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Ein Apparat die Dauer der verzgerten Entladung durch Rotation der Funkenstrecke sichtbar zu machen.

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596
IV. Ein dpparat, die Dauer der verzijgerten
Entladung durcA Rotation der Funkenstrecke
sichtbar m machen; mon W.H o l t z .
D e r vorstehende Apparat kann durchaus keinen Anspruch
darauf machen, den W heatston’schen Spiegel in seiner
von F e d d e r se n verbesserten Form zu ersetzen , sondern
hiichstens denselben innerhalb gewisser Granzen zu ergiinzen. Jener ’Apparat ist niimlich auch fir Entladungen
von kiirzester Dauer brauchbar, wahrend dieser nur fur
solche von sehr lauger Dauer zu verwerthen ist; dafiir
bietet er aber den Vortheil, dais die schon an sich lichtschwachen Funken solcher Entladungen durch seinen
Mechanismus keine weitere Schwiichung des Lichtdrucks
erfahren, so d a b sie ebenfalls auch ohne J7erdunklung des
Zimmers zu erkennen sind. Bei jenem Apparat findet
niimlich eine Zerstreuung des Lichts nicht nur durch den
Spiegel, sondern auch durch die das Bild auffangende
halbdurchsichtige Flache statt, und die letztere ist wieder
nothwendig, wenn die Darstellung der Erscheinong eine
objective d. h. gleichzeitig mehreren Beschauern zugiingliche seyn 8011. Auch lierse sich vielleicht gegen den
genannten Apparat der Einwurf erheben, d a b die ganze
von der Entladung zu durchbrechende Lilftstrecke wahrend
der Dauer einer solclien keine unverlnderliche Griifse
bleibt, da bekanntlich, damit das Bild allemal das Auge
des Beschauers trifft, aufser der im Spiegel beobachteten
Funkenbahn noch eine zweite an diesem selbst und mit
diesem variable eingeschaltet werden mufs. Diese Uebelstsnde fallen bei der von mir erdachten Vorrichtung fort.
Die Idee, welche dem Apparat zu Grunde liegt, ist
freilich in sofern keine neue, als bereits friiher die Entladungen R ii hm k o r ff’scher Inductionsapparate in einer
rotirenden Funkenstrecke beobachtet sind. Was ich daruber weils, beschrankt sich jedoch auf cine kurze Notiz
597
i n W i e d e m a n n's Lehrb uch des Galvanismus und Elektromagnetismus, und hiernach scheint die Aidiihrung der
Idee allerdings keine glrickliche gewesen zu seyn. Die
betreffende Stelle lautet I ) : ,,Verbindet man die Enden
der Inductionsrolle mit zwei Metallspitzen, welche um eine,
ihrer Verbindungslinie parallele Axe rotiren so erscheint
die Lichthtille gleichfalls in der Bewegungsrichtung gegen
den Fuuken ausgebreitet. Bei sehr schneller Rotation
lost sich die Entladuug in eine Reihe von Fliichen auf,
die mit dem Licht der Lichthalle ermllt und an ihrem
iiul'sersten Ende von mehreren, dem ersten Funken ahnlichen, aber vie1 dunkleren Funken begranzt sind.' Nach
der hier beschriebenen Anordnung mufs jedoch die Erscheinung nach der jedesmaligen Lage der Funkenstrecke
einen verschiedenen Anblick gewiihren. Denn der Beschauer mufs hier eine solohe Aufstellung nehmen d d s
sein Auge in derjenigen Ebene liegt, in welcher die Funkenstrecke rotirt und d a m wird er, abgesehen von der
Gefahrlichkeit solcher Stellung, die Erscheinung nur in
den seltensten Fallen unverkiirzt erblicken, nur dann niimlich , wenn die Entladuug zufillig bei derjenigen Lage
der Spitzen erfolgt, wo sie dem Auge am nlichsten oder
am entferntesten sind, und im letzteren Falle wird das
Bild noch theilweise durch die rotirende Welle verdeckt.
Auf die &ere Beschaffenheit der Spitzen und ihre Befestigung l a s t sich zwar aus den angefbhrten Worten kein
Schlufs ziehen. Ich vermuthe jedoch, dafs zwei gleichgerichtete DrZihte an zwei von einander isolirten Punkten
der Welle einseitig befestigt, und d a b ihre freien zugespitzten Enden durch Umbiegen einander genahert und
zugleich in eine mit der Axe parallele Lage gebrscht
waren. Eine derartige Anordnung ist jedoch der Rotationsgeschwindigkeit hinderlich. Denn die Driihte diirfen
nicht zu diinn s e p , um den Widerstand der Luft zu
iiberwinden; und je dicker sie sind, um so mehr wZichst
dieser Widerstand und die Hemmung, welche die BeweI ) W i e d e m a n n , Galvanismus und Elektromagnetismus Bd. H , s. 856.
,
598
gdng e f i h r t .
Dazu kommt, dak solche Drahte nothwendig aequilibrirt werden musten, was neben Uebelsanden in der AusfIihrung eine neue Vermehrung des
Luftwiderstandes zur Folge hltte. Endlich lUst sich
gegen die Anwendung freiliegender Spitzen einwenden,
dafs die zwischen denselben befindliche Luftstrecke umgekehrt einen zu geringen Widerstand findend, wahrend
der Dauer einer Entladung all zu leicht oder zu schnell
wecheelt, uhd die bereits erwlrmte durch eine kaltere und
somit weniger leitende eraetzt wird.
Aus diesen GrUnden schienen mir fiir die Construction
des Apparates namentlich folgende Punkte beachtenswerth : 1) Die Verbindungslinie der Spitzen mufste senkrecht auf der rotirenden Axe stehen, damit der Beschauer
bei geeigneter Aufstellung die Erscheinung stets unverkiirzt erblicken konne. 2 ) Die Befestigung der Welle
sowohl, wie der Spitzen war so zu wahlen, dab die Erscheinung nirgend von irgend welchen Theilen terdeckt
werde. Diese Punkte schienen mir von urn so griifserer
Bedeutung, als ich bei der Verwirklichung meiner Idee
mehr an die verzogerte Etitladung von Leydner Flaschen,
als an die Entladungen eines Inductionsapparates dachte,
welche freilich schnell genug folgen, als dafs man nicht
recht gut eined Theil derselben vermissen kiinnte. Ferner
hatte ich die Moglichkeit vor Augen, dais sich der Apparat seiner geringefi Kostcn wegen hier und da in Schulen
Eingang verschaffe und dann war es wiinschensterth,
dalk eich die Erscheinungen ohue Hindernisse von den
verschiedensten Stellen aus erblicken liefsem. 3) Damit
aiimmtliche bewegliche Theile besscr im Gleichgewicht,
und ziigleich der Luftwiderstand eitl moglichst geringer
sey, daniit die Luftschicht ferner, in welcher sich die
Fuhkeiistrecke bewegt rnogliehst gleicheu Aiitheil an der
Bewegung habe, schied es mir geboten, an der Welle
zutllichst eine isolirende Scheibe iind an dieser die Spitzen
sammt der nathigen Leitung mi befestigen. Die Scheibe
mufste gciiau rund, centrirt uiid iiberall voii gleiclicr Dicke
,
,
,
599
seyn; sie konnte aus diesem Grunde nur aus Hartghmmi
beatehen. Spitzen und Leitlmg, sich eng an die Scheibe
schrdiegerid, rnufsten zugleich so leicht seyn, d d s eie dae
Gleichgewicht derselben nicht st6rten. Aedsemt diihne
und leichte Metallstreifen echienen hierza am beaten
geeignet.
Ich will nun ztmilchst den Apparat so beschreiben,
wie ich ihn mir durch den Mechaniker Hrn. B o r o h a r d t
anfertigen liefs, und wie mir derselbe auch f i r die Darstellung der Erscheinungen, so lange es sich nicht urn
wissenschaftliche Versuche handelt zu genagen scheint.
Einige ftir solche Versuche vielleicht nathigen Abanderungen sollen spiiter eine kurze Erwahnung &den.
A d einer schmalen aber langgestreckten Unterlage
aus Holz (Fig. 8, T a t VII) stehen drei gleiche runde
S a n d e r aus demselben Material. Sie stehen in einer
Linie in gleichen Intervallen, der eine in der Mitte die
bei'den anderen mehr an den Enden. In den halbrunden
Kopfen dieser Stiinder befinden sich horizontal gerichtete
Hiilsen aus Hartgufs, deren Axen untet sich parallel und
senkrecht zur Verbindungslinie der StBnder sind. Diese
fest eingesetzten Hiilsen sind durch Auabohrdng mdssiver
Stiicke gewonnen, jedoch ist mittelst einer bessnderen
Vorrichttitig der mittlere Theil der Hbhlring ein wenig etweitert, damit die in den Htilden lhfenden Welleh aus
Stahl die letzteren nur an den Ended berahren. Die Hdhlung der Halsen ist aber verschieden, weil die Wellen
selbst eine verschiedene ihrer Rotationsgeschwihdigkeit
entsprecheiide Starke haben, und zwar ist f i r die stiirkste
ein Durchmerrser vou lo"", ftir die schwiichste ein solcher
von 3"" gewiihlt.
Die stiirkste Welle ist diejenige des mittleren Stiinders.
Sie triigt an ihrem vorderen Ende ein Schnurrad von
250"" Durchmesser, und dieses ist mit einer 85"" vom
Centrum abstehenden Kurbel versehen. Hiermit communicirt zunlchst das vordere Schnurrad der reohta gelegenen
Welle, welches einen Durchmesser von 60"" hat, wiihrend
,
,
,
600
das hintere Schnurrad derselben Welle dem zuerst genannten an Gr6Ise entspricht. at diesem hinteren Schnurrade communicirt nun wieder das hintere kaum 15""
grofse Schnurrad der links gelegenen Welle, an deren
vorderen Ende die bereits erwahnte Hartgummischeibe
sitzt, welche bei einem Durchmesser von 150"" eine Dicke
von 1"" hat. Die Befestigung sammtlicher Scheiben denn auch die Schnurrader sind Scheiben, die groheren
BUS Holz, die kleineren BUS Hartgurumi - wird durch
kleine Fassungen aus Messing bewirkt , welche aus eineru
aiif der Welle festsitzenden und eineru auf dernelhen verschraubbaren Scheibchen bestehen.
Die festsitzenden
Stiicke haben zugleich den Zweck die Lage der Welle
in der Hiilse zu fixiren, weshalb auch fur die niittlere, der
hinten das Schnurrad fehlt, an dieser Stelle ein hesondere8 Scheibchen nothig ist. Damit zwischen d m Endflachen der Hiilsen und den dieselben beriihrenden Soheibchen keine zu grolse Reibung cntstehe, sind jene verrundet. 1)amit die Nahe der Stander nicht hinderlich sey,
die Wellen an dieser Stelle recht haufig mit einem Tropfen Oels zu versehen I ) , ragen die Ilfilsen 7 bis 8""' aus
der Holzmasse hervor. Urn die Wellen zuweilen von
der aus dem Oel und losgelasten Metalltheilchen sich bildenden Sohmiere befreien zii konnen, ist es nothig, dafs
die Hiilfte der festsitzenden Scheibchen so befestigt ist,
dafs sie sich ohne Muhe abnehmen lassen.
Der Abstand dcr beiden ail rseren Axen betrligt 520'""
und hierdurch ist zugleich i h r Abstand von der mittleren
Axe gegeben. Von einem gr6Lseren sah ich ab, um dem
Apparat keine zu unbequenie Form zu geben; einen geringeren erlaubt das Gr6fsenverhlltnils der Schnurrader nicht,
weil die kleinen nlmlich soust zu wcnig von der Schnur
I ) Diefa ist nothwendig nicht nur im Interesse einer lcichten Bewegung,
sondern zur Erhaltung des Apparats, weil die ohne Oel laufenden
Wellen sich einfressen und die hierdurch entstehenden Risse oder
Reifen nicht wieder fortzohringen sind. Man nehme hierzu Oel, wie
es bei Uhrmachern gebrauchlich nnd auch kauflich ist.
601
umspannt wiirden, urn von dieser noch mit Sicherheit
getrieben zu werden. Bei dieser Erwagung jedoch f d l t
noch ein anderer Umstand ins Gewicht, die Unmiiglichkeit, eine Schnur ohne Ende so herzustellen, dais sich
nicht an einer Stelle eine grol'sere Steif heit oder Unebenheit befande. Eine solche Stelle veranlalst aber eineu
Ruck oder einen Stofs, so oft sie sich uber das kleinere
Schnurrad bewegt, und da dieser Fall um so h a d g e r
eintritt, je kurzer die Schnur und je schueller sie lizuf't,
so ist es im Interesse einer moglichst leichten und gleich, die Scliuiire lieber
udilsigen Rotation wuusche~~swerth
langer als kiirzer zu wkhlen, namentlich dicjenige, welche
die griifsere Geschwindigkeit hat. Urn bei leicliter Dre
hung eine mhglichst schnelle Rotation zu gewinnen, ist
es jedoch wesentlich, auch in der Dioke dcr Schniire die
richtige Wahl zu treffen, und in gleicher Weise, wie ihre
Dicke, wirkt ihre grofsere oder geringere Steifigkeit. Auoh
hier liifst sich im Allgemeinen behaupten, d d s bei geniigender Festigkeit die diinneren und weicheren die besseren
sind, weil die dickeren bei ihrer continuirlichen Biegung
namentlich an der Riindung der kleinen Schnurriider, wid
namentlich , wenn sie schnell laiifen, cine vie1 grbfsere
Kraft absorbiren. Dern entsprechend liabc ich im vorliegenden Falle der kiirzeren einen Durchmesser von 2:,
der langeren einen solchen von nur itmm gegeben, und
jene ist aus Zwirn, diese aus Seide gedrebt. Diesem
Grhfsenverhlltnifs angemessen sind die scharfkantigen
Niiten der Rader.
Da die Construction des Apparats keine Verstellung
dcr Asen gestattet, urn die sohlaff gewordenen Schniire
wieder straff zu mnchen I ) , so sind die Schniire ohne
Ende durch sogenannte Schliiischen geschlosscn , welche
man bffnen mufs, um jene durch Drclliren zu verkiirzen.
Ich wiirde solche Einrichtung aber auch in jcdem anderen
1 ) Urn die eine Schnur unabhlngig yon der andcrn zu spannen, miifste
sowohl die mittlere, als die links gelegene Awe verstellbar seyn, was
den Apparat nicht unwesentlich vertheuern wiirde.
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Falle getroffen haben, da keine andere Vereinigung der
Schnurenden so haltbar, so biegsam und zugleich so
wenig thehen ist. Schlofsohen , welche diesen Bediogungen entsprechen , miissen aber vorzugsweise kurz und
diinnwandig, und besonders sorgfaltig befestigt seyn ').
Sollte sich die Schnur im Laufe der Zeit so verliihgern,
dal's ein Drelliren allein zu ihrer Verkiirzung nicht mehr
genngt, so m d s sie auf andere Weise verkurzt und das
sbgetrennte kohrchen wieder aufgekittet werden. Uebrigens empfiehlt es sich jene nur wahrend des GebraucLs
gespannt zu lassen, und eine durch feuohte Lufl bewirkte allzu straffe Spannung durcb Riickwartsdrelliren
zn mal'sigen.
Ich kohme nun zur Besprechung der die Entladung
verruittelnden Stuckc, welche lediglich an dem linken
1) Da auch in anderen physikalischen Apparaten eine Rotationsbewegung
mittelut Schniire gebrhchlich ist, so mochte ich mir erlauben, iiber
die fraglichen Punkte einige Anweimngen zu geben. Ein SchloCschen besteht bekanntlich nus zwei getrennten Stahlriihrchen , von
dencn die eine in einen Bakon, die andere in eine Oese endigt.
Zum Einschrauben der Schnur haben beide ein inneres Gewinde.
Nun sind abar die im Handel k~ulliehen Stiicke vie1 zu lang und
vie1 zu dickwandig, aIs daQ die Schnur an der betreffenden Stelle
hinreichend eben und biegsam w8re. Um dus zu erreichen, diirfen
die Riihrchen kaum IHnger seyn, als sie weit sind, und die Wandung
mufa so dcnn seyn, dafs sich eine Schuur van demselben iiurseren
Umfauge hineinpressen lifst. Um das Letrtere zu erleichtern und
zugleich eine haltbare Vereinigung EU gewiuuen, verfihrt man folMan erwlirmt das vorher ein wenig aufgedrehte
gendermaahen.
Schnurende uber einer Flamnic und triukt es Nit Siegellack, dreht
es feat wieder zusainmen, l&Lt es erkalten und spitzt es init einer
Feile ein wenig zu. Hierauf f a k t man dlrs Stahlrbhrchen mit einer
Zange, erwiirmt es gleichfulh, aber vorsichtig, damit Oese oder
Haken, welche gehartet sind, nicht weich werden, und sucht nun
die Schnur unter continuirlicher schwucher Erwiirmung mittelat Drehen und Pressen hinein zu treiben. Diefs wird 80 lange fortgesetzt,
bis das vorderste Ende I bis 2'"'" BUS der Oeffuung hervorsieht,
worauf man dasselbc breit driickt uud so erkalten 1alst. Die Operntion ist dienilich rniihsani ; allein bei guter Ausfuhrung pllegen
SchliiLchen auch bahre lang auf den Schniircn zu haften.
603
Stilnder angebracht sind. Um ihre Anordniing zu vereinfachen, mag es zweckmasiger seyn, den letzteren ganz
aus Hartgummi bestehen zu lassen. Im vorliegenden Falle
besteht er, wie gesagt, aus Holz, und dies macht nathig,
folgende Theile (Fig. 9, Taf. VII) durch Hartgummirbhren
von demselben zu isoliren: 1) Die Metallhiilse, in welcher die Stahlwelle rotirt; 2 ) eine hiermit parallele und
tiefer gelegene Metallhtilse, in welcher ein dickerer Drsht
verscliiebbar, und mittelst einer am hintern Ende der
Halse sitzenden Kugelklemmschraube festaustellen ist ;
3) noch eine hiermit parallele und noch tiefer gelegene
Metallhiilse, in welcher sich ein abnlicher Draht auf ghnliche Weise verschieben und befestigen Iafst. Die beiden
Drahte haben hinter den Htilsen Querlocher und Klemmschrauben, um die mit der Batterie oder den Polen der
Elektricitiitsquelle communicirenden Leitungen aufzunehmen.
Der hbher gelegene Draht fiihrt die Elektricitat direct
auf die Hartgummischeibe, zu welchem Zweck er vorne
in eine Spitze endigt, welche jener moglichst nahe steht,
ohne sie jedoch zu beriihren. Der untere fihrt die Elektrioitiit zunachst auf die Welle und ist nur defshalb nothig,
weil man an dieser keiue Klemmschraube anbringen kann,
und es, um ihre Gliitte zu erhalten, auch nicht rathsani
ist, Entladungen vdn der Hiilse auf sie ubergehen zu
lassen. Damit dieser Draht mit der Welle, ohne ihre
Bewegung zu hemmen, in leitender Verbindung sey, Ist
seih hinteres Ende, das Stiick namlich jenseits der Klemmsohtaube, in eineitl grorseren Bogen bis in die Verltingkrung der Welle gefiihrt, nnd ihr in eincr feineu Spitze
ohne directe Berthrung lnoglichst nahe gebracht. Den
Functiohen der DrZihte entsprecheud, ragt die obere Metallhiilse mit beiden, die untere nur rnit dein hinterbn
Ehde aus dem StZlnder hervor. Aehnlich verhalten sich
die isolirenden Hattgummiriihren , TOII deneil die untere
natiirlich an ihrem verdeckten Ende geschlosben ist. Der
hetvorsehende Thcil dieset Rahreii hetrligt 6, ihre W%idstBrltk &"",und dies genugt, um erwunschten Falls fit
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die Beobachtung eine Funkenstrecke von 25"" zu gewhen.
Verfolgen wir die Leitung auf der Hartgummischeibe
selbst, so finden wir zuniichst auf der abgewandten FlPche,
dort, wo sie von der Drahtspitze bestrichen wird, einen
Kranz von Stanniol. Von diesem lauft in radialer Richtung ein Streifen desselben Metalls bis an den Rand der
Scheibe und, fiber diesen tretend, auf der vorderen Fliiche
in umgekehrter Richtung bis zur Welle hin. Def vordere, sichtbare Theil der Leitung ist aber in der Niihe
der Peripherie unterbrochen, und diese Unterbrechuhg ist
es, welche wir als Funkenstrecke beobachten. Die Stanniolstreifen sind &us der dicksten, kauflichen Sorte geschnitten und haben eine Breite von 5 bis 8"". Urn sie
fester an der Gummimasse haftend xu machen, wurde zum
Aufklehen starker Leim verwandt, dem nach B o r c h a r d t's
Angabe ein wenig Venetianiecher Terpentin zugesetzt war.
Auch eine sptiter hinzugefiigte Lackschicht vergrijfsert die
Haltbarkeit der Streifen, hat aber Uebelstiinde, wenn man
an der Leitung eine Veranderung vornehmed will. Die
Unterbrechung wird durch vier kreuzweise gefiihrte Measerschnitte gewonnen , wodurch die Enden der Streifen
zugleich die Form einer Spitze erhalten. Hat man eine
hohe Spannung zur Verftigung wie z. B. bei gut eingerichteten Leydner Flaschen und handelt es sich nur darum, die VerziSgerung der Entladung mbglichst sichtbar
zu machen, so habe ich eine grbfsere Unterbrechung &r
giinstiger, als eine kleinere gefunden, am ghstigsten etwa
eine solche von 5 bis 8"". Auch schien mir die Erscheinung wohl dadurch an Deutlichkeit zu gewinnen, dals ich
an Stelle . einer grbfseren Unterbrechung eine Reihe kleinerer wiihlh. Der Grund mag wohl in beiden Fiillen die
grahere Lichtentwickelung seyn. Die einmal gewghlte
Funkenstrecke ist jedoch keine bleibende, weil die Stanniolspitzen leicht unter dem E i d u f s der Entladungen
schmelzen. Dies t r a namentlich beim Gebrauch des Inductionsapparatea, weniger bei der verzbgerten Batterie-
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entladung ein, vermiithlich, weil bei jenem die Entladungen vie1 schnellerauf einander folgen. Darum ist es dort
auch besser die Funkenstrecke von vornherein kleiner
zu wiihlen, weil sie sich schnell genug von selber vergr6fsert. Uebrigens lassen sich die Spitzen, zumal, wenn
die Scheibe nicht lackirt ist, eben so schnell durch neue
ersetzen als sie verschwinden.
Sollen nun die Entladungen eines Inductionsapparates
mittelst der beschriebenen Vorrichtung gepriift werden,
so braucht man nur die Pole desselben direct mit den
beiden oben erwiihnten Klemmschrauben zu verbinden, doch
thut man gut zur besseren Erhaltung der Stanniolspitzen
die Pole so lange geschlossen zu lassen, bis die Scheibe
bereits die niithige Rotationsgeschwindigkeit hat. Ich hatte
nur kurze Zeit Gelegenheit die Endladungen eines solchen
zu beobachten, welcher von drei Platinelementen getrieben,
und mit einem Quecksilberinterruptor versehen, eine Schlagweite von 5 his Smmhatte. Bei einer Rotationsgeschwindigkeit von etwa drei Kurbelumdrehungen oder 200 Scheibenumdrehungen in der Secunde liiste sich das Funkenbild in eine grofse Menge einzelner Punken auf, welche
auf ein Bogenstuck von 25 bis 30'"'" Lange vertheilt
schienen. Diese Funken hatten eine verschiedene Leuchtkrafk und auch eine verschiedene Ausdehnung in der Rotationsrichtung. Der erste war am hellsten und am meisten in die Ltinge gezogen; etwas weniger hell und ausgedehnt waren die nachsten drei oder vier; alle iibrigen
aber nur schwach leuchtend und mehr Punkten als Strichen
ahnlich. Aber auch die hellen Funken schienen mehr
aus hell leuchtenden Punkten und einer sich unmittelbar
daran schliefsenden dunkleren Hiille zu bestehen, und von
dieser Hiille gingen in radialer Richtung, also in dejenigeu
des Stanniolstreifens, aber im Sinne der Rotation verschoben, tihnlich gefarbte , eigenthiimlich geformte Lichterscheinungen aus, welche dem Funkenhilde das Aussehen
eines mehrfach gefiederten Pfeiles verliehen. Da sich diese
Lichtbildung ziemlich gleich weit sowohl nach dem Centrum,
,
,
606
ale nach der Peripherie erstreckte, so konnte eie weder
eine Folge der Centrifugalkraft seyn, noch kowte dieselbe
einen wesentlichen Einflds darauf haben ; dagegen liefs
sich vermuthen, dafs die durch den Funken erbitzte Luft,
oder das in Dampf verwandelte Metall durcb elektrkchen
Eidufs zugleich in der Richtung der Funkenstreoke fafigetrieben wiirde. Nach der Dauer der Einzelentladungen
schien die Dauer der Intermittenzen geregelt; denn dem
eraten Funken folgten grblsere , dem letzteren kleinere
dunkle Zwischenriiume. So war wenigstens die Erscheinung bei einer Funkenetrecke von 1 bis 2"" L h g e . In
dem M d s e jedoch, wie sich diese durch Abachrnalzen
der Spitzen vergriifserte, verschwand die ganze Zahl der
kleineren Einzelentladungen immer mehr , 80 dare man
zuletzt nur noch die 3 bie 4 ersten Funken bemerkte, bis
auch diese endlich bei zunehmendem Wideretande verschwanden. IIiermit zeigte sich also deutlich, ww auch
eonst wohl echon bekannt ist, dare die elektrische Spannung der Einzelentladungen in der Reihenfolge, wie sie
der Zeit nach hintereinander entstehen, eine schwiicbere
wird. Ueberraschend jedoch war es ffir mich, dafs schon
bei einer vie1 kleineren Schlagweite fast alle Einzelentladungen, bis auf eine oder wenige verschwsnden, als ich
die Eisendriihte aus der Hauptspirale zog. Aue dem Gesagten hfst sich wohl echliefsen, dafs die Auedehnung
der Erecheinung im Allgemeinen mit dem inneren Wideretande des Inductionsappqrates, d. h. mit der L h g e und
F&heit der Ne benspirale, die Zahl der Einzelentladungen
dagegen mehr mit der Zahl der Eisendriihte wachat. Beidew nimmt jedoch mit zunehmender Griibe der Funkenstrecke ab.
SoJlen die verziigerten Entladungen von Leydper Flasoben beobaahtet werden, und will man siah zur Ladung
dereelben einer Influenzmaschine bedienee, ep stelh man
den Apparat 8130 besten vor derselbea auf, um eo gleichzeitig beide Kurbeln in Bewegung setzen zu kiianpn. Die
Pole der Flaechen oder der Batterie werden mit denen
607
der Maschine verbunden, die Klemmechrauben der Schiehecylinder mit denea des qpparates (Fig. 10, Taf. VII); die
Entladungsstangen werden entsprechend ausgezogen und
die Schiebecylinder soweit hinaufgeschoben, dafs die Funken von jenen auf dieee iiberschlagen kbnnen. Um die
Verzbgerung zu gewinnen, miissen sehr 1wge und nur
wenig feuchte Schniire entsprechend eingeschaltet werden.
Steht eine Doppelflasche oder eine Doppelbatterie zur
Verfiigung, so geschieht dies am besten zwischen den
auiseren Belegungen, sonst zwischeu einem Schiebecylinder
und einer Klernmschraube des Apparats. Bei solcher Anordnung stellt sich nun ein Uebelstand ein, welcher sich
nur bei einer allmahligen Ansammlung der Ladung geltend
machen kann und daher bei der Anwendung des Inductionsapparates fortfrillt ich meine die Vorentladungen,
oder SOU ich sie lieber Vorladungen nennen, welche sich
nicht a d die Flaschen, sondern nur auf einen Theil des
Schlielsungsbogene erstrecken, und darin ihren Grund
haben, dafs die Enden dieses Theils
hier die &hiebecylinder - wtihrend der Dauer der Ladung der influenzirenden ycTbkung anderer elektrischeu Theile - bier der
Entladungqp&ngen - ausgesetzt sind. Diese mit der
wgchseaden Ladung zppphplendc! Virkurg rrzeegt awisclien
den Spitzen der Swqiplstreifen fo,rtwahrend kleine Funktw,
welcbe die Aufmerkepnkeit des A w e s stbren und die
qqrhejt der Hauptayscheinung beeiptriichtigen. Ganz zu
vermciden qjnd aplphe Vorladungen nicht, aber sie lassen
sich h$?@cbriinkendgdurcb, dafs man die Spitzen etwas
verrunqet, oder die F3FpFwtrecke vergrobert , oder zwiwhen den Schiehecylindern eine halbleitende Briicke hjldet,
so dqfs diese wohl zur Ueberfiihrung einer schwachen ader
lsngsamen, qber nicbt einer starken und plbtzlichen Elektrjcit&$bswvgung gep7igt. Bei der ganzen bisher besprp
chenein Anordqwg ist von der Voraussetzung ausgegangqn, d$s die Entladnng der Flaschen in einer Selbstentladung erfolgfq 9011, QObei augleich die grobey,e o,der
geringere Ladung sehr einfach durch Verschiebung der
,
-
608
Cylinder geregelt wird ; und diese Anordnung scheint mir
in der That der einzige Weg, wenn Jemand ohne Hiilfe
Anderer die Erscheinnngen beobachten will. Sol1 die
Batterie geladen und in einem besonderen Act entladen
werden, so bedient man sich hierzu am besten des R i efdschen Intemptors I ) , wozu jedoch eine dritte Hand ziir
Verftigung seyn muCs. Auf die niihere Art und Weise der
Einschaltung gehe ich hier nicht weiter ein. Die stiirenden Vorladungen werden so freilich leichter vermieden ;
und die Methode ist nothwendig, wenn es sich urn genaue
Versuche handelt. Eine grolsere Ausdehnung der Erscheinung wird natiirlich mit derselben nicht erreicht.
So ausgedehnt und zugleich so deutlich, als unter Benutzung des Inductionsapparates, konnte ich das Funkenbild liberhaupt bislier mit Leydner Flaschen nicht erhalten. Freilich tritt schon bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 100 Unidrehungen in der Secunde bei einer
groberen Doppelflasche und dem nijthigen WiderstanJe
eine merkliche Ausdehnung der Erscheinung ein, und je
mehr man die Geschwindigkeit beschleunigt oder die
geladene Obertliiche und den Widerstand vergriifsert, uni
so deutlicher treten bei der gleichzeitigen Verliingerung des
Bildes die Einzelentladungen snmmt ihren Intermittenxen hervor; aber, liegt es an der Veranderlichkeit und Ungleichartigkeit feuchter Widersthde, liegt es daran, dafs bei
Hatterieentladungen nehen der beobachteten Funkenstrecke
noch eine zweite nothwendig ist, welche, mag sie auch
eine unveranderliche Griirse haben, doch in verschiedenen
Fiillen einen verschiedenen Widerstand bieten kann - das
Funkenbild der einen stimmt selten mit dem Funkenbilde
der anderen fiberein; in keinem Falle ist es so charakteristisch, wie bei den Entladungen des Inductionsapparates.
Mit ails diesein Grunde habc ich vorlliufig von messenden
Versuchen fiber d ~ nEinflids der Quantitiit, der Dichtigkeit und des Widerstandes ahgesehen. Bei einem Vergleich
der Funkenbilder, wie sie das eine Ma1 durch den Induc-
,
1) Sitzungshrricht (ler Berliner Akadrmie vom 16. Miirz 1874.
tionsapparat (Fig. 11, Taf. VII), das andere Ma1 durch
Leydner Flaschen (Fig. 12, Taf. VII) gewonnen werden,
fA1lt bei letzteren am meisten das Fehleii jener eigenthnmlichen pfeilartigen Lichtbildiiug in die Aiigen.
Sind die Dimensionen auch so gewghlt, dafs sich ein
Schleifen der SchuGre im Allgemeinen weniger geltend
macht, 80 findet doch dieser Uebelstand, zumal, wenn
man die Geschwindigkeit schnell vergrijfsert, zuweilen statt.
U m ihn niehr und mehr zu beseitigen, geniigt nacli frtiherer Auscinaudersetzung die Vergrijfserung der Riider
iiicht allcin, sonderii sie iniifsten gleichzeitig eine griihere
Eutfernung voii einander hahen. Absolut vermiedeu warde
jener Uebelstand iiur durch dic Anwendung voii Zahnriidern,
wodurch sich der Apparat zugleich auf einen viel kleineren Raum zusnmmendriiiigeii liefse. Aher die Anwendung
voii Zahnriidrrn ist kostapielig, veranlafst eine unriibige
Bewcgung uiid daiiehen viel Grrausch. Eine Vergrijfserung der Hartyumrnischeil)e, urn das Fiinkenbild fur das
Auge zu verliingern, scheint mir mit Riicksicht auf den
vergrijfserten Luftwiderstaud uicht statthaft. Angernessener wiire eine Verkleinerung jener Scheibe und eine gleichzeitige Beobachtung mittelst eines passenden Fernrohrs.
Sollte eine dcrartige Beobaahtnng jedoch zur Bedingung
haben, d a h das Bild immer an derselben Stelle im Raum
erschiene
was sehr einfach durch Fortlassung des Stanniolkranzes zu bewirken ware, weil die Entladung dann
immer nur erfolgen kann , wenn der Stanniolstreifen mit
der Druhtspitee zusamrnentrifft - so scheint es mir besser,
darauf zu verzichten, weil mail in Folge der wahrend der
Entladung eintretenden snccessiven Vergriirserung der
Schlagweite noth wendig einen grofsen Theil von Einzelentladungen einbiifsen mtifste.
Wir haben gesehen, dafs sich die Schlagweite auch
durch Abschnielzen tlrr SpitLen :Illmahlig vergrofsert, aber
diese Veranderring ist zii unhedeutend, als dafs sic wiihrend der Dauer ciner Entladung von irgend welchem Einflufs ware. Immwhin ist sir im Verlaufe einer liingeren
PoggendorfF's Annal. Bd. CLVII.
39
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Versuchereihe stijrend, und es wZire zu wanschen, daIs
sie sich beseitigen liefse. Far diesen Zweck schlage ich
vor, der Hartgummischeibe eine Dicke von 3"" zu geben,
und die ganze Leitung aus eingelegtem Aluminiumdraht
bestehen zu lassen. Wo sich die Untekbrechung befindet
-und des Gleichgewichts hilber auch in 180°Entfernurig
ware die Scheibe mit einer entsprechenden Oeffnung zu
versehen, und sollte der Einflufs der Luftbewegung alsdann auf ein Minimum reducirt werden, so wliren die im
Innern der Oeffnung liegendeu Spitzen durch zwei, beide
Seiten der O e h u n g verschliefsende, Glimmerscheibchen zu
schtitzen. Dieser Verschlufs jedoch dtirfte kein vollkommnet seyn, urn der Luft bei ihrer platzlichen Erwkmung
und Ausdehnung einen Ausweg zu gestatten. Die Befestigung der Leitung wiirde theilweise durch Scllrtiubchen,
theilweise durch radiale Durchbohrung der Scheibe zu
bewirken seyn. Die beim Einlegen der Leitung etwa entstehenden Lacken waren sorgfiiltig mit einer Mischung
aus Schellack und Venetianischem Terpentin zu fallen;
und da sich die Scheibe ohne Zweifel bei der ganzen
Bearbeitung verziehen wiirde, so wiirde sie nach derselben
mit Htilfe heifser und langsam erkaltender eiserner P h n scheiben aufs Neue zu richten seyn. Das letztere Verfahren ist tibrigens auch bei andern Hartgummischeiben,
wenn sie genau laufen sollen, haufig nbthig, weil die
khflichen Platten selten gerade sind.
Zum Schlufs erlaube ich mir darauf aufmerksam zu machen, dafs ein Rotationsapparat, wie ich ihn im Vorigen beschrieben, auch bei anderweitigen bekannte4Versuchen auf
dem Gebiete der Mechanik, des Lichts und der Elektriciat
mit unbedeutenden Verilnderungen seine Anwendung finden
kann.
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