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Ein Beitrag zu der Frage nach der Patentfhigkeit chemischer Verfahren.

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Wohlgemuth: Ein Beitrag zu der Frage nach der Patentfahigkeit chemischer Verfahren.
[ang%%E*Ekie.
Gegen diese Klagebegrundung machte der Patentinhaber im wesentlichen folgendes geltend :
Die Annahme der Klagerin, daB durch die L e in b e r g sche Arbeit ,,der Teil d w Patentanspruchs, der das
Von Patentanwalt L. MAX WOELGEMUTH,
Berlin.
Versetzen von Natriumaluininatlosnngen rnit Natriumsilicat beansprucht, rorweggenommen sei", sei patentrechtlicb
(Eingeg. 29./6. 1916.)
unbeachtlich, da die Patentfahigkeit eines Verfahrens, das
Durch Entscheidung des I . Zivilsenates des Reichs- unter Heranziehung weiterer Stoffe zu ganz anderen Endgerichtes ist vor kurzem ein Nichtigkeitsstreit beendet stoffen fiihre, durch eine derartige Vorveroffentlicliung nieworden, der in verschiedener Beziehung verdient, weiter mals erschuttert werden konne. Zur Entkriaftigung der klagebekaimt zu werden. Abgesehen von dem technischen In- rischen Behauptung, daB auf Grnnd der L e m b e r g schen
hake des durch Nichtigkeitsklage vergeblich angefochtenen Veroffentlichung eine Erfindung in dem angegriffenen PaPatentes, liefert dieser Rechtsstreit auch wertvolle Beitrage tente nicht enthalten sei, verweise er noch auf die deutsche
zu mehreren patentrechtlichen Fragen, so daR ein naheres Patentschrift 174 097, sowie auf G a n s , Jahrbuch der Kgl.
Eingehen auf diesen Streit an dieser Stelle angebracht er- PreuR. Geolog. Landesanstalt und Bergakademie, 1906,
scheint.
27, Heft 1, S. 74ff., bzw. ,,Mitteilungen aus der Kgl. Prii1. Gegenstand des angefochtenen Patentes Nr. 270 324 fungsanstalt fur Wasserversorgung und Abmlisserbeseitigung
(das a m 27.19. 1912 angemeldet war) ist ein V e r f a h r e n zu Berlin", 1907, Heft 8. G a n s habe die Angaben L e m z u r H e r s t e l l u n g v o n g u t b a s e n a u s t a u - b e r g s nur insoweit bestatigt, als er zugebe, daR man
s c h e n d e m A l u m i n a t s i l i c a t f u r d i e Z w e c k e ,,Aluminatsilicate" bei der Arbeitsweise L e m b e r g s erd e r W a s s e r r e i n i g u n g , als dessen Kennzeichen, an- halten konne. Doch seien diese ,,Aluminatsilicate", wie
gegeben werden, daI3 man Natriumaluminatlosung rnit Sili- auch G a n s mehrmah ausgefuhrt habe, fur die Zwecke d e r
catlosung versetzt und in Gegenwart anderer loslicher Wasserreinigung nicht brauchbar.
Das Verfahren von F u c h s sei keineswegs identisch
Natriulnsalze erhitzt, den entstehenden Niederschlag auswascht, trocknet usw. In der Beschreibung wird der Stand mit dem Verfahren nach dem angefochtenen Patente, d a
der Technik dahingehend mitgeteilt, daR es bekannt war, die dabei vor sich gehende Reaktion bzw. die zur Reaktion
durch Zusammenbringen von Aluminatlosung rnit Silicat- gebrachten Stoffe nicht dieselben seien. Auch P u k a 1 1.
losung Aluminatsilicate zu gewinnen, die aber nicht fiir die beschreibe oder rege an keiner Stelle ein Verfahren an, bei
Zwecke der Wasserreinigung (Enthartung) brauchbar sind, dem die Reaktion von Aluminat und Silicat in Anwesenheit
daR man solche technisch verwendbaren Aluminatsilicate von Neutralsalzen vor sich gehe. S i n g e r habe nicht so.
vielmehr bislang nur auf schmelzfliissigem Wege hat her- gearbeitet, wie es das Verfahren nach dem Patent 270 324
vorschreibe. Bestritten werde auch, daI3 die britische Pastellen konnen.
Gegen clieses Patent war von der R. A.-G. (unter spate- tentschrift 156/1882 das Verfahren nach dem angefochtenen
rer Nebenintervention der P . A.-G.) die Nichtigkeitsklage Patente bekanntgebe. Z u f a l l i g e , i n d e r L u f t
erhoben worden, die folgendermaBen begriindet wurde : s c h w e b e n d e A n g a b e n , w i e s i e d i e s e P a Das angefochtene Patent enthalte keine Erfindung. L e m - t e n t s c h r i f t e n t h a l t e , k o n n t e n n i e d i e
b e r g habe bereits in einer Arbeit, die in der Zeitschrift der P a t e n t f a h i g k e i t e i n e s z i e l b e w u f l t e n Verdeutschen geologischen Gesellschaft 1876, S. 574, veroffent- f a h r e n s z u r H e r s t e l l u n g v o n g u t b a s e n licht worden sei, die Herstellung von Aluminatsilicat durch a u s t a u s c h e n d e m A l u m i n a t s i l i c a t f u r d i e
Kochen von kieselsaurem Kali und Tonerdekali beschrieben. Z w e c k e d e r W a s s e r r e i n i g u n g e r s c h u t t e r n .
Nach miindlicher Verhandlung, in welcher von klageriHierdurch sei der Teil des Patentanspruches, der das Versetzen von Natriumaluminat,losungen mit Natriumsilicat scher Seite besonderer Nachdruck darauf gelegt wurde, daB
beansprucht, vorweggenommen. Der zweite Teil des bean- e i n c h e m i s c h e s V e r f a h r e n n i c h t n e u , also
spruchten Verfahrens, das Erhitzen in Gegenwart von Neu- n i c h t p a t e n t f a h i g sein konne, w e n n d i e e i n tralsalzen, bedeute demgegenuber keinen technischen Fort- z e l n e n M a R n a h m e n , a u s d e n e n e s s i c h
schritt, da man auch ohne diese basenaustauschende Alu- z u s a m m e n s e t z e , s c h o n i n d i e s e r R e i h e n minatsilicate erhalteii konne. - Weiter kamen als neu- f o l g e b e k a n i i t g e w e s e n s e i e n , wrirde das Paheitsschadliche Vorveroffentlichungen des Verfahrens nach tent vom Patentamte fiir n i c h t i g e r k l a r t niit
folgender Begrundung :
dem angefochtenen Patente noch in Betracht :
,,Nach der britischen Patentschrift 156 vom Jahre 1882
1. die Abhandlung von J o h. N e p. F u c h s: ,,Uber
Lasionit und Wavellit", im Journal fiir Chemie und Physik werden mineralische Phosphate, welche im wesentlichen aim
von S c h w e i g g e r , Bd. 24, S. 121-132, Niirnberg 1818; Phosphorsaure und Tonerde bestehen, dadurch nutzbar ge(in dieser 96 J a h r e alten (!) Veroffentlichung wird ein macht, daI3 man sie nach dem Pulverisieren und Gliihen
Analysengang fiir die damals neu entdeckten Minerale zunachst mit einer Natronlosung kocht, urn die erwahnten
Bestandteile in Losung zu bringen. Die von dem verbliebeWavellit und Lasionit mitgeteilt) ;
nen Ruckstand getrennte Losung wird dann u. a. mit einer
2. die Arbeit von W. P u k a 11: ,,Fortschritte und fort- Natriumsilicatlosung versetzt und zum Kochen erhitzt,
schrittliche Bestrebungen auf dem Gebiete der Tonindustrie", wobei sich eine Fallung einer unloslichen Tonerdeverbindung
Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft, 43. Jahr- ergibt, die durch Filtration abgeschieden wird (vgl. 8 . 3,
gang, 1910, Bd. 2, S. 2078-2116;
Zeite 19-26 und 48 bis S. 4, Zeile 3). Da bei der erst erwahn3. die Doktordissertation des Dr.-Ing. F e 1 i x S i n g e r: ten Operation, dem Kochen mit einer Natronlosung, un,,uber kiinstliche Zeolithe und deren konstitutionellen Zu- zweifelhaft eine %sung entsteht, welche die Tonerde und
sammenhang mit anderen Silicaten" ;
Phosphorsaure in Form ihrer Natriumsalze (Katriumaln4. die britische Patentschrift 156/1882 (P e r r 9). Diese minat und Natriumphosphat) enthalt, so ergibt sich, daB
schildere die Behandlung inineralischer Phosphate zwecks bei der anschlieBenden Operation, analog dem Verfahren des
Gewinnung wertvoller Produkte und gebe durch die An- angefochtenen Patentes, eine Natriumaluminat- mit einer
gaben auf S. 3, Zeile 19-26 und 48-50 das Verfahren des Natriumsilicatlosung in Gegenwart eines anderen loslichen
angegriffenen Patentes bekannt. Tonerdehaltige Mineral- Natriumsalzes, und zwar des im angegriffenen Patent an
phosphate sollen, um die Tonerde und die Phosphorsaure zu erster Stelle genannten Natriumphosphats, in Reaktion
gewinne!i, nach dem Gli&en in zerkleinertem Zustande mit gebracht wird. Weiterhin gewiihrt die erwahnte britische
so vie1 Abznatron ausgekocht werden, daI3 alle Tonerde und Patentschrift keinen Anhalt, daI3 dort etwa eine erheblich
Phosphorsaure in L&ung geht. Die Losung sol1 dann nach groRere Menge Natronlauge zum Kochen der Mineralphoseinem Zweigverfahren lnit Wasserglaslosung versetzt und phate verwendet werden solle, also solche nach dem angegekocht werden. Die hierbei ausfallende uidosliche Tonerde- griffenen Patent 270 324 zur Gewinnung der Aluminatverbindung wird von der phosphorsaurehaltigen Losung ge- losung dient. Aus allcdem crhellt, daI3 das Verfahren dieses
trennt und weiter behandelt, um die Tonerde in brauchbarer Patentes, soweit e5 durch die gegebene Beschreibung naher
gekennzeichnet wird, in nichts verschieden ist von dem vorVerbindung zu gewinnen.
Ein Beitrag zu der Frage
nach der Patentfahigkeit chemischer Verfahren.
Anlsatztsll.
29. Jahrgang lQl6.1
267
Wohlgemuth: Ein Beitrag zu der Frage nach der Patentfahigkeit chemischer Verfahren.
erwahnten bekannten Verfahren, was zu dem zwingendeii
SchluB fiihrt, daB auch die beiderseitigen Endprodukte mit.
einander iibereinstimmen miissen.
Es war somit zur Zeit der Einreichung
des angegriffenen P a t e n t s sowohl daa
geschiitzte Verfahren selbst, als auch
das danach erhaltliche Produkt nicht
m e h r n e u . B e l a n g l o s i s t e s , da13 n a c h d e I
g e n aiin t e n b r i ti sch e n P a t e n t sch r if t d ie
unlosliche Tonerdeverbindungweiteren
c h e m i s c h e n V e r a r b e i t 11 n g s m e t h o d e n u n t e r w o r f e n w e r d e n sol]. Eberiso w e n i g k a n n
der Einwand des Beklagten durchgreifen, ein wesentliches Merkmal des geschiitzten Verfahrens bestiinde in der
neuen Erkenntnis, daB dem gewonnenen
Produkte f u r die Zwecke der Wasserreinigung wertvolle Eigenschaften zukommen, welche Erkenntnis aus der erwahnten britischen Patentschrift nicht
h e r g e 1 e i t e t w e r d e n k o n n e. Bei der nachgewiesenen Ubereinstimmung des Produkts mit der unloslichen Tonerdeverbindung der britischen Patentschrift 156/1882 miissen
die angeblichen wertvollen Eigenschaften auch dieser Verbindung anhaften, so daB ihre Ermittlung erst bei einem Verfahren hktte in die Wagschale fallen konnen, das auf die Auswertung dieser Eigenschaften fur einen bestimmten Zweck
(Wasserreinigung) gerichtet ist. Ein solches Verwendungsverfahren bildet aber keineswegs den Inhalt des angefochtenen Patents, sondern nur ein Verfahren zur H e r s t e l 1 u n g des betreffenden Produkts, welches Verfahren indessen, wie dargetan, als bekannt zu gelten hat."
Die Nichtigkeitsabteilung des Patentamtes hat also das
Patent vernichtet, weil das beschriebene Verfahren vorweggenommen sein soll durch die britische Patentschrift 156,
1882. Da die beiden Verfahren sich deckten, so miifiten auch
die ,,beiderseitigen Endprodukte" ubereinstimmen. Dabei
soll es nicht darauf ankommen, ob jenes altere Verfahren
nicht bei dem ,,beiderseitigen Endprodukte" Halt mache,
sondern an etwaigen besonderen Eigenschaften die3es Stof fes achtlos vorbeigehe und ihn weiter verarbeite. Das Verfahren, also die Mahiahme a (Zusammenbringen von
Mafinahme b (Erhitzen
Aluminat- und Silicatlosungen)
in Gegenwart von loslichen Neutralsalzen) ist schon friiher
einmal irgendwo zu irgendwelchem Zwecke beschrieben
worden, kann mithin nicht mehr patentiert werden.
Das Reichsgericht hat denn aber doch nicht diese eigenartige Auffassung der Patentfahigkeit eines chemischen Verfahrens teilen konnen ; es hat die Entscheidung des Patentamtes ,,dahin abgekdert", daB die Klage a b g e w i e s e n
wurde. Zu der zuletzt hervorgekehrten Frage der Patentfahigkeit chemischer Verfahren gegeniiber vorveroffentlichten Druckschriften auBert sich das Reichsgericht folgendermafien :
,,Es bleibt ubrig, zu untersuchen, ob die entgegengehaltenen vorveroffentlichten Druckschriften neuheitsschadlich sind. Das Patentamt hat seine Entscheidung auf die
Annahme gegriindet, dafi das angefochtene Patent durch die
britische Patentschrift 156 vom Jahre 1882 (P e r r y) vorweggenommen sei. Dem ist nicht zuzustimmen. Das
Endziel des Verfahrens von Perry ist
n i c h t , e i n A1 u m i n a t s i 1 i c a t z ~i g e w i n n e n ,
sondern a n d e r e nutzliche Stoffe hervorz u b r i n g e n . Richtig ist, dal3 sich im Laufe seines Verfahrens Natriumaluminat und Natriumphosphat in der Losung befinden. Weil P e r r y d a m Natriumsilicat zusetzt nm Aluminium abzuscheiden von Phosphors"aure -, so
Iafit sich nicht bestreiten, dafi damit Natriumaluminat und
Natriumsilicat ,,in Gegenwart eines anderen loslichen Natriumsalzes", namlich des Natriumphosphats, in Reaktion
gebracht sind. Allein es ist zu beachten, daB das Natriumphosphat nicht zielbewufit zugesetzt wird, solidern seine
Anwesenheit eine Folge der Zusammensetzung des Ausgangsmaterials ist. Durch seine Anwesenheit kann freilich
eine fiir die beabsichtigte Trennung des Aluminiums von
der Phosphorsaure giinstigere Bewhaffenheit der Fallung
+
zustande kommen. Diese Wirkung des Natriumphosphats
wird aber von P e r r y mit keinem Worte angedeutet, und
sie konnte nur von demjenigen aus d e r
Patentbeschreibung herausqelesen werd e n , w e l c h e r d i e I d e e , da13 d a s E r z e u g n i s
in Gegenwart von Natriumphosphat eine
far F i l t r a t i o n s z w e c k e g e e i g n e t e r e B e schaffenheit e r h a l t , von sich a u s h i n e i n t r il g t . Unter diesen Umstanden darf auf den erijrterten
Zwischenabschnitt des P e r r y schen Verfahrens kein
durchschlagendes Gewicht gelegt werden. Die Vorteile d e r
,,Gegenwart anderer loslicher Natriumsalze" waren noch
nicht erkannt, sie sind erst durch das angefochtene Patent
offenbart worden. Nach den Feststellungen des Sachverstandigen waren noch zur Zeit der Patentanmeldung erfahrene Fachleute iiberhaupt nicht in der Lage, auf nassem
Wege geeignete kornige Produkte, wie sie allein zur Wasserreinigung Verwendung finden konnen, zu gewinnen. Dies
mu0 namentlich auch aus den Veroffentlichungen von
G a n s und S i n g e r entnommen werden. Der Sachverstlndige, Prof. B., hat noch besonders untersucht, welches
Erzeugnis man erhalt, wenn gerade die Bedingungen befolgt
w-erden, die dem Zwecke entsprechen, der nach der Beschreibung bei P e r r y als der gegebene erscheint (namlich bei
der Abscheidung des Aluminiums durch Natriumsilicat aus
relativ konzentrierter Liisung). Der Sachverstandige sagt
von diesem Erzeugnis, daB es die fur die Verwendung zur
Wasserreinigung erforderlichen Eigenschaften nicht besitze.
Den ubrigen entgegengehaltenen druckschriftlichen Vorveroffentlichungen von F u c h s , L e m b e r g , A r m s b y
und P u k it 11 ist eine noch geringere Bedeutung beizulegen. F u c h s hat in ahnlicher Weise wie P e r r y gearbeitet. L e m b e r g hat niir die Menge Salz in der Mijchung, die bei der Herstellung der Aluminatlosung hineingelangt. Er verzichtet auf den b e s o n d e r e n Z u s a t z
von Natriumsalz, durch den die Beschaffenheit des gefaLlten
Produkts in einer der weiteren Verarbeitung giinstigen
Weise. beeinflufit werden kann. Es ist nach ubereinstimmenien AuBerungen von Fachleuten bis zur Anmeldung des
Patentes 270324 nicht gelungen, die nach L e m b e r g
3rhaltenen schleimigen Faillungen in korniges Material ubercufuhren, und es ist gerade ein Verdienst des angefochtenen
Patentes, die Verwirklichung der Bedingungen zu ermogichen, unter denen leicht weiter verarbeitbare, flockige
Fiillungen erhalteii werden. A r m s b y stellt die Aluniinatosung aus ausgewaschenem Aluminiumhydroxyd (also nach
4btrennen des Natriumsulfats) her ; er hat deswegen gar
rein Salz in der Mischung. DaD dennoch selbst in groBer
Verdiinnung eine Abscheidung eintritt, beruht auf der VerNendung eines Uberschusses von Lauge, die - wie im Laufe
les vorliegenden Patentstreits festgestellt worden ist :benfalls die Koagulation des kolloidalen Natriumaluminatiilicats herbeifuhren kann. P u k a 11 legt Gewicht auf d i e
Jewinnmig von reinem Aluminatsilicat. Er erhalt aus stark
dkalischer Liisung ein Produkt von der Zusammensetzung
ler G a n s schen Aluminatsilicate. Seine Arbeitsweise
interscheidet sich durch den sehr hohen Gehalt von Lauge,
ier nach den geltenden Ansichten fur die Herstellung der
9luminatsilicate nachteilig ist. Die Wirkung der weiter
rwahnten Stoffe (Ammoniumchlorid und Kohlendioxyd),
lurch die er die gelost bleibende Menge von Tonercle und
Kieselsaure in Gestalt eines natriumhaltigen Niederschlages
Lbscheidet, beruht auf Verschiebung des Gleichgewichts.
Durch diesen Schritt wird die nach Patent 270 324 in Be,racht kommende Wirkung eines besonderen Zusatzes von
Vatriumsalzen nicht offenbart."
Man kann demnach folgenden allgemeinen SchlurS
:iehen: E i n c h e m i s c h e s V e r f a h r e n , w e l c h e s
~ l s oi n d e r W e c h s e l w i r k u n g m e h r e r e r
Stoffe besteht, k a n n sehr wohl p a t e n t ahig sein, trotzdem die Einzelmafinahnen, auch i n der betreffenden Kombina,ion,schoninderliteraturvorbeschrie)en sind. Ausschlaggebend i s t d e r Umt a n d , daB d i e s e M a f i n a h m e n n o c h n i c h t
,ielbewul3t Z U F Gewinnung eines t e c h 1 i s c h w i c h t i g e n E r z e u g n i s s e s a n g e w a n d t,
45'
268
.
Tambach und Zutavern: Ein neuer Abfiillapparat mit gleichzeitigem Zu- und Ablauf.
o d e r v o r g e s c h l a g e n w o r d e n s i n d . Auch fiir
chemische Verfahren kommt es auf die zielbewufite Hervorrufung einer Wechselwirkung an, mit dem ausdriicklichen
Zwecke, ein technisch wichtiges Erzeugnis auf einem fiir
diesen Zweck noch nicht bekannten Wege zu gewinnen.
2. Eine andere patentrechtliche Frage, die auch in dem
vorliegenden Rechtsstreite angeschnitten wurde, richtet sich
darauf, wie weit.die g e n a u e n A r b e i t s b e d i n g u n g e n i m e i n z e 1 n e n beschrieben sein miissen, um ein
chemisches Verfahren ausfiihrbar, d. h. fiir den Faahmann
wiederholbar zu machen. I m vorliegenden Falle handelte
es sich urn eine Angabe iiber die K o n z e n t r a t i o n
oder V e r d ii n n u n g , in welcher die Wechselwirkung
mit besonderem Vorteile ausgefiihrt werden kann. Das
Reichsgericht Luljert sich hierzu folgendermaoen:
,,Die Gegner des Patentes 270 324 haben dam weiter den
besonderen Angriff erhoben, daB die Arbeitsbedingungen in
der Patentschrift nicht genau genug beschrieben seien, insbesondere nicht auf die Bedeutung des Verdiinnungsgrades
hingewiesen sei. Zuzugeben ist, daB eine nahere Bestimmung der Arbeitsbedingungen in der Patentschrift angebracht gewesen wiire. Andererseits ist jedoch mit dem
Sachverstandigen anzuerkennen, da13 der Fachmann im
varliegenden Falle die geeigneten Arbeitsbedingungen ohne
Schwierigkeiten ermitteln konnte. Der Sachverstiindige hat
sich dahin ausgesprochen, daS jeder, dem es auf die Gewinnung eines dichten, kornigen Materials ankomme. schon
nach wenigen Versuchen der Fiillung aus groBeren Verdiinnungen - wobei ohne Zweifel ein Zusatz von Natriumsalzen von Vorteil, ja unter Urnstiinden Bedingung sei den Vorzug geben werde."
Ah Leitsatz ergibt sich hieraus, da13 es geniigt, s o 1 c h e
A n g a b e n i i b e r d i e A u s f i i h r u n g eines chemischenverfahrens z u m a c h e n , daB es d e m S a c h v e r stiindigen moglich ist, die a m besten
geeignete n Arbeit sbedingungen
oh n e
S c h w i e r i g k e i t e n , d. h. n a c h e i n i g e m P r o b i e r e n u n t e r H e r a n z i e h u n g d e r in d e r
T e c h n i k b e k a n n t e n oder iiblichen Mog1i c h k e i t e n z u e r m i t t e 1 n. -In
Lhnlicher Weise
hat sich ubrigens das Reichsgericht auch in anderen (teilweise ungedruckten) Entscheidungen geiiuBert. [A. 87.1
[an$$~&~hqfmmie.
rorrichtung mit einer M a r i o t t e schen Flasche der Zuauf so geregelt, daB der f2berlauf auf ein Minimum, jeweils
3inige Tropfen, beachrankt wird, und die ZufluBgeschwindigCeit ist leicht so einzustellen, daB daa eine MeBgefiiS immer
gerade gefiillt ist, wenn drts andere leer wird.
Der sich ergebende Uberlauf kann in einer Flasche geiammelt (8. Zeichnung) und wider mit der Vorratsfliissigkeit
vereinigt werden, da ja eine Verunreinigung nicht eintreten
cam.
DerzApparat ermoglicht ein u n b e d i n g t s a u b e ces, z u v e r l a s s i g e s u n d s c h n e l l e s A b f a l 1 e n von Fliissigkeiten aller Art und ist einer iiuBerst vielgeitigen Anwendung fkhig. Man kann ihn beispielsweise be-
Ein neuer Abfiillapparat
mit gleichzeitigem Zn- und Ablauf.
nutzen zum Abfiillen von Liisungen, von fertigen fliissigen
Arzneimitteln, Serumfliissigkeiten usw. in Gliiser und nicht
Der Apparat besteht aus zwei MeagefaBen, die nur allzu enghalsige Ampullen. Auch als autometische Pipette
e i n e n Zulauf und e i n e n Ablauf haben und mittels fiir Massenanalysen in analytischen sowie nahungsmitteleiner geeigneten Hahnkonstruktion derart angeordnet sind, chemischen Laboratorien und landwirtschaftliohen VerdaB durch e i n e n Hahngriff das eine MeBgefaB sich fiillt, suchsstationen wird er brauchbar sein.
wenn das andere sich entleert.
Der Ap arat kann in jeder gewiinschten Gr8Be auch nach
Die MeBgefiiBe sind Pipetten mit Vberlauf und stellen GewichtsAalt angefertigt werden. ZumFAbfiillen steriler
sich daher selbsttiitig ein. Die Hahnbohrungen sind so be- z. B. Serumfliimigkeiten kann der Apparat mit am Zulaufschaffen, daB jeweils durch eine Drehung des Hahnea urn rohr direkt angeschmolzener Vorratskugel in einem Stiick
180" einiMeBgefaB sich fiillt, und das andere sich entleert. hergestellt werden. Die m h n e konnen auch ausiSteingut,
Durch eine Drehung um 90" werden Zu- und Ablauf unter- Porzellan oder Metall geliefert werden.
brochen.
Der Apparat ist unter D. R. 0.M. Nr.'646 182 gesetzlich
Eine Anordnung, die sich in der Praxis gut bewiihrt hat, geschiitzt und wird von der Erma L. Hormuth, Inh.
zeigt die Abbildung. Hierbei ist durchverbindung derAbmel3- W. Vetter, in Heidelberg in den Handel gebracht. [A. 93.1
Von R. TAMBACE
und PH.ZUTAVERX.
VerlW von 0 t t 0 8 p a m e r , hip&.
- Verantwortllcher Bedagtenr ProL Dr. B. B a
I 8 0 w. hip&.
-
d
Spamernche Buchdruckerei in Leipalg.
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