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Eine Erwiderung.

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VII. Eine ErwiderwnK; von R. S c h n ei d er .
U n t e r der etwas gerguschvollen Ueberschrift : ,,Prioritatsreclamation, die Einwirkung von Silbernitrat auf Kupfersulmr betreffendU findet sich im 18. Hefte der vorjahrigen
Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft ’) eine
Notiz, worin Hr. C a r l H e u m a n n beziiglich des angedeuteten Gegenstandes, den auch ich in neuerer Zeit
bearbeitet habe’), die Priorittlt fiir sich in Anspruch
nimmt.
Die erste, in den Berichten der deutschen chemischen
Gesellschaft
abgedruckte Notiz des Hrn. H e u m a n n
ist mir, wie ich offen bekenae, entgangen; das erste Heft
des 173. Bandes der Liebig’schen Annalen aber, worin
sich auf S. 30 dieselbe Notiz des Hrn. H e u m a n n findet,
ist erst am 15. Juli v. J. ausgegeben worden und erst
Anfangs August in meine Hande gelangt; ich bin daher
nicht in der Lage gewesen, beim Niederschreiben meiner
aus dem Mai v. J. datirten kleinen Abhandlung auf besagte Notiz Racksicht nehmen zu kdnnen.
Gesetzt aber auch, dieselbe hatte mir vorgelegen, so
wtirde mich dies doch wahrscheinlich nicht abgehalten
haben, meine auf eine vdllige KlBrung der fraglichen Reaction
gerichteten Versuche anzustellen. Denn Hr. H e u m a n n
hat sich auf die kurze Angabe beschrankt ,, dafs beim
Uebergiefsen von Kupfersulfuret mit einer concentrirten
Ldsung von Silbernitrat ein Gemenge von Silber und
Schwefelsilber entsteht , wiihrend das Kupfer in Ldsung
tritt; er hat es nicht fur angezeigt gehalten, der quantitativen Seite der Reaction auch nur mit einem Versuche
niiher zu treten und er ist daher auch nicht in der Lage
gewesen, den Verlauf der Reaction in eine genau zutref1) Jahrg. VII, 8. 1679.
2) Diem A n d . Bd. 152, S.471.
3) Jahrg. VI, S. 751.
296
fende und erschopfende Formelgleichuiig zusammenfassen
zu konnen.. Was hatte ihn auch, wennsonst er iiber
die Reaotion vollig klar gewesen ware, abhalten sollen,
gleich seiner ersten Notiz die glatte Zersetzungsgleichung
beizufiigen , die er jetzt , nachdem ich dieselbe aufgestellt
und die Richtigkeit derselben experiinentell dargethan habe,
-- gleichsam als etwas sich von selbst Verstehendes
seiner Prioritatsreclamation angehtingt hat?
Aufserdem ist zu bemerken, dafs es zur Einleitung
der in Rede stehenden Reaction nicht, wie es nach der
Angabe des Hrn. H e u m a nn scheinen kbnnte, concentrirter Hollensteinlosung bedarf, dafs vielmehr selbst bei
Anwendung stark verdiinnter Silberlosung, wie ich sie
bei meiner maafsanalytischen Bestimmung benutzt habe,
die Reaction sich mit iiberraschender Pracision und Schnelligkeit vollzieht.
Hr. H e u m a n n wird hiernach einriiumen mussen, dal’s
seine Beobachtungen an eingehender Griindlichkeit Manches zu wiinschen iibriglassen; davon, dafs dieselben auch
nicht ganz neu sind, wird er sich vielleicht iiberzeugen,
wenn ich ihn auf eine Arbeit aufmerksam mache, die weit
alter ist als seine Versuche und durch die, wie ich glaube,
uber das Verhalten des Halb -Schwefelkupfers gegen eine
AuflSsung von Silbernitrat bereits ein ziemlich klares Licht
verbreitet war.
In der zweiten meiner Abhandlungen iiber neue Schwefelsalze l) die im Jahre 1869 veroffentlicht worden ist,
habe ich unter No. 6 eine in schonen, stahlblauen, quadratischen Blattern krystallisirende Verbindnng beschrieben, der wie ihr Gesammtverhalten ausweist, die Formel
KaS, Cu,S, Cu,S, Cu, S I Cu, S,
ertheilt werden mufs.
Dafs diese Verbindung neben Schwefelkalium Einfaohund zugleich Halb Schwefelkupfer als nahere Bestandtheile enthiilt, dariiber kann kaum ein Zweifel bestehen.
Dieselbe verliert niimlich , bei Luftabschlds stark erhitzt,
-
,
,
-
1 ) Diese Annalen, Bd. 138, S. 299.
297
$ ihrw Schwefelgehaltes, d. h. 1 Atom, einen Ruckstand
hinterlassend, der sich durchaue wie ein Gemenge von
Schwefelkalium und Ralb- Schwefelkuyfer verhdt. Der
Gliihverlust von 1 Atom Sohwefel weist auf die Gruppe
Cu, S, bin, die sich, wie schon vor langer Zeit D8ber e i a e r ') angegeben hat, beim Erhitnea unter Luftabschluls im Sinne der Zeichen Cu,S,=S+Cu,S
zersetzt. Da hierbei indefs nur 1 Mol. Halb-Schwefelkupfer
entateht, der Gluhrticbtmd aber 4 Mol. dieses Sulfuretes
auf 1 Mol. Schwefelkalium enthiilt, so ist Mar, dals in
der ureprfinglichen Verbindung des Kupfers, d. h. 6 Atome
schon unter der Fwm des Halb -Sabwefelkupfers enthalten
seyn miissen. Die obige Formel bringt dies deutlich aum
Ausdruck.
In der angezogenw Abhandlung (S. 314 und 315) habe
ich nun das Verhalten des blauen Sulfosalres gegen eine Aufliisung von salpetersaurem Silberoxyd genau beschrieben.
Dabei ist zuniichst mitgetheilt , wieviel von einer titrirten
Silberliisung zur vollstindigen Zersetzung ei'ner bestimmten
Menge des qu. Sulfosalzes erforderlich ist; es ist weiter
ausdriicklich angegeben , dafs nach beendigter Reaction
sich sZimmtliches Kupfer als Oxyd in Liisung .be6ndet und
dab der grauweifse krystsllinische Riickstand sich wie eia
Gemenge von Schwefelsilber und metaUisehem Silber verhiilt; es iet ferner durob den Versucb nachgewiesen, dafs
dieeer Zersetzungsriiahstand auf j e 1 Mol. Sohwefelsilber
1 Atam met. Silber enthiilt, insafern er beim starken Gliihen an der Luft auf je 3 Atome Silber 1 Atom Schwefel
uerliert
Auf diese Beobtrchtungen gestiitzt, habe ioh die fragliche Reaction durch die folgende Formelgleichung ausgedrackt :
K,S, Cu,S, Cu,S, C u s s 1 CuBSa+ 18 (AgNO,) =
2 @Nos)
8(CuN,O,)
6 Ag,S
6 AgDa nup dtw untenuchte Sulfosala, wie oben gewigt
wurda, da niihsre Bestandthde Sohwefelkaliym, Eiiafaoh -
.
+
1) Ickweigg. hura. 17,414.
+
+
298
Schwefelkupfer und Halb- Schwefelkupfer enthalt und da
iiber das Verhalten der beiden ersteren Verbindungen
gegen salpetersaures Silberoxyd ein Zweifel nicht obwaltet, so ist klar, dafs diejenigen der in obiger Gleichung
verzeichneten Zersetzungsproducte die nicht auf Rechnung des Schwefelkaliums und des Einfach - Schwefelkupfers gesetzt werden konnen auf die Wirkung des
Halb-Schwefelkupfers zuriickzufiihren sind. Dafs specie11
die Abscheidung des im Reactionsriickstande enthaltenen
metallischen Silbers der Wirkung des Halb- Schwefelkupfers beizumessen sey, glaube ich durch den Hinweis
auf die Unbestiindigkeit des salpetersauren Kupferoxyduls
(sofortiges Zerfallen desselben in salpetersaures Kupferoxyd und met. Kupfer) klar genug angedeutet zu haben.
Aus diesem Allen ist wohl zur Geniige ersichtlich, dafs
die obige complicirte Zersetzungsgleichung als eine Addition der folgenden 3 Einzel- Gleichungen
,
,
+
+
1) K,S
2(AgNOI)=2(KN01)
+ Ag,S
2(CnN, 0,)+2Ag9 S
2 ) CUSS,
4(AgNO,)=
3 ) 3CUgS+12(AgNO,)=
6(CuN, 0 , ) + 3 A g , S
+ 6Ag
2(KNOS) 8 ( C a N 1 0 6 ) + 6 A g , S + 6 A g
aufzufassen ist und d d s sie somit auch iiber das Verhalten des Halb-Schwefelkupfers gegen eine Losung von
salpetersaurem Silberoxyd deutliche Auskunft giebt.
Das hier Gesagte bezieht sich allerdings zungchst nur
auf das gebundene, als niiherer Bestandtheil in einem complicirt zusammengesetzten Sulfosalz enthaltene Halb-Schwefelkupfer. Wennschon es nun als wahrscheinlich angesehen
werden konnte dafs dieses Sulfuret im isolirten Zustande
ein analoges Verhalten gegen Silberlbsung zeigen werde,
so habe ich mich doch, diefs als ausgemacht und vbllig erwiesen zu betrachten, nicht berechtigt gehalten, ohne mich
dabei auf besondere experimentelle Beweise sttitzen zu
kbnnen. Diefs lediglich ist der Grund gewesen, weshalb
ich, ankntipfend an meine friiheren Arbeiten fiber Schwefelsalze, neuerdings Versuche tiber das Verhalten des Kupfer-
,
299
glanzes gegen eine Lijsung von salpetersaurem Silheroxyd
angestellt habe.
Ich gebe hiernach der Erwagung des Hrn. C. H e u m a n n anheim, ob und inwieweit er - Angesichts meiner friiheren und neueren Arbeiten iiber den in Rede dehenden Gegenstand und bei dem ghzlichen Msngel an
beweisenden Versuchszahlen der seinen eigenen Angaben anhafiet - berufen war, eine so laute Prioritiitareclamation gegen mich zu erlassen; ich gebe seiner Erwilgung ferner anheim, ob und inwieweit er unter den
obwaltenden Urnsanden berechtigt war, meine beziiglichen
Arbeiten kurzweg 4 s eine ,,Bestiitigung" seiner Versuche
anzusprechen. Wenn eine genaue , iiberall auf Zahlenbeweise gestiitzte ihren Gegenstsnd erschgpfende Untersuchung als eine Bestiitigung unfertiger Versuche bezeichnet
werden dad, dann
aber auch nur dann
hat Hr. H e u
m a n n ein Recht, in meinen Mittheilungen eine Bestiitigung
seiner Angabe zu erblicken.
Berlin, am Neujahrstage 1875.
,
,
-
-
-
VIII.
Ueber die W a l l des Querschnittes uon
Hkitzableitem j
non nr. W. .M. N i p p o l d t in Frankfkrt a. PJ.
D i e Angaben von K u h n in K a rs t e n 's ,,Encyklopiidie
der Physik" iiber das Verhiiltnifs der Querschnitte der Blitzleitungen aus verschiedenen Metallen basiren auf nicht
ganz zutreffenden Principien. Ku hn geht namlioh von
dem Grundsatz aus, allen Blitzableitern, rniigen sie sehr
lang oder kurz seyn, aus diesem oder jenem Metal1 bestehen, die nHmliche Leitungsflhigkeit zu gehen. Als Norm
gilt a. a. 0. eine Leitung von Rundeisen von 64 Pariser
Furs Liinge und 6 resp. 6 Linien Durchmesser. In dem
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