close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Eine neue Isocellotriose.

код для вставкиСкачать
696
Zeftschr. far angew.
IChunk.
3.
Ost : Eine neue Isocellotriose
-____.
~ _ _ _ - _ _ _ 41.
- .
~
Stickstoffatome bei Additionsrenktionen. Dies Verhalten steht zwar noch im Einklang mit alten Erfahrungen
von sterischer Hinderung. Im hochsten MaDe erstaunlich ist es jedoch, daD der Fortfall nur e i n e s o-Substituenten genugt, um b e i d e n Stickstoffatomen die normale Reaktionsfahigkeit wiederzugeben. Wir haben es
hier also mit einer uberaus merkwurdigen Fernwirkung von Substituenten zu tun, die sich ubrigens auf
noch groDere Entfernungen geltend machen kann; denn
die soeben erorertete GesetzmaDigkeit haben v. B r a u 11
und K r u 1) e r
zuerst bei ditertiaren Diphenylmethanbascii beobachtet.
Welche Schliisse sind nun nus diesen merkwiirdigen
Feststellungen zu ziehen, die niit dem Begriff der sterischen Hinderung gar nicht im Einklang stehen? Es
ware wohl verfehlt, wenn man die erwahnten Sonderfalle als schwerwiegende Griinde gegen die Existenz
raumlicher Storungen auffassen wollte. Vielmehr diirften die gennnnten Erscheinungen in das grof3e Gebiet
der ratselhaften Wirkungen gehoren, welche Substituenten auszuuben vermogen. DaD derartige Einfliisse weit
verbreitet sind und sich auf die verschiedensten Reaktionen erstrecken konnen, ergibt sich vor allem aus den
eingehenden Untersuchungen dieser Frage durch
v. A u w e r s und seine Schiiler. So kann es denn nicht
weiter wundernehmen, daD gelegentlich auch einmal
sterische Renklionshemmungen diesen Wirkungen unterliegen.
-_
6s)-
Rer. Dtsch. chem. Ges. 46, 3470 [1913].
1928
So ratselhaft aber auch die gekennzeichneten Einfliisse sein mbgen, es laDt sich doch wohl heute schon
voraussehen, wie sie einst ihre Erklarung finden werden. Vermutlich wird eine Vertiefung unserer Kenntnisse vom Wesen der Valenz einen Einblick in die Ursachen der Fernwirkung erSffnen.
Fortschritte der gedachten Art diirften auch fur das
Problem der sterischen Hinderung von groDtem Wert
sein. Denn das, was wir sterische Hinderung nennen,
setzt sich eben zusammen aus Wirkungen raumlicher
und chemischer Art. Es sind also die gleichen Einflusse,
die 0 s t w a 1 d bei seineni Faktorengesetz berucksichtigt
hat. DaD sich diese auf die Konstante einer Reaktionsgeschwindigkeit und auf eine Affinitatskonstante in ganz
verschiedener Weise auswirken konnen, brnucht wohl
nicht nochmals betont zu werden. Vielleicht wird ein
vertiefter Einblick in das Wesen der Valenz es einstmals ermoglichen, die innig verkniipfte'n raumlichen
und chemischen Wirkungen mathematisch einzeln zu
erfa~sen~').Eine praktische Trennung beider Einflusso
erscheint jedoch ausgeschlossen, da das Spiel der
elektrocheniischen Krafte in der Welt der Atome und
[A. 66.1
Molekule doch niemals ruhen wird.
6')
Anm. wllhrend der Korrektur: Die Erfiillung dieser
Voraussago ist urn so mehr zu erhoffen, als W. H u c k e l
soeben (am 21. 4. 1923) auf tler Togung der Sudwestdeutschen
Chemie-Dozenten erfolgverheifiende Vorschlage zur mathematischen Behandlung dieses Problems gemncbht hat.
Eine neue Isocellotriose.
Von Prof. Dr.
H. OST. Hannovcr.
(Eingcg. 23. Mai 1928.)
Im Jahrgang 1926 dieser Zeitschrift, S. 111711118, beschrieb ich eine Cellotriose, CleHJzOle,welche mir unter
den Abbauprodukten der Cellulose durch Acetolyse i n
die Hande gefallen war, bei meinen Versuchen, die Darstellung der Isocellobiose zu verbessern. Dabei wurde
die Wahrnehmung gemacht, daD der Isobiose ein unbekannter, leicht loslicher Stoff von geringerem
Drehungsvermogen beigemengt war, welcher die Reingewinnung der Isobiose erheblich erschwerte. Es hat
sich herausgestellt, dnD dieser Stoff eine neue 'I'riose ist,
den ich I s o c e l l o t r i o s e nenne.
Man gewinnt diese Triose in guter Ausbeute rnit den1
Ansatz'): Je 50 g Baumwolle (von Temming, Hamburg,
fur SchieDwolle) werden niit 250 ccni Eisessig von 08/ioo%,
230 ccm Essigsaureanhydrid und etwa 20 g konzentrierter
Schwefelsaure unter Kuhlung durchgeknetet und 20 Tage
lang bei Zimmertemperatur hingestellt; dann wird die
Losung in viel Wasser gegossen, die gefallten, ausgewaschepen und getrockneten Rohace!ate mit starkem,
lauwarmem Alkohol wiederholt ausgezogen und in leicht
und schwerer losliche Anteile zerlegt. Nach 20tagigem
Acetylieren erhielt ich aus 250 g Baumwolle 127 g, nach
14tagigem nur 27 g leicht Msliche, auf dem Wasserbade
schmelzende Acetate; das meiste bestand aus schwer
lbslichen Dextrinacetaten. Die leicht lbslichen Acetate
gaben, niit n/,-Barytwasser verseift, neben Isobiose etwn
20 g rohe Isotriose, welche von der fruher beschriebenen
schwerer loslichen Triose leicht zu trennen ist; diexe
wird ihrerseits hauptdchlich aus den Acetaten von mittlerer LSslichkeit durch Verseifung erhalten.
Die neue Isotriose ist in Wasser sehr leicht lbslich
und mu0 von der ebenfalls leicht 1Sslichen C e l l o 1)
Ztwhr. angew. Chem. 39, 1117 [1926].
i s o b i o s e durch wiederholtes Umfallen mit Alkohol
getrennt werden, was keine Schwierigkeiten hat, wenn,
wio hier, die Isotriose vorherrscht. Man lost in wenig
Wasser und verruhrt init 95 ccm Alkohol, bis kein Niederschlag mehr entsteht, es fallen zunachst Oltropfen, die
alsbald kristnllinisch erstarren. Das Loseii in Wasser
und Fallen rnit Alkohol wird ofter wiederholt, bis dns
Drehungsvermiigen niit etwa [ a ] D 15O konstant wird,
und niit Phenylhydrazin kein Osazon mehr entsteht. Die
Isobiose polarisiert mit [a]" 34,6O und bildet viel
Osazon, sie bleibt in der alkoholischen Mutterlauge.
Die neue I s o c e 11 o t r i o s e , C,aH3yOls, ist i n
kaltem Wasser sehr leicht loslich und kristallisiert
schlecht; in anderen Losungsmitteln, insonderheit Alkohol,
ist sie fast unlbslich, ein wenig loslich in heiDem Eisessig.
Aus der konzentrierten, wasserigen Losung, nuch der
reinen Substanz, fallt Alkohol zunachst Oltropfen, die
rasch zu feinnadligen Warzen erstarren. Bber HYSOIi m
Vakuum getrocknet, enthalt sie noch 1,5-1,8% Wasser,
etwa % Mol HyO entsprechend, die bei 115-120°, noch
nicht bei 1000, abgegeben werden. Sie schmeckt nicht
suD und vergart mit Bierhefe nicht.
E l e m s n t a r a n a l y s e der bei 115-l2Oo getrockneten reinen Isotriose gaben die Zahlen:
+
+
1. 0,1470 g gaben 0,2'2W g CO, und 0,0887 g H,O.
2. 0,2032 g gaben 0,3142 g COY und 0,1410 g H20.
Die analysierte Substanz wurde noch viermal umgefallt
und zur Verbrennung bei 1200 bis zur Gewichtskonstnnz getrocknet, sie enthielt 475% Asche.
3. 0,1968 g, d. h. 0,1953 g aschefrei, gaben 0,3062 g CO,
und 0,1165 g H,O.
1.
2.
3.
1.
2.
3.
Fur CIBH,,O1, Ber.: C 4 2 , s ;
H 6,35;
G e t : C 4449; 42,17; 42,76. H 6,70; 7,71 (!) 6,63.
Zeitschr. fflr angew.
Chemle. 41. J. 1mI
. . . . . . . . . . .
Ost: Eine
neue
._
.-..... Isocellotriose
-. . . . . .
__
__. . . . . .
Das M o 1 e k u 1 a r g e w i c h t bestimmte Herr
Assistent Dr. W. F i s c h e r durch Gefrierpunktserniedrigung der wasserigen Losung:
1. Ohno Substanz, 14,14 g Wasser, Erstarrungspunkt 3,8500;
2. 0,1606 g Subslanz, 14,14 g Wasser, also 11,36 g in loo0
Wnsser (p), Erstarrungspunkt 3,836; Depression t = 0,0440.
3. 0,5004 g Substanz, 14J.1 g Wnsser, also 35,38 g in lo00
Wasser (p), Erstarrungspunkt 3,7370; Depression t = 0,1330.
Daraus berechnet sich das Molekulargewicht
M = G . p ( G = 1,86), zu (2) 480, zu (3) 495, im Miltel get
funden das M o l e k u l a r g e w i c h t M=486.
Berechnet fiir CIsHstOle M = 504.
Das gefundene Molekulargewicht stimmt auch fiir
eine Formel 3(CsHloOs) mit M = 486, also auf ein Cellodextrin, doch beweisen die Elementaranalysen, dai3 eine
Cellotriose ClsHsrOle = (C6HloOs)J + HrO vorliegt, denn
ein Cellodextrin 3 (CsHloOs) enthalt 44,44% C, also
1,6% C mehr').
D r e h u n g s v e r m o g e n.
1. 1,379 g vakuumtrockene = 1,354 g wasserfreie Substanz.,
zu 30 ccm in Wasser gelast, also c = 4,5, gaben im 2-1-Rohr
nach 24 Std. a
1,400; [a]D = 15,50.
2. 1,505 g vakuumtrockene = 1,484 g wasserfreie Substnnz,
zu 30 ccm gelost, also c = 4,95, gaben im 2-1-Rohr nach ?4 Std.
n
1,W, nach 21 Std. a -= 1,57; [ a ] D
15,9O.
3. O,%O g vakuurntrockene == 0,942 g wasser- urid nsche-'
freie Substanz, zu 30 ccm gelast, also c = 3,14, polarisierten im
2-I-Rohr nach ?4 Std. a = 1,P, nach 24 Std. a = 0,970;
[a]D =
15,50.
+
+
+
+
+
+
+
+
Als Mittel der drei Bestimmungen betragt das
spezifische Drehungsvermtrgen der Isocellotriose [a]D i15,6O, ohne Mutarotation.
Als R e d u k t i o n s v e r m o g e n g e g e n F e h l i n g A 1 1 i h n sche Losung wurde gefunden :
1. 0,243 g gaben 0,134 g Cu .-0,0682 g Dextrose, oder
28% der Dextrose.
2. 0,341 g gaben 0,1995 g Cu
30% der Dextrose.
-
0,1023 g Dextrose, oder
Das Reduktionsvermoges betragt demnach 29% der
Dextrose.
O s a z o n : 1 g Substanz mit 2 g Phenylhdrazin,
2 g Eisessig, ein wenig Natriumacetat und 10 g Wasser
1 Stunde auf dem Wasersbade erhitzt, fdrbte sich gelblich, schied aber weder heiD noch kalt etwas Festes aus.
Dieselbe Losung niit weiteren 10 g Wasser vermischt
und nochmals 1 Stunde erhitzt ebenso nichts. Die Isotriose bildet also kein Osazon.
I n v e r s i o n. Durch dreistiindiges Erhitzen mit
2%%iger Salzsiiure wird die Jsotriose, ebenso wie
die Triose, nur sehr unvollstlndig zu Dextrose aufgespalten; auch 8-IOstiindiges Erhitzen mit dieser Salzsaure verzuckert sie nicht vollstandig, mit starkerer
bildet sie Huminsubstanzen.
Folgendes sind die wichtigsten Kennzahlen der
beiden Triosen und der Isobiose.
Isocellotriose
Cellotriose Isocellobiose
ralD . . . . . . .
15.P
10.00
+ 24.60
Reduktionavermogen
(Dextrose = 100), , 29'/0
'
OBazon. . . . . . nicht
nicht (7) (&hreichlich.'
mp. 1660 7
Kiirzlich haben H e s s und M i c h e e 1') ein interessantes T r i h e x o s a n (CaHIoOS)r,H;O aus Cellulose
}
+
+
erhalten, in Wasser leicht lSslich, nicht kristallisierend,
welches das eine Mol. HtO nicht ohne Zersetzung abgibt,
also in der Zusammensetzung meinen Cellotriosen
gleicht; da es aber gar kein Reduktionsverm6gen besitzt
2)
3)
Ztschr. angew. Chem. 39, 1119 [1926].
LIERIGS
Ann. 456, 69 [1927].
.
. . . . . . . . . .
~
_ _ ... -
697
und ein Acetat mit nur 62,?% Essigsiiuregehalt bildet,
niuD es einer anderen Korperklasse zugezahlt werden.
D i e A c e t n t e.
Zur weiteren Kennzeichnung der beiden Cellotriosen wurden ihre Acetate hergestellt und guf ihren
Gehalt a n Acetylgruppen untersucht. Wahrend G 1 u c o s e ein Pentaacetat mit 76,996 Essigsaure und die
Cellobiose auf 2 C.-Gruppen Octoacetate mit 70,8% Essigsaure bilden, sind von den Cellotriosen H e n d e k a a c e t a t e mit 11 Acetylen auf 3 Cs-Gruppen, also
C1SH~10iS(C2H30)11,
mit 68,3% Essigsaure zu erwarten.
Da die Verseifung der Celluloseacetate mit titriertem
alkoholischem Kali groDe Fehlerquellen durch Bildung
nicht fliichtiger Siiuren enthalt, ziehe ich wie friiher')
die Verseifung mit 50 vo1.-%iger Schwefelsiiure und
Destillation der abgespaltenen Essigsaure im Dampfstrome vor. Je 0,5-0,7 g Acetat wurden mit 6-8 ccm
der 50 vo1.-96igen Schwefelsiiure im Stopselflaschchen
durchgeschiittelt, worauf in wenigen Stunden Ltrsung
eintrat, nach 1-2tiigigem Stehen bei Zimmertemperatur stark verdiinnt und im Dampfstrome so destilliert,
daD nichts iiberspritzen konnte. In 3-4 Stunden ist alle
Essigsaure ubergegangen und wird niit n/s-Barytwasser
und Phenolphthalein titr iert.
C e 1 1 o t r i o s e a c e t a t.
Nach mehreren Vorversuchen wurden 4,4 g der fruher analysierten reinen
Triose mit 35 ccm Essigslureanhydrid und 2,2 g Chlorzink ?4 Stunde auf dem Wasserbade erwarmt, die im
Anhydrid unlosliche Triose ist in 15 Minuten in Losung
gegangen, d. h. ncetyliert. Die Losung wird in vie1 Wasser
gegossen, der anfangs olige, bald kristallinisch erstarrte
Niederschlag (8 g) wurde gut ausgewaschen und einmal
aus heil3em Alkohol umkristallisiert. Die Kristalle, 5 g
(Priip. l), schniolzen unscharf bei 200-220° und polarisierten in Chloroformlosung [aID 6,4O. Sie bestehen
offenbar aus mehreren Isomeren, wie ja nuch die Cellobiose zwei isomere Oktoacetate von 2220 und von 1920.
Schmp. bildet. Mein Acetatgemisch gab verseift 68,1%
EssigsZiure.
+
Aus den Mutterlaugen erhielt ich durch mehrmaliges Urnkristallisieren aus Alkohol mit etwas Blutkohle ein Prlparat (2)
rnit nur 63,4% Essigsiiure, Beweis, daB heif3er Alkohol nus
diesen Acetaten, wie whon frliher beobachtet, langsam Essigsiiure abspaltet. Deshalb wurde mit Essigstiureanhydrid nnchacetyliert und das Produkt nur durch Losen in Chloroform
und Fiillen mit kaltem Alkohol gereinigt. Dies Priiparat (3)
polarisierlo [a]D
2,20 und gab 67,5% Essigsaure. Bei einmnligem Umkristallisieren aus heiBem Alkohol ist demnach
eino teilweise Verseifung nicht zu befiirchten. Ein weiteres
PrPparat (4) erhielt ich aus einer lrisch bereiteten Cellotriose;
es polarisierte [a]D
2,80 und gnb 66,2% Essigsiiure, also
etwas weniger, verniutlirh neil diese Triose nicht ganz frei
von Dextrinen war.
+
+
Die besten Prhparate (1 und 3) blieben mit 68,1%
und 67,5% Essigsiiure etwas hinter den berechneten
68,3% zuriick. Da diese Essigsaurebestimmungen ein
wenig von der Arbeit im einzelnen, von der Substanzmenge und dem Destillierapparat abhlngen, wurde zur
Kontrolle reinstes Bioseoktoacetat von 222O Schmp.
ebenso verseift und destilliert und 69,976 Essigsaure statt
der berechneten 70,8% gefunden. Es ist also hinliinglich
bewiesen, dai3 mein Cellotrioseacetat ein Hendekaacetat
mit 68,376 Essigstiuregehalt ist.
Mein Gemisch von Cellotrioseacetaten, von dessen
Zergliederung in die Isomeren zunachst abgesehen
wurde, lost sich spielend leicht in Chloroform, leicht in
warmem Methyl- und Xthylalkohol, in Aceton und
heil3em Eisessig. Es schmilzt unscharf bei 200-2200,
.
4)
Ztschr. angew. Chem. (I) 32, 67 [1919].
+
+
polarisiert [a]" 2,20 bis 6,20 und entspricht der
empirischen Zusammensetzung ClsHslO,a(CsHIO)11.
I s o c e 110 t r i o s e a c e t a t . In derselben Weise
wurden zweimal je 2 g der reinen Isotriose mit 20 ccm
Essigsaureanhydrid und 1 g ZnCly auf heibem Wasserbade acetyliert. Nach 15 Min. war das Kohlenhydrat gelbst, nach y1 Stunde wurde in Wasser gegossen und das zunachst olige, nach einigen Stunden erstarrte Acetat rnit
Blutkohle und heii3em Alkohol einmal kristallisiert. Die
im Vakuum iiber HISOI getrockneten Kristalle verloren
bei 120° 2% an Gewicht, vermutlich Alkohol, und gaben,
auf reine Substanz berechnet, 67,8% und 68,3% Essigs;iure. Sie schmelzen unscharf bei 120-1500 und sind
etwas leichter loslich als die isomeren Acetate der
Triose. Sie polarisieren in Chloroformlbsung [a]" 2,P
und bestehen ebenfalls aus Hendekaacetaten der Isotriose, CleHllOle(CsHsO)11.
I s o c e 11o b i o s e a c e t a t. Da mehrere Oramme
lsocellobiose zur Verfiigung standen, wurde auch diese
mittelst Chlorzink acetyliert. Schon K n o t h 6 ) hat
diesen Versuch gemacht, hat aber mit verschiedenen
Katalysatoren statt des erwarteten Isobioseacetats nur
die bekannten Oktoacetate der gewbhnlichen Cellobiose
von 2220 und von 1920 Schmp. erhalten. Bei meiner Arbeit nach der fiir die Triosen gegebenen Vorschrift erhielt ich mit ZnCh nach dem Eingiei3en der Anhydridlbsung in Wasser zunachst ein leicht lbsliches Acetat,
das sich aber beim Umkristallisieren aus heibem
Alkohol alsbald in einen gr6Deren schwer lbslichen
und einen kleineren leicht lbslichen Anteil schied. Der
schwer lbsliche kristallisierte nach mehrmaligem Umkristallisieren aus Alkohol in langen, feinen Nadeln und
schmolz bei 220°, war also in Obereinstimmung rnit
K n o t h ein Oktoacetat der gewbhnlichen Cellobiose.
Dns leicht loslirhe Acetat wurde von kaltem Methylalkohol leicht aufgenommen und hinterblieb nach dessen Verdunsten in kristallinischen Warzen, die, im Vakuum iiber
HISO, getrocknet, bei 115-1250 schmolzen und in Chloroformlbsung - 0,679 g in 30 ccm gelbst - das spez.
+
-
6)
-
G. K n o t h , Dissertation, Hannover 1921.
+
DrehungsvermfJgen etwa [a]" 40 besai3en. Es nicht zu
bezweifeln, daD hier ein Acetat der Isocellobiose vorliegt, doch mui3te auf eine nahere Untersuchung vorllufig verzichtet werden.
Als kristallisierende
S c h 1u b b e m e r k u n g.
Abbauprodukte der Cellulose durch Acetolyse sind aui3er
Dextrose und Cellobiose noch die Isobiose und zwei
isomere Triosen aufgefunden worden. Dab aus der
Cellulose zuerst die beiden Triosen entstehen, darf wohl
angenommen werden, sie mbgen aus verschiedenen
Bruchstllcken des Cellulosemolektils hervorgehen,
kbnnten aber auch durch Umlagerung ineinander entstehen. Bewiesen ist diese Umlagerung der Isobiose in
die Biose tiber das Acetat, und da bei der Acetolyse zunachst die Acetate der Abbauprodukte entstehen, kann
mbglicherweise primar nur das Acetat der Isocellobiose
gebildet werden, welches sich, wie von K n o t h und mir
gezeigt ist, leicht in ein Acetat der gewbhnlichen
Cellobiose umsetzt. Wenn nicht alle, so e n t s t e h t
sicher ein grober Teil der Cellobiose
a u f d i e s e m U m w e g e. Es wird deshalb schwerlich
gelingen, nach dem bisherigen Verfahren die Ausbeuten
an Isocellobiose zu verbessern. Aber die nahen Beziehungen der beiden Biosen zueinander lassen hoffen,
einen anderen Weg zu finden, niimlich umgekehrt die
Cellobiose in die Isobiose umzusetzen.
Die beiden Biosen und die beiden Triosen sind rnit
Bierhefe nicht verglrbar und haben gar keinen siii3en
Oeschmack, kbnnen also kaum als ,,Zucker" bezeichnet
werden, aber sie reduzieren F e h 1 i n g sche Lasung,
enthalten also Formyl- oder Ketongruppen; nur die
Biosen bilden mit Pyenylhydrazin Osazone, nicht die
Triosen. Durch Salzsaure werden alle vier zu Dextrose
aufgespalten, aber, ebenso wie die Cellulose selbst, bedeutend schwieriger als die Stiirke und ihre hydrolytiwhen Abbauprodukte.
Wir haben auch versucht, aus der Stlrke durch
Acetolyse neue kristallisierende Kohlenhydrate zu gewinnen, aber dieser bei der Cellulose so erfolgreiche
[A. 93.1
Weg hat bei,der Stiirke iersagt.
Untersuchungen Uber die Einwirkung oxydativer Zusatze beim Biiuchprozefi.
Von Prof. Dr. HALLER
und Dr. PAULSEIDEL,
Riehen bei Basel.
@gel.
27. April 19%)
Dem Problem der Bleiche galt von jeher die besondere Aufmerksamkeit in den Textil-VeredelungsBetrieben, und auch heute noch bildet es den Gegenstand
zahlreicher Untersuchungen und Erbrterungen.
Durch nachfolgende Untersuchungen des Biiuchgutes auf Gewichtsverlust, den erzielten Bleichgrad und
die sonstigen verbesserten Eigenschaften, im Zusammenhange mit den etwa beobachteten Schldigungen der
Faser durch Bestimmung ihrer Reibfestigkeit und ihres
Gehaltes an Oxycellulose sollen die Verhlltnisse bei der
Kochung unter Druck beleuchtet und klargelegt werden.
Insbesondere aber sollen die Verhlltnisse eingehend
studiert werden, die sich durch Zudtze von Oxydationsmitteln zur Biiuchlauge wiihrend des Bluchprozesses
einstellen.
Von den angewandten Oxydantien erwiesen sich
Natriumsuperoxyd und Natriumperborat infolge ihrer
leichten Spaltbarkeit in der alkalischen Flotte als
weniger geeignet, wahrend neben dem Calcium-, Natriumund Magnesiumhypochlorit das ,,Aktivin" - pToluolsulfochlor-amid-natrium - sich besonders gut bewlhrte.
Aus diesem Orunde sei die Mitteilung der Versuchs-
resultate nur auf die Anwendung von ,,Aktivin" in der
Bauche beschrankt.
Wahrend bei den meisten in der Praxis iiblichen
Bleichverfahren als grundlegende Operationen 1. das
Entschlichten, 2. das Bliuchen und. 3. das WeiDbleichen
anzusehen sind, handelt es sich bei den hier zu beschreibenden Versuchen um eine Kombination der beiden
letzteren, was in einem gewissen Oegensatze zu den bisherigen Erfahrungen steht. Beriicksichtigt man nlmlich, daD bisher der Sauerstoff der Luft im Bauchkessel
sorgflltigst wegen seiner oxydierenden, die Faser schiidigenden Wirkung vermieden, ja durch Zusatz von Reduktionsmitteln seine Einwirkung mbglichst verhindert
wurde, und fiihrt man sich ferner die Beobachtungen
vor Augenl), daD die Kochlaugen, selbst die aus reinem
Wasser bestehenden, infolge der in ihnen gelosten Substamen, in Oegenwart von Cellulose, reduzierende
Eigenschaften ausiiben, so mufl es verwunderlich erscheinen, daD neben dieser reduzierenden Wirkung auch
eine durch den Sauerstoff hervorgerufene, oxydierende
gleichzeitig festzustellen ist.
1)
H a 1 1 e r , Mellianda Textil-Berichte 1924, 20.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
425 Кб
Теги
isocellotriose, eine, neues
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа