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Einige ergnzende Beobachtungen zur Wirkung von Strahlen auf das Telephon.

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12. EinJge erganxende Beobachtungen
xur W4rkung von Strah,Zm auf d a s l'elephon;
von 0. G r o t r i a n , .
E s ist kurzlich von mir festgestellt worden, daB die Bestrahlung einer Telephonmembran mit Bogenlicht elektromotorische Krafte in den Telephonspulen induziert, deren Vorhandensein leicht galvanometrisch nachgewieven werden kana1)
Wie ich fruher ausfuhrte, konnen fur die Erscheinung
vier verschiedene Erklarungen gegeben werden. E s kann bei
der Bestrahlung 1. eine Anderung der Permeabilitat der Membran durch einfache Wkrmewirkung, 2. durch eine nicht
thermische Wirkung der Strahlen entdehen. Ferner konnte
3. eine Verspsnnung der Membran durch Erwarmung und
damit eine Wolbung derselben eintreten. Endlich mu8 4. die
Moglichkeit einer Radiometerwirkung ins Auge gefaBt werden.
Bei den Erklarungen 1. und 2. bleibt die Membran in Ruhe,
wahrend bei 3. und 4. eine Bewegung derselben stattfindet.
Einige neuerdings angestellte Versuche, haben ergeben,
daB nur die Erklkungen 1. und 2. in Frage kommen konnen,
daB also eine Anderung der Permeabilitat der ruhenden Membran als Ursache der Erscheinung anzusehen ist, wahrend
Verspannung und Strahlungsdruck als Erklarungen wegfallen.
Von Hrn. Ingenieur J. R a a c k e in Aachen war mir aus
dessen Installationslager ein Dosentelephon mit kleinem zu
3/4 Kreis gebogenen Hufeisenmagnet freundlichst zur Verfugung
gestellt. In demselben waren die Polkopfe und Spulen so weit
auseinander geruckt worden, daB die Membran nicht nur in
gewohnlicher Weise von vorn, sondern auch durch eine in der
Hinterwand des Telephongehauses mgebrachte Offnung von
hinten bestrahlt werden konnte.
1) O.Grotrian, Ann. d. Phys.
39. p. 1625. 1912.
Wirkung von Strahlen auf das lelephon.
813
Eine Bestrahlung mit Bogenlicht von vorn ergab nun
ballistische Ausschlage, die dem Sinne nach mit denjenigen
ubereinstimmten, welche bei Bestrahlung von hinten erhalten
wurden. Ware eine Verspannung der Membran die Ursache
der induzierten StrGme, dann wurde der Sinn des Gnlvanometerausschlages bei Bestrahlung von vorn und hinten sich
umgekehrt haben. Denn die Membran miibte sich auf der
der Lichtquelle zugekehrten und somit starker erwarmten Seite
konvex wolben. Die Annahme einer radiometrischen Wirkung
wurde gleichfalls entgegengesetzte Ausschlage bei Bestrahlung
von vorn und hinten verlangen.
DaB bei entgegengesetzter Durchbiegung der Membran
eine Umkehr des induzierten Stromes eintreten muB, ist ohne
weiteres klar, ergibt sich zudem auch einfach durch den Versuch. Mittels eines Federkiels wurde ein Druck auf die Vorderund Hinterflache der Memban ausgeubt. Man erhielt dabei
entgegengesetzte ballistische Ausschlage. Der Druck auf die
Vorderflache muB nun, da die Membran dadurch den Polkopfen genahert wird, den dieselbe durchsetzenden Induktionsflu6 vergroBern. Der Versuch ergab dabei einen Ausschlag
entgegengesetzt demjenigen, der durch Bestrahlung der Vorderflache entsteht. Eine solche muB also den InduktionsfluB,
somit die Permeabilitat der Membran herabsetzen. Das gleiche
beweist der Ausschlag bei Druck auf die Hinterflache. Hier
wird die Membran von den Polktipfen entfernt, der InduktionsfluB somit verkleinert. Da der Sinn des Ausschlags bei
Druck sich umkehrt und gleich demjenigen bei Bestrahlung
von hinten wird, so mu8 letztere ebenfalls die Permeabilitat
vermin dern.
Die besprochenen Erscheinungen wurden bei Anwendung
einer schwarz lackierten Membran beobachtet. Letztere ersetzte man dann durch eine verzinnte Membran. Diese lieferte
bei Bestrahlung und Druck auf beiden Seiten Ausschlage von
demselben Sinne wie die lackierte Membran.
Es ist nun aber der Sinn der Ausschlage nicht immer
ein solcher, wie oben beschrieben ist. Bereits fruher war an
dem von Hrn. H a m a c h e r zur Verfiigung, gestellten Telephon
(Firmenstempel F. S c h u c h h a r d t ) konstatiert, daB eine Bestrahlung der Membran von vorn einen Ausschlag erzeugt,
@
814 0. Grotrian.
Wiirkung von Strahlen auf das Telephoa.
dessen Sinn mit demjenigen durch Druck ubereinstimmt. l)
Hier wiirde also eine Erhohung der Permeabilitat durch Bestrahlung vorliegen. Zu dem gleichen Ergebnis gelangte ich
bei einem Telephon von S i e m e n s & H a l s k e mit langem
Hufeisenmagnet und verzinnter Membran.
Die friiher von mir angefuhrte Begrundung dafur, da6
eine Verspannung der Membran nicht als Ursache der induzierten Strome anzusehen sei 3, wird hiernach nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. Jedoch ist trotzdem die SchluBfolgerung, daB eine Verspannung nicht als wirksam zu betrachten
ist, aus anderen Griinden, die oben p. 813 gegen eine Bewegnng der Membran angefuhrt sind , als zutreffend nnzusehen.
Zufolge der mitgeteilten Versuchsergebnisse hangt offenbar der Sinn, in welchem die Permeabilitat durch Bestrahlung
geandert wird, wesentlich von der betreffenden Telephontype ab.
Soweit allein Warmewirkungen, die bei der Erscheinung
offenbar eine Rolle spielen, in Frage kommen, liegt in dem
entgegengesetzten Verhalten verschiedener Telephone kein
Widerspruch. Denn ob durch Erwarmung die Permeabilitat
des Eisens zu- oder abnimmt, hangt von dem magnetisehen
Sattigungsgrade ab. Dieser wird aber je nach der Konstruktion des Telephons, namentlich auch der Sttirke des darin
enthaltenen Magnets, der Dicke der Membran und des Abstandes derselben yon den Polkopfen verschieden sein.
Die endgiiltige Erledigung der weiteren Frage, ob ultraviolette Strahlen ebenfalls induzierte Strome hervorrufen, muB
einer spateren Untersuchung vorbehalten bleiben. Nach meinen
friiheren Beobachtungen erscheint eine derartige Wirkung einstweilen als recht wahrscheinlich.
A a c h e n , Elektrotechn. Institut, Februar 1913.
1) 1. c. p. 1627.
2) 1. c. p. 1627.
(Eingegangen 24. Februar 1913.j
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