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Ein Ocularmikrometer mit leuchtenden farbigen Linien im dunklen Gesichtsfelde.

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IX. Ein 0cufurm;krometer mit leuc~tL.ncterzftrrbI;gen
Liriicn im dunk fen Gesichtsflde;
con F. A. N o d e r t .
Es ist hekannt, dafs F r a u n h o f e r , L a i n o n t und A r a g o ,
behufs der Beobachtung lichtschwacher Gestirne an Meridianiustrumenten und am Aequatoreal, Mikroineter init erleuchteteu oder leuchtenden Linien im dunkleti Gesiclitsfelde erfuuden haben oder zu Stande zu bringen sirchtea.
Der erstere bewirkt dieL durch Lampen, deren Licht voil
der Seite die Spinnfaden des Mikroineters bclenchtet ; der
zweite indein er nicht die FZden selbst, sondern ihre, von
einein unbelegten, im Fernrohr befestigten Plnnglase, reflectirten Bilder zur Messung benutzt ; der dritte endlicli,
indem er die aus Platin gefertigten Mikroineterf:iden als
Schliefsungsdraht eines Volta’schen Elements ergliihen oder
durch andere auf ahnliche Weisc gluhende Drshte, erleuchteu lafst.
Diejenigeu, welche die Wirkung der im vorigen Aofsatze beschriebenen Platte gesehen haben, werden sich das
neue, von mir bereits ausgefiihrte Mikroineter leicht vermifst und. aus der, bei schwaelier VergrBterung und kleinem Neigungswinkcl des auffallenden Liclitr, bcobacbtetcn Farbe ihre bekannte
Wellenlinge und, diraus folgend, den Absiand der Linien in der betreffendcn Gruppe bestimmt. Ich bekenne mit Vergniigen, d& schon
im Jahre 1849 Hr. W a r r e n d e l a R u e in London die Anzalrl der
Linien in der 10. Gruppe richtig angrgeben hat und erlaube mir zu
bemerken, dafs man in den jetzt von mir verfertigten grofsen Mikroskopen, nicht b l o t die Linien der 10. Abtlieilung mit gleirher Leiclrtigkeit selien und ziblen kann, wie in der ersten, soullern dafs ihre trennende optische K r d t bci giinstiger Beleuchtung noch Linien yon &:r71))1
Sgegenseitigem Abstande erkennen lifst. Da die feinste Abtheilung der
bisherigen Priifungsscale
gegenseitig entbrnte Linien enthtilt, so reiclrt
sie fiir die erwjlinten Instrumente nieht mehr aus; allein die ers; hescliriebene Platte zeigt auch im Glasspectrum die der Theorie gemifseu
Farben mit grofster Deutlichkeit, und riil~rt dadurch den Beweis , d&
alle, anch die &B)” gegenseitig entferntcn Linien vorhanden sind, abcr
nieht s6mmtlieh vom Mikroskope getrennt werden.
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sinnlichen konnen. Auf einer Glasplatte (die aus dem
dunneii englischen, liijclist durchsichtigen, weiiig Liclit absorbirenden und reflectirenden Glase verfertigt ist) an der
Stelle des gewiihliclien Fadennetzes im Fernrohr befestigt,
befinden sich fiinf Parallellinien, deren gegenseitiger Abstand so bestiiiirnt ist, dafs fur das anzuwendende Fernrohr, die Durchgangszeiten fiir Sterile iin Aequator um 15”
verschieden ausfalleo. Jede dieser funf einzeliien Linien
besteht aus elf mikroskopisch feiiien Linien , deren gegenseitiger Abstand 0”’,000325,ihre Sumrnenbreite also nahe
5&’’l,
gleich dcr Dicke eines Spinnfadens wie er gewijhulich in unseren Fadennetzen angcwaudt zu werden pflegt,
betrligt. F d l t das Liclit einer Lampe, durch die seitlich
im Ocularrohr nachst dein Mikrorneter geniachtc Oeffnung,
unter einem Neigungswinkel voii 1 5 O mit der Mikrometerebene (oder 750 rnit der Axe des Fernrolirs), auf die Linien der letztern, so erscheinen diese, durch das Ocular
betrachtet, im dunklen Gesichtsfelde scharf begriinzt und
roth, und in dein Maafse, wie der Neigungswinkel der Erleuchtung wlchst, durclil5uft die Farbe clcr Linien die
ganze Farbenscale des Spectrums. Dcr TJmstand, dafs die
Linien durch das Objectiv wie Ocular gleich leuchtend erscheinen, lafst die Anweiidung der jetzt wolil auf allen
griifseren Sternwarten eingefiihrten Bcssel’schen Metliode
der Nadirpunktsbestiinmung durch norinale Zuriickwerfung
der Fadenbilder vom Quccksilberliorizont ins Fernrohr, mit
Leichtigkeit zu, und da nicht blofs die Farbe, wie erst
gezeigt, sondern auch die Lichtstgrke der Linien durch
einen Wechsel in der Entfcrnung dcr Lampe erzielt werden kann, so diirfte das neue Mikroirieter vielleicht Beachtung verdienen. Das Urtlieil S t r u v e’s ( in der Description de I’observatoire de Poullcova, S. 192) iiber das
Fraunhofer’sche (von M e r z ausgefiihrte) Positionsmikrometer des grofsen Refractors, mit hellen Linien im dunklen Felde, lautet aber fur dicfs Mikrometer so guustig,
dafs kaum noch eiue hussicht, etwas Besseres zu leisten,
iibrig bleibt; allein der Umstand, dafs in neiiester Zeit,
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wohl mit durch die scharfsinnigen Betraclitungen D Op p l e r ’ s veranlafst, ein erhiihtes Interesse sich der Farbe der
Sterile zugewandt hat, kann fur diefs Mikroineter ein neues
Feld der Beobachtung werden. Die bisherigen Angabell
tler Farbe der Sterile beruhen auf dem individuellen Gefiihle des Beobachters und es tritt zuweilen der Fall ein
( wic A. v. H u m b o 1d t an einer Stelle in der ersten Halftc
tles dritten Bnndes seines Kosmos sagt), dafs verschicdene
13eobnchtcr einen und denselben Stern grun und blau nenilcli, eille ErfaIirnng, die leicht erkliirlich ist und cine
ii~i~ldcrc
Fiiliigkcit des Auges, die Undulationell sicher zu
z~ililen, bcweist. Diese Unsiclierheit in dcr Bestiinmuog
cler Fnrbe der Sterne wird bei der Renutzung des neiicn Mikroineters dadurch verschwinden, dafs inan niclit dic Farbc,
sondcrn die Wellenlunge, welche der Farbe des Sturiies
angehiirt, bestiinnit und also eiiien numerischen W e r t h fur
dieselbe erhalt. TJm diefs zu bewerkstelligen, inufs die
Lninpe, welclie das RiIikrometer beleuchtet, a n einein drehI)areu Arin befestigt seyn, und ihr Liclit durch den schnialen Einschnitt ciucs dioptcr#hnlichen Tlieils, der zwisclieii
1,ainpe und Mikroineter an demselben Arm bcfestigt ist,
auf das Mikroineter senden. Der Einsclinitt des Diopters
ist folglich als dic Erlenclitungsqiielle zu betrachten, und
da die Dreiiungsaxe des beweglicheii Arms sich in der verlangerten Riclitung der Mittellinie des Mikrometers ain
Ocularrobr des Fernrohrs befiudet und von einem kleinen
getheilten Kreise umgeben ist, so werden a n den] letztern,
bei der Drchuiig des Arins, die Neigungswinkel der Beleuchtung mit der Mikrometerehene abgelesen. D n iiun
bei wachsendeu Neigungswinkeln die Farbe der Linien
alle Farben des Spectrums durclikiuft, so inufs iiiiiner eine
Lage des Arms vorkoi~iinen, in welcher bei der Beobachtung die Farbe des Sterns init dctjenigen der Linien coiiicidirt. 1st dieser Neigungswiukel = p und die Entfernung
der lliikroskopischen Linien in jeder einzelneii Linic des
Mikrometers = y+ 8 , so ergiebt sich sogleicli, wenn die
Beobachtung oiid Vergleichung an der Mittellinie, also in
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der optischen Axe des Fernrohrs geinacht ist, fur die Undulationslange der Farbe des Sterns der W e r t h (yfd) cosp.
Bemerken will ich iioch, dafs ich bei diesem Mikrometer ein
ziemlich verengtes Duve’sches Ocular, dessen Linsen, jede
fur sich, achroinatisch gebaut sind, angewandt habe, uiid
dafs dem Auge genau sein Ort angewiesen seyn inufs,
Es war ineine Absicht, lhnlich wie bei den friiher bescbriebenen Instrumenten , auch mit diesem, einige Beobachtungsreihen a n den durch ilire Farbenverschiedenheit
sic11 auszeichnenden Sternen zu machen. Die Abend - und
Mitternachtsstunden des Herbstes scheineii sich hierzu am
besten zu eignen, da in dieser Jahrcszeit die Sterne des
Adlers und Sticrs, des Orions, der Zwillinge, des Liiwen,
des grofsen und kleinen .Hundes u. a. am siidliclien Himme1 stehen ; allein die Witterung ist im diefsjiihrigen Herbst
den astronomischen Beobachtungen so vollkoinnien ungunstig gewescn, dafs ich diesen Theil des Gegenstandes fur
jetzt habe aufgeben mussen.
Z u s a t z .
Man hat, so viel ich weis, bei dem Gebrauche, welcheii
man von den photometrischen Bestimmungcn des Glanzes
der Sterne bis jetzt gemacht hat, die specifische Leuchtkraft ihrer Farbe nicht berucksichtigt. Aus F r a u n h o f e r ’ s
Versuchen aber wissen wir, wie viel geringer schon die
Lichtstarke des orangen und grunen StrahIs relativ zu
derjenigen des gelben ist, und es wird daher das neue Mikrometer geeignet seyn, wenn inan als Argument fur die
Lichtstarke die Wellenlange einfiihrt , die Lichtstarke der
Gestirne auf eine bestiminte Wellenllnge oder Farbe, wie
es offenbar seyn mufs, zuriick zu fiibreii. Auch als Photometer, ohne mie bislier die Farbe der Sterne zu beriicksichtigen, kann eine einzige breitere (aus 80 bis 100 niikroskopischen Linien bestehende) Linie benutzt werden, wenn
man die Bilder der Sterne nicht ini Brennpunkte des Objectivs , sondern wie in S t e i n 11 e i 1’s Photometer, aufserhalb desselben, jedoch in constanter Entferuung von demselben
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selben, in Scheibenform beobachtet und die Erleuchtung
der Linie durch Veranderung der Griifse des Einschnitts
(durch welchen das Licht auf die Linie fallt) dem Glanz
der Sternscheibe gleich macht.
Barth in Pommern, im December 1851.
X. Neues Mgsinstrument f i r dirccte Verticalmcssungen oon Pirticfungen und Erhiihungen kltincrer,
besonders naturhistorischer GegcnstGntEe;
con Dr. G u i d o S a n d b e r g e r zu Yt;i.sbacltvi.
D a s abgebildete Instrument ist dadurch entstanden , clnfs
ich ofters in den Fall kam, genaue Messungen von Vertiefungen und Erliabenheiten naturhistorischer kleinerer
Gegenstande zu machen, welche mit anderen gew6hnlichen
RIefsinstrumenten auf directem W e g e gar nicht, aiif indirectem nur sehr ungenau zu bewerkstelligen gewesen waTen. Besonders haufig kam mir diefs vor bei der Uiitersuchung der treppenartig abgestuften Vertief[ingen der
innern Windungen lebender und vorweltliclier Conchylien.
Ich sann darauf, ein Instrument zu finden, niit welchem ich
dieses stufenweise Niedergehen des Nabels, dessen Gesetzmlfsigkeit zu ermitteln fur die Conchyliometrie voii grofser Bedeutung ist, ohne umstiindliche Reduction direct
emitteln kbnnte. Dabei kam ich denn unter Beihulfe des
kurzlich verstorbenen hiesigen Mechanicus J o s. B r a u 11,
dem ich behufs der bestmiiglichen practischen Ausfuhrung
meine Idee mittheilte, auf das in Abbildung bier vorliegende Mefsinstrument. Es hat sich nach zweijahrigem Gebrauch gezeigt, dafs es fur den angegebenen Zweck dienlich ist, indem es einerseits hinreichend genaue Messungeii
erlaubt (bis auf & Millim.), andererseits sich ohne Schwierigkeiten handhaben Iafst. Es eignet sich fur VerticalPoggendorFs Annal. Bd. LXXXV.
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