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Ein neuer Extractionsapparat.

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1172
[
Zuitsclirift f i r
angewandte Chemie.
v. Boyzn: Ein neuer Extractionsapparat.
~~
unten in dem Kiistchen befindliches Quecksilbergefiiss eintauchen. Von diesen ist das
linksseitige oben geschlossen , wiihrend das
rechte an seinem umgebogenen oberen Ende
rnit dem zu evacuirenden Raum in Verbindung gesetzt wird. Die zwischen diesen
beiden Rohren befindliche, in Millimeter getheilte Scale ist durcb Zahnstange und Trieb
an dem i n der Mitte sichtbaren Knopf verstellbar, und kann man somit j e nach dem
schwankenden Barometerstand den oben befindlichen Nullpunkt der Scale tiiglich auf
den Quecksilberspiegel einstellen.
Das i n dem anderen Rohr aufsteigende
Quecksilber gestattet dam, den erreichten
Druck in Millimetern Quecksilber absolut
direct abzulesen.
Der grosse Vortheil dieser Construction
besteht darin, dass die Angaben des Instrumentes unabhiingig vom iiusseren Luftdruck
sind und besonders darin, dass sich i n dem
geschlossenen Barometerrohr, welches iiberdies noch mit eiogeschmolzenem Sicherheitsconus ausgeriistet wird, die Luftleere nicht
verandern kann, weil in demselben stets das
gleiche Quecksilber verbleibt und nicht rnit
Luft und Feuchtigkeit i n Beriihrung kommt.
Die Einstellung des Nnllpunktes braucht
bei veriinderlichem Barometerstand nur in
grossen Zeitrgumen vorgenommen werden.
Dass die Ablesung direct geschehen kann,
ist ein grosser Vorzug vor dem abgekiirzten
Heberbarometer, bei welchem man bei
schwankenden Drucken, wie sie im Betriebe
durch die einzelnen Pumpenstiisse sehr leicht
vorkommen, nicht immer mit der Scale nachfahren kann').
E i n neuer Extractionsapparat.
VOll
E. v. Boyen.
Die bisher gebriiuchlichen Benzinextractionsapparate stellen fast ausschliesslich
griissere cylindrische Gefiisse dar , welche
mehrere iibereinanderstehende , mit Extractionsgut beschickte Siebbijdenschalen
i n sich aufnehmen.
Derartige Apparate,
welche bezwecken, diinnc Schichten des Extractionsguts herzustellen und das feste Zusammensetzen desselben zu verhindern, sind
zur Extraction staubfeiner , rnit Fett durchtriinkter Massen, wie z. B. Entfiirbungspulver u. s. w. allen anderen Extractoren
unbedingt vorzuziehen. Immerhin haben diese
I ) Das alleinige Aasfiihrungsrecht dieser Construction (D.R.G.M. 114 904) hat die Firma Dr. H.
Gcissler Nachf. in Bonn itbcrnomnicn.
Appnrate groese Nachtheile, denn sie beanspruchen ihres grossen Volumens wegen viel
Platz, leisten wenig, erfordern einen grossen
Vorrath an Benzin und verbrauchen viel
Dampf. Ein v a n Hacht'scher Extractor,
welcher rnit Sockel und Gallerie einen Raum
von ctwa 10 cbm einnimmt, vermag nur 800 k
Ceresinriickstiinde, wozu e t a a 120 k Siigesplhne oder ein iihnliches Auflockerungsmaterial hinzukommeo, in sich aufzunehmen.
Das Ein- und Ausladen der drei schweren
Einsatzschalen, das umstiindliche Abdichten
der uotersten Schale und des Deckels, wie
z. B. durch Anziehen von 20 und noch mehr
6bergreifschrauben, endlich aber das grosse
Benzinquantum, welches zur Extraction nothwendig ist, d a j a nur am Anfang derselben
Benzio mit Extract sich viillig zu siittigen
vermag, wiihrend das gleiche Benzinquantum
wiihrend der splteren Extractionsdauer nur
noch minimale Extractmengen zur Lijsung
vorfiodet, alle diese Umstlnde machen die
Extraction theuer und langwierig.
Bei der Untersuchung extrahirter Ceresinriickstande ergab sich stets, dass die unterste
Schale eines v a n H a c h t'schen Extractors
mehr Ceresin als die oberen enthielt, i n den
meisten Fiillen war sogrr eine periodische
Zunahme an Ceresin i n den tieferstehenden
Schalen zu constatiren. So enthielt die
oberste Schale oft 1 bis 2 Proc., die mittlere
2 bis 4 Proc., die unterste dagegen noch
4 bis 6 Proc. Ceresin. Der Gedanke, die
iibereinanderstehenden Schalen voneinander
unabhiingig zu machen, um die oberste, rein
extrahirte von der Extraction auszuschalten, und zu gleicher Zeit die unteren
Schalen fiir sich weiter extrahiren zu kiinnen,
veranlasste die Construction des hier niiher
beschriebenen Kammerextractors fiir ununterbrochenen Betrieb.
Derselbe besteht aus vier oder mehreren
iibereinanderstehenden, gasdicht voneinander
getrennten, viereckigen Kammern A' bis A4,
welche die mit Extractionsmasse bcschickten
Einsatzschalen a' bis a4 in sich aufnehmen.
Jcde Einsatzschale steht auf einem Winkelrand der inneren Kammerseiten und liisst
sich wie eine Schublade hinein- und herausschieben. In jeder Kammer befinden sich in
der Diagonale bei b und a zwei EintrittsBffnungen, welche mit einer gemeinsamen
unten gelochten Schlange e communiciren;
ferner eine Austrittsijffnung f, welche mit
der darunterstehenden Kammer durch einen
Hahn verbunden, bez. getrennt werden kann.
Jede Kammer besitzt vorn eine durch
Schraubenbiigel hermetisch schliessbare Thiir.
Die Arbeit mit dem Apparat geht in folgender Weise vor sich:
Jahrgang lSY9.
Beft 49. 5. December 1899.1
v. Boyen: Ein neuet Extractio;sapparat.
___._
Nachdem siimmtliche Kammern mit Extractionsmasse beschickt und geschlossen
worden sind, tritt heisses Benzin oder ein
beliebig anderes zur Extraction geeignetes
Liisnngsmittel durch Hahn c in die Lochschlange e und von hier in feiner Vertheilung durch die Extractionsmasse, 1Bst das
Extract auf und fiihrt es durch den durchlochten Schalenboden und durch die Lochschlange 2 in die zweite Extractionslrammer A' hinein. Von hier nimmt die Lijsung den gleichen Weg wie in der ersten
Kammer, durchfliesst der Reihe nach siimmt-
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2
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II
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I
I
wird nun in den Extractionsgang als Ietzte
Kammer eingeschaltet und erhiilt aus der
Aufsteigeleitung e die Benzinliisuog siimmtlicher darunter befindlichen Kammern, welche
scbliesslich nacb vollstiindiger Siittigung den
Weg von f durch h zum Destillator nimmt.
Durch diese systematieche Auslaugung,
wobei reines Benzin das fast rein extrahirte
Material durchfliesst, die aogereicherte Liisung
dagegen ihren Lauf durch die neu gelsdene,
das meiste Extract enthnltende Schale nimmt,
geschieht die v6llige Erschijpfuog des EXtractionsguts in miiglichst kurzer Zeit. Bei
siimmtlichen gebriiuchlichen Benzinextractionsapparaten miissen die oberen, bereits
rein extrahirten Schalen noch so lange i n
Benzin stehen, bis siimmtliche darunter befindlichen, spiiter fertigfferdenden Schalen
vBllig rein extrahirt worden sind, ein Zeitverlust, welcher bei dem Kammerertractor
vermieden wird, da hier jede Schale, sobald
sie fertig iet, ausgeschaltet und von Neuem
beschickt werden kann, wHbrend die iibrigen
zu gleicher Zeit vorextrahirt werden. Der
Apparat arbeitet, wie leicht zu ersehen ist,
wesentlicb schneller und billiger a h szmmtliche bisher in der Industrie gebrluchlichen
Extractoren und gebrsucbt weniger Benzin.
Mit dem verringerten Benzinquantum hiingt
aber wiederum die Veringerung an Dsmpf
und Kiiblwasser zusammen.
Ausserordentlich einfach und bequem ist
die Bedienung des neuen Apparats. Die
richtige Einstellung der entsprechenden Hiihne
ist so einfach und iibersichtlich, dass selbst
ein mittelmlssiger Extractionsarbeiter rnit dem
Apparat i n kiirzester Zeit zu arbeiten versteht. So E s s t sich das Chargiren, welches
im LBsen der beiden Biigelschrauben, im
&hen der Thiir,Herausziehen der extrabirten,
im Hineinschieben der neu beschickten Schale
und im Scbliessen der Thiir besteht, in
5 Minuten ausfiihreD. Ebenso einfach und
zuverliissig i e t die Dichtung der Thiiren.
Dieselben besitzen an der inneren Seite einen
10 mm vonpringenden Rand, welcher sich
in eiue entsprechende Nuto der Knmmer legt.
Letztere ist rnit einer Gummidichtungschnur
ausgefiillt, so dass die Dichtung durch Aufschrauben des Thiirenrandes an die Dichtungsschnur bewirkt wird. Gerade die Gummidichtung bewiibrt sich allen Muthmassungen
zum Trotz beim Kammerextractor vorziiglich,
sie wird, wenn sie mit Wasserglasltisung
einmal bestrichen worden war, vom Benzin
nicht aufgel6st und bebiilt ihre Elasticitiit
monrtelang. Das Bestreichen mit Wssserglas darf nur einmal geschehen, im Wiederholungsfalle wird es schiidlich, weil es zu
Krusten und Uoebenheiten Veranlassung gibt,
9s *
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I
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~
I
Fig. 300.
;.i
Fig. 301.
liche Knmmern, bis sie viillig geeiittigt nus
der letzten in die danebenstebenden Sammelgefiisse bez. Destillatoren hineingelangt. 1st
die Scbale a' r6llig erschiipft, welches sich
durch Probenahme aus dem an jedem Abflussrohr der Knmmer befindlichen Probirhahn
ermitteln liisst, so wird der Benzinhahn c
und k, welcher die Leitung zur darunterstehenden Kammer vermittelt, und Hahn h,
welcher die LBsnog zum Destillator fiihrt,
geschlossen, Hahn i, welcher den Weg zur
Abblaseleitung vermittelt, dagegen ge6ffnet.
Auf diese Weise ist Kammer a' vom Extractionsgang susgeschaltet, wiibrend die
fibrigen Kammern nach h u n g des Benzinhahnes d2 systematisch fortarbeiten. Man
Bffnet dann das Dsmpfventil g, bliiet die
Kammer benzinfrei und bescbickt sie von
Neuem. Diese frisch beschickte Kammer
1174
-
__
.-_
Ein neuer Extractionsapparat.
v. Boyen:
.-
-
-
Bei der Montirung der iibereinanderstehenden
Kammern, deren eben gebobelte Randfliichen
aufeinander geschraubt werden, liisst sich die
Dichtnng leicht durch Asbestpappe bewerkstelligen, welche zuvor in warmer Waeser-
Wasserglas zu verstemmen. Jede Kammer
versiebt man mit einem Manometer und einem
Sicherheitsventil, welches beim 'Ijberschreiten
von 1 Atm. abbliist. Man ist d a m sicher,
dass der Apparat keinem st;rkeren Druck
ansgesetzt werden kann. Selbstverstiindlicb
i8t ein kleiner ljberdruck im Apparat zur
Arbeit not.wendig, ngmlich
die ~
i
der untersten ,Kammer auf die oberete zu
driicken. Derselbe betriigt in der Regel bis
.
M. 2) .
.-
__ [a" rewundte Chemie.
__
70 k Ceresinriickstinde, folglich i n 24 Stunden 3360 k. Die Extractionskosten bei
gleicber Extractioneanlage, wie sie fiir 2
v a n H a c b t'sche Extractoren erforderlich
war, betrugen in 24 Stunden:
Sigespghne 15 rroc.: 504 1' (:I M. 2) 10,08
- Sa. 102,93%.
Folglich
Riic,tstii,l,lc = M m3,06.
Der Kammerextractor von E r n s t S c h l i e m a n o md E d g a r vin Hamburg
ist in den meieten Staaten patentirt; fir
Deutschland
i
~ liefert
~ ihn ~die Firma
~ R. u. T b.
Idii1ler in Brackwede.
-
.- .
-
I
die Extraction werden; eine Erfabrung, die
bei siimmtlichen Cereeinextractionsapparaten
genfigend bekannt ist.
Ein wesentlicher
fJberdruck ist auch beim Abblasen des Benzine zu vermeiden, doch pflegt ein soicher
von 0,5 Atm. noch nicht scbiidlich zu sein.
Beim Kammerextractor wird aus constructiven
Riicksichten von oben nach unten durch das
Material geblasen, bei iilteren Apparaten
dagegen umgekehrt. Die Annahme, dass
bierdurch Verllngerung der Abblasezeit ents t h d e , erwics eich nach vielen eingehenden
Versuchen als unbegrhdet. Um die Abblasezeit einer Kammer auf ein Minimum,
etwa 10 Minuten, zu reduciren, ist trockner,
am besten iiberhitzter Dampf von griisstem
Vortbeil.
Znm Vergleicb der Jleistung und der
Extractionskosten eines Kammerextractors
mit dem v a n Hacbt'schen Extractor miigen
achliesslich noch folgende Zahlen aus der
Fabrikpraxis dienen.
2 .Extractoren von v a n Tlnclit, ~ ~ e l c hjec
800 k Ceresinrhckstande + 15 l'roc. Sigespihnc
xiir Auflockerung fassen, vcrarhcitcn i n 24 Strinden
1600 k RLckstknde.
Dic Extractionslcosten hctriigep:
Kohlen, 2400 k (i M. 140) . . . . . 33,ciO Y.
Liihne, 2 Vorarbeiter Tag- und Snclitschiclit (i bi. 5), 3 Arbeiter ( ~ L N4).
Tagschicht
. . . . . . . . . 22,oo
Benxin, 3 Proc. Verlust vom Cercs.-Kirckstand = 48 k ( h M. 25) . . . . . 12,OO
Auflockcrungsnirrterial 15 Proc. = 240 k
(h
.
Zeihlirift fllr
--
. . . . . . . . . .
_ .
4,80
. Sa. 72,iOZ
Folglich 1OQli lliicksthnde = M. 4,3
1 Kammerextractor mit 10 Kammern
verarbeitet pro halbe Stunde eine Schale =
in Xiirnberg.
I'un
Dr. Sandmann.
Nachdem am Abend des 5. October im
Hotel Wittelsbach ein Begriissungaabend stattgefunden hatte, wurde am 6. October Morgene
9 Uhr im Hotel ,,Goldener Adler" die Hauptvereammlung durcb den Vereinavoreitzenden
Prof. Dr. D i e f f e n b a c h eriiffnet. Nach Ausdruck des Dankes gegen die anweeenden
Vertreter der Beh6rden gab der Vorsitzende
einen kurzen nberblick iiber die bisherige
Thiitigkeit des Vorstandes, indem er gleichzeitig die Entwickelung der .Carbid- und
Acetylenindustrie in knappen Worten schilderte. Darnach sind in Europa mit der
Herstellung von Carbid allein 100 000 Pf.
in Thiitigkeit, die pro J a b r rund 100000 t
Carbid liefern.
Mit Einrichtungen, Apparatebau fGr Acetylenbeleuchtung beschiiftigen sich i n Deutschland iiber 100 Firmen; man schiitzt, dass
in Deutschland etwa 200.000 Acetylenflammen functioniren. Trotzdem ist nicht anzunehmen, dass das Acetylenlicht das Petroleum
vollkommen verdriingen wird, da ee vorliiufig
noch nicht gelungen ist, eine wirklich brauchbare Tiachlampe zu codetruiren. Auch vermag das Acetylen nicht die grossen Gaswerke
zu verdrlngen, dagegen ist es von bervorragender Bedeutnng fiir die Beleuchtung
mittlerer Stiidte und Ortechaften , sowie
Fabriken, Tillen u. dgl.
Da in den ersten Jahren durch fehlerhafte Construction der Apparate in Folge
der mangelnden Fachkenntnies ihrer Construc-
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