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Einige Bemerkungen ber die feinsten Nervenfasern.

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1834.
ANNALEN
mo. 8.
DER PHYSIK UND CHEMIE.
B A N D XXXI.
XX VII. Einige Bernerkungen iiber die feinsten
Neroenfasern; von C. Kr a us e:
Professor in Hannover.
D i e voin Hrn. Prof. E h r e n b e r g im 3. Sttick des 28.
Bandes dieser Annalen mitgetheilten Untersuchungen uber
die Hirn- und Nervensubstanz weichen in mehreren Punkten von deuen anderer Beobachter ab; und miissen, auch
abgesehen von den daran gekniipften physiologiscben
-An- und Aussichten, schon als neue Thatsachen, die Aufrnerksamkeit in holiein Grade erregen. Durch eine theilmeise Wiederholung der Beohachtungen jenes beriihmten Forschers a n den sosenannten Infusionsthierchen, von
wahrer Hochaclitung gegen die Leistungen desselben erfiillt, erlaube ich mir dennoch einen Zweifel an der Richtigkeit des Resultats seiner, an der Him- und Nervensubstanz angestellten, Untersuchungen zu aufsern. Seit
mehreren Jahren bin ich unablassig beiniiht gemesen, die
mikroskopischen Cbaraktere der einfachen thierischen Substanzen, mit Hiilfe der besten Instrumente (einfacher Linsen und Doublets von P r i t c h a r d und eines grofsen
Coinpositurns von P l i i f s l ) zu erforschen; uiid habe die
Resultate dieser Bestrebangen im ersten Bande meines
Handbuchs der menscblicben Analomie in der Kiirze dargelegt. Icli finde constant in der frischen Hirn- tind
Nerv ensubstanz Fibrillen, die theils leicht geschlangelt
parallel laufen , theils einander schr%g durchkreuzen und
sich so in einander weben, dafs sie nur auf kiirzeren
Strecken verfolgt werden konnen; ersteres zeigt sich z. B.
vorziiglich deutlich in den Longitudinnlbiindeln der Briicke,
im Hirnstiel, im Stabkranz, in diinnen Sierenbiindeln 11. a.;
letztere vorziiglich an der Granze der weifsen und grauen
Poggendorff’s Annal. Bd. XXXT.
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Substanz in dcii Hirnwiiidungen. Diese Fibrillen haben
meistens eioen Durcbmesser v0n & bis s f v der Par.
Linie, sind aber stellenweise angeschwollell , knotig, und
erreichen bier eine Dicke von I&,888.
Sie bestelien aus
einer dehnbaren, zahen , vollkommen durchsichtigen, in
m a s s e r aiiflbslichen Substanz, uud aus sphiirischen, weniger durchsichligen, w e i t e n Nervenkugelchen oder Kiirnchen, die meistens einen Durcbmesser von &"' bis B&'''
baben, ziim Theil noch kleiner sind,- zuin Theil aher auch
211 grofseren mudlichen , oder langlich rundlichen , oder
rundlich eckigen Kliimpchen von h6chstens &"' Durchmesser verschmolzen sind. Die Nervenkugelchen werden von der zahen , durchsichtigen Substanz zusammengeklebt und zu Fibrillen vereinigt, und w a r so, d a k a n
mehreren Stellen die Kiigelchen einer Fibrille einaiider
beriihren, ja selbst zu kurzen Cylindern zusamrnenflieLen, an andern Stellen aber weiter von einander entfernt sind; nicht selten sind sie urn das Achtfache ihres
Dnrchmessers von einander getrennt , und der Zwisclienraum zwischen ihnen nur von einem Streifen der zshen
durchsichtigen Substanz gebildet. In den diinneren Fibrillen liegen die Kugelchen in eincr Reihe, in den dikkeren finden zwei und mebrere neben einander Platz.
ohne regelmatige Reihen zu bilden ; die knotigen Stellen enthalten ein griSfseres , aus mehreren zusammengeflossenen Kiigelchen gebildetes Klumpchen. Eine Perlenschnurforin haben die feinen Fibrillen nicht, da ihre
Kiigelchen dunner sincl, als das cylindrische Fadchen der
zlhcn Substanz, weiches die Kiigelchen zusammenhiilt ;
niir an einzelnen Stellen ragt ein einzelnes Kugelchen am
Umfange stgrker bervor, und nur die grijfseren Kliirnpchen bilden inerkliche Anschwelluiigen. Eine hautige Bekleidung ist an den eiuzelnen Fibrillen nicht sichtbar,
obgleich ihr Umfang, bei durcbscheinendem Lichte, uuter
dein Mikroskope als ein scharfer dunklerer Streifen erscbeint (wit! solches bei allen durchsichligen soliden cy-
11.5
findrisclien Harpern der Fall ist), und welcher day wo
mehrere Nervenkiigelclien sehr genau eiiiander berulren,
doppelt sich zeigt, den aufsersten Umfang der Fibrille
und den Umfang der zusammenhfngenden Kiigelchen bezeichuend. Indessen werden mehrere solcher Fibrillen
zugleich durch eine riihrenfhnige Hiille von zartem Zellstoff, in welcher inan die eigentliiimlich gebildeten Zellstofffasern erkennt, und welche in den Nerven betrachtlich stSrker ist als im Hirri, zu dickeren Nervenfasern
und Eundeln vereinigt.
An nianchen Partikeln Nervensubstanz, namentlicli
an dunnen Scheibchen von Hirnmasse, bemerkt nian aber
keine, oder nur wenige , der ziemlich parallel laufenden
Fibrillen ; dagegen sieht man Nervenkugelchcn, ltune cylindrische oder schr elliptische Kiirperclicn, uud griifsere
runde uiid ovale I<liiinpchen, sHinmtlich umgeben voii
scharf begranzteii Ringen oder dunnen Scliichten der
durchsiclrtigen zaben Substanz, welche mit den benachbarten zusanmenbangen, und stellenweise, bei oberflachlicher Betrachtung, fur gekriimmte, durchsichtige Fasern
oder Riihren gehalten werden kiinnten (ungefahr wie
Fig. 6. dcr E h r e n b e r g ’ s c h e n Abbildungen). Hier hat
mail ein Scheibchen Hirnsubstanz vor sich, welches transv e i d oder schrlig gegen den Lauf der Fibrillen abgesclinitten, oder von einer Stelle genommen ist, woselbst
Fibrillen von verscliiedener Richtung sich breuzen. Solche
Scheibchen erhilt man nicht selten von Hirntheilen, in
die inan nach dem wirklichen oder verineintlicben Laufe
der griibereii Fascrn eingeschnitten hat ; woraus sich deiin
ergiebt, dais wir kaum die Kichtung der graberen Fasern und Biindel in der Hirnmasse mit einiger Sicherheit kennen, aber von dein haufig ganz verschiedeneii
und kreuzenden Laufe der Fibrillen noch so vie1 als
nichts wissen.
In der grauen Substanz erblickt man nur die Keim~kugelchenregellos zusammengehhft, und nur hie tinil
SQ
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da sehr k u n c FibrilIen, oder kurze gekriiminte Slreckcn
cler letzteren.
AlIes dieses sieht man, bei mildem TageslicIite und
bei einer 230 bis 350maligen Vergrfifserung, an frischcrn
Nervengebilde, an sehr diinnen Scheibchen vom Him,
vom Ruckenmark iind von den Nerven, auch an den
feineren Bundeln der Eervenwurzeln , ohne weitere Zubereitiing, wenn diese Theile noch in ihrer natiirlichen
Feuchtigkeit betyachtet werden. Bei anfangendem Trocknen zieht die zshe, dilrchsichtige Substanz sic11 stlrker
zusaininen als die Kiigelchen, nnd einzelne der feineren
Fibrillen erscheineii ivie Perlenschniire , indeir nun dic
Kugelchen sich dicker zeigen, als der Theil der Fibrille,
der den Zwischenraum zwischen zwci Kiigelchen bildet.
Mit destillirtem Wasser bedeckt, erscheint die zshe Substanz noch heller, durclisichtiger ; auch die Kugelchen etwas h h e r , stets aber mebr opak als jene; diezshe Substanz lost sich allinalig auf, und die Fibrille wird zwischen zwei und zwei Kugelchen sehr vie1 diinner als
friiher, erscheint also inehr knotig, perlenschnur~hnlich;
zugleich werden imrner inebr und mehr Kiigelchen frei
und schwiiiimen uiuher, so wie auch die gr6keren Kluinpchen in kleinere Kugelchen zerfallcn. Aehnliche Erscheinungen z e i s n sich beim Dehnen uud Pressen der u11tersuchten Stiickchen, und zwar noch schneller ond frappanter, wenn letztcre einer Behandlung init Wasser und
einer mechanischeu Manipulation zugleich untervvorfen
werden. Ohne eine geringe Dehnung wird man nicht
leicbt ein Stiickclien Hirnlnasse auf den Objecttrsger
bringen kijnnen: daher man die Stellen vorzugsweise betrachten mufs , welche einer Dehnung nicht aasgesetzt
waren, und aus der Beschaffenheit der gezerrten Rander
und Enden nicht auf die Textur der ganzen Masse schliefsen darf.
W e n n ich diese Erfahrungeu. niit Hrn. E h r e n b e r g s
Darsteliung vergleiclie, so scheint inir die Eeobachtungs-
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weise desselbeu folgendeu Ausstellungeo zu tinterliegeu:
Erstens, die Anwendung von Wasser, vor welcher man
bei der Manipulation frisclier thierischer Theile sich sehr
zu hiiten hat, da bei deu meisten solcher Thcile das Ansehen, welches sie in ibrer natiirlichen Feuchtigkeit darbieten, durcli Wasser merhlich verhdert wird. In Bezug auf die BIutkornchen ist dieser Effect des Wassers
nacli vielen Beobachtern schon bekannt. Man mufs zur
Aiifeuchtung und Ausbreitung der Theile, wo solches
niithig ist, frisches Blutserum, oder das frische Serum
gesunder serbser HBute, oder init Eiweifs der Eier versetztes Wasser nehmen; zuweilen ist eine Schicht reilieu Oeles zur Verliiituog der Austrocknuag dienlich.
Bekommt man bei dein Gebrauch von Bliitserriin cinige
Blutkbrnchen mit auf den Qbjecttrager , 'so stiiren dime,
megen ibrer ausgezeichneten Form, die Beobachtung uicLt.
Zrveitcns scheint mir die Bedeckung mit Glnsscheibeu
venrerfiich, wenn diese auch noch SO diinn sind; eiiie
jede Dehnung und Pressung ist inaglichst zu vermeiden,
und die Objecte mussen ganz frei liegen. - Daher
kann ich denn aucli das ~erlenschnurYlinlic1ie Ansehen
der feineren Fibrillen in Hru. E h r e n b e r g's uiigcmein
sauberu Abbilduugeti nur der Einwirkung des VC-asscrs
zuschreiben, und habe eiu Gleiches unter Wasser selir
oft geseheu, iiur init dem Unterschiede, dafs ich die
Knotcheii, die Hr. E hr en b e r g als blasige Erweiteruugen von Rohren ausieht, deutlich als Ncrveukugelchen
erkannte, die eiri inehr opakes Anselien darboteo, als die
verbindenden FiJchen. Letztere verfeinerten sich iin
Wasser immer mehr und inehr, uiid es wurde eiu Nervenkiigelcheu nach dcni andern frei und schwamm umher. Und wo icb wirklich iiacli Eiuwirkuug rles W a s sers einige wenige helle Fiidchen sah, die an einzeliien
Steilen dicker waren, ohne daselbst ein Nervenkii~elchen
zu enthalten, da lag das letztere, wclches an dieser
Stelle seiaen Platz gchabt hatte, schon frei neben dein
k’:idclien. 111 den kkiotigen Anschwel1uu;en cler clichercn
Easrrn, die in Hrn. E h r e n b c r g ’ s Abbildungeii als Clasen erscheinen, sah ich stets Kliiinpchein der schwach
grauen kiirnigen Nervensubstanz.
Rekanntlich ist es , selbst init dcn volllrominenstcu
aplanatischen Instrumenten, sehr schwer zu entscheirlcn,
ob durcbsichtige cylindriscbe Korper v011 solcher Feinheit, dafs inan sie nur verinittclst starker Vergriifserungen bei dorchfallendem Lichte betrachtcn knun, hold oder
solide sind, wenn man nicht in ihnen nnderc Kijrpcr eingcschlossen und vielleicht diese sich bemesen sieht (wie
hci den Capillargcf&Escn), oder menn man niclit an solchen Cylindern einen Durchschnitt machen, und an diesetn das Lumen erblicken bann. Daher komiiit es z. B.,
dai’s inan die Haare lange Zeit hindurcti fur Kijhren hiell,
und dafs man, wenn man eiils der feuchten liurzen Haarc,
die auf der menschlichen Nase wachsen, unter eincr Vergrijlserung betrnchtet, venniige welcher sie so dick erscheinen, als eine Nervenfibrillc unter 300maliger Vergrijfserung in ihnen eineu Xanal, und eine aufsere und
innere GrSnze der Wandung des Kanrtls zu erkennen glaubt. An den Nervenfibrillen aber erkenne ich,
unter gehiiriger Beobachtung aller Cauteleu hinsichtlich
der Beleuchtung, ,,eine aufsere und innere Grtinze der
Wandung” nur an den Stellen, wo sie Nervenkiigelchen,
besonders in cylindrischer Gestalt zusammengeflossene,
oder zu Kliimpchen vereinigte Nerveiikiigelchen enthalten; an den Strecken, in denen sie keine Nervenkiigelchen einschliefsen, sehe ich , auch bei 1OOOmaliger Ver@fserung, nur eine i u t e r e Granze des Umfangs, und
anf den Schnittflschen cler Hirn - und Nervenpartikeln,
welche nicht allein longitudiuale Fibrillen, sonderii auch
schrl$aufende und transversale enihielten, die also nothwendig gespalten oder queer durchschnitten seyn i d s ten, konnte ich bisher niemals, bei viillig hinreichender
Vergriifseruug und jeder moglicben hbanderiing der Be-
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leuclitung, Luuiiria erblicken. Daher halte icli inich iiber,
zeiigt , dafs die Nervenfibrilleii nichl Riihren, sondern
solide Cylitider siod.
Die' Fjgar 2. Taf. 11. ') zeigt bei a einige Hirilfibrillell, ganz frisch auf den Objecttrager ausgebreitet, und
bei b zwei audere, die gedehnt und der Einwirliung des
destillirten W a s s e n eine kurze Zeit ausgesetzt gewesen.
XXVIII. Bernerkungen zu7n oorhergelierulen
A ufsittz.
(Sclireiben des Hrn. Prof. C. G .
E h r e n b e r g an den Herausgebcr.)
I-Ierzlich dankend fur giitige Mittheilung der Einwiirfe
gegen nieine bisher niir im Auszuge bekaiiiit gemachten
Eeobachtungen der Hir~isubstanz,erlaube ich niir folgende
Bernerkungen dazu, und bitte urn deren gleichzeitige Publihation, im Falle der hufnahrne des eingesandten Aufsatzes.
1) Ich habe rneiiie Eeobachtuugen der Hirusubstanz
keinesweges blok linter Wasser gemacht, da ich p r o t i n t
bin, die Erscheinungen mehrseitig zu priifen. Mit uud
ohne Wasser ergeben sich dieselben Resultate ioit geringein unwesentlichen TJnterschiede, aber bei Anwendung
von Wasser treteii die Theile besser auseinaader , uncl
man sieht sie deutlicher. Nicht anders als Wnsser, nur
ganz ahnlich, verhalten sich Eiweil's und Serum, denn die
Eervenrohren sind nicht wie die Blutkiiri~erhiillen iiii
Wasser aufloslich.
2 ) Die, welclie meinen, der Druck xnit feinen Glasblsttchen bringe jene Formeii der Gliederrobreu hervor,
irren, denn ich habe daraii natiirlich gerade auch zuerst
gedacht , und durch sorgfsltige Untersuchung rnich vom
Gegentheil uberzeugt, ehe ich die Beobachtungen mittheilte. W e r sich aber die Aufsuchung und Anschauung
I ) Die Tafel wird e i n e h der nachsten Bogen beigegeban werden P.
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