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Einige Beitrge zur Kenntniss der Beryllerde.

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farbigen Ringsysteme unter gehoriger Neigung der Platte
wabrnehmen miissen. Ich wage mich der Hoffnung hinzugeben, dais eine erneute optische Untersuchung des Boracits den interessanten Gegenstand seiner volligen Aufklarung entgegenfuhren wird.
SchIiefslich sey es mir erlaubt auch zu erwahnen, dafs
auf die Storung der Elektricitatsaufserungen der Boracitbrystalle die Parasitbildung von ebenso wesentlichem Einflusse ist, wie sie die optischen Eigenschaften derselben
verandert. Auch in dieser Beziehung wird meine Monographie vielleicht einiges Interesse gewahren.
VI. Einlge Betirage ZUT Kenntnys der Beryllerde;
oon Dr. J u l i u s W e e r e n .
Ohngeachtet die Beryllerde, welche V a u q u e l i n bereits
im Jahre 1798 entdeckte, von den ausgezeiehnetsten Chemikern unsers Jahrhuuderts voriibergehend untersucht wurde;
so liegt dennoch unsere Kenntnifs von derselben gar sehr
im Argen. Bereits viele ihrer Salze sind dargestellt, oder
vielmehr iiur dem Namen nach bekannt, indem man sich
im Allgemeinen damit begniigte, diesen oder jenen Kbrper
init der Beryllerde zu verbinden und die dadurch entstandenen Prodacte ihren physikalischen Eigenschaften nach
oberflachlich zu schildern. Eine geuauere chemische Untersuchung derselben fehlt vollstandig, und das Wenige,
welches wir vertrauensvoll als zuverlassig anerkemen konnen, verdanken wir den Untersuchungen B e r z e 1i u s ,
W a h l e r ’ s , A w d e j e w ’ s (der untei. H. R o s e ’ s Leitung
einige Verbindungen der Beryllerde analysirte und deren
Aequivalent erforschte) und S c h a f f g o tsch’s.
Nachfolgende Untersuchung ist als Vorlaufer einer gr6Lern Arbeit iiber die Beryllerdesalze zu betracbten, deren
92
genauere Erforschung besonders dadurch erschwert und
in die Lange gezogen wird, dafs man nur selir schwierig
grofsere Mengen Beryllerde erlangen kann.
I. Ueber d i e Methoden, die B e r y l l e r d e v o n der Thonerde
z u t r e nu en,
Die Uebereinstimmung, welche die Beryll- und Thonerde in den meisten ihrer physikalischen und chemischen
Eigenschaften zeigen, lafst schon a priori vermuthen, dafs
eine vollstandige Trennung derselben auf cheinischem W e g e
ein schwer zu loseiides Problem sey. Wie in allen solchen
F%llen gewohnlich eine Menge von Trennungsmethoden
dem praktischen Chemiker vorgeschlagen werden ; so bat
man auch hier bereits eine ziemlicli betrlchtliche Anzahl
aufgefunden, welche von dein Eiuen verworfen, von dem
Andern jedoch wieder hervorgezogen und gepriesen werden. Es ist diese Unbestimmtheit in dem vorliegenden
Falle urn so mehr zu beklagen, weil fast in allen Mineralien, in welclien Beryllerde vorkommt, auch die Thonerde
nachgewiesen werden kann, und eine Vervielfaltigung geiiauer Analysen derselben um so mehr gewiiiischt werden
muh, da auf dieseni WTege allein die Aussicht gegeben ist,
den, von H. R o s e ') und E b e l m e II ') nachgewiesenen Isoinorphismus beider Erdeu zu bestatigen uud den langjahrigen Streit iiber die atomistische Zusammensetzung der Beryllerde zu beendigen.
Bevor ich jedoch zur Beleuchtung der einzelnen Trennungsvorschlage selbst iibergehe, will ich zunacbst die Methode, welche ich bei dieser Untersuchung zum Grunde
legte, sowie den W e g , den ich bei der Darstellung einer
chemisch reinen Beryllerde einschlug, mittheilen.
Bei einer solchen Untersuchung ist es besonders von
grofsem Interesse zu' wissen, ob unbedeutende Mengen der
einen Erde neben betrachtlichen der andern durch die verschiedenen Metboden genau ermittelt werden konnen ; es
1 ) Pogg. Ann. d. Physik und Chemie, Bd. 74, S . 474.
2) Compt. rend. 1851, T.19, p. 712 u. T. 25, p . 626,
93
folgt d a m von selbst, dafs die Trennung der, zwiscben
diesen Extrelnen liegenden Mengen keinem Zw eifel weiter
unterliegt. Demnarh sind zur Controlirung der Zuverlzssigkeit jeder Methode awei Analysen erforderlich; jedoch
zur grafsern Sicherheit und zur Prufung meiner eigenen
Versuche fiihrte ich jedesmal noch eine d k e aus, durch
welche ich den Werth derselben bei gleichen Mengenverbaltnissen dem Richterspruche der W a g e unterwarf. Zu
den Versuchen selbst stelIte ich zwei Probeflussigkeiten
dar, von denen die eine eine Auflijsung von Beryllerde,
die andere von Thonerde in Chlorwasserstoffsaure und
Wasser enthielt; den Gehalt derselben an Beryll- und Thonerde stellte ich vorher durch einige Versuche fest, was
ich auch wahrend der Untersuchung wiederholte, um mich
der Unver~nderlichkeit derselben zu versichern.
Die Beryllerde selbst wurde aus derbem Beryll dargestellt, der zu dem Ende moglichst fein gepulvert mit dem
Drei- bis Vierfachen seines Gewichts an kohlensaurem Kali
innig vermengt und darauf in einem hessischen Tiegel ungefahr zwei Stunden lang der heftigsten Weifsgluth ’) ausgesetzt wurde. Die geschmolzene Masse wurde mit verdunnter Chlorwasserstoffsaure so lange digerirt, bis sie
durch fernern Zusatz von Chlorwasserstoffsaure niclit mehr
aufbrauste und stark sauer reagirte, und darauf in einer
Porcellanschale bis zur staubigen Trockenbeit abgedampft,
fein gerieben, mit etwas Chlorwasserstoffsaure von Neuem
angefeuchtet und mit destillirtem Wasser ausgelaugt. Aus
der Lauge, die in eine Porcellanschale gehracht war, fallte
ich mit Ammoniak die Beryllerde, Thonerde und das Eisenoxyd, versetzte sie darauf mit vielem Salmiak, iiachdem ich
mich vorher uberzeugt hatte, dafs sie nur die genannteh
Basen enthielt, und kochte sie so lange unter wiederholtem
Wasserzusatz, als noch ammoniakalische Dampfe entwichen,
verdunnte sie dann mit vielem Wasser, trennte die Flussigkeit von dem Niederschlage durch Decantiren und fallte
1 ) Ein L u Iime’scher Universalofen reicht zu dieser Operation voIIst2ndig aus.
94
aus derselben durch Ammoniak die Beryllerde, welche durch
sorgfaltiges Auswaschen von etwaigen Verunreinigungen
befreit wurde. Selbst ein Gehalt des Berylls an KaIkerde
oder Magnesia beeiutrachtigt die Brauchbarkeit dieser Methode nicht; Ba zunachst die Magnesia bei Gegenwart ammoniakalischei Salze niemals durch Ammoniakflussigkeit
gefalIt wird, und ebenso die Kalkerde iiur danu, wenn
das Ainmoniak entweder mit koblensaurem verunreinigt ist,
oder dasselbe aus der Luft wahrend der Operation Koblensaure anzieht, was jedoch leicht vermieden werden kann.
Diese Methode empfiehlt sich durch ihre Eiufachheit
und fiihrt vie1 schneller und sicherer zum Ziele, als die bis
jetzt gebrauchlichen; wie die folgenden Untersuchungen
ergeben, m d s auch durch sie die ganze Menge der Beryllerde erhalten werden, was jedoch die andern Vorschlage
nicht erreichen lassen.
1. Trennung der Beryll- und Thonerde durch kohlensaures
Ammoniak.
))Die gewohnlichsten , friiher allgemein angewandten
Trennungsmethoden der Beryllerde von der Thonerde beruhen auf der Loslichkeit der ersteren in kohlensaurem
Ammoniak. Nach der einen dieser Methoden setzt man zu
der Fliissigkeit, woriu die Thonerde und Beryllerde enthalten sind, eine concentrirte Auflosung von kohlensaurem
Ammoniak, verschliefst das Gefafs, und 1aCst das Ganze
unter ofterem Umschiitteln ziemlich lange stehen. Es ist
nothwendig, das kohlensaure Ammoniak in einem sebr groLen Ueberschusse hinzuzusetzen , denn eine kleine Menge
desselben fallt die Beryllerde, und nur eine sebr grofse
Menge desselben lost den anfangs gebildeten Niederschlag
nach und nach wieder auf. Man wird daher sehen, dafs
nach dem Zusetzen des tiberschussigen kohlensauren Ammoniaks der voluminose Niederschlag sich allmalig verinindert, weil die Beryllerde sich nach und nach auflost.
Die Thonerde wird darauf filtrirt, ausgesufst und, wenn
95
sie getrocknet uiid gegluht wordeii ist, ihrem Gewichtc
iiach hestimmt.
,>Die roil der Thoiierdc abfiltrirte Flussigkeit wird in
einer Porcella~ischale,oder besser in einer l'latiiischale, bis
zur Trockni€s abgedampft. In dem Maafse, wie sicli das
kohlensaure Ammoiiiak verfluchtigt , schlagt sich die Beryllerde iiieder und trubt die Flussigkeit. Die trockne
Masse besteht aus Beryllerde uiid einem Salze, welches
das Ammoiiiak init der Saure gebildet hat, mit welcher die
Beryllerde uiid die Thonerde verbuiiden waren. Mali gliiht
die trockne Masse, TT odurch das ammoniakalische Salz sich
verfluchtigt und iiur Beryllerde zuruckbleibt , dereii Gewiclit man bestimmt. Auch kann mail nach Verfliichtiguiig
dcs kolileiisauren Aininoiiiaks die gefallte basisch - kohlensaure Beryllerde filtriren und gluhen.
W ar en in der
Flussigkeit vor der Trenuuiig beider Erdeii feucrbestaudige Bestandtheile, so uhersattigt mati das Iiohlensaure
Aininoniak vorsichtig durch Chlorwasserstoffsiiure, kf st die
Aufliisuiig Iangere Zeit steheii, bis alle KohlensKure sicli
eiitfernt hat, und f%llt die Beryllerde durch Aminoniak.
))Die zweite R'Iethode, Beryllerde voii Thonerde z i i
trciineii, ist folgende: Mali schligt zuerst h i d e Erden
gemeiiischnftlich durch reines Amnioniak nieder. Den voluininilscn feuchten Niedersclilag niiiimt inan voin Filtrum,
behnurlclt dieses darauf mit Clilorwasserstoffs~ureund siiCst
es g u t aus. Diese Auflosung uiid den Niedersclilng bringt
inan zusammeii in eiiic Flasche, und digerirt Pie zienilich
Innge iiiit eiiiem Uebermaa€se voii kolileiisaurem Aminoniak,
wodurch iiach uud iiach die Beryllerde aufgcliist wird.
Die ferncre Behaudlung ist nun gerade s o , wie bei der
crstcii Methode. W e n n man blofs Reryllerde voii Thoncrde zu treiiiieii hat, so ist die erste nilethode dcr zweiten
vorzuzielien ; dagegen wird diesc in maiichen Fdllen angewaiidt, weiiii beide gemeinschaftlich ~iiedergeschlage~i
werden miissen, uin sie auf diese Weise voii aiiderii Substanzeii zu treunen I ) .
((
-
((
((
1) 11. R o s e , ISandbucli cler
nnnljt.
Chemie Rd. 11, S. 59.
96
Beide Methoden stimmen darin uberein, dafs das kohlensaure Ammoniak das treniiende Priucip ist ; sie unterscheiden sich iiur dadurch, da€s in dem eilzen Falle nocll
andere ammoniakalische und sonstige Salze neben dem
kohlensauren in der Flussigkeit enthalten seyn kdnnen,
welche die grofsere Loslichkeit der Thonerde vielleicht
bedingen, in dem anderen hingegen diese Bediogungen in
jener Allgemeiiiheit fehlen, und nur das chlorwasserstoffsaure Ammoniak iieben jenem auftritt : beide Methoden haben also die Anwesenheit des Salmiaks mit einander gemein. Da jedoch alle Falle, welche jene Methode erlaubt,
riicht vorausgesehen werden kiinnen , und die Heraushebung eines einzelnen von keinem Belang ist; da ferner
beide Methoden, wie ich vorhiu zeigte, die Anwesenheit
des Salmiaks theilen: so folgte ich, u m fiir diesen Fall
nutzlose Operationeu zu vermeiden, der, zuerst Ton R o s e
erwahnten Methode, mich genau an seine Vorschrift bindeod.
1) 0,651 Gr. wasserfreie Thonerde
0,012
JJ
Beryllerde
0,663 Gr.
ergaben
0,635 Gr. wasserfreie Thonerde
0,030
J)
Beryllerde
0,665 Gr.
Das kohlensaure Ammoniak hatte zwei Tage Iang auf
sie eingewirkt. Es wurdeii 0,018 Gr. Thonerde aufgelost.
2) 0,1952 Gr. wasserfreie Thonerde
0,2030
Beryllerde
0,3982 Gr.
ergaben
0,1875 Gr. wasserfreie Thonerde
0,2103
Beryllerde
0,3978 Gr.
Es fehlen mithin 0,0077 Gr. Thonerde. Die Einwirkung dauerte einen Tag laiig.
3.
'J
J
'
JJ
JJ
J)
')
917
3) 0,0745 Gr. wasserfreie Thonerde
0,2412 )>
0,3157 Gr.
1)
Beryllerde
crgaben
0,0312 Gr. wasserfreie Thouerde
0,2545 11
>,
Beryllerde
0,3157 Gr.
ESfehlen 0,0433 Thoiierde, die aufgcliist wurden. Einwirkuiig zwei Tage.
Aus diesen Versuchen folgt uubedingt, dafs die in Rede
stehende Methode durchaus verworfeu werdeii mufs, da
durch das kohleusaure Arnmouiak iiicht uiierhebliche Mengen voii Thonerde in hufliisuiig gebracht werden.
Es fragt sich iiun, ob die Thoiierde iiberhaupt in kohleiisaurem Ammoiiiak loslich sey, was inan iiacli der Analogie derselbeii mit der Beryllerde , dem Eiseiioxyd, dem
Chroiuoxyd u. s. w. wohl verlnuthen kiinnte, oder ob
sic fur sich uiiliislich in deiuselbeii sey uiid iiur bei Gcgenwart jeiier Oxyde von diesein Liisungsinittel aufgeiioinmen werde. Da das Experimeut das erstere veriieintc,
- ich versetzte iiainlich eine Aufliisung von Thonerde in
Chlorwasserstoffsliirc init einer conceutrirteii Liisuug voii
kohlensaurern Aminoniak uud IieCs sie dann mehrere Tage
lang digeriren; in d e n Filtrate koiinte icli keine Spur r011
Thonerde iiachweiseii, - so fragt es sich, wie jeue Aiiomalie zu erkllren sey. Ich vermuthe, dafs die, durch die
Beryllerde aiigeregte chemische Thatigkeit zwischeii dein
kolilensauren Aminoiiiak uiid dcr Beryllerde auf die Tlioiierde ubcrtragen, dafs dime durch dieselbc in den Krcis der
cIieiniscIicii Verwandtschaft gezogen und dafs sic dadurcli
zuin Theil aufgelost wird.
2. Trennung durch knustische Kalilauge.
Eiiic andere Methode , welcbe dieseii vorzuzichen ist,
ist zuerst voii C. G. G m e l i n aiigewaiidt wordcn. Die
clilorwasscrstoffsaure Aufliisung beidcr Erden wird init ci11cr Aalten Auflijsnng von Kalihydtat so Innge versetzt, bis
t'oggcndurff's Annsl. Rd. XCII.
7
11
98
d c ~ ,a n h l g s cntstnndcnc Nicdcrschlag wicdcr viillig versclimundcn ist, w o m f innn die Aufliisung Init vielcln W a s
scr vcrduuiit iiud sic cine Vicrtclstu~idehindurch in citicr
I'latiiisclialc kocht. Es wird dadurcli nur die Ueryllerdc
gckllt, die man init heifscm Wasser aussiifst, gluht und
lviigt. Sic ist nach dcm vollstiindigcn Auswasclicn gni~z
frci voii Kali I ) . ( <
"Es rnuCs uun noch die Menge dcr Thoncrdc bcstiinint
wcrdeu, dic in dcr Kalilaugc aiifgcliist ist. Man setzt dcshalb zu dcr Aufliisung soviel Clilorwasscrstoffsiiurc, dafs
die dadurch anfangs sich ausscheidcndc Thonerde durcli
eiii sclir geringcs Ueberinaafs der angewandten Saure wicdcr aufgcliist wird. Aus dcr Aufliisung in Chlorwasscrstoffsgurc fallt man die Thonerde durch Ainmoniak, odcr
besser durch kohlensaures Ainlnoniak odcr Schwcfelammoniuiii '). 11
Diesc Metbode ist ebenso zcitraubend, als kostspielig.
Allcrdings kann durch Ilngere Zeit fortgesetztcs Auswasclicn
init hcifscm Wasser das Beryllcrdchydrat vollst~ndig voii
dem Kaligehalt, dcr sich init ihm - analog dcr Thoncrde niederschliigt, befrcit wcrden ; abcr aiicli nur durch sehr
Iang fortgcsetztcs Auswaschcn. Ihuu ist cs vor allen IXngcn erforderlich , voii Kicsclsiiurc freies , kaustisclics Kali
anzuwendcii und, ~ e n nmiiglieh, sich eincr Ylatinschale zit
bediencn : beides Anfordcrungen, denen niclit jcdcr Chcmikcr gcniigcn kann, und die diesein Vorschlage uicmals ciiic
allgemcine Verbrcitung verschafft l~ahcnmiirdcn, we1111 er
aucli durcli seine ihauchharkcit dersclben wurdig wsre;
doch hicrvon weitcr untcu.
Die Knlilaugc, welche ich anwandtc, ist aus dein Wcinstein dargestellt ; sic cnthiilt Spuren von Chlorkalium, dic
hicr nicht von Bclaiig sind , da oh~iediefsdicscr K6rpcr
cntsteht. Ebenso hcdiente ich mich eincr l'latinschalc uod
kam inithiii den iiufsercii Anforderungen nach. Ich liefs
die Flussigkcit initidcstcns 15 bis 20 Minuten laug siedctl.
1 ) H. R o s e ,
2 ) 11. Nos(.,
a . I?.
a. a
O . , n d . 11, S. 60.
0 ,lid. I I , s. 51.
1. 0,2407 Gr. wasserfreie Thonerde
0,0168 'J
Beryllerde
0,2575 Gr.
')
ergab eii
0,2583 Gr. wasserfreie Thonerde
0,0022
I1
Beryllerde
0,2605 Gr.
Es wurdeii inithin 0,0146 Gr. Beryllerde nicht gcCillt.
2. 0,2540 Gr. wasserfreie Thoiierde
0,2417
Beryllerde
____
0,4957 Gr.
ergabeii
0,2930 Gr. wasserfreie Thonerde
0,2025
')
Beryllerde
0,4955 Gr.
Vcrlust 0,0396 Gr. Beryllerde.
3. 0,0786 Gr. wasserfreie Thonerde
0,1043
Beryllcrde
0,1829 Gr.
ergabeii
0,1037 Gr. wasserfreie Thoiierde
0,0800
>,
Beryllerde
0,1837 Gr.
Es bliebeii rnithiii 0,0243 Gr. Beryllerde in IAiisulig.
Alle Versuchc stiininen dariii iibcreiii, dafs dicsc Mcthode uubrauchbar ist I ) .
IJ
JJ
,J
IJ
1)
I,
JJ
3. Trennnng dumb schweflige Slnre.
B c r t hi er hat folgende Methode vorgcschlag.cn, uni
Beryllerde voii der Thoiierde zu trciinen. Man f d l t beidc
Erden a m ihrer Aufliisuog geineioschaftlich durcli AmmoJJ
1 ) Sic geben auch den besten kritisctien Meofsstab fdr die Brauclibnrlicit
Jcr allgerocin vcrbreiteten Metbode, Beiyllerde darLuslclleu, wclclic Jir
besten Handbiicher der Chcmie empfeliien , ab. I)as Ictztcrc iibcrrasclit
um so mehr, da S c I i c c r e r bereits vor 1Lngerer Zcit daranf aufin~erks;ii~r
gemacht hat, dafs durclr kalte Kalilange die Beryllerde niclrt vollstiinclig
ron Eisenosvd getrcnnt werden k m n , und andei-c Methoden, die dics
i 00
Nacli dcin Auswasclien wird dcr Nicdcrsclilng iiiit
Wasscr angcriilirt , und durcli dnssclbe schwcfligsaurcs
Gas gclcitct, bis Allcs wieder aufgeliist ist; darauf kochl
man die Aufliisung so laiige, als noch schwcflige SSure
entweicht. Es Qllt dabei basiscli scliwefligsaure Tlionerdc
als ein scliweres I’ulver iiiedcr, wcldics lciclit gctrcnnt untl
ausgcwaschen werden kanii. Die Bcryllerde blcibt in dcr,
Fliissigkcit aufgcliist und kanii aus dersclbeu durch Aiiiino
iiiak gcfallt werden. Diese Treiinungsmethode SOH, mcli
B e r t l i i e r , noch schlirfer seyn, als die verlnittclst kolrlcnsnurcn Aminoniaks, weil dicses init der Beryllerde iiocli
cine kleine Menge Thonerde auflost. - Man kanii auch zii
dcr Aufliisung bcider Erdcn in SchwcfclsYure oder in Chlorwasserstoffsaure eine Auflosung von scliwefligsaurciii hminoiiiak setzcii uiid darauf kochen ‘ ) . ( I
Sclion B ii t t i n ger ‘) hat dicseii Vorschlag auf seine
Znvcrliissigkcit gcprtift; liicht weil ich Rlifstraucn in die
hrbeit dicses Cheinikcrs setzte, sondcrii nur dcr Vollstiindigkeit lialbcr habe ich seine Vcrsuche wiederholt.
1) 0,3116 Gr. wasscrfreic Thonerdc
0,0710- H
I
Beryllerdc
0,4126 Gr.
ergabcn
0,3585 Gr. wasserfreie Thoiierdc
0,0440 ’1
>,
Beryllerdc
0,1025 Gr.
Es crgiebt die Aiialysc in dein Thoiierdeiiicderschlage einen
Ueberschu~svon 0,0169 Gr., welclier aus Beryllerde bestelit.
Aufscrdcm ist aber noch eiii Verlust vou 0,0101 Gr. entstaiideri, welcher sicli nur aus der Eigenscbaft des Beryllerdehydrats, iu Amuioiiiak loslich zu seyn, crklart 3).
2. 0,036 GI. wasserfreie Alauiierdc
0,150
>>
Beryllerdc
0,186 Gr.
iiiak.
1)
1 ) 14. R o s e , a. a. O., l%d.11, S. 60.
2 ) Ann. d. Chemic 11. Phsrinxie Bd. 51, S.3 9 i .
3) Ebcnd. S. ‘21.
101
erg ah en
0,0440 Gr. wasserfreie Thonerde
0,1205 ,)
Bcryllcrde
-~
0,1645 Gr.
IJcberschufs der Thonerde 0,0080 Gr. ; aufscrdem nocli eiu
Verlust an Beryllerde von 0,0215 Gr. I ) .
Nach dieser Methode kaiin die Trennuug beider Erden
nicht ausgefuhrt werden, da mit der Thonerde erhebliche
Mengen der Beryllerde niederfallen.
I>
4.
Trenniiog durcli Salmiakliisuag.
l>Nach B e r z e l i u s k a m die Trennung beider Erden
auf die Weise geschehen, dafs man die gefallten Erden
init einer conceiitrirten Liisung von Chloraininoniuin kocht,
bis die dabei weggehenden Wasserdainpfe verniittelst eiues
in Salpetersiiurc getauchteu und dainit in Beruhruog gcbrachten Glasstabes keine Spur von Aminoniak inehr zu
crkemen geben. Dabci wird die Beryllerde aufgeliist, und
die Tlionerde bleibt zuruck '). cc
Die Methode des genialeo schwcdischen Cheinikers
scheint am wenigsten Beifall gefunden zu haben, ohngcachtet sic sich durch die Schnelligkeit, mit der sic zum Ziclc
fuhrt, sowie auch durch die Einfachheit der Manipulationen
sofort empfiehlt, wclclie Umstaiide, somie auch nocb der,
d a k selbst nicht unerheblichc Spuren der angewandten
Keagentieu, wenn sic niclit vollstandig ausgcmaschen werdeli sollteii, die Sicherheit der Methode uicht besonders
gefahrden wiirden, weoigstens die aufserc Genauigkeit dcr
Methode so fort erkennen lassen.
1. 0,3895 Gr. wasserfreie Thonerdc
0,0166
IJ
fiery llerdc
0,40Gl Gr.
crgaben
0,3890 Gr. wasserfreie Thoiicrde
0,0170
Bcryllcrdc
-~
0,4060 Gr.
JI
1)
1,
1 ) Ann. der Chcmic und PlmrrnnciL, Bd. 51, S. 21.
2 ) [I. l i i i s e ,
a. n
0 Bd. 11, S. 61
~
102
Kein Verlust, der einem iniierii Feliler der Methode zuzusclrreiben ware; derselbe geht nicht fiber die Granzen der
Beobachtungsfehler hinaus.
2. 0,170 Gr. wasserfreie Thonerde
0,117
Beryllerde
0,287 Gr.
ergabcri
0,171 Gr. wasserfreie Thonerde
0,116
Beryllerde
0,287 Gr.
Auch dieser Verlust geht iiicht iiber den, durch die Manipulationcn selbst bedingten hinans.
3. 0,1091 Gr. wasserfreie Thouerde
0,1707
Beryllerde
0,2798Gr.
ergahen
0,0770 Gr. wasserfreie Thonerde
Beryllerde
0,2026
0,2796 Gr.
Ich fuhre diesen Versuch hier an, um zu zeig.cn, dafs auclr
diesc Methode iiiclit unbetrachtlichen Fehlerquellen unterworfen seyn kann, wenn inan die Eigenschaften der beideii
Erden nicht vollstandig beriicksichtigt und !lei der Ausfulirung der Aiialysen iiicht umsichtig genug zu W e r k e
geht. Die Analysc wurde unter denen, die zur Trennung
dcr beiden Erdeii mittelst Salmiak ausgefuhrt wurden, zuerst
angesteIIt; ich f;ilIte zunachst die Erde UOT dem SaImiakzusatz durch Ainmoiiiak und kochte spater das Gemenge
nur so laiige, als ich noch Ammoniak riechen konnte.
Uiibcdingt werden, da die Thonerde in Ammoiiiak, wenn
Salmiak iiiclit in hedeutendem Ueberschufs vorhanden, etwas
liislich ist, Spuren derselbeii durch das Aminoniak in Liisung gcblieben uud spaterhin niclit ausgescbieden seyn, was
vielleicht iioch dadurch begiinstigt wurde, dafs ich nicht
Iangc genug gekoclit hatte. Bei den folgcnden (unter 1,
2 und 4 mitgctheiltcn) Aiialysen vcrfuhr icli iiun der Art,
dafs icli zun#chst Salniiak zu dcr, die beiden Erden gc))
)>
J)
J)
2)
J)
1)
J,
103
ineinschaftlicl~enthaltendeii Fliissigkeit setztc wid sic dauii
erst durch Aininoniak uuter sorgfaltiger Vermeiduiig cines
Uebcrmaafses fallte. Das Kochen setzte ich so lange fort,
bis Ammoniakdampfe nicht mehr entwichen, uiid selbst dann
lids ich die Fliissigkeit , die moglich gleichfiirmiy concentrirt gehalten wurde, noch weiiigstciis funf Minutcn laiig
sieden.
4. 0,0044 Gr. wasscrfreie Thonerde
0,1522 ')
Bcryllcrde
0,1566 Gr.
crgaben
0,0042 Gr. wasserfreie Thonerde
0,1518
Beryllerde
0,1560 Gr.
Dcr Verlust von 0,0002 Gr. Tlionerde uiid 0,0006 Beryllerde ist zu unbetrachtlich, als dafs Fehler der Methodc
ihn veraulafst habeii k8nnteu.
Die vorliegendeii Versuche bemeisen zur Geniige die
Vortrefflichkeit dieser Methode, wenii m a n alle Vorsichtsmaafsregeln berucksichtigt. Jch rechne hieher, dafs inaii
1) erst nach dem Zusatze einer selir concentrirten Salmiaklosung heide Erden falle; 2 ) iiicht zu kurze Zcit das GCmenge koche; 3) ein allzuweit gediehenes Eiodampfen der
Fliissigkeiten vermeide; 4 ) die Beryllerde zur griilsern
Genauigkeit nicht mit Ammoniak, sonderii mit Schwefelamlnoiiiuin ausfdle. Nach Beeudigung des Kochens vcrdiinue man die Liisung init vielem heibem Wasser, lasse
absctzcn und filtrirt iniiglichst lie& a\, ; Decantiren kann
ich in diesern Falle nicht empfehlen, da das Thonerdehydrat
durch das Kochen seine volurniniise Beschaffenheit zieinlich
bedcutend verliert und sich doch nur hiichst schwierig vollstandig absetzt, so dafs leicht eiuzelne Thcile desselbcu
wit fortgerissen werden kiinnen.
Eudlich prufte icli auch die Genauigkeit dcr Mcthodc
liocli dadurch, dafs ich Thonerdehydrat allein ~uitSalmiakliisuiig langcrc Zeit kochtc ; in den1 Filtrate eiitstaiid sclbst
liacli Tagen durcli Scliwefelammoniuin keiii Nicdcrschla;:
IJ
IJ
JJ
104
6. Trenniing drirch kohlensaure Uaryterde.
>>DieTrennung der Thonerde von der Beryllerde kanu
auch vermittelst kohlensaurer Baryterde in der Kalte geschehen, wodurch nur die Thonerde, nicht aber die Beryllerde gefallt wird I ) .
nKohlensaure Baryterde schlagt in
der Kalte die Beryllerde aus den Auflosungen ihrer Salze
nicht nieder, auch wenn sic lange damit in Beriihrung ist ').
Durch die Versuche, welche ich zur Prufung dieeer AUSspruche anstellte, bin ich zu anderen Rsultaten gelangt.
0,191 Grm. wasserfreie Beryllerde und 0,300 Gr. wasserfreie Thonerde, dic in verdunnter Chlorwasserstoffsh-e
aufgelost waren, wurden zur nahe vollstindigen Neutralisatioii mit Ammoniak versetzt, uud darauf ein Ueberschufs voii kohlensaurer Baryterde hinzugefugt; Erwarmung fiber 30° C. wurde vermieden. Das Gemenge wurde
in ein Zimmer gebracht, dessen Temperatur zwischen 10
tiid 1 5 O C. schwankte und stand dort, haufig umgeruhrt,
drei Tage lang. Die Fliissigkeit wurde durch Filtrireu
von dem Niederschlag, der mit kaltem Wasser ausgewaschen worde, getrennt und sammt den Waschw&ern mit
Schwefe1s;iure versetzt, um die aufgeloste Baryterde auszuscheiden; diese wurde abfiltrirt, und in dem Filtrat durch
Schwefelainmonium die Beryllerde ausgeschieden, die, auf
ein FiItrurn gebracht, sorgfaltig init marniein Wasser ausgewasclieii, gegluht rind gewagt wurde; sic wog 0,025 Gr.
Es fchlen inithin 0,166 Gr. Reryllerde, die durch die kohlensaurc Baryterde ausgefallt seyn miisscn. Der Niederschlag, welcher die uberschussige kohlensaure Baryterde,
die Thonerde und die fehlende Beryllerde cnthielt, wurde
in Chlorwasserstoffslure aufgelost , durch Schwefels#ure
die Baryterde ausgeschieden, und d a m die, in den1 Filtrat enthaltene Beryl1 - und Thonerde durch Schwefelaminonium ausgefallt. Der Niederschlag wurdc auf ein Filtrnin gebracht, mit heifsem Wasscr ausgcwaschen, geglubt
und gewggt; sein Gewiclit betrug 0,4655 Gr. Da zu dic1 ) €1. R o s e , a. a. O., Rd. 11, S. 61.
ct
((
2 ) 11. R o s e ,
a. a.
O . , Bd. I, S . 57.
103
scr Untcrsuchung nur 0,300 Gr. Tbonerdc angcwandt wurdeli, so mufs der Ueberschufs 0,1655 Gr. aus Beryllerde
bestehen, die mit den, iu Losung gebliebeneu 0,025 Gr.
gleich 0,1905 Gr.; d. i. gleich der Menge der augewandten Beryllerde sind.
Da ich es nicht fur nothig hielt, inch diesem Resultate die Zuverlassigkeit jenes Vorschlags noch weiter zu
prufeu; so giug ich sofort zur Beantwortung der Frage,
ob die Beryllerde allein auch durch kohlcnsaure Baryterde gefallt werde, fiber. Ich verfuhr hierbei ebenso, wie
vorbiu. Die Bedingungeu des erstereu gleich anzufuhrenden Versuchs entsprechen den obigen; die des andern weichen insofern ab, als ich das Becherglas, um jede Erwsrmung durch das Ncutralisiren etc. sorgfaltig zu vcrmeiden,
mit Eis uingab uud auch spaterhin dafiir sorgte, dafs die
Teinperatur nicht fiber I O U C. stieg. In beiden Fdlleu
versetzte ich den Niederschlag , der aus dein iiberschussigen kohlensauren Baryt und der etwa gefttllten Beryllerde
bestand, sofort mit schwefelsaurehaltigem Wasscr und fgllte
dauu ill dem Filtrate die Beryllerde, wie oben, aus. Vou
0,1597 Gr. Beryllerde, die zwei Tage lang mit der kohleusauren Baryterde in Beriihruug gewesen waren , erhielt
ich 0,0900 Gr., die durch dieselbe nicht gefallt, und 0,0699
Gr., die gefdlt worden mareu, zuruck. Teiuperatur nicht
uber 25O C.
Ebenso ergab der Versuch, dafs von 0,1403 Gr. Bcryllerde 0,0955 Gr. aufgelast bliebeu, 0,0442 Gr. jcdoch
durch kohlensaure Baryterde gefallt wurden. Die Temperatur stieg bei diesein Versuche nicht uber 10' C. Daucr
der Einwirkung funf T a p .
Fast genau nach derselhen Methode, jedocli ohne die
saurc Liisung der Beryllerdc wit Ainiiiouiak zu neutralisiren, fuhrte icli eiuen dritteu Versuch ads, w:ihrcod dessen Verlauf die Tempcratur des Ganzen 10' C. niclit iibcr
stieg. Die Einwirliung dnuerte 2; Tagc lang. 0,2350 Gr.
Gcryllcrde zerficleu in 0,1723 Gr. , die aufgcliist blieben,
rind 0,0620Gr., die gefillt wurdeu,
106
Iiii Widerspruch init diescn Versuclieli sclieint cine
Beobachtung S c h e e r e r 7s ’) zu stehen, die fur den ersten
Augenblick allerdiugs die Zuverlassigkeit jener in Frage
stellt; eine genauere Erwagung der Verhlltnisse lost denselben jedocli sofort. S cli e e r c r trennte namlich nach der
F u chs’scheii Methode bei Gegeiiwart von Beryllerde, Eisenoxyd von Eisenoxydul und einigen anderii Basen, die
analog dem letzteren zusammengesetzt waren. Er fullte
das Gefafs, in welchem er den Versuch vornahm, dadurch
mit Kolilensaure, dafs er kohlensaures Ammoniak mit Chlorwasserstoffsaure in demselben zersetzte. Es entstand hierdurch Salmiak, welcher in dem Maafse, als (?) Beryllerdehydrat sich iiiedersclilug, durch dasselbe, indem es sich
aufloste, zersetzt wurde, da der Versuch in hoherer Teinpcratur ausgefuhrt worden war. Es folgt mithin aus diesem Versuche Niclits , was ineineu Beobachtungen widersprechen konnte ; wslil aber bestatigt derselbc, dafs aucli
von dem Eisenoxyd ’) die Beryllerde durch Kochen init
Saliniakliisung getrennt werden kann.
Uebereinstiminend lassen dicsc Versuche crkennen, dafs
die Beryllerde durch kohlensauren Baryt ge€allt wird und
zwar uin so lcichter, je hiilier die Teu~pcratur, uiid dafs
dieserhalb cine Trennung der Beryllerde von der Thonerdc
durcli denselben unmiiglich ist.
A n h a n g.
Schmilzt man gegliihte Beryllerde mit kaustischem Kali,
so lost Wasser aus der geschmolzenen Masse nichts auf.
Aiiders vcrliiilt sicli jcdocli die Thonerdc, die nach dcm
Schinelzen durch Wasscr wit dcin Kali aufgenom~nenwird.
Es ist iniiglich , dafs hierauf cine Trennungsmethode bcider Erdcii bcgriindct wcrden kann, was ich jedocli jctzt
nicht untcrsuchen konntc, da es inir a n Material fchlte.
1 ) Journal fur praktisclle Clicrnie, Bd. 22, S. 477
2 ) Ebend. S . 3.
10i
R e s u l t a t e.
1) Kohlensaures Ammoniak lost nicht allein Beryllerde,
sondern auch erhebliche Mengen von Thonerde auf.
2 ) Aus dcr Auflosung dcr Beryllerde in Kalilauge wird
dieselbe nach der nijthigen Verdiinnung wit Wasser
durch Kochen nicht vollst&ndig ausgefdllt.
3) Die Methode B e r t h i e r ’ s ist inannichfachen Mangeln
unterworfen, weshalb sie verworfen werden mufs.
4 ) Der Vorschlag R e r z e l i u s ’ s , beide Erden zu trennen, ist der einzig brauchbare, wenn man sich genau an die oben mitgetheilte Vorschrift bindet.
5 ) Das Thonerdehydrat zersetzt eine concentrirte Salmiaklosuiig bei deren Siedhitze nicht.
6) und wird durch kohlensaures Ammoniak nicbt aufgenommen.
7) Die Beryllerde wird sogar bei sehr niedriger Temperatur durch kohlensaure Baryterde zum Theil aus
den Auflijsungen ihrer Salze gefallt.
8) Sie kann dieserhalb durch Digestion mit kohlcnsaurer Baryterde nicht von der Thonerde gctrennt
w erden .
11.
Ueber das Hydrat der Beryllerde und s e i n e Verbindungen m i t Kohlensaure u n d Schwefelsiiure.
1. Ueber das Beryllerdebydrat.
S c h a f f g o t s c h ’) alleiu verdankeli wir eiuc Analysc
des Beryllerdehydrats; nach deinselben hat diescs bei looo C.
die Zusammciisctzung 3 Be 0,4 H 0. Die, von diesem
Cheluikcr aufgefundene Zusalumensetzung m u t uin so melir
bcfrcmden, als die Thonerde, die doch entscliieden eine
schwlicliere Base als dic BeryIler.de ist, nacli den besten
Uiitcrsuchungen die F o r d Al, O , , 3 H 0 hat; inan solltc
dcsbalb von vornhcrcia vermutlieil , dak das Gcryllerdeliydrat cine ahiiliclie Zusammensetzu~~g
habe. Diesen Gc1 ) P o g g . Ann. d. Phys.
u.
Chcm. BJ. 50. S . 183.
108
gcnstand genauer vcr folgcnd, biri icli zu der 1Jcberzeugung gelangt, dafs i n dcr That eiii solchcs Beryllerdehydrat vorhaiidcn ist, uiid weiter unten werde ich nachzuweisen suchen, weshalb S c h a f f g o t s c h , dcr demselben
cine gr6fsere Aufmerksamkeit gewifs nicht gesclienkt hat,
zu jenem Resultate gelangt ist.
Tch stcllte das Beryllerdehydrat auf verschiedenen W e gcn dar. Zunachst fallte ich eine Auflosuiig in Clilorwasserstoffsaure mit Ammoniak, wobei ich Erwarmung sorgCtltig verinied , wusch den gelatinosen, unter dem Mikroskopc amorphen Niederschlag lange Zeit init kaltem Wasscr aus und trocknete ihn dann iiber Schwefelsaurc und
gebranntem Kalk uuter der Glasglocke. Dieselbe Operatiou wiedcrholte icli ferner, jedoch in der Siedhitae, und
wusch auch mit siedendem Wasser dcii entstandenen Niederschlag aus. Endlich noch fdlte ich aus einer, mit vielcin Wasser verdunuten Aufliisung der Beryllcrde in Kalilauge dieselbe durch Kochen und wusch sie mit heifseni
Wasser aus. Man erhalt auf diescm W e g e ein, von Kali
vollstandig freies Beryllerdehydrat; jedoch dauert das Auswaschcn zieinlicli lang.
Das nach diescn Methoden dargestellte Beryllerdehydrat hat immer dieselben chemischeii und physikalisclien
Eigenschafteii; cs ist ganz gleichgiiltig, welcher Mcthodc
nian foIgt. Es ist eine aufserst voluminose Masse, die
nach iliren physikahchen Eigenschaften VOII dem ThonerdeIrydrat nicht unterscliieden werden kann ; jedoch ist dies c b e nicht allcmal gleicli voluininos, sondern bald in griifseren Mengcn selbst etwas durchschcinend , bald dichter.
IXc Ursachc dieser eigeiithumlicheii Erscheinung habe ich
niclit auffindeti kiinnen, da uiitcr dciiselbcn Bcdingungcn
das Hydrat bald durchscheinend, bald dichter ausgeschicden wurdc.
Durch Trockiien verinindcrt sich das Volumen des Beryllerdehydrats aufscrordentlich, und es bildet d a m ein
wcifscs, sclir hygroskopischcs Pulver , das aus der Luft
109
Ko1ilcns:iure anzielit I ) . Zwisclien 100 und 1 1 O 0 C. verliert
cs eincn Theil seines Wassers, jedoch 3ufscrst langsam ;
um die lctzten Spuren des Wassers, die bei diescr Tenipcratur ausgetrieben werden konnen, zu entfernen, i d s mail
das Beryllerdehydrat 10 bis 20 Stunden Iang, ja oft noch
h g e r , dieser Tcmperatur aussetzen. Steigt diese hiihcr,
SO verliert dasselbe imuier mehr Wasser, uiid zaischen
250 und 300° C. scheint es die letzten Anthcilc des hydratischen Wassers zu verlieren.
Das frisch gefallte Beryllerdehydrat ist in Ammoniak
etwas aufloslich; vermindert wird seiuc Aufliislichkeit i n
dcmselben durch Zusatz von Chloraminoniu~n, und vollstandig aufgehoben durch Schwefelaminonium. Also aucli
hicriii stiinmt die Beryllerde mit der Tlionerde iiberein,
und alle die Vorsichtsmaafsregeln, welche die besten Handbiicher der analytischen Chemie fur die Ausscheidung dcr
lctzteren anempfehlen, finden bedingungsweise auch auf dic
erstere Anwendung. Ich fuge nur hinzu, dafs man ebenso
sehr, wie inan eineu Ueberschufs an Amnioiiiak zu fiirchtcii
hat, den an Salmiak sorgfdtig vermeiden mufs, besondcrs
wenn das bereits ausgeschiedene Beryllerdehydrat nocli
langcrc Zeit mit der Flussigkeit, die man d a m fiiglich cine
Salmiakliisung nennen konnte, einer liiihcren Temperatur
ausgesetzt werden sollte. Das kohlensaure Ammoniak, ein
fur die Thonerde so ausgezeichnetes Fallungsmittel , kann
hier, ich brauche diefsmal kaum hinzuzufiigen, niemals Anwendung finden.
Ich gehe jetzt, nachdem ich im Obigen die Eigenschaftcn
des Beryllerdehydrats genauer bescbrieben habe, zu den
Versuchen uber, welche ich zur Begrundung seiner atomistischeu Zusammensetzung anstellte. Nimnit man diesc analog
der der Thonerde oder der Maguesiagruppe an, so ist die
procentische Zusammeiisetzung des Beryllerdehydrats folgende:
1) Unter der Glasglocke,
UUICI' welcher die Beryllcrde iiber Schvvcfclshx
gctrocknet wurde, befand sic11 dieserhalb auch stcts ein Sclrilchen nlit
gebranntem Iialke.
I10
3H 0
Be, 0,, 3 H 0
B e 0 = 58,36
H O = 41,64
BeO, HO = 100,OO
odcr
1. 0,534 Gr. Beryllerdehydrat, durch Kochen ails einet',
sie gelirst cnthaltendeii , mit Wasser verdiiiiliten Kalilauge
gefiillt, kalifrei uiid im luftleeren Rauin iiber Schwefelsaure
getrocknet, hinterliehm nach dein Gliiheii eiiieii Riickstand
voii 0,3055 Gr. Beryllerde.
2. 0,5517 Gr. ebenso behandelten Beryllerdehydrats
hinterlieken nach dem Gluhen eineii Ruckstand vou 0,3153
Gr. Beryllerde.
3. Beryllerdehydrat aus Kalilauge durch Kocheu ausgeschieden uiid iiber Schwefelsaure uiid gebraiiutem Kalk getrocknet, wurde 8 Stuuden lang bei 100 bis 1 3 5 O C. erhitzt;
es verlor, nachdein es iioch 2 Stundeii lang dieser Temperatur ausgesetzt wurde, iiicht mehr an Gewicht. 0,4749 Gr.
Beryllerdehydrat verloren durch das Gliiheu noch 0,2152 Gr.
4. Beryllerdehydrat , durch Ainmoniak in der Warme
gefallt , vorsichtig ausgesiifst uiid iiber Schwefelsaure und
gehraiiiitein Kalk getrocknet, wurde 4 4 Stuiiden lang bei
100 bis 105O C. getrocknet. Nach $ Sundeii hatte es nicht
mchr a n Gewicht abgenommen. Es WOQ 0,7607 Gr. und hintcrliefs durch das Gliiheii eineii Riickstaiid von 0,4313 Gr.
5. Ebenso dargestelltes Beryllerdehydrat verlor zwischen l l O o uiid 120° C., nachdein es 18 Stuuden laiig dieser Tcmperatnr ausgesetzt war, iiichts lnehr an Gewicht;
0,791 Gr. hinterlieken iiach dem Gliiheii 0,479 Gr.
6. Nach 20 Stundeii verlor ebeiiso dargestelltes Beryllcrdehydrat zwischen 115 his 120" C. iiichts mehr an Gewicht; 0,550 Gr. hinterlieleu 0,342 Gr. Beryllerde.
7. Eiiie iieue Portion wurde bei vcrscliiedenen Teinperatureii getrocknet; ich theile die Zalilen vollstandig init:
Es wurdeii aiigewandt
0,9972 GI..
dieselhen wogen ,
zw. 100-105° C. getrocknct, iiach 5 Stundeu 0,9036 11
>>
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0,S572
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zm. 100-105°
C. getrocknet, iiacli 10 Stundcii 0,8279 Gr.
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120-125" C.
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145- 150"C.
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0,8287
0,8287
0,8100
0,8022
0,8022
0,7544
0,7423
0,7410
0,7410
0,4807
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p~
Gcht man von der Zahl 0,6287 Gr., als dem Gewichte des
von hygroskoyischein Wasser freien Beryllerdehydrats aus,
so gelangt inan zu folgendcm Resultate :
Das Beryllerdehydrat verliert in ciper Temperatur zwischcn 100 uud 150° C. bereits einen Theil seines Wassergehalts, und zwar zwischeii 120 und 125O C. gegen 3,2
und zwischen 145 bis 150° C. noch fernere 7,4 Proceiit
des hydratischen Wassers.
Bcrechnct inan a m deli obigen Werthcn die procentisclie Zasan~mensetzungdes Beryllerdehydrats, so ergeben
sich folgeude Werthe:
1
.
2
.
3
.
4
.
5
.
6
.
7
,
57,2 57,2 54,5 56,7 60,6 62,9 58,O
42,s 42,s 453 43,3 39,4 37,1 42,O
100,o 100,o 100,o 100,o lO0,O 100,o l00,O
Ich glaube nicht, dafs die Erklarung der Abweichungeii
dieser Analysen der Aniiahme eines zweiten Hydrats der
Bcryllerde, welches nach der Forinel: 3 B e 0 , 4 H 0 oder
Be, 0,, 4 H 0 zusainmengesetzt wYre, bedarf, welches zweite
Hydrat, init dein ersten gleichzeitig entstehend und in verschiedenen Verlialtnissen mit demselben sich mengend, jene
Abweichungen bediiige ; ich iiehine viellnebr a n , dafs das
Beryllcrdehydrat nach der Formel Be, 0,, 3 H 0 zrisainincngcsctzt sey, was aach nach allen Aiialogien das Wahrsclieinlichstc ist. Die Abweichiingeii in jeiieii Annlysen wcrdeir
Beryllerde
Hydratwasser
112
abcr wohl dadurch bedingt, dafs diescs Hydrat keinc grobe
Bestaudigkcit bcsitzt uud selir Icicht ciiien Theil seines
Hydratwassers i n nicht gar holier Tciiiperatur falircn lafst.
Bcreits obcn liabc ich erwahut, dafs S c h a f f g o t s c h ’)
sicli gleichfalls iiiit der Untersuchung des l3eryllerdehydrats
Imchaitigt habe. Nach dicsem Forscher vcrloreii 0,297 Gr.
bci 1000 C. gctrocknetes Beryllerdehydrat 0,146 Gr. Wasscr, und 0,311 Gr. 0,151 Gr. an Gewicht. Uassclbe ist
iiach diesen Versuchen im Huiidert zusammengesetzt aus:
1.
2.
Beryllcrde = 50,s
51,5
Wasser =
_49,2 _ 48,5
_
~
100,o 100,o.
E r heaiisprucbt, diesen Analysen zufolge, fur das Iicryllerdchydrat die Formel 3Be 0, 4 H 0, welchc deiiselben
ganz cntspricht. Es sind nach dieser Formel in 100 Theilcn Beryllerdehydrat cntlialten:
Beryllcrdc = 51,2
Wasser
=48,8
100,o.
Da S c h a f f g o t s c h in der crwahnten Abhandluiig iiiclit
darauf aufmcrksam inacht, dafs das Beryllerdehydrat iriit
so grofser Encrgie das hygroslropische Wasser zurucklrdt,
so liegt die Vcrmuthung nahc, dafs er, diesc Eigenscliaft
dcs Beryllerdehydrats ubersehcnd, dasselbe nicht lange genag
trockiictc iind dieserhalb zu jener Abweichuug gelangte,
gcgen welche jcde Aiialogic spricht, wenngleich sic dic
Erfahrung, die aber auch irren kann, auf ihrer Scite bat.
TJeberraschend ist die Uehereinstimini~ng seiner Beobaclituugcn init den nach seiner Foimel berechueten proceiitischcn Zahlenwerthen; aber niclits destowcniger kailu icli
sciuer Ansicht nicht bcitreten, da ich 1 ) niemals eilie so
gerinye Mcngc Beryllerdc, sclbst nicht in den1 erstell ulid
zweiteii Versuchc, denen zufolge, durch alleiniges Trockiien
iin luftleercn Raurne, das Bcryllerdchydrat weuigcr Wasser entliielt, als die S c h a f f g o tscli’sclic Fornicl verlangt,
durch
1 ) P o g g Ann. d. Phjs. u. Chcm. Bd. 50, S . 183.
I13
durcli den Versuch erniittelt habe, und 2 ) der, uiiter 7 erwSuite Versuch, der mit der grijfsten Ausdauer uild Sorgfalt ausgefiihrt wurde, diejenige Menge von Beryllerde in
deren Hydrat ergeheii hat, welche die, auch der Aiialogic
nach wahrscheinlichste Formel verlangt.
Ich habe jetzt uoch Eiuiges iiber die, schon inehrere
Male erwahnte Lijslichkeit des Beryllerdehydrats in Ainmoniak zu redea, welche nicht so ganz unbedeutriid zu seyii
scheint.
Eei dein S. 100 angefiihrten Versuche fehlten 0,0101 Gr.,
welcher Verlust dadurch hervorgerufeii wurde, dafs die, in
Liisung gebliebene Beryllerde mit eiuem ziemlichen Ueberschusse von Ammoniak gefillt, und der entstandene Niederschlag nach dein bald eintretenden Absetzen sofort filtrirt
ward. Aus dem Filtrat, das zufdlig nicbt auf Seite geschafft wurde, sondern einige Tage stehen blieb, setzten
sich nach dieser Zeit einige Flocken ab, deren Zalil sich
betrschtlich verniehrte, als ich das Aniinoniak durch Erw:riiien vollstaiidig austrieh. Icb sammelte dicselbeu ; sie
losteii sich in kohlensaurem Amrnouiak auf, was in diesern
Falle iiber ibre RTatur keinen Zweifel iibrig lick
Bei der Yrufung derselben Trennungsinethode solltc icli
i ~ o c heiuen M a a h t a b fur die Meiige Beryllerdc gewiiiiieii,
welche uiiter Umstaudeu durch Aininoiiiak (hier wic vo1 hin
allerdings bei Gegenwart von schwefligsaurcm Aminoniak)
in Aufliisung bleibeii kann. Aus der Flussigkeit, die bei
deli1 zweiten, auf Seite 100 angefuhrten Versuclie voii der,
Illit iiberschfissigem Aminoniak ausgefallten Beryllerde abfiltrirt wurde, schieden sich ebenfalls nach einigen *Tagen
Flockell aus, was durch Erwiirmung beschleuuigt wurde.
Sie wurden gesaniinelt uud wogen 0,018 Gr.
U1ii eiidlich noch einen directen Anhaltspunkt zu gcwinnen, behandelte ich friscli gefilltes, ausgewascheiies Eeryllerdehydrat, niit verdiinnter Ainrnoniabflussigkeit, welchc,
ciiiige Tage iiiit diesein in Beruhrung, etwas von demselbell aufgeliist enthielt, wovon icli mich durcli Decantiren
Poggendorff’s Annnl. Bd. XCII.
8
114
der klarcii Liisung und Vertreibung des Ammoniaks iibcrzeugte; denn in dem Maafse, als das Ainmoniak ausgetriebeu
wurde, schied sich Beryllerde, wenngleich nur in geringer
Meoge, aus.
Aus dieseii Versuchen folgt die Loslichkeit des Beryllerdehydrats in Ammoniak, welche bei Gegenwart von
schwefligsaurem Aminoniak betrachtlicher zu seyn, bei
Gegenwart von Salmiak oder Schwefelammonium jedoch
sich zu vermindern scheint, da ich die Bildung eines Niederschlags bei Gegenwart von Saliniak nur einige Male, bei
Fallling durch Schwefelaininoniuin niemals zu beobachten
Gelegenheit hatte.
R e s u l t a t e.
1) Das Beryllerdehydrat enthalt auf ein Atom 0 in der
Beryllerde je ein Atom 0 iin Hydratwasser.
2) Es ist sehr leicht zersetzbar; vielleicht verliert es einen
Theil seines Hydratcassers bereits bei 1l o o C.
3) Das Beryllerdehydrat wird durch concentrirte Kalilauge aufgenommen ; aus derselben scheidet es sich,
nachdem sie entsprecheiid mit Wasser verdiinnt ist,
durch Kochen kalihaltig, jedoch nicht vollstandig, aus,
kann durch fortgesetztes Auswaschen von dem Kaligehalte befreit werden und h a t d a m von Neuem
wieder die Fahigkeit, in concentrirter Kalilauge anfIoslich zu seyn.
4 ) Es ist etwas laslich in iiberschussigem Ammoniak.
Ueber die kohleosaure Beryllerde.
Auch hier ist unter den Chemikern S c h a f f g o t s c h I )
wiederum allein derjeuige, welcher, iiicht zufrieden die Existenz eines kohlensauren Beryllerdesalzes und.einige physi .
kalische Eigenschaften desselben ermittelt zu haben, ihm
eine grofsere Aufmerksamkeit schenkt und dadurch zu einem
Resultate iiber dessen Zusamlnensetzung gelangt. E r erklart sich leider nicht deutlich genug dariiber, ob er das
Salz analysirt hat, nachdem es bei 100° C. getrocknet war,
2.
1) Pogg.,
a. a.
0.S . 184-185.
115
oder nicht; ich bin von dem letzteren iiberzeugt. Nach
ihm enthalten:
1. 0,285 Gr. kohlensaure Beryllerde 0,0502 Gr. Kohlensaure = 17,72 Proc.
2. 0,373 Gr. kohlensaure Beryllerde 0,065 Gr. Kohlensaure = 17,43 Proc.
3. 0,207 Gr. kohlensaure Beryllerde 0,0985 Gr. Beryllerde = 47,58 Proc.
4. 0,1885 Gr. kohlensaure Beryllerde 0,0895 Gr. Beryllerde = 47,48 Proc.
Mithin enthalt das Salz in bundert Theilen:
1.
-
2.
3.
4.
Mittel.
- 47,58 47,48 47,53
Beryllerde =
17,58
Kohlensaure = 17,72 17,43
Wasser
= - 34,89
100,oo.
S c h a f f g o t s c h hat das Salz aus der Aufl6sung des
Beryllerdehydrats in kohlensaurem Ammoniak durch Vertreibung des letzteren in erhohter Temperatur ausgeschieden.
Ich schlug bei der Darstellung der kohlensaureu Beryllerde zwei verschiedene W e g e ein. Zunachst folgte ich
dem , bereits von S c h a f f g o t s c h betretenen, unterliefs
aber 1) das fernere Sieden der Fliissigkeit, als sich eine,
zu einer Analyse hinreichende Menge ausgeschieden hatte,
filtrirte dann dieselbe ab und fiifste sie sorgfaltig aus.
2) Hierauf setzte ich das Sieden so lange fort, bis die
Flussigkeit nicht mehr nach Ammoniak roch, und behandelte den von Neuem entstandenen Niederschlag ebeuso,
wie vorhin. 3 ) Endlich loste ich eine neue Portion Beryllerdehydrat in kohlensaurem Ammoniak auf und kochte
die Auflosung nicht nur bis zur Vertreibung des kohlensauren Ammoniaks, sondern unter wiederholtem Wasserzusatz noch ungefahr anderthalb Stunden lang.
Die auf diese Weise entstandene kohlensaure Beryllerde ist getrocknet eine aufserordentlich lockere, leichte
Masse von krystallinischem Ansehen uud gllnzend weifser
Farbe , die sich hierdurch leicht von dem Beryllerdehydrat
8"
-
-
116
unterscheidet. Sic wird von dem kohlensaurcn Aminoniak
in erheblicher Menge aufgeliist.
Icli versuclite 4 ) durch directes Fallen einer heinahe
vollstindig neutralen Aufliisung der Beryllerde in Chlorwasserstoffsiiure mittelst eiuer conccntrirten kohlensaureii
Aaimoniakliisung, wobei ich einen Ueherschuls sorgflltig
vermicd, dns kohlensaure Salz der Erde darzustellen, crIiieIt jedocil ciiien voIuminiisen und dcin Beryllerdehydrat
so ahnlicheii Niederschlag, dais ich denselben so lange
fur dieses hielt, bis die Analyse rnich davon uberzeugte,
dafs derselbe Kohlensaure enthielt. Die unten anzufiihrcnde Analyse lafst dariiber keiiien Zweifel, dafs er eine
Mengung von kohlensaurer Beryllerde rnit Beryllerdehydrat ist.
Die nach 1 , 2 und 3 erhaltene kohlensaure Beryllerde
wurde uber Schwefelsaure getrocknet; die uach 4 ) dnrgestellte Masse wurde zunachst iiber Schwefelsaure, ferner
bei looo und 109O C. sorgfaltig getrocknet und dann erst
wie 1, 2 und 3 analysirt. Sarnmtliche, an der Zusamrneasetzung der kohlensauren Beryllerde Theil habende Verbindungen wurden direct bestimmt und zwar dadurch, dafs
in eiiicm trockeoeii und voii Koblensaure befreiten Luftstrome die Zersetzung derselben und die Absondcrung uiid
Gewichtsbestiiiiinung der Zersetzun~sproduktenach bekannten Methoden vorgenommen wurde. Die kohlensaure Beryllerde zersetzt sich aufserordentlich leicbt; sie braucht
kaum bis zur dunkleii Rothgluth erhitzt zu werden.
1. 0,3415 Gr. der nach 1 ) dargestellten kohlensaurcn
Beryllerde bestanden aus 0,1525 Gr. Beryllerde, 0,090 Gr.
Kohlensaure und 0,099 Gr. Waeser. Demnach entli~ltdieselbe :
Gefuuden.
0
Berecbnet.
Bcryllerdc
=44,7 (= 28,3l) = 44,7
Kohlensaure = 26,3 (= 19,20) = 26,O
Wasser
= 29,O (= 25,77) = 29,3
lO0,O.
100,o.
Der durch den Versuch erinittelten Zusammensetzuiig
117
+
+
cntspriclit am Besten die Forinel 4 Be, 0, 4 C 0, 11 11 0
oder 1 2 B e O + 4 C O , + l l H O I ) .
2. 0,557 Gr. der nach 2 ) dargestellteii kolileiisaureii
Beryllerde eiithielten 0,256 Gr. Beryllerde, 0,096 Gr. Kohleiislure uiid 0,205 Gr. Wasser ; lnithiii im Huiidert:
Gefunden.
Berechnet.
Beryllerde = 46,O (= 29,l5 ) = 45,9
Kohlensaure = 17,2 (= 12,51) = 17,8
Wasser
= 36,s (= 32,71) =36,3
100,o
100,o.
Am bcsten entspricht dieseii Wcrtheii die Formel
3 Be, 0, +2 C 0, + 10 H 0 oder 9 Be 0 2 C 0, + 10 H 0.
3. 0,706 Gr. der nach 3 ) dargestellteii Verbinduug
verloreii 0,294 Gr. an Gewicht, vou deueii 0,102 Gr. aus
Kohlenslure bestanden ; die directe Bestimmuiig des Wassers wurde vereitelt, und mufs desscii Menge aus dein
Verluste berechnet werden. Das Salz enthalt hiernach :
+
Gefunden.
0.
Berechnet.
Beryllerde =58,4 (= 3 7 , l l ) = 58,l
Ihhlensaure = 14,4 (= 10,51) = 14,4
= 27,2 (= 24,17 ) = 27,5
Wasser
100,o
100,o.
Der gefuiideiien Zusammensetzung eiitspricht a m Besteu
die Formel: 7 B e 2 O , + 3 C 0 , + 1 4 H O
oder 2 1 R e O t
3 C 0 2 + 1 4 H 0 ’).
4. 0,4226 Gr. der nach 4) bereiteten kohlenisauren
Beryllerde verloreii bei looo C. 0,0865 Gr. Wasser; die
noch iibrig gebliebeiien 0,3363 Gr. entbielten 0,1806 Gr.
1 ) Diese Formel stinimt selir nalie mit einer liypotlietisclien: B e O , CO,,
H0
2 (Be 0,12 0) uberein.
2 ) Die Vcrsuclre wurden niclrt in der chronologischen F‘olgt: angestellt,
+
wie der Text sie der Uebersiehtlichkeit tialber entILilt, sonderii dicaei
dritte Versuch war der erste. Der Umstand, dafs i ~ hein b a s i ~ c l r c i ~ ~
Salz erlialten tiatte, als S c l i a f f g o t s c b , uod aucli in G r a h a m - O t t o ’ s
Lelrrbuch der Chemie Bd. 11. Abth. 2. S. 398, ebenso in G r n e l i u ’ ~
Handbueh 5 t e Aufl. Bd. 11. S. 268 iibereiostimrnend ruit meiner A n nabrne nieht erwilint wird, dafs dieser das Salz bei 100°C. getrockiiut
liabe, vcraulaLte midi den oben angedeuteten W e g einzusclilagen.
,
118
Beryllerde, 0,0557 Gr. Kohlenslure und 0,100 Gr. Wasser.
Die Zusamme~isetzung der bei 100' C. getrockneten Verbindung ist demnach:
Gefunden.
0.
Bereehnet.
Beryllerde =53,7 (=34,06) = 53,2
Kohlensaure = 16,6 (= 12,07) = 16,9
=29,7 (= 26,40) = 29,9
Wasser
100,o
100,o.
I l B e , 0, + 6 C O , +26HO ist die Formel, welche am
Eiufachsten das durch die [Jntersuchung gefundene Resultat ausdruckt. Nimmt man 2 7 H 0 in dieser Verbindung an, so erhalt man die Formel 2(Be, 0,, 3 C 0 , )
t 9 ( B e , 0,, 3HO).
Von der Beleuchtung der drei ersten Analysen, zu welcher ich sofort schreiten werde, mufs ich diese vierte ausschliefsen, weil das Resultat derselben, obgleich ihnen dem
Anscheine nach entsprechend, dennoch mit denselben nicht
verglichen werden darf, da es aus abweichenden Bedingungen entsprungen ist ').
Betrachtet man die drei ersteren Analgsen genauer, so
stellt sich unlaugbar heraus, dafs die kohlensaure Beryllerde um so mehr von ihrer Kohlensaure verliert, je langer
sie der chemischen Einwirkung des Wassers, die in dem
vorliegenden Falle noch durch Erhitzen gesteigert w urde,
ausgesetzt wird. Der Uebersichtlichkeit halber stelle ich
die drei Aualysen zusammen
1) Vergleichbar ware nur das Resultat, welches aus der Analyse der iibcr
Schwefelsiure getrockneten Verbindung hervorgeht , wenn man von der
Entstehungsweise absehen wollte. Die fragliche Verbindung wurde in
dcr That iiher Schwefelsiure getrocknet, und die angewandte Menge kann
als lufttrocken angesehen werden, da dieselbe wenigstens 8 Tage lang
iiber concentrirter Schwefelstiure stand. Dernnach enthielte die lufttrockne
Verbindung:
Beryllerde = 42,7
Kohlcnsiore = 13,2
Wasser
= 44,l
100,o
ein Resultat, wekhes keineu Zweifel iiber dic eigentliclie Natur dieser
Verbindung obwalten 1ILt.
119
1.
Beryllerde
Kohlensaure
Wasser
2.
3.
= 44,7 = 46,O = 58,1
= 26,4 = 17,2 = 14,1
=
28,9 = 36,s = 27,2
_ _ _ _ _ _
~
100,o. 100,o. 100,o.
Bei einer genauereii Vergleichung der Zablen stellt sich
weiter heraus, dafs die kohlensaure Beryllerde um so basischer wird, je lauger sie der Einwirkuiig der siedenden
Flussigkeit ausgesetzt war. Dahingegeii nimmt die Meuge
des Wassers nicht in dem Verhaltnisse zu, in welcliem die
Kohlensaure abnimmt; es tritt vielmehr an die Stelle der
austretenden Kohlensaure zum Theil Beryllerde. Das dritte
Salz wurde ungefahr 1; Stunden lang bis zum starken
Sieden erhitzt; sein Gehalt an Beryllerde ist gleich dem
des Hydrats nach meinen Bestimmungen. Interessant ware
n u n fur jeden Fall die Untersuchung, welche dartiber Aufschlufs gabe, ob durch anhaltendes Sieden das kohlensaure
Salz vollstaudig in das Hydrat ubergefiihrt werdeii konntc ').
I)as zweite Salz wurde vielleicht eine Viertelstunde nach
dem ersten gewonnen; icli verliefs inich bei der Prufuug,
ob sammtliches kohlensaures Ammoniak ausgetrieben sey,
auf die, allerdiiigs in Frage zu stellende Vortrefflichkeit
meines Geruchorgans, wefshalb die Moglichkeit, dafs jenes
noch nicht vollstandig ausgetrieben war, vorhanden ist.
Das letztere fiihre ich mit Bezug auf S c h a f f g o t s c h ' s
Analyse der kohlensauren Beryllerde an, die ich bereits
obeii (Seite 114 ff.) mitgetheilt. Es ist n u n sehr wahrscheinlich, dafs der Zeitpunkt, bei welchem dieser Cherniker
das Sieden unterbrach, etwas spater fallt, als der, bei welchetn ich die Operatioil einstellte. Es geschah dieb zum
zweiten Male dann, als ich, wie vorhin bemerkt, keine
amtnoniakalischen Dampfe weiter roch , uud die ausgeschiedenc Menge zu einer Analyse hinreichend war ').
1) Vielleicht werde icli diesen Gegenstand selbst wieder aufnclrinen; die
vollstsndige Erledigung dieser Frage war rnir fur ietzt nicht mBglicli,
da es niir an Material fehlte.
2 ) Durcli ferneres Sieden wurde Niehts ausgeschieden.
120
S cli a f f g o t s c h wird hingegen die aiiiinoiiiakalische Liisung, welche er bei der ( ? ) Darstellung der Beryllerde
crhielt, so lange gekocht haben, als iioch ein Niederschlag
entstehen konnte, und da es ihm die griifstmiigliche Menge
Eeryllerde zu gewinnen Salt, das Sieden iiber diesen Zeitpunkt hinaus, wie man diefs der Vorsicht halher thut, fortgesetzt haben. Allem Anscheine nach mufs daher die
S c h a f f g o t s c h ' sche Verbindung zwischen meine zweite
und dritte gestellt werden , was ihre Zusaminensetzuiig
auch in der That fordert. Sind meine Vermuthungen ')
richtig, woraii ich gar nicht zweifle, so dieiit jenes Raisonlieinelit noch urn so inehr zur Bestatigung meiuer Versuche.
Legt man bei sammtlichen Carbonaten den Kohlensauregehalt als Einheit zu Grunde, so ergiebt die Rechnung
folgende Tafel, die zur bessern Erkennung des Gesagten
dienen mag.
1
2
(Schaffgotsclr)
3
Beryllerde = 172 = 258 = 279 = 401
Kohlensarire = 100 = 100 = 100 = 100
Wasser
= 112 = 204 = 203 = 192
Die Frage: was ist die Ursache dieser Erscheinung?
lirgt nahe, und ich kann dieselbe hier nicht iibergehen.
Vorher jedoch will ich einigen Eiuwiirfen begegiien, die
inan mir vielleicht machen wurde. Die Fliissigkeiten, welche
der Ort der obigen Zersetzungen gewesen sind, waren
sainmtlich nicht frei von Salmiak; ebenso, konnte maii mir
entgegnen, wie dieser durch das Beryllerdehydrat zersetzt
wird, kann er auch vielleicht durch die kohlensaure Beryllerde zerlegt werden, und dann ist diese Zersetzung wohl
alleinige Bedingung jener abnorinen Erscheinung. Die
Fliissigkeiten enthalten jedoch nur geringe Mengcii Salmiak, und die des Wassers siiid so hetrachtlich, dafs er
nicht einmal durch Beryllerdehydrat zersetzt werdeu wurdc,
geschweige denn von der kohlensaure Beryllerde. Dann
1 ) Man cntschuldige der Wiclitigkeit dcr Sachc lialbcr diese Weitschweifigkeit, die sieh nur im Miiglielicn und Wahrsclieinlichcn, ich will hoffcn,
in dcr Walirheit selbst bewegt.
121
aber aiicli wlre es auffallend, warurn iiicht das ganze Snlz
als solches die Zersetzung einleitete, und dieses, allmghlig
aufgeliist werdend, je nachdem die Einwirkung inehr oder
weniger lang gedauert, dennoch dieselbe Zusaminensetzung
hatte.
Er~dlich konnte man noch sich der Ansicht zuneigeii,
dafs die kohlensaure Beryllerde bereits bei 100” C. zersetzt werde, und dadurcli jene Erscheinung bedingt sey.
Diesen Einwand habe ich jedoch durch folgenden Versucli
niclrtig gemacht : das, unter 4) beschriebene Gemenge wurde
in einem L i e b i g’schen Apyarate zur Austrocknung organischer Suhstanzen, der init einem Chlorcalciumrohre und
Kaliapparate verbuuden war, zunachst so lange in siedendein Wasser iind darauf in der Teinperatur ei~iersiedendeti
Kochsalzliisung (logo C.) getrocknet, als es nocli an Gewicht verlor. Der Kaliapparat nalim nicht im Mindesten
an Gcwicht zu, ohiigeachtet der Versucli zieinlich Zange
dauerte ; mithin findet keine Zersetzung der kohlensaureii
Beryllerde in dieser Temperatur statt.
Ich erkenne vielmehr in den obigen Thatsacheu eine
Bestatiguug des bekannten B e r t h ol I e t’schen Gesetzes,
dessen Bedeutung H. R o s e durch seine klassisclie Untersochung uber den cheinischcn Einflufs des Wassers festgestellt hat, dafs nainlich die Verwaiidtscliaftsstarke untcr
anderen eine Function der, in chemische Thgtigkeit tretenden Massen sey.
R e s u 1t a t e.
1 ) Die kohlensaure Beryllerde hat eine verscliiedeoe
Zusammensetzung, je nachdem sie
a ) durch Kochen aus ihrer Losnng in kohlensaurern
Ammoniak ausgcscliiedcli , oder
b ) durch kohlensaurcs Ammoniak gefallt wird.
2 ) Die, auf letzterein W e g e entstehende kohlensaurc
Beryllerde darf wohl nur als ein Gemenge von der,
nach der andern Methode dargestellten kohlensaureu Beryllerde und von Beryllerdehydrat bctracttet
wcrden.
12%
3) Die kohlensaure Beryllerde wird in Beriihruog mit
siedendem Wasser zersetzt; sie verliert Kohlensaure
und nimmt dafur zum Theil Wasser auf.
4 ) Sie verliert zwischen 100.und 110" in einem trockelien Luftstrome Nichts vou ihrem Kohlensauregehalte.
5 ) Sie ist in iiberschiissigein kohlensaurem Alnrnouiak
auflosliclt.
3. Ueber die schwefelsaure Beryllerde.
Dieselbe ist bereits durch B e r z e l i u s ' s ') und A w d e j e w 's ') Untersuchuugen hinreichend bekannt. Ich stellte
sie nur deshalb dar, weil ich von ihr bei den Bestimmuugen iiber das Atomgewicht der Beryllerde ausging. VOU
der friiheren Darstellungsweise wich ich in sofern ab, als
ich die, mit iiberscliussiger Schwefelsaure behandelte Beryllerde bis zur vollsfandigen Trockenheit, jedoch unter
sorgBltiger Vermeidung einer gar zu hohen Temperatur,
erwarmte und daiin den Ruckstaud wiederholt mit absolutein Alkohol aussiilte, der jedoch iiur in den ersten Theilen
etwas Schwefelsaure enthielt. Man gelangt hierdurch schueller zum Ziele. Das, auf diese Weise erhaltene Krystallinelil
wird wiederholt umkrystallisirt.
Unseren Kenntuissen von der schwefelsauren Beryllerde
kann ich uichts Neues anreiheu, wenn ich eine, allerdings
ein grofses Zutrauen nicht verdieneude Beobachtung ausnehtne. Die Menge der bei 35O C. getrockneten schwefelsauren Beryllerde war leider zu unbedeutend
ich konnte
iiur 0,1143 Gr. anwenden - als dafs die Sache aufser
Zweifel gesetzt mare. Jene verliert namlich den griifsten,
wenn nicht den gauzen Theil ilires Krystallwassers zwischen
100 und l l O o C. Die ersten Antheile desselben wurden
schnell ausgetrieben, die letzteren jedoch nur durch anhaltcndes Trocknen; immer langer wurden die ZwischenrSume, in welcheu die W e g e eine Gewichtsabnahme erkcnneii liefseu. Der Verlust betrug 0,0304 Gr. Wasser.
-
1) S c b w e i g g e r ' s Journ, f. Cliern. u. Ptrys. Bd. 15, S .
2 ) P o g g . Ann. d. Phys. u. Clrem. Bd. 56. S. 106.
296ff.
123
Das Salz nahm durcli das Trocknen anfangs eine blcndend weifse, schliefslich eine graue Farbe an, welche vollsundig mit der des, durch Eindampfen und Behandeln init
Alkohol entstandenen, Krystallmehls iibereinstimmt, was
inich vermuthen Iafst, dab dieses aus einem Salze besteht,
welches nur ein Atom Wasser enthalt.
Die getrocknete Masse loste sich leicht und vollstandig
in Wasser auf, hatte also keine Schwefelsaure verloren.
Diese wurde auf dem bekannten W e g e bestimmt, und
darauf auch , als das iiberschiissige Chlorbaryuin eutfernt
worden war, die Beryllerde durch Schwefelaminoniuin ausgeschieden. Ich erhielt 0,1748 Gr. schwefelsauren Baryt,
die 0,0600 Gr. Schwefelsaure enthalten, mid 0,0193 Gr.
Beryllerde. Demnach ist die Zusammensetzuug des vorher
bei 35O C. getrockneten Salzes:
Beryllerde
= 16,9
Schwefelsaure = 52,5
Wasser
= 26,6
Verlust
= 4,c)
100,O.
Nimmt man nun init A w d e j e w die Zusaminensetzuag
des normalen Salzes als: Be,O,, 3 S 0 3 + 1 2 H 0 an, und
berechnet aus dem Aequivalent desselben und dem, durch
den Versuch ermittelten Schwefelsauregehalte, sowie aus
dem Aequivalente der letzteren die Meuge des normalen
Salzes, welche der zur Analyse angewandteu und zunachst
bei 35" C. getrockneten eutspricht, so ergiebt sich dieselbe
zu 0,1329 Gr. Diese aber enthalt 0,0536 Gr. ') Wasser,
von welcher Zahl 0,0046 Gr., d. i. der Verlust, der 12,l Theil
ist. Es entsprache demuach der obige VerIust geradc eiiiem
Atom Wasser, und ich bin dieserhalb iiberzeugt, dafs die
schwefelsaure Beryllerde zwischen 100 und L l O O C. 11
Atome ihres Wassergehalts verliert, das 12. jcdoch, welches dann als Constitutionswasser zu betrachten ist, erst in
1 ) = 0,1329- (0,0600+0,0193) = der berechneten Mengc tfes normalen Salzes, vermindert uni das, durcli den Versuch errnittelte, Gewicht
der Scliwefelsiure und der Beryllerde.
124
hiilierer Temperatur, viellcicht gleichzeitig mit der Schwefclsaure, ausgetrieben werdeii kann.
Bestiinint inaii endlich aus der Differenz des nach der
Formel berechneten und zur Analyse wirklich verwandteii
Gewichts der schwefelsauren Beryllerde die Menge des
Hydratwasscrs, welche das Salz durch Trocknen bei 35 C.
verliert; so ist dieselbe gleich 0,0188 Gr., welche gerade
4 Atoineii des Hydratwassers entsyrechen.
R e s u 1t a te,
1) Die scliwefclsaure Beryllerde ist in Wasser Zeicht,
in absolutem Alkohol nicht liislich.
2 ) Bei 3 5 O C. verliert sie 4 Atome ihres Krystallwasscrs und zerfallt.
3) Zwischen 100 und l l O o C. h:ilt sie nur 1 Atom Wasser, welches wohl als Constitutionswasser betrachtet
werden mufs, zuriick.
4 ) Sie verliert mit dein Verluste des Krystallisationswassers ihre weifse Farbc und zerfallt in ein graues
Krystallniehl; ihre Aufliislichkeit in Wasser iiimnit
dadurch nicht auffallig ab.
5 ) Zwischeii 150 und 200° C. verliert sie Nichts von
ihrein Schwefelsauregehalte.
6 ) Die bci der Bereitung der schwefelsaureii Beryllerdc
entstehende graue Krystallmasse enthalt iiur Constitutionswasser.
111.
U e b e r d a s Atoiugewiclit d e r B e r y l l e r d e .
Bereits B e r z e l i u s I ) und A w d e j e w * ) haben die
Bcstimmung des Atomgewichts der Beryllerde unternoin1 ) Es w a r mir bci den bescliriinkten litcrarisclien Hiilfsmilteln, die rnir
z u Gebote stchen, niclit rnijglicb , die Versuche, welche B e r z e I i u s ZUI'
Bcsrimmung dcs Atomgewichs der neryllerdc angestellt hat, auhhndcn ;
die Analysen, wclche er in S c h w e i g g e r ' s Journal, a. a. O., rnitheilt,
kiinnen seincm Aeyuivalenie niclit EU Grunde liegen, da die, aus dcmselben bcrechneten Zahlen sieh auffillig von den, von A w d e j e w und
niir gcfundenen Wertlien cntfernen.
'2) Pogg. Ann. d. Phys. U. Cbem., Bd. 56, S. 106.
125
Die Zahlcn, welclie sic crniittclt habcn, stiinineii iiri
Allgemeinen g u t ubercin , so dafs sic mein unbedingtes
Zutrauen gewoiineu hatten , weiin ich nicht im Verlaufe
dieser Untersuchung auf Eigciithuiiiliclikeiteti der Beryllerde gestofsen wlire, die dieseii Forscherii iioch unbekannt
waren. Nur unter der Voraussetzung, dafs sie instinctiv
wenii ich so sagen darf - den Ueberschufs der Fallungsmittel, besonders des Ainmoniaks, dessen sich beide zur
Ausscheidung der Beryllerde bedienten , verlnieden hstten,
koiinten ihre Versuche zu einem sichern Ziele fuhren; diefs
aber durfte ich nicht voraussctzen , und ich wiederholte
deshalb ihre Versuche, ihrer Methode folgeod, die ich je.
doch in sofern abdnderte, als es ebcn ein genaueres Eindringen in die Eigenschaften der Beryllerde crheischte.
Die schwefelsaure Beryllerde, welche ich nacli der obigeii Methode darstellte (Seite 122), wnrde zur grofsereii
Vorsicht, nnchdem sic Iangere Zeit bei looo C. getrocknet
war, iviederholt init absolutem Alkohol behandelt, dann
iiochmals umkrystallisirt und von Neuein in Wasser aufgelast, das etwas Salzsliure enthielt. Die Aufliisung wurde
filtrirt, uin sic von etwaigen Verunreinigungen zii befreien,
in vicr Theile gethcilt, und diesc eiiizeln der Untersuchung
untcrworfen , urn die relative Menge von Bcryllerdc und
Schwefelskne, die in ihneii enthalten, zu bestimmen. Zu
dein Ende wurde jeder Theil zunachst in eincr, der Sicdhitze nahen Temperatur init chernisch reiner Chlorbaryumb u n g versetzt, dcr abgeschiedene schwefelsaure Baryt abfiltrirt uiid rnit siedeiidein Wasser ausgewaschen, in dein
Filtrate, nachdem es erwarmt worden war, durch Schwefclsaurc die iiberschiissigc Baryterde als schwefelsaure ausgefillt, und endlich in der, von dieser getrciinten Flussigkeit die Beryllerde durch Schwefelamnioiiiumn ausgeschieden.
Der erste und dritte Niederschlag wurden sorgfiltig gctrockiiet uiid so laiige wiederholt uber der Lanipe niit dollpeltem Luftzuge gcgluht , bis zwei aufeinandcr folgeudc
W ~ g u n g e nubereinstimmten. Der Platintiegel, in wrelchein
die Niederschlage gegluht wurden, veranderte wahrend der
I~CII.
-
126
ganzen Versuchsreihe, wovon ich mich durch wiederholtes
Abwagen desselben iiherzeugte, sein Gewicht nicht. Die
von mir benutzte Wage ist eine O e r t l i n g ’ s c h e , die bei
der Belastung, welche diese Versuche bedingten, die Gewichtsbestimmung bis auf 0,0002 Gr. mit grofser Sicherheit
gestattet.
Im Folgeiiden sind die uninittelbaren Ergebnisse der
Analysen mitgetheilt:
0,3163 Gr. Beryllerde entsprechen 2,9332 Gr. schwefelsaurer Baryterde
2,6377 1)
>I
1,
>I
n
0,2872 1)
I1
,
>,
N
2,7342
0,2954 )I
4,8823 )I
I,
1,
0,5284 )I
>I
II
>)
Hieraus folgt, dafs
0,3163 Gr. Beryllerde
u
0,2872 )I
>>
0,2954 >I
>I
0,5284 >I
mil
>>
II
n
1,0071 Gr. Schwefelssure
0,9057
0,9388
1,6763
II
>I
m
>,
1)
>I
verbunden waren.
Berechnet man aus diesen Werthen das Atomgewicht
der Beryllerde, so ist dasselbe, wenn die Beryllerde nacli
der Forrnel: B e 0 zusarnrnengesetzt ist:
157,06
158,56
157,33
157,61
Mittel 157,64.
Hat dicselbe jedoch die Zusammensetzung: Be, O,, so
erhalt inan fur das Aequivalent derselben die Zahlen :
471,10
475,68
471,99
472,82
Mittel 472,90.
Ich habe absichtlich die Zahlen, welche die Versuche
unmittelbar ergaben , mitgetheilt , damit Jeder befahigt sey,
das Atomgewicht der Beryllerde zu andern, wenn etwa die
Aequivalente, von denen es abgeleitet wurde, durch ge-
227
nauere und besscre vcrdriingt wcrden sollten. Es wlirc
sehr zu wiinscheii gewesen, dafs A w d e j e w dasselbe gctlian
batte. da dann eine vollstandige Berechuung der von ihiii
gefundeneii Werthe miiglich wlire , uiid dieselbeii dadurcli
wieder vollstandig seitgerecht wiirden. Derselbe theilt namlich in der schon mehrfach citirten A bhandluiig die relativen Mengen von Beryllerde und Schwefelsiiure init, die
nacb seiner Untersuchung sich wit einander verbinden ; von
diesen ist aber iiur die der ersteren direct erhalten, die der
andern durch Rechnuug gefunden, welche, wie sich leider
VOII selbst versteht, init allen Maiigeln der damaligen Atomgewichte behaftet ist. lch fiihre jeiie Angaben hier an.
Nach A w d e j e w verbinden sich:
1406 Beryllerde mit 4457 Schwefelsaure
1420
4531
,I
2400
'I
81
7816
n
4065
12880
I,
Leider hat sich in die dritte Zeile noch ein Druckfehler
cingeschlichen, der jedoch za urngehen ist, da A w d e j e w
fur die in derselbeii enthaltenen Wertbe, mit Zugrundelegung des Atomgewichts der Schwefelskre gleich 501,165,
die Zahl 159,018 als Aequivalent der Beryllerde berechnet,
&Fen Riehtigkeit aber dadiirch hinreichend controlirt wird,
dafs das Mittel aus den vier Bestimmungen genanc diese
ZahI erfordert.
Setzt man, wie oben, das Atomgewicht der Schwefelsaure gleich 500, so erhalt man aus den A w d e j e w 'schen
Werthen
1)
1)
1)
1.
11.
157,73
473,lY
156,70
470,OY
155,65
475,86
157,81
473,41
Mittel 157,72. Mittel 473,14.
als Aequivalent der Beryllerde, je nachdem man dieselbe
eiitweder in die Gruppe der Baseu R O (I), oder R, 0, (11)
einreiht.
128
Uiese Zahlen stiiiiiiicn aufserordentlich genau niit dcu,
aus meiuen Versuchcn liervorgegangeneii ubercin, da in
dein eineii Falle cine Differeuz von nur 0,08, in dcui anderii von nur 0,26 Statt hat. Ich iiehine deshalb keiiieii
Anstand, das Mittel aus beiden Versuchsreihen den Chemikern als das Aequivalent der Beryllerde vorzuschlagen, in
der festeii Ueberzcugung, dafs cs dcr Be rzelius'scheii
Zahl vorzuziehcn sey, zumal, da dieseui iiiclit solche bedeutende Mengcn von schwefelsaurer Beryllerde zu Gebote
standen, als A w d e j e w uud mir.
R e s u l t ate.
Das Atoiiigewicht des Berylliuins ist demnach S6,50
oder 6,92, wenn die Beryllerde iiach der Formel; B e , 0 ,
zusamniengesetzt ist, oder 57,68 oder d,61, wenn sic die
Zusammensetzuug Be 0 hat.
--
VII.
Lkber den E i n j ufs
Dreheris auf den dnrch
schinen erzeugten
von E.
der Geschwiruligkeit C l c ~
rnagneio - elektrische Muhzthctionsstrorn ;
Lenz.
( Aus (1. ZIr~ILe~tinphys. nzulh. de I'Acud. de. St. Prtersb. X. X I Z , )
Z w e i t e A b l i a i i d l u n g').
__--
I n dcr crstcii Ahhandlung ubcr den in der Aafschrift bezeiclineten Gegenstand, welche in deiii 7 ten Bande diescs
Bulletins ( pag. 257) erschieuen ist, habe ich gezeigt, dafs,
wciin man bei Inagileto-elclitrisclien Mnschinen das Maximuin
der Wirkung erreiehen wiII, der Coiniiiutntor fur jede Drehungsg.esc1iwindi~keit und fur jede Stroinstiirlie ciirc bcsondere Stelluug anf der Axe erhalten uiusse. Wahrend
ich
I ) Dic
wste findet sictr in diesen hnnal.
Bd. 76, S. 494.
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