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Einige Notizen ber galvanische Leitungen.

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409
andem Spitze. Hieraus folgt also, dafs wenn man die
Ladung einer Batterie an zwei Stellen in einen geschlossenen Drahtriug eintrcten lafst, sie in dem kurzeren Theile
desselbell (der Leitungsftihigkeit nach ) diejenige Richtung einschlagt, welche der Verbindung mit der Batterie
gem;ifs ist, dafs dagegen durch den andern Theil dcs
Binges der umgekehrte Strom hindurchgeht, der von dem
ersteren gleichsam nach sich gezogen wird. Eine Theilung, wie beim galvaniscben Strome findet nicht statt, es
sey denn in dem eimelnen Falle, dafs beide Theile des
Ringes denselben Leitungsmiderstand darbieten.
Februar 1843.
IV. Einige Notizen iiber gahanische Leitungen;
uon M . H. J a c o b i .
(Aus
dem Bulletin der phys. math. Klasse der Petersburger Academic,
T.I p. 30.)
I c I i erlaube mir, der Acadernie einen vorlliifigen Bericht
iiber mehrere interessante Versuche abzustatten, zu welchen mir die im vorigen Sommer auf Allerhbchsten Befehl ausgefuhrteu galvanischen Leitungen, die theils telegraphische, theils andere Zwecke zu erfiillen batten, Veranlassung giiben.
Alle Physiker, welche bis jetzt mit der Adage elektrischer Telegraphen sich zu befassen veranlafst waren,
siud gewifs dnriiber einig, dafs dcr schwierigste Theil
dieser Aufgabe in der Herstellung der galvanischen Leitung besteht. Man hatte sich die Sache friiher sehr leicht
gedaclit; denn bei den anfinglichen, in kleinern Madsstabe angestellten Versuchen, wovon unstreitig die des
Baron S c h i 11i n g v. C a n s t a d t die ersten, ausgedehntesten und durchgearbeitetsten waren, konnten die in der
Poggendorff’s Anual. Bd. LVllI.
27
ill0
Natur der Saclte liegeliden iiaclitliciligcn Uedingiuigcn
nicht liervortrcten, die sich sp:iter zeigtcii, als S t e i n 11 e i l und W h e a t s t o n e ihre Liiiieu auf gtijfsere Entfernungen auszrtdehnen begannen. Die tVirkung der natiirlichen Nebellscbliefsiingeii, die hierbei stattfand, gebot
VorsichtsinafsregeIn, arif die inau fruher niclit bedaclit
gewesen seyn konnte, d n die vngcn Ecgriffe von Leitern,
Halbleitern und Sichileitern noch nicht ihre practische
Wurdiguiig zu erlialteri Gelegenheit gehaht liattcm. Atis
der von S t e i n 11 e i I bckanut gcinacliten Reschreibung sei
lies magneto - elektrischen Telegraplicn w e i t inan, dafs,
uiigeaclitct dieser Celchrte seine T)rahtlcitimgen in frcier
Luft iiber hohe hiilzcrne I’fosteu ;;elm l i c k , tlennocir
Kebenleitungeu vorltandeii waren, die sich dtircli Stromeswirkungen inaiiifestirteii , die auf der einen Station
stattfandeu, wYbrend auf der andern die metallische Verbindungskettc geliist war. Dieselbcn Ersclieinungen fand
W h c a t s t o n e, dcr seine gut isolirtcu Driihte i n gufseiseriicn Kijliren uber dcr Erde, an einigen Stellen aucli
unter dcrselben fortgefiifirt hntte, und er fnnd sie in so
hohetn Maafse, dars cr dadurcli gcnBthigt war, sein erstcs
Systein der clektro iiiagnctisclien Telegrnphirung, das in
coinbinirteri astatischeu Magnetnadeln bestand, die durcli
besondere Leituiigsdrahte und Miiltiplicatoren activirt wtirden, aufzugeben. Es faud sich natnlich, wie es die Mebenverbindungeii bewirkten , dafs bei Scl~liefsung der
Haaptkette anch die Systeine von Nadeln wit in Bewegung gesetzt wurden, die ganz aufser dcr Verbindung
lagen. Ich sprcche es bei dieser Gelegenheit alls, wic
sehr es zu bedaiieru ist, dafs Hr. W h e a t s t o n e die
scliiiizbaren theoretischen uiid practisclien Erfahrnngen,
die er bei Antegung seiner Telegraphen gemacht, bis jetzt
der W e l t vorentlialten bat. Die erwshnten Schtvierigkeiten steigern sich, wenn die im Grnnde wiinschenswertheste, ja gewissermafsen nathwendige, hier aber durchaus gebotene Bedingung erfiillt. werden SOH, die galva-
411
nische Verbindungskette ganz und gar unter der Erdc fortzufuliren; und sie steigern sich uin so mehr, wenn nachtheilige kliinatisclic und geognostische Verhiiltnisse, so wie
andere ungiinstige locale Bezieliungen vorhanden sind.
S t e inli e i l hat es geradezri fur unniiiglich erklart, galvanische Leitungen auf grofseren Strecken unter der Erdc
fortzufuhren. Die Erfahrungen , welche hier bei Legung
der eisernen Gasleitungsriihren gcinncht worden sind, haben die aufserordentliche Beweglichkeit des hiesigen Terrains gezeigt, die so wcit geht, dafs nicht selten dic eiserucn Rohren eotwedcr in der Mitte oder an den Verbindtingsstellen quer durchgebrochen werdeu. Sobald
eine galvanische Leitung unlor dcr Erdc fortgefuhrt werden soll, scheint cine Rijhrenleitung unumgSuglich zu
s e p , niclit nur deshalb, weil nur auf solche Weisc einc
vollstandigere Isoliruug inoglich ist , sondern auch, urn
bei vorfalleuden Beschadigungen , eine leichtere Zuganglichkeit der Drahte zu gcwahren. Eine fruher iiber den
Adniiralitatsplatz gelegte Probeleitung, bei welcher die
Drahte nicht frci in Rbhren lagen, sondern in einer Art
besonders geformter Hiilscn voii Eisenblech ez'ngehttet
waren, haben die grofse Unbequemlichkeit eines solchen
Systems gezeigt. Da nun Metallriihren liier nicht leicht
zu erlangeu waren, und da sie aufserdein den Nachtheil
haben, die Chancen der Nebenverbindungen zu vermehreii und gefahrlicher zu machen, so entschlofs ich mich
geradezu gliiserne Rohren zu wahlen, obgleich ein solches Material zu iihnlichen Zwecken wobl noch nie gebraucht worden seyn mag, und keine Erfahrungen hieriiber vorliegen. Die Details der Construction dieser galvanischen Leitung, so wie die Beschreibung der telegraphischen Apparate zu geben, behalte ich mir vor, uud
will nur erwahnen, dafs die ganze Strecke 90.30 Fufs
betrugt, also eine Leitungskette von 18060 Furs erfordert. Die Rbhren sind im Durchschnitt iiber 5 Furs
Zoll W e i t e und eine angemessene Wandlang, haben
27 *
+
dickc. Die Eiidcii siiid inntt gcschlifEcii und iiiit ciuauder durch I<au~scliultriihrcnvcrbundeli, so daCs das ganzc
Sgsleiii lciclit jcdcr P,ewcguug dcs Terrains folgen kanii.
Dic Kiitiren wurdcn anfiiiglicli auf flacli gclegte, nach
dcr Hundung der Rijliren ausgchaiicne Ziegcl gclegt, spiiter v u r d e cs aber vorgezogen die Ziegcl ganz wcgziilnss c n , die Rijlireii auf ciiicr Loge fcincii Saiitlcs zu hctlcn
uird dieselbcn init eincr G 2011 hohcn, ron Stcincu sorgf;iltig gwcinigtcn Schicht cbcn solchcn Sandcs zri bcdckhcii. Dic Ticfe uiilcr dcni Tcrrnin bctrzgt im Durchsclinitt 21 Zoll. Es wtirc frcilich besscr gcwescn, dic
l\iihrcn norh init cincin hiilzcrncn ICastcn Z U ningcbcn ;
liicrdiirch m;iixw obcr die Kostcn bcdcutcnd angcrvacliscn, wid dns € 1 0 1 ~ Iiatfc sicb, dcr nbwcclisclndcn Fcuclitigkeit unlerworfcn, nicht langc crlialtcn. Um dcin Einmaiidc zu bcgcgncn, dafs diesc K6hrcn diircli die Erschiittcrrrngcn dariihcr fnlirendcr Wagcu bcschiicli~twcrdcn kijnntcn, l i d s icli cine kurzc Rijhrcnstrccke nrif IVCuigcr als dic angcgcbcne Ticfc cingrabcn, rind darubcr
eincn sclirvcrcii hinbofs bringcn, auf wclclicni, iiiittelst
Schiiiicdcliliinincrii yon 2 Piid Schwcrc, ein Stiick Eiscn
abgcscliniicdet wurdc. l)ic horizontal durch das Pfli\slcr
sich fortpflanzciiden Erscliiittcrungen 11arcn adserordc11ilich stark, aher die Riihren liatten, wie sicli nach dcui
Ausgraben zeigt6, niclit im mindesten gclittcn, und waren in ihrcr Lage nicht dcrangirt wordcii. Die zu den
Leilungen verwendctcu Kupfcrdrzhte waren von cincr
Starke, dafs diirchschnittlich cinc W c r s t oder 3500 Furs
gerade 45 Pfund rvogcn; sic warcil init slarlrem Zwirii
besponncn, wurdcn darauf in eiiic lieikc Mischuiig von
W a c h s , Harz und Talg getaucht, liierauf noch cinmnl
besponncn und cndlich wicderum init deinselben Mastix
bestrichen. Solchcr Drsltc lagcn vier neben cinander
in den Hiilireu, die je zwci zu einem gesondcrtcn telegraphischen System gchiiren.
Ehc die Drehte in die Hiihreu gclcgt wurde~i,hattc
413
ich, veriiiittelst dcs Voltagoinctcrs, die Leituugswiderstiinde dcr cinzeheii Dralilstreckcn gcmessen, dcren
~ ~ 1 l n i i idann
e
init dein Widcrstande dcr ganzen Leitung
iibereiiisliinineu murste. Die letztere Mcssung ist zwei
B h l vorgenommen wordeii, und zwar an zwei verschiedcnen Tagen (14. und 18. September), die bedeutende
Teinperaturdifferenzcn zeigten. Diese Messungen habe
ich niir vorgenommen von Zeit zu Zeit zii wiederholcn.
Dic Differenzen zivisclien der Berechnung nus dein Widerstand der cinzelncn Drdite u n d der Bcobachtuug der
ganzcn Strecke, ergiebt die nachfolgende Zusaniinenstcl-
luug :
I. System
18,200 Yufs ling.
Bcrechnung.
I
If, System
17,864
Ian:.
1 Beobaclicung. Bzrccboung.~ Beobaclitung.
Die Widerstande sind in Windungen des Voltagoineters ausgedriickt, dercn jede aus etwa 0,25 engl. Linien dickeii Xeusilbcrdraht vou 13",lSY Llngc bestelit.
Die Differeiiz zwischen beiden Beobachtungen llifst sicli
viellcicht dadurch erklsren, dafs die zweite Beobachtung
des 18. Septeinbers an einein kzlteren Tage geschab. Die
Messuug von Leitungswiderstanden, sobald sic init eincr,
den gegenwiirtigcn Bedurfnissen augeinessenen Gcnauigkcit vollfubrt werdeu soll, ist, wie mich die viclfacheu,
in diescin Jahre gcmachten derartigen Beobachtungen gelehrt haben, liein so ganz leichtes Problem, als man aiif
den ersten Blick glauben sollte; es kommen dabei v i d e
UinslYndc vor, die sich uicht leicht erkliircn lassen, und
welche gehiirig in Rechnung zu bringen dcr Folgezeit
vorbehaltcii bleiben inufs.
Ich liattc die beiden, zur Dienstleistung bei diescr
hrbcit bestiinmten Inuenieur - OfBciere init bequcnicn VotP
tainctcru ausgcrustet, urn sicli wdircud dcr hrbeit zii
414
uberzeugen, d a k einerseits keine Unterbrechung , andcrcrseits keine Nebenschliefsung bei der Leitui~gvorlianden sey. Bald aber zeigte es sich, d a k bei Anwendung
krzftiger Batterien, auch bei geijffueter inetallischer Verbindungsliette, cine schwache Wasserzersetzung stattfand,
die zwar init der Lange der Leitung zunabm, aber dennoch unverhaltniLm8fsig schwSchcr, als die Wasserzcrsetzung war, welche bci Herstellung der nietallisclien Verbindung stattfand. Nachdcin die ganzc Leitung bcendigt
war, wurden dic vergleichenden Vcrsuche sngcstellt, von
denen spiiter die Rede seyu wird.
Es licgt gaiiz ualic dicsc Nebenschliei'sungen, wodurcli
die WasserzersctzunS, aucli bei unterbrochener Verbindungskette, bewirkt wird , wie eineii metallischen Uralit
vou cineni bestiininten Lcituiigs~~idcrstande
zu betracliten, dcr cben so wic die audern Leitungswiderst~jiidc
gciiiesseii wcrdcn kiinne. Ich liatte zu diescni Ende, d a
dicser Widerstand nicht gering seyn konntc, vorher eiue
grofse Meiige Hulfsdrlilitc genicssen, und zu dieser Untersucbung cin seIir einptjndliches Galvanometer besthint.
In dcr That bctrug allcin durch diese Ncbeiischliefsung
die Ablenkung dcr Nadel, bei Anwendang von nur zwei
G r o r e ' s c h e n Plattcnpaaren 7".
Um dicse Ablenkung
zu vergr6Csern und so die Bcobacbtungsfehler zu vermindern, iiabm icli &her vier Plattenpaare, uiid erliielt eine
Ableiikung von Z O O , bei welcher ich die Messung vorzuuehmeii beabsichtigte. Zu iiieiner nicht geringen Ver~viinderun;; aber bcinerlrte icli eine so bedeutcnde Veriinderlichkcit iin Stande der Nadel, dals dadurch cine
Messung uninijglicli wurde; denn innerhalb ctwa einer
Iialben Stundc war die Ablenkung von 20° bis auf 1 1 O
zuriickgewichen, aber iinincr nocli itn langsamen Abnelittien hcgriffen. J>iefs icli die Kettc eine Zeit lang gci i f f ~ ~ e SO
t , [rat wicdcr die ursprunglichc Ablenkung :nit
dcrselbcn W i r k u n g a b n a l i m c cin. Die nlichste Vermuilirins war wolil, d a k die Battcric dicscs PhQnomen vcr-
415
scliulde ; als aber eine alinlichc Ablenkung durch Hiilfsdriifite becvirkt murdc, zeigtc sicli dieselbe ganz und gar
constant. Dime Ersclieiuung lafst sic11 also wohI nicht anders erklliren, als durch eine Art Polarisation, die hervorgehen mag aus irgend einer clektrolytischen Wirkung, die
zwischen den nahe a n cinander liegenden Drahten stattfinden ~niiEs,ganz so wie bei der Wasserzersetzung
zwischen Platinplatten eine Wirkungsabnahme bemerklicli ist. la der That wird diesc Ansiclit dadurch bestarkt, d a b , wie schon erwshnt, die doppelte Anzahl
Plattenpaare die riblenliung von 7 O auf 20° brachte, was
ciner inelir als dreifachen Stromesstarke entspricht, ein
I’hanomen, das mit dern iibereinkommt, welches ich schon
fruher beim Vergleich des cheiiiisclien und magnetischcn
Galvanoinetcrs bcinerkt lialte ; ferner dadurch , dals bei
Anwendung einer krlftigen Datterie von zmiilf G r o v e ’ sclren Plattcnpaaren die Ablenkung bedeutend vergrofsert,
der Gang der Wirkuugsabnahme aber iiiehr verzogert
wurde; auch noch dadurch, dafs die Ableulruug bedeu.
tend zunahiii, als die Drahte zu j e zweien mit der Batterie verbunden und dadurch eine griifsere Oberfllche in
Thtitigkeit gesetzt wurde; endlich unwiderleglich dadurdi,
dafs eine Ablenkung von 14 bis 2 O in entgegengesetzZer Richlung s t a t t h n d , als das Galvanometer von der
Batterie gctrcnnt, und iiur durch die in d e r R a h r e befindlichen, unter einaiidcr nicht verbundenen Dralite geschlossen wurde. Es fragt sicli also zuerst, ob durch
zufillig eingedrungene Feuchtigkeit, wirklich vielleicht a n
irgend ciner entbliikten Stelle des Drahtes, eine Wasserzersetzuug stattfinde, oder ob der Effect uber der
ganzen L i n k verbreitet sey. Obgleicli dieser Punkt uicht
hat entschieden werdeu konnen, so sind doch Griinde
l*orhandcn, die inich zu der lelzteren Ansicbt bestiinmen.
Es fragt Fich aber noch ferner, ob wirklicli cine Zcrselzung von W a s s e r vor sich gehe, odcr o b eiiie schwachc Zerectzung der isolirenden Substanz, womit die Dralite
416
bedcckt sind, diese Polarisationserschciilungcuhervorrufe.
Urn daruber einige Gewifshcit zu crlangen, lids ich zwei,
eben so isolirte Drzhte, jeden von 2450 Fufs Lznge, ncben einander auf eine Rolle aufwickeln; indcssen war,
als ich dic glleich liegenden Enden der unverbundcneu
Drahte durch den Multiplicator des Galvanometers mit
dcr Batterie verband, keine Spur einer Ablenkung sichtbar, ungeachtet die Batterie aus 12 Grovc’schcn uncl
25 D aniell’schen, hinter einander verbundcncn Plattenpaaren zusammengesctzt war. Ebcn so war, ungcaclitet
dieser starken Batteric, auf der in den Kreis eingeschalteten Zunge, kauin ein Geschmack bemerklich. Ein magneto-clektrischer Inductionsstrom dagegen bewirktc dic
heftigsten Erscliutterungen, wenn in demselben Scliema
der inducirte Draht statt der Batterie substituirt wurdc.
Es ergiebt sich also auch hiernus der Vorzug, den bci
telcgraphischen Leitungen die Volta’sche Elektricitzt VOI‘
der von S t e i n h e i l angewandten Magneto-ElektricitBt hat.
Das Verhalten der sogenannten Isolatoren oder Malblciter, wenn starkc elcktromotorischc Krafte in Thliligkcit
sind, hat iibrigens immer den Eindruck auf micli gcmacht,
als ware dasselbe, ungeachtet der scheinbar starren Form
dieser Substanzen, gewissermafsen dcm vou Flussigkeiten analog, welche, aufser dafs sic einen Leitungswidcrstand haben, noch polarisirende Effecte hervorrufen, die
aber durch krzftigere Elektromotoren in einem, sich gewissermaken sprungweise manifestirenden Verli%lhissc
zuriickgedrangt wcrden. Uebrigens scheint cinc weitcrc
Verfolgung dieses Versuclis zu Consequenzen zu fiihrcu,
die miiglicherweisc fur die Theorie und Praxis dcr galvanischen Tclegraphen~eitungcnvon Wiclitigkeit werden
diirften ; auch bestatigt dieser Versuch lneine schoii friiher ausgesprochcne Meinung, dafs man dcn Widerstand
einer, zwischen Metallplatten befindlichen Fliissigkeitsschiclit im Allgeneinen niclit mit einem inetallischen
Drahtc vcrgleichen k h n e , und dafs derartigc Mcssuu-
417
gcn nur unter besondercr Beschr%ukung zugclassen werden diirfen.
Nachdem die game Leitung beendigt war, war es
wichtig correspondirende Beobachtungen anzustellen, urn
zu sehen, welcher Antheil der Stromesstiirkc durcti die
Nebenleitungen oder durch die inangclhafte Isolirung vcrloren ginge. Bei diesen Versuchen miire es nun selir
wiinschenswertli gewesen magnetische Mefsapparatc auf
beiden Stationen zu bcsitzen. Iudessen mufste ich inicb,
da es bis jetzt noch an derartigen bequeinen Instrunienten fehlt, init Voltainetern begniigen, welche icli nach
Art derjenigen anfertigeu liefs, die F a r a d a y (3. 710
Experimental Researches ) b eschrieb en hat.
Es wurdcn demnacli zwei Voltaineter a, b, auf jcder Station eins, nach dem bcigefiigten Schema, in den
Krcis eiogescbaltet.
I
k
u
-0-0
z
b
o-o-
5
I1
1k 0
M%re keine Nebenleitung vorhanden, so miifsfe,
wenn die Batteric der Statiou I in ThHtigkeit gesetzt
wird, das Voltameter b cben so vie1 Gas liefcni, als das
dicht bei der Batterie bcfindlicbe Voltaineter a, und urngekehrt miifste a so vie1 Gas liefern als b , wenu die
Leitung mit der Batteric auf Station I1 in Verbindung
gesetzt, auf I aber von der Batterie getrennt und in sicli
gesclilossen wurde. Die Versuche sind iu dcr nachfolgenden Tabelle iibersichtlich, und in der Ordnung zusammengestellt, wie sic gemacht wurden. Ua abcr in
dcm, dicht bei der Batterie befindlichen Voltameter, niclit
imlncr dieselbe Gasquantitzt entwickelt wurde , so sind
die Vcrsuclie fur eiu Normalquantum von 10 Kubikccntimeter bcrechnet. Die Batterie bestand aus 25 Dan i c l I’schen Becbern, wovon jeder eine Kupferobcrfltiche von 20 Quadratzoll dnrbot. Dcr in dcr Mitte be-
418
fiudliclic Zinkkloben war 3; Zoll hoch iiud liattc
iiri D ur chin css er.
% Zoll
T a f e l I.
No. dc
Vers.
1. Drrrhtlcitung
I!
Voltameter u
Kubikcentimct
100
87
100
86
:3
Voltamcter L
Kubikcentinlet.
98
100
95
1on
100
90
100,4
100
100,4
91
1110
91
100
98
100
93
100
1 on
100
95
100
93
93
95
100
100
100
92
95
96
68
100
90
96
100
100
ion
100
91
92
93
100
100
100
Bci diescr Tabclle ist zu bernerken, dafs dic zweite
Abtlieiliiug der Vcrsuche v o n No. 13 an, die iiii ganzen
cine grorsere Regcllniifsigkeit zeigt, a u eincin andern Tagc
nngestellt wordcn ist. Auffallend aber ist dabei, d a b die
Angaben des Voltainefcrs b imincr grijfser erschienen, als
dic dcs Voltarnctcrs a, cin Umstand, den ich anfangs dcr
Lcitung zuzuschrcibcn geneigt war, der sicli abcr durcl
spztere Untersuchuiigen dabin auflijstc, dais dic Graduirungen niclit ubereinshninteu. Es crgab sicli iiiiiiilicli
419
aus correspondirenden Beobachtungen im Zimmer, dafs
122 Theilstriche (zu -& Kubikcentim.) des voltameters u,
125 Theilstrichen des Voltameters b entsprechen. Bringt
mail diese Correction an, so wurden im Ganzen im Voltameter a 108'8'125
122
=l.11,5 Kubikccntim., ini Voltame-
ter b aber 115'4'122 =112,6 Kubikcentim. durch die,
125
an den entgegengesetzten Stationen befindliche Batterie
entwickelt. Man hat also im Durchschnitt im Voltameter u 92,9 und im Voltameter 6 93,s oder im Durchschnitt 93,4 fur 100 Thcile erhalten, oder es ist durch
die Nebenleitung ein Verlust von 6,6 Proc. entstanden.
Es ergiebt sich noch der sonderbare Umstand aus der
zweiten Abtheilung der Tabelle, dafs die, im entfernteren Voltameter erhaltenen Gasmengen, bei den drei Ma1
hinter einandcr auf dieselbe Weise angestellten Versuchen , regelmafsig wachsen. Beobachtungsfehlern kann
diese Erscheinung nicht zugeschrieben werden, auch hatte
ich dafur gesorgt, dafs die Verbindungen immer auf gleiche Weise geschahen, und Oxygen und Hydrogen siclt
immer an denselben Drahteu entwickelten; denn anderweitige Beobachtungen batten mich gelehrt , dafs haufig
solche, der Polarisation zuzuscbreibende Anomalien eintreten, wenn man bei den Beobachtungen die Richtung
des Stroms verandert. Aber ich bin geneigt dieses Zunehmen der Gasmengen init der oben emahnten Beobachtung in Zusammenhang ZU bringen, welche ich durch
eine Polarisation der Drahtleitung selbst zu erklaren veranlafst war. In der That wiirde eine solche Polarisation
einen Gegenstrom hervorrufed, der, so wie er den Strom
nahe bei der Batterie schwlchen, denselben an den entfernteren Enden der Leitung verstarken rniifste. Dafs
dieser Gegenstrom nicht augenblicklick verschwindet, davon habcn inich anderweitige Versuche uberzeugt ; auch
war es nur eine Zeit von 2 bis 3 Minutcn, die mail zwi-
420
schcn jeder Beobachtung vcrstrciclieu lids.
Es ist bcgreiflich, dars diesc UinstYnde, die jetzt das crstc Rlal
zur Sprachc koinmeu, noch rnanclicr Bearbcitung bcdiirfen, urn zu ciner festeu Ausicht dariiber ZU gelangen.
Icli will noch erwahnen, dars dic Voltameter iiiit
verdiinntcr Schwefelssure v o u 1,3 spec. Gewicht geladeu
warcn. Als beide Batterieii init der Leitung hinter einaudcr verbunden wurden, crliielt inan genau glcicl~cGasnnengcn in beideii Voltamctcrii, was dafiir zu sprcchcu
scbciut, d a k wahrscheinlich die Ncbeiileitung auf dcr
ganzcn Strccke gleichiniifsig vertheilt ist, uiid iiiclit besoudere Fchler a n eiueiii einzelncn Punktc stnttlinclcn.
Es ist bekauiit, wie schon, vor iiiclir als dreikig
Jahren, Versnclie nngcstcllt wurdcn, welchc zeigteu, dal‘s
sicli dcr galvanische Stroln eirrer vielplattigc~iV o l t a ’ s c h
Slide, auch durch Wasserstrecken fortpflauzen liefs, weun
diesc cinen Tlieil der, iin Uebrigcn isolirtcii Leitung bildetcn. Eincn solcheu Versuch liatte ich Vcranlassuiig
dicsen Hcrbst bei Oranienbnuin niizustcilen, wodurch eine
Battcrie vou 24 G r o v e’schen Bcchern, und auch durclr
cine gewijhnlichc Volta’scbe Siulc v01i 150 P l a t ~ c nvon
6” Seite alle Erscheinungen des galvanischen Stroities
auf cine Eutfernung von 5600 Furs hervorgebraclit murden. Es war liicrbei also ein Leitungsbogen vou 11200
Furs vorhanden, der zur Hilftc durch das Wasscr des
Finoischen Mcerbuseos gebildet wurde, zur H d f t e aber
durch eiucn isoiirten Kupferdralit voii 4”’ irn Durchinesser, dcu man aiif einem Darninc fortgcfiihrt hatfc. Von
dein einen Pole der Balterie wurde einc Zinkplatte von
5 QuadratfuCs Oberflhchc in’s R’lcer, untl von dein entgcgengcsctzten Ende des llfetalldrahtes einc ihnliche Platte
in cinen, init dein n’lecre in Verbindung steliendcn Kanal gescnkt. Auf diese W e i s e wurdcn Kohlen und aucli
diiuncr Platindraht (lctzterer nur diircli die G r o v C’SCIIC
Balterie) Zuni Gliiheii gebracht und sehr starke Coirntiotionen ertheilt. Obglcich ich keine vcrgleiclieutlen Mcs-
42 1
sullgen alistcllcn konnte, so schien es mir doch, als byijrden diesc Erscheinungen in griifserer Inlensitat hervorgebraclit, nls wo mau sicli zweier neben einaiider bcfindlichen, doppclt iibersponnenen, und nit einem Mastix
von Wachs, Harz und Talg bestrichenen Drahte bedieiit
hnttc.
Die so then beschricbcnc telegraphischc Leitung war
zu anlockend, um nicht auch diescn Versuch, auf eitie
Entferniing von 9030 Frifs, zu wiederhole~,um SO mehr,
da zwischen beiden Stationen mehrcre Wasservcrbindungcn stattfinden. Das Kaiserliche Winterpalais, wo sich
die erste Station befindet, liegt bekanntlich an der Xewa,
und die DienstwoIinung des Ober-Dirigirenden der WcgcCommunication und der ijffentlichen Bauten, wo sich die
zweite Station befindet, an dcr Fontauka, nahc dcr Obnchow’schen Brucke. Es wurde demnach von der, unter
der Erde befindlichen. Leitung nur ezh Drabt benutzt;
von der ersten Station indessen ein andcrer Draht rnit
einer Zinkplatte von 5 Quadratfufs in die Newa, von der
zweiten Station eiu Draht mit einer eben solchen Zinkplatte in einen im Garten befindlichen kleinen Teich gesenkt, dessen Spiegel 5 bis 6 F u h hiiher liegt, als die
Fontanka, iind der von ihr durch eine Schleuse getrennt ist. Als Elektromotor diente die oben erwtihnte
Batterie von 25 kleinen D a n i cll’schen Plattenpaaren,
verinittelst wclclicr denn auch, ungeachtet der grofseu.
Lange der Wasserstrecke, alle galvanischen und clektromagnetischen Erscheinungen hervorgebracht wurden. Correspoiidirende Beobachtungcn, die bei dieser Anordnung
der Leitung auf die Weise mie fruher mit dcn Voltainetern angestcllt wurdcn, ergaben die in der folgenden Tabelle zusammengeslellten Resultate, bei welchen die schon
obcu erwghnte Correction angcbracht ist.
422
T a f c l IT.
No.
iler
Voltamem..
Voliarnc t er
100
100
100
95
95,4
93,G
98,4
99
9!)
100
100
100
Versuche.
Im Durchschnitt hat also hierbei eiri Vcrlust r o n
nur 3 Proc. stattgefuriden, itidcin dic von der Batterie
cntfernten Voltameter 97 Maattheile arif 100 ergaben,
welche sich in dern, dicht bei der Ratterie befindliclicn
Voltameter cntwickelt hatten.
Mein College, Hr. L e n z , dein ich diesen Versuch
mitgctheilt hatte, fordcrte midi a u f , densclben zu wicderholen, ohne cinen Draht i n die N e w zu leiten. ES
s e y vielleicht hin1:inglich n u r eine Verbindung mit irgentf
eincr Stellc des cisernen Dachs roin Winterpalais Iierzustcllen, dn dicses Dach durch die Ableitstaugcn init
dem feucliten Erdboden in Verbindung stznde.
In der That verhielt cs sich s o , iiidcin die Leitung
nuf cine so groke Entfcrnung schon durch den feucliten
Erdbodeii vermittelt wurde. Leider koiinten nicht inehr
als drei correspondirende Versuche angestellt werdcn,
die folgende Resiiltate ergaben :
T a f o l 111.
NO. der
Versucl1c.
1
1
I
Voltameter
u.
99,a
2;
1
1
Voltameter
b.
100
E
2
3
Es ergiebt sich hieraus, dafs beinah gar kciii Verlust stntlgefundcn hat, und dafs also diese Art der Verbindnng die vortheilhaftestc war. Es hat sich aber nocli
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folgeiidcr nicrltwiirdige Uinstaiid gezeigt. Bei den Versuchen der Tafel I maren 10 Kubilrcentim. in etwa P‘,
bei Tafel I1 in etwa 5’, bei Tafel 111 aber in 2’ entwikkelt worden, so dafs liier aiich die Iutensitzt des Stroines am betriichtlichsten war. Die Batterien waren zwar
imiiier auf dieselbc Weise geladen worden, aber so ganz
constant mochte dercn Tliatigkeit bei den drei Versuchsreihen nicht gewesen seyn. Die grokere Intensitgt beim
letzten Versuche schreibe ich nichts destoweniger dein
Umstande zu, dais ich dabei die Anordnung getroffen
hatte, zwci Drshte der unterirdischen Leitung neben einauder zu verbinden, so dafs der Leitungswiderstand derselben urn die Halfle verlnindert wurde. Es ergab sich
hieraus, d a h der Leitungswiderstand des Erdbodens beinah aIs Null betrachtet werden kiinnte. Bei dem zweiten Versuche war die Intensitat geriuger, vielleicht deshalb , weil eine schlechtere Leitiing stattgefunden haben
mochte, indeln die Teinperatur an diesem Tage niedriger, und der oben erwahnte kleine Teich, worin man
die Zinkplatte gesenkt hatte, sogar mit Eis bedeckt war.
Jedenfalls scheint es mir, d a b der Benutzung des Erdbodens zu telegraphischen Leitungen kein Hindernifs entgegenstehe, uiid dafs in dieser Beziehung rnanche hedeutende Vortheile erreicht werden diirften.
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