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Ein Hlfsmittel zur Entwickelung der Gleichung des chemischen Vorganges bei der Mineralbildung.

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407
0,4488 : 1,424 = la7 :403 3.134
also =I 1 At : 3 At.
.Ferner verbalten sich J : Ca im Niederschlage = 137 :
52,5 =i . 39,4 d. h. = 3 At.: 4 At.
Hieraus folgt, dafs das durch Ammoniak gefiillte Salt
dreiachtel- iiberjodralcrer Kalk ist,
CaeJ6O1@
entstanden dadurch, d a t 4 Mol. Ca2J1 O9 sich zersetzen:
4 C a * J s 0 0 + 5 H 9 0 ~ C a 8 J d 0 22HbJ08
0,
(Schlds im nschaten Heft.)
IV. Ein Hiilfsmittel %urEntwickelzcng det. G l e i
chung des chemisehen Vorgmages bei der itlhueralbildung; eon Prof. 6. I ' s c h e r m a k it8 Wien.
(Aus den Monatsberichten der Wiener Akademie, vom Hm. Verf.
mitgetheilt.)
w e n n der S t o h a t z , welcher bei einer chemischen
Veriinderung s t e t w e t , durch eine Gleichung ausgedriickt
werden soil, so iut nichts weiter notbig, als dah die Zusammensetzung der auf einander einwirkendm und die der gebildeten Ktlrper bekannt seyi all- Uebrige ergiebt sich aus
dem Axiom der Erhaltung der Mease uud aus der Unzerlqbarkeit der Elementarstoffe. Wenn z. B. durch die gegenseitige Einwirkung von Harnstoff und salpetriger SBure sicb
Kohlensaure, Wasser und Stickstoffgas bilden, so wird der
Vorgang ausgedriickt d m h die Gleichung:
NtH,CO+N,O,=CO,+2H,OtaN,.
Es besteht ntimlich nicht nur die Bedinguug, dafs die Masse
vor und nach der Einwirkung dieselbe bleibt, sondern e6
existiren noch die vier anderen Bedingungen, dafs auch die
Mengen von Kohlenstoff, Wasnerstoff, Sauerstoff, Stickstoff
urrver3ipdert bleiben und acls ellen diesen Bedingungen, so
408
wie aus der Ziisammensetzung der Ki)rper, ergeben sich die
5 Coefficienten, welche sagen, dafs immer 1 Mol. Harnstoff
uiid 1 Mol. salpetrige Saiire aiifeinander einwirken rind .dabei 1 Mol. Kohlenslure gegen '2 Mol. Wasser uiid 2 Mol.
Stickstoffgas gebildet werden. W e n n also den aufeinander
wirkenden Korpern die Moleculargewichte M,,M,, M, den
gebildeten Korpern die Moleciilargewichte m,, m,, na, .. zukoinmeii und die Coeflicienten mit h , k, 1 . . ferner mit u,
u, w..bezeichnet werden, so laiitet die allgemeine Gleichung:
hM,
k M, + 1 M, . . = urn, urn, + 40 m, + . A .
Aufser dieser aber bestehen immer so viele Specialgleichungen, die als Elementarstoffc bei der Reaction in Betracht
kommen.
Die chemischen Vorgange, durch welche die Mineralien
in der Natur gebildet iind zerlegt werden, lassen sich, wie
begreiflich , ebenso verfulgen und in Gleichungen bringen,
wie die Erscheinungen, welche wir im Laboratorium veranlassen, doch ist in allen Fallen, in welchen wir den Vorgang nicht nachahmen honnen , das Ziel mit vielen Schwie righeiten umgeben. 1)ie Natur bringt in aiifgeloster Form
die K6rper herbei, welche aufeinander und auf bereits vorhandene Mineralicn eiiiwirkeii, und lafst von den neiigebildeten Karpern deii eiiien und deii anderen zririick. Ails
diesen hinterlassenen Spiiren versiichcn wir d a m zii errathen was vorgefallen.
Von den hierher gehbrigen Fallen wahle ich jenen, in
welrhem ein fruher vorhandenes Mineral verandert wiirde
iuid der iieugebildete Kdrper oder das Gemenge von neuen
Verbindiingen, welche als Riickstand geblieben sind , noch
die Krjstallform des urspriinglichen Minetals an sich triigt,
so dafs die uispriingliche Zusammensetzung bekannt ist.
Demnach ware M , und rn, gegeben. W a s ziinachst zii bestimmen ist, siud die Coefficienten h und u. Sind diese
bekannt, dann lassen sich oft ,such die iibrigen Gliedcr der
Gleicliung ermitteln.
Die Berechnung dieser Grofsen gelingt haiitig durch Beriicksichtigung der Volumverhlltnisse resp. des Eigengewich-
+
+
+
.
409
tes. G. B i s c h o f hat bei verschiedenen Gelegenheiten gezeigt l) wie wichtig die Zuhiilfenahme des Eigengewichtes
bei Beurtheilring der Erscheinung sey , welche uns in den
Umwandlungspseudomorphosen vorliegt, auch andere Beohachter haben zuweilen davon Gebrauch gemacht und ich
selbst darf einige Resultate als die meinigen anfiihren, welche auf dieseln Wege erlangt wurden'?). Die Methode C;estattet aber eine allgemeinere Entwichlung.
1st fur den ursprunglichen Krystall P das Gewicht in
Grammen, V das Volum in CC. und S das Eiqengewicbt,
fwner p das Gewicht der daraus eutstandenen Pseudomorphose, w das wahre Volum des Riickstandes, s dessen Eigengewicht ; nennt man ferner mit Riicksicht darauf, dafs
die Pseudomorphose auch p o r h seyn kann, deren Volrim,
wie es der Umrik derselben ergiebt, z)', endlich deren sclieinbares Eigengewicht s', so hat man:
P = S Y und p = s w = s ' o ' .
Mit Rucksicht auf die obige Gleichung (A) hat man ferner:
P : p = h M , :urn,
rind es ergiebt sich cZemnach
so wie auch die Gleicbung:
V - a hMl
v
S uniI
.. .. .
. 2 .
Flir den Fall, dafs der Rtickstand zwar poras ist, aber dic1) 1,ehrbnch der phys. u. chrm. Geologie 2. Auflage Rcl. 1, S. 192, Rd. 111
S. 834 11. a. a. 0.
2 ) Beobarhtungen an Pseudumorphosen in den Sitzungsbelirlltcn d. M'iei i e r Ahadernie Bd. 49, S. 330, Bd. 53, S. 523.
3 ) Wofern das urspriingliche Mineral keine einfartic Verbindung, soiidrrn
eine isomorphe Mischring , und ehenso der Riickstand ein Gemeiigr bekannter Verbindungen ist, dann hat man :
P : p = ( h M I k M1
.) : (urnl v tn,
.)
und u : a : sind dann durch die cliemisclie
Die Verhhltoisse h :k :
Analysr cu brstimmen und cs ergiebt sicL hieraus, so wie aus P : p das
Verhiltnib h u etc.
+
..
.-
+.
..
+
+.
410
selbe Gestalt und Grbfse hat, wie der rirspriingliche KryY = u' und es folgt nacli dem Vorigen:
P:p-.S:s'
3.
Urn zu berechnen, wie vie1 von dem Riickstande aus 100 Gewichtstheilen des ursprtinglichen Minerals hervorgegangen ist,
benutzt man die Gleichung:
p = 100
stall, ist
. . . . . .
+
das Verhiiltnifs der Coefficienten aber bestimmt sich durch :
s'
_uh --M_Im, . . . . . .
S
4.
Fiir den Fall endlicb, dafs der Ruckstand vollstiindig
dicht und porenfrei ist uiid dafs die Pseudomorpbose dieselbe Gestalt und Grbfse hat, wie der urspritnglicho Krystall, ist..s 5;. 8' und 2) .= u'= V und es bestehen dann die
Beziehungen :
P:p=S:s
5.
h
---A
u
m S
M, 8
. . . . . .
. . . . . .
6.
Aus LOO Gewichtstheilen des urspriinglichen Minerals entstehen in solchem Falle
p" 1ooA
S
Theile. Fur den haufigen Fall, dafs aus 1 Mol. der iirspriinglichen Verbindung wieder 1 Mol. der neiien gebildet
wird uud als Ruckstand bleibt, liat man:
d. h. die Eigengewichte verhalten sich wie die Moleculargewichte oder die specifischen Volume beider Verbindungen sind gleich.
In dem Vorhergehenden wurde der Fall in Betracht gezogen, dafs eine Pseudoinorphose gleiche Gestalt und Gr6fse
habe, wie der urspriingliche Krystall. Da nun bei unseren
Reobachtungen die urspriingliche Grl)fse nicht zu bestimlneri
ist, SO fragt e8 sich, ob es Mittel gieit, die Gleichheit 211 constatiren. Die Beantwortung ergiebt sich aus den Beobach-
41I
t u g e n iiber die B d d U n ~ 8 W e k ?der Psoudomorpbosen. Die
chemische Veriindenurg mfolgt meist von aufsen her, selten
von innen aua gegen die Rindc zu, in mauchen Fhllen verbreitet sie dch mittelst feiner Risse rind Spriinge drrrch den
Krystall.
Die Urnwandlung erfolgt von auhen her. Vennindern
dabei die Theilchen ihr Volum, so entsteht ein gleichmlfsig
poroser Riickstand mit Ijeibehaltung der Krystallform und
des Volums oder tw entsteht ein dichter Riickstand nnd dieser zeigt sehr bedeutende Gestalthnderung, die Form erscheint, wofern sie noch erkennbar, wie ausgezehrt, die Flachen sind eingesunken, die Winkeldimensionen sind unregelmafsig verlndert. Vermehren die Theilchen ihr Volum,
dann erfolgt ein Aufblaheu, es veriindert sich die Gestalt
mit dem Volumen. Bleibt das Volum der Theilchen iiach
der Veriinderung das Gleiche, so andert sich Gestalt und
Gesammtvolum natiirlich nicht.
Die Veranderung beginnt von innen aus. Vermindern
die Theilchen dabei das Volum, so bildet sich ein poroser
Riickstand, welcher Form iind Volum behalt. Vermehrt
sich das Volum der Theilchen, dann mufs der Krystall zerspringen. Bleibt das Volum der Theilchen ungeandert , so
erhalt sich . die Form und das Gesammtvolum.
Die Umwandlung schreitet in den Sprungen vor, welche
in Folge der Spaltbarkeit entstehen. Sowohl bei Vermelirung als bei Verminderung des Volums der Theilclien geschieht es dann zuweilen, dafs in der Zone der Spaltbarkeit
die Wiukeldimensionen fast ungeandert bleiben.
Wenn der letzte Fall auqenommen 6 r d , so folgt a116
dem Ahgefuhrten, dafe jedesmal, wcnn an dem Rflckstande
die Form des ursprunghchen Krystalles vollstandig erhallen
blieb, auch dae adsere Volum denselben h i der Umwandlung sioh uhvertindert erhielt , also Y = u' anzunebmen ist.
Auch der let& Fall fiibrf zit keiner Tauschung, wofern
man die mikroskopische Untersuchung des RLickstandes,
welche die genannte Bildungsweise desselben erkennen lafst,
nicht vrrnachlassigt.
412
Es wnrde vorhin nucli das scheinbare Eigengewicht als
ein Beobachtongsd;ltiini eingefiihrt. Viese Grofse kann man
bei feinporosen KSrpern in der Weise annaliernd bestim
inell, dafs man ein Pphnometer mit Quechsilber fiillt , in
det* Wanne rimkehrt, den zu priifenden KSrper in Form
von gr6fseren Stiicken darin aufsteigeu lafst und im iibrigcn
so verfahrt, wie bei der Bestimmrig des wahren Eigengewichtes. Die erhaltene Zahl ist niit dem Eigengewicht des
Qucrksilbers zu miillipliciren, fernrr ist eine Correction hinzuzufugen, welche man erhalt, wenn man mit gleich grofssen
Stiichen eines dichten Kthpers, dessen Eigengewicht bekannt
isl, eineu Parallelversiich ausfuhrt.
Bei sp i el e.
TJm den Fall z u beleuchteu, in welchem der Ruckstaud
dasselbe Volum wie der urspruugliche Krystall aber poloses Gefuge zeigt, wahle ich die Veranderung des Pyromorphi1 Pb, P, O,, C1 zu Bleiglanz Pb S. ’)
Rei dieser Umwandlung hinterbleibt der Bleiglanz in
der Form des Pyromorpliit, der Riichstand ist por8s und
besteht , wie H a i d i n g e r gezeigt hat, aus regelmlfsig angeordneten Bleiglanzwurfelchen. 2, Das Eigengewicht des reinen Pyromorphit ist nach K e r s t en’s Beobachtungen 7’05.
Das scheinbare Eigengewicht des Bleiglanzruckstandes bestitnmte ich zu 6,l. Es berechnct sich nunmehr nach (4)
h
1
die Groke ;
= 0,201 wofur - zu nehmen ist. Denht man
5
sich die Veranderung durch Schwefelwasserstoff hervorge
bracht, so ergiebt sich die Gleichun;
Pb, P, O,, C1+ 5H,S = 5 P b S 3H,P o4 HCl
1)ieses Beispiel, so wie die folgenden zeigen, dafs man auch
bei Pseudoinorphosen nicht die Aniiahme zii machen braucht,
es seg dieser oder jener Bestautltheil bei der Umwandliing
+
+
1 ) H = 1, CI = 35,5, P = 31, 0 = 16, S = 32, Si = 28, Pb = 207 etc.
2)
r e i t h a u p t hat, durcti das sclieinbare Eigengewiclit dieses Riickstandes verleitet, denselben fiir versehieden vom Rleiglaiiz erhlart und Sexangulit genannt.
413
constant geblieben, denii drirch l3erircksichligr:ng des scheinbnren Eigengewichles ergiebt sicli sogleich , wie vie1 \on
den Stc &en des urspriinglichen Minerals in der Pseiidomorphose zuriick geblieben ist. So erhhrt inan im vorliegeiiden Falle atis der Gleichring (3). dak aiis 100 Theileii Pyromorphit 86,6 Theile Bleiglaiiz hervorgehen. Nun enthalten 100 Theile Pyroinorpliit 7(i,S Theile Blei, und 86,6
Theile Bleiglaiiz elithallen 75 Thcile Ulei , folglich ist bei
dein Processe dieser Bestandtlieil cler Mmge nach constant
geblieben.
Die fdgenden Beispielc bezieheii sicli auf die Erscheiiiitiig , dak der Riickstand bci unver#ndertcr Form dichte
Struktur zeigt.
1. Vriwandlung des Treinolitli Ca Me, Si, O , , in Talh
H,Mg, Si, Olz. Die Forin bleibt iingeaudert, wic S c h e e I e r gezeigt hat.
Nach R a m m e l s b c r g ist fiir reineii Tre
molith S 2,93 rind nach S c h r r i ~ e rfur Talh \-on dieser
Ziisaminensetzriiig s --= 2,7H. Es berechilet sirh iiacli (6) die
Grofse
-= 0,957 wofiir 1
zii
iiehineii ist.
Wenn diese
Umwandliing durch Kolilensaure r i n d Wasser bewirht wird,
so besteht (lie Gleichung :
Ca Mg, Si, O,, + H,O + C O , FI,Mgl Si, O , , + Ca CO,
2. Verwandlring des Disthen Al, Si 0, in Damoririt
2 H , O , K , 0. 2Al,O,. 6Si 0,. Der Dainourit findel sich in
vSllig dichtem Zustande in dei Forin des Disthen. Fur
Uisthen hat man nach der Beobachtung voii M o h s au
eiiier weiheii Abanderung S = 2,599 ; das Eigengewicht
des dichteii Damourit ist uacli meiiier Beobachtung
s
2,806, daraus folgt nun
h
1
1= 6,20, wofiir 6 zu nehlnen
seyn wird. Mit Weglassuug des int ervenirenden Saureradicales lautet die Rcacfionsgleichung
.K,O 3 A l , 0 , . 6 S i O ,
6Al,Si0,+K,0+2H20=2H,0
+3Al, 0,.
I
Bei dieser Umwaidiing wird demnach Thoiierde fortge futihrt. Uieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Beruthsichtiguiig
414
der Volumverhiiltnime sey, denn bisber wurde angenommen,
die Menge der Thonerde bleibe constant
3. Verwandlung des Cuprit Cu, 0 io Malachit H,Cu 0,
Cu CO,. An den griinen Oktaedern von Chessy, welche
aus Malachit bcstehen und im Innern noch einen Kern von
Cuprit enihalten, sieht man den Malachit im dichten Zustande. Die Form des Cuprit ist ziemlich gut erhalten, doch
erkennt man eine geringe Auf bllhung. Das Eigengewicht
des Ciiprit iet nach M o h s S = 6,992, das des Malachit nach
.
Ib
demselben Beobachter s = 4,008 iind man erhiilt -=2,31.
11
Man kbnnte vielleicht im Zweifel seyn, ob bier 2 oder 2,333
anzunehinen sey, doch folgt ails dem ein wenig aufgehluten
Zristande der Pseudomorphose, d& die flir
erhaltene
Zahl gegen die Wahrheit etwas zu grofs seyn musse, daher
man die Zahl 2 adoptiren wird. Nimmt man zu diesem
Resultat noch hinzu, was von K n o p als wichtiges Gesetz
fiir die Umwandlung des Cuprit hervorgehoben wurde, dafs
niimlich der Cuprit durch verdiinnte Sluren in das entaprechende Kupferoxydsalz und in metallisches Kupfer zwlegt
wird, so erkennt man, dafs der hier zu betrachteude Vorgang atis zwei Theilen besteht, welche uumittelbar aufeiuander folgen.
+
+
+
2CiitO 4 C 0 ,
2H,0 = ?H, Cu C, 0, Cu,
CUB+Os
H,O -+ C o t = CU0%
CUC O ,
I m ersten Theile des Vorganges wird also Bicarbonat
gebildet und fortgefiihrt, im zweiten Theile entsteht arm den1
zuriickgebllebenen Kiipfer nach der Oxydation Malachit.
So lanhe bei d i e a n Spiele Cuprit vorbnden ist, gelit der
Process so fort, wie ihn die beiden Gleichungen angeben.
Sobald aber aller Criprit verscliwunden ist, mu€s die freie
Kohlensiiure auch den gebildeten Malachit angreifen, welcher
frilher durch den Cuyrit beschiitzt worden. Daher werden
sich Pseudomorphosen von Malachit, welche aus Cuprit hervorgegangen sind, nur selten erhalten konneu , aobald sie
keiaea Cuprit mehr enthalten. Die Erfabiung bedtMigt diese
+
415
Vorauseage, denn wie bekannt, sind derlei Pseudomorphosen
ohne Cupritkern fast immer hohl oder unregelmri€sig l6cherig. Fur den Fall, dafs der Vorgang ebeii bis zum Verschwinden des Cuprit gediehen ist, findet man nach (a), dafs
_ -- 1,15, d. h. dafs bei der Umwandlung eine Volumver-
'
mehrung von 15 Proc, eingetreten sey. Weil in den gut
erhaltenen Pseudomorphosen noch ein Keru von Cuprit vorhanden ist, bemerkt wan bei diesen wenig vou der Aiifblrihung.
4. Verwandlung des Pyrit FeS, in Brauneisenerz H,Fe,O,.
Fiir Pyrit hat maq nach K e i i n g o t t und Z e p h a r o v i c l i
S = 5,l und fur Brauneisenerz uach meiner Bestimmung
3,97 wonach
+
h
a=
4,OO und d e m entsprechend
+
150,
11H,O = H, Fe, 0, +FIH, SO,
4Fe S ,
die Gleichung ist iiatiirlich noch unvollstandig , denn dainit
das Brauiieisenerz bestehen kdnue, miifs die Einwirkung der
Schwefelsriure durch ein Oxyd aufgehoben seyn.
5. Vergnderung des Magnetit zu Eisenglanz. Am Vesuv kommen auf Laven zuweilen eisenschwarze Oktaeder
vor, welche aus regelmiifsig angeordneten Eiseiiglanzblrittchr~~
zusammengesetzt sind und nach S c a c c b i und Ram me 1s b e r g durch Umwandlung von Magnetit gebildet wurden.
Fiir Magnetit ist nach R a m m e l s b e r g S = 5,185 und fur
= 1,483 folgt.
Eisenglanz $ = 5 .303 EU nehmen, woraus 25
It
Dafiir ist zu setzeu und dieees fiibrt zu der Gleichung
4Fe, 0,.t0, =6 Fe, 0,
vrofem freier Sausrstoff ale die Umwandlung bewirkend ged a d t wird.
6. In den angefiibrten Beispiden wurden nur ausgemachte Umwandlungserscheiauagen citirt ; hier m@e no&
eine Veranderung beeprachen wenden, die von einigen Forschern als eine bloke JI Verdrangungr angesehen worden ist,
namlich die Umwandlnng von Quarz Si 0, in Steatit.
Ohae hier entoclieidem eu wollen, eb eine Verdrangong nder
eine Urnwandlung auzunehmen sey, fiihre ich blofs an was
416
die Rechniing ergiebt, wenn man die letztere Ansicht verfolgt. Fiir Quarz ist nach den Beobachtungen von S c h a f f go t s c h S - 2,653, wahreiid fiir Steatit s = 2,780 gilt, dieselbe Zabl wie fiir Talk.
h
Es berechnet sich --6,Ol,
so
clafs inan die Gleichung
6Si 0, 3H,Mg 0, = H, MgsSi, O , , 2H,SiO,
fiir die Umwandliing adoptiren kann.
U m endlich anch eiii Beispiel zu citiren, welcbes die
Eixheinung betrifft, dafs der Riickstand die Gestalt des iirspriinglichen Minerals fast unversndert zeigt, deiinoch abkr
an Volum zugenomiiien hat, erinnere ich an den Serpentin,
welcher aus Olivin hervorgegangeii ist und die Form des
lelztern an sich tragt. Vor kurzein habe ich in einer
Schrift iiber Serpentinbildung gezeigt '), dafs in den OliviiiI,ryslallen die Uinwaudlung zu Serpentin so forlscbreitet,
tlal's iininer den Spaltflaclien pnrallel iieue Spriiuge eiitstelieu
und an den Wanden diesei. Kliifte ein serpeutinartiges Mineral aus der Olivinsribstaiiz gebildet wird. Uas Fortschreilei1 der Zertriimineruiig und Zerspaltung ist nur daraus erklarlich , dafs die Tbeilcheii des neugebildeten Minerals eiii
griil'seres Volum eiiiiiehmeii , als die des ursprunglichen.
Trotzdeui bleibt die Form zienilich gut erhalten. H a i d i n g e r s Messungen an solchen Pseudomorphosen haben gezeigt,
dafs zwar Aendcriingeii tler Winkel bis zu 3" vorkommeu,
jedoch in der Zone der Spaltbarkeit die Dimensionen bedeutend weniger alterirt werden.
L)ie Volumanderung ist im vorliegeiiden Falle immerhin
erwiesen, daher die vorhin behandelte Methode nicht anwendbar erscheint. Nun ist aber aus den Beobachtungen iiber
die Umbildang der Olivinmassen zu Serpentin bekannt, dafs
bei diesein Vorgange (abgesehen von den Umwandluiigen
der Eisenverbindung) blofs Magnesiacarbonat ausgeschieden
wird, daher fur den eisenfreien Olivin die Gleicbung
2Mg2 Si 0, 2H, 0 CO, =H, Mg, Si, 0, Mg CO,
gellen miisse. Diesem Ansdrricke zufolge berechnet sich
+
+
+
+
+
1 ) Sitziiugshrric.Ii~r drr Wieucr Akndrmir Rd. 56, Abih. I, S. 283.
417
nun aus (2) eine Volumzunahme von 25 l'roc., wenn nach
Ram in e 1 s b e r g fur Olivin S T 3,243 fur Serpentin s = 2,557
genommen wird. Der gewohnliche Olivin im Olivinfels enthglt immer gr6fsere Mengen von Eisensilicat, dafs bei der
Umwandlung in Maglietit und Kieselsliire ze&allt. I)efshalb
ist bei der Verwandlring des Olivinfels in Serpenlin die
Volumvermehrung nicht bedeutencl.
V. Ueber die gleichzieitigen Variationen von speciJschena Polurnen, Krystallgestalt trnd Hurte ;
von D r . A l b r . SchrafJ$
D a die Bildung eines Krystalles den Uebergang der Substanz aus dem labilen Gleichgewidltszustande in den stabilen bedeutet , und nur durch eine moglichst symmetrische
Gruppirung der Atome zu erreichen ist, so erhellt, dafs das
Volumen einer krystallisirten Verbindung auch von der
Krystallgestalt abhangig gedacht werden kann.
Den ersten AnstoB zur Ermittelung der beziiglichen Gesetze hat K o p p (Pogg. Ann. Bd. 47, S. 133) gegeben. Bei
seinen Untersuchungen fand er namlich, dafs die specifischen
Volumina von
Magnesium d = 1,Ol
V = 25,06
Calcium
d = 1,64
V = 25,02
d a m von
Strontium d = 2,86
V = 30,14
Baryum
d = 4,55
V = 30,19
w#ren. L)a die angefuhrten Stoffe unzweifelhaft isomorphen
Gruppen angehiiren, so hat K op p darauf hingewiesen, dafs
die Isomorpbie durch die Gleichheit der spec. Volrimina bedingt ist. Dieser fur die Folge fruchtbringende Satz verdankt jetloch niir den, damals noch ungenauen Bestimmungen von Magnesium und Strontium sein Entstehen. Die
PoggendorlPr hnnal. Hd. CXXXIV.
27
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