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Einige Bemerkungen ber die Bildung der Gangmassen.

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265
\’I.
Einige Bemerkungen’ iiler dir: Biidung der
Gmginassen : con G us t u P B i s c h oJ:
I m rerflossenen Sommcr habe ich friihere Versuche wieder aufgenommen , den Processeii llnchzuforschen , wodurcli die so mannichfdtigen Bilduogen der Ganginassen
in den Englngen entstanden sind. Es ist Mar, dals man
bierbei nur solche Mittel anwenden kann, von deuen
mit Wahrscheinlichkeit anzuneblneu ist, dafs sicb derselbeo die Natur bedient babe. So wie die W a s s e r d h p f e
es sind, weIche bei vulkanischen Erscheinungen die Hauptrolle spielen, das Emporsleigen der Lava etc. bewirlien,
eben so ist zu vermathen, dais dieses Agens nicht bIofs
diejenigen Gangmassen aus dem Inneren der Erde in die
Spalten geftihrt habe, welcbe iiur diesen Ursprung habeu k h n e n , sondern dafs es aucb im Laufe der Zeit die
mannicbfaltigsten chernischen Vertinderungen in h e n hervorgebracht habe. So lange, als in den Gsngen die
Communication zwiachen dem Innercn der Erde und ihrer
Oberflache, wenn auch in beschranktem Maafse, stattfand, rnufsten die Gewtisser, welche durcli dicse Spaften
nur bis dahin drangen, wo Siedhitze herrschte, in Drmpfe
sicb verwandeln. Diese Wasserdiimpfe mufsten die in’
den Glngen abgelagerten Massen crbitzen, und, je nrch
ihrer Natur, zersetzen, veranderu und zu neiien Bildungen Anlafs geben. W e n n man daher in unseren Laboratorien die Ganginassen ebenfalls der Wirkung der Wasserdlmpfe aussetzt, SO ahmt man g e w i t Processe nacb,
die in der Natur von Statten gegaogen’siud. Briugt man
dadurch VerHnderungen in ihnen hervor, wie wir sic an
ihnen in den Gaugea wahrnebmen, so ist der Schluls
wohl begrlindet, dafs diese VerPndcrungen durch die
Wasserdiimpfe bewirkt worden segen. 1st es bei uuse-
286
ren Versuchen erforderlich, die Substanzeii , welche der
Wirkung der Wasserdsmpfe ausgesetzt werdeii , mehr
oder weniger stark zu erhitzen, UUI in einer kurzen Zeit
merkliche Vertinderungen hervonubringeii: so ist sogar
der Schlurs erlaubt, dafs in der Natur schon durcti die
gewiihnliche Hitze der Wasserdiinpfc dicselbeii V e r h derangen in einer langen Zeit hervorgebracbt worden
sind. Es steht iibrigens der Aimahme nichts enlgegen,
dais, wenn die Erliitzung der Gewasser in gri)l'seren Tiefen unter Pressung erfolgte, die Wasserdimpfe bis zu
Temperaturgraden erhitzt werden muhten, welche inehr
oder weniger die Siedhitzc unter dein einfaclien Luftdrucke iiberstiegeo.
Schon a p i o n ' h l s t sich scbliefscn, dafs, wenn die
Gangmassen Jnhrtausende diesen Wirkungen der W a s serdampfe ausgeactzt blieben, die intensivsten Versnderungcn eintreten murstcn. N u n koinmen aber iu der Natur noch andere Agentien hinzu, die, vjc namentlich die
Bildung der Mineralquellen zeigt, noch jetzt ihr Spiel
treiben. Besonders ist es die Kohlensaure, jenes in seiner Bedeutung nocli iinmer nicht geiiug gewiirdigte Agens,
welches theils die Wirkung der Wasserdimpfe unterstiitzt,
theils fur sicli allein Zer&tzungen und neue Bildungen
veranlafst. Erwagt man, dafs die Kohlenslure in ungeheuren StrBmen nicht blofs in Gegendcn auftritt, wo tbstige oder erloscliene Vulkanc sich findcn, oder weoigstens Spuren ehemaliger vulkanischer Thatigkeit sich zeigen, sonderu auch an Stellen, wo wir blofs neptuuische
Bildungen wahrnehmen, erwiigt man, dafs namentlich aus
Bohrlachern , die nach Salz fiihrenden Schichten gelrieben worden, oft die bedeutendsteu Kohlensiuregas -Exhalationen ausstroinen, so muCs man annehluen, dafs der
Procefs, welcher diese Gasentwicklungen hervorruft, cine
sehr allgemeine Verbreituiig im Inneren der Erde haben
mfisse.
Indefs Kohlensaurc- Exhalationen sind nicht die ein,
m7'
zigen Gareiitwicklungen aiis dem Erdinnern: auch brennbare Gase, Schwefelwasserstoff und Kohlenwasscrstoffgas treteo hier und da als eiiie sehr frequente Ersclreinung anf. Auch diese Gase werden dalier hier and d a
auf die Umbilduiig der Ganginassen einpewirkt haben. I
Diese Andeutungen zeigen schon den' W e g , we]:
chen icli eingeschlagen habe, urn die rcr'atur in ihrcn Bildungen und V e r h d e r t q e i i dcr Gangmassen nachzuahmen. Einige der Resultate, welche ich bereits erhalten
babe, theile ich hier mit. In eioem Werke, woran iclr
in diesem Augenblicke arbeite, uod das bis nkbste Ostern
erscheinen wird, findet sich das AusfUhrlicCere hieruber.
Daa ktinlich ron B 1 u in erschienene schatzenswcrthe
W e r k : Die Pseudomorphosen des Mineralreichs, Stuttgart 1813,'. untersttitzte mich recht sehr in meinen Untersucbungeo, indem die von ihm beschriebehen Erschcinungen mir haufig den W e g zeigten, der einzuschlagen
ist, urn der Natur auf die Spur zu koiamen. Auch das
mit oielem Fleifse ausgearbeitete Handbuch der topographischen Mineralogie von G us t a v L eo n h a r d , Heidel
berg 1813, dieole als guter Wegweiser; denn das Zusammeovorkommen verschiedener Ganginassen, die Art ihres
Nebeneinanderseyns giebt niclit selten Winke Uber die
Processe der Verlnderuogen und Umbildungen in den
Gangmassen.
Ich habe untereandern die Schwefelverbinduiigen des
Bleie und Silbers der Wirkung der Wasserdsmpfe unterworfen, und es ergab sich als allgeineinea Resultat,
dafs diese Schwefelinetalle dadurch zersetzt werden.
Bei der Anwendung des BleigIanzes habe ich nebst
den Wasserdsmpfen aoch Kablensluregas LU Hiilfe genommen. Es scheint aber, d d s das letztere uicht wesentlich fur die bewirkten Zersetzungeu ist, sondero dafs die
ersteren allein dazu hinreichend sind. Weitere Versuche
hieriiber werden entscheiden.
W i r d Bleiglaoz in einer Porcellan- oder GlasrObre
-
288
mafsig erhitzt, und lange nicbt so weit, d a b er zum
Schmelzen komrnt, vrahrcnd bestindig fort Wasserdiimpfe
iiber ihn streichen, so entwickelt sich Schwefelwasserstoffund Schwefligsauregas, und der Bleiglanz wird reducirt.
Ich habe zwar diese Versuche nicht so lange fortgesetzt,
bis aller Bleiglanz reducirt wurde, sondern micli begnugt,
diese Zersetzung blofs constatirt zu haben; es ist aber
wohl kauni die vollstsndige Zersetzung zu bezweifeln,
wenn der Versuch lange genug fortgesetzt wird. Uebergiebt man den so zersetzten Bleiglanz mit destillirtem
Wasser und 1Yfst ihn dainit in Reriihrung lnehrere Wochen lang stehen, so tritt die bekannte Erschcinung ein,
dafs sich das reducirte Elei mit kohlensaiirem Bleioxyd
iiberzieht. Jene Zersetzong des Bleiglanzes durclt Wasserdlrnpfe bietet inleressante clielniscbe Verhsltnisse dar,
von denen jedocli liier zu sprechen, Raum und Zcit n i c k
gest a t t e t.
Diese Versuche , welche ich noch fortsetze, lassen
hoffen , die Aetiologie der mannichfaltigen Uinbildunnen
R
nachzuweisen, welcbc der Bleiglanz in der Natur erlitten bat. J a es scheint, dafs dieses E n die einzige p i - .
mitive Bleiverbindiing ist, aus welcher alle ubrigen Bleierze, bervorgegangen sind.
Ki)nnen wir zwar nicht wohl annehmen, dafs die
Natur gerade so operirt babe, wie ich bei meinen Versuchen, so ist doch gewifs keine Frage, dafs die lange
Dauer der Einwirkung der Wasserdampfe auf Bleiglanz
die kijnstliche Erhitzung desselben ersetzt habe, Die
Hitze, welche der Bleiglanz von den Wasserdampfen er,,
hielt, war daher ohne Zweifel hinreichend fur seine Zersetzung d u d sie. Auch bei rneinen Versuclien, wo eih
ununterbrochener Strom bedeutender Quantittiten Wasserdampf mit dem erhitzten Bleiglanz in Beriilirung kam,
konnte die Temperntur des letzteren nicht sehr vie1 ijber.
80° R. steigen, da durch die Darnpfe eine bestzndige
Abkijhlung herbeigefijbrt wurde.
13ei
,
Bci diescn Versuchen zeigte sich noch einc andere
Erscheiiiung. die vielleicht Licht auf die ,4rt und W e i s e
des Eindringens des Bleiglanzes in die Gaugspalten wirft.
Die Wasscrdiiinpfe fiihrten namlich eine nicht unbedeuteiide M e n p dnvon bis zu einer Entfernung von mehreren Furs fort. Der Bleiglanz wurde in Stlicken' angewandt, und das was von iliin uiizersetzt durch die Wasserdlinpfe fortgefiilirt wurde, bildete eiiien ganz feincn Staub.
I)iese Ersclieinung ist niclit neu; deun man weirs, welche
h e ~ i c l i t l i c h eQuantitiiten Bleiglanz bciin Schmelzprocessc
i n Srhachtiifcn foktgefiilirt werden, wesbalb auch in neuerer Zeit die Gicbtgase in Rleikainmcrn geleitct werden.
Verknupft inan dainit die bekannte Erscbeinung, dafs
mehrcre Substanzcn durcli die Wasserdainpfe in Teinperaturen vcrfluchtigt werden, welclie weit uiiter ilirem
Siedpuiikte liegeu, ja dafs sogar Stoffe, welche in keincr uiis bekannten Temperatur sich vcrfluchtigen, durch
sie fortgefulirt werden, so wird man von seIbst auf die
wichtige Bedeutung gcfiihrt , welclie die Wasserdiiinpfe
auf die Ausfullung der G h g e r o n untcn herauf vehabt
haben mdgcn. Icli rrwiilinc hicr niir die Vcrfluchtigung
des Quecksilbers durcli ' Wasserdiirnpfe, die Verfluchtigung des Salzes beiin Sicden der Soolc, uiid, als eineu
d e r mcrkwiirdigsten Fiille, die Verfliiclitigung cli-r Kieselerde in eiiiem Fayence - Ofen durch Wasserdsinpfe.
Mit grofser Leiclitigkeit gelit in ganz k n n c r Zeit die
Zersetzuiig des kiinstlichen Schwefelsilbers ( das uatiirliche habe ich iioch niclit versucht ) durcli Wasserdiinpfe
von Statten. Besooders interessant ist es in geologischer
neziehung, dafs diese Zersetzung bei geriiiger Hitze, IVObei das Schwefelsilber noch. laiige niclit zum Sehlnelzen
kommt, vie1 Ieichter bewirkt wird, als in der Schinelzhitze. Bei einer Temperatur, die unter der Schmelzbitzc
des Zinks liegt, worden auffallcnde Zerseizangcn bewirkt.
Das reducirte Silber erschien in denselben , bauminoosund drahtformigen Gestalten, wie das gediegene Silber.
Puggcndorfi's Annal. Bd. LX.
19
2911
Niclit blofs also wird Zersetzung des SchwefclsAbcrs bcwirkt, sondcrn das reducirte Silber efflorcscirt aus der
Masse und bildet jcne Gestalten. Ein abermaligcs merkwurdiges Beispiel, dafs noch- im festcii Zostande der Kiirper cine Bewegliehkeit in den kleinsteu Theilen stnttfindct, wenn nur eihe mlfsige WBrine wirkt. Es ist uiclit
nathig zu beinerken , \vie gcniigend und ungezwungcn
aus den nngcfuhrtcn Erscheinungen die Bildung des gediegcncn Silbers durch Zersctzung des Silberglanzcs crk k r t werdcn kann.
Sehr wahrschcinlich hoffe ich es
bei wcitcrcr Aaseinandersetzung in meineiii W c r k e zu
machen, dafs das Inciste, wcnn nicht alles in dcr Niitur
vorkominende gediegcne Silber keine primitive, sondcrn
nur cine secundiire Bildung sey. W i e lefst sich auch
von eincin Metallc, wie das Silber, ungeachtet seines cdleu
Charakters, annehincn, dafs es, wenn aiich je iin metallischcii Zustandc vorhanden, nicht den so verbreiteteii
Sclrwcfcl, 211 dein es eine so grofse Vcrwandtschaft hat,
aufgenommen habe, und nur mit diescm vereint (wie es
in Beziehung auf sein, in dieser Verenung 1izufigstc.s
Vorkommen wirklich der Fall ist) als erste primitive Bildung aufgctrcten sey? - So vicl sclieint gervil's, dafs
alles gcdiegene Silber in den bekanntcn draht-, baum-,
uird moosartigen Gestalten, selbst mcnri man mikroskopische Silberkrgstalle darin erblickt , als solclics nicht
iin geschinolzenen Zustandc existirt babe. Gewifs miirdeli aus geschmolzencn Silbermassen , wenn sie langsain
erstarrt wiiren, gain andere Forinen des Silbers, cines
Metalles, das so leicht in ausgezeicbneten Krystallen krystallisirt, hervorgegangen seyn, als wir es in der Regcl
finden.
Auch auf eine andere Weise, ohne Mitwirkung von
Wasserdarnpfen, kann sich das kiinstliche Schwefelsilber
zersetzen. Erhitzt man Schwefelsilber, das nicht ganz
mit Schwefel gessttigt ist, bis zu eiuer Temperatur, die
wenig iiber der Siedhitze des Schwefels liegt, und Iiifst
29I
es dann unter Zutrift der Luft erkalteii, so kanii mau
die Reduction unter den Augen von Statten gehen sehen.
>Ian siellt dann aus der festen erliitzten Masse init bemaffneteln Auge die Silberfiden herausschiefsen. Also
such dnnn, wenn der Silberglanz im mHfsig erhitzteu Zustande in die Gangspalten getretcn ist, und dort unter
Zutritt der Luft erkaltete, wird sich gediegenes Silber
gebildet haben ; denn wenn auch bei meinen Versuchen
die Zersetzung des kunstlichen Schwefclsilbers, in welchein das Metal1 mit Schwefel gesnttigt war, nur unvollkominen von Statten ging, so hest sich doch denken,
dafs das so wichtige iind so mlchtige geologische E-liilfsmittel, die Zeit, auch hier, wo nicht der ungeduldige Chemiker auf den Erfolg wartele, das ihrige gethan habeu
werde.
Unter den Gangmassen ist nicht leicht eine, welche
so sehr die Aufmerksainkeit des Chemikers in Ansprucli
nimmt, welche, man kann sagen, ihn fast zur Veriweiflung bringt, wenn er sich von ihrem Eindringen in die
Gangspalten Rechenschaft zu geben sucht, als der Barytspath. Er ist einer der strengfliissigsten und unaufliislichsten Kbrper, die wir kennen. In einer Hitze, in web
cher ich alle krystallinischen Gebirgsarten, voin Basalt
bis zuni Porpliyr und Granit, mit Leichtigkeit zum Schmelzen brachte, sinterte der Barytspath nur in Beriihrung mit
dem Tiegel etwas zusammen. Um das Eindringen dieser Gangmasse in die Gangspalten zu erklaren, scheint
uus daher der plutonische wie der neptunische Weg zu
verlassen. Geht man indeEs in die Sache etwas genauer
ein, so gelangt mau doch bald zu Processen, von denen
es nicht blofs als mbglich, sondern sogar als sehr w-ahrscheinlich anzunehmen ist, dafs die Natur sich ihrer bedient habe, um diesen so strengfliissigen und so unauflijsliclien Korper in die Hbhe zu bringen.,
Finden wir mschtige Gange mit Barybpath erfiillt,
so mag die Erklarung zulassig seyn, d a k er im geschmol19"
I
292
zeucn Zustande aulgestiegcn ist. Scbon schwicriger wird
die Erklsrung, weiin wir nur dunue Spalten, wie z. B.
auf einem nur 8 Zoll inlchtigen Gange in Serpentin in
der Gpgend von Wakiheim in Snchseri, daiiiit erfullt
sehen; denn ma;; man aucli noch so hoch die Temperstur einer solclien geschinolzenen Rlasse anneliinen, so ist
es doch gewifs, dafs die kalten Scitenwande sie schr bald,
und ehe sie bis zu einer iiur eiiiigermafsen betriiclitlicben Hiilie aufgesliegen wzre , zuin Erstarren gebraclit
liaben wiirdcn. Und welclie Gebirgsgestehe siud es, die
noch slrengflussiger wie der Barytspath siiid, und die oritliin der grofsen Hitze in seinein geschmolzenen Zustandc
hatten widerstellen kiiniien? - Wiirden wir nicht, wenn
der Baiytspath als gcschmolzene Masse aufgestiegen wzre,
ilin in der innigsten Vereinigung iiiit dein Nebengestein,
l n i t ihiii zusaminengeschinolzeu finden?
Nacli kfiniite inan sich das Aufstcigen des Barytspatbs in Spalten krystalliiiischer Gebirgsmasseu, wie z. B.
im Tliorit, Glimmerschiefcr, Grnuit etc., durch die Annahme erklaren, dnfs es erfolgt sey in einer Zeit, IVO
diese Gestcine selbst noch im gliilienden Zustande Irar e n , und inithin die Gangmasse einen langen W e g zuriicklcgen koniile, elic sie erstarrtc. Nun finden wir aber
aucli den Barytspath i n Gangen in neptunischeu Formationen. wie in der Grauwacke, im bunten Sandsteine etc.,
von denen man doch nicht annebmen kann, dafs sie wshrend seines Aufstei&!ns iiii feuertlussigen Zustande gluliend
waren. I n den kalten Gangspalten solcher neptuuischen
Gebilde hiitte er daher gewik nicht bis zu Tage aufsteigen kannen.
Ueberdiefs finden wir den Barytspath in Begleitung
mit sehr fluclitigen und leicht zersetzbaren Substanzen.
W o l l t e man daher annehmeu, dafs er als geschmolzeneMasse in den Gangen aufgestiegen sey, so wiire es nicht
denkbar, dafs diese Substanzen init iliin im Gemenge gcblieben wiiren. So finden wir ihn in Begleitiing mit ge-
293
djegcnem Quecksilber, Arsenik, Schwefel und Zinnober;
diese SubstanZen warden sich daher mahrend seiner krystallinischen Erstarrung verfliiclitigt haben, oder wir inufsteu annehinen, dafs sie in einer spateren Periode, nachdeln der Barytspath schon erkaltet war, die von ihin leer
gelassenen Rgume ausgefullt hatten. Allein auch dieser
Anilahine l a h t sich entgegensetzcn, dnfs doch gewifs die
. leichtflussigeren und fluchtigeren Substanzen fruher aus
dem Inneren der. Erde aufgestiegen w$ren, als der so
siufserst strengflussige und feuerbestandige Barytspath.
W a s die durch Hitze leicht zersetzbaren Begleitcr des
Barjtspaths, wie den Brauneisenstcin, Eisenochor, Eiscnkies, Malachit, das kohlcnsaure Bleioxyij etc., betriflt, so
schliefst eine solche Begleitung die Annahine ganzlich aus,
dafs diese Substawen rnit dein Barytspath iin gesrbinolzeneu Zustande aufgestiegen seyn kdnnen; denu wollte
man sich auch auf einen grolsen Druck beziehen, der
wahrend des hufsteigens dieser Massen die Z e r s c t z i q
verhinderte, so wurde doch in den hoheren Teufen, wo
sich diese Substanzen iin Getnenge mit dern Darytspaih
finden, uud wo ein solcher Druck niclit inelir gedacht
werden kdnnte, ihre Zersetzung stattgefunden haben.
SolIte also der Barytspath als geschinolzrne Masse auf- .
gestiegen seyn, so kiinnte man sich nur denken, dafs jene
zersetzbaren Substanzen spater zu ihin oder in ihn gedrungen wfiren. Von dein Brauneisenstein und Eisenocher wiirde es a m leielitesten zu begreifen segn, dafs
1)as so
sie durch Gewlsser zugefuhrt worden wYren.
hsufige, ja fast alIgeineine Vorkoinmeo des Eisenoehers
iin luneren des Uarytspaths, als dunner Ucbcrzug der
Krystallflachen, wurde sich sogar dieser Ansicht fiigcn;
deuu Ialst ingn Barytspath, der vom Eisenocher durchdrungen ist, melirere Tage in SalzsYiire liegen, so wird
alles Eisenorydhydrat aufgeliist. 1st aber die SBure im
Stande zwischen die Krystallfkichen einzutreten, so k o n nen such eisenhaltige VC'asser denselbeii W e g genom-
294
men liaben, naclidern der Barytspath schon fertig gebildct worden war.
Das Vorkommen des Barytspaths in Chalcedon-Nieren in cinzeliien Krystnllen uiid in gr6lseren und kleineren Parthien im Eisenkiesel versenkt , wie zu Schriesh i m , in einem, durcli tlionigeisenschuseiges 13indemittel
zusnmmengehaltenen Congloinernte, wie zu tleddesheim
unfern Kreotnach, in Kalkspathdrusen, 31s Ausfiillung
der Hiihlungen im thonigen Spharosiderit, als Versteinerunpnittel von Aminoniten im Lias etc., schliefst die Bildung aus dem geschmolzenen Zustande theils glnzlich aus,
thcils knnn sic nur in so weit als zuliissig betrachtet werden, wenn iiian in einzelnen Fallen annehmen kann, d a b
der schou fruher in die Spalten gedrungenc Barytspath
uinhiillt wurde von den Substanzen, in deiieii wir ilin
verscnkt fidden. Zu Preibram in Bohmen iindet man
BaryfspathkrystaIle, welche Eiiidriicke von Q u a n and
Kalkspath erlitten haben. Hier mufste er doch noch
weicli gewesen seyn, als sich auf ihm diese Begleiter gebildet hatten, und man mufste also annehmen, dafs auch
diese im geschmolzenen Zustande in einer spzteren Periodc aufgestiegen waren und sicli auf ilim abgelagert hatten, wenn man uicht von seiner Bildung auf feurigem
W e g e abstrahiren wollte. Kiinnte inan aber aucli cine
fruhere Erhartung des noch strengfliissigeren Quarzes annehmen, so wurde dieselbe Voraussetzuiig beim Kalkspathe niir schwierig anzunehmen seyn. Und liefse sich
wolil denken, dafs Quarz und Kalkspatli iin feucrfliissigen Gemenge sich einzeln hatten ausscheiden kiiunen, ist
es niclit vielmehr walkscheiulicher, dafs sie ein Kalksilicat gebildet hatten? Erkkirt sicli diese Erscheinung nicht
vie1 ungezwungener durch die Annahme, dafs der Barytspath durch Wnsser erweicht war, und eben so auf
nassem Wege seine Begleiter sich gebildet und jene Eindriicke veranlafst hatten? Sol1 ich noch einen Uinstaiid
anfiihren, der fur diese Ansicht und gegcn die Bildung
295
auf feuerfltissigem Wege spriclit, SO ist es dcr, dafs der
in Rede stehende Barytspath auf Gingen in Grauwacke,
also in eiuer neptunischen Formation sicli findet, die,
nach der vorhin gelnachten Bemerkung, die letzterc Bildung ausschliefst.
Zu Witlichen in Baden koinmt gediegeues Silber,
auf Englngen im Granit, in drahtfhnigen, bauinfiirmigen und schiinen zackigen Gestalten, vo; Speiskobalt,
Erdkobalt und Barytspath begleitet, vor. Grbl'sere und
kleinere Parthien des Barytspaths erscheinen zum TheiI
festgehalten und getragen von deu damit verwaclrsenen
Silberdrahten. Hier war gervifs das gediegenc Silber frii
her als der Bergspatli vorhanden; denn wlrkn beide als
gescbmolzene Massen aufgestiegeu, so wiirde der bei weitein strcngfliissigere Barytspath vie1 friiber als das leichtfliissigere Silber erstarrt seyn. Es wfirde daher schwierig zu begreifen seyn, wie der friiber erstarrte Barytspath von den Silberfaden h t t e festgehalten und getragen merden kirnuen, und noch weniger wiirdc zu begreifen seyn, waruln das so Ieicht krystallisirbare Silbcr
in Drahten und nicht in gri)fseren Krystallen sich gebildet hatte. Eben so hatte das drahtfiirmige Silber, w n n
es in einer friiheren Periode gebildet und in eiiier spiteren nrit dem feucrfliissigen Barytspath in Beruhrung gekoinmen wire, schmelzen und gri)fsere Krystalle bilden
mussen. Oline Schwierigkeit erklzrt sich dagegeu jenes
Vorkommen des gediegenen Silbers mit dem Barytspath
(lurch die Annabme, dafs sich auf dem oben angegebeuen W e g e das Silber zuerst aus seiner Schwefelverbiudung ausgeschieden hnbe, und dafs spaterhin der Barytspath auf uassem W e g e auf den Silberfaden gehildet warden sey; also etwa auf iibnliche Weise, wie wir nicht
selten krystallisirte Mineralsubstanzen auf Pflnnzcntheilen
finden.
Wie ist nun aber cine Bildung des hirchst schrverauflaslichcn Barytspatbs auf nassem W e g e zu begreifen?
296
-
Denken wir uns den Barylspatli als eine' Urhildiint;
irn Iniieren der Erde, nclrrnen wir an, dafs Wasser, welc h kohlcnsaure
~
Alkalien (koblensaores Natron otier Kali)
enthalten, init ihrn in Reriihriing geliommen seyen, so wird
eine theilweise Zersekuni; des schwcfelsauren Baryts durcli
die kolilensauren Alkalien voii statteii gegangen seyn, urid
kohlensaiircr Baryt und ejn schwefelsaures Alkali wcrden sich gebildet haben. An der Redingung dieser Z e r selzang, an der Siedhitze in der Tiefe unserer Erde wird
Niemand zweifeln. Aus meinen deshalb angestellten Versucheii folgt indefs, dafs diese Zersetzuug selbst noch
weit unter der Siedbitze, nocli bei 2O0' K. stattfindet,
obgleich init abnehrtiender Temperatur dcr Aufliisung dcs
kohlensauren Alkalis die Mcngc des zersetztwerdendeii
Eben so erfolgt diese
srhwefelsnuren Baryts abnimmt.
Zerse[xung nocli, wenn die Aufliisung clcs kohlensauren
Alkalis so selir verrlunnt ist, wic in unsercn Siiuerlingen. Stiegen nu11 jenc Gewiisser, weIche die Producte
der Zersetzong, das schwefelsaure Alkali und den kohlensauren Baryt , aufgenommen hatten, durch Gangspalten a d , wie sie es noch heute thiin, so mufsten bei allmdiger Abkuhlung sich wiedFr kohlensaures Alkali und
schwcfelsaurcr Baryt regeneriren.
J e w s , aufliislich im
Wasser, wurde in den Gew9ssern fortgefuhrt, dieser,
hiichst schwerlhlich, setzte sich ab und bildete den 13arytspath in den Gsngen.
Schon im reineii Wasser ist
dcr kohlensaure Baryt bei weileiii weniger schwerliislich,
wie der schwefelsaurc Baryt; denn nach S a u s s u r e last
er sich in 2304 Th. kochenden Wassers auf. Enrhielten jene heilseri Gewsisser freie Kohlens2iirc und befanden sic sirh unter einein starken Iiydrosra~ischenUrucke,
so konnten sie dainit gessttigt gewesen seyn. Dadurcli
rnufste sich ihre Auflosun~sfaliigkeitnocb im hohen Grade
verinehren, da, nach H o p e , Wasser init Kohleiisaure
ges:ittigt &.v kolilensauren Baryt aufliist. SOerklsrt sich
also $an2 einfach, wie durch eine, Jahrhuuderte und Jahr-
297
tatisende fortgesetzte, Wassercirculation in einer Gangspalte die bedeutendsten Quantitateu Barytspath dariu
abgesetzt werdeu konnten. Da kohlensaure Alkalien so
frequente Bestandtheile in kalten wie in warmen Mineralquellen sind, so ist es klar, dafs noch jetzt, wenn solche Gewasser in der Tiefe mit Barytspath in Beruhrung
kommcn, jcne Zersetzungen eintreten mussen, und so begreift man, wie nocb jetzt der a n sich hijchst schwerliisliche Barytspath durch Wasser fortgefuhrt werden kann.
Ich brauche nicbt zu bemerken, dafs so manche neucre
Bildiingen des Barytspaths wahrscheinlich auf diese W e i s e
entstanden sind.
VII.
Ueber die das Cerium 6egZeitenderi neuerr
Metalle Larithaniima urid .llidymiurn, so cvie
iiber die mi& (let- Yttererde oorkomrnetrdcn
neuen iVtBtalle Erbium und Terliurn ;
Qon C. G . M o s u n d c r
[Nactisiehendes ist ein vom Iirn. Verf. in der Versamtnlung skandinavischcr Naturforsrher zu Stockldm im Juli 1842 geiialtener Vortrag.
In E r m a n g h ~ gvolkindigerer Pr’aclirich~engeben wir einstweilen diesen
nach einer im Phil. Mug. 701. X X l I f p . 241 mitgettieilten englischen Uebersetzung, die der Major B e n r u i s h VerfJst und in der
Versarnmlung englischer Naturforscher zu Cork i m August d.’J. vorgelesen hat.]
O b w o l i l ich wegen Unvollstandigkeit der Resultate meiner Untersucl\ungen iiber das Cerium und L’anthan nicht
die Absicht hatte gegenwzrtig eine Mittheilung uber diesen Gegenstand zu machen, so schien es mir doch, nach
Anhijrung der interessanten Vorlesung des Dr. S c h e e r e r l ) , dafs es niitzlicli seyn kannte, einige bei meineu Arbeiten erlangte Erfahrungen allgemeiner bekannt zu map. .
1 ) Vergl. Annal. Bd. LVI S. 479 und 503.
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