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Eine Theorie des Diamagnetismus. Magnetismus des Wismuth. Erweiterung der Ampre'schen Theorie

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V. Eine Theoric cles Diarriugnetismus. Magnttiscles TThrnuth. Erweiterung i k r Amnp2re'schen
Theorit; con D r . c . F e i l i t z s c h , Professor iu
G re$ wnkd.
rnus
D i e bisjetzt bekauiiteii Erscheiuuugeii des Diainagoctismus
faiideii eiue befriedigende Erkllriiitg iu dcr siunreicheii Tbeorie, welchc durcli die geineiuscliaftliclieii Beinuliuugcii der
HH. F a r a d a y , R e i c h , W e b e r , P o g g e n d o r l f rind
P l u c k e r aufgestellt wurde. Schon als der grofsc Eiildecker des Dialnagnetismus seine ersten Untersuchrhgeit
uber diesen Gegenstand pnblicirte, definirte er seine theoretischcn Anschauungeu i n Folgeiidein ): ,,Eiue Erkliirutig
der Beweguiig diamagnetischer Kiirper miichte sich in der
Annnlrme darbicteu, dafs die magiietische Induction iu
ihnen einen eiitgegengesetzteu Zustand hervorrufe, wie er
in deli iiiagnetischen Kbrpern erzeugt wird, d. h. dafs, wenn
inaii vou jcder Kbrperart eiu Tlieilcheu in das inaguetische Feld brachte, beide maguetiscli wurdeu, uud jedcs
seine Axc parallel der durch sie geheudeii inagnetischeii
Resultaute stellte, doch mit dem Uoterschiede, d a t dic
Tlicilcheii des maguetischen Ki)rpers ihre Nord- nnd Sudpole deu eutgegeugesetzten Polen des inducircudeu Magneten zuwenden, die Theilcheii des diamagnetischen aber es
uingckehrt inachc~u. Each A m p e r e ' s Theorie wiirde diese
Auiiahmc dnmit ijbereiukolnineii, dafs, w8hrend iu Eiseii
und dergleichen lnaguetischeii K6rperu Striime parallel mit
denen im iuducirenden Magnet oder galvanischeu Apparat
vorhandeueu inducirt werden, im Wismuth, schweren Glas
uiid den ubrigeu diawagnetischen Karpern Strame vou entgegengesetzler Richtung auftreteu".
Nachdein itun Hr. R e i c h z, gezeigt hatte, d a b zwei
ciitgegengesetzte Maguetpole nicht mit der Summe, son1 ) Ka-p res 2429 fJ
2 ) P o g g . Ann. Ud. i 3 , S 60.
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dcrti uiit der Differeiiz ihrer Kraft a i d eineu dinmagnetischen Kbrper wirke, stellte Hr. W e b e r I ) einigc eiitscheidende Versuche an, welclie zeigten, dafs iii einein diaiiiagiietischen Kbrper dem erregenden Nordpol eiii Nordpol, und dein erregeiiden Sudpol ein Siidpol zugekehrt
sey. Zugleich wies derselbe uach, dafs ein in der W i r kungssphiire eiues Magnetpoles bewegtcr Wismutbstab clektrische Stratne iu einem umgebenden Kupferdraht iin entgegeiigesetzteii Sinue erregt, als ein statt des Wisinuths
substituirter Eisenstab. Hr. W e b e r schliefst m u : maguetische Fluida, so wie Molecularstrbme, kbnnen in den diamagiietischen Kfirperu uicht vorlianderi s e y n , d e m diese
miirsteu durch Einflufs des Magnetismus gerade so gerichtet werden , also dieselbe Polaritat hervorbringeu, wie i n
iiiagiietischen Kdrpern. Das Entsteheu vou Iiiductioiisstrirmen iu grbfsereu Kreiseii ist zur Erklarung der Erscheinuugen des Uiamaguetismus iiicht brauchbar, d a diese uur
instantan sind. W o h l aber lassen sich alle Erscbeinungen
erkllireti, weuu man itiducirte Molemlarstrome iti deli diaiiiaguetisclieu Kbrpern auiiiinmt , welche den Ampere’scheu
Stromen des iuducireiitlen Magnetcti en tgegengesetzt gerichtet siud. Dcnselbeii kadn Uehnrrlichkeit vilidicirt werden,
da sie auf ihren Bahucn UUI die Molccnle keiucii Widerstand haben. T)er wesentliche Untcrschied zwischen Wi3iiiuth uiicl Eisen tviil.de sonach derin zu setzeu s e y n , clafs
iin Eisen , uuabliiingig vou aufserer Erregung, Molecularstriime vorhandeu siud, dereii Richtung aber iiicht unveraiiderlich, sondern dein Einflufs lufserer Kriifte uoterworfeu ist, was beim Wisrnuth iiicht der Fall wiire. Iu Eiseii
und Wismutli kbunen aber eine wechsclude oder abnehuieude magnetische Kraft neue beharrliche Molecularstrirme
iuduciren, die jedoch im Eisen vie1 schwacher seyn miisscii, als die unabhangig von solcher Iuduction darin vorIiaudeneu.
Hr. P o g g e n d o r f f ’) verbffentlichte beweisende Vcr1 ) P o g g . Ann Bd 13, S.211.
2 ) P o g g Ann Bd 7 3 . S.455
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suche zu dieser Theorie. Hr. PI iic k e r endlich dehnte dieselbe aus auf deli gcgeii die aiidereu Richtungeo vorherrschendeii oder zuruck treteiiden Iliamagnetismus odcr Magnetismus der Axen der Krystalle, sowic der Geiiicnge ans
magnetischen nnd dinmagnetischen Substanzen. Dcrsclbc
formulirt diese Tleorie dahin I ): ,,dafs die lnagnetischen
wie diamagnetischeu Erscheinringen lnductionserscheinuugeli
seyen, uur init dein Unterschied , dafs bei der Induction
magnctischer Substanzen der Nordpol ciiien Sudpol , dcr
Siidpol eineu Nordpol in seiner Nahe hervorruft; bei der
Induction diamagoetischer Substanzen aber dcr Nordpol
eineii Nordpol, der Siidpol einen Siidpol. In die Spraclie
der Ampkre'schen Tbeorie iibcrsetzt kommt dieses ddrauf
hinaus, dafs in magnetischeii SubstanZen Molecularstriime
hervortreteo, die init dcin iuducirrnden Strome gleiche Richtuiig haben, in diainagnetischeii Substanzen aber, Striime
v on entgeg engesetz ter Rich t u ng ".
So naturlich nun diese Theorie BUS der Erscheinung
folgt, so war mir docli auffallend, dafs eiii und dasselbe
Ageos entgegengesetzte Wirkuiigen haben sollte, je nachden1 ihm die einc oder je nachdein ihm eiiie audere Substanz dargeboteu wiirde. Im Eiseu soll er die vorhnndenen Molecularstrbme so richten, dafs sie im gleichen Sinlie
davor sich bewegen, welche den Magnetismus constituiren;
im Wismuth sollen keine Molecularstriime rorhandeii seyn,
sondern es soll der Magnetismus Molecularstriime induciren , welche dcnen des Eiseos eutgegengesetzt gericlitet
siud, oder was dasselbe ist: in jedem Molecul des dargeboteneu Eisensfabes soll sicli der Nordpol dein errcgeudeii
Sfidpol zuwenden, in jedem Molecul eiiies angenaherten
Wismuthstabes soll aber ein Siidpol dem inducirenden Siidpole sich zuweiiden. ,,Es ist liier ein Widerspruch Torhandeii (sagt Hr. W e b e r ) den zu liiseu der Scbliissel
noch fehlt, wie er fiir den Rotationsniagiietismus felrlte,
ehe F a r e d a y die Erscheinungcn der Induction entdecktc".
Sollte es lnir geliiigeo in Folgendein dieseii Schlussel zii
3 ) Pogg. A m . Bd. 81, S . 115.
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geben, so wiirde es mich freuen , auch nieinerseits dieser
Theorie in ihrer ganzen Ausdehiiung beistiinmeii ZII kdnnen.
In seiuen Untersuchungen ,,iiber die Vertheilung des
Magnetismus in Stahlrnagiieteii und Elekromagneten '' ') zeigt
Hr. v o n R e e s , dafs iii einem Stahl- oder Eiseumagnct
das magnetische Moment der kleiusteu Theilchen vou der
Mitte nacli den Polen bin abiiehrnen mufs, wenn die Polaritit des ganzen Stabes gleichgerichfet seyn sol1 den Polaritaten der kleinsten Theilcben; dafs aber bei derselben
Richtung der Polarititen der kleinsten Theilchen eiue entgegengesetd gerichtete Polarkit des ganzen Stabes denkbar
ist, wenii das magnetische Moment von der Mitte nacli
den Poleu aunirnmt, und dafs alsdann iiur die Eudflacheii
die gewbhnliche Polaritat zeigen.
W e n n man nun auch noch bei keiuem Magnet eine
so sonderbare Vertbeiluug des freieu Magnetismus beobacbtet h a t , so meine ich,
dafs man die Erscheinuagen des I)iamaguetismus auch
ungezwuugen daraus erhl8ren kfiniie, dafs inan annimmt :
der iuducirende Maguet errege die kleinsten Theilchen
magnetischer mie diamagnetischer Substaiizeu in gleichcm
Siuiie, so dafs derii Stidpol des Magneten die Nordpole
aller kleiusten Theilchen zugeweiidet werden iind umgekehrt ; aber in diamagnetischeu Subs~aiizeuuehme bei
der gewfihulicheu Erregungsart das maguetische Momelit
der kleinsten Theilcheii vom Eude nach der Mitte bin
ub, wiibreiid in magnetischen Substanzeo das maguetische Moment dcr kleiusten Theilchen vom Ende nach
der Mitte hin aunimmt.
In der Spracbe der AmpZre'schen Theorie iibersetzt hiefse
dieses iiicbts anderes als
in maguetischen , wie in diamagnetischen Substanzen finden sich elektrische Molecularstrbmc vor, welche durcli
den Magnetismus oder durch den elektriscben Strom so
gerichtet werden, dafe sie eicb in gleichem Sinne mit
denjenigen Strgmen bewegen, welcbe den magnetisiren1 ) Pogg. Ann. Bd. '70, S. 1. Bd. 74, S.213.
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den Einflufs aiisiibeu. Es fiudet einzig der Unterschiett
statt, dafs die diamagnetischen Kbrper der richtendeii
Kraft einen griifsern Widerstand ( eiue gr6fsere Coercitivkraft) entgegensetzten, als die magnetischen Kbrper.
Die Coercitivkraft der diamagnetischen Kbrper ist so grofs,
dafs die Molecularstrbme derselben von dem Centrum
der Erregung aus in weit betrachtlicherem Maafsstabe
abnehmen , als dieses in magrietischen Substauzen der
Fall ist.
Es sey inir erlaubt das hier Gesagte niiher zu motiviren
und in dieser Hinsicht die Auschauungen zu erweiteni,
welche Hr. v o n R e e s gegebeii hat:
I
Betrachten wir einen dem Einflufs des Magnetismiis ailsgesetzten Stab von inagnctischer oder diamagnetisclier Substana, so sind zwei Erregungsweisen mbglich; entweder clio
crregende Ursachc wirkt von deli Enden des Stahes nacli
der Mitte, oder sic wirkt von der Mitte nach den Enden.
A . Wirkt die tirspriinglich erregende Ursache don den
Enden nach der Mitte, so wird sie I ) ihrerseits eiueu vertbeilenden Eiuflufs auf alle kleiusten Theilchen des Stabes
habcn. 2 ) Es ist mfiglich, dafs die magnetisch gewordeneii
kleiusten Theilchen wicderriin Magnetisinus iuducireu, und
nainentlich wird sich diese Wirkung auf die zuuaclist beiiaclibarten Theilclieii erstrecken. Endlicli 3 ) wird aucl~
der freie polare Magnetisinus des ganzen Stabes wieder inducirend arif jedes Theilchen wirken.
1. Die urspriing2ich erregende Ursache sol1 allein vertheilend auf die itfagnetisnaen der Theilchen wirken. Denlien wir ims eiue in einer Linie liegcnde Reihe von materiellen Theilchen, von denen jedes eine Ausdeliaung d x
liaben mag. In einem solchen Theilchen, dessen Endpunkt
iiiu die Grbfse x von der maguetisircnden Ursache absteht,
ills welche wir z. B. den Srjdpol eines kraftigen Magnets
uehiiien wollen, bewirke dieser Sudpol eine magnetische
Vertheilung, so dafs eiue Quantitat Magnctisolus = n ihin
zugewandt, eine aiidere Quantitat = s = - n
von ihm zuriickgestolsen wird. Das nachstfolgende Theilchen , dessen
95
Eudpuukt uin eine Grofse z+dx von dcm erregenden absteht, wird von demselbeu eiuc geringere Erreguug erfabren.
Es werde in dcmselben eiue Quantitiit Magnetismus =n'
( < n ) dem erregenden Sudpol zugewandt, cine Quantitlit
s'=n' von demselben zuruckgestorsen. Fiir die Wirkung nach az$sen wird es gleichgultig seyn, i n welchcii
Stellen der Theilcheu die Mittelpunkte dieser inagnetischeri
Kraftelcmeule sich befinden; sie wirken nach aufsen blofs
durch das magnetische Moment. Es wird also erlaubt sepn,
die Mittelpunkte dieser Kraftelemente derart in die Endpunkte der Theilchen zu verlegen, d a b die beiden einander zugekehrten Quaiitittiten s und n' in eiiiem Punkt zusanimenfalleo. Das iuagnetische Moment P) TOII s ist alsdann
-v=-ndx,
das magnetiscbe Moment v - d u von n' ist
v-dv=+n'dx.
Souach siud die in dieseni Punkte wirkendeo inagnctiscbcn Kriifte aaszudracken durch :
s=-n
--a
v-da
=und nach n'= dx
dx
die in diesem Punkte vorhandene Quantitiit u des freien
Magnetismus ist aber gleich dcr Sumine dieser beiden K r d t eleniente, es ist
u=s+n'=-
n+n'=--
dv
dx'
(1)
Hr. v o u R e e s zeigt, dafs die fiir eine Reihc von Thcilchen gcltcnden Betrachtuugen aucb fiir eine Reihe von
Schichten desselben iiuter magnetischem Eilifluk befindlichen Kiirpers gilt, deren Dicke = d x uud deren Brgrsiizungsebeneu auf der Richtung der Magnetkraft sciikrecht
steben, so daL wir obige Gleichung auf den an irgend einer Stelle eines Kiirpers frci werdeuden Maguetismus iibertragen kdnneu, wenn aiif deinselben nur eine magnetisirende
Kraft w irk t.
W i r nahmen ail, dafs dic magnetisirende Kraft eiu Sudpol sey, d a h also der dort vereioigte Magnetismus voii
entgegeugesetzter Natur desjenigen sey, welcher in jedem
Theilcbeu diesem Stidpole zugewandt wird, and welchen
wir mit +n, + n ' . . . ., bezeicbneten. Der an irgend ei-
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ner Stelle auftretende freie Magnetismus u isst ebenfalls mit
negativen Vorzeichen versehen , folglich aon derselben Nu
tur als der erregende Magnetismus.
Aufser dem hier betrachteten freien Magnetismus findet
sich aber noch an den Endfliichen freier Magnetismus vor,
welcher keinestheils durch die entgegeugesetzten benachbarten Theilchen compensirt wird. Und zwar wird der
Magnetismus, welcher an der dew erregenden Pole zugekehrteu Endflache auftritt, von eutgegengesetzter Natur, der
an der abgewaudteu Eudflscbe von derselben Natur seyn,
als der des erregeuden Poles.
Bezeichuen wir die Summe der zwischen den einzelnen
Theilchen hervortretenden Magnetismen mit Z ’ u = - 2
dv
ax
--
und bezeichnen wir die Magiletismen der Endflgchen wit v
iind ci’=-v,
so findet die Vertheilung des Magnetismiis
fiir einen erregenden Pol von der Beschaffenheit S = - N
iiach folgendem Schema statt:
S(=-N)
erregt i+:v+;Su+ci
oder
dv
dr
V - Z - -
v’
(2.)
Lassen wir die Erregung durch einen Nordpol bewerkstelligen, so wird sic natiirlich iiach folgeudem Schema VOII
statten gehen:
v ’ + ~ $
-v:
++
erregt N.
Lassen wir drittens die Erregung so geschehen, dafs auf
einer Seite des Ki)rpers ein Siidpol, auf der anderen ein
Nordpol wirkt, so findet die Erregung nach folgender Uebersicht statt:
S erregt
* : v - Z I - -dv
dr
dv
v’+v’+ZIdr - v : +
erregt N
oder
dv
dv
i + : v - 2 - d+r 0 + 2 - - v :d*r
(4.)
Bei
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Bci dieser Vertheiluugsweise des Magnetismus im Stabe
ist nun zweierlei mUglicb; eotweder
cs
ist v < 2
a. 1st
es ist v > 2 -
dv
dx'
oder
- dv
dr'
V > A 'dvZ , dann iiberwicgt
der mit v bezeichnetc
au den Eudflacheu des Stabes auftretende Magnetismus
gqgen die Summe aller auf der einen Halfte des Stabes
frei gewordenen Magnetismen. D c r Magnetisinus der Eudflache ist abcr ungleichoainig mit dem des ziiii3cbst liegcnden Magnetpoles, cs mird also der Stab sich axial stellen,
oder er wird schmack mugnefisch seyn. Vicllt-icbt gehort
die von Hrn. F a r a d a y a11 Platio, Palladiutn uiid Osmium
b eobach t e t e Einst el lung hierher.
l V
b . 1st ~ < 2 - dann
,
iiberwiegt die Suiiiine der iibrr
dx
deu Stab liinweg verbreitcten freieii Maguetislnen gegcn
den Magnetisinus dcr Eudflkhen. Diese Summe hat aber
dasselbe Vorzeiclieu als dcr erregcude zunachst liegende
Pol, cs wird also dcr Stab abgcstofsen werdeu; er wird
sich acqaatorial eiustcllcn uiid die Substaiiz ist diumugnetisch.
Es Iiifst sich erkllreu, dafs dicser Fall der haufigstc
ist. E r wird naincntlich dnnn eintrcteu, wenn dic Maguetismen iu den kleinsteu Theilchen der K(lrper sich schwer
vertlieilen lassen, und daun, wenn die Theilchen des Karpers verh&nihiirsig weit von einander eutfernt liegen.
W e r d e n die Magnetisinen in deu kleinsten Theilchcn der
Korper scliwcr vertheilt, dniiu wird einmal der Maguctisinus der Et~dfliiclicv sclir gcriug s e y n , und ferncr werden
die uugleichuainigen Pole der Tlicilchen ciiiander sebr nnhe
und die uugleichnainigcu dcr bcuacbbnrten Theilchen verhaltuifsmafsig wcit von einauder entferut liegen. 1st dieses
aber dcr Fall, dann ist das mngnetische Moment der Theilchcli sehr gering und es wird der inducirende Einfluls eiues solcheii Theil&eus auf die benachbarteu ebcnfalls sehr
geriug. Da sich so uberbaupt wenig Magnetismus ausscbeiPoggendorfl's Annal. Ud. LXXXII.
7
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det , wird auch der inducirende Eiuflds des ansgeschiedencn freien Magnetismus schr znriicktrelen. Alle dicse Uui
stande bewirkcn nbcr, d a b von allen deiikbarcn crregenden Ursacheii iiiir die einzige iibrig bleibt, welche VOII deli
beiden riifsereii Polen ausgeht , dcren Wirkung die Substaiiz ausgesetzt ist. Dasselbe Raisoiiiieinent lafst sich iibertragen auf Kthper, dereit kleiiiste Thcilchen sehr weit von
einander eutfernt sind; nur ware, weuu sich in den Theil&en der Magnetismus leicht vertheilt, es denkbar, dafs
alsdann der Magiletismus der Eudfl~chen gegcn 2'
vor-
herrschte, also der uater a. bchaiidelte Fall eintrlte.
Auffallend war mir die grofse Tragheit, mit welcher eiri
Wisinuthstab sich nequatorial eiustellt, wenti die Pole des
Elektromagneteu weit voii ilim entferrit siud, oder mit ~ I A deren Worten, die bctleutende Abuahiiie dcr diamagnetischen Kraft mit der Entfcriiung. Die Erscheinung erkllrt
sich abcr ungezwungen aus den gcgebcuen Anschauungen.
Da wir bei der Vertheiluug des Magnetisinus in diainagnetischen K6ryeni nur (lie eine Ursnchc der aafseren Magnetpole annehmen, so wird, wenu dicsc dein aufgehangcnen
K6rper iiahe geriickt werdeii , eine grolbe Differenz zwischen den maguetischen Momenten der nfiheren und der
entfernteren Theilchen, also auch eiiie grofse Quantitat u VOII
freiem Magnetismus an jeder Slelle vorhanden seyn. W e r den aber die iiiducirenderi Magnelpole von dem aufgehangeneu K6rper weiter entfernt, dann ist der Unterschietl
des magnetischen Momeutes der kleiusten Theilchen und
sonach auch die Quautitat des freien Magnetismus vie1 gcringer, als bei angengherten Polen.
2. Aufser der aurseren Ursache, welche wir hier durch
einen oder zwei Magnetpole reprasentirten, konnen aber
noch anders Ursachen auf die Vertheilung des Magnetismus
in den kleinsten Theilchen wirken. Von diesen Ursachen
sind zwei denkbar: Es kann ngmlich a ) ein jedes Molecul durch die Ubrigen magnetisirten Molecule eiiie vertbeilende Wirkung erfahren , und diese wird sich wesentlich
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nuf die uninittelbar roraiigehenden oder unloittelbar folgenden beschranken, da die iibrigen entfernt genug siod,
damit eine directe Einwirkuog derselben vernachllssigt werden darf. Und b ) ist es denkbar, dals die Summe des
iiber den Stab hinweg vertheilten freien Mailletismus, dessen Augriffspunkt wir in die Pole des Stabes verselzea,
seinerseits wieder eine vertheileude Wirkung auf die Magnetisinen der einzelneu Theilchen ausilbt.
a ) Eiue nambafte Eiuwirkung der benachbarten Theilchen wird besonders dann stattfinden, wenii die Substanz
iiberbaupt leicht maguetisch erregbar ist, und d a m , weun
d i e kleiasten Theilcben der Substanz einauder sehr uahe
liegeo. Fur beide Falle werden die Pole desselben kleinsteii Tbeilchens sehr weit auseinander riicken, und so das
magnetische Moment derselben v e r g r i h r n . Es werdeu aber
andererseits die ungleichnainigen Pole der benachbarten
Theilchen einander nahe riicken und so sich gegenseitig verstarken. I n dem Maabe aber, als ein jedes Theilcben eine
magnetische Verstarkuug erfahrt, wird es wiederum starker
auf die beuachbarten wirken k h n e u , so d a k die auf diese
Weise erlialtene magnetische Spannung eiue Function der
Ausdehnuug des Stabes ist '). W e n n absr ein jedes Theilchen die Wirkung des benachbarten verst%rkt, uud zwar
in dem Maabe mehr verstlrkt, als es selbst eine stIrkere
Quantitlt von Magoetismus eatwickelt; so wird durch diesen gegenseitigeii Eioflds der Theilcben des Stabes eiue
ungleich grllbere QuaotitBt von Maguetismus vertheilt werden, als wenii dieser Einflufs verschwiudend klein wird.
J a es ist sogar denkbar, dafs unter solcheu Umstandeu
der Maguetismus, welcbeo die kleinsten Theilchen uiitrr
sich erregen, iiberwiegend ist gegen deujenigen, welcher
durch die entfernten Magnetpole allein erregt werden
1 ) Diese gegeoreirige Einwirkuog dcr Thdchen auf eioander irt viellcicllt
die Urmclre der allmPligeo Verstlrkung &s ElJtromapetirmus in Eisenkernen, auf welche Hr. F a rada y durch die bemerkbare Zun~hme
der Dmhuog der Polariaationsebene mitteh Elektromagner$mns rnhncrksrm wurde, nod vwlche Hr. P I ii ck e r sogar durch das G&hl nachwics.
7*
100
wiirdc I ) . 1st -dieses aber der Fall, dano wird das magiictische Moineut nicht, wie es ftuher geschah, VOII dcu
Enden uach der Mitte, sonderii vielmehr von cler Mittc
nacll den Enden hin abnehineu. Die Quantitiit des freieu
Magnetismus ist alsdanu, weun wir aberiuals dell Sudpol
eines lufsereu Magneten als erregcude Kraft aniielimeii, in
irgeiid einer Stelle des Slnbes, die um die Grbbe m von
dem erregenden Pole abstelit :
Die Suinrne
Vorzeicheu
tismus und
Schema fiir
der freien Magnetismen hat alsdanu das gleiche
des an deli Eudfliichen freigewordeaeii Mngneclas entgegeugesetztc des erregeiiden Poles. Uas
dicse Erregiing ist
s erregt i + : ~ + x ~(6.)
tiV
vl
oder wenn der Stab sicli iu der Xiihe eiucs Piordpolcs bcfindct
do
v'-~'--v:+
dx
errcgt N
(7.1
oder endlich, mciiii der Stab sich zwiscben einein Siitipole
und ei iieui Nord pol e b efin d e t
s erregt
i+ : u
+ 2;dv;+ o - 22 -
1'
:
* erregt N (8.1
Uuter dicsen Bedingungen ist der Stab magne6isch; cr wird
sowohl von dera Nordpol als V O U dew Sudpol augezogcii,
und stellt .sich axial.
1) Reprjsentiren wir die Kraft der erregenden Magnetpole durcli d;e
Kraft, mit welelicr ein Kralin cia Fafs hebt, und die crregende Erali
der kleinstcn Theilcben durcli die -fiirmigen
Haken, mil dencn
diese Last gefah wird, so haben wir ein Bild Filr den obigen Zustand.
Diese klamrnerfiirmigen Haken kiionen so vorgrriclitet s e F , clat die
Kraft, mit welclier sic die Last festlialten, in st5rkercni Verliillnifs zud m m t als die KraFt, welclie nothwmdig ist, die Last zu Iiebcn.
Oder,
w a s uns n5ber lie@: zwri nalie neben einandrr aufgehangenc Eisenstiickehen &hen sich gegcnseitig bia EUIU E'esthaften an, wena von entgegengesetzten Seiten ilinen zwei entgegenguetzte Magnetpole genBIiert werden, und folgen dann gemeinsehafilieh dem stjrkeren ochr njliern Pole.
-
101
Iin Allgeiueiueii wird bei der Erreguug eines lnagnetischeii Stabes aiich nur durch einen lufsereii Maguctpol sicli
eine bestiiiiintc Stelle uachweiseii lasseii , auf welchcr das
uiaguetische Moment eiu Maximum, also die Qiiautitiit des
freieu Magnetisinus = 0 ist, uud vou welcher a b die eatgegengcselzteu Polaritaten sicli iiber heide Seiteu des Slabes liiuweg verbrciteii. Icb halte es fiir uberfliissig hieraiif weiter eiuzugehen , da iir deli aiigefiihrteu Abhandlungeu Hr. v o n R e e s diesen Gegeustaud schou erschiipfcnd
fresprocben hat.
Da wir aiinehiiien, dnfs die Erscheiiiungeii der maglietischeu Vertheiluug iui Gegensatz zu der dianinguelischcu
ihren Gruud hauytsZchlich iii d e r iiidiicirendcii W i r k u n g
d e r Theilchen des magrietischc~Kdrpers auf die beriaclrharten babe; da wir. also die Ursnche dirser Erscheiniiug
iu das Iunere des inagiietischeu Kbrpers legeu, so I:it'st sicli
lcicht erkliireu, wariiin eine weit geriugere Abuahine der
inaguetischeu Kraft init der Eutferiiung der i~idncircndeu
Pole statt hat, nls diejeuigc ist, die wir a n der diainagnrtischeu Kraft beobnchteu. Uiejenige Kraft ithdich, welche
eineu Kiirper zuin iuaguetischcii uiacht, selrcu wir d s cine
Fuiictiou der Lagc uiid Anznbl der klciusten Theilchw,
sowie der urspruuglicli erregeuden Kraft an. Uicjenisc
Kraft hiugegeii, welche voo deii errcgeudeii Poleii nusgebt,
hat fur sich das Bestrebeu, aiicli die lnagiietischeu Kiirper
diauiaguetissh ciuzustelleu, uud ist blofs eiue Fuoctiou der
Stzrke uud der Eiitfernuog des Augrifispuuktes dieser Krnft
vou den resp. kleinsteu Tbeilcben des Ki)rpers. Da abcr
mit der Entfernuug der Pole die Eotfcrauiig uud Zahl der
kleiusteu Theilchen des maguetischen Karpers in nichts
geaodert wird, so wird dcr erstere Theil der Kraft laugsamer abnehmen als d e r letztere.
b ) Die Suinlne des freien iiber deli S t a b hinweg vcrtheilten Magnetismus komlnt in folgeiider W e i s e iu Betracht. Die Angriffspunkte dieser Kraft siod die in dein
inducirteu Stabe entstaodeueu Pole des freien Maguctismus. 1st die W i r k u n g d e r erregeudeu Pole uberwiegeud
102
(in diamagnetischen Kilrperu), dann wird von den Enden
des Stabes nach der Mitte hiu diesc Wirkuug abnehmen,
mithiu die au jeder Stelle auftreteude Menge von freiem
Magnetismus ( 7 1 ) uach der Mitte hin grilfser werden. Die
Pole eiues diamagnetischeu Kdrpers werdeu also inehr uach
der Mitte desselbeii rucken, als nach den Euden. 1st aber
die iuducirende Wirkuiii der kleinsteii Theilchen auf einander uberwiegend, dann liiidet dns Uingekehrte statt: die
Pole rucken uach deli Enden des (magnetischen) Stabes.
In beideii Fallen wirkt dieser freie Magnetismus zu Gunsten der indiicireudeii Wirkuiig der kleinsten Tbeilchen.
Bei den diainagoetischen Kilrpern kaun dime Wirkuag,
wie schon gesagt, veruachlassigt werdeu ; bei den magiietischeo kommt sie in Betracht, und unterstutzt das socbcn
unter 2.b gepflogene Raisonueineut.
B. Die erregende Ursache wirkt won der Mitte des Stabes nach den Enden lbin. Diesc Art der Errcgung kaiin
durch geeignetes S t r e i c h e ~ init krHftigcn Magiieteu oder
aber durch den elektrischen Stroin geschchen, dcr spiralfdrmig den zu magnetisirenden Stab iiingiebt. Meiiies W i s seiis ist diese Erregungsweise iiocli nicht auf diainagoetische Kikper iibertragen worden. Sind aber die liier cutwickelten Ansichten richtig, so lnufs bei dieser Erregungsweise ein jeder Kilrper, der iibcrhaupt erregt werdeu kaiiii,
eiuc magnetiscbe Vertheilung zeigeu , welche derjcnigen iin
Eisen oder Stahl analog ist. Das inagnetische Moment
der kleinsten Tbeilclien m u t in dcr Mitte des Stabes am
grilfsten seyn uud nach den Enden hin abnehmen, cs milk
also tinter dieseu Urnsttinden eiue gleichgerichtete Polaritat des freieu Magnetismiis in magnctisclien und diamagnetischen Substanzen auftreten.
Ein Maguetisiren diamaguetischer Substanzen durch Bestreichen init Stahl oder elcktrischen Magneten hiclt ich
niclit fiir geeignet, iudem die geriiigsten Spuren vou Eisen oder Eisenoxyd die Erscbeiuungeii an diamaguetischen
Substanzen schon trfiben kiliiuen.
Utn aber die Wabrheit dicses Satzes zu prufeu, bc-
103
diente ich mich der Maguetisiruug durch den elektrischou
Strom. Icb legte eitieu Wismuthstab von etwa 32- Durchuiesser uud 160"" Liiuge in einen Glascyliuder, iiber welcheii eiue Spirale VOU Kupferdralit gewuuden war. Dns
Wismuth war reiu und stellte sich zwischeu den Volcii
cines Elektroinagueten aequatorial. Die Spirale hatte je
45 Wiudungeu in 5 Lageu und der Kupferdraht war l p m
dick. Sic wurde durchflossen vou einem Strom, deu vier
Platiuzink-Elemente vou je 12 0 Zoll Platinblech erzeugteu.
Die Spirale wurde etwa 200"" entfernt auf der Westseits
eiuer kleineu, an einem Kokonfadeu aufgehrngeuen, D p
cliuatiousnndel ) aurgestellt uud durch eineu auf der Ostseite befiudlichcu Nebeumagueteii die Nadel wieder in ihrs
ursprtingliche Lagc zurtickgebracht. W u r d e uuu der Wismuthstab aus dcr Spirale cntfernt, so wich die Dccliuationsnadel zu Gunsteu des cotnpeusirenden Magnctstabes aus,
wurdc sie wieder in die Spirale gelegt, so wich die Magtictuadel zu Gunsten der Spirale aus. Die Aenderung,
welche der Wisrnuthstab i n der Lage der Decliuationsnadel hervorbrachtc, war gcriiig, sie entsprach einer Ablenaber war doch deutlich und nnbestritten
kuog vou etwa
wahrnehinbar. I)as Scliwanken des Strotnes machte den
Versuch ebeufalls schwierig, daher nur diejenigen Beoback
tuugen von Werth seyu konutcu, die in Momeuteu cines
vollhommei~ constanten Strotnes sich erm6glichen liefseu.
Ich hoffe weuigsteos, d a b ich mich bei einer mindesteus
30 inaligen Wiederbolung des Versaches nicht getiiuscht
habe, dafs ich vielmehr aussprechen darf:
Wismuth erhtrlt inuerhalb der elektrischen Spirale eiiie
zwar schwtrchere aber eine gleich gerichtete Polaritiit,
wie das weiche Eiscn.
Ich wollte aucb audere K6rper auf diese Weise prUCeu
und von solcheu wiirde Autimon am geeignetsten geweseu
seyn; doch konnte ich mir dasselbe nicbt chemisch rein
verschaffen. Eine Stange, welche ich gegoseeo batte, stellte
+"
1) Die Vorrichtung
RJ. 78, s. 22.
ist nilier bewbrieben in Po g g endorf f ' s Annalen
104
sich zwischen den Poleri eines grofsen Elektromagneten
axial, war also eisenhaltig. Durch Wasser, das ich in einer Glasrohre der Wirkuug der Spirale aussetzte, erhielt
ich keine Ablenkuug Doch zweifle ich keiuen Augenblick,
dafs durch starkere Mittel, als iuir zii Gebote stehen, auch
andere diamaguetische Substauzeu den gleichen Uesclieid
wie Wismuth geben.
Es war mir ferner darum ZLI thun, auch das Umgekehrte experimentell nachzaweisen , d. 11. ZU rersuclien, ob
nicht etwa auch inaguetischc Substaiizcii sicli aequatorial
eiustellen kannten. Zugleich wiire hierdurch cine Frage
beautwortet , welche Hr. P 1 uc k e r i n aiidercm Zusammenhange irgendwo aufgeworfeu hat. Dieses wurde dniin geschehen kiinuen, wenn die Pole des inducirendcn Magueten schr kraftig wirken und wcnn die CoErcitivkraft der
magnetisclien Substanz durch cine g r o h Vellngerung und
Verdunnuug dorsclbcii iniigliclist verstzrkt wiirdc. Zu dem
Elide liiug icli zwischcti den 3801u1ncutfernten L'olen eiues
sehr krlftigen Elektromagneten a n eiiicm uugedrchtcli Kokonfaden, dcr ail der Decke cles Ziiniiiers befestigt war,
eiueu Qfiirmigeu Claviersoitendrnht von der diiiiusteu Sorte
und von etwa 2Metr. Liiuge auf. Ich glaubte durch Vermehrung der Wirkung auf die horizontalen Theile und
durch Verminderung derselben auf den gebogeiieu Tlieil
den in der Formel 4, besproclienen Fall erreicbeu zu kannen, doch blieb der Draht maguetisch und wurde heftig
gegen die Pole gezogcn.
Nickel hat offenbar eine starkere Coercitivkraft als Eisen, es ware moglich mit demselben den augegebeuen Versucb auszufiihren doch steht mir diese Substanz nicht in
geeigneter Form zii Gebote. Wenigstens wollte ich den
Versuch mit Neusilberdrabt aiislelleu, als inir eiiifiel, d a k
diese Substanz unter die Rubrik der G.emenge voii inagnetisclien und diarnagnetischeii Substanzen gehbrt iind iuit
solchen die Versuclie schon vielfacli ventilirt worden siiid.
In Wahrbeit gehbren aber die Erscheinungeu , welche
an Gemeugeu aus magnetisclieu und diainaguetischeu Sub-
staozeu, naineutlich durch Hrii, 1’1 ii c k e r wahrgeuoiuinen
wordeu sind , gauz hierher und bestiitigen, was icli suchte.
Die Erklarung, welche Hr. P 1 u c k e r vou dicsen Ersclieinungeu giebt, lasseu nichts zu wunsclieu iibrig, wenu inau
iiberhanpt eiiie specifische Verscliiedenbeit zwischen der
diamngnetisclien und magnetischeii Kraft aiinelimeu will;
docli hofle icli , daCs die folgendc Erkltirung, uebeii jeiier
tneines verehrten Lehrers, stalthaft segu diirfte.
Meiigen wir ntiinlich magiietische uud diamaguctisclie
Substanzen, SO thun wir iiach ineiuer Aosiclit oichts autleres, als dafs wir die CoCrcitivkraft verinehreu, ohne dafs
wir die inducireude W i r k n n g der klciusteri Tlieilclieu nuf
cioaiidcr zuui Verschwindeii bringen. Ein Magnet pol in
iiaclisler N5he wird uuu so stark wirkeii k i i i i i l e n , dafs er
die in du ci r en d e W7irk uo g d er k 1ei n s t en TI1ei lcli e n ii b e r \v ieg t,
also eiii abnehmeudes maguetisches Mouieut dcr kleiiisteu
Theilchen nach der Mitte des Stabes provocirt. Uuter dieseu Bedioguiigen fiudeu aber die Scheinata 2 - 4 h i w e n duiig iiud der Stab wird abgestohen oder stellt sicli a q u a torial. 111 grbfsereu Eutferiiungcn iiiinint aber die inducirende Wirkuiig des iiufsereu Magiictpolcs ab, w8hreud die
der kleiiisteu Theilclicii auf einandcr ilir Recht beliauptct.
Von eiuer gewisscn Eiitfernung nil wird nlsdnnn dcr letztere Eiuflufs uberwiegeii kiiiiiieii, also die innguetisclie Vertlieiluiig iin Stabe aualog deli Sclieiiiateu 6 -8 gescliehen,
(1. 11. es wird der Stab angezogen oder er wird sich axial
zwisclieu deli Magoetyoleu eiustellen.
Eiuc Auiiliberuog und Eotferuung der Polc vou dein zwischeii ilineii aufgehaugenen K6rper hat abcr aholiche W i r kiiiig, als o b bei gleichbleibendem Abstaud ihre Kraft verinelirt oder vermiudert wird. Da iiernlich die vou deu Poleii
ausgeheode Kraft iu alleu, aucli iu den maguetischeu KBrperu
deli diamagoetischen Zustaud hervorzurufen strebt, und d e r
magnetische Zustand nur durch den ioducirenden Eiullufs
der einzeliieu Tbeilcheu maglicli ist, so wird dieser letztere
eine Forictiou der Anzahl und gegeuseitigcn Lage dieser
Theilcheu seyn. Da aber (lie Zahl uud Lage dieser Tlieil-
106
chen dieselbe bleibt, weun die Kraft der Pole vermiudert
wird, so wird dcr diamagiietische Eiufluk derselbeu mit
ihrer Kraft vermiudert , walirend der iibercoinpeiisirc~ide
maguetischc Einflufs der kleinstes Theilclicu uoch seiu Recht
behauplet. Ein aus diamaguetischen und magnetisclieu Substanzeii getnengter Kiiryer kaiiu souach voii schwaclicr K d t
augezogeu , von starkerer abgestoben werden.
Eiue Uebertraguug der hier erihterteu Ansichteu in die
vou A m p e r e gegebeiie Aiischauiiiig iiber dns Weseu des
Magiictismus, bietet jctzt keine Schwierigkeit dar.
Es seg inir die Aniiahme erlaubt, d a b in allen Karperil, auf welche uberliaupt der Magnetismus eiucu Einflds
aufsert, elektrische Molecularstriime vorhaudeu segcn, iiiid
dafs dieselbcn durcli den Einflufs des Magnetismus oder
eiues gleichwerthigeu elektrisclieii Strouies iu alleu Kiirpern
in gleichein Sinue und zwar parallel dem inducireudeii
Strome oder deiien Strdmen gericlitet werdeo, welche uacli
der Ampire’scheu Theorie die Molecule eiues Magiieten
umflielen. Die verschiedenen Kiirper unlerscheiden sich
aber nur dadurch, d d s sie deiii richtenden Eiuflufs einen
verscliiede~ie~i
Widerslaud entgegensetzeii.
1. Lassen wir diese Strduie durch zwei Magnetpole iu
eiucm zwischeu ihneii schwebenden Stabe richten, so werden, weuu die Substanz dessclben dem Eiuflufs eiiieu grofsen Widerstaiid entgegensetzt, diese Striime in deu nlhercu Theilcheu energischer gericlitet werdeo, als in den eutferutereu. In der Erscheiuuog koinmt dieses auf dasselbe
hiuaus, als ob deli Polen znuachst starke, und eutferuter
vou ihueu immer schzuiichere Strfime vorhandeu wareti. Eiu
Kiirper, in welchem diese Erscheiuuug eintritt, wird aber
von deu Maguetpoleu abgestolen.
Allerdings sagte bisher die Ampire’sche Theorie, dafs
parallele, gleichgerichtete Striime sich anziehen , ohue dafs
sie auf die relative StSrke der Striime Rkksicht nimmt, so
dafs eiue Spirale, welche im Siuue der Beweguug eines
Ubrzeigers gewuudeii ist, und in welcher der Strom sich
iii detnselbeu Siunc bewegt, an der Eintrittsstelle des Stro-
107
mes eiiieii Sudpol hat. Dieses ist aber nur der Fall, weiin
der Stroin i n alleu Wiuduugen gleich stark, oder weuu
der Strom in der mittlereu Windiing der Spirale am stgrksten ist, in jeder Wiudung schwaclier und an dcu Euden
der Spirale am schwiicbsten wird. 1st nbcr die Spirale SO
beschaffeu, dals der Strom i n den Bukersteu Windungen
am starksten ist, iu jeder uachfolgenden abnimuit uiid i n
der Mitte am scbwiichsten wird: danu verhiilt sich eiue
solche Spirale bei gleicber Riclitung der Windungen und
bei gleicher Richtung des Stromes in deuselbeu umgekehrt.
Das Eude derselben, bei welcbein der Strom eiiitritt, wird
voiii Nordpol nicbt augezogeu , sonderii abgestofsen. Uin
dieses zu verificircn, liitliete ich an die Eiideu von zwei
starken Kupferdrzhten (Taf. I. Fig. 6 ) a b uiid c d jc 10
duune mit Seide ubersponnene Kuyferdrihte. Dann m u d
ich eine Winduug von alleu 10 Driihteu ruckwgrts iiber
den starkeren Draht. Hierauf wurde die zweite Wiuduiig
blofs mit 9 Drabten gewunden, wiibrend der 10. die Ricbtuog des Cenfraldrahtas bekam. So wurde stets bei der
folgendeu Lage ein Draht weuiger gewunden bis endlich
die 10. und letzte Wiiiduiig blols aiis eincin Draht bestand.
Beide so erlialteuc Systeme wurden, wic in der Figur, au
eiuauder gelegt uiid die freieu Enden der zweiinal 10 Uriilite
VOII beideu Seilen an eiuauder geliithet. Auf diest? Weise
koiinte es gcscliehcii, dals durcb Theiluiig des Stronies, welcher iii c eintrat, eiu spiralftirmiger Strom eutstand, welcher iu d am stiirksteu war, nach der Mitle zu in jeder
Winduiig schwscher wurde, von da aus wieder sicb iu jeder Winduug verstarktc, bis er iii der lelzten Wiiiduug
bei b wieder dieselbe S t i r k e hatte, wie in der ersten bei
d , und welcher bei a wiederum austrat. Dieses System
wurde bei a uiid c in gewbhnlicber W e i s e beweglich iu
Quecksilberniipfchen getaucht, aufgehaugen. Trat nun in
das Niipfchen c der Strom ein und trat er iu deln Napfcheu
a aus, so wurde durcli einen in der Nehe uiid parallel
der Spirale gehalteneu Nordpol N eines Stabmagneten die
Spirale abgestoten. Dasselhe gescbali , weiin eiii Siidpol
in die Nahe voii b gebracht wurde. Auziehung ergab
sich aber, wenn die Pole au deli resp. Stelleu vertauscht
wurden.
Diescr Versuch beweist nicht alleiu die Richtigkeit mciner Annahnie, sonderu er zeigt auch, d a t
der Satz der AnipL:re'schen Theorie : ,,elektrische Spiralen, in denen der Stroin in dem Sinne der Beweguug
eincs Ulirzeigers orieiitirt ist, linben bei Eiutritt des Stromes einen Siidpol", wit dem Zusalzc versehen werden
1nuf.s: ,, wenn die Stroiiistlrke in allen Windungco
gleich, oder nacli der Mitte der Spirale stiirker ist";
dafs aber das Uingekehrte eintritt, weun der Stroin iii
den aufserstcn Wiudungeu stlrker und iu der Mitte ain
schwachsten ist.
Dieser Versuch eotspricht aber dem Verhalten clcr
Striime in d,ianmpetischen Kiirperii.
2. Nehmeii wir a n , dnfs die Substanz eiiies Kiirpers
dcln richteuden Einllufs iiukerer Magnetpole eiiieii geringeii Widerstaud eutgegensetzt ; so wwden wir aucli anuchmen kiinncn, dafs die Molecularstriiine auf die ihnen bciinclibarlen eincn geuugendcn Einflds ;inkern kiinuen, uni
sie energischer zu richleu, als es obtie sie durch die lufseren Magnetpole geschiebt. Es ist deukbar, dafs auf diese
Weise eine elektrische Spauuung in den Molecrileii der
Kiirper erregt wird, so, dafs die Starlie der Striime z. B.
in der Mitte der Kiirper am bedeutcndsten ist uud uach
deli Enden h i t i nbiiiniint. In dicsein Falle wertlen aber
bervegliche Systelne von elcktrischen Striilnen so gestellt,
dafs sie glcichlaufendeu parallel gerichtet werden. Auf
Kiirper aber, iu denen ein solches Vechalten stattfindet,
zufsern die Pole eiue Auziehuug; solche Kiirper sind mugnetisch.
Dieses Verhalten lafst sich figiirlich durch Spiralen darstellen, welche lhulich den so eben beschriebenen siud,
n u r mit dein Unterschied, dafs die starksten Winduugeii
in a e r Mitte, die schwachsten an den Eudeu derselben sich
befindeu.
109
Aus dieser Aoschauung Isfst sich nun einfach der Versuch erklRreii, durch welche Hr. W e b e r die etitgegengesetzte Richtung der Inductionsstrbme aachwies, welche durch
Wisiuuth und durch Eisen entsteheu. Hr. W e b e r bcwegte eiiimal eineu Wismuthstab uiid dann eineu. Eiscustab,
die unter Eiuflufs eiues Maguelpoles sich befanden, in einer Spirale, die init einem Galvaiioineter in Verbilldung
war. Bei derselben Richtuug der Beweguogen beider S t a b e
erhiclt er enlgegengesetzteu Ausschlag des Galvanometers.
Nebmen nun mirklich die Ampere’schen Molccularstrbme
im Wisinrith in derselben Richtung an Starke a b , in welcher sie im Eiseri zunehtnen, so wcrdeii beim Hineins~ofsen
dcs Wismutlis i n die Inductioiisspirale itntncr schwlclicrc
Slriime den Windungcii dersclbcu atigeii~hcrt, wlhrcnd
bei derselben Richtung der Ce~vegutigdurch das Eisrn immer s t l r k e r c Sdrunae angenbhcrt werden. Im crsten Fallc
haben wir also ein Abnehinen, im anderen ein Wachscti
des inducirenden Stromes; beide briugen, wie bekaunt, entgegcogesetzte Inductionsstrbme hervor.
Ihfs die Axen der Krystalle, n i e Ilr. l ’ l i i c k c r etitdeckte, eincii vcrmchttcii o.lcr vcr~nindcr~ctiDiaitiagnetisintis o d e r Magnetisom zeigeo, crklzrt sicli leiclit aus der durcli Hrn. W i e d c in a 11 n schon bewiesenen
Annahme,
dafs die Elektricitat sich iiacli den Ridlungeti der Axeu
leichter oder scliwcrer bewegr, also auch nach dicsen Richtungeii hin die Orientirungsfahigkeit der Ampire’schcn
Striiine eiue andere ist, als nach den darauf senkrechten.
Eine Stiitzc fur die cntwickelte Ansicbl, bietet auch dic
Drehung der Polarisationsebene durch den elektrischen
Stroln dar. Diese Drehung geschielit stets in dem Siniie
des elektriscben Stromes. Diese Drehung erkllrt sich durch
Aonahme zweicr, nach entgegengesetzler Richtung circular
polarisirter Strahlen, welche die, dem Einflufs des Magnetismus ausgcsetzte, Substanz durchlaufeti. Findet a b e r die
Drehuiig im augegebenen Siniie statt, so mills derjenige
StrahI, welcher im Siiiiie des elektrischen Stroines circular
polarisirt ist, voraneilen. Uiid dieses entspricht d e r Rich-
-
I10
tung, iu welcher sich nacb den er6rterten Ansichten die
Ampere'scheu Molecularstrbine bewegen.
W e n n sich nun alle Erscheinungeu des Magnetisinus
und Diamagnetismus, nach dieser Annahme mit Leichtigkeit
erklareu lassen, so gestehe ich doch, macht inich das eine
gegen sie mibtrauisch, dafs sie vou Hrn. v o u R e e s selbst
nicht entwickelt wurde, da deinselben diese Auschauungen
naher lagen, als mir. Sollte aber auch diese Theorie fur
unstatthaft befunden werdeii, so hat sie sicher den Nutzen,
zu Versuchen aiizuregen, welche entweder ilire Richtigkeit
oder ihre Nichtigkeit beweiseu.
Greifawald, dcii 21. Nov. 1850.
VI. Ueber einen Appurat zur DarsteZZung uerschiec h c r h'eact ionserscheinungen ;
oon C a r l SondhauJs.
I c h babe schon vor Iaogerer Zeit einen einfachen und
woblfeilen Apparat construirt I), init welchem sich die verscliiedenen Reactionserscheiuuugen sehr bequem nachweisen
lasseu, und erlaribe mir, um eiiiem Wunsche des geehrteii
Herausgebers dicser Aiinalen zu geniigen, dariiber eine Mittheilung zu machen.
Der Apparat ist auf folgeiide Weise eingerichtet:
Die Glasrbhre a b (Taf. I. Fig. 7 ) ist au dein Ende b
durch Auszieheu vor der Glasbliiserlampe verengt und mit
einer eiugeschmolzenen oder auch eingekitteteu Spitze bd,
etwa einer abgebrochenen Nahnadel, versehen. Unterhalb
dieser Spitze, bei c, ist in der R6hre eiue Oeffuung ange1) Eine kurze Bwchreibung desselbea belindet sich in der ,,Uebersielit
der Arbsiten und Verkderungen der Sehlesischen Gesellschaft Gr vatcrISndischc Cultur ;m Jnlire 1847".
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