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Einige kritische Bemerkungen zu den in den Annalen befindlichen Aufstzen ber die irdische Strahlenbrechung und Nachricht von der Vollendung seiner Refractions - Beobachtungen.

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I I.
Einige kritifche Bcmerkungen
zu d e n i n d e n A n n a l e n befindlichen
AyJlztsen G b e r d i e i r d i f c h e S c r u h l e n b r e c h u n g , und N a c h r i a h t v o n d c r Y!ollc n d u n g J e i n e r K'cfraccions- Beobachrungen,
vom
D. B R A N D E S
au Eckwarden.
f Aus cinigen Briefen a n den H c r n u r g r b e r . )
Den rgten April 1806.
- M e i n e Beobachtungen
iiber die irdilche
Strahlenbrechung, [Anrrclen, XVfr, 129, XVIII,
432, und vorzilglich XX, 346,] habe ich willrend
des vorigen Winters n5her herechnet uncl vergli&en. Sie werden u m Michaelis in d e r Schultil'chen
Buchhandlung in Oldenburg gedruckt erlcheinen,
hnd ich hoffe, Sie werden finden, dafs die Arbeit
nicht unbelohnt geblieben ift. Fiir die Annalen
hatte ich fie gern bearbeitet; aber die Anzihl d e r
Beobachtuogen war 211 grols, und das W e r k ift Z I
eioem Bsndchen von IG Bogen angefchwollen,
ich gleich die theoretifchen Unterluchungen noch
fnr einen zweiten Band aufgefpclrt habe.
Diere
Beobachtungen fcheinbarer Hohen einiser entfernt e r Gegenltande, bei denen jedes M a l i 1 zugleich die
Teinperatur der Luft in 18 Ful's und in 4: Fufs
Hviie
9
~
Hijhe ilber der Erdflzche mit beobachtet wurde,,
geben, wie ich eserwartete, [Annul., sx,3&,352.1
fehr beftimmte Refultate, und letzan uns, wie nrich
d a nkt , in den Stand, die wahre H6 h e eines Gegenftandes von gegebner Entfernung,aus feiner fcheinbaren Hshe genau zu beftinimen, wenn man n u r Eioe
gleichzeitige Beobschtung der fcheinbaren H a h e irgend eines bekannten Gegenftandes, (deffen Entfernung und Hiihe gegeben ift,) zu Hiklfe nehmen kann.
Die theoretifchen Unterfuchungen habe iph einem
eignen Bdnde aufbehalten, urn vorher das Urtheil
d e r Gelehrten zu horen, und vielleicht aufinerkfam
auf das gemacht zu werden, was noch zu leiftea
iibrig ift. Die allgemeinen Theorieen d er Strablenbrechung, wie L a m b e r t und K r a m p iie u n s gegeSen haben, thun hier defswegen keine Genilge, weil
bei den Unterfuchhngen diefcr Gelehrten auf die
Ungleichheit d e r fpecififchen Elafticitat d er Luft wenigRiickGcht genoininen ift, unrl diefe es doch gera.
d e ilt, auf welche bei d er irdifchen Strahlenbrecliung 2Ile.s ankommt. Ich wilnfchte fehr, zuglejch
eine beftimrnte -Tbeorie der Syiegelungm mittheilen zu k3nnen ; namlich eine gegmetrifche Beftirnm u n g der Bahn des Lichtftrahls firr diefen Fall; ich
kann aber noch nicht fagen, wie weit mir dies gelingen wird. Eine populire ErklLrung, worin ich
einige Punkte berilhrt zu haben glaube, die G r u b e r und die librigen, welche hiervon handeln, uner or t e r t gelaffen hahen, kommt fchon i n diefern erften Bantle vor. In Herrn K r a rn p’s f o d t fehr vorb o n d . d.PhyQ. B. 13, St.4. J. 1g06. St. 8,
cc
trefflichein Werke will rnir einiges in der Darftellunginicht gefallen. Es Cchtint mir , dafs zuweilen
eine unverhfltoikmiisige Kiirze Lei wichtigen Dingen Ststt findet.
den 15tsn N a i 1806.
D a Sch jetzt die Reihe Ihrer Annalen To bequeni
zur Hand habe, fo will ich k e n einige kritifclie
UncTpolcrnilche Bemerltungen ilber die Abhandlungen, welche von der Strahlenbrecliung haodelo,
hier mittheilen. Ich wetde bei der Gelegenheit die
E h r e haben , auch Ihnen zuweilen als Widerfacher
gegen ober zu ftehen. Auf die Ordnung, in welcher diefe Aphorisrnen ftehn, wird nicht viel aokominen ; ich will fie driher nach der Folge der Abhandlungen in den Annalen hercetzen , und mit
H u d d a r t ' s Beobachtungen aber die horizontale
Strahlenbrechung bei irdifchen GegenCtJoclen beginn e n , mit denen Sie in Band 111, (Novemberftock
1799.)die zahlreiche Reihe von Abhandlungen ilber
diefe Materie in deo Annalen eriiffnet haben.
H u d d a r t s Behauptung, (duJ, S. 264,) d;I fs bei
der Spiegeliing unterwcirts nur diejenigen Theile
des Gegenftandes doppelt oder gefpiegeIt erfccheinen,
welche oberhdb der Schicht der grofsten Dichtigkeit liegen, ift unrichtig; diefe Schicht liegt ijfters
viel hoher als die gefpiegelten Gegenftande. Ualier
ift auch das nicht richtig, dafs eio Theil jedes Strahls
oberwlrts convex fey: Jiefer Fall kijonte allenfalls
wohl eintreten, aber ich glaube kaum, dafs lo hohe
Gegeoftznde noch gefpiegelt erlcheinen wilrden ;
auch ethellet aus W o 1 t m a n n 's Beobachtunzen,
dafs mit der Spiegelung immer cine wahre Deprefiion der Gegenftinde, die von geringcr fcheinbarer
Hijhe Gnd , verbunden ift.
Dais zu ebea aer Zeit, wenn Spiegelung unterwiirts Statt findet, auch eine Spiegelung oberwirts
mi;glich fey, wenn das Auge fich unterhalb d e r
Schicht der griifsten Dichtigkeit befindet, glaube
ich nicht. ( D a J , S. 264, Anm.) Sol1 cine folche
fcheinhare Spiegelung oberwlrts Statt finden, i;,
mills die Dichtigkeit der Luft in der Hahe fehr
fchncll abnehmen, und gewifs weit iiiehr, afs der
Fall il't , wenn in diefen bohern Schicbten faft iiberall einerlei Temperatur herrfcht.
Die a a J , S. 270. Anm., erwihnteErfcheinung,
dafs der nufgehende Mond ungewbhnlich.grols erfcheint, ift inir nicht aus eigner Erfahrung bekannt.
D a wohl ohne Ausnahme iiber einer Erdfliiche (lie
Luft Nachts, dicht an der Erde kalter ift, als in
der Hahe, io findet die Erfcheinung vielleicht in
der Ebene nie Statt ; aber a u f Hiigtln kiinnte fie vielleicht Gch zu eben der Zeit zeigen, wenn man in
der Ebeoe fehr ftarke Erhebung, und wohl gar Spiegelung oberwirts bemerkt. (Doch w d s ich nicht,
ob die Spiegelung oberwlrts je Uber feltern LanJe
gefehen worden ift; all8 mir bekannte Erfahrungen tretrafen nur Gcgenftiinde, die man iiber Jer
c c 2
See oder fehr breiten Wafferflachen fah. )
Abcnds
namlich, nach Sonnen Untergang, fiodet man in
der Ebene, zuinahl nach heitern warmen Tagen,
w e n n es Abends ftill ift, die obere Luft vie1 w i r m e r , als die untere, und zu folchen Zeiten nimmt
alfo clic Diclitigkeit d e r Luft fu r die erften 50 oder
100 Furs Hohe fehr betriichtlich ab.
Da in grgfsern Hiihen die Luft aber gewifs k a t e r ilt, fo k a n n
es de r Fall feyn, dafs in einer gewiffen H a h e , ( u n gefahr cla, wo die WPrrne am grorsten ift,) die IXchtigkeit ein Minimum erreicht und von da aufwarts
tlurch einen gewiflen Raum wieder wiichit, bis in
g r o k e r n Hiihen die Luft diejenige Dichtigkeit . erreicht, die dem Dru ck e bei uberall gleicher Ternpe r a t ur angemelfen ift. Befindet Gch n u n ein Beobachter innerhalb diefes zweiten Starlii, w o die Dichtigkeit oberwiirts zunimmt, fo kann das Phiinomen,
welches in diefer Anmerkung befchrieben wird,
gar wohl Statt finden, oh man gleich in d e r Ebene
z u ebcn qler Zeit den Vertikaldurchmeffer des Mondes verKtirzt Geht. "j
B tifch's Beobachtung auf einer Reiie nach Kopenhagen, (daJ, S . "99, 300,) als e r bei d e r In-
iel Laland, Mittags am ngiten Julius 1782, die
5
*) Ich erw&nte dieles Phanomens nach einer ziemlich lebbaften Riickerinnerung aus meiner friihern
Jugend; Fir die Eichtigkeit des Adfanens kann
ich daher To nicht biirgen, als hatte ich es zu der
Zeit wahrgenommen. da jene Stella g k h r i e b e n
wurde.
d. H.
c
385
1
Meilen eotfernten Ufer Femerns und Poinmerns
diirch ein F e r a r o h r verviclfacbt fah, war wohl kein e SpiegeIuog unterwarts, londern vielrnehr das von
Vin c e beobachtete Phiinomen, damlich' eine Spiegeiung bbertuarts, wobei aber hier das eine Bild,
niimlich dasjenige, das zu unterft erfcheint, oder
-.+d man deo Gegenftaod durch die am ittenigften gebroclieoen Strahlen fieht, fehlte. Es i k o h n e Zweifel miiglich, dals man bei tiefer Spiegeluog das ober e aufrechte und das rmttlere umgekehrt'e Bild fehen kann wenn.aiich das dritte vorn Horizonte verdeckt wird'; ctenn Vin d e fah ja aucli ein Mahl in
den obern Bildcrn den 'Rompf cines Schiffes und
clns Waffer d e r See darieben, aIs e r in1 untern Biltle
nur noch eben J i e Spitze des Maftes o b e r h a l b d e s
Horizontes crblickte. Bei einer fo ftarken Erhebung w a r
InG,olich, dafs die lnfel Rilgen oberhalb
Fetnern 7 . 1 1 feben war, denn allerdings fcheint zu
folchen %?iten die Meeresflicbe oft e h e r concav als
cotivex iu feyn. f i l s diefe Spiegelung an einem
heiisen Juliustage wohl Statt findet, uod dafs fturmifclies Wetter darnach zu folgen pflegt, wic h e r
bei I3 u i c h 's I3ehauptung, ift Ihnen bekaont.
D a 1b y ' s Beobachtung, nach cIer an einem Morg e n , noch ftarkern T h a u e n uod bei hellern Sonnenfcheine, die i n einer geratlrn horizontden Linie hefindlichen Kijpfe c!er Pfatila zur M d i u n g feiner Gritntllitiie auf H o u n d o w H e a t h , Gch iin Sivellirfernr o l i r e in eincr nach ohen zu concaven kruniineii Li:. e darftellteb, (dn).., S. 276, Anin.,) rcheint icir
nicht tiahin zu gehcren, wohin Ge S. 390, Anm. 2,
verletzt wird; fondern ich b d t e die iErkllruag S.
409, Anm., far die wahre.
Was Herr G r u b e r in feinen fchitzbaren Beobachtungen fiber die Strahlenbrechung auf erwlrmten
Ylzchen, (dab, S. 392,) fa@, rerftebe ich nicht
ganz. Aus dem Raume P L komrnen gar keine
Strahlen ins Auge, wenn L der letzte Punkt des
gefpiegelten Bildes iEt; foll aber L der letzte Punkt
cliefer Bildes feyn, oder d e r hachfte, der noch eben
gefpiegelt erfcheint, fo mu& des Strahls LIO Scheitel die Erde berilhren. D e r Punkt , wo e r die Erde berithrt, ift dsnn zugleich die Grenze des iichtFerner , w c n n
baren See oder Landhorizonts.
f c h auch das Auge innerhalb deS fich verdfinnenden Luftraums befindet, fo k6nnen dennoch hijihere
Gegenltfnde gaaz gefpiegelt ericheinen. Ich verEtehe nicht ganz, was Herr G r u b e r meint, und
auch nich;, wie er das erklart, was B i i f c h aus
clem Munde der Deicharbeiter ein wenjg undeytlich
erziblt, ( es hztte ibnen das gegen fiber liegende Elbufer den Morgen, als fie a n dik Arbeit gingen, fo
hoch gefchiencn, als k g e es a m Deiche, indefs es fpiiterhin rank.) Ueberhaupt hat der gemeine Mann fel!en die Gabe, eine Erfcheinung fo zu befclireiben,
dafs der Phyfiker die Erziihlung gebraucber. kann.
Vielleicht war nur eine befonders gonftige Beleuchtolig die Uriache, wefshalb fie das entfernte LTfer
fo naha zu fehen glaubten. Jch fah neulich auch
frilh Morgens voii h e r aus das weifs ubertiinchte
-
Schlofs zu Varel und eioige andere Gegenfttinde mit
blofsrn Augen fo auffallend hell, dafs ich es wohl
far naher hiitte hrltenktbonen; von befonderer ftarker Refraction war aber nichts au bernerlten, fondern ich konnte keinen andern Grund linden, ills
dafs diele Oegcnftiinde hall von der Sonne bcfchieDen wurden und die abrige Gegend im Schatten von
Wolken lag. Gr8fser erfcbienen die Cegenrtiinrfe
auch nicht, aber bei fo ftarker Beleuchtung kann
ein fcharfes Auge cinzelne Theile der entfernten
GegenftSnde erkennen, und dies mochte die Taufchung verurfachen, this man tie f a r grafser hielt
Dafs mehrere Strahlen ais zwei von einerlei
Punkte i n s Auge kommen follen, (&J, No. 6,) ift
wohl Gcherlich fdfch; rber der Beweis hierfar, der
zu allerlei wcitern intereffanten Folgerungen fiihrt,
mocbte hidr zu iveitliufig feyn.
Es ift richtig, dais von dem untern Theile einef
Gegeoftazictts keine Strahlen in das Auge kornmeo,
und clafs der untere Luhraum als undurchfichtig erkchein:, (duJ, s . 4 0 7 ; ) diefes rilhrt aber nicht ron
einer Heflexion a n der Schicht der grdfssten Dichtigkeit ber , fondern es lafst fich beweifen, &,S alle
von niedrigen Punktan kommende Strahhn ilber
dem Haupte des Beobachters fortgehn, -wie S. 265
i m Anfange der Anm. hebt.
Dafs die Ditnfte die
Refraction verftarken, (&J, $. 408,) fcheint inir
bis jetzt noch unerwiefen, wauigftens ift das gewik
die Hauptfache, dafs die obere Luft warmer als die
unterc ~ { t .
-
388
'J
Z u den wichtigen Beobachtungen von Vi n c e ,
welche Sie im IVtea Bande rnitgetheilt haben, kann
ich hier eine Wahrnehmung hinzu filgen, die m i r
mit jenen nahe verwandt lcheint; namlich einen
Fall, wo die Sonne beim Untergange-oberwarts gefpiegelt erfchien. Es war am aten April diefes
Ja hr s , bei heiterer Witteruog, warmer Luft und
Oftwind. Nachmittags hatte ich einige fildlich liegende GegenitPnde o b erwirts gelpiegelt gefehn ; die
LuFt w a r dunitig und daher erfchien alles l e h t
blafs; f o d t aber kamen mir die Bilder gut begrenzt
v o r ; ein drittes aufrechtes Bild fah ich nicht.
Abencls fchieo mir die Sonne beiin Untergange die
Geltalt z u haben, wie ,fie T i f e l VII, Fig. 3, darftellt. Hier war offenbar a b c das untere aufrechte,
d c e das umgekebrte, d e j das zweite aufrecbte
Hild. In den beiclen letzten Bildern nilifsten d, e
Pu nkt e feyn, die in dem untern LSilcle unterbalb des
Horizonts lagen; deon d e war breiter als n6.
Ich konot e darnahls die Ericheinung nur mit bloisen
Aug.en beobachten; da abet am folgenden Tage die
Umftiinde w i d e r giinftig lchienen, l o beobachtete
ich die Sonnebeim Untergange mit dern Fernrohre,
und fah i n d e r T h a t wieder dafielbePhanornen, n u r
etwas fchwacher. Die Sonne Sing roth unter und
war nicbt tleutlich begrenzt, doch war ihr e Geftalt
ungefahr wie AB; Fig.4. Als fie tiefer Tank, trennte
Gch das obere Stack bei dem Einfchnitte; es blieb
dann als fchmaler Streifen oherlia!h fchwehenJ, noch
einen Augenblick hchtbar , u n J verkhwand. We-
-
nige Augenblicke nachlier trennte fich noch ein
Mahl ein folcber Streifen ab. Wolken waren am
weftlichen Horizonte nicht, aber die Luft war fehr
dunftig.
Ich hahe i n diefern Frilhlinge mehrmahls die
Spiegelung oberwPrts gefehn , i b e r falt nie find die
Bilder fo cieutlich, dafs mau etwas genaues daran
beobachten kann. Oft fcheinen auch die obern
BiIder etwas ~ I I anderes
Z
daszuftelleo , als das untere.. So 2. 8 . fah icli e i n Mahl in dein untern Bilde
ein Haus, fo deutlich, dafs niich dilakt,, es hatte
Gch oben auch zeigen follen; aber es: w a r keioe,
Spur davon zuieheo. Ich vermuthe daher, rlafs maq
im obern Bilde oft GeSenCt3nde fieht, die u n t e a
yom Horizoote verdeckt wcrdeil, und clieles milfste,
weon eintnahl diefe Bililer reclit ltlar erfcliieneo,
ganz fonderbare u n h unerltlii.iich lcheinende Phiinomene geben. Die Irregularitit diel'er Erlcheinung,
wohin ich auch das recline, d a b tlas clritte ohere
Bild fo oft fehlt, rilliren gewifs davon h e r , clal's die
Luftlchichten, die zu der geharigen Brechuny d e r
Strahlen gefchickt find, Gch nicht weit erftrecken,
iondern nur einen kleinen Raurn einnehmen. FVare
iiber dem ganzen Horizonte, auf mehrere IkIIeiIen.
weit, und lo weit das Auge reichr, eine folche Folge r e g d a r e r concentrircher Schichten , io fcheint
es mir unmoglich, dafs Jio So n n e fo gelpiegelt er-
icheinen konnte, wie icli am 8ten und gten April
gelelin habe. Die Sonnenftrahleu mufstetl , glaube
icll , uni die Sonnenl'clieibc fo zu zeigen, an einer
c
390
3
Stelle, wa diefe DispoGtion zu ftarker Brechung
nicht Statt fand, in die Atmofphiire tiefer einttringen, und, indem fie, die Erdfliiche beinahe berollr e n d , an der Erde vorbei gehen follten, auf diefe
€tark brechenden Schichten treffen, und fo das Bild
der Sonne verdreifachen. Es liefse f c h nun vielleicht fragen, ob die ltarkeRefraotion, die H e e m s k e r k auf Nova h m b l a beobacbtet h a t , nicht diefe
Erfcheinung war? Es ift aller Grund vorhanden,
arn zu glauben, dafs i n der langen Nacht der Polar’finder eban fo, wie in unlern Winternichten, die
obere Luft merklich wirmer, als die untere ift,
and dafs olfo die Umftinde filr eine ftarke Refraction gilnftig waren.
W a l l a f t o n ’ s Gedanken ilber.die Luftfpiegel u n g in Band XI fttlmrnen zwar im Ganzen fehr wohI
mit dern abereio, was ich felbft zur Erklirung diefer Art van Phanomenen gedacht habe ; aber feiue
Darkellung gefdlt mir nicht ganz. Eigentlich fiqd es
doch hier keine s ~ e Fluida,
i
die fich rnifchen, fondern es ift nur Ein Fluidurn, delfen Dichtigkeit nach
einem ftetigen Gefetze, welches Gch wahl niiher
beftimmon liefse, in der Hahe zu- ader abnirnmt.
BeTonders bei den Spiegelungen oberwiirts finde ich
€eine Vorftellungsart nicht paffend. Nach meilrer
Vorltellunz kbnzite, wenn a b , Fig. 5, die Verticale, und cdefdi? Scale der Wirme bedbutet, die
Scale der Dichtigkeiten ungefahr eine Form wie
g h i k haben, dafs narnlich von g bis h , wo Wiirrne
m d Druck zugleich abnehmen, die Dichtigkeit
c
391
1
{tark abnimrnt , van h bis i wieder wiichCt, (wegen
Ahnahme der W h n e , ) and von i an erft fich regula'r
vermindert. D e r Wenduogspunkt 1 diefer Curve
jft hier derjenige, den W o l f a l t o n den Punkt
d e r grijfsteli Incremente der Dichtigkeit nennt.
Ich fehe aber nicht recht ein, wie man hier von einer Mifchung zweier Flaffigkciten reden kana. An
fich ift nun zwar die Sache diefelbe, und es kann
feyn, dafs ich Uorecht habe, wenn ich W o l l a i t o n ' s Vortrag etwas unpdfend gewablt finde; aber
gefallen hat br mir nicht, und noch weniger das,
dafs W o l l a h o n , ( & J , S. 10,) die Brechringals
an der Scale der Dichtigkeiten im gieich dichteu iMeclio vorgehdnd, vorftellt.
Auch die Verfucbe koontea, wenn die Sache
nicht fchon VOD felbft erbellte, nicht ganz ds entfcheidend angefehn werden; denn es ift fcbwer. zu
behaupten, dafs die Fluida in der Flafche viillige
Eheneii hildeteo. Zog fich aber das eine Fluidum
an der Wand derFlafche ein wenig bioauf, fo konnten in dieren convexen ocler conc3ven Flachen Brechungen entftehen, die von der Vermifchung ganz
unahhiingig waren. Wenn m a n i n einem Glafe ein
dunkles Fluidum, z. B. rothen Wein, io gegen das
Licht hilt, daCs Licbt und Auge beinahe in der HoriLoiitalfliiche der Obcrfliiche tler Flafhgkeit liegen,
io fieht man das Licht auch vervielfacht in den am
Glare hinauf gezogenen Rfndern.
D e r Iote Verfuch W o l l a f t o n ' s , (S. 51,)
zejgt felir fchiin, wie bei fehr ungleicher Tempera-
t u r der Luft Bilder oberwiirts ontftehn. O b nher die
fchnelle Verdunltung hier als die nachfte Urfaclie
tier ftarken Refraction aiizufehen ift, weils ich nicht.
GjiSe*es andere Mittel, eiiie fo ftarke Erkiltung hcrVOP zu bringen, fo wilrde, glaube ich, alles eben
io erfoigen, und defshalb bleibe ich auch hier bei
dern Unterfchiede der Temperatur ltehen. Bei den
Spiegelungen oberwsrts finden in bemichtlicher Hahe die Unterfchiede tier Dichtigkeit Statt, welche
die Erfcheinung bewirken, und iiber dies find es nicht
gleichfiirmige Schichten , die ilber der ganzen Gegend, hier 2. B. ilber dem Uberall gleichen Wafferfpiegel d e r Jahde, iich ausbreiten, fondern nur an
einzelnen Stellen findet die geharige Verfchieden\
heit der B r e c h u q s k r a f t Statt. Da nun die Verdunftung wohl iiberaU an iihnlichen Stellen gleich r e p
wilrde, fo fcheint diefe nicht die Urfache zu feyn,
fondern ich vermuthe, oder frage wenigftens, ob
wir dieie-Urfache nicht in befondern Prozeffen , in
\.'v'irme-EntwickelunSen in der hijhern Atrnofp!iare
z u fuchen haben ? oder vielrnehr i n Hohen, (lie vielleicht einige hundert Furs otler mehr betrasen?
Die lchnelle Abkohlung der Erde nach Sonncn
Untergang erklart . zwar auch S a u If ii c e aus der
Vordunftung; ich muls aber geftrhen, tlafs die grofse Achtung, die ich fiir S a u f fil r e liege, mich nie
h a t hewegen kijnnen , diele Meinung anzunehmen.
Z u eben der Zeit, \YO tlic Lull mit TImu angefiillt
ift, wo alfo die Dlrnpfe Gch a u s Mangel a n LYarnivftoff zerfetzen, follte r s C!J wiettercrii to ii!xr!liifli-
c
393
I
Sen Wrlneftoff geben, d e r eine ftarke yerclunftug
bewirken k a o n t e ? Man kann auch nicht etwa fagen, der T h a u fange bei Berilhrung der wiirmern
Ertle a n , z u verdunften; denn die Erde ilt dann
felbft k i l t e r als die Luft.
Doch es wird Zeit, dafs ich fchliefse. Es Toll
hier n u r noch eine Anmerkung zu Herrn Profeffor
W r e d e ' s bierher gehiiriger Abhandlung in Band
Sl Jer Annalen, S. 421f., ftehen, die ich im Uebrigen recht fchon, folgendes aber foonderbar finde.
H e r r \Vr e d e will S. 448 die Verdilnnung der Luft
an der erwirmten Flache nicht als gewifs annelimcll,
iontlern ift cher geneigt, das Phiinomen dnraus ZU
criclriren, dafs Lichtfrtoff und Wiirmeftoff repulfiv
d u f ejnanrler wirken. Da n u n aber die Luft bei fi
\.,irmLing Gch fonlt iiberall ausdelint und verdfinnt,
(0 fclie icli durchaus nicht ein, w r u m die Luft air
, i r b nE:erIiner Ststitmauern fo verftockt feyn foIIte,
dlrrrln allgemeinen Gefetze nicht zu folgen ; folgt
fie ilini aber wirklich, fo ift das Phiinomen )a nacL
ganz bekannten Grundfztzen erklirlich , und mich
tliinkt d o , es ift fehr unrecht, ohne alle Noth
(olciie P,epulfivkraft anzunehnien, die Gch gar nicht
erweifen iifst.
-
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