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Eine neue Methode zur Demonstration der elektrischen Drahtwellen.

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5. E h e rneue X e t h o d e
mr Bemornstration d e r elektrischern Drahtwellen;
vorn W. D . C o o l i d g e .
(EieIEa Tat‘. I1 u. 111, Fig. 4-13.)
I. Theil.
5 1. A r o n s l ) hat eine Methode zur Demonstration von
clektrischen Drahtwellen angegeben. Nach dieser Methode
spztnnt man die Lecher’schen Drahte in einer langen Vacuumrohre aus. Wird nun der Erreger in Gang gesetzt und das
Zimmer verdunkelt, so sieht man, dass die Rohre in ilirer
gxnzen Lange aufleuchtet. Legt man aber zwei Metallbiigel
auf die Drahte, einen vor und den anderen hinter die Rohre
und zwar in der Weise, dass die Entfernung zwischen den
zwei Biigeln ein Vielfaches einer halben Wellenlange betrzgt,
so kommen stehende Wellen zu Stande. Die Rijhre wird nicht
mehr gleichmassig erleuchtet, sondern uber den Knoten der
elektrischen Kraft bleibt das Leuchten vollsfandig aus , dazwischen uber den BBuchen der elektrischen Kraft wird die
Rohre am starksten erleuchtet. Die Lange der Rohre betrug
2,s m, und man konnte funf Bauche gleichzeitig in der Rohre
sehen. Das entspricht einer Wellenlange von 1 m.
Nun arheitete ich vor einiger Zeit in einem verdurikelten
Zimmer mit einem kleinen modificirten Blon dlot’schen Erreger. a) Die L e c h e r ’schen DrBhte, die damit verbunden waren,
befanden sich in freier Luft. Die Wellenlange des Erregers
war ca. 70 cm und die Lecher’schen Drahte waren 1 mm
dick. Dabei war ein schwaches hufleuchten der Drahte 2u
beobachten. Seitdem habe ich die Bedingungen des Versnches
vielfach verbessert, sodass es jetzt leicht mijglich ist, nicht nur
Wellen von 1 m LBnge, sondern auch solche von nur 12 cm
L h g e durch einfaches Aufleuchten der Drahte nachzuweisen.
Die Drahte liegen dabei immer in freier Luft. Die Erschei1)
2)
L. A r o n s , Wied. Ann. 46. p. 553. 1892.
R. B l o n d l o t , Compt. rend. 113. p. 628. 1891.
Elektrische Brahtwellen.
579
nung ist nicht so weit sichtbar, wie wenn die Drahte nach
A r o n s sich im Vacuum befinden; dafur aber hat die Anordnung
andere grosse Vortheile, die man kaum hervorzuheben braucht.
Erstens ist sie einfacher - man braucht sich keine grosse
Vacuumrohre anzuschaffen; zweitens hat man die Moglichkeit,
Metallbiigel auf den Drahten, wo man will, anzubringen;
drittens sind die Oberschwingungen ebensogut wie die Grundschwingung zu sehen und viertens ist es leicht, den Einfluss
des umgebendeii Mediums anf die Wellenlange zu zeigen.
Im Folgenden sollen zuerst die Einzelheiten der Anordnung und nnchher einige photographische Aufnahmen von den
leuchtenden Drahten besprochen werden.
Der Erreger.
8 2. Dieser war, wie schon vorher erwahnt wurde, ein
rnodificirter Blondlot’scher Erreger. F u r diese Verauche,
wenigstens beim Gebrauch von kleinen
Erregern, ist die Modification unbedirigt nothwendig und uberhaupt,
wo sehr starke Schwingungen erwunscht sind,
kann ich diese Form
sehr empfehlen. Der
Secundiirkreis hat einen
ebenso grossen Durchmesser als der Primarkreis und liegt gerade
unter ihm. Zwischen
h i d e werden Glimmerblattergeschoben. Fig. 1
zeigt einen solcheu Erreger, dessen Welle nlange ca. 35 cm ist. Die
Abanderungen des urFig. 1.
sprunglichen B 1on dl o t’schen Erregers wurden dadurch nothig,
dass bei diesern eine so grosse Anntiherung der zwei Kreise,
37 *
580
W. D.Coolidge.
wie sie nothig ist, um moglichst kraftige Schwingungen zu erzielen, aus zwei Griinden nicht ausfuhrbar war.
1. Es sprangen Funken uber.
2. Wurde eine Influenzmaschine als Elektricitatsquelle
angewandt und war die Erregung sehr kraftig, so gerieth
der Secundarkreis in starke mechanische Oscillationen, die
erstens eine Unregelmassigkeit in der Periode des Erregers
bedingten und zweitens, wenn die gegenseitige Entfernung der
beiden Kreise nicht sehr gross war, ein haufiges Ueberspringw
von Funken ermoglichten.
Dieses Zustandekommen von
mechanischen Oscillationen glaubte ich beseitigen zu konnen
durch Benutzung von einer zweiten Zuleitungsfunkenstrecke
bei 6. Dieses war jedoch im allgemeinen nicht der Fall.
Indem man einen Kreis unter und parallel zu dem anderen
bringt und die kugeltragenden Enden des Primarkreises ein
wenig aufbiegt, wie aus der Zeichnung ersichtlich, kann man
Glimmerblatter dazwischen schieben - Glimmer bietet j a dem
Durchgang von Funken einen grossen Widerstand. So kann
man gleichzeitig die Wirkung vom Primarkreis auf den Secundarkreis moglichst steigern und die storenden Oscillationen
des Secundarkreises beseitigen.
Als Entladungskugeln im Primarkreise wurde stets Messing
verwendet. Obgleich die Kugelform die gunstigste ist, wo
kleine Intensitat gebraucht wird, ist sie nicht die heste
Form, wenn moglichst kraftige Schwingungen erwunscht sind,
und zwar aus folgendem Grunde: die Bahn, welche die Funken
nehmen kijnnen, ist sehr beschrlinkt, und wenn der Zeitintervall
zwischen den Funken sehr kurz ist, so wird die Rahn niit
Kohlenpartikelchen sehr stark beladen. Diese bedingen eine
sehr grosse Widerstandsverminderung und deshalb eine Intensitatsschwachung. Deshalb ist es
besser, wenn die gegeniiberstehenden Flachen, die von den Funken
wirklich
benutzt werden, etwas
Fig. 2.
grossere Ausdehnung hnben. Ich
wurde darauf aufmerksam durch die Beobachtung, dass kugelformige Elektroden, die durch langen Gebrauch die Form,
Fig. 2, angenommen haben, wirksamer sind als die neuen
kugelfijrmigen Elektroden, durch welche ich die abgenutzten
4
-
Elektrische Urahtwellen.
581
oft ersetzt hsbe. Ein Paar Elektroden, die diese Form einma1 besitzen, behalten dieselbe bis zur volligen Abnutzung die gegenuberstehenden Flachen bleiben parallel und sehr eben.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, befindet sich bei a eine
Zuleitungsfun kenstrecke. 1)
Das Gefass G wurde mit Petroleum gefiillt.
Die Leoher’schen Drahte.
§ 3. Den Durchmesser habe ich von 1 mm bis 0,l mm
variirt, und es ergab sich, wie zu erwarten war. dass das Aufleuchten desto leichter eintrat, je dunner die Drahte waren.
Aus drei Griinden wurde noch diinnerer Draht nicht versucht :
erstens ware er fur Vorlesungszwecke zu sprijde gewesen;
zweitens ware die raumliche Dampfung wegen erhohten Widerstandes zu gross gewesen und drittens wiire das Aufleuchten
nicht so weithin sichtbar gewesen. Am zweckmassigsten zeigte
sich Messingdraht von 0,l mm Durchmesser.
Die Entfernung zwischen den Drahten wurde zwischen
2 mm und 30 mm geandert, und eine Entfernung von 10 bis
20 mm erwies sich als die beste. War die Entfernung zu
klein, so traten Funkeiientladungen zwischen den Drahten ein,
und die Wirltung war eine unregelmassige. Diese Unregelmassigkeit wird durch kleine Kriimmungen in den Drahten
hervorgerufen. J e kleiner die gegenseitige Entfernung , desto
mehr inacht sich der Einfluss dieser Kriimmungen geitend.
Ausser einfachen Drahten probirte ich Streifen von diinnem
Kupferblech, die so aufgespannt wurden, dass sie in einer
Ebene lagen. Fast die ganze Entladung fand jetzt zwischen
den inneren Kanten statt, und war deshalb von jeder Stelle
nus zu sehen. Es ist aber schwer zu erreichen, dass die
inneren Kanten parallel zu einander stehen; deshalb sind die
so erhaltenen Lichteracheinurigen nicht so regelmassig wie bei
der Anwendung von diinnen Drahten. Ditnn probirte ich
Stanniolstreifen, welche auf einen langen Glasstreifen geklebt
1) Auf die Nothwendigkeit einer solchen Funkenstrecke hat
P. D r u d e in der Zeitschr. f. Physik. Chem. 23. p. 271. 1893 aufmerksam
gemacht.
582
W. B. Coolidge.
waren, in der Hoffnung, dass die Entladung durch das Torhandensein einer Oberflache sehr erleichtert sein wiirde. Dits
Resultat war unbefriedigend, weil die Capacitat der Streifen durch
das Glas sehr gesteigert wurde, uncl das Potential sicli deshalb
erniedrigte. dusserdem probirte ich Schnure, die aus spiralig
aufgerolltem, feinem Druht bestanden. Diese zeigteu sich nicht
ungeeignet - das Aufleuchten tritt leicht ein, und die 3' L4 1miire
wmen nicht leicht zerbrechlich; aber die Erscheiiiung war
wieder weniger regelmassig als beim C; ebrauch von einfachen
DrBhten.
Die Brucken.
8 4. J e langer die erste Briicke, desto mehr Energie
geht iiber die Brucke in die hinter ihr liegenden Drahtel) und
desto grosser wird die Diimpfung. Wahlt man die erste
Briicke zu lang, so leucliteu die Driihte sehr hell auf, aber
die Knoten werden nicht scharf definirt. S m zweckmiissigsten
ist es, wenn man die erste Briicke solange verlangert, als
die Knoten scharf definirt bleiben. Selbst~e~*standlich
wid
diese Briickenlange fur jeden Erreger eine andere sein. Kine
Erdleitung soll auf die Mitte der ersten Briicke gelegt werden.
Die letzte Briicke soll moglic.hst kurz sein. Will man mehrere
Bugel gleichzeitig auf die Drahte legen, so nimmt man am
besten jeden Biigel etwas kiirzer als den vorhergehenden. Man
hat nur zu beachten: ist ein Biigel zit kurz, so wird zu vie1
Energie daran reflectirt und zu wenig geht iiber die Briicke
weiter, um zum Nachweis von Wellen dahinter zu dienen,
und ist er zu lang, so wird nicht genug Energie daran reflectirt, urn zum Nachweis einer Welle zwischen dieser urid der
vorhergehenden Briicke z u dienen.
Verdunkelung des Zimmers.
§ 5. Das Zimmer muss moglichst gut verdunkelt wertlen,
und man muss dafiir sorgen, dass die Funkenstrecken des
Erregers und des Tesla'schen Apparates nicht zu when sind
nnd ansserdem, dass sie kein Licht auf die Drahte werfen.
1) Vgl. P. D r u d e , Abhandl. d. K. S. Gesellsch. d. W'i'issensch. 11.
p. 73. 1896.
583
Elektrische Drahtwellen.
Die Elektricitiitaquelle.
0 6. Es wurden probirt: 1. ein Inductorium; 2. ein Inductorium mit einem Tesla’schen Apparat; 3. eine Influenzmaschine; 4. eine Influenzmaschine mit einem T esla’schen
Appara t .
1. lnductorien von sehr verschiedenen Dimensionen mit
W a g n e r ’schem, Quecksilber -, und D e p r e z Unterbrecher
wurden probirt. Aber alle erwiesen sich ungeeignet fur die
Erzeugung von sehr kraftigen Schwingungen. D r u d e I) hat
schon darauf hingewiesen , dass, selbst wenn man denselben
Unterbrecher verwendet , die Dimensionen des Inductoriums
riicht gleichgiiltig sind. Aus meinen Versuchen mit verschiedenen Inductorien urid mit der Influenzmaschine scheint mir
der Grund dafur in der Capacitat des Secundarkreises der
verschiedenen Inductorien zu liegen. Diese Ansicht wird
unter anderem dadurch unterstutzt, dass der Zusatz von noch
so wenig Capa,citat bei Anwendung der Influenzmaschine eine
Intensitatsverminderung in den Schwingungen des Erregers
bedingt. Die Funken in diesem, sowie in dem Falle, wo das
Inductorium zu stark erregt wird, sind zu dick. Man kann
die Schwingungen des Inductoriums durch Einschaltung eines
nassen Bindfadens beliebig dampfen, ohne dabei irgend eine
Aenderung in der Intensitat der Erregerschwingungen wahrnehmen zu konnen.
2. Inductorium mit Tesla’schem Apparat. Die Erregerschwingungen, die man in der Weise erzielen konnte, waren
denjenigen, die man durch Benutzung des besten Inductoriums
allein erzielen konnte, an Intensitat weit uberlegen. Jedes Inductorium, welches geniigende Spannung lieferte und mit einem
schnellen Unterbrecher versehen war, zeigte sich als geeignet
zur Speisung des T esla’schen Apparates. Der verwendete
Tesla’sche Apparat hatte die folgenden Dimensionen:
-
.. . .
Llnge
Durchmesser
,
Anzahl Windungen
Drahtdurchmesser
.
.
.
.
.
2 mm
1) P. Drude, Wied. Ann. 66. p. 639. 1895.
1 mm
W. B. Coolidge.
584
Ich habe keinen anderen T e sla’schen Apparat probirt ;
aber es scheint mir hochst wahrscheinlich, dass fur Messzwecke,
wo so grosse Intensitat nicht nothig ist, ein kleiner T e s l a l scher Apparat geeigneter sein wiirde.
Ein Vortheil beim Gebrauch des T e sla’schen Apparates
besteht auch darin, dass man die Funkenstrecken des Erregers
reguliren kann, ohne dabei einen unangenehmen Schlag zu bekommen. Da man die Funkenstrecken am zweckmassigsteii
in einem verdunkelten Zimmer regulirt, wo eine zuf allige Beriihrung mit den Zuleitungsdrahten des Erregers leicht moglich
ist, so ist dieser Vortheil nicht zu unterschatzen.
R
C
---
*
3 . Infli6enzmaschine. Ich benutzte eine Toepler’sche Maschine mit 20 rotirenden Scheiben. Die Scheiben hatten 26 cm
im Durchmesser und wurden durch einen kleinen Elektromotor getrieben. Die Maschine wurde ohne Leydener Flaschen
gebraucht. Die so erzeugten Schwingungen waren hiichst
kraftig und regelmassig, und ich habe die Maschine gebraucht,
urn die folgenden Aufnahmen zu machen.
4. lnflueiazmaschine mit l‘esla’schem Apparat. Die so
erhaltenen Schwingungen waren vie1 schwacher als die durch
die Maschine allein erzeugten. Der Grund dafiir lag ohne
Zweifel in den Dimensionen des Tesla’schen Apparates. Er
war zu gross fur diesen Zweck. F u r Resonanz in dem Tes1a’schen Apparate war eine ziemlich grosse Capacitat in dem
585
Xlektrische Brahtzuellen.
Primarkreise nothig , und die Influenzmaschine war nicht im
Stande, eine geniigende Menge Elektricitat zu liefern, urn diese
Capacitat uber eine genugend lange Funkenstrecke oft genug
zur Entladung zu bringen. Ein Tesla'scher Apparat von
kleineren Dimensionen, welcher n u r dazu dienen sollte, das
Potential zu steigern, ohne die Entladungsfrequenz zu klein zu
machen, hatte sich vielleicht als zweckmassig erwiesen.
Beechreibung der Aufnahmen (Tafel I1 u. 111).
8 7 . Zu derselben wurde das Zimmer moglichst dunkel
gemacht ; die Driihte wurden, wie gewohnlich, horizontal aufgegespannt, und der photographische Apparat befand sich senkrecht daruber. Platten von massiger Empfindlichkeit wurden
benutzt und die Expositionszeit beim Gebrauch von Blende
F /16 war im Durchschnitt 12 Minuten. I n allen Fallen hatte
ich mehr Wellen photographiren konnen wenn das Zimmer
hoher gewesen ware , oder wenn ich ein Weitwinkelobjectiv
gehabt hatte.
In den Photographien sind die Bruckenlagen durch Pfeile
angedeutet - die erste Brucke, vom Erreger aus gerechnet,
befindet sich immer rechts auf den Bildern.
F u r Figg. 4 , 5 , 6 und 7 wurde ein Erreger von 5 cm Durchmesser gebraucht, welcher eine Wellenlange von ca. 74 cm
besass.
Fig. 4 zeigt zwei Bauche. Die zweite Brucke liegt links
(nicht auf dem Bilde zu sehen). Dass Energie an der ersten
Briicke reflectirt wurde, sieht man daraus, dass die Drahte
hinter der Brucke (links) vie1 schwacher aufleuchten als vor
derselben. Dieses bemerkt man auf allen Bildern, wo dieser
Theil des Kreises photographirt wurde.
Fig. 5. Aus derselben ist ersichtlich, dass freie Enden einen
Bauch der elektrischen Kraft bedingen. Die Drahte endeten
hier frei ohne zweite Briicke. Hieraus erkennt man m c h den
Einfluss des Drahtdurchmessers auf die Schwingungsintensitiit.
Aussen rechts bei a auf dem Bilde sieht man, wo die 0,l mm
Lecher'schen Drahte an die 1 mm Erregerdrahte gelothet
sind. Die ersteren leuchten hell auf, wahrend die letzteren,
obgleich sie dem Schwingungsbauch sogar naher liegen, kaum
aufleuchten.
~
586
FK B. Coolidge.
Fig. 6. Hier sehen wir die erste Oberschwingung - drei
Bauche. Die zweite Briicke liegt auf einem Knoten der Oberschwingung, welcher - wie aus dem Vergleich mit Fig. 4 zu
ersehen - ca. dem Bauch der Grundschwingung entspricht.
Der Intensitatsunterschied in den drei Bauchen ist sehr auffallend und war immer zu beobachten, sowohl bei der Grundschwingung als bei der Oberschwingung, falls zwischen der
ersten und der zweiten Briicke mehr als zwei Bauche vorhanden
waren. Die Ursache ist wohl in dem Aufleuchten und in dem mit
diesen verbundenen Energieverlust zu suchen, weil eine solche
starke Abnahme der Intensitat von beiden Briicken nach dem
mittleren Bauche zu nicht vorhanden ist, falls die Drahte nicht
aufleuchten , wie man durch Verschieben einer Vacuumrohre
langs der nicht leuchtenderi Drahte constatiren kann.
Fig. 7 zeigt den Einfluss des Dielektricums, welches die
Drahte umgiebt, auf die Wellenliinge. Ein langer Glasstreifen
wurde unter und in Beruhrung mit den Drahten gehalten.
Die Wellenlange ist dadurch von 14 cm auf 40 cm gebracht
worden. Die Unregelmassigkeit in dem Aufleuchten der Drahte
kam dadurch zu Stande, dass die Drahte nicht iiberall in
Beruhrung mit dem Glase gebracht werden konnten. Das dem
Erreger zugewendete Eride des Glasstreifens muss unter einen
Knoten gebracht werden, sonst bedingt es eine erhebliche
Retlexion.
Fig. 8. Hier wurden Streifen von Kupferblech, 0,08 mm
dick und 2 mm breit, a.nstatt Drahten verwendet. Die Entfernung zwischen den Streifen betrug 6 mm. Die Wellenlange,
auf den Streifen gemessen, ist hier kleiner als wenn sie auf
den Drahten gemessen wird - die Entfernung zwischen zwei
benachbarten Knoten betrug nur 33 cm gegen 37 cm auf
den Drahten. Der Grund dafur liegt in den Seitenentladungen
- diese wirken als angehangte Capacitaten.') Wie aus dern
Bilde ersichtlich ist, h d e t fast die ganze Energieausstrahlung
zwischen den inneren Kanten statt - die ausseren leuchten
kaum auf.
Figg. 9, 10 und 11. Hierzu wurde ein grosserer Erreger
gebraucht. Dieser Erreger war von Bhnlicher Construction,
1) M o r t o n , Phil. Mag. 43. p. 383. 1897.
Elektrische Drahtwellen.
567
hatte 10 cm im Durchmesser und besass eine Wellenlknge von
ca. 140 cm. Die Entfernung zwischen den Drahten war dieselbe als friiher, a,ber der photographische Apparat war weiter
entfernt.
Fig. 9 zeigt zwei Bauche von der Grundschwingung.
Im zweiteii Bauch (links) macht sich die erste Oberschwingung
merklich.
Fig. 10 zcigt die erste Oberschwingung - einen Bauch.
Fig. 1 1 zeigt die zweite Oberschwingung - einen Bauch.
Diese Oberschwingungen sind etwas kurzer als die erste
und zweite Octave - das stimmt j a mit den Beobachtungen
uberein.
Fig. 12. Hierzu wurde ein kleinerer Erreger gebraucht
- dieser hatte 2 cm im Durchmesser und besass eiue Wellenlange von 35 cm. Vier Bauche sind zu sehen. Auf jedem
Knoten befand sich eine Brucke. - Der Versuch ist fur Vorlesungszwecke lehrreich, weil er zeigt, wie viel Energie auf
jeder Brucke reflectirt wird. Dieser Reflexion zufolge sieht
man, dass jede Welle schwacher als die vorhergehende ist.
F u r Fig. 9 betrug die Lange der l . , 2., 3., 4. und 5. bez.
Brucken 15, 10, 8, 6 und 2 cm.
Fig. 13. Dieses Bild wurde mit dem kleinsten Erreger aufgenommen. Dieser war 1 cm im Durchmesser und besass eine
Wellenlange von 12 cm. Mit diesem Erreger waren auch
6 und 7 Bauche leicht zu beobachten.
11. Theil.
5 8. Indem ich mit Schwingungen von kurzer Periode
arbeitete, bemerkte ich, dass die dunnen Lecher’schen Drahte
fur solche Schwingungen ein viel empfindlicherer Indicator waren
als die Zehnder’sche R6hre.l) F u r die 12 cm-Wellen, die
mein kleiner Erreger aussandte, sprach die Rohre gar niclit an
- die Drahte aber, wie aus Fig. 13 ersichtlich, leuchteten hell
auf. D a m probirte ich eine sehr kleine Vacuumrohre, welche
Hr. Prof. D r u d e fruher gebraucht und fur kurze Wellen sehr
empfindlich gefunden hatte. Die Rohre zeigte sich etwas empfindlicher als die diinnen Drahte. Aber die Thatsache, dass
1) Vgl. B. Zehnder, Wied. Ann. 47. p. 82. 1592.
588
W: D . Coolidge.
die hlossen Drahte a n Empfindlichkeit den empfindlichsten
Riihren vergleichbar waren, regte mich zu weiteren Versuchen
an. Die Lecher’schen Drahte wurden auf einer kurzen Strecke
ins Vacuum gebracht. Die so entstehenden Rohren sollen im
Folgeriden kurz beschrieben werden.
Fig. 14.
1. Rohre (Fig. 14). Bei a und 6 wurden die Erregerdrahte und bei c und d die weitergehenden Lecher’schen
Drahte angelothet. Der kleine Erreger (Wellenlange = 12 cm)
wurde gebraucht, Bei e , f; wo die Drahte das Glas durchsetzen, wurde die erste Briicke gelegt und damit die Glaswand bei 9,h nicht storte, wurde die Lange der Rohre gleich
6 am (derhalbenWe1lenlange) genoinmen.
Unter einem Drucke
von ca. 5 mni zeigte
sicli die Ri52ir.c viel
empfindlicher als bei
atmospharischem
Druck.
Die 2. Riihre war
ganz ahnlich, nur die Drahte waren dunner, 0,l mm im Durchmesser. Sie war bedeiitend besser.
Die 3. Rohre w a r viel kleiner - die LBnge betrug nur
1,5 cm. Sie sprach sehr schwer an - die Empfindlichkeit
nahm m i t nbnehmendem Druck ab.
Die 4. RGhre (Fig. 15) w a r sehr empfindlich; aber der
in ihr ausgespsnnte Draht von 0,0025 mm Dicke schien nicht
Elektrische Bralitwellen.
559
leichter aufzuleuchten a19 der 0,l mm-Draht. Das Aufleuchteri
war am starksten an den Vereinigungspunkten, wo die Discontinuitat irn Drahtdurchmesser eine starke Reflexion bedingte.
Die 5. Riihre war der 4. Rohre ganz ahnlich! nur die
0,0025 mm-Drahte waren kiirzer, nur 1,7 cm lang. Sie war
sehr empfindlich und man hatte damit gute Messungen machen
konnen.
Diese 5 . Rohre war so vie1 empfindlicher fur lange Wellen
als die Zehnder'sche Rohre, dass ich die beiden fur langere
Wellen (70 cm) verglich. Sie wurden gleichzeitig auf einen
Bauch der elektrischen Kraft gebracht. Bei dem Druck von
5 m m , welcher sich fur 12 cm-Wellen als der beste gezeigt
hatte, war die neue RGhre weniger, aber bei einem niedrigeren
Druck, 1,3 mm, ebenso empfindlich als die Zehnder'sche.
Fur Wellen von dieser Lange hatte die neue Rohre aber folgenden
Nachtheil: die Bruckenlage fur das Maximalnufleuchten der
Rohre war nicht so scharf definirt, weil die Rohre, nachdem
sie zum Aufleuchten gebracht war, nicht mehr sehr empfindlich gegen eine Zunahme in der Erregungsstarke war.
Ich kehrte jetzt zu meiner ersten Aufgabe, die Herstellung
einer empfindlichen Rohre fur kurze Wellen, zuruck.
Der Grund, warum Rohre Nr. 5 so empfindlich war, schien
mir in der grossen Discontinuitat des Drahtdurchmessers zu
liegen, und die folgenden 4 Rohren
wurden gepruft in
der Hoffiiung, dass
man durch gleiche
oder grijssere Discontinuitat dieselbe
Empfindlichkeit erFig. 16.
reichen konnte, ohne
so diinne Drahte von 0,0025 mm benutzen zu miissen.
Rohre Nr. 6, vgl. Fig. 16, war nicht sehr empfindlich.
Nr. 7 war dieselbe als Nr. 6, nur die Drahte waren 1 cm
voneinander entfernt. Sie war nicht besser als Nr. 6.
Nr. 8 war dieselbe als Nr. 7, nur die mittleren Drahtstiicken waren 1 mm im Durchmesser und 4 mm lang. Sie
war wieder nicht besser als Nr. 6.
590
W. D. Coolidge.
Mit der 9. Rohre, vgl. Fig. 1 7 , konnte man die Knotenlagen sehr scharf bestimmen, aber sie war nicht so empfindlich als die 5. Rohre.
Nr. 10 war dieselbe als Nr. 5, nur die 0,0025 mm-Drahte
waren 3 mm lang. Sie war nicht so gut.
Nr. 11 war wieder dieselbe als Nr. 5, nur die Entfernung
zwischen den Drahten betrug 3 mm. Sie
war wieder nicht so
gut als Nr. 5.
5 9. Rohre Nr. 5
war, wie schon erwiihnt, fur kurze
Wellen sehr befrieFig. 17.
digend;
aber eine
solche Rohre ist etwas urnstandlicher als eine elektrodenlose
Rohre, die man einfach auf die Drahte legen kann. Deshalb
machte ich jetzt einen Versuch mit elektrodenlosen Rijliren.
Die kleine Riihre, welche ich friiher erwahnt habe, war so vie1
empfindlicher fur
kurze Wellen als
eine 2 ehnder’sche
Rijhre, dass ich mich
wunderte, ob eine
noch kleinere Rijhre
vielleicht noch empfindlicher sein
wiirde. Will man nun
verschiedeiie Rohren
vergleichen, urn zu
sehen, ob die Grosse
voii Einfluss ist, so miss man dafiir sorgen. dass der Druck
und die Fullung in allen gleich sind. Das thut man am besten,
indem man die Rohren miteinander in Verbindung bringt.
Die sechs Kugeln, vgl. Fig. 18, wurden miiglichst diinn
geblasen, und die Verbindungsrohren, wie aus der Zeichnung
ersichtlich, sehr verjungt, damit das Gas in den Kugeln
sich gegen Schwingungen so verhnlten solle als ob keiiie Verbiudung zwischen den Rijhren bestande. Sie zeigten unter-
Elektrische Drahtwellen.
59 1
einander keinen merklichen Unterschied in Empfindlichkeit
fur kurze Wellen. Sie waren vielleicht ein wenig empfindlicher
als die kleine, schon vorher erwahnte elektrodenlose Rohre.
waren aber nicht zu vergleichen mit Rohre Nr. 5.
Zum Schlusse dauke ich sowohl Hrn. Prof Dr. P. D r u d e
fiir viele werthvolle Rathschlage bei dieser Arbeit, als dem
Director des physikalischen Institutes, Hrn. Geheimrath Prof.
Dr. G. W i e d e m a n n , fur das freundliche Interesse, welches er
mir stets entgegengebracht hat.
L e i p z i g , Physik. Inst. d. Univ., December 1898.
(Eiugegangen 20. Januar 1899.)
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