close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Einige Bemerkungen ber den Bernstein.

код для вставкиСкачать
419
VI. Einige Bemerkungen iiber den Bernstein;
von
J. J. B e r z e l i u s .
(Aus den Vetensk. Acad. Handling. fir 1827.)
ES
ist bekannt, daEs der Bernstein am gew6hnEchsten
mit Braunkohlen vorkommt, nnd dafs man ihn in neuerer
Zeit wie ein Harz in einem Baumstamme abgesondert, in
der Braunkohlenmasse sitzend gefunden hat. Es bleibt
also fast kein Zweifel mehr ubrig, da€s diefs fossile Ham
anfanglich ein Pflanzenhan gewesen sey. Die vielen
darin eingeschlossenen Kiirper, wie z. B. Spinnen, Fliigeln von Insekten aIIer Arien (eine viilIig aufgebrochene
Blumenkrone, welche sich in der Sammlung der GeseUschaft der Wissenschaften zu Upsala befindet), die zarten Eindrucke von Rinden und Zweigen, welche sich
nicht selten daranf finden, beweisen hinltinglich, daL der
Bernstein, wie das gemeine Ham, als ein naturlicher Bidsam, aber weit diinnfliissiger wie jenes, ausgeflossen wid
erst spaterhin wie Jas Harz hart geworden ist. Die
ferneren Beweise , welche ich diesem Umstande hinzufiigen werde, wiirden daher sicher iiberflksig seyn, wenn
sie nicht sonst an sich von Interesse wtiren.
Ich zerstie€s ein ungefahr 15 Gramm. wiegendes Stuck
Bernstein, das grofstentheils we& und undurchsichtig, inwendig aber schwach gelb und durchsichtig war. Ich wurde
dabei durch einen starken und angenehmen Geruch eines
fliichtigen Oeles uberrascht, welcher dern eines Gemenges
von Pfeffer - und RosmarinOle glich, und so Iange nnhielt,
als das Pulvern dauerte, von dem Pulver aber bald verschwand. Das Pulver wurde init Aether digerirt, der
frei con Weiniil war. Der Aether farbte sich gelb.
Nachdem er abfiltrirt worden, wurde neuer Aether aufg e w s e n , und damit fortgefahren, so lange sich derselbe
noch firbte. Es ist b e k w t , dafs der Aether ein Harz
Dd 2
420
aus dem Bernstein zieht, welches darin zu ungefihr S Proc.
vom Gewiclite des Benisteins enthalten ist, und dafs dieses Ham der Tiiicturn Succz'ni ihre veixieintlicbe Wirksanikeit giebt.
Die iitherische Lbsung wurde in einer Retorte init
Wasser gemisclit und der Aether abdestillirt ; wobei (lie
Masse eine halbe Stunde lang auf ungefshr +50" erllijlten wurde, uin die letzten Kuckstende von Aetlier abzuscheiden. A d der Flussigkeit schwainm ein weiclies,
stark und angenclrin ricchendcs Harz voii- der Coiisistenz
des Terpentins. Ein Tlicil desselben wurde abgenoin~ 1 c nund in ein IJhrglas gelegt, wo es klar und fast fiirb10% so wie in Masse gelb wurde. Es klebte an clen Fingern und liefs auf ihnen den Geruch zuriick, ivelcher erst
nach 24 Stundeii verschmand. Allmslig wurde cs weniger klebrig, und nach acht Tagen hatte es die Eigenschaft, an den Fingeni zu haften, verloren, war aber
selbst nach drei Wochen noch weich und riechend.
Ein anderer Tlieil voii diesem Balsam wurdc in ller
Retorte mit noch niehr Wasser geinischt und destillirt.
Dabei gins ein init dem Geruch des Hazes geschw+
gertes Wasser iiber, w-oraul sich einige kleine Oeltropfen
sammelten. Nachdem das Sieden einige Zeit hiidurch
ununterbrochen fortgesetzt worden, wurde das Feuer fortgenommen. Das Harz war in der Siedhihe des Wassers
noch weich und halbflussig, triibe und blafsgelb; aber es
erhdrtete beim Erlialten, und war donn Ieicht zu I'ulver
zu reiben.
Es behielt dabei einen guteii Theil seines
Geruchs.
Das in der Retorte zuriickgebliebene Wasser war
halbklar, schineckte zuerst kiihlend, wie Pfeffermiinzwasser, und alsdann sSuerlich, und roch nach dem fliichtigen Oele des IIanes. Man filtrirte es ab, wobei es fast
klar wurde, und iiberliefs es dem freiwilligerr Verdunsten, worauf Bernsteinslure zuriickblieb, h schwachgelben, ullregehilfsigen Krystallen, uiid uiit dein eiguen
421
charahteristischen Geschmack begabt , welchell man zuweilen einem durch die trockne Destillation gebildetexi
und mit der SBure innig vereinigteii Kbrper hat zuschreiben wollen. - Diefs ist also ein dorchaus entscheidender Beweis, dafs die Bernsteinsliure eben so im Bernstein, wie die Benzoesliure iin BenzoEharze, enthalten ist,
wid dafs keinc Art von zersetzender Einwirkung des
Feuers oder der kaustiscben Alkalien *) erforderlich ist,
urn sie hernonubringen.
Das iiberdestillirte Wasser war klar, farblos, un&
von einem starken, gewurzhaften Geruch, der dem des
zersto€senen Bernsteins ahnlich, aber uicht ganz so angenehin war. Sein Geruch war in den ersten Augenblicken kiihlend , wie der voin Pfeffermunzmasser, liefs
aber auf der Zunge ein lange anhaltendes gelindes Brennen zuriick. Einige kleine Oeltropfen, welchc darauf
schwammen, ivurden auf einem (;lase bald fest, und
niachten es fettig, so dafs es Wasser von sich stick.
Ich habe aus dein Wasser, weder durch Zusatz von
Kochsalz noch durch Abkulilung, elwas inehr von den1
dark1 au.fgdiisten Oeie abscheidcn gehonnt.
Digerirt inan feingeriebenes Bernsteiiipulver lange
Zeit mit wasserfrciein hlkohol, so bekonimt man eine
gelbe Aufliisung , welche dieselben H a n e enthiilt. Verdunstet man diese Liisung in einer Ketorte, bis der Spiritus grbl'stentheils ubergegangen ist, mischt dann Wasser
hinzu und destillirt wiederum, so erhalt man wohl. eine
Portion hellgelbeii Hanes auf der Fliissiskeit gesammelt,
aber das ineiste bleibt darin vertheilt iuid hildet eine
Milch, melche weder durch Sieden noch durch Rnhe
klar wird. Bach den1 Eintrocknen bleibt eine halb p111verfiirmige Masse zuriick, ails welcher 3%-asser, wit Zuruchlassung des Harzes , Bernstciiisaure auszieht.
IJic
-
*) U n v e r d o r h e n hat zuerst gezeigt, d d s gepulverter Bernstein,
mit einer Lijsung vun kaustisdiem Kali in Alkohol bchancldt,
bernsteinsaures Kali gicbt.
422
Lilsung in Wasser hinterlifst, nach dem Verdunsten, einen
blafsgelben , sauren, extractahnlichen , nicht krystallisirenden Stoff zuriick. In Wasser gelbst und mit ein wenig
Ammoniak versetzt, wird er gefiillt und aus dcr filtrirten
Lilsung erhilt man, durch Verdunsten , saures bernsteinsaures Ammoniak in Krystallen. W a s es fur ein Stoff
sey, der durch das Alkali aus der SHure gefiillt wird,
habe ich nicht naher untersucht.
Nachdem das fliichtige Oel von diesem Balsam abdestillirt worden, bleibt ein gelbes, undurchsichtiges, brockfiches und inwendig Blasen enthaltendes Ham, welches.
beim Siedepunkt des Wassers weich und halbflussis wird,
bei gewbhnlicher Temperatur der Luft aber so brijcklig
ist, dafs es zwischen den Fingern zu Pulver geriebcn
merden kann. Fiir sich erhitzt, schmilzt es ziemlich leicht,
ohne durchsichtig zu werden, wozu eine hohere Temperatur erfordert wird. Es hat dann fast das Ansehen eines
klaren Bernsteins. Vom kaustischen und kohlensauren
Alkali wird es zu einer klaren gelben Fliissigkeit aufseIdst, welche indefs nicht eher klar wird, als bis ein Ueberschufs yon Ham hinznkommt , weil die Verbindung deS
Hanes mit dem Alkali fast unloslich ist in Wasser, welches freies Alkali auf;;eliist enthslt. Verdunstet man diese
Lbsung, so riecht sie bestandig nach dem fliichtigen OeIe,
und endIich bleibt eine durchsichtige gelbe Masse yon
Ham -Alkali zuriick. Uebergiett man dieses mit Wasser, EO wird es undurchsichtig und l a t t einen schleimigen Kiickstand ungelost , welcher eine geringere Quantitat vom Alkali enthzlt, und grbfstentheils ein anderes Harz
als das, wclches in der Lbsung bleibt. Allioliol zerlegt
das eingetroclinete Hankali auf gIeiche Weise wie das
Wasser.
BehaudeIt man das gelbe Ham mit Alkohol von 0,84
spec. Gewicht in der KYlte, so wird es weich und klebrig;
siedet iiian die Lbsung, so lilst es sich auf. Die Liiscng ist
gelb, uuci setzt w%hrend des Erkaltens ein weifses Pulver
423
ab, welches fast krystallinisch aussieht. Lsfst man die
Fliissigkeit verdunsten, so setzt sich noch mehr von dieSem weifsen Pulver ab, und endlich bleibt eine gelbe
Aufliisung zuriick, welche, eingetrocknet, ein durchsichtiges gelbes, etwas weiches, noch nach dem fluchtigen
Oele des Bernsteins riechendes H a n hinterlsfst. Dieses
Ham ist leicht liislich in Alkohol, noch mehr in Aether,
und giebt mit Alkalien hellgelbe Losungen, die von einem
Ueberschufs des Alkali's gefallt werden und zu einem glanzenden , durchsichtigen, ohne Ruckstand in Wasser liislichen Firnifs eintroclinen. SBuren fiillen aus diesen Auflosungen ein weiles, gelatiniises Pulver, welches beim
Trocknen zusammenbackt, einen glanzenden Bruch erhalt
und ein Hanhydrat ist.
Das weifse Pulver, welches sich aus der alkoholischen Losung absetzt , ist ein eigenthumliches Harz. Es
lost sich wenig in kaltem Alkohol von 0,63, liist sich
aber darin bei der Siedhitze ohne Parbe auf, und setzt
sich beim Erkalten auf dem Glase ab, ivoran es zuiveilen sehr fest haftet. Vom wasserfreien Alkohol wird es
ziemlich gut in der Krlte geliht; die Losung ist farblos,
und wenn man sie dem freiwilligen Verdunsten aussetzt,
bleibt endlich ein schneeweifses, zartes und leichtes PI&
ver zuriick, welches keinen Geschmack und Geruch besitzt. Voin Aelher wird es ungefjihr eben so gelast wie
vom AIkohol. Erhitzt, kommt es tr3ge in Flufs und verlangt eiue hohe Temperatur, wobei es anfhngt sich zu
zersetzen, ehe es recht fliissig wird. Es verbindet sich
mit Alkalien; dicLosung ist farblos und giebt, nach dem
Eintrocknen, eine meihe, nicht durchsichtige Masse, welche bci Wiederauflosung in Wasser giifstentheils ungeliist bleibt , in Gestalt einer weifsen, aufgeschwollenen
Masse. Die Verbindungen derselben mit Alkalien, merden aus ihrer Liisung in Wasser durch freies AIkali gcfdk Durch S i i ~ e i igerinnen sie; der Niederschlag ist
farhlos und gestcht wie 'l'honerdehydrat. Trocken, ist
424
er weifs und erdig. Die Gegenwart dieses Hanes bewirkt,
dafs eine Auflbsung des geinischten Hanes in Alkohol,
auf eine Glasscheibe gebracht, einen der Kreide ahnlichen
Uebenug hinterlafst ; auch ist es hauptsachlich dieses H a n ,
welcbes, nach Vermischung der alkoholischen L h n g rnit
Wasser und nach Abziehung des Alkohols, iin Wasser
aufgeschlammt bleibt. Es ist ferner die pulverfiinnige
Einmen,gng dieses Harzes, welche dem Riickstande, nach
Destillation mit W-asser, seine gelbe Farbe und seine Undilrchsichtigkeit ertheilt.
Der Theil des Bernsteins, zvclcher vom Aether oder
zvasserfreien Alkohol nicht gd&t wird, ist auch in Alkalien mid in fluclitigen Oelcn unli2slich. Man hat mit Unreclit angegehen, dais der Bernstein sich sowohl in kohlensauren als auch in kaustischen hlkalien auflosen miisse.
W e n n er, fein gerieben, lange mit einem Alkali gekocht
mird, so erhalt inan eine alkalische Fliissigkeit , welche
wenig Harz, aber dagegen bedeotend vie1 Bernsteinsaure
enthtilt. Filtrirt man sie vom Bemsteinpulver ab, und
iibergiefst dieses, nach einmaligem Waschen mit kaltem
Wasser, mit siedendem Wasser, so lost sich Harz-Alkali
darin, und man bekommt die beiden, zuvor erwahntcn,
H a n e in der Losung; sie konnen mit Satiren ausgeftillt
werden. Auch die dabei erhaltene saure Flussigkeit enthalt Bernsteinsaure. Uas, was das Alkali ungeliist lafst;
ist dilrchaus derselbe Stoff, welcher bei Behadlung init
Alliol oder Aether zuriickbleibt.
Dieser Stoff, welcher ein Product der Verihderung
des naturlichen Balsams zu seyn scheint , betragt mehr
als 2n vom Gewichte des Berosteins, und bildet ein Pulver, welches Wasser ausgiebt. In einem offenen Gehfse
g e l i d e erhitzt, raucht es iind riecht fast wie stark erhitztes Fett, m i d braiin mid schwillt auf, aher scheint
nicht schrnelzen zu wollen, ohne sich zu verkohlen. Auf
diese ?%-eise gerostet, bis es endlich schwanbraun gemor-
426
den ist, liist es sich, lnit Nkohol oder Aether behandelt,
fast gsnzlich darin auf.
W e n n dieses Yulver in einem Destillationsgefsfse
einer gelinden Hitze ausgesetzt wird, SO giebt es zuerst
ebvas farbloses Wasser, welches eine Spur von Bernsteinsaure enthalt, und d a m kommt ein farbloses, brenzfiches Oel, welches vbllig wie Oleurn cerue riecht und
bis an's Ende der Operation erscheint, wo es hellgelb
wird, und den Geruch von Bernsteinol anniinmt. Bci
eiuer gewissen Temperatur schmilzt das Pulver, kocht
und giebt fortwahrend dasselbe Oel. Die Masse bleibt
bis an's Ende der Operation geschmolzen, wo es eine
diinne G u s t e von Kohle hinterliifst, und ein wenig
eines durchsichtigen gelben Peches giebt, welches iIn
Halse sitzen bleibt. Der griilste Theil dcr' Masse hat
sich in das Oel verwandelt, welches in Beriihrung
mit der Luft gelb wird und sich endlich v6IIig dunkel
farbt, ganz wie die brenzlichen O d e der Fette. Mit
Wasser umdestillirt, geht langsam ein farbloses Oel ubcr
und es bleibt ein getuchloses, gelbbraunes Pech zurucli,
welches auch nach dem Erkalten weich bleibt.
W e n n der unlijsliche Theil des Bernsteins in einem,
gegen den Zutritt der Luft verschlossenen Gefafse geschinolzen wird, und man die Masse, sobald sie vollig
fliefst, vom Feuer n h m t , so erhalt man nach dem Erlralten einen durchscheinenden, dunkelbramen, hanshnlichen Stoff, welcher sich leicht zu Pulver reiben lafst
und dabei ganz auffallend elektrisch wird. Die Farbe
dieses Pulvers ist gelb. Der Alkohol zieht daraus beim
Kochen eine geringe Portion eincs hellgelben, grolstenthcils in Alkalien unloslichen Harzes. Aether lost clas
wm Alkohol Ungeliiste grofstentheils auf, init braunlicher
Farbe, lalst aber einen andern Theil, zahe und klcbrig,
WgelW. Dieser letztere lost sich mit braimer Farbe in
Terpentiniil und rectificirtem Petsoleurn auf, mit Hinter-
426
lassung einiger aufgeschwollenen hellen Schuppen. Tcrpentinol last das geschmolzene Ham leicht auf, bis a d
Zuriicklassun,p dieser Schuppen. Kaustische Alkalien zichcn beim Sieden etwas von dem in Alkohol liislichcii
H a n e aus. Der Ruckstand, oder der in Aetlier und
Terpentiniil losliche Theil verbindet sich nicht mit Alkalien. Das, was bei Auflosung in Teyentinol zuriickbleibt , besteht aus aufgeschwollnen , durdisichtigen , gelben, elastischen Schuppen, welche, nach Verdunstung des
Oeis, hart und etwas dunkel werden, wo sie dann dem
unveranderten, unlijslichen Bestandtheil des Bernsteins
Zihnlicli sind. Ihre Menge ist betrachtlicher, wenn die
Masse kiinere Zeit geschmolzen wird. Es ist iibiigens
klar, dafs die Beschaffenheit dieses durch das Schmelzen
gebildeten Hanes ungleich ausffillt, je nachdern das SchinelZen kingere oder kiinere Zeit gedauert hat; weiI dabei
bestsndig brenzliches Oel eiitwickelt wird , von dem eine
grofse Masse fortgeht, schon ehe die Masse zu schinelzen
anfgngt. Dafs durch dieses Schmelzen bereitete Ham macht
den Hauptbestandtheil des Colophonium Succini aus.
Der in Alkohol und Aether unlosliche Stoff des Bernsteins hat in mehrerer Hinsicht besonders Aehnlichkeit mit
dem in Alkohol und Aether unloslichen Stoff, melcher
in geringer Menge im Gummilack enthalten ist ( J o h n ’ s
Lackstoff), und welcher darin in noch grafserer Mepge
gebildet w i d , wenn inan eine Liisung des GummilackKali’s mit Chlor bleicht und fallt, Des Vergleiches halber, nahm ich eine Portion von diesem Stoff und erhitzte
sic* in einem Destillationsgeschir. Ich fand dabei, dafs
el., unter reichlicher Bildung eines dem O h m cerae
lhnlich riechenden Oeles, zu einein analogen, durchsichtigen hraunen H a n e schmolz. Aus diesein Harze zog
Xlkohol eine geringe Portion eines, nach Verdampfcn
cles Alkohols, gelblicheii dorchPichtigen Harzes, das nach
iybranntem Gummilack roch. Am den1 in Alhohol Unliislichen zog Aether init gelber Farbe das lneiste aus,
427
m d das Zuriickgebliebene gab mit Terpentinijl eine dunkelgelbe Auflosung, wobei ein in diesem Losungsmittel
UnIiisIicher, aufgeschwoIIiier, eIastischer Ruclistaiid iibrig
blieb, welcher ein wenig veranderter Lackstoff zu seyn
schien, ganz so wie es bei dem geschmolzenen Bernsteinh a n e der Fall ist.
Da dieser eben erwahnte Stoff des Guminilacks die
Eigenschaft besitzt, dafs er, durch Auflosung in Alkali
und F ~ l l u n gmit Sauren, wieder zu einem in Alkohol
liislichen, dem Gummilack ehnlichen Harze iibergelit, und
da der unlosliche Theil des Bernsteins von liaustischer
Lauge nicht angegriffen wird, so kochte ich das mit Alkohol und Aether ausgelaugte Bernsteinpulver zusammen rnit
einer Auflosung von kaustischem Pu’alron ein, bei einer
ziemlich hohen Temperatur, bis diese Masse geschmolzen
war. Sie rauchte dabei etwas und enhvickelte ein farbloses, fliissiges Oel. Nach dem Erkalten wurde die Masse
zu Pulver gerieben. Wasser zog daraus das Alkali Bus,
und gab eine farblose Flussigkeit, aus melcher Salzsaure
eine geriuge Qnantitat eines weiken Stoffes fzllte, der
bei gelinder Erwarmung wie ein N a n schmolz und stark
wie Bernsteiniil roch. Nachdein die Losung fiItrirt und
bei gelinder Warme zur Trockne verdunstet worden,
wurde das Salz mit wasserfreiem Alkohol behandelt, wobei es eine Spur von Bernsteinsaure gab, welche meiner
Meinung nach von einem geringen Hinterhalte dejenigen
Bestandtheile herriihrt, die vom Alkohol und Aether ausgezogen werden, die aber zuriickbleiben, wenn das Bernsteinpulver grobkornig ist, so dafs es nicht von diesel1
Lhmgslnitteln erweicht werden kann.
Das auf dem FiItrum zuruckgebliebene Pulver, einigc
mit kaltem Wasser gewasclien, loste sich vollkommen in 1auwarmen Wasser, niit Hinterlassuilg von ein
wenis pbuig unversnderten Pulvers der unlBslichen BeStan(hheile des Bernsteins. Die Losung war braun untl
hinterliefs nach dem Verdunsten zur Trockne eine Masse.
428
welche zereprungen mar und voin Glase sich abliiste, ganz
wie der Ruckstand einer L6sung von B r a c o n n o t 's U1min (oder von dem kiinstlichen Humusextract aus Siigespshnen und Kalihydrat). Als es aber in Wasser gel6st und niit einer Saure behandelt ivurde, entstand ein
weifssgauer Niederschlag , welcher, gewaschen und getrocknet, zu einem durchsichtigen , diuilielgelben Hane
schmolz. Alkohol liiste einen Theil davon mit Sclber
Farbe auf; und was der Alkohol unaufgeliist liefs, liiste
sirh griifstentheils und rnit brauner Farbe in Aethcr, und
w-as dieser ungel6st liefs, wurde ineist von Terpentiniil
aufsenommen.
Auch das ganze Ham liist sich leicht
und mit brauner Farbe in Terpentiniil auf. Die Behandlung mit Natronhydrat hatte folglich den unliislichcn Bestandtheil des Bernsteins, gleich wie die Schlnelzung desselben fur sich, in ein Ham venvandelt; aber dieses Ham,
obgleich wie das zuletzt genannte aus drei besonderen
Hanen gemengt , unterscheidet sich dennoch von dem
durch blofses Schmelzen erhaltenen dadurch, dafs diese
drei H a n e sich sammtlich mit dem Alkali verbinden, und
wiewohl diese Verbindung, wie die des urspriinglichen
Bernsteinhanes, unloslich ist in einer Flussigkeit, welche
freies Alkali aufgeliist enthllt.
Aus diesen Versuchen folgt, dafs der Bernstein zum
wenigstens fiinf besondere Bestandtheile enthalt, nsmlich :
1) Ein wolilriechendes fliichtiges Oel in gcringer Quantitat; 2) Ein gelbes init diesein Oel innig verbruidenes
Harz, das leichtliislich ist in Alkohol, Aether und Alkali,
leicht schmilzt und den gewiihnlichen nicht fossilen Harzen gleicht; 3) Ein Ham, welches nebst deni vorhergehenden mit dein fliichtigen Oele verbunden ist, sich triige
in kaltein Alkohol liist, lcichter in siedendein, und aus
ihm, beim Erkalten, in Form eiiies weifsen Pidvers niederfdlt, nach freiwilliger Verdunstung aber, in Ponn
eiiies lockeren, schneeweiCsen Piilvcrs ziiriickbleibt. Dieses Harz liist sich i11 Aether uiid in Alhalieii.
Diesc
-
4'29
beiden H a n e und das fluchtige Oel, so wie sie durch
Aether aus dem Bernstein ausgezogen werden, bilden,
llach VerdGstung des Aethers iiber Wasser, einen hellgelben, starkriechenden, Islebrigen natiirlichen Balsam, der erst
nach langerer Zeit hart wird und dabei einen Theil seines Geruches behiilt. Man hat allen Grund zur Vennuthung, dafs dieser Kiirper das ist, was der Bernstein urspriinglich war, aber vielleicht jetzt armer an fliichtigem
Oel mie ehemals, und dafs die un1i)slichen Bestandtheile
des Bernsteins durch die Liinge der Zeit sich aus diesem
Balsam gebildet, aber allmiilig einen Theil desselben so
umschlossen haben, da€s dessen weitere Veranderluig dadurch gehindert worden ist. Der uz'erte Bestandtheil ist
Bernsteinsiiure, welcher von Aether und Alkohol, SO wie
von Alkalien, neben jenem Balsam, ausgezogen wird.
Der fun@
Bestandtheil ist diislich in Alkohol, Aether
und den Alkalien, und hat eiiiige Aehnlichkeit mit dein
Kiirper, melchen man im Guinmilack findet ( J o h n ' s
Laclistoff), und welcher sich in grofser Menge bildet,
wenn die Aufliisung dieses Iiaizes in Alkali init Chlor
gefallt und gebleicht mird. Beide geben beim Schmelzen
in einein Destillationsgefafs analoge Producte, und obgleich der Bestandtheil des Gummilacks leicht vow Alkali
aufgenommen werden und wiederum I i a n bilden, welches
nur unvollliominen und bei einer hiiheren, die Zusamwensetzung andemden Temperatur mit dein Unliislichen des
Bernsteins geschieht; SO wird doch wieder ein Haiz gebildet, welches einige Eigenscliaften des unliislichen Bernsleiiihaizes besitzt.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
494 Кб
Теги
ber, bernstein, bemerkungen, den, einigen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа