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Einige physikalische Bemerkungen ber die wsten und ungesunden Gegenden des mittlern Italiens.

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56
1
IV.
Einige p?yJknl+clie Bemerkungen iiber die wigen
und nngeJunden Gegenden des mittlern Rnliens,
frei dargeRellt von Gilbert *).
D ~Grofsherzogthum
s
Toskann umfdst drei, ihrer
,
phyfikalifchen Herchaffenheit nacli ganz verfchieDer fruchthare ‘I‘heil die erRe
&fie Regionen.
dierer Regionen, macht nur ein Sechltel des Law
des aus, und ill auf das reizende, voti den Apenninerl und einer niedripen Hiigclkette eingefarste T l ~ n lbefchriinkt, welches der Arno durch-
,
*) Ich entlehne diere Bemerkungen ail8 rnehreren geiftreichen Briefen uber den Landbau iu Italien, wrlche an EIerrn K a r i Pi c t e t
gcrchiiebeii, und in &erBib1. britann. 1814 nnd 1815 ahgedruukr
find.
Uic Verwandluug gatizer Provinzen, die clieruals
gdegnetften gehorten,
211
den
mitten in dent volkreichen ltalien, in
BIeii!chenlaere Steppen und Wiilien, wurde, wenn fie wirklich
iu dem G a q e der Natur lage und uns ein Abfterben desLantles
aus -4lter
darftdlte, eine der mcrkwiirdigrten Thatfachen der
yliJIikalifchen Erdbefchreibung feyn.
retzen, aus
Den Lefer i n den Stand zu
dern, was dcr V e r f d e r drriiber an vieleu Stelleu vicl-
leicht etwas zu r h e t o d c h fast, ein Urtlieil iiber diefe nicht a l l gcrncioe Anficbt zu fallen, ift der GeGchtspunkt
,
den ich bei
clicrern zwar fehr freien, aber doch nicht untreuen Auszug
Auzeu gehabt habe.
Gilbert.
yor
I:
l%mt.
57
1
Florenz liegt i n d e r Mitte diefes Kcckens,
das ,fJdlich bis Cortone wehlich his PiL reicht,
jpo es fich a n das
Stunde entfernte Mecr nait
,
eioer h d i g e n , mit Gras und Eichenwfldern beduckten Fliiche ankhliefst, welche lialb wilden
Jrieerden von Schafen Pferden, Kiihen und KameJcn z u r Weide dient. Dieks a n mehreren Stellen
l i h r enpe 'flinl ilk nufs befie angebaut m i t einzeln
Rehenden Wohilungen der Landleute bedeckt, u n d
noch immer uberviilkert wenn gleich in den Stadten wenigcr als es im Mittelalter war.
Die zweite Region, die cler Apenninen, nirnmt
zwei Sechltel vori Toskana ein, niimlich alles Land,
\;relches a m rechteu Ufcr des Arno liegt. B i d e s
Gebirgc ill hier zwar nicht ganz To wild, als weiter
niirdlich, cnth;ilt aber doch auch hier groGten.
tlieils n u r Thhler, die von Eergltramen verwultet
find, GcriiIl bewalJcte Ahhinge, Weiden, Wild.
niKe, und lehr aririe Einwohner, die von Kaltanieu leben urid ihren CJnterhaLt damit gewinnen,
da& fie nach Floretiz, Livorno, i n das Arnothal
und iiach der liil'el Elba auf Arbeit gehen. Was
Ton 'I'osknna links (wef'llirh und fudlich) v o m T h a l
Jes A r n o liegt, befielit bis an das Meer and die
Griinzen des Kirchenftaates atis einem unebeneu,
wenig fruchtbaren Roden, und die Luft iR hicr faR
iiberall hochlt ungef'und. Diere dritte Region, wefc!ie drai Sechficl 'i'oskana's ausrnacht, ilt daher unter dem Nanien der n/lnremmn oder des Lnrzdes
der bi;/kn LL+ hekannt, Sienn ldh fich fiir die
,
,
,
,
I
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3
EiaupIfledt ilen'clben nehmen. Zweimnl ill Toskaila dcr Sitz der hiiclifieii Cultur i n Eiiropa gcwveler~,
urid d i e 6 vergelrenen uiid wuften Gegcndcn derhltlrcmiiiny welclie vor der Zeit init 'rode uiid LJofruchtbarkeit heimgerucht zu 6 y n I'cheinc n, ze;Ten
noch die Spurea diekr glucklicheren Zeiteu und
dcr vergangenen Herrlichkciteo, indetn, hier die
kl-liificn mil ~<uiiienBUY allen .Zejtnllern gekroot
lind.
Dos Land der bXen Luft reicht noch weit uber
die Grsneen 'I'oskoiia's hinaus indcrn 6s fich llngs
des Ufers des hleers von Livorno bis 'I'errucina
uud LatideiuwSrts voni Meere bis a n die erllc Kette der ApeIiniiien zielit. * U i e h ganze Laiidfiricti
rtellt eineri Sctiauplate ~ 0 1 1Kuinen und dcs vergangenen K u h ~ n sd e r d t e n W e l t Jar, wo alles nurEriarlerurlg ilt. I n der Maremma von'roskarla ifl der
Bodee wiilt, das WaiTer gelblich und durch Scli wefel vergiitet, und nirgends Geht m a n hier UGrfer,
nur felten eine Hiitte, und keine andern Riiunie
als urnlle Eichen, welche den Jahrhunderten getrotzt haben. Mit der Hiigelkette, welche ~ P A
S riiolhal fudoftlich von Eloretiz begriazt , nirnint die
Cultur a b , doch f h g t die vijllige Wiilte erR bei
C@el Fiorentino, 4Stunden ftidlicller an, Jenrciis,
find kaum noch,einige Spuren von Cullar, u n d man
ift nun i n der Maremma. Die OberlLiche in im
G r o k e n wellenrtirmig, und hier und da Iteheti a u f
deti Gipfeln olles verfdlenes Gerniiuer und Thiii*me-, und i n den'l'hiilern lkhr einzeln KiuI'er, u m
c
3
59
die man.etwasMois oder hIoorhirre brruet, und dereti arrnrelige Huwvohner 1110s Jeu Untergniig ihres
V ateilandrs iiberlebt zu haben kheinen. A u f tier
lliichlieti IfGlie ragen die gewaltigen SteinmaKin
\-on 7 J t e r m h e r ~ o r , aiif eineni Berge von gldnzcnd weilsetn RlaI)itlter [Marmor ? ] aus welcheru
Rildhauer und A lodellircr licli mit Blockeu verfeheti. Zerlkorle Klijfier, verlalIkne Giirien einige
Olivenbsuine, altes Geiniuer und Palalie ohne
Dach, eririnerii at1 den alteti Glanz d e r Stndt, wo
jetzt IIUC riocli 3000 ~ i n w u l i u e rvegetirerr Baueru
unJ Alabaltt r - Arbeiler. Uie Spuren der Iangl'ameti VerwiiRung find uberall zu Cehen; die bleichen
E~crwohtierirren als Schalten i n den majeliiilil'cheu
Urbelrefien alter GrXse urnher; und zu muttiIos,
ihre T%otiniutgen VOL' dein Einliura zu fichern, lacfen fie die 1Ueineiitc h i d a n d [ctialten, und I'ehen
gleichgultig der periodirci~euLandylage e n t g e g e : ~ ,
welche ilire Zahl jXhrlich rermindert. Der gelbliche Boden il't i ~ c k biu
~ , auf einige Holzer aus immer gruneti tiork- Lichen und P U S den l'hrilcrn
lteigt unauvgeletzt dcr R a u c h der Solfataren
3iervor.
Die Natur hleibt hier uberali fich felblt iiber1aPt.n und der Boden ifi i n dem Suliande, w ~ l c h e n
die lkaliener mit dem Worte iWctcltie bezeichne~i,
d. 11. Hafen, a u f welchem alte K c h e n fielien, die
die Zeit niclit wiadar erginzt. Denn Talche Heiden diencn unermeLqIiclien Heerden zuc Weide,
welche allen jungen AufkhuTs veruichten, utid dic-
,
,
,
,
C 60 3
re uralten Hitime riihren atis einer Zeit I i c r , 01s die
J;in\vohner i h r Eigeullium und i h r a \IC'alduiigen
noch zn vcrtheidigen wuruien.
Die E i n w o h i i e ~dcr Maremma von Tosknnn gehen die Pel't i m 16.Jnhrliundert als den Zeitpnukt
a n , niit dem ihr Vc~.l'illl aafingt. Sie raH'Le ihrer
(
'
0 l-iele weg, dal's dic uhrighleibendeii Gcli dem
EinfluiIic d e r bijlkn Luft nicht inehr liriliig genug
widerl'etzen konnlen und feitdern nimiiit dicfer
Einflurj jElirlich mchr uherhand i n eben dein Verhaltniffe, als d e r Widerliand tier Civilifation 011nimmt. Zugleich rank Jer W e r t h d e r liegendeii
Griinde, einige Wenige hrocliten lie a11 lich, uud
feitdem die grofsen Landcigcnlhiimcr Iich ausIchliel'stich im llefilzc derfelben befindeli, firid der
Ackerbau urid die lindliche Revolkerung, ohnc
.Hofftiiing d c r W i e d e r k e h r von bier verbanzit. A]l o Verfuche derr GroGlierzogs Leopold Calonieeri
i n der Mareinrnn anzulegen, find rnifsgliickt ; die
ColoniAen ftarben ant I'icber befor i h r e Anfiedelting einige Fefiigkeit gewinnen konnte. Der Boden 1elbR ili u n f r u c h t k geworden, als habe die
Arbeit des Menfchen iLn e&hi;ipft; e r belielit nur
iioch aus reineni Thon, deCTe11 Weifse dns Gelb des
Schwefels mifsigt, der i n Menge in dicler Region
ausgearbeitet w i d Die Orts, w o der Schwefel aus
,
,
,
der Erda dringt, verkuodigen Iich lchoii VOII weitern durch widrigcn Geruch und triiben Dunli: ; diele Soljktnren vertreilen alle Bewohner rings uniher; ftiakende Fhrnmen fteigeti in Wirbeln von
I
61
1
Kuuch hcrvor, nnd der KaRd diefer kleineii Krater
ill SleIlenweiTc mit Sdiwefel bedeckt, in delkn &litte eiti gelblicli braunes WaII'cr liocht.
Dns ent-
vdkerte uiid vori den grofsen Grund -Eigeiitliiinierii eroberte Land war n u r nocli auf Eiue Art zu
b e m i z e n ; man iiherlifst es gaoz der N a t . 1 ~iind
~
weil't es die gcruode Jnllrszeit iiber Heerden zuin
Aufen'thaltc utld zur W e i d e an. Die Belitzer dieCer Heerden lind einc A r t vori Nomaden odor wanderntlen Hirien, welche kein nnderes Eipnthurn
als ihre 1-Iecrden belitzeo ; lie pnchten dell Gemtinden in t k ~ iApcnziirteii dio holicu Bergweiden fiir
den- Sornnier ah, utid den Gririid- Eigenthiimeril der
Mareinnla die Ebene fur deli Wiiitcr, w o (ins herrliche Klinia die Vegetatioii l'o begaafiigt, dors oucli
die kdLe Jahrszeit iiber kein Moogel a n Grns eiltIlelit. Hdlbe W i l d e Sleich den 'rntaren mit HSuteri bekleidet uiid m i t longen SpicGcti hewsff11eL7
ziehen dnoii hicr mit 400,000 Sclioferi, 30,000 Pierdeli und n i c h t mioder zahlreichcri Hectrdcn Y U I I
Kiillen urid Zicgen umlicr. Das 'i'hal des Rriio urid
a n d e r e beiiuchharte Gcgcndeti wcrden ini t 'l'iiicreq
von Jiier a t i s vei*lkhcn. Diel'e Berintzuiig welclie
die Hrilfie des miLllern ILolicns fitr iiiirncr iii eiiic
iF-iifte verwnridelt, ilk in dcr 'Flint irielir nWlJ ciir
IVerk der Nilfur, als tler Willkuhr des bleiikheii,
und knriii iininer nocli L r cine Art vori Indultric
grii~ninieri wrrden, ohne die diel'er ganze Laiidliricli ciue vollkoninicrie Eiribdc*k y u wdrde,
\ t ' ~ h r r i ~ aLer
d
der BoJeii itr der Marcrnma a d -
,
,
E
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1
gehi5t.t h a t , die PBanzen, melclie den Meufcllcn
zur Nahrutig dienen, zu ereeugen, gehen iii feiocm
11inerr1cliemil'clie Prorelli. vor, die eine unerniel'sliclie Mcnge Sctiwefel, Srrlze unrl Alann I d d e n , von
dereii Einfaammcln ein grol'ser 'l'hcil der l'chmachen
BevBlkcrung lebt., gekhicht d i e k gleiclt nuc wdirend der Jnhrszeit, weiin man die 1,uft riiclit zu
furcliteri hat.
AJles ift unerwilrtet uod eigemtliunilicli i n d i e h Gegend, deren Lebetiszcit vcrI'trichen ill, uricl wclche Schrittncile Z L ~deiu Xiih i d e der kinijcleii euruckkehrt, i ~ i rvelclieia
t
lich
die Befiiinrriutig dierer Erde endigt. i l e n n es
kiimint eodlich eine Zeit , dafs dcr von der immerwihrcnden Rearbeilung durch den kleul'chen urid
die Anlhiiguiig bei dcr Vegetation rrfchcprte L ~ o den, die Eleiiiente, yelclic zur -Uildutig des Kohrungshfies der Pflauzen niilhig lirid, i ~ i c h t1ur11rz u
erzeugcn vermng, und d d s licli in ihin durch chemiklie Verbindungcn inw trsge und giftige S u b lianzen bilden, die dic Quelle des Lcbcns uutergraLcii und langram iiic Gcgendeu cutvSlkerii mciclie
d i e V d ' ~ h u t 1 gtler Plnge der ;(lei1 hiugiebt *). Uie
nil he Ka ch barrcliaft dcr diircli Civil i fa t iori bczih mt e n , n n d diercr V O I I felbii zu ihrem urfprii~;glic.l~~n
Zultand zurijckkehrctiden N u t u r wdclic es 1h:t zu
fcyn I'cheirit, den1 hlenl'cheuga~chlechleZ L I frohrieii,
-
E
63
1
lteift LIIIS imnoflen Con t d t e die Mncht der Gottheit
und die ScJiwiche des Menfchen vor Augen.
Noch der gewdhnlichen Mcinurig l'oll die bofe
L u f t , welclie den Th eil des rnittlerii ltolicns entviilkert, d eru n ter den Bcrgcti nach dem mittelkindiTchen Meere zu liegt, wie a n Tovielen andern Orten,
von Mokiilten und liehcntlem GewaKer herriihren.
&fes mag von den Yontiuifciien Siimpfen gelten;
in der &f:ireniina Toskiliia's und des riiniilcheii Gebietes liil'st Gch aber die biik Lull dieTer Urfuch
niclit zu1chreii)eu. Uemi diere Maremmcn Iirid e i n
hoch liegendcr Landliricli, wo I d t uud W i n d
Gberall freien Zutritt haberi, u n d der weder Mor&
fie noah ftehende Gerviflcr eulllill (?); uud icli habe die Ylage m i t gleicher Reftigkcit a u f d e m hohen
Kiicken von RatEicofani urid iu den WGidarn des
Berges Sorncte wiitlien fehen. Es 1&t kaum lich
anders denken, als dars diel'es Vcrderhtiil's der Luft
von d e r che~nili.henBeTchaRenheit des Bodens fclhll
hcrriihrt die tliel'e vulknuil'chen G e p n d e n al11uSlilig angenomnien Iiaben, dem Gmge der Natur geniiil's unr! durch Umfiiindc beliimmt, J i c 1111s uubek a n n t lind. Solltc fich nicht a11 tler O h e r f l k l i e des
13o (1el 1 s Sc I1w e feI - tT'a Ire rIioffga s a us Iti I1e n E I en1er 1
t e n bilden, ui~abhSngig von Jcr Gegenwirt von
W'alliir9 wclclics gemiilinlich diel'es G a s erzcugt ?
Solire diefes dcr Fall feyn, To gicLt es kcin Hiiifsiriiltel gegen diel'e biil'e Luft in der PIIareniina *I.
,
-
[
64
j
&I ruul's llinen rondcrbar diinicu, Jars man die
TTrlgchen eirier To bekindigeu uud li, furchtbaren
W i r k u n g noch nicht kenut; denn mas Aerate und
Cherniker uber dieres geheitunifsvolle Web, das
&nc Anniiherung durch keiu WahrzuneIirneildesZei.
&en zu crkeniieii giebt, vermuthet 'Ii~bcii wird
durch die 'I'llatTactlen widerlegt. Uer llimmcl
bleibt, wetin es fich eini'tellt, eben l'o rein, das
Griiii eben To f d c h die L u f t eben li, ruflig, 01s fie
zuvor wareu ; des heitern und un~chuldigetiA,&liens ungeechtet, fiihlt man lich ebcr vou einein geheiineu Schauder wider W i l l e n ergriffeu weiIri
inan diere G milde urid doch lo rchid!ictle Luft eiuathrnet. M a n mufs diere Gegentlen I;.lbl't beFS1clcht
hahen wiihrend dcr gefihrlichen Jalirszeit u111licli
einen richtigeri BegriIf V O der
~
Iariglbnieii Zerfiiirung d e r menCchlichen N a t u r zu niachen, die dieli:
L u f t bewirkt. SLaLt der gefuriden GeficliLslarbc
tritt eine gelbe und bleiche liei allen cin, die [icli ill
der illnrcmma dauertid aufhalten; Go fuhleu licli
tzglich rchwicher; v i d e Rerben ehe die bijle Jallrszeit zu l?nde in, uiid wer lie u b e r l e b t , verfiiilt i n
eineii Zunand von Niedergedrucktiieit und gzrizlichcr hlu~11loGgkeit;eine m o r a l i k h e Sctiw;icfie, die
vieileicht nicht minder fcliidlich 01s die bGfe L u f t
wirkt. Die pfiyliIhe uiid inoroliliilic ErfchIafIur~g
h e m m t wiihrend diefer Zejt die game Induiiric;
,
,
,
,
unrl fiierauf hat man bei der Bowirtid'choftung des
Bodens Rucklicht riehrneu miilren.
Bei Agunpendente wo man 'rosknna vcriarst
und den KirchenJant betritt, verandert lich &war
die N a t u r des Bodens und d e r Anblick des Latldes,
die bore Luft und i h r e Wirkungen bleiben irber
diel'elhen. Statt des weirsen u n d nackten 'l'lions
fielit man l'chwarzen vulkanirch~n S a n d , dellen
'Fruchtbnrkeit die wilde VegeLatiorr uud d i e ungeheureriurulten Wnldungen beweifen, welchevon den
Apenninen his a n den Strand des Meeres reichen,
uiid zwei Drittel des Larides bedecken. Uie Stddte
und Flecken, durcli welchc man komrnt, huhcn
z u m Theit. beriihnite Namen, gleichon jetzt aber
mehr Denkmiihlern gcwefen cr Gel'chlechter ; pitcrbo ift unter ihnen der Hauptort. N i m m t marl
die Garten u n d die W e i n b e r g e n u s , welclie uin fie
h e r liegen, fo gehGrt auch iii'der Abremma von
Itom d e r ganze, des Anbaues Gtrige Boden, gro.
rsen Landeigeiithiimern; und k f i o n reit geraumer
Zeit ifi auch hier die g a m e lindliche BeoGlkeruag
verlchtvuiiden. Nirgends fieht man Diirfer, H u t ten oder aucli n u r eiiie Pachter~vohnurig;die gatize
Bevo!kerung ilt a u f die Stiidte und kleckeri berchr;inkt, wo Eigentliiinier Piichter 'rageliihner,
Hnndwerker und KauL'leute u mler einander nrohnen, Dic eirlzelll lieheriden M.'irthfchal'ts Ceh;iude, auf welche man i n groken Z\vifchenr&imen
fiolst, (.l'cfde genannt, find unbewohnt, und dieneii niir den Hieten und den Arbeilern, WGhrend
,
,
,
-
Aund. d. Phyfik, R.55. St.1. J. 1816. St.'J.
E
I
66 1
d e r Zeit der Laudavbeit zumZufluchtsorte. I n den
waldloren Pliitzen wird der Boden nur olle 8. J a h r e
tinma1 beackert; nlzchdem man i h n 7 Ma1 gepfliigt
hat, befiellt man ihn mit Weitzen, d e r das 8-fache
trigt. Unmittelbar nacli der Erndte lilbt man den
Boden i n den ZufIand wilder W i d e n zuruckkehren,
er dient dann zur W e i d o , his er fich nnch eiriigen
Jnhren To init Dornen, 1licine11, Schilf u. f. w. bedeckt hat dafs e r o u r d u w h Abhrennen und Pfliigen wicder gerciriigt werden kann. Die Heerdcn,
melche i n diefen unermervlichenLPridereien umherziehen fitid von weit khoneren RafI'eri als die auf
den unfruchtbaren Weiden Toskana's.
Zu Ruciglione, arn;Fufse der Bcrga von Yiter60, iii der Arifang des A p o Hoinano, d e r beruhmten, von dern Meere und von einem Kranz ton
Bergen urngebenen Ebene, i n melcher die Slndt
Rom liegt. Ihrc Lhnge hetriigt 3 0 , i h r e Breite
10 bis 12 Stunden.
Sie ifi wellenfGrmig, die
Riicken, welche insgerammt nockt, oft ohne Erde
find, Iiabcri zieintich cinerlci liiihe die AbhPnge
und die. 'I'hiiler find mehrentheils fehr fruchtbar,
Biume aber find in d e r gaozen Ebene heiuahe fo felt e n , als in den, i h r Ehnliclieti grasreicheii Step.
pen der 'I'artarei.
H i e r und da licht man ein
Dickig V O Doriicn
~
eine Keilie Kork- Eichen oder
Pinien, und Ziiune ails Balken ym die Wiefen absutheileii u n d einige benckerle Flecke, die 30 bis
40 Morgeii zu hallen pflegen, gegen die Heerden
ZLI fchiitzen.
Nichto liirst die Nihr einer g r o 6 e n
,
,
,
,
,
,
c
67
1
Stadt ahnen, biu man auf dem .Monte 3Ilnrio pli;tzlich die Tiber und die Iieben Hugel mit iliren Palliften, Kirchen nnd Kuypelii erblickt, iiber welche
alle die von St. Peter hervorragt.
I n Rom haben mich nicht fo fehr die A1 terthiimer als die rieuerii Ruinen berchiftigt welche lich
iiberall dem &lick und der I'hrciitafie des Reifendeu
aufdringen. Ich will vecliichen Kom Ihnen zu
fcliildern, wie es nach To vielen Jahrhnnderten von
Glanz und Kufim nun feinem Ende entgegeii geht,
und fchon jetzt niclit vie1 mehr als die erhabeiirte
aller Kuineri ilk. Vielleicht gelingt es m i r , Ihnen
die grofse Scene d e r Vernichtung zu vergegenwiirtigen,!die tiiglich i n den Mauernfioltls vor fich geht,
ifi fie gleich griifser, ernlier und trauriger, als Wort a fie mahlen kiinnenj fie ifi das grofse Felt d e r
'I'odten, welches nur die Stirnme der Wiifte und
die W e l l e n der 'I'iehr wurdig feiern konnen.
Ich bin irn J. 1791 in Kcm gewefcn. Darnals
enthielt es noch 160000 Einwohner viele grofse Familiea, welche Fremde zuvorkommend aufiiahmen,
allen Yrunk des L u x u s , und alles was eine grofse
und reiche SLadt hezeichnet. Jetzt kain ich durcli
das niimlichc Tlior in die Sladt, die S t r d s e n waren
aber nicht, wie darnals, mitKutl'chen, londern ltatt
i h r e r mit Hcerden von Ziegen, Ochrexi u n d hnlbwilden Yferden bedeckt, welche yon Hirten m i t
langen Piken, den Tataren Ghnlich, getrieben wurden, die des Nachts eine Zuilucht i n den Mauern
Horns gcgcn den 'l'odt fuchen, der fie wiihrend der
,
,
,
I22
c
6s
3
~ a i i r s z e i dt e t b i i h h f t im Preien er@eifen-wiirde.
Diere noniatlil'chenH irtenund ihre wanderndenHeerdell bemiicli tigen fich d e r Pal& und d e r Stadiviertcl,
Relclie die Eiuwohner in dein h~aal'sevcrlnJTen, als lie
1;chveriiiiiidern und von der bijl'co Luft iinrncr melir
nach dern Mittelpiirikt der Statlt verdriiagt. merden.
Scliori litid die €'orb clelpipolo, ein Theil des Cot$,
gonee Stadtvicrtel des Quirinnl, deP Triniln de
Jloti:i und das jetfeeits cler Y'iber gelegeue von
slidtern nicht m e h b e w o h n t , iind diencii Landieuten zur Ziifluaht. Rom h a t ~ U noch
C
iooooo Be~ ~ o l i n c*),
r und daruntcr find Ub'er 10000 \Vciilbauer, €1 irtcri uud Gartner. Es giebt jetzt weitliiufige Reviere in .KOIXI,die n u r noch Uorfcr find, und
\yol.tin die eigentlichen Landlcute durcli die bijre Luft. vertrieben worden find. Eine folclie Abnnhme der Volksmerige i n 22 Jahreo ill. uuerliijrt;
die politifcli&~EreigtiiITe mogeo a n i h r Antheil hahen, die Haupturfache liegt abcr i n bteibenden Umrtinden und i n den Wirkungen d e r b o k n Luft.
U i e k Plage greift jiihrlich molir urn fich, ,jihr.lich
fiiidet fie lich in eine Strarse, nu€ einen Ylatz, in
ein Viertcl inehr ein, die bislier von i h r verl'chont w'nren, und je weniger i h r die Beviilker u n g wided'teht, je wcniger der Menlchen werden, del-Lo I'clineller greift lie urn fich, und deRo
mehr Schlachtopfer raflt dieI'es furchtbare LJebol
fort. Der Zeit,punkt ilt daher w ~ h r k h e i i i l i c friicht
i
*>
Na-cli ijfI;.ntlicllen Xachrirhtell roll
wohnrr gr1:abt Irabcn
, untl
jrtzt
i
es in1
: & w i
J. ISIO
~sSorii,Ein-
cnih,~licu.
Gifb,
c W I
mehr'fern, dars dido KSuigin tier Sidte rlleii ihrcn
Glanz wird r e r l o d n liaheu, und .gleiclr Volterra
nichts als eiae uricrme~liclieAlialre roo Monumenten und Ruineo aus allen Jahrhuuderten feyn wird,
cwil'chen deneu I-lirteo, Ziegeri uod armfelige Weinbauer hp&o. So wird Horn endigen; und lirt es
gleich Ieine Nebenbubleriiinen lo_ogc iiberlebt Ib
entgeht ea doch dem Sohicktle allel-Moofchenwerke nicht, und fehr bald wird es gleich RLhen uud
Yerfepolia gewofcn feyn.
Uiefen Charakter der Verwiehlung nimmt man
i n Horn uberall wahr. Ua der M'oliiiiingen vie1
mehr r l s der Einwoliner find, 1'0 Jciikt Niemand
drran, diu feioige zu erliallen j kciu h C b , k i n e
Treppe, keine'l'hiire wird reparirt; brcchea fie zuhmmen, fo liiibt man fie liegeii, urid liuuclit lich eiiie
andere Wohnuug. Alles ilk in Roin QUI vorigen
Zeiten her; luau fchaEc iiichtsNeues an; jeder verbraucht wag er bcfitrl, alr wurden allo durch ein
gcnilI'es Vorgcfrihl algcfchrcck t etwm fur die ZuLunn cu nnlernehmcu oder xu verruchen, und diere ErTcUaiFung, welche alle Arbeit lihint, IrEgt
nicht wenig zur Bdcbleunigung desverderhena 1x4.
Haodmcrker und 'l'ageliihuer rerhuogerti und wrI'cli\riuden und dic V errmioderung J e r Verzelirer
ziehL endlioh a u ~ hden Ruin dcr Producenten nach
fich. Auch giebl es hhwcrlich irgcnd eine Stadt,
wo sllea, was iuin Llobeu tliierifcohen Leben gehiirt,
wulrlfeiler ill, als in Hoin. Lcbeosmillel, welche fiir
iciliC100 Einwohner eureiclilen vertheilen fich jctxt
,
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,
,
,
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I
70
1
uriter ioo,ooo. Diere Wohlf'eilheit h 3 t diejenigen
Einwohncr, fur melche fie einen Keiz hat, zuriick,
utid wahrfcbeialich werden ficl befonders die
Gruodeigenthumer noch eine geraume Zeit im Mittelpunkt der Stadt erhnlten, und voti der bofen L u f t
d o r t i m m e r enger zu Cummengedriingt werden, w2hrend das ubrige Kom, den Elementen iiberlankii,
nichls feyn wird, ale eine ausgedchnte MaIfe yon
Triimmcrii, mitten in cioar EinGde.
In dem Viertel jenfeils der T i b e r bin ich Strnfsen durchlaufen, die vollig verlalren find, und blos
H i r t e n zum niichtliclien Aufenthalte dienen; und
mo die Peterskirche Ileht, i l l jetzt eine Falt inenlciienleere Einiidc; i h r e VorplEtxe find mit Gras
und i h r Gemsuer rnitMoos bedeckt. Es i11 eine belotidere Empfindung, die beriihmtefie Stadt fo allm;ihligvergelien, u n d i n unreren'ragen, w o man nur
zu baucn pflegt, die Zeit, ohne d a b d e r Menfch
lich ihr widerfetxt, zcrfioren zu fehen.
Die mehrlten Reifenden, melclie dorch die unangebaueten Ebenen der Campngna di Romn gekommen find, k h e i n e n zu rneinen diefe Einode hiitte
nicht eiomal BeGtzer. So vernacltldlligt d e r Roden
hier inders such lcheint, To wird e r ia der That
doch regelmil'sig bewirthrchaftet, u n d die A r t , wie
diefes gcrchieht magen Sie aus folgendem erfehen,
was mir dariiber H e r r T r n c c i mitgetheilt hat,
Piichtcr des Kirchenguts, von den'on Einkiinften die
Peterskirche erholten m i d . UieSes Kirchengut,
Campornorto genannt, liegt zwifdien Vcllctri tind
,
,
I:
'il
1
Nettuiio, unweit der Pontinilclien SiimpFe, i n ein e r d e r odelten und ungefutldeRen Gegenden d e r
Campagna di Koma.
Sie werden verwundert I'eyn ragte e r mir, zu
harm dnfs die g a m e 40 Stunden h R p .Maremma
Yon liom nur DLIS eiiiigen liundcrt Bufitzungen beIteht, und in der Halid von niclit mehr a h achtzig
Yichtern ilt. M an nennt uns Kaufleute von J h n d
( M e r c n n t s di tenuto) uud i n der T h a t Gild wir
mehr Kaufleute ols Oekonomcii; denn mir leben
illle i n Rom, wo wir Buch fuhren, und von mo aus
wir das Ganze auordiien iiideL unrere Fctttori die
A d m i n i h a t i o n belorgen. Ghemals hatten unl'cre
grofse Herren auf ,ihren Befitzungen anfelinliche
Heerden und Geliute, urid verpachteten lie zugleich
m i t der Benutzuiig dcs Sodcns; dicres Kapitnl haben fie aber allmahlig veriursert und jetzt befitzen
lie blos den Boden. Seitdem k a n n Icein anderer
YCchter werden, als wer eiii grokes Kapital in Viehheerden beftzt, uiid To lind jetzt alle diel'e Pnchtungen a n achtzig Perlouen gekommeil, i n deren
Hand rnit d e r Z e i t m a h r ~ c h e i ~ l i cauch
h
das gerammte Grundeigenthum iibergehen mird. Die Art der
Cultur wird lich nbcr dadnrch nicht iindern, denn Z U
i h r zwingt die Notur, und inah hat jetzt keine W a h l
m e h r , i n der A r t das Land hier zu bewirthrchaften. Uenn d i e h ungldckliche, jihrlich von einer
Art von Pe[t heiiagcl'uchte Landfirich, ilt von DOrfern und von oller liindliclien Bevolkerung viillig
etitbliiLt, iiiid die uncrmefslichen Landgiiter i n
,,
,
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r
72
I
die e r vertheitt ilt, IaiIiw hei dierem Rienfctleti'&larigel keiiie aiidere Urwirthl'cliafhng zu.((
W.ie etin vor Alters I;) aurserordentlich angebaueter und bevolkerter L a n d h i c h in eine To trrlurige L a g e habe geruthen kijiincti, l l a s erklsre iclr
mir auf folgende A r t : Zur Zeit der Bliithe Korris
hiltten die reichen liopitolifien die kleioen Landheiiteer urn die Hnuptliadt ausgekouft, uiid den
ganzexi LandAricli u m h e r in Villas, Parks und
Landhiiulir verwaiidelt, und liersen den Boden von
ihren Sklnven anbouen. D e r Verfall des Reichs,
die Verleguiig des Throris nach Kortita ntinopel,
d e r Einbruch der Uarbaren, und die Einfiibrung
des Chriftentliurris rjcliteten die Eigeiitliiimer zu
G r u n d e und tnocliteri die Sklaveu verl'chwinden.
Ereie uud arheitrilme Laiidlente fchllen. So lhnk d e r
tC'ei.111 c!er Giiter, wid es wurde verrniigerideri Familien leicht, ihr Eigenthnm au ermeitern, To wie
I'psterhin deu Farnilien der Piibfte ungeliciire Grundbefitzuagen I U vereinigen; urid ;1 iCt dcr Theil Europa's, welcher e h e m d s der bliilieudlte und heviitkertRe war, endlich zu einer menfcheulecren W'iilia
geworden, wo man dnsLaod nuti nicht rnehr anders
illses zujZeit der alteii Patriarchen gerchah, bewirthrchaftea'kann, uiid alT< eben damit aufhort wornit
die Gel'chichte des Lnndbaues aafiiugt. Mit den unermefslichen Beiitzungen beReh t keine IindlicheBevolkerung ehen To wenig 01s n i t den \%*ir*kiingen
d e r b o b Luft, melche jetzt liier h e d c h t , u n d die
vielleicht nur eine E d g e der Eiitvijlkerung war,
,,
,
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i
73
3
jctzt aher cine nicht mehr zii ubcrwindende U r T d i
dcrlelheri geworden iR '4 *).
Uiefe oft Qurtdratmeilcn grofsen Landgiitet.,
melche jctzt o h n e Dorf urid ohne Hiitte, felbR oline
Vieh uiid ohm Ackergerli!h lind, urid jedes nuc
ein eiriziges unbewoliutes Wizdil'chaft~haus befitZen, roilen die grofserl Piclitcr bemirthfchaften.
IIinen bliet-, u i i t e y d i d h Umlitiuden keine W a h l .
So friichibar der tjoden, uiid fo rchiin das Klima
auch ifi, To l i d s e r Gch uiiter diden Uml'tEndeu doch
dur auP dierelbe Art hentihen, wie das (lie nomadiJchen Vijlker niit den Ty\TiiIieri tliiin. Sie verretzlen
dnhin Heerden von Schafen und VOLI Bslb wildem
Rindvieh liungai-ifcber HalTe. Uie Schafe vermelirten fich fehr; fie geheri p i n fruhefien Gewinn,
urid I~edurlEiin u r wetiig abgehiirteter Hirten, wclc h e , wcnn irn Sommer atif den Ebenen die U i i r r e
u n d die bsXe L ~ f eititreten,
t
die Heerden i n die
Apenninen rtaf die Sergwcideu'lreiben **). Das
,,
*)
Sellifi iii den hcifsefien Sommermonaten bedeckt G d i die
Campagua von Roin alle Abcnd wit eiriem diclltcn eihkalten
h'ebal einiga Fnf. hoch , und ihm fcchreibt man grofsen Aatheil an deli Fiehern zu , durch welche die Einwohner
, die
Iicli ihnen ausfetzen , wesgeiaKt werden.
* * ) Die Schafe iu der I\lnrernma von Roin find yon zwei verrchiedenru RnKen
eiuer kleiuen, kraftigen, mit feiner aber
chocolarlentrhencr Wulle
, Negretti
pinnnt
VOII
tlener.
es
Iloooo Giebt , nnd welche zur Klridung allcr Betteliuiioche,
Ilirtcn und Poliillbnr in Italien gebraucht wird i und einer
c
74
I
weniger weicfiliche Hiodvieh hleibt aoch im Somm e r in der hllaremrna, und die Hirten.tlelrelben gewohneii f c h etidlieh, nachdem ihrer viele Iiirigen f f t worden, ail die giftige Luft (Paria c n t t i v n ).
I n fo uuermel'slichen Ebeneri muffit1 die H i r t e n beritteti feyu; marl bedarf iiberdem l?feel.de,
Verhioduug m i t den wenigcn Stiidtcn zu iciiterhnlten; diel'es h o t uns g ~ O t h i g t ,lialb wilde Geftute
anzulegen, melche indels den niindelt eiiitrZglichcn
l)ie Walduogen haErlverbszweig ausninchcn *
ben lvir milSchweineii u n d diesuinpfe mil Biiff'eJn
bevolkert. Alle diefe Meerdeii hahen fich nurserol-dentlich vermchrt; die, welche ich nil€ diefe;n
Lalldgute belitze, lind iiber IOOOOO 'I'haler wertli ;
,
>.
Apeli&hrrc RaEe , der khiinfien unter alleo , YOU glanzend
Jveifser nod ehen 10 f e k r Wolle, alr die Arragonirche,
absr
UUT
au der oberu B M t e des Kiirpers mitWolle lledeckt,
dofiir abar fehr nii?chreich, uber fiotrooo au dcr Zahi.
&IS
Da
Hmimelfleikh i n Italien rchlecht ift rind nicht gege&n
wirtl, ro ~iitltclman die 1nan111ichanJ h n r n e r und lklhfi einen
Theil dcr weiblichen, uad melkr die Schnfe urn Schafkire
211
machen.
Davon liefert tin einziges Schaf manchmal f i r
j Pjaficr an Werth i n finem Sommer.
In der nliite Moi's
rreibt man diereueerden in dic Apenniueo, uiid fie kornmen
erfi ;u der Blitta des Okwbers uach der Maremma zuriick.
* ) Als noch die grofsen Gruudbefitzer felbft die Gefiiite be%L e n , gab es in ihnen einige beruhmte RalIkn ; noch 1791 [ah
der VerfaFer die bronzefarbenen Pfcrile, wclche man RorgArfe
n3nglte ; fie dienren den iu R o m fiudirmcten KiiufiIern
~ B U -
fig zu'll.Iodelleu, uud GUIJOBheni L t t e mit ilinen den Wa-
L
75
1
auf zwei aiidern Landgutcrn,
welche ich aulberdem noch i n I'aciit habe. Unrere
IIirten erlinlten kcinen Lohn; wir branchen n u r
fie urld die kleine Heerde, welche i h r Eigenthum
austnacht, zu n2hren. Sie find alle Bewohner der
Serge Sabiniens und Abruzzos, und bringen F r a u
utjd Kind nie m i t , werden daher nie bhibendeEinwohner der Maremma. Ehenfalls US den Bergen
kiimrnt ciii grol'serThei1 unrerer Eeldarbeiter, doch
wohnen von d i c h such viele i n Rom iind i n deri
kleinern Slidten. Oiefe TagelGIiner fielleri lich
wijctientlich in Rom ein und werden nuf 6Tage gemiethet, tiglich fiir 12 his 16 Grofchen und lb viel
Urodt, als lie zur Ntthrung bediirfeii. Man miethet
i h r e r fo viele, nls m a n a u f feineii TViefeti YaareOchleen h a t , ulod alto P'lliige i n Arheit fetzen kann, u m
w o miiglich die gauze Beliellung i n einer W o c h e
zu vollenden; ich pilege iiier oft too Pfliige ZUgleich arbcitar? zu laKen. U e n zu heackernden
h u m liat rnou zuvor durch Ifurderifclilag gedungt;
die Oahl'en w e d e n n u r wshrend der Bellcllzeit gefuttert, und To bald die Arheit vollendet ik, treibt
i n a n lie wieder auf die IYiefeo, uud dankt die Arbeiter ab. Nachdem der urnbrocheue Raka eineir
kind eben To viel die
* ) Der VerfaITcr der Briefe, dcr gerndc zur:Zeit dcr Emdie
gegcnwirlig war, h i d auf denr Pncl~tgirle des IIerrn
(300
'rlucci
NeiifccLen in einer Reihc w i t dciu Eiuorndten Ieerchiftigr,
w o v r i n GOIJ tlns
Getreide Init Siclieln fclrnittcu.
A l l e warell
aus Abruazo ~ c k o r a m e n ,die EISlfte Mannel; die IliilCie Weiber,
uud fchon 6ng die biife Lull an, ilire Einwirkung atif Ge zu
iiul'seru.
Sic triiilliri unter freiern Hirnniel rchlafen
, dicfcr
briugt am 'rage kcinen Nachtheil, Eachts aber a n f tiem hethauetcii Rareen linter d e n l'cliwafligcn Ausdiinfiuragen', [ atlcr
viclrnelir,
wcnn d e r Kiiiprr iru Freicn lich an tlrr ohern
F l i c h e durch [lie Ansfirahlnng der Warme, w e l c h
crzeugt
, ausnelirnend,
iR dicres a d s d i gcfihrlirh.
T a g e aach dem Abrcchneideii l&t
das G e i r t i d e
von
Vicrzehn
rnnn auf derir Felde fell,&
den Ochfcii austreten ;
UIU
1,
Ehc die Ercldte sollentlet ifi,
pflegt d a s Fieher die IEilfte ergrilfen z n habcu.
in Hatifeu d a r n m e n ,
~ P I JTl1nli
uiid nllb sanz uugleiclr erkliltet G.
rlas
Stroh lrgt
mdli
lie beiio ErLhcineu von Heo-
[chreckmLe&ren agriiiiden zu klinucu.
c
17
1
yoriBr Morgeii; alles nicht beltellbare L a n d h a t
man obencin, urtd diefes giebt ticin Yichter oft den
belten Gewinn. Mein Pachtgeld fiir diercs Gut betrsgt 22000 PiaRer; diel'es fetzt 6000 Morgen beltell.
bares Land voraus, wovon nber nur der neumte'rheil
d. i. 660 Morsen wirklich henellt werden. Unheftellbares Land habe jch ungefihr eben f'o viel, und
darauf leben meine700 Kiii~eundgegen nooo Schweine. Auf den Weiden des Hrachlaodes utiterhalte
ich hier 12000 Schafe, 400 l'fcrde und 200 Ochfen.
Jihrlich behalle ich 5000 his ioooo Piafier LTeberfchnfs. Und doch ilt d e r Pocht volt 18 Franks f'ik
den Morgen hSher, als der Pacht i n felir vieleti Gegeiiden Pramkreichs. Alieiri dils Geheimnifs der
grofsen EewirLlil'chaftungen liegt i n ihrer M'oftli'eilheit, und nichts triigt To fdw, als wenn man
nach dern hlol'sen Augenfchein itber den Getvinn,
den der L n n d b a u abwirft, urtheilen ZLI -kiinnen
meirit. Denti dief'er Gewinn hiirigt r o n dem Gailzen der Combinationen zur miiglichfien Erfprung,
und niclit von dem KeichLhum dcr Producle ab, die
Gc dem Auge dnrl'tellt." So w e i t H e r r T r u c r i .
W c n n Reifendc dicl'en Zuftatrd der Maremma,
'der Indolenz iind UnwiITcnheit der Lar;dbauer Z U f'chrciben wollen, fo miderlegt fie der GemuTe'Jau
dcr rings urn die StSdLe mit der regfamrten Th5tigkeit betrieben wird und der !ZuEai\d des Landbales i n den Theilen des Kircheniiaats, wa die bore LuTt nicht hbrrfcht. Nirgends i n Europn werd m die Weiiibergc befler als urn Albano und Vel-
,
L: 78
1
l e t r i angelmet, und hat inan die 'I'iber aufwL-ts bei
Otricoli die erlte Hergkelte erreicht uxld fich uber
die Region der b d e n L u f t erlioben, To lioren die
unermelblichen Landgiiter und die wiif'ten W e i d e n
rnit halb wilden Ideerden auf, rind m a n lieht
wieder Bauern
und WinzerlliiuTer und eineii
mit Sorgfdt urid 'I'hiitigkeit anpebaueten Boden.
Selblt i n der Maretnrna iron Rom hat m a n Zucker,
Bsumwolie und Indig anziihauen verfucht; dns
Zuclierrohr Itand hei Terracina gut, auch der Indig gerieth, fir die Saumwolle iR aber das Klinia
z u unbeR5ndig.
Unls die pabltliche Yregierung
mit mahr KenntniG und 'l'hitigkeit und nnch beflern Gruudfitzen der Staatswirthfchaft Iiiitte gefulirt
werden kiinnen liifil Gch nicht liiugncn ; allein bei
J e r mildern Verwaltung , .dem I'chiinllcn Himme],
und eiiieru immerwiihrenden Frioden, wiirde lie die
gewilk niclit vertiichtet haben,
l ~ i d u i i r i derEinzelneii
e
undes iItdie Natur Telld't, Welchediefe'eGegend d e r v e r \vul'tung geweihet hat. Keine anclcre Kegieruag
\viirde i n der hlldremma erfrealichere Refultate bewirken, To wenig als es die Pranzijfifchc in den Heiden von Bordeaux und d e r Bretngne vermoclit hat.
Das atigebauete und bevolkerte 'I'lial van Fuligno
Rand I'o gut als Lntium unler der piblXcheiiRegier u n g , und iibcrall im Kirchcnfiaate, wie i n Toska.
n a , findet fich Iiindliche B e v d k e r u n g uiid Landbau
Iogleich wiedcr, ids. man die Gegenden der hofert
L u f t verliil'st, Nocli vor zwanzig Jaliren wiirden
fall alle K d e n d e die li;k Lul't der p5bfilichen Re-
-
-
,
r
79
I
giernng zur LaR gelegt hahen; i h r IEfst fich aber
die Scliuld uiclit IxirnelI'en, Jn weder MoriiRe nocli
die Necktheit dcs Bodens die Urfachen derfelben zu
feyn Tcheinen, indem diere Luft a u f den S e r g e n i n
d e r Marernma eben To l'cchidlich als mitten i n den
Waldungen ili (?). Uiid hiitte auch;vor Alters ein e kriftige und erleuchtcte Regierung fie verhiiten
kijnnen, fo giebt es docli jetzt gegen fie kein Mittel mehr, und nie werden dic folgenden Gel'chlechter Hoiu wieder aufbliihen h h n .
Die Pontinzpheiz Sumpye fangen ein wenig vor
dem Polihilufe T o r tre Pod n o . V o n Ciperne
bis dahin find 22 Polien, und d i d e ganze unbewohnte Strecke ift eime BeGtzuog des Prinzen Gaetano.
D i e CliaurCee geht auf der alten Appirchen
Strahse i n gcrader Liriie durch die Suiiipfe bis
Terrnciria, u n d rechts neben ilrr der p o k e
Kanal, welclier ebenfalls i o c h ein W e r k . J e r Kiimer ift ; beide find unter Pius VI. wicder Iicrgelieilt
worden *) Die hiichlte Stellc der SiimpIe liegt
') Man Iiatle, ~ 1 der
s VerfdTer diefer Briefe clort w a r, gerade
eiiien Durcidclwitt durch clic HeetRrafse zum Belruf der
Aristroclinullg gernneht.
Ich Lh, fast er , ungefalir 3 Furs
unter der jetzigen OLerfllche, auf feliem Maoerwerk, das rinter Appius gemachte PflaIicr cfcr rlteo Heerftrarsse; dnriiber
eine zweitc ebenfall. gernauerte 7 Furs hoke Pilafierung,
welciie Trajan darauf I'eizcn lick; uud dariiber z Furs bocii
K i d d gefcliiirtct, welche die neuc
VOII
Pius \ 1. w i d e r her-
C
80
1
7 FuIs iiber der Rleeresflriche; auf dicfen UrnRand
griindet lich der V Q n Pius VI. genchmigte Austrocknungs- Plan. Es I'ollten viele Kantlle mit diefern grolben parallel vori Norden riach Siiden durch
die SLmpfu gezogen, und unter licit durch ZwiCchenkenale verhunden werden welclie fie unier 45"
durchfchnitten, und alle diefe Pnralleleii folltcn
i h r IVaITer bei Terrecirio zu Boccn di Fiume i n das
&Jeer ergielen. Es h i d indefs erli: zwei der Par&
Ieleti m i t ihren Zufluhgr2ben vollendet, u n d lie leiIieu To goriz was lie follten, dalk die franzijfrchcn
Iiigenieurs behaupteten, man brauche den Plon nur
zu vollenden, urn den gatme11 Hoden dcr &lor&
dem Ackerhou wieder zu geben. Z u 1)cideu Seiten
&r Appifchen Stral'se iR dcr Boden ausgeirockuet,
und ifi gleich die J h f t dadurch noch uin nichts gelunder geworden , fo 'fiehen jctzt doch hier lint1 Binre:], Schilf und Weidengefirauch, das Lchiinfie
Gras, die uppiglie Vegetation und einige Saatea,
welche das 12
bis 15-fache trogen.
Irideni
Pius V I . das gewonnene L a n d I'einem h-effen, dem
Herzogc vou Brafchi und einigeu andern grofseu
,
-
gefiellte Heerfirabe bilden.
Man hat in Rom
die alte Ge-
wohoheit beibehdlteo , diis StraLeupflcllier niclit,, wie wir,
h d e m auf wahres Maaerwerk, das
durch Miirtel und Gmud g u t verbunden iii, zu griinden,
aof blofsen Sand,
lo Jars,
gleicht.
das StrnDenpflarter hier lauter liegcrrdem Gemiuer
f
81
3
Landhefitzern verlieh, fchlofs e r aIle Anfiedlung
und h d l i c b e Bevolkerung aus; es lifst 'Gch daher
nur auf dernl'elben Furs wie die iibrigeii grorsen Befitzungen i n der Maremma benutzen. Nur dieTiiil e r welche am FuTse der Sabinifchen Berge, unweit Vipernoj Serrnonette und den andern Dorfern
auf dem Abhange der Berge. Iiegen, h i d an die
Einwolirier derlelben vcrpachtet und mit Mais,
l i a t i f und Hiilfeufruchten bedcckt. Die iMais- urid
Haof Pflanzen erreichen hier eine Hiihe von
16 FuL und Aloe, Feigen, Eichen, Buchen, W*eC
d e n und Wein, die a n dem LJfer des gralsari Kaiials wild und unbenutzt wachfen, umkriinzen i h n
auf eine malerifche Weire:
,
-
,
V.
Born trnd die Umgegend
*>.
J c h weirs nicht, ob l h n e n die Reireliden von dern
Bilde, das die Gegend van Rom darbietct, eine
richtige Anlicht gegeben haben. Uenken Sie lich
') Entlehnt aus AnJichten yon Ifulien, welche fich in einem
der vorigeu Jahrginge des fcchiitzbaren Morgenblattes finden,
and dem vorigen Auffatze Ton mir in ,der Abficht beigefugt,
d d s das Gemilrle, welches jeuer Auffatz von Roin giebt,
durch diere rnalerifche Schilderung noch an Treue der COGilbert.
lorits gcwidne.
Anud. d. Phyfik. B.5'5. St.1. J. 181G, St.9.
P
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