309)
eines Versuches von W o 11a s t o n zii erwiihnen, auf wclchen zu vie1 gegeben worden ist, sowohl von Deucn,
welche die Richtigkeit seiner Ansicliten iiber die Cinerleiheit der voltaschen und gemeinen ElektricitSt bestritten, als v m Denen, welche ihr beipflichteten. Mittelst
Ucberziehung von Dr3hten mit Glas oder einer anderen
isolirenden Substanz bis zu dein Grade, dafs nur die
Spitzen oder ein Querschnitt der Drahte entbliifst blicb,
und mitteIst Hindurchleitung von Elektricitiit durch zivci
solcher Driihte, deren entbliifste Endspilzen in Wasscr
getaucht worden waren, fand W o I1 a s t o n , dafs Wasser zersetzt werdun konnie durch den blofsen Strom aus
der Maschine, ohne Funken, und dafs von den Spitzen
zwei Gasstrome aufstiegen, irn Ansehen denen von der
voltaschen Elektricitat erzeugten ganz iilinlich, und wie
dicse eine Mischung von Sauerstoff- und Wasserstoffgas
liefernd. Indefs sagt W a l l a s t o n selbst, dafs der Vorgang in sofern von dew bei der voltaschen Saule verschieden sey, als hier Sauerstoff und Wasserstoff an jedem der Pole entyickelt werden; er nennt ihn eine sehr
angenaherte Nachahlnung der galvanischcn Ph~nomene,IC
setzt aber hinzu, dafs .in der That die hehnlichkeit nicht
vollstandig sey,u und wagt nicht, die ubrigens in seinem
Aufsatz richtig niedergelegten Grundsatze auf ihn zu errichten.
328) Dieser Versuch ist nichts mehr noch weniger
als eine Wiederholuug in verfeinerter Weise von deln
+
)J
297
im J. 1797 von P e a r s o n *), und im J. 1789, oder friiher von P a e t s v a n T r o o s t w y k und D e i i n a n angestellten. Dafs der Versuch niemals als Beweis einer
wahren elelrtro - chemischen Zeysetzung angefuhrt worden
ist, crklart sich hinreichend aus den1 Umstande, dafs das
Gesetz , welches die Ueberfuhrung und endliche Stellung
dcr entbundenen Stoffe bedingt (278. 309), liier keinen
Einflufs hat. Das Wasser wird an beiden Polen unabbiingig von einander zersetzt, und das an den Drfhten
entwickelte Saaerstoff- und Wasserstoffgas sind die Elemente des den Augeitblick zuvor an diesen Stellcn befindliclien Wassers. DaCs die Pole oder vielmehr Spitzen
fiir die Zersetzung in keiner Abhangigkeit zu einander
stehen, lalst sich erweisen, wenn man eine derselben durch
einen Draht oder Finger ersetzt, deun diese Veranderung
stiirt die Wirkung dcr beibelialtenen Spitze nicht im geringsten, wiewolil a n dein Drafit oder Finger alle W-irkung ausbleibt. Diese Thatsacbe lafst sich beobachten,
w e m man die Maschine einige Zeit dreht; dcnn wiewohl
an der beibehaltenen Spitze Gasblasen in solcher Menge
aufsteigen, dafs sie den fur die andere Communication
gebrauchten Draht ganz bedecken kiinnten, wenn sie sich
an ihn legen wiirden, so steigt doch an diesem Draht nicht
cine einzige Blase in dic Hiihe.
329) Mit vieIem Grund ist zu glauben, dafs die
Menge des bei elektro - chemisclier Zersetzung zerlegten
Stoffes proportional sey nicht der Intensitat, sondern der
Quantitat der durchge&genen Elektricitat (320). Ich
werde hieriiber in einem spiiteren Theil dieses Aufsatzes
(3T6. 377) einige Bcweise geben. Allein bei dem eben
betrachteten Versuch ist diefs nicht der Fall. Wenn,
bei eioem unveriinderten Spitzenpaar , die Elektricitiit in
Funken aus, der Maschine springt, wird eine gewisse
Menge Gas entwickelt; macbt man die Funken kuriier,
SO entwickelt sich weniger Gas, und verschwinden die
*) N i c h o l s o n , s Journal, 4t0, Vol, I p. 241, 299, 349.
298
Funken ganz, so wird kaum eine merkliche Mengc Gas
in Freiheit gesetzt. Nimmt man statt des Wassers eine
Glaubersalz-L8sung, so wird mit kraftigen Funken kaum
eine merkliche Gasmenge entwickelt, und mit einem blot e n Strom fast gar nichts; und doch war die in einer
gegebenen Zeit entwickelte Menge von Elektricitat in allen
diesen Fallen gleich.
330) Ich will nicht laugnen, dafs nicht geineine Elektricitat mit einem solclien Apparat W-asser in analoger Weise
wie die yoltasche Saule zersetzen kiinne; ich glaube vielmehr, gegenwartig, dafs es der Fall sey. Alleia, wenn nur
die, meiner Meinung nach, wahre elektro-chemische Zersetzung auftrat, war die entwickelte Gasmenge so klein,
dafs ich nicht ermitteln konnte, ob, was ich suchte, Sauerstoff b l o b an einem und Wasserstoff an dein andern
Draht entwickelt wurde.
Von den beiden Gasstrirmen
schien der eine bedeutender als der andere, und wenn
ich den Apparat umdreble, gab noch dieselbe Seite in
Bezug auf die Elektrisirmaschine den griifsten Strom.
Nahm ich Glaubcrsalz -Liisung statt des reinen Wassers
(3399, waren diese kleincn Strijme noch zu beobachten.
Allein die QunntiBten waren so gering, dafs ich nach
einem halbstundigen Drelien dcr Mascliine an keinem der
Pole eine Gasblase griifser als ein Sandkbrncheu erhalten konnte. 1st der Schlufs, welchen ich hinsichtlich des
Betrags der chemischeu Action gegeben habe (377) richfig, so mu& diefs auch so seyn.
331) Icli bin um so eifriger bemiiht gewesen, den
wahren W e r t h dieses Versuchs als eines Beweises fur
elektro -chemische Action festzustellen , weil ich Gelegenbeit baben werde, mich in allen Fellen einer angeblichen chemischen Action durch magneto-elektrische und
andere elektrische StriSme (336. 346) darauf zy berufen.
Allein, unabhangig davon, kann es nicht bezweifelt werden, dafs W o l l a s t o n in seiner allgemeinen Folgerung
Recht hat, dafs voltnsche und gemeine ElektricitW che-
299
mische Zersetzungskr5fte von gleicher Natur rind unter
gleichem Anordniingsgesetze stehend besitzen,
332) IV. Physiologische EjJecte.
Das Vermogen Jes gemeinen elektrischen Siroms den thierischen Organismus zu erscliiittcrn urid in Zuckungen zu versetzen,
nnd, wenn er schwacher ist, auf die Zunge und die Augen zu wirken, kann als gleich betrachtet werden mit
der ahnlichen Kraft der Voltaschen Elektricitat, wenn
man die Intensitat der einen und die Dauer der anderen
Elektricitat beriicksicbtigt. Ifringt man eine feuchte Schnur
in die Bahn des Stroms aus einer Leidner Batterie (291),
welche durch acht bis zehn TJmdrehungen einer wirksamen Elektrisirmascbine (290) geladen ist, und vollzieht
die Entladung mittelst Platinspatel durch die Zunge oder
das Zahnfleisch, so sind die W-irkungen auf die Zunge
und die Augen genau denen eines schwachen voltaschen
Apparates gleich.
333. V. Funken.
Der schiine Funken bei Entladung gemeiner Elektricitat ist wohl bekannt. Er wett-eifert an Glanz mit dem -bei der Entladung voltascher
Elektricitit, wenn er ihn nicht gar iibertrifft; allein er .
dnuert nur einen Augenblick und ist von einem scharfen
Gerausch, ahnlich dem einer kleinen Explosion, begleitet.
Doch kann es, besonders unter gewissen Umstanden, keine
Schwierigkeit haben, einzusehen, dafs es derselbe Funke
sey, wie der von der voltaschen Batterie. Das Auge kann
keinen Unterschied zwischen dem voltaschen und dem gemeinen elektrischen Funken wahrnehmen, wenn man sie
blofs in Intervallen zwischen amalgamirten Metallfkhen
und durch eine gleiche Luftstrecke iiberspringen Iafst.
334) VC'urde die Batterie (291) durch eine feuchte
Schnur entladen, die entfernt von der Stelle, wo der
Funke iiberspringen mufste, einen Theil des Bogens ausmachte, so war der Funke gelblich, flamlnend und von
llingerer Dauer als im Fall das Wasser nicht eingeschaltct worden; dabei hatte er eine Lange von drei VierteE
-
-
300
2011, wenig oder kein Gerlusch zu seiner Beglcitiing, und,
wahrend er einen Theil seines gewiihnlichen Charakters
verloren, mehr Aehnlichkeit mit dein voltaschen Funken.
W u r d e die Elektricitat durch Wasser verziigert und zwischen Kohlenstiicken entlnden, so war der Funke aufserordentlich leucbtcnd auf beiden Kohlenfl~chen,und ahnclte
in Helligkeit d m roltasehen' Funken an solchen Oberfliichen. W u r d e die Elektn'citYt unverziigert durch Kohle
entladen, so war der Funke hell auf beiden Kohlenfkichen und darin dem voltaschen Funken ~hnlich; allein
begleitet van einem scharfen, lauten und gallenden Gorausch.
335) Ich habe, ich glaube iibereinstirnmend mit der
Meinung aller Physiker, angenommen, dafs die atmosplilirisclie Elektricitiit von gleicher Natur sey wie die gemeine Elektricittlt (281), und kiinnte mich daher awf gewisse publicirte Angaben von chcmisclien Wirkungen dcr
ersteren berufcn, als Beweis, dafs die lctztere wirklicli
die Zersetzungskraft mit der voltaschen Elektricitst gemein habe. Allein dcr Vergleich, mit dem icli beschgfftigt bin, ist zu streng, als d a b ich mir erlauben kiinnte,
Angabcn zu bcnulzcn, oline von dercn vollcn Richtigkeit
versichert zu seyn. Andererseits hahe ich kein Recht sie
zu ignoriren,. weil sic, wenn sie richtig sind, das beweisen, was ich auf einer unzweifelha€ten GrundEage beweisen will, sic also die Priorilat von meinen Versuchen voraus lititten.
336) Hr. B o n i j 01 in Genf *) sol1 einen selw empfindlichen Apparat zur Zersetzung des Wassers durch genieine Elebtricitat construirt haben. Durch Verbindung
eines isolirteo Blitzableiters rnit diesem Apparat geschah
die Zcrsetzung des Wassers in einer unausgesetzten und
rascben Weise, selbst wenn die atmosphlrische Elektricitat nicht sehr kraftig war. Der Apparat ist niclit beschrieben; docb, da gesagt wird, der Draht sey sehr diinn,
*) Biblioth. uniuersalk, 1830, T.XLV p . 213.
301
scheint er mir von ahnlicher Construction gewesen zu
seyn als der von W o l l a s t o n (327), und da dieser
keinen Fall von walirer polarer elektro - chemischer Zersetzuiig liefert (328), so scheint mir diefs Resultat des
Hrn. B o n i j o 1 die Identitat der gemeinen und voltaschen
Elektricitit, in Bezug auf chernisclre Action, nicht zu beweisen.
337) Auf demselben Blatte mird in der Bihlioihkgue
wid auch
unz'verselle gesngt, Hr. B o n i j o 1 habe
Chtorsilber zcrsetzt, indem er diese Kiirper in sehr enge
Riihren brachte und elektrische Fuiiken aus einer gewijhnlichen Elektrisirmaschine iiber sie springcn liet. Es ist
klar, d a t diese Erscheinungen keine helinliclikeit habea
anit den F:iIle11 eincr wahrhaften voltaschen Zersetzuug,
wo die E1cktricit:it nur zersetzt, wenn sic von dem ihrer
Eiriwirliung ausgcsetzten Kiirper geleitet wird, und aufbiirt nach ihren gewiihnlichen Gesetzen zu zerlegen , sobald sie in Funken iiberspringt. Diese Erschciiiungen sind
wahrscheinlich denen, welche in P e a r s o n's und W o 1l a s to n's Apparat mit Wasser stattfanden, thcilweis analog, und kiinnen durcli Einwirkung einer sehr hoheqTemperatur auf kleine Mengen der Substanz entstanden seyn,
oder aucli den Resultaten in Luft (322) zur Seite gestellt werden. Do Stickstoff sich unter dem Einflufs des
elektrischen Funkcns direct mit Sauerstoff verbinden kann
(324), so w3re es niclit unmSglic11, dafs derselbe sogar
einem Tlieil des Icali's Sauerstoff entzogen hatte , zrimal
reichlich Kali zugegen war, urn sich ixiit der gebildeten
Salpetersaure zu verbinden. W i e verschieden alle diese
VorgSnge auch von wahrhafter polarer elektro-chemischer
Zersetzung seyn mQgen, so sind sie doch sehr wichtig
und wohl untersuclienswerth.
335) Der verstorbene Hr. B a r r y hat im verwichenen Jahr der K. Gesellschaft einen Aufsatz mitgetheilt *),
der in dein Detail so deutlich ist, dafs es scheinen
*) Phil. Trans. 1831, p. 165 (Ann. Bd. XXVII S. 478).
SO
302
kitnnte, als sey dadurch auf einmal die Identittit der gcmeinen und voltaschen ElektricitSt, in Bezug auf chemische Action, erwiesen; untersuclit man ihn aber nliher,
so zeigen sich bedeutende Schwierigkeiten, gcwisse Effecte
mit anderen zu vereinbaren. Er gehrauchte zwei Riihren mit einem an ihrem Ende eingeschinolzenen Draht,
wie man sie zu voltascben Zersctzungen anwendct. Die
Rithren waren mit einer durch Veilcliensyrnp gefiirbten
Glaubersalz-Losiing gefullt, und, auf gewiihnliche Weise,
durch eine Portion derselben Liisung mit einander verbunden. Der Draht in der einen Riihre war durch einen unecliten Golddraht init der isolirten Schnur eines
elektrischen Drachens verbunden, der Draht in der andern Riihre durch einen ahnlichen Draht nit dcm Boden. Alsbald erschien Wasserstoff in der init dcm Drachen verbundencn lWire, und Sauerstoff in dcr andcren, in zelin Minuten war die LBsung in dcr ersten RiiEre
durch entbundencs Alkali griin, und die in der andcren
Riilire diirch frei gewordene SSurc roth. Die cinzige Angabe von der Stiirlre der atrnos~~h~rischen
Elcktricitit liefert die Aenfscrung: Beim Anfnssen der Schnur wurden
die gewiihnlichen elektrischcn Schlage gefuhlt.
330) Dafs die Elektricitat in diesein Fallc nicht der
aus einer gewiihnlichen Quelle gcmeincr Elektricitat Shnele,
zeigen mehre Umstlnde. W o l l a s t o n konnte bei Anwendung gemeiner Elektricitat niit einer solchen Vorrichtung kein Wasser zerlegen und die Gase in geirennien
Gefsfsen erhalten; noch hat irgend einer der vielen Physiker, welche einen solchen Apparat anwandtcn, Wasser
oder ein neutrales Salz mittelst der Elektrisirriiaschiiie in
solcher Weise zersetzen konnen. Neulich habe ich den
Versuch rnit einer grofsen sehr wirksamen Elektrisirmaschine (290) wiederholt; allein wiewohl er eine Viertelstunde lang fortgesetzt und die Maschine wshrenddefs
siebenhundert Ma1 umgedreht ward, so zeigten sich doch
keine sichtbaren Wirkungen. Dennoch inufsten die Schlage,
))
(1
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Ivelche die Mas‘cliine gegeben baben wiirde, weit kraftiger und zahlreicher seyn als die, welche man, mit nur
einiger Vorsichtigkeit, der Schnur eines elektrischen Drachens entlocken darf. Aus dem Vergleich, welchen ich
spater (371) anstellen werde, wird man ersehen, dafs,
wenn gemeine Elektricitst die Wirkung bervorgebracht
batte, ihre Quantitat erschrecklich grofs gewesen seyn
miifste, und anscheinend weit grofser als die, welche durch
einen Golddraht in den Boden geleitet werden, und zugleich die v gewiihnlichen Schlage (c geben konnte.
340) Dafs die Elektricitat anscheinend nicht der voltaschen Elektricitat gleich war, erliellt daraus, dafs nur
die gewohnlichen Schliige erzeugt wurden , und nicht
die entsetzliclie Empiindung, welche die voltasrhe Siiule
hervorbringt, selbst wenn sie eine so schmarhe Spannung
hat, dafs sid nicht durch eine Luftschicht von der Dicke
eincs AcliteIzoIls iiberschltigt.
341) Miiglicherweise konnte die Luft, welche den
Drachen und seine Schnur umgab, miewohl sie sich nur
in d e n elektrischen Zustand befand, urn blofs die 8igewohnlichen SchlSge cc hervorzubringen, doch, nachdem die
Elelrtricitit ausgczogen worden, ihre Ladung erneuen
und so den Stroni unterhalten. Die Schnur war 1500
Furs lang und enthielt zwei Doppeldrahte. Wenn man
bedenkt, welche ungeheure Menge (von Elektricitat) dadurch gesammelt wordcn seyn muEste (371. 376), so
wird die ErklYrung sehr zweifclhaft. Ich lud eine voltasche Batterie von zwanzig Plattenpaaren (jede Platte von
4 Quadratzoll und die Kupferplatten doppelt) sehr stark,
isolirte sic, verband ihr positives Ende mit dem Ableitcr (292) und ihren negativen Pol mit einem dem B a r ry’sclien Hhnlichen Apparat , dcr durch einen drei Zoll
tief in den Boden gesteckten Dralit init diesem in Verbindung stand. So vorgerichtet bewirkte diese Batterie
iiur schwache Zersetzungen, so weit ich beurtheilen konnte,
im Vergleich mit der von Hm. B a r r y gegebenen Be)J
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schceibung. Ihre Intensitit war demnach weit gcringer
als die der Elektricitiit der Drachenschnur ; uud sic gab
also auch keine Schkige, die mit den ,Bgewiihnlichen Schlagen w einer Drachenschnur zu vereleichen gcwesen wiiren.
342) Hrn. B a r r y ' s Versuch ist selir wiciitig und
wiederholenswerth. BestZtiSt er sich, so liefert er meines Wissens den ersten bericliteten Fall ciner wahrcn
elektro - chemischcn Zersetzung des Wassers durch gclneine Elektricitzt, und lehrt eine Forin des elehtrischeu
Stromes bennen, welche, sowohl in QnanWit als lntensitzt, zwischen d e n Stroin der ElcktIisirmnscl~ioe und
deln der voltaschen Saule genau in der Mittc stclit.
(Sciitufs im neelisten Hcfte.)
V. Bernerkungcri iiher cinvn con IJrn. P o t t e r
arigrskrffLm J/ite+wiiz wrs ucli ;
C
Phil. J I q a z .
Ser.
O
G.
~
B. Airy.
F i l . I1 p . 161. - Ein Brief an die IIerausgeber dieser Zeitschrift.)
III
I m Ietzten Hefte Ihrer Zritsrhrift befindet sich ein Auf-
satz von Hrn. P o t t e r iiber gewisse Interfcrenzphiinoiuene, welche derselbe nach der Undulationstlieoric fur
unerkliirbar halt. In der That sind aber diesc Phiinomene gerade eine Bestetigung der Wahrheit dieser l'heorie; und ich wurde Sie dalier nicht mit dicscn Bemerbungen belastigt babcn, wenn ich nicht fuhlte, dafs dos
Publicurn vie1 Interesse daran nehmen mufste, Versuche
und Berechnungen, vrie die erwahnten, deutlich und richtig ausgelegt zu seben.
In €Im. P o t t e r 's Versuch gelangen zwei Lichtbiindel , die aus einer gemeinschaftlichen Quelle entspringcn,
dadurch zur Interferenz, d a t sie auf zwei Planspiegel
fal-
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