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Einige neue galvani'sche Versuche und einige Athmungsversuche.

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111.
Einige n e u e galvnni’fihe lrerfuche und.
e i ig e A t 1~in u n g s u e rJru c h e,,
vo n
Dr. B U X Z E N
a u
K o p e r i h a g e n .
H e r r Dr. B u n z e n hat fich fchon vor mehrern Jahren durch die intererranten galvani’lchen V e r h c h e init
aulserordentlich michtigen Saulen, welche fich in d e n
Anrialen. B. Xv , s. 3.40 f . , finden, als ein gefchickter
Experimentator u n d eifriger Xaturforlcher bekannt gemacht. Dielen Kuhin rdheint mir rein Beitrag zu einer
1805, 144 S., 8., zu
k u n f t i g e n P h ~ j i o l o ~ i e Kopenh.
,
befiitigen. Man lieR diele Schrift mit Belehrung und
Vergnugen, auch w e n n man in alle AnGchten nicht
einfiimmeri , und vielleicht wiinlchen mochte, der modirchen nledicin darin weniger gehuldigt, und die Manier d e r neuen fpeculativeri PhyIik viillig vermieden zu
rehen, welche nur z u oft Ausrufungen h t t Beweile und
Orakelfpriiche fiatt Schlursfolgen giebt, und in d e r a
grorsten Theils Cchr incorrecten Lieb!ingsphraTen Gch nur
d e r gefallcn kann, d e r es ftir ehrenvoll halt, das Wahrzeichen d e r Schiilerfchaft an fich zu tragen. W e r reine
Ideen mit lo gut erdachten u n d io gelchickt ausgefiihrten Verluchen als Herr Dr. U u n z e n z u helegen
weirs, Ccheint dieles Hiilfsrnittels nicht zu bediirfen.
Diefer erRe Beitrag enthalt einen G e w e i s , dccji die th;eri.
J>he Warine w e d e r aus mech.aniJ>hen noch aus clieinij’fhen
Principien lrergelritet w e r d e n 1:anrz , nebjt einetn VerJiuche
zu einpr neueia Erkliirung nacli d y n a m q c h c n G r u n d j u t r e n ;
Zngehangt find einige Bemcrkungen aber die Polaritat im
t h : r r q L h p n Kiirper. Der erne A u h z ifi mit einer Klarheit grfchrieben und mit einer Gelehrfamkeit ausgeEiihrt, w i a mati fie in den Schriften der modifchen Medicin upd PhyEk nicht hitdig finder, und, was in diefen
eben fo felten i n , lie. enthilt mehrere neue und wichtige Verfuche. Diere find es, welche ich dein LeCer
hier mitthede. Herrn 8 u n z e n ' c fruhere VerCuche
IafCen an d e r Richtigkeit darreltten fchwerlich zweit'eln,
e b es gleich fonft allerdings bedenklich ifi, V e r h c h e n
eines Cpeculaiiven Phyfikers ungepriift zu vertrauen.
Herrn B u n z e n ' s Ideen von der IVBrme Cprechen
Gch, (urn mich eines Lofungsworts d e r neuen Naturphilofophie zu bedienen ,) in folgenden Stellen aus :
--,, Man kann in der That der phlogiIliCchen Theorie
S t a h 1 ' s den liuhin einer Gn~nreichenErfindung oicht
rerfagen: ia, w a s noch mehr ill, man muls zugeRehen,
dafs Anhanger derfelben fchon den allgemeinen Dualism de r Natur geahndet, uRd dafs Lie, q e n n gleich
nicht deutlich eingefehn, doch fchon dunkel geftihlt
haben miinen: die Wrrrne entfiehe aus der Vereinigung
e k e s I'oGtiven und Negativen, oder, mit andern Worten : lie fey nichts anderes als ein Indifferenzprozels."
,,Wenn wir alro blols unfre SchliifCe aus den
PramiKen deduciren wollen, die wir auf dem Wege
.der experimentellen Unterluchung finden, To wird fchon
-die Nlaterialitiit des Warruefioffr uns unbegreiflich vorkommen, und die Phanomenc dedelben eher.ein Ueber,gang von einer gewilfen Form der Kdrper zu einer an. darn zu fcyn fcheinen. - Ucd was ifi nun dies fur eine
Form', wird man fragen, in welche die Kiirper durch
\Varrne gebracht w e r d e n ? Etwa die fliiXge? Aber was
il\ das FliiCIige anders als das Formlole ? U n d dies Fliiffige, dies Formlore, iR dies nicht die eigentliche Indifferenz d e r Natur? SO wird alto die Wgrme nichts wei-
--
-
c
149
3
ter [ e p kanaen, .Is der allgemcine Iadifferentialpr~
Wic fchbn diefer Rcfultat 8ber i u f die
Warmepb]Lnornene der Organittion pafst, wird hOEent.
lich weiter unten im Yufolge diefer Unterfuchung einIeuclten. "
,,I& verlafle bier den Lcfer,!' b bebhliefst Hem
B u n Z e n , ,,und wiederhohlo noch cinfilahl meine Bitte
u m Nachficht und gelinde Beurtheilung. Er priife dar,
was ich g e t g t hahe; und follte Eins uad das Andere
jhm anders rorkornmen, als mir, To bcdenke er,
es unglcich leichter ;It, auf eincrn k:lon gebahntcn W e p
fortzurchreiten, und i n die Fufstapfen cines Andern
zu treten, als lich ohno Wegwcikr auf ein pfadlofet
Feld zu begeben, w o zwar die HauptRcme der Namr
den aufmerkfamen Nat.urforlcber in etwas leiten k6nmen, woaber die manchen noch nicht hekaonten Irr.
wege auch ihn leicbt auf eine unrechte Babn zu bringen
im Stande hd."
zefs der Natur.
W4.tr m e e r J c u g u n g
b e i d e r Z e r J e t z u n g d e s IYaJfers d u r c h
e i n e n Jehr m f f c h t i g e n S c r o m g a l v a n i ' j k h e r E 1 e c t r i c i cat.
S c h o n in der Einleitung, zu diefer meiner Abhandl u n g , la@ Herr Dr. B u n a e n , S. 103 f., habe ich
die Lefer auf die Itlet zu bringtn gefucht, d d s
durch jedes entftehende Glricbgewicht zwifchen
deiii Attractiren und Repulliven, und in s b e fo d e re ,
dars durch jede'verbindung drr pofitiven uncl ncgativen Electricitit, Wirme hcroor gebracht werde.
W a s mich zuerft auf diereen Getfanken brachte a war
der aberall bekannte Adarns'fche f l e r h c h . A d a m s
nsmlich *) hielt eine iehr IenfibIcs Thermometer
i n den electrifchen Strom zwifcben 2 holzernen Kugeln. Es itieg darauf von 65" Fabrenh. zu rooo,
1 0 5 O , 1x0'.
Herr Dr. v a n M a r u r n , **) der diefen Verfuch nachmachte , brachte das Therrnorneter fogar dahin , dafs es von 45" bis zu 152' ftieg.
Ferner ift es ejnleuchtend, dafs d i t Schmelzung
u n d Verkalkung der Metalle nicht durch Hitze bew i r k t wird, welche durch eine Art von Verbrennung
derfelben vom Sauerftoffgas d e r atrnofphirifchen
LuFt abgefchieden wircl fondern dafs hier die Hitze
aus d e r Vereinigung zwifchen d e r poiitiven uod negativen Electricitat ihren Urfprung nimint ; ***) cine
ahnliche Bewandtnifs hat es mit dcrn Verbrennen
der Metalle, welches an d e r galvani'fchen Siiule hcrvor gebracht wird. Dafs Herr Dr. va n M a r u m
Metalle i n mephitifchen Luftarten und unter Wafier icbmelzte , beftaricte rnich noch mehr in meiner
Ver muth u ng.
Urn noch mehr jene llleinung zu besr3ndeny
wollte ich felbft eine Reihe von Verfuchen anftellen. D i e erfte Gelegsnheit, welche. iich mir hier-
3 Siehe
deLTen Efluy on Electricity-. Edit. 2 . London 1785, S. S84. B.
[ N i c h o 1 I o n , Annalen,
XX, 336, rchreibt diefen Vertch dem bekannten
KiinRIer N a'i r n e zu.
d. H.
**) s. G r en 's
neues Juurnnl der Phyfik,
'
9 VWgl. Annalen,
XXIV,
342.
8.3,
s. 7.
d. N.
zu darbot, war folgecde. Ich hatte, in daAblicht,
Verfuche anderer Art anzuftellea , d n e galvadfche Batterie von 1500 Abwecbfelungen von Kupfer , Zink und Pappfclieibm, die in einer Salmiakfolution durchgefeuchtet maren, erbaut. Da ich
damahls gerade keineii Gasentwickelungsapparat,
wobei Gch ein Thermometer hitte anbringea laffen,
bei der Hand hatte, fo fcchlofs ich die Kette durch
eine einhche mit deftillirtern Waffer gefilllte Glasrijhre, durch deren Enden Glberna Nadeln bis ins
Waffer reichten. Es war meine Ablicbt, zu oerfuchen, ob in diefer Rbhre nicht wirklicb Wirme,
und zwar fo vie1 hervor gebracht werden fonte,
dafs Ge durchs Gefiihl wahrgenommea wtirde.
Nachdem ich die Kette 8 bis 10 Minuten gefchloffen hatte, bernhrte ich den mittelften Theil der
Rahre mit meinen Fingern; lie zeigte zu meiner
griSfstsn Verwunderung uad Ueberrafchung nicht
blofs eine geringe Temparrturerhiihong , fondern
war in der That ftark erhitzt. Herr Oberhofmmfchall v o n H a u c 11, der damahls gerade mich mit
feiner Gegenwart beehrte, war Zeuge diefer intereffan ten Erfcheinung.
Um den Verfuch genauer anzuftellen, liefs ich
mir B verlchiedene Gasentwickelungsrdhren verfertigen. Die eine hatte folgenclcFigur: A, und war
an ihrer oberften Spitze mit einem febr fenfibelo
Thermometer vt$rfehen.
Die Figur der andern
Glasriihre war wie beifteheiide: AA, und fie batte
an beiden Spitzen Thermometer.
Ich ftellte. zuerft mit d e r erftern den Verluch an,
an eincr BatJerie voii 1500 Abwechfelungen aus
Bupfer , Zink und Pappfcbeibcn, die rnit SalmiakZoIution befeuclitet waren.
D i e Entwickelungsrijlire.war anfangs mit deftilIirtem Warfer, i n der
Fo!ge 3 1 w r rnit Shniakpufiijlung gefilllt. Die Metalldrahte, welche alle feine Spitzen hntten, gingen durcli eiiien liork in die angcfiilltc Rijlirc; fie
beftanlien ab~.vech~elncli u s Gold, Silber , Ktipfer,
ziiiil, Zinlc on:( Blei; aber es war beirialie glrichgfiltig, welches Netall iiian in dider Xbficht an\vendete. U r b r i p s batten fie eirie foldie LPiige,
dars fie von beidsn SI:iten die Iiugcl r l e ~TLerinameters erreicheri konntcii.
ZuerCt tvurile, \vie gehgt, die R a h r e mit deftillirtem \\.‘aKer angefiillt. D i e T e m p e r a t u r w a r
14”l{eaiim. uiid der Abftancl der DrShte unter fich
I Zoll. Als die Kette gekilloffen murde, war die
Gasentrvicltclting h a r k ; d 3 s Tliermorneter [tieg,
unll nacli Verlauf von 10 his 1 2 Minuten ftand es
uiibeweglicll auf 93” Keaum. *)
Ich
’*)
’
’
Herrn geli. Oberbaurath S i m o n
i n Berlin war
(wie er in den A n n a l c n . )I, 299, erziihlt,)
niclit gegliickt, in eiiiem ~~‘arCerzerfe:zi:ngslpparat,
in welchei~r fich ein feines Lufttherrnometer be-
. cs,
fancl, a n deKen Kugel die Plrrindrshte anlagen.
die inindene Ternperaturversnderung, bei Einwirkung riner Siiulc aur 100 Schichtuiigen auf den Apparit w-ahrzunehmen, oblckon Ech in jeder Ninute
c
I53
3
Ich fiillte darauf die Riihre mit Salnliaklolution.
Die Entwickelung von Gas war bedeutender. Das
Tliermoiriater ftieg, und nach einigen Minuten
ftand es unbeweg1icl;auf 3 8 O .
Da die R o h r e aus febr dIlnnern Glace beftand,
und das Waffer, das hch aus den Pfriipfen hervor
dringte, verdampfte, lo vrrmuthete ich, die Riihre,
umgeben von fchlechten Warrneleitcrn, u n J fo eingerichtet, dafs das Wa'aCfer nicht verdampfen, u n d
mitliiii die Rijhre abkiihlrn konnte, wilrtle eine weit
hbhe r e Tein p eratu r zeigen. Ich nahm daher gilten
$rockenen Flanell, und wickeltc ilia xo bis 1231ahl
u m i i e Riihre, kittete, urn die VeriluriItung des
WaCfers z u h i n d e r n die IhrkpfriipFe luftdicht ein,
untt lie& urn r!em von tter entwiclielten Luft g e p r e l ten Waffer Ablauf ZLI verfcliciffen, f e h r diiniie,
eiiiige 2011 Iange Glasriihren Iufttlicht dutch die
Pfrijpfe gehen. Ich fiiilte die Ridire mit Sdniiakte C; Kubiklinien Gas in der Rohre hildeten. Dagegen finde ich in den inrereKanten VerLandlungen der Gelellfcha[t zur neforderung der Xatur.
hunde und Indultrie Scbiefiens, H. I , Heft 1,
Brenlau I 106, S. L X I i l , foigenden Aufhtz der Sekretilrs der Gelelllchaft, deo Hrrrn Regimentoquartiermcilters M iill e r, eine. gelchickten und
t h r eifrigcn Naturforlcher t , crwiihnt: ,,DarRel.
,,lung des Relultates einca VerCucht der WaIlrrzer,,retzung rnit der Voltailchen Batrerie, hci dern das
,,;Thermometer die dabei entRehende Temperatur,,erhbhung anzeigt."
d. H.
Anodd, PhyIik. B.95. Sr. a. J. 1807. St. 2.
r,
foluiian, fchlofs die Kette, u:id llatte h s Vergiifis e n , i~as'TIierrnoineter bis zu 605 Iieigen t u feiien.
I3ie zweitc: Riihre nlit tl~mbeillan Tlierinornetern follte dazu ilieiien, zu l'ehen, aul w .Ici?cr S r i t e
die Iiijclifte Teiiiperatur Statt f5nde. Die Verfuche
mit ilir worden durc'li dierelhe Yatterie angeftellt,
unci zwar wierlerum zuerft iiiit reinern \C'affer, und
ddrauf rnit Sahiakfolution. Ule T e m p e r J t n r war
10' Reauni.
Xachdern die Rette eine Niriute hinclurch ge~clilofhnw a r y fttand rlas Thermonieter bei
dern Dralite, d e r SauerftoEgas gab, a u f 12"Reauin.;
d a s TIiern,oiiieter tlagegen Lei clrrii Driil~~e,
tlur
\val:i?r!idfgas gab, auf 8
' 1:cnurn. Xl'sch V e r I ; i u f
eioiger 3Jinutrn ftieg letxtcrea tlis Z!I IO", iIario ii.11
1 2. , un:t riidiicli blietien heicle 'X'herii:orne:er arif
15' Reatirii. Itehen. Wiirile I'tatt 3i?s Lj'aTCcrs tIie
Salmiakfdution griionimeri, ro w a r Allec wie vorh e r , atisgeiioinnicu dafs b e i h Tlieriiiumet& bis
20' Reauii:. Itiegen.
I)er Unterfchietl in tler Temperaturerhi,Iiung
bei der clopprlten R a h r e 11att.e kinell Grund in dcrn
griilsern Abftanile zwifchcn deii Sadeld. A b e r deffen ungcachtet w r die Ternperatur bei Ifen h%-IeIn
nic!it aiii hiichkcn. Das Gcfiilil gab offe,obar eine
w e i t hijhere Ternperatur in der Initteliien U i e p n g
d e r Rijhre zu erkrnnen ; eine intereffaute ErfcheiDung, die eirir nzhzre Unterfuchuog ver:liente, . u n J
dectlic!~zeigt dars die \.i"lrme wirklich eiii h l i f fereutiiilprozels ift.
Wenn’man nun bedenkt, dalk iibalichc Prozefe
zwifchen jeder Platte d e r Batterie, wo Kupfer und
Zink durch einen nrffen Karper von einander getrennt waren, Statt fanden, Zo wird man leicht einfehen, welche bedcutcnde Warrneentwickelung
auch liier vor fich ging.
P i n e g a l v a n i ’ s c h e B a t t e r i e taus F r o f c h p r e p a r a t e n . *)
Saclidern es m i r , [Annalen, X V , 3.$0,] gem
glilcict war, in verfchiedenen priiparirten Friifchen
Contractionen dadurch hervor zu bringen, dafs icll
den Jlusltel des eineo mit tlern Kerven des anclern,
unrl urngckehrt, in Herillirung braclrte, machte ich
deii VerfucL, melirere Profchextremitiiten zu einer
eiiizigen io genannten orgaiiilclien Batterie zu verbinrleri ; und fo vie1 icli weirs, birr ich der erfte, der
auf dicfe Iiiee verfallen ift.
Die Bedingungen zur Anftellung diefes, ‘wie
micli dankt, fehr wiclitigen Verfuches, bnd in der
Kiirze folgencle: Die Friifche mdffen einen Zehr hohen Grid v6n Incitabilitiit haben, hurtig, leicht und
verrnittellt fcharfer Inrtrumente priiparirt, und die
Berven nicht i n gerarler, fondern vielmelir in lchriiger Linie ilbergefchnitten werden, fo dals J e r Schnitt
f; fchief wie rnijglich wird. Denn nich meiner
Erfahriing gehijrt das Xeurilema, (o&r die Nervenkcheide,) zu den weniger leitenden Subftanzen,
*>
Eben dafelblt, S. 100 1.
1. H.
L2
.und \v.vi.rkt'iri Verhir.dur;g mjt der Kervenfubftanz
fpl!,[t, nicht fo wolil durch feine eigene i l t r r i eigcnt\l<,:nlit:\le leitende Xatur, PIS(lurch d i e claffclbe belt]eic!ende Feucbtigkeit. Es ift unbefclireiblich, \vie
fehr es (lie.t'&Ciiche erleicbtert , auf d i e k A r t die
Kervenfubftanz felbft zu entblijken, uncl wie weit
b&r Alles glackt, als wenn clas Xeurilema ll3S
verbinclende Glied ift. Kachdern nun jene Frofchextremitlten, 1 2 a n d e r Znhl, priiparirt worrlen
waren, wurden lie rlurdi Fuugzis Agrcricxs, den
man vorher in Salmiakfoluiion getaucht hatte, iiiit
einander vereinigt. Die Orilnuiig der Batteric war :
s e r v e , fiIuske1, Sch\vainill, s e r v e , u. f. w.; das
cine EntIe alfo fiiig mit ilem Kerveu a n , das aiitlerc
cndjgte mit dem > h k t d . \vurdcn nun tlicfi. beiden
En'len mit einmtler in Verbindung gefetzt, lo entftandcn Contractionen i n allen jenen Schenkeln, ;Iusgenorninen i n zwei, die ich auch nicht ein einziges
Blah1 iich bewegen fah. B2i diefern Verfuche bemerkt man ebetifalls lehr fcchiin, wie bei der ErGffnung d e r Kette Contractionen entftehen. l)er I{Grp e r , der die Pole xnit einaniler vereinigte, \yar
wechfelsweifc bald das Fleirch einer jungen Kl;tzL',
wornit vorher fchon experimentirt worden \var,
theils einc krumm gebogene filberne Sonde.
Ich glaube, dafs diefe Verfuche, (urn 'niclit mchr e r e anzufilhren ,) hinrcichend find, urn jene l c h n
ei t langer Zeit angenom rnen e Polaritit zwiicii ~ 1
Pl'erven und hIuskeIn zu beweifen.
1
I:
157
1
Jr'Crnrc d u r c h Mu S k e 2 c o n c r a c c i o tie 1 1 .
Giebt es einen einzigen Verfuch, i n welcheni
man WIrrne durch Muskelcontractionen hat entftchen fehen ? Uin diefe Frage zu heantwortcn, fiigt Hr.
B u n z e n S. 114,will ich hier eiflige von niir angeftellte Verfuche erziihlen, die, ob fie gleich niclit
rnit der Genauigkeit und forgfiiltigen Wiederliolrlung, welche eine fo wichtige Sache uerdient, atisgefiihrt find, doch d a m dienen konnen, eiii lielleres Licht ilber unfern Gegenftand 211 verbreiten.
Es fey niir erlaubt, eine Bemerkung voraus ZK
kchicken.
Es ift fchon IjinSft bekannt, dafs durch Muskelcontractionen in der T h a t Wiirme erzeugt wird.
Thiere, die es friert, bringen, fo vie1 es ilinen
moglich ift, ille ihre Muskeln in Action, und eine
anftrengende Kbrperbewegung erhiiht ftets 'die
Temperatur. \$'ohl weifs icb, dafs alle Wiirmetheoretiker die Bewegung in' diefer Abficht zu ihren Erkliirungen benutzen, und fie, fo gut es fick
thun laffen will, als ein W9rrne errcgencles Nittel
ihren Syftemen anpafen. Aber Gei;fccheine:i nicht
dnran gedacht zu habm, dals eine anhaltcnde PIUSlcelcontraction auch die Teinperatur erllijht ; cine
Bemerkung, die dein beriihrnten v o n H u in b o l d t
gehcrt. *) Er erkliirt diefe Erfcheinung aher un'richtiger Weife daher, dab er annimmt, es m*r.r.de
in jenem Zuftande mehr Materia fibrola zu den bfuskeln hingefillirt, und tlafelblt deponirt.
So hat
auch 'Dr. P e a r t *) beobachtet, dals e r , wenn
er im Bade l'afs , die Temperatur des Waffeis urn 8
Grade erliiihen ltonnte, wenn e r blofs mit foinen
Fufsen eine Zeit lang gegen den Boden.der Badewanne Itiefs.
Was meine eignen Verluche betrifft, lo unterluchte i c h , oh man durch Hiilfe eiries Luftthermometers im coritriliirten blurkel hervor gebrachte freie \C'Srme entdecken kiinnte. Ich richtete zu dein Entle ein Therrnoiiieter , ungefiihr wie
A rn o n t o n s Manometer, ein. Es beftancl aus ein e r Glaskugel, $ 2011im Durcbmefler , und einer
Riihre, deren Durchmefer $ Linie betrug, war
mit einer nach Linien eingetlieilten Scale verfehen,
und hatte in d e r Riihre eine kleine Perle von Queckfilber, die durch ihr Steigen und Fallen fclbft die unbedeutendften Ttmperaturveranderungen Ioogleich
anga b.
Mit diefem Thermometer ftellte ich folgende
Verluche an. Der Unterleib einer eben gefclllachteten jungen Kuh *") (imenca) wurde in d e r m"glichften Eile geiilfnet, die Haut der einen Extre*)
s.
MedLnl e z t r n e t s , 1'01.
2,
p.
201.
**) Ich hatte dcnrelben VerCuuch fchon vorher bei
ei-
nem Paar O c h h gemacht. allan zog ihnen zwar
mit dcr miiglicbnan Geichwindigkeit die Haut ab;
do& aber zeigte Ech nicht die geringRe Muskel-
c
'59
3
niitSt .ahgezogen, und drei grofse Serven, obne
Zweifel N. cruralis, N.obturutorius u r i i l LV.
dicus, in der Richtung des fchiefen D u r c h n d e r s
libergefchnitten, un-3 mit Zink armirt. Die MIISkrln atif &in Unterfchenkcl (nnticrus) bcllcckte
icii clagegen init einern Stacke feinen gellaminerten
Sjlbers. Kiln machte ich ill die mit Zellgcwebe bedeckten llluskelir a n der inwendigen Spite Jes
Sciienl<els einen kleineii Eiol'chnitt, und fetzte das
Thermometer hinein. Da fo Alles zuiii Verfuciie
in Ordnung gebracht worden war, blieb es in Ruhe, bis die Queclifilberperle die griifste Hohe erreicht hatte und zu tinken anfing. Kun vereinigte
icll die Arimturcn rler hluslieln und Nerven. Das
Thermometer, das vorher auf "87 Linien Itarid,
itie:,. jetzt a u F 296 I h i e o . \\rude die Kctte wechfeis\v& guiiffnet .-nd w i d e r g ~ r c l ~ l ~ f hibn ,blieb
es rteheri, his t!ie Erregbarkeit erkliiipft war, wel&us bald erfolgte.
Ich wiederholilte diefen Verfucli bei einem ziem,
]ich grofs'sen Lamme. Alles war wie vorher, usgzl1omnieii, tlafs das Thermometer bei .Scblielsung
c\er Iiette uin eine Lioie Etieg.
contraction, wenn ich den armirten Muskel und
S e r v e n rnit eirisnder vereinigte. Aus diefer Ur[ache u-;ihlteich ein jtingss Subject, und zwar von
wi.iiilichein Gafch!echte, da die Erfahruog lehrt,
dais ihre Incitabilitrt niehr crhoht ifi.
n.
Man kiinnte gegen diefe Verluche den E i n w i r f
machen, dafs clrrlelhe Erfolg in jeclem feuchten.
Kiirper, cler die beiden heterogenen Glieder clcr
gdvaiii'khcn Kette mit einander vereinigte, Statt
f u ~ l e nmtifste. Aber rliefer Einwurf f d i t weg,
wenn man beclenlct , tlafs tlas Steigen des Tliermonietsrs im VerhSltnifTe mit den Aeufserungen cter
111ci tabili tii t a hna h rn.
E i r r ig e A I IL in it n g s u e rf i t c h e.
Foi~e:i:le V d t 1 c h u , (erziiilt H e r r Dr. R LI n e II 5. 5 2 , ) Col!t,!n 1i:ich belc!rreix, ein BIa!ij, ob
wirklich (lie Gcyenwart'von S.:ut~rCloffin cler eingcr
athmeteii Liift cine nothwenclise Uedingung des Lehens fe7; urid zweitens, wslcltes die U'irltungen einiger To gcnannten irrcfp'Dfrzbe!n Gasarten auf unfre
Lui:zcn Iintl.
Ich v c I'rt :\I ;fit e in i I- 3 11 Es er It rein ek n'L!&-dG oJjL
p r , inclcni icli a a f Jic bek,inntc: U-cifc WalferdZinpfe iiurch gIiiliericIe Eifenfpinr: in .\letallriibren zerEctzte, und tlas Gas itilrcli cine cliinne Alkali .iiif!i;fung gelien licfs. Erhtirung hatte tcich tliefe I'mfichtsregcln gelehrt ; denn Gasarlen , die nur iin allergeriiigftcn Gradc kohlenftoffhaltig find, zcigcn
b ei fie i ra ti i)n SI' cr luch en d en fcliadlich ft e n Ei n fl u Ts
auF llie Liingen; icli felblt w3-e einftrnahls, cla ich
ei n e Po I'ti o ii e t w a s lr olile t i It o f f h!t ig es W a ffer :'t o ffgas eiiiathmete, beinahe cin Opfer jener Erfdlirurlg
ge\vorlleo. Die eirtwickelte Luft wurde, nachclem
iic? niit Aiger Lause in der Flaklie gefc!~attelt \\-or-
-
den war, untl be; der Vermifchuhg mit oxygenirtfalzfarirein Gas keine bedeutende Verminderudg im
Eudiometer gezeiyt hatte, in einen Ballon von ziemliclrer Griilse gebracht. Die Oeffnung des Balloos
ivar mit eincr Rbhre verfehen, die ein Ventil hatte,
wrlches tlie im Eallon enthaltene'Luft heraus zu gehen, abcr lteine Luft einzuclringen erlaubte. Durcti
iiftere Ue'Jung hatte ich rnir dicFertigkeit verfcliafft,
ftcts mit der Xafe exfpiriren zu kiinnen, und blof..
mit dern X m d e zu infpiriren.
So oicrfLdltc ich
inehrere h h h l das Wafhftoffgas eiriziratlirnen , jo
ich ging logar fo weit, dafs ich es 150 (?) Jlahl
nacli tler lleihe eiaatlrrnete. Die Binpfinilung, welche jenes Gas in den Lungcn lrervor hringt, ift
yon derjenigen fehr verfcliieden, die clurch unfre
atmolphiirifcbe Luft hervor gebracht wircl; aber fie
ift keinesweges uoangenehm, otler iinertraglich ; ja
nach jenen 150 Infpirationen liiittc ich gerne noch
liinger f o r t f a l n k kiinnen, wcnn der flallon nur mehr
Luft gefdst hltte. Die einzigc Veriinderung, die
icl: dabei angeben kaon, ift eine Art exaltirten Zuftandes , dein Phnlich , der nach tlcm Genulfe geiftiger Getranks zu erfolgen pflegt; nor ift e r weit angene~imcr. Die Xiirrne nieines Biirpers wurde '
nicht bedeuteiit-1verrnehrt; tier Pids fchlug abcr etw 3 s Iiurtiger; doc11 kaan man tliekn Ictzten Umftanrl ~ j c l l eben
t
fehr in Betracht nehineir , cia Inan
die Veriinderung der Refpiration hier uiil fo weniger befchu1:ligcn ilarf, je gewilfc: uncl aucsenlachter es if!, lids die Syannung des Gdtes, worin
man Gsli bei dergleicheii Verluchen hefiiirlet , verbunniFiiinit tler ungewohiiten .4rSeit jetier gezwungerieii 1:ttrpiration , eine ahiiliche Wirkuiig hervor
bririgeii k;in ii.
L);i es i n i r unterhaltentl, zu feyn fcliien, die
FF-irkuiig jenes Ga.4 auf T h e r e zu erfdhren, fo
fclilofs icli eine Maus ili.eirie rnit clirfem Gas gafiillte
Glocke eii.. Die Luft war aus eiiier Solution von
%ink i n S;i!zf.iure entwickclt, und riiit jeiier Lauge
gt:waCciit?ii.
Filnf Eliiiiiteii hintlurch fcliien dar
T h i c r fich p n z wohl z ~ ihefinden, clarauf gab es
Zeir.lien voii unangenehmeii Emyfindungen, und
ich xog cs tieraus.
Auch t l i e Lb-irkung des Stickgus habe irh fo wohl
a n niir feellift, als auch a n ' T h i e r e n verfiicfit, nnd
gan4 verfchieclene ReCd tate erhalten, je nichtiem
ich i n i r die tlazu nijthige Luft , auf diefe, otler auf
jene Weife verfchafft hatte. Es fcheiat ni'itilich, als
oh jene Luftart, eberi Co wia Wafferfloffgas, eine
VerI)iiiclung mit Koblen ftoff erleiden kiinne. D e n n
bedietit inati Gch z. B. des Gas, welches m a n cfurch
Einfperrung von Kohlen i n atmofpharifclie Luft fi:.h
vcrfchafft hat, fo wird m a n , ungeaclitet man d e n
R : i c k h n d :nit ICalkwaffer otter Lalige, urn ilin von
i'eineiii kolilenfauren Gas zu bcfreien , gefchilttelt
];;it, tlciinoc!i ein fur die Refpiration iiufserft befclli:.er!iclirs Gas erhalteri , d a s , \vie icli zlaube,
liarti Meiitt.h irn StaiiJe f e y wiril, rnehr nls tlrei
3irthl nac!i rfer H d i e eiiizuntlinien. L u f t dagegen
aus 13rauiiC!ein, den inan nicht viillig m m Gluhen
h a t komrnen laffen, oder aus atmofpha:ifcher Luft,
die init einern Amalgam aus Zinn, Hfei untl Quecltfilber gefchattelt worden, lilst fich , wit?Wafferftoffgas, olirie Schwierigkeit einathmen. \Vie lange aber?
kann ich , da ich nur kleine, QuantitBten gehabt hab e , nicht beftimmen. Eine M a u s lebte Minute
darin ; aber do die Glocke n u r klein war, fo g3b fie
bald ilir unangenehmes Gefahl clurcli maiiolierlei
Zeichen zu erkennen, und ftarli endlich, doch
bei weitem nicht auf eine fo hcftige WeiI'e, 11s ein e anclere, die ich in derfelben Gluclce in atrnofphir i k h e Luft eingefperrt hatte, und die clarin ungeh h r xf Minute lebte.
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