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Einige Bemerkungen ber die chemische Constitution der Amphibole und Augite besonders in Bezug auf Rammelsberg's neueste Analysen hiehergehriger Species.

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598
VII.
Eirtige Brrrirrkuitgm iihrr d i p chernischr COILslitutivir d r r Ainphiholr und L4ugit~,hrsonders its
Beziig auJ Rum m e l s b e r g ' s izrrieste ArtuIyseiL
hie2iwgehiiriger Species ; uon Th. S ch e e r e r.
(Aus d. Berielit der K. S i c l ~ s .Gesell. vom Hrn Verf. iibersandt).
I n seinein reichhaltigen System of Mineralogy tiat 2, a II a ,
nach dein Vorgange H e r i n a n n ' s n. A., die cheiiiischen Foriiieln einiger Mineralieii dadurch wesentlich vereinfaclrt und
zum Theil auch in bessere Uebereiiistiminuiig init den betreffenden Krystallfortnen gebracht, d a t er in gewissen Fallen
& isomorph
init 3 R setzt. Einen Beleg fur deu guten Erfolg dieser Annahme giebt uns unter anderen der Spodumen, dessen augitische Forin init seiner chemischen Constitu tion
R s $2
+
tXl;I[sj.>
in Harinoiiie gebracht w i d , sobald inail wl isomorph init 3 R,
... ...
also A1 Si2 isoinorph init R' $1. setzt, wodurcli daiin jeiie
Forinel zu dew gewohnlichen Augit- Schema
R
~
si.2
zusammenschrumpft. Gewifs kann man einer solchen Auffassung nur beistiminen, und ich habe daher bereits vor einiger Zeit diesel1 neuen Fall des polyineren Lsomorphismus
willkoininen geheifsen
R a i n m e l s b e r g hat das Verdienst, in seiner Arbeit
Ueber die krystallopraphischeii und cheinischen Keziehungen von Augit und Hornblende, sowie voii verwaiidteri
Mineralieii ') durch wiederholte Analysen des Akmit, AegiI).
81
I)
v. L i e b i g , P o g g e n d o r f f und V V i j l i l e r s Handwiirterbucli, 2. hut'lage des I . Randes, Artihel .Ikmi/. Nrbst deni hrtikel Agulrru1/olith
in einer besonderen, kleinen Brorhiire ersclriencn.
2 ) P o g g . Ann. Bd. 103, S. 273; sowie in dein Monntsbelichten der
lionigl. Akadernie drr Wissenschaften ZII Berlin, Gasanirntsitzung am
14. Febr. 1858.
599
rin, Babingtonit uiid Arii edsonit bewiesen zu haben, dafs auch
in diesen Mineralien 1 At. Fe die Rolle von 3 At. R spielt,
Aufserdem aber hat derselbe zu zeigen gesucht, dafs dieser,
nach ineiner Aiisicht, in einiyen Mineralspecies zur Geltung
kominende, besondere Fall des Isoinorphismus in der Ainphibol- und Augit - Gruppe eine durchgreiferbde RoIIe spieie,
ja dafs dadurch beide Gruppen cheinischerseits identisch wiirden, i d e m sich alsdaiin fiir siimmtliche Amphibole und Augite die Augitfornael annehmen liefse.
Unlaugbar ware diefs eine Thatsache von weitreichenden Folgen. Uni dieselbe zu beweisell, war K a m in e 1s b e r g jedoch genothigt, die obige Hegel wesentliclr zu 1110dificiren. Nachdem e r sich namlich iiberzengt hatte , dais,
wenn bei den Amphibolen und Augiten sowohl i l als s’e
isomorph init 3k gesetzt wid, man zu durchaus kejuen aniiehmbaren Resultaten gelangt, wurde er zur Annahme gefiihrt: nur %e trete in diesen Mineralien isomorph mit ilR
auf, dagegen il isomorph init Sj. Diese Aimahme iuvolvirt
zw-ei grofse Unwahrscheinlichkeiten. Ersteus: die gewaltsame Trennung zweier notorisch isomorpher, in deli vielfachsten Beziehuiigen cheiniscli ahnlicher und so zu sagen stets
Hand in Hand gehender Iiorper, Eisenoxyd und Thonerde,
von denen hier der erstere zu deli elektropositiven, der andcre zu deli elektronegativen Stoffen gcstellt wird. Zweitens: die Aimahme der Isoinorphie zweier Iiiirper, Kiesclsaure und Thonerde, welche notorisch , im gewohnlichen
Sinne, nicht isoiiiorpli sind, w a s sich nicht allein aus ihren
Inorphologischen Verhdtiiissen als Quarz und Corund, sondern auch aus ihrem .r-ereinten Auftreten als Cyanit, Andalusit u. s. w. zur Geniige ergiebt. A priori ist aIso sicherIich kein Grund aufzufinden, welcher die Hypothese von
dein gegeiisatzlichen Auftreten der Thonerde und des Eisenoxyds, und von deiii gleickartigeii Auftreten der Kieselsaure uiid Thonerde plausibel inachen konnte. Seheii wir
iiun zu, was, nach R a i n n i e l s b e r g ’ s Meiuurig, a posteriori
fur dieselbe sprechen soll.
600
l n der gedachten Arbeit theilt 'uns K a in in e 1s b e r g seine
analytisclien Resultate von 22 verschiedeiien Ainphibolen
Init, n&nlicb von 4 Treinoliten, 2 Strahlsteineii und 16 gewiihnlichcn (tbonerdehaltigen und eisenoxydhaltigen) Hornblenden. lndeni er die Sauerstoff - Verhaltnisse derselben,
niit Zugrundelegung der obigen Hypothese , berechnete, ergaben sich die Proportionen
(K
+.i.;e, :(Si +All
= I :2,06 - 2,18 -2,06 - 1797-2,02 - & I 7 ",09 - 3,oo -2, I 5 -2,ti.L - 2,oa -2,413 2,116 - 1,85 - 2,oo - i , 7 0 - 1,75 - 2,20 -
1,93-2,Il -2,L6-1,99.
Diese Proportionen halt K a m i n e l s b e r g fur hinreichend
iibei.einstiiniuend init Clem , der Augitforniel R.j Si' entsprechendeu Sauerstoff-Verhaltnisse I : 2, uin dnraus Identitiit zu
fo1gmi. Sornit ertheilr er sainmtlichen Amphibolei: die Angitfonnel, und gelaiigt nun ruckwarts zu detn Scblusse : dafs
Eiseiioxpd uiid Thonerde wirklich die oben gedachtcn paradoxen Rollen spielen.
Bei solcher Beweisfuhrung kornnit naturlich zundchst
alies darauf a11 , inwieweit sich jeiie 32 Sauerstoff-Proportiooen als identisch init der Proportion 1:2 betrachten lassen. 1)iesen wesentlicheii Umstand wolleii wir in dein Folrendeii nbher uiitersucheri.
Es entsprecheir
die Fornieln
deli Saucistoff-PI.oportionen
R:Si
1)
2)
3)
3K'S; + K ( . S i . . .
li Sii (Augit)
. . .
R 3 Si" -+ h S i (Aiiipliibol)
i \ 3 3 i ? +3jRsi
. .
*
.
.
.
1 : 1,75
1 : 2,OO
1 : 2,25
4)
. 1:2,50
W i r wollen uns n m dariiber zu einigen sucheii, bis au
,udchem Grade die durch die Analyse gefuidenen Sauerstof€-Verhaltnisse von einer iind der aiideren dieser -1- Proportionen nbweichen diirfert, mi doch iioch als identisch iriit
I
60 1
emer derselben gelten zu kiiunen. Vorschlagsweise nioi;eu
folgende Granzwerthe aufgestellt werden.
R :$i
I
Bei Forinel (1) . . . I : l,70 bis 1,80 ,
(2) . . . t : 1,95
2,05
(A)
ii
m
(3)
. . I : 2,20
2,80
>,
n
(-I) . . . 1: 2,45
2,65
Nehmen wir z. E. die Forinel 2 (die des Augit), so wird
durch die dazu gehorigen Griiiizwerthe verlangt, eine AugitI1
'1
.
)I
1'
Analyse iniisse eine Saaerstoff -Proportion R:Si geben, welche zwischeii l :1,93 uiid l :2,06 liegi. Die Berechnuug zeigt,
dafs diese Granzwerthe folgende SchwanLungen in den proceiitalen Mengen der Kieselsaure, vice versa der Basen, gestatten :
Kieselskre
Gestairrie
in Procenten
Diflerenz.
I ) bei einem Augit v. d. Formel
Mg? 'Si? + Ca8 S i 2
2 ) bei eiiiem Augit (Tremolit)
yMg3
5.2 +
&3'&2
55,55 bis 56,80 I ,25 Proc.
57,'iO bis59,OO 1,30Proc.
Noch grofser werden die gestatteteii Differenzeii dadurch,
da€s wir den Analysen einen, zwischen alien Bestandtheilen
anaahernd gleich vertheilten, Gesainmt -Verlust oder ein
smnmarisches Schwaiiken von 1 Proc. erlaubeii wollen, wodurch die Uifferenzen respective bis auf 1,80 iiiid 1,88 Proc.
steigen konnen, das Sauerstoff-V~rh~ltiiifs
R:
si aber irnrner
nocli der Formel R' Si7 entspric,ht. Gewifs ist es uiclit zu
vie1 verlangt, dafs Analysen, aus deneu m a n mit Sicherbeit
die Augitformel ableiteii will, eiiie procentale Menge cler
Kieselsiiure gebeii inussen, welche bis zu etwa 0,Y Proc.
uiiter oder fiber der bcrcchiieten Kicselsiiuremengc liege~i,
also um etwa 1,s Proc. scliwaiikeii kann. Bei der hufstellung der obigeii Grliizwerthe (A) durften wir daher nicht
zu rigoros zu VTerke gegangen seyii ; weiiigsteiis nicht bei
Aiialyseii , welche eine moglichst scharfe Bestimmung der
602
Kieselsaure ( uiid Tlionerde) zu einem ihrer Ilauptzwecke
hatten, uni als gewiclitiges Kriteriuin zur Entscheiduug uber
eine Hypothese zu tlienen, die einzig und allein hierdurch
einige Nahrung gewiimen konnte.
Vergleicht inaii nun die Graiizwerihe A init deli R a 111 in e l s b e r g 'scheii Analysen , so findet inaii , dafs voii dieseii 22 Analysen in Betreff ihrer Sauerstoff -Proportiouen,
fallen
innerhalb des Bereichs der Formcl
zirischen Forinel (1) und ( 2 )
iniierhalb des Bereichs der Forniel
zwischen Forinel (2) uiid (3)
innerhalb des Bereiclis der Forinel
zwischeu Forinel (3) und (1)
iunerhalb des Rereichs der Forinel
(1)
2 Analysen
-2
(2) 7
9
(3) 1
0
(4) I ' )
22 Analysen
)>
11
'1
11
1%
J)
Voii 22 Analyseii sind es also nur 7, cleren SauerstoffProportionen, bci Zugrundele~ung der R a i n m e l s b e 1s'schen Hypothese, die Aufstelluiig der Augitforuiel ( 2 ) zulassen. Hetrachten wir diese 7 Analyseu in dein Folgeiiden
etwas iiaher. Sie bezielien sich auf:
I ) Tremolit yon der Insel Maiieetsoh in Griinlaiid; init
kornigein Kalk verwachsen. Erlitt beiin Gluhen einen
Gewichtsverlust von 3,33 Proc., iiber dessen clieinische
Beschaffenheit (Wasser? Kohlensaure?) wir nichts erfahren, und welcher daher auch bei Eerechnung tier
Sanerstoff- Proportion ganzlich aufser Aclit gelassen
wurde. Addirt inan hierzu deli Vvrlust, ivelcheii die
Analyse aufserdeni gegeben hat , 0,57 1°K. , so erhalt
man die Suinme der unberiicksichtigt geblicbenen Proceiite = 3,YO.
2 ) Gruner durchsichtiper, krystallisirter Strahlstein voin
Greiner irn Zillerthal, in Talh eingewachseii. Ein Gluhverlust voii I ,29 Proc. wurde imberucksichtigt gelassen.
I ) [lie
I :'L,ti'L, tsllt a l w iiovli
1 ; %,45 bis 2.55 t i i n a t i s .
Sai,arstolt'- Pcoportioti i s t
Gr.ioze
VIJII
VIW;I~
iilicr
ilir
603
Verlust bei der Analyse = 0,91 Proc. Suinnie der
unberucksichtigt gebliebenen Procente = 2,23.
3 ) Pargasit von Pargas. Ueberucksichtigter Gluhverlust
= 3,lO Proc. Verlust bei der Analyse = 2,70 Proc. I ) ,
Suinine der unberucksicht gebliebenen Procente = 3,tiO.
4 ) Hornblende von Bogoslawsk am Ural. Unberucksichtigter Gluliverlust = 0,39 Proc. Ein ebeufalls unberucksichtigt gebliebener Titaiisiiuregrhalt = 1,Ol Proc.
Verlust hei der Analyse == 1,73 Proc. Sunnne der
unberucksichtigt gebliebenen Procente = 3,13.
5 ) Hornblende von Pargas. Unberucksichtigter Gliihverlust
-- 0 3 2 Proc. Verlust bei der Aiialyse = 1,OO Proc ').
Suinine der unberucksichtigt gebliebenen Proc. = 1,52.
f i ) Hornblende von Brcvig. Unberuchsichtigter Gluhverlust = 0,18. Desgleichen Titansauregehalt =1,01 Proc.
Verlust bei der Analyse = 1,37. Suinine der unberucksichtigt gebliebenen Procente = 2,86.
7 ) Hornblende voin Stenzelberg iiri Siebengebirge. Unberuchsichtigter Gluhverlust = O,48 Proc. Desgleichen
Titansauregehalt = 0,19 Proc. Verlust = 0,33 Proc.
Suinine der unberiicksichiigten Procente = 1,OO.
Analysen, wie die von 1 , 2, 3, 4 und 6, bei welchen
2,23 bis 3,90 Proc. der Bestandtheile nicht beruchsichtigt
wurden, eigneii sich uumiiglich zur Schlichtung einer Streitfrage, die nur durch die schiirfsten analytischen Resultate
als iiberhaupt befugt erscheincn liann. Somit hIeibeii hlofs
die beiden Analysen 5 und 7 ubrig. Bei ersterer wurden
i $2, bei letzterer 1,OO Proc. der Bcstatilltheile unberiichsichtigt gclasscn. Diefs niag allenfalls angehen , obwolil
i,52 Proc. schon die Granzc iiberschreitet, die nian hier i i i i t
Recht innelialten sollte.
Kachdem null obige 7 Analysen auf zwci reducirt worden sind, wollen wir versuchen, denselben einigen Zuwaclis
zuzufuhren. Einige anderc jener 22 Aiialyseu , von denen
wir bei nnserer Priifung ausgingen, fallen init ihren SauerI ) Enter
gehoriger Beiucksiclitigutig des F I * i o r ~ .
2 ) L)e.gieiebw.
604
stoff - Proportionen so nahe aufserlialb dcr voti tills gczogenen Granzen, dafs es wie eiiie lieblose Willkiir aussehen
konnte, wcrin wir durchaus streng auf die Erfullung d i e m
Maafses bestehen wollten. Durch besondere Uinstiindc Lann
es vorkominen, dafs, bei einer sonst genaoen A n a l p , sich
das Gewicht eines Fehlers vorzugsweise an eine Art der
Bestandtheile, .an die elektropositiven oder elektroneg;ifiven,
hangt, wodurch das Gesainmt - Sauerstoff - Verhaltnifs leicht
zu einer verh8ltnifsm~fsiggriifseren Abweichung gebracht
wird. Uin aucli diesein specielleii Falle Rechnung zu tragen, wolleii wir jeiie Granzen bis zuin doppeltcn AbPtnnde
erweitern, also von 1,95 - 2,05 bis auf I,90 - 2,iO
bringcn. Dadurch erhalteri wir vor der Hand folgendeii
Zuwachs ’).
8 ) Hornblende voii Edenville. (Sauerstoff Proportion =
I :2,09). Unheriicksiclitigter Gliihverlust = 0,46. Verlust = 1,8% Sulnine der ~ii~beruclisiclitigteiiProcente
2,:34.
9 ) Hornblende von Arendal. (Sauerstoff - Proportion =
I :2,06). Uiibcriicksichtigter Gliihverlust = 0,35. Verlust = 0,56. Surnine der unberucksichtigten Procente
= 0,93.
1 0 ) Hornblende von H8rtlingen. (Sauerstoff - Proportion
= I: 1,93.) Ueberschufs bei der Analyse = 1,28 Proc.
Unberiicksiclitigter Titansauregehalt = 1,OI Proc.
Die Analyse 8 durfte fur uiisere Waage wohl zu leicht,
die Analyse 1 0 aber zu schwer befunden werden. Mithin
lafst sich nur allenfalls die Analyse 9 als ein Zuwachs der,
der R a i n i n e l s b erg’schen Hypothese oicht ungiiiistigen
Thatsachen betrachten.
Setzen wir die vier Aiialysen der, so eben in der An-
-
1 ) Die hualysen
Jcr ‘I‘reniolite
VOIII
.%. Gottirsrtlt u n d
von Gouvetmeur.
welelre Snuer,toffweillie von 2,03 bis 2,09 iind von 2,Ofi ergallen, hiinnen I i i e r oicht i n Betraclit k o r i i m e i i , d n diese ArnpLibole w e d e r l i k e n -
oxyd
O O C b Tlionerde e n h d t c u , also ZUI‘ Sclilictitnug uriserer Streitlrage
niclits beiziitragrn vermiigeo. A n c h l e i d e n oben erwglinten Analgsrn
( I ond 2 ) des ‘I‘rernolit v. M l n i i ~ e ~ s n kuncl dcs Stlahisteins v. Greiner
lritt dieser U r i i s t a n d noclr hinzir.
605
nierbuiig naiiihaft genrachten, weder thonerde- iroch eisenoxydhaltigen Ainphihole a dse r Betracht, so ergiebt sich als
Endresultat unserer Priifung:
?'on achtaehn ( 18) Analysen verschiedener Amphibole,
unter denen 2 thonerdehaltige und 16 thonerde- und
eiseiioxydhaltige, entsprechen hochstens drei ( 3 ) Analysen den Anforderungen der B a m m e l s berg'schen
Hypothese.
Unsere starken Zweifel, die wir schon a priori in die
Riclitigkeit der Rainni e l s b erg'schen Ansichten se~zenmufsten, fillden wir folglich a posteriori in so entschiedener
Weise gerechtfertigt, dafs uns die Hypothese unhaltbar erscheint.
Docli suchen wir zu retten, was zu retten ist. Uiiter
den Triimmern einer Hypothese findet man niitunter werthvolle Bruchstiicke, die bei anderen Systein- Gebauden mit
Nutzen als Bausteine verwendet werden liiinnen. Wir .haben so eben gesehen (s. d. vorhergeheiide Artmerl~ung),d&
die, mit den aufseren Charaliteren eines Amphibols auftretenden Tremolite vom St. Gotthardt und Gou\'eriieur, welcire weder Eisenoxyd noch Thonerde enthalten, annahernd
zur Augitforniel fuhren, iudem beide die Sauerstoff-Proportioil 1 : 2,06 geben. Wahrscheiiilich haben wir in diesen
Mineralien einen Zuwachs unserer Erfahrung elhalten: dafs
die, cheinische , Augifsubstanz, aufser iii ihrer gewijhnlicheu Forin, nuch iu Ainphibolform arifzutreten vermag. Ich
selbst habe diese, jetzt wohl iiicht mehr zu bezweifelnde
Thatsache friiher mehrfach zu befurworten und niit Geispieleii zu belegeii gesucht I ) . Aliein es wurde rielleicht
zu vorschnell segn, weiin wir LIIIS zu deiri Sclilusse hinreifsen liefseii : a h Treinolite seyen, ihrer Mischung nach,
iliigite, ihrer Form iiach, Amphibole. Von R a inmelsb e r g ' s Analysen vier rerscliiedener Treinolite stiminen nur
die oben angefiihrten zwei hiermit uberein, wiihrend sich
eine andere entsc,hieden der Ainplribolforu~el nahert. Vor
-
1 ) Dci.
Pa,:iiIi1)rt)IiisII~"s u . s.
i ) i s I I iind Rd 91, S. :%:3
w.
liir
5. 5ti
385.
II
f. P i ~ g g .-1n11 Rd. 89,
S. I2
606
niehreren Jahren analpsirte meiii dermaliger Assistent K 0 b.
R i ch t e r einen nadelformigen Treniolit voin St. Gotthardt '),
dessen Zusamnicnsetzung genau der Ainphibolforinel entsprach. K a 111 in e 1s b e r g ' s Bemerhung, dafs bei alteren Analysen wolil leicht zu F iel Kiesels2ure gefunden seyn kounter
weil die abgeschiedene Kieselsaure nicht init Flufssaure auf
ihre Reiiiheit gepruft wurde, kann sic11 nicht auf die R i c h t e r ' sche Analyse bezieheii , denn diesclbe wurde, wie i n
der betreffenden Abhandlung angefuhrt, unter Beobachtuiig
sowohl dieser als anderer unerlafslicher Regeln zur scharfen Bestimiiiung der Kieselslure und der Baseii vorgenommen, welrhe ich bereits vor 6 Jahren ausfuhrlich beschrieben ') und seit inehr als 12 Jahren bei allen iiieinen Silicat - Analysen in Anwendung gebracht habe.
Nach dieser kleiiien Abschweifung konimeii wir wieder
auf uiiseren Hauptgegenstand zuruck : auf die chemische Constitution der Amphibole.
R a m m e l s b e r g hat sich voii zwei, bei der cheinischen
Constitution der Amphibole in Betracht kommenden Urnstanden fiberzeugt, in welchen wir mit ihin bollkommen
ubereinstiimnen, iiamlich : 1) dafs es zu keineii aniieh~~lbaren
Kesultaten fuhrt , wenii man Thonerde und Eiseiioxyd als
basische Restandtheile annehiiien wollte, und 2 ) dafs es ebenso wenig thuiilich ist, Thonerde und Eisenoxyd in dcr Weise
als elektronegatiwe Stoffe zu betrachten, dafs 1 Atoll1 S i
durch 1 Atom a1 und Fe vertreten werden konne. Nach
eingesehener Unzulassigkeit dieser Aniiahinen wurde K a 111 in e 1sb e r g zur Aufstellung seiner Hgpothese von den gegensatzlicheii Rollen der Tlioiierde und des Eisenoxyds gebracht.
Nach volliger Abschneidung dieser De'file'en , welche zu
dem rathselhaften chemischen Innern der Amphibole fiihren
sollten, und bei der uiiablaugbaren Gewifsheit, dafs doch
auch die Amphibole eine bestimmte chemische Constitution
607
haben iniisscn, bleibt uns nichts anderes iihrig, als iins dem
polymeren Isoinorphisinus in die Anne zii werfen. Um die Anwendbarkeit der Gesetze desselben auf bestiinmte Mineralien
zu zeigen, inussen die Analysen dieser Mineralien gewissen
Anforderungen entsprechen. Die hier in Rede stehenden Ainphibol- Analysen thun diefs grofstentheils nicht, theils wegen
der schon oben erwahnten betriichtlichen Verluste, theils
wegen der nicht genauen Wassergehalts - Bestimmungen. 111
Betreff der letzteren theilt uns R a i n ~ n e l s b e r g ,auf S. 310
seiues Aufsatzes, mit: 11Der (Xihverlust ist der, den das
grobe Pulver in inafsiger Kothgluhhitze erleidet, wobei es
aufserlich sich nicht vcriindert. Er betragt 1, bis 1 Procent,
und besteht wohl nur a m hygroskopischer Feuchtigkeit.
DaCs in starker Hitze ein abennaligcr starkerer Verlust von
1 bis 2,3 Procent durch Entweicheii von Fluorkiesel und
etwas Wasser eintritt, hat schon B o n s d o r f f gefunden. Bei
einein solchen Verfahren ist natiirlich fur eine genaue Bestiininiing des cheinisch gebundenen Wassers ganz und gar
nichts gethan: um so weniger als nicht einmal auf die, in
Folge stiirkeren und langeren Erhitzens stets inehr oder
weniger eintretende Oxydation des Eisenoxyduls zu Eiseno r y d Kiiclisicht genommen zu seyn scheint, wodurch der
Gliihverlast entsprechend kleiner ausfallt als er wirklich ist.
Auf solchc Weise kann inan leidit eiii Paar Procent Wasser iibersehen. Enthalt ein wasserhaltiges Silicat zugleich
Fluor, so wird dadurch die genaue Bestiininung seines Wassereehaltes allerdings erschwert, aber keineswegs unmbglich.
Glucltlicherwrise enthalten jedoch niir wenige Amphibole
betrachtliche Mengen von Flnor; die ~neisten so gut wie
gar lieins. In RetrFff der von mir angewendeten Methoden
zur scharfen Restiminung des cheinisch gebundenen Wassers
in Silicateu, rids ich auf ineine Analysen der TalLe und
verwandten Mineralieii, der Epidote , Vesuviane, des Prosopit u. s. w. verweisen.
Unter solchen Umstanden sind nur wcwigc der gedachten 18 Amphibol- Analysen rinmittelbar geeignet , einer genauen Priifung hinsichtlich der .innwendbarkeit der Gasetze
f(
des polyincwii Isonwrphismiis auf dieselhen uiiterworfen
zu werden. Doch iniige folgeiitle Uebersicht derselben liier
cineii Platz finden, bei welcher (lids, so gut es sich thun
Iiefs, wenigstens versiirht wurde. Die in Colainne I angegebenrn Sauerstoff -Proportionen wurden nach den Priucipieii des polymeren Isomorphisinus berechnei, 3 A1 uiid
...
...
3 F e = 2Si, und 3H = 1K. Feriier wurde hierbei die i n
eiiiigeii Horiiblcndeii voii K anim e 1 s b e r g gefuiideiie Titansaure (bis zu etwas iiber 1 Procent hetragend) dadurch in
Recliiiuiig gebracht, dafs der Sauerstoffgehalt derselben dein
der Kieselsaure zugelegt wurde. Durch Aiialyseii einiger im Freiberger Giieus auftretenden
iflimnier, welche bis
gcgen 3 Proc. Titaasaure enthalteii, habe ieh inicti iiber
zeugt, dafs die Titansaure in derartigen Silicaten als pine
elektronegative , die Kieselsaure vertretende Substaiiz zu
betrachteu scyn durfte. Endlich sind in Coluiniie I[ die Gesainintverliiste angefiihrt, wclche die R a m i n e l s herg'schen
Analysen gegeben haben.
-
I.
Strahlsteine.
1. St. v. Greiner iin Zillerthal
2. St. v. Arendal
11.
oder
Uebe, scttul's
SailerstoffPtoportion.
\'ellust
(li)
: [i'ij
i n Prorenten.
1 : I,97
1 :2,O6
+ 1486
- 0,94
Hnrnblenden.
1.
H. v. Edeiiville
2. Pargasit
3. H. v. Monroe
4. Carinthin
5. H. v. Ural
6. H. v. Pargas
7. H. vmi Arendal
8. H. v. Filipstad
9. H. v. Brevig
10. H. v. Fredriksvarii, a
I I . H. v. Fredriksvarii, b
12. H. v. Vesuv
13. H. v. Hartlingen
14. H. v. Ceriiosin
15. H. v. Honnef
16. H. v; Stenzelberg
1 : 2,18
1 : 1,87
1: 1,99
1 :2,59
1 :2,30
1 : 2,18
1 : 2,42
1 :132
1 :2,40
1 : 2,22
1 : 2,34
1 : 2,33
I :2,37
1 : 2,35
1 : 2,39
1 : 2,50
- l,88
- 2,70
-t- 03.1
- 0,87
- 1,73
- I,OO
- 0,56
- 2,33
-297
- I,4l
- I ,30
- 1,22
+ 1,28
+ 1,20
- 1,66
- Q,33
609
Die Betrachtung der Coluiniie I1 zeigt uns zunachst, dafs
von den 16 Hornblend-Analysen iiicht weniger als 11 eineu
Verlaist von 1 bis 2,70 Proc. ergeben haben. Da sich bei
Analysen wie die R a 111in e l s b e r g ’schen nicht annehineii
lafst , dafs diese ungewijhnlich grolsen Verluste voii zuralligen und verschiedenartigen Fehlern herruhren, so werden
wir darauf hingewiesen : die geiiieinschaftliehe Ursache derselben in der analytischen Methode zu suchen. Nun hat
aber R a n i m e l s b e r g a l k Besiandtheile der Hornblenden als da sind: Kieselsaure, Thonerde , Eisenoxyd, Eisenoxydul, Manganoxydul, Kalkerde, Magnesia, Iiali, Natron,
Titansaure und Fluor - narh den besten Methoden und
gewils mit seiner bewahrten Genauigheit bestimint , nur allein, wie wir uns vorhin uberzeugten, mit Ausnahme des
Wussers I ) . Moge uns daher die einstweilige Annahme gestattet seyn, dafs wenigstens derjenige Theil dieser Verliiste, welcher uber 0,75 Proc. betragt, in Wasser bestehe.
Wird auch dieses Wasser 31s basisehes in Rechnung gebracht , so veranderii sich dadurch die Sauerstoff-Proportionen unsercr Hornblenden wie folgt. Zugleich sind dabei
die Gesainmtwassergehalte angegeben, wie inan sie erhalt,
weiin inan die von R a m m e 1 s b e r g gefuudenen Wasserinengen zu den von uns angenomineneu addirt.
SauerstoffProportion
Strahlsteine.
1. St. v. Greiner im Zillerthal
2. St. v. Arendal
Geswnmt- WasserWassergehalt
gehalt. nach Ram-
R : [%]
Proc.
1: 1,95
I :2,06
1,48
1,29
2,20
2,20
melsberg.
1 ) Doch durften vielleicht auch R a m m e l s b e r g ’ s Bestimmungen des Eisenuxyduls (und Eisenoxyds) riner kleinen Correction bediirfen. Man
sehe hieriiber meine Abhandluop: Bemerkungen iiber die chemische Constitution der Epidote und Idokrase, in den Berichten der Gesellschaft
d. Wissenschaften eu Leipzig, Sitzung am 7. August 1858, und daraus
in E r d m a n n ’ s Journal f. prakt. Chem. Bd. 55, Heft 2.
PoggendorPs Aunal. Bd. CV.
39
Gesammt-
Wsssrr-
VS'dssergelialt.
Proc.
Hurnblcodeo
1,59
1. H. v. EdenvilIe
3,O.i
2. Pargasit
0,59
3. H. v. Monroe
0,4 1
4. Carinthin
5. H. v. Ural
I37
0,77
6. H. v. Pargas
0,56
7. H. v. Arendal
8. H. v. Filipstad
2,38
9. H. v. Brevjg
1,lO
10. H. v. Fredriksvani, a
1,26
1 I . H. v. Fredriksvzrl), h
I ,09
12. H. v. Vesuv
0,S.t
0
13. H. v. HBrtliilgeii
1.1. H. v. Cernosin
0,7 1
15. H v. Homef
1,70
16. H. v. Steuzelberg
0,18
Versachen wir jetzt, uiisere Strahlsteine urid Horiibleii&I,
nach der Keschaffenheit ilirer Sauerstoff- Proportioneii,
in KIasseii zu bringen.
Erste Klasse. Sauerstoff-Prop. 1 : B,75.
Grauzwerthe 1,65 bis I,H.j.
Pargasit . . . . . 1 : l,80
€1. v. Filipstad . . . 1 : 1,85
Zweite Klasse. Sauerstoff - Prop. 1 : 2,UO
Graiizwerthe 1,YO bis 2,lO.
St. v. Greiner .
. 1 : 1,95
H. v. Monroe . . . 1 : P,9Y
St. v. Areudal . * . 1 : 2,06
(H. v. Edenville . . 1 : !2,13)
-
Dritte Klasse. Sauerstoff - Prop. 1 : 2,25.
Gr$iizwerthe 2,15 bis 3,35.
H. v. Pargas . . . 1 : 2,16
H. v. Fredriksvarn, a 1 : 2,19
61 1
€3. v. Ural . . , .
H. v. Vesuv . . .
H. v. Fredriksvhi, h
H. v. Honnef . . .
H. v. Cernosin
. .
(H. v. Brevig . . .
(H. v. Hartliiigen . .
I : 2,25
1 :2 3 )
1 : 2,31
1 : 2,31
I : 232
1 : 2,36)
1 : 2,37)
Vierte KZasse. Sauerstoff - Prop. 1 : 2,50.
Granzwerthe ?,A0 bis 2,W.
H. Y. Areiidal .
1 : 2,154
H. v. Stenzelberg .
I : 3,50
Cariiithiii
. .
. a : -457
. .
.
.
Voii der H. v. Edeiiville bleibt es ungewifs, ob sie zur
2. otler 3. Iilasse gehiire, und voii den H. v. Brevig und
v. Hartlingen I ) , ob sie zur 3. oder 4. Iilasse gehiireii. Die
Sauerstoff - Proportioneii unserer vier Klassen entsprecheii
folgenden Forineln :
Erste Klasse = 3(R)3 [Si]’ + (R)3 [Gi]
Zweite Klasse == (R)’ [Si]” (.-\ugit -Foriiiel)
Dritte Klasse = (R)’[Si]’ -+(R) [Si] (Amphibol-F.)
(K)
[Sil
Vierte ~ a s s =
e (R>I [Si]? + 3
Es sind diefs dieselhen 4 Forineln, welche bereits eiw
gangs dieser hbhnndlung aufgestellt wurden.
Erste KEasse. O b der Pargasit rind die H. v. Filipstad
wirklich eine solche Klasse bilden, oder ob bei der Analyse dieser Mineralien sich E’ehlw einschlichen , wodurch
die Sauerstoff - Proportiouen sich hetrachtlich voii 1 : 2,OO
entfernten, lafst sich nicht init v8lliger Sicherheit entscheiden. Fiir die zweite Annahine spriclit der bedentende Fluor1) klit rlieser Hcirnblenrle schririt cs eine rigene 13ewandtnifs 7.u haben.
Der darn;: rorkomnrende n o d - wie S a n i l h r r g e r hewhriebro hat a u l eigen:lriirriliche A r t verwactisene Augi:, d e n R a m m e i s b e r g ebenfalls aiialysir:e, girbt fast genau diesclbe Saiierstoll- Ploportion, namlich
.
...
[It) : [hi]
= i : 2,34.
Ueberschub gcgeben,
30
ser Verhsllnicse cor drr
Dorh hat die Bcrinblrn(I-r\nalyse 1,28 €‘roc.
d d ‘ s rim* vollkonirncn sclinrfi Beurtlwilung dieI-land niclit miiglirh
ist
39
*
612
gehalt des Pargasits (2,76 Proc.), welcher die genaue Analyse dieses Minerals jedenfalls sehr erschweren inufste, sow.ie der von R a i n a n e l s b e r g nicht naher bestimmte Fluorgehnlt der H. v. Filipstad.
Zweite Klasse. Die Strahlsteiue v. Greiner und v. Areiidal, sowie dic H. v . Monroe sind aberinalige Beitrage zu
uiiserer obeii gedacliten Erfahruiig: dafs die Augitsubstanz
dimorph ist, indein sie sowohl in hugit-Form als in Amyhibol - Form :iuf~utreteii verniag. Namentlich in Betreff der
Stralilsteiiic ist diefs fruher schon, sowohl voii Rainni e l s b e r g 31s 3011 mir l j ausgesprochen worden.
D r i t f e Klasse. Diese urnfafst dicjciiigcii Hornblenden,
welche, trotz aller Anfechtungeii , der alleii Ainphibol-Forinel treu geblieben sind. Die H. v. Fredril\svarii b, v. Hoiinef uiid v. Cernosin wiirdeii wahrscheinlich nicht blofs zwischen den weiteren Griinzen 2,25 bis 2,%, sondern innerbalb der engerea Grsnzen 2,520 bis 2,30 niit ihren Sauerstoff - Proportionen falleii , wenn die ?Wassergehahe dieser
Mineralien Ton uns nicht iininer noch uni ein wenig, den
Bruchlheil eines Procents, zu niedrig angenoininen worden
waren. Dafiir spricht folgende ' r h a h c h e . Nach R a 111m e l s b e r g ' s Bestimmung ist der Wassergehnlt der Hoinblende v. Frcdriiisvarn = 0,54 bk 0,60 Proc. Wir nahnien denselbcn zu 6),90 bis 0,95 I'roc. an. Es ist abcr diese
Hornhlende friiher in ineinein Laboratoriuin von Hrn. Capitain v. I< o r a n k o ') sehr geiiau untersncht uiid der W a s sergehalt im Durcllschniit rnehrerer nahe iibereiiistiinineiide~
Vermclie = !,83 Pmc. gefuiiden worden. Doch will irh
nicht in Abrede stellen, dafs in Stucken, welche nicht ganz
von derselben Fundstiitte und derselben Art siiid, kleiiie
I ) P o g g . A n n . Ed 84, s. 3b2.
Jonrn. 1: pr. Chent. Bd. 65, S . 341. Die
2)
hier niitgetheilte Angabe,
1 0 3 Eisenoxyd und 9,02 Eisenoxydul rnthtilt,
ist vollkommrn richtig. Die vor Kurzern WII B r e i t h a i i p t in der Berg-
dnIs diese 1Jornblende
II
huttenm. Ztg. 1858. Xo. I gemachta >littlreilung eines anderen VerhB1tiiisst.s zwisrdten Eist:noxyd und Eisenoxydul bmielit sirh auf eine RIlei E , F t ~ h i r ~ l i n l i Meatimnrng
e
diesrr h+.iden Hestandthrilz.
613
Abweichungen vorkouimen k61inen, da, wie wir aus den betreffenden Analysen Rain m e l s b e r g’s uud v. I< o v a n k 0 ’ s
ersehen, auch die fixen Bestandtbeile etwas differiren. Die
Analyse v. K o v a n k 0 ’ s giebt die Sauerstoff - Proportion
(R) : (Si) = 1 : 2,2O.
Vieierte Klasse. Die wirhliche Existenz dieser .4rt von
Hornblenden, welche eine Sauerstoff -Proportion 1 : 2,30
besitzen, a i r d durch die c h i rnitgetheilten Beisyiele hochst
wahrscheinlich.
Die an genauen anaiytischeu Resultaten so reiche Arbeit K a n i m e l s b e r g ’ s Iiefert u m auch werthvolle Beitrage
zur naheren Kenntnifs der chemischen Constitution der
Augite. Von dem eigenthiiioliclien Augit von Hartlingen
war bereits, in einier Aninerkung zur Hornblende v. Hartlingen, die Rede. Auherdem hat Rani in e 1s b e r g noch
Augite voin Aetna, von Schima und voin Laacher See analysirt , und dieselben folgenderma€sen zusaminengesetzt gefunden.
Kieselsaure
47,38
61,12
50,m
Thonerde
532
3,38
9,T2
Eisenoxyd
3,85
0,95
2,36
Eisenoxydul
7,89
3,45
6,65
Manganoxydul
0,iO
2,63
0,15
Kalkerde
I9,LC)
23,54
55495
Talkerde
15,26
12,82
1348
4443
Gliihverlust
___
99,5:4
9!1,8Y
99,24
Daraus ergebeii sich, nach iinserer Theorie, die Sauer
stoff- Verhaltnisse:
27,09 : 13,16 -- 1 :2,Ol
27,’77 : 13,61 = 1 : 2,01 = k3 Csjj
27,58 : 13,38 = 1 :2,06
woraus hervorgeht , dafs die chemische Constitution dieser
Augite sich ebenfalls in volllroininener H;tnnoiiie init den
Primipien des polyineren Isomorphisinus befindet.
Als Endresultat samintlicher, von uns hier angestellten
Priifungen und Betrachtungen ergiebt sich : dafs die R a rn -
-
-
1
614
me 1 s b e r g sche Arbeit vielfache Beitrage zur naheren Keimtnifs des polymeren Isomorphismus geliefert und diejenigen
Ansichten uber die Augite und Amphibole bestatigt hat,
welche ich unter Anderem in meinern Paramoiphismus ( S . 3%)
entwoickelt habe.
Zwisclreii Obernhof uirtl Nassau aii d e I Lahu setzeii Gangtrtimiiier durch die schieferigen Schichten des Spirifereirsandsteines, welche die Fortsetzung des hertihinten Holzappeler Gaiigziiges bildeii , dessen Erzrcichthum bereits stit
Jahrhuudertei~durch deli Bergbau ausgebeutet wird. Diese
Triiiiiiirer bestelreii ails weifsein Fettynar.ze, in welcliein
Kupferkies uiid Blei$;iiiz, theils ipolirt, theils init einander
gniricngt, urid Eisenspatli vorkoinineii. A m A u s g e h ~ n d e ~ ~
tiidell sich daiiii die Producte cler Zersetzurig dieser liarper uritl der Eiiiwirliuiig derselbeii auf clas Nebeiigestein,
coil deiieii icli schoii friihcr (Jahrb. des iiass. Vereiiis fur
N;ttiirl~iiiid~~
V I I , S. 284 ,) Malachit, hlloplinn in warzigen
und trattbigen Gestalten, so \vie Aragoiiit hcscliricben habe,
melchcr thcils iii rciiieii schnecwcd'seii ltosetteii niid spicL'sigeii KIystalltm, a i d eiiieiii cliiiiiieii Ueherznga VOII Brauiieisriisteiii aufliegeird, theils iii hell spangriineii 0 t h iialiezu
h i ~ ~ i l ~ ~ c l b l a uciurcli
e ~ i , kohleiisnures Kripferoxyd gefgrbteii
Rindeii vorlioiuint.
Bckaiiiitlich zcrsetzen sic11 I~.alkhalligcEiscnspathe ill der
Weise, dafs das hohleasaure Eisenoxydull in Oxgdhydrat
oder Brauiieiseiisteiii ubergeht, deii ich, weil die Zersetzuiig
aller Eiseiioxyd oder Oxydul elithaltendeli Mineralkorper
uiiter deii gewohnlichen Bedingungeii der Orydatioii in cler
Natur init der Bildung desselbeii endigt, als die stabile
Forin des Eiseiis in der Natur zu bezeichiieii ptlege, wah-
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