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Einfhrung in die anorganische Experimentalchemie. Von Otto Diels. XXII u. 446 S. mit 145 Abbildungen im Text. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter und Co. Berlin u. Leipzig 1922

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171
Neue Biicher
36. Jahrgmg 19231
an kostbarem Gut. So betrug z. B. im Jahre 1915 die Produktioti an
Zellstoff in Deutschland reivhlich 500000 t, und nus der Ahlauge hfitte
man etwa 20 Mill. 1 100"/,igen Sprit gewinnen klinnen.
Der Vortr. schilderte dann das Verfahren zur Gewinnung von
Sulfitzellstoff und verhreitete sich uber die Bedingungen, nnter denen
der Zucker in der Ablauge ein Maximum wird. l m Anschluf3 besprach
er die Methoden zur Uestimmung des Gesamtzuckers in der Ablauge
und ging d m n zur eigentlichen Aufarbcitung der Ablaupe iiber. Er
schilderte die einzelnen Phasen des Piozesces, Neutralisation, Vergarung, Destillation und Rektifikaiion und gab dabei aiich einen
Uberblick uber die niodernen Giirungstlieorien N e u b e r g s . SchlieSlich
wuiden an der Hand einer Analyse des gewonnenen Feinsprits die
Methoden besprochen, nach denen die einzelnen Restandteile bestimmt
werden kiinnen.
Hedeutet so die Gewinnung von Spiritus einen schiinen Erfolg,
so kann man diesen Erfolg doch nur als den Anfang von der systematixhen Auswertung der Ablauge buchen, besonders u e n n man
bedenkt, dai3 die abfallende Schlempe sicb von der Sulfitiiblaiige in
der Zusammenselzung nur insofern unierscheidet, als der vergiir bare
Zucker entfernt ist. Es bleibt demnach fur die Zukunft nach viel zu
tun iibrig, und sicher wird einst der Tag kommen, wo die Herstellung
des Zellstoft's nicht mehr Selbstzd.eck ist, sondern 1ediglic.h ein Mittel,
die Sulfitablauge zu gewinnen und diese dann nach vorliiufig noch
dunklen Methoden miiglichst restlos in liochwertige organisclie Nlaterie
unizubildcn.
6. S i t z u n g . 26. 1. 1923, ebenda. Vortrag Prof. J)r. S c h o l l :
,,Neue organisdie Radikale". (Abhandlung erscheint in den ,,Berichten").
7. S i t z u n g . 23. 2. 10'23, ebenda. Vorlrag Direktor L)r. V i e w eg, Pirna: ,,Probleme aus dern Gebiefe der Kunsfseide".
Reichsbund Deutscher Technik.
Dieeer Bund, die berufsstfindisrhe Vertretiing der deutschen Technik
idler Ricbtungen, veranstaltete am 7. 2. d. J. durch den Ortsverband
Berlin eine groue Bffenlliche Kundgebung im I'lenarsitzung>saal des
Reichswirlschaftsrats gegen den Einbruch feindlicher Machte in deutsches Wirtschaltsgebiet, zu der die Reichs- und Staatsbehtirden, der
Reichs- und Landtag. die kommunalen Verwaltungen und liffentlichen
Klii perscliaften Bet lins, sowie die Verlreier technischer Berufsstande
in Wissenschaft und Wirtschaft, im liffentlichen und politischen Leben,
inshesondere die Vertreter der in Berlin ansassigen lechnischen Verbiinde und alle Freunde und Flirderer dcs Reichsbundes und seiner
Besirehunpen eingeladen waren. Der Herr Reichskanzler, der Herr
Reichstagsprssident und der Herr Minister fur Wissenschaft, Kunst
und Volksbildung batten ihr Bedauern ausgesprochen, per4nlich ani
Erscheinen verhindert zu sein. Die Versammlung, die vor vollheselztern
Hause stattfand und von den] ersten Vorsitzenden des Orlsverbands,
Dr. M a k o w k a , geleitet wurde, nahm einen lullerst wirkungsvollen
Verlauf. In seiner Ansprache hob der Vorsitzende hervor, daB der
feindliche Einhruch in deutscbes Wirtschaftsgebiet, in das Rohstofflager und die Kraftquelle unserer Wirtschaft, mehr 'bedeute, als eine
Parleiangtlegenheit der inneren Wirtscliaftspoliiik, daij es sich vielmehr um den Bestand unserer ganzen deutschen Wirtschaft, deren
wesentlicher Trjiger die Technik ibt, und um unsere Volltserhaltung
und staatliche Gemeinschaft handelt. Unter Ausschaltnng jedes
Rechtsbewu13tseins hat man auch diesmal versucht, iiber das sorgsam
vorbereitete Ziel franzlisischer Rlnkewirtscbaft hinwegzutiuschen, bis
man es wagen konnte, die Axt a n die Wurzeln deulscher .Ktaft und
Arbeit zu lepen. Dalj das deutsche Volk nicht machtlos selbst iibermiichtigster Gewalt gegeniibergestanden hat, bewies der Redner aus
der Groutat cheniisch-lechnischen Wirtschaftserfotges im M'eltkriege,
wo Wissenschaft und Wirtschaft, in technischem Geiste vereint, die
Kraft zum Durchhalten aus der freien Luft heriinterholte in jenen
Stolfen, die der Srlbsterhaltung und Hehauptung nutzbar gemaclit
werden konnten. Der uns jetzt widerf'ihrenen Gewalt gegenuber
bedarf es des einbeitlichen Willens und der Zusamtiienf;issung aller
Volkskriifte und der zielbewufiten Mitarheit der lec*hnischen Kreist.,
die fiir die wirtschaftlichen Zusainmenhiinge Verstfindnis haben, unter
Besritigung aller inneren Hrmniiingen und Widerstiinde, um alles
einzusetzen, die deutsche Volkswiitschaft und Volksgemeinsrhnft vor
rechtswidriger Gewalt durch beharrlichen Widerstand zu schutzen
und zu erhidten.
Der Hauptredner, Herr Reichsschatzniinister i i . D. Dr.-Ing. G o t h e i n ,
M. d. R., hehandelte ,,als Bergmann, Wirtschaftler und I'olitiker" in
eingehenden sacblichen Ausfuhrnngen die wirtschaltlichen Folgen des
Gewalteiiibruchs nicht niir fiir das deutsche volk, sondern auch fur
seine Gegnrr und begriindete in iiberzeugender Weise an Hand zahlreichen statistischen Materials iiber Flirderung, Aufbereitung und Verteilung, iiber .den Bedarf der Wirtschaft und lndustrie unter Berucksichtigung der Verkehrsverhaltnisse, der Ausgleichsmafinahmen und
Ersaiztnliglichkeiten sowie der wirtschaftlichen und slaatlichen
Erfordernisse die Notwendigkeit eines zielbewufiten, ziihen Widerstandes - und nicht zuletzt aus Giunden der Vaterlandsliebe und
Staatserbaltung - gegen die Vergewaltigung deutschen Wirtschaftslebens durrh unsere von Herrschsucbt geblendelen Feinde. Die Rede
endete mit dem Hinweis. daO der dem deutsdien Volke aufgezwungene
Abwehrkampf gleichzeitig den Kampf fiir den wirtschaftlichen und
kulturellen Fortschritt bedeutet.
I)er Herr Vizeprlsident des preu13ischen Landtages, Geh. u. Oberregierungsrat G a r n i c h , hob in seiner eindrucksvollen Ansprache die
13edentung des Reichsbundes als berufsstlndische Vertretung der gesamten deutschen Technik aller Richtungen, Kreise und Schichten
hervor, der gleichzeitig den Sammelpunkt aller technisch-wirtschaftlichen Kriifte darstellt, die dazu berufen und beflhigt sind, fuhrend
iind entscheidertd an der Wiederaufrichtung, der Erhaltung und
Flirderung der deutichen Wirtschaft tatkrlftig mitzuwirken.
Diese drei Ansprachen wurden von der Versammlung rnit lebhafter Anteilnahme und allseitigem Beifall aufgenommen. Die V e r
anstaltung endete tiiit einer Kundgebung, in der das Bekenntnis zur
einmutigen unheirrharen Abwelir feindlicher Gewalt von unserem in
schwerem Daseinsliampfe ringenden Volke und zum entschlossenen
Eintreten for unsere 13erufsfreunde im besetzten Gebiet insbesondere
zum Ausdruck knm.
Neue Bucher.
I
Eiufiihrung in die anorganische Experimentalehemie. Von 0 t t o D iels.
XXIL 11. 426 S. rnit 146 Abbildiingen im Text. Vereinigung wissenschafllicher Vedeger, Walter d e Gruyter und Co. Berlin u. Leipzig
1922. 16x24 cm.
Mit erfreulicher Offenheit berichtet 0. Diels im Vorwort, da13 er
das Vetlancen des Verlages nach einem kurzen Lehrbuch der anorganischen Chemie zuerst abgelehnt babe, weil geniigend alte, bewiihrte
und neue, gute Werke dieser Art vorhanden waren; bei genauerer
Durchsicht der Lehrhuchliteratur kam e r spater aber doch zu der
Uberzeugung, daB ,,eine systematische Einfuhrung in die anorganische
Chemie an der Hand eines reichen experimentellen Materiales" noch
fehlle und mancherlei Nutzen bringen kiinnte. Insbesondere sollte
diese Einfiihrung durch genaue Beschreibung der Vorlesungsversuche
das .Nilchschreiben" der Studierenden iiberflussig machen, und so eine
bessere Ausnutzung der Vorlesung und der Demonstrationen ermtiglichen. Anordnung und Auswabl .des Stoffes entspricht der Vorlesung uher ,Anorgankche Experimentalchemie", die der Verfasser
seit llngeren .J;ihren gehalten hat, und die ,,in enger Anlehnung an
die gleiche Vorlesung Emil Fischers" enstanden ist.
Das Schwergewit lit der barstellung ist demnacb auf die Beschreihung der Stoffe und ihrer Wechselwirkungen gelegt, wobei die
Schilderung der Vorlesungsversuche einen sebr breiten Raum einnimmt. llngegen llWt Diels die physikalische Chemie - einschlieijlich
der allgemeinen Chemie - sebr in den Hintergrund treteo, nicht aus
Abneigung oder Unterschltzung dieser Betrachtungsweise, sondern
weil er es fiir zweckm8Big halt, das rein beschreibende experimentelle
Tatsachenniaterial als Grundlage des Studiums der Chemie zu verwenden und die4 erst splter durch die physikalische Chemie zu
erginzen. Der Stoff ist in drei Hauptabschnitte geghedert: Nichtnietalle
nebst ihren Wasserstoff- und Halogenverbindungen; Verbindungen der
Nichtmetalle rnit Sauerstoff und Schwefel (Oxyde, Sulfide, Siiuren);
Melalle. A n geeigneten Stellen sind eingefugt Abschnitte iiber Atomund Molekulartheorie, Valenz, Thermochemie, Periodisches System,
Elektrolytist.he Dissoziation, Radioaktivitlt, Atom- und Molekelbau,
Koniplexver bindungen.
Macht man sich den angedeuteten Standpunkt des Verfassers
zu eigen, so darf man sagen, daW e r seine Aufgabe rnit gutem Erfolge
geliist bat. Gegen die Stoffauswahl ist nichts einzuwenden; die
Behandluvg ist zuverlassig, klar und - bis auf einige Fllle im Anfang auch didalitisch gewhickt. Die zum Teil wenig hekannten Versuche
sind vortrefflich :.~icgewiihltund wirken in Verbindung rnit den sauberen
Abbildnn,ren recht lebendig. Sie werden allen, die im Unterricht zu
experimentieren haben, viel Arbeit ersparen.
Hei aller Anerkennung dieser Vorzuge mijchte ich aber doch
beionen, daB inir der weitgehende Verzicht auf die Hilfsmittel der
nllgerneinen und phyeikalischen Chemie heute nicht mehr gert chtfertigt
erscheint. Die physikalische Chemie - irn weitesten Sinne genommen ist ja nicht eine Abteilung chemischen W'issens, die sich zur anorg;inischen Chemie etwa so verhlilt, wie diese zur organischen Chemie;
sie ist vielniehr eine Zusammenfassung und Vereinheitlichung chemischer Kenntnisse, eine Station auf dem Wege von der rein brschreibendm zur exakten Wissenschaft. - So wenig es einem Physiker
einfnllen wiirde, etwa den freien Fall und die Planelenbewegung
ncbeneinander zu beschreiben, ohne die Gravitation zu erwiihnen,
ebensowenig durrten in einem chemischen Lehrbnche - auch in einem
elementaren - die Fiille der chemischen Massenwirkung ohne Bezug
aut' das Massenwirkungsgesetz oder die verschiedenen Formen der
Eleniente ohne die Theorie der Allotropie behandelt werden. - Vor
30 Jahren wiirde man das Werk von Diels uneingeschi.lnkt als eine
yo1 treffliche Leistung bezeichnet haben; heute mu13 man bedauern,
daS der Verfaser den Wirkungskreis seiner tuchtigen Arbeit durch
allzn konserrative Gesinnung sthrk verkleinert hat.
1. Koppel, Berlin-Pankow. [BR. 217.1
Differeiilialgleichuageii. Von M. L i n d o w. Leipzig, B. G. Teubner,
1951. Band 589 von ,,Aus Natur und Geisteswelt".
Auf engstcm Rnume hat der Verfasser ein betrachtliches Material
yon Abl~itungeii,Aufgnben und Losungen zusammengestellt, wie es
cleni rechiieiiden Techniker, Physiker und Chemiker fortmiihrend
begegnet. Vorausgesetzt ist die Kenntnis der Differential- und In-
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