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Einige Untersuchungen ber die Farbe welche das Laub verschiedener Baumgattungen im Herbste vor dem Abfallen annimmt.

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gliickt ist, eine der schweflichten S&ure entsprecheude
Chlorstufe des Schmefels, S+CI2 , aufzuhnden, welche
mit einigen Chlormefallen krystallisirbare Verbindungen
bilden kann, in welchen, durch Behandlung niit Wasser,
dieses Schwefelchlorid, wie die schweflichte S h r e im
wasserfreien schmeflichtsauren Ammoniak , in Schwefelszure und in unterschweflichte Saure zerfallt. In cinem
der nachsten Hefte dieser Annalen werde ich ausfiibrlicher dariiber bandeln.
VI. Einige Untersuchungen iiber tlrle Fbbe, welche das LauL cerschitrdener Bliumgattungen
irn Herlste vor dma AbfuZZen unnimmt;
von J. B e r z e l i u s .
(Mitgetlreilt r o m Verfasrer
aus den
K. 7.Academienr Ilandfhgar
J 1837.)
E
s ist ganz gewijhnlich, dafs Herbst, nach einfallendem Frost, das Laub verschicdener Baumarten gelb wird
im
und eine reine citrongelbe Farbe annimmt. Unsere Birken
sind dadurch vor dcn meisten W a l d b h n e n ausgezeichnet; allein auch die UImen, Espen, Linden, Ahorne, Birn.
und Apfelbiiume erleiden dieselbe Veranderung. Das
Blatt der Eiche dagegen wird nicht gelb, sondern braun.
Bei dem frlihzeitigen starken Frost, welcher im verwichenen Herbst eiulrat, war diese Farbenveranderuog starker als ich sie sonst gesehen habe. IndeL fand ich sie
nicht bei der Erle und Zwergbirke (Behla Ahus und
incma). Bei verschicderreu anderen Baumen und Strluclien , z. B. beim Vogelbeerbaum , Kirschbaum , c o r n u ~
5(1ngukea,Berberitzenstrauch, Stachelbeerstrauch u. a. m.,
wird dabei das Laub theils ganz roth uud oft sehr sch8n
gefarbt, theils gelb gemischt mit roth. Schon vcrschiedenc
c
423
Chemiker baben hieriiber Versuche angestellt , aber Resultate daraus gezogen, die von einander abweichen;
die& veranlafste mich, dem Gegenstande meine Aufmerksamkeit zu widmen.
Die ausfuhrlichsten Versuche hieriiber sind vou Ma
c a i r e - P r i n s e p angestellt (Ann. de ch'm. et de phys.
T.XXXYIII p. 415) I ) . Er leitet die griine, gelbe
iind rothe Farbe der Blatter von einem eiuzigen Farbstoffe ab, der, seiner Meinung nach, durch Einwirkuiig
von Reagentien BUS eiuer Farbenstufe in die andere uingewandclt werden kaun, und der deingemiifs Chromule
von ihm genannt wird. Schon L e o p o 1d G m e 1in (dessen Handbuch, Bd. I1 S. 633) hat gezeigt, dafs es ihw
nicht gegliickt sey, das Blattgriin auf die von M a c a i r e
angegebene Weise durch Sauren iu Gelb zu verwaudeln,
und das Blattgelb durcb Alkalien wieder auf Griin ZUriickzu fuhrea.
Aucli meine Versuclie zeigeu , dafs M a c a i r e's Rcsultate unrichtig sind, dafs das Blattgriin, welches wit
schiin griiner Farbe in concentrirter Salzsaore liislich ist,
sich nicht auf einein bekannten kiinstlichen Weg iu Blattgelb uinwandeln lal'st; dafs letzteres nicht in Blattgriin
zuruckgefiihrt werden kann, und dafs das Blattroth, obwohl es mit Alkalien ein G u n giebt, etwas ganz anderes ist als eine verznderte Art von Blattgriin.
XI I a t t g e 1b (Xunthophyll).
Unter Blattgelb verstebe ich den gelbeu Stoff, von
den] das Hcrbstlaub seine gelbe Farbe hat. Urn es zu
erhalten, bediente ich mich eines rein gelben Laubes von
pyrus communs, aus dein Grvnde, weil cs bei diesem
Baume ein reineres Gelb als bei anderen besitzt und
noch bis zu den Blattstielen gelb ist. Als ich fand, dafs
die Farbe des Laubes wahrend des Trocknens braun
wurde, wandte icli frisch abgepfliicktes an. Die& wurde
in ein Glasgefafs gebracht und mit Alkobol von 0,533
hnnalcn. Bd. XlV
S,516.
424
spec. Gew. iibergossen, so dafs es ganz davon bedeckt
ward, und, nach deln Verscblub des Gefafses, nur sehr
wenig Luft zuriickblieb. Auf diese Weise wiirde es drei
Tage an einer inSrsig w a m e n Stelle steheo gelassen. Der
Alkohol hntte sich weit dunklcr gefsrbt als das Laub,
welches jetzt bleich war. Die alkoliolische LBsung wurde
abgegosscn und das Gebh eine Weile umgcstiilpt, urn
den Alkobol abfrsufcln zu lassen. Wahrend deCs wurde
das Laub in der Flasche braun, gaua wie wenn cs an
der Luft getrocknct wird. D a f s dicfs eine Einwirkung
der Lnft war, die nach der Einwirkung des Alkohols
die Oberliaut des Laubes diirchdrang, erhellte daraus, dafs
dicjeuigen Bkitter , welchc plaltgedriickt an der Innenseite des Glascs safsen und nicht von der Luft getroffen wurden, a n dieser Seite ihre Farbe bebielten. Es
wurdc frischer Alkohol aufgegossen ; dieser zog mchr
Blattgelb aus, wirktc nber nicht auf die brauue Farbe.
Nacli 4 5 Stunden wietlcr abgegosseo, war er etwas blasser gelb. Dcr Alkohol wurde nun zu vier Fiinfteln abdcstillirt und langsarn erkalten gelassen ; dabei setzte sich
ein gelber kiirniger Stoff zu Bodcn. Dieser wurde auf
ein Filtriiin gebraclit und die abfiltrirte, noch gelbe Fltissigkcit abdestillirt, bis nur das Wasser tibrig blieb, wclches der Alkohol aus den Iilsttern gezogen Iiatte. Die
zuruckbleibende Fliissigkeit bedeckte sich mit einer farblosen gallertigen Masse, welche abgeschieden wurde. Die
Flussiglreit war braun nnd enthielt Extractivstoff , worin
sich bald ein donkelbraunir Absatz bildete, walrrend die
cigenthiiinliclie Farbe der Fliissigkeit dunkler wurde.
Sowohl der ktirnige gelbe Stoff, welcher sich ZUerst nbsetzt, als auch der, welcher sich spaterhin auf
der Oberfllche der Fllissigkeit ansscheidet , macht den
gr6fsteu Theil des Blattgelbs pus, verunreinigt mit mbglich weuig H a n und Fett. Diese sind schwer vollkommen abzuscheiden. Sowohl die gelbc kornige, als auch
die zusammengeschmo~zene Masse hatte die Consistenz
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von Butter und liefs sich mit dem Finger ausstreichen.
Eine schwache Aetzkalilauge, mit der sie in g e h d e r
W l r m e behandelt wurde, zog etwas Fett in Gestalt von
fetten Ssuren nebst etwas Blattgelb aus. Diese wurde
durch SHuren gefallt. Scbwaches Aetzammoniak zog die
fettcn Sguren aus, welche sich farblos fallen liefsen. Eine
LBsung des gelben Stoffes in Alkohol wurde mit einer
Li)suug von cssigsaurem Bleioxyd in hlkohol vcrmischt ;
dabei entstand erst eiii weifser, aber sodann ein briiunlicher Niedcrschlag; das Gelb blicb ungefallt. Dieser
Kiederschlag war ganz gering und zeigte einige fremde
Einmeagungen von PBanzensYurea, Harz oder Extractivstoff. Die Liisung wurde vom Blei durch etwas Salzsaure befreit, init etwas Wasser versctzt wid der Alkohol abdestillirt ; dabei schicd sich auf der znriickbleibcnden, schwach weingeistigen Flussigkeit das Blattgelb aus.
*
, S o gereinigt, hat das Blattgelb folgende Eigenschaften: Es ist ein duukelgelbes Fett von schmieriger Consistenz, schmilzt zwiscben 40° und 50° C., und wird
beiui Erkalten durchsichtig. Bei trockner Destillation
giebt es ein brsunliches, starres Fett und hinterliifst Kohle.
Es liist sich nicht in Wasser, aber das geschmolzene
durchsicbtige wird im Wasser dndurchsichtig, blafsgelb ,
und scheint dariu aufzuschwellen, wie wcnn es sich mit
Wasser vereinigte. Es liist sich mit rein gelber Farbe,
aber nicht besonders reichlich, in Alkohol. Vom W a s scr wird dicse Li)sung in Form eiuer gclben Milch gefallt, welche, sobald es nicht frei ist von Harz odcr Fett,
nicht klar wird, sondcrn eine gelbe Emulsion bleibt, auclr
weun der Alkohol in der W a r m e verdunstet ist. In
diesem Zustande blafst es leicht aus und wird farblos,
wenn es einige Zeit vom Sonnenlicht getroffen wird. 1st
das angewnndte Blattgelb aus einem noch Blattgriin enthaltenden Laub bereitet, so hat es einen Stich iu’s Griiue,
sonst ist es schneeweifs. Vom Aelher wird das Blattgelb in allen Verbahissen geliist. Von concentrirter
Schwefelsaurc wird das Blattgelb augenblicklich braun ;
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die SBure lust wenig davon. Von Btzendem Kali wird
das Blattgelb in geringer Menge gelilst. Die Lilsung ist
gelb und wird Ieicht vom Licht gebleicht. Durch Saurcn wird das Blattgclb wieder rnit gelber Farbe gefallt,
und zeigt i n diesem Zustande keine Eigcnschaften eincr
fetten Saure. Aetzendcs Ammoniak lijst weniger davon
nrif als ztzendes M i .
Kolilensaiire Alkalien lilsen es
nicht in dcr Kalte, fiirbeii sich aber etwas dadurch beini
Kochen.
Aris dicsen Versuclicn kbnnte man scliliefsen, das
Elattgclb sey ein Mittelding zwischeii H a n itud fettem
Oel, dcm letzteren 5linlicher als dern Ham; indeCs untcrschcidet cs sich von den felten Oelen durch sein UIIvermijgen zur Seifenbildung.
Da das Blattgriin vcrschwindet, in dein Maafse als
das Blatt gclb wird, so diirftc es klar seyn, dafs der
gelbc Farbstoff sich auf Kosten des griincn bildct, durch
eincn vertinderten organisclien Procefs in deln voin Frost
angegriffenen Laub. Worin diesc VcrPnderung bestehc,
kann noch iiicht vermuthet werden. Es ist nicht gegliickt, wie M a c a i r e angiebt, durch Izngere Einwirkung
von Alkali, aus Blattgelb wieder Blattgriin henustellen.
Es bleibt nun noch ubrig Einiges zn sagen liber die
braunc Farbe des Laubes und eiiien fetten Stoff von eigener Natur, welchen icli iin Birnlaub gefunden habe,
und welcher mbglicberweise nicht im Laube aller Brume
enthalten ist. Das init kaltem Alkohol ausgezogene braune
Laub wurde mit Alkohol gekocht. Die Flussigkeit, welche cinen Stich in’s Gelbe hatte, wurde kochendheifs
durch Leinwand filtrirt. Beim Erkalten setzte sich eine
Menge gelatinaser Klumpen ab, welche auf ein leinenes
Fillrum gebracbt und mit kaltem Alkohol gewaschen wurden, bis alle gelbe Muttcrlaugc durchgegangen war, wag
sehr langsam ging. Nach dem Trocknen glich die Masse
der Kreide, war aber sanft anzufiihlen wie Talkerde.
Diaser Stoff gelirrt offeubar zu dersclben Klassc von
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KBrpern, wie das Blattgelb. Es ist ein nicht verseifbares, starrcs, farbloses Fett, welches bei etwa 730 C.
schmilzt , und, bei Abhaltung der Luft, sich unverbdcrt
iiberdestilliren liilst. Es brcnnt mit Icuchtender Flamme.
Es IGst sich gar nicht in Wasser, erfordert bei 15" C.
426 Th. kalten Al!rohols von 0,833 zur Lbsung, last
sich aber weit reichlicber in kochendem, so dafs die Lasung beim Erkalten gesteht, wie gekochte Starke. In
kaltein Aether ist er auch schr wenig liislich, doch wcit
lnelir als in Alkohol. Yon ltzendein Kali wird er nicht
gelast.
Die alkoholische Lbsung, aus der sich dieser fette
Staff abgesetzt hat, liinterliilt bei Destilla~ion cin Gemenge von demselben Fctt rnit I$\ttgelb, welchcs durch
kalteii Alkoliol daraus ausgezogen werden konn. Es ist
klar, dafs etwas von dieseru starren Fettc dem Blattgelb
in dcr LBsung gefolgt seyn, und also das IHattgclb,
von d e n ich in dem Vorhergehcndcn spracli, dainit verunreinigt seyn mufs.
Die braunc Farbe des Blattcs ward niclit durch Kochen init Alkoliol vermindert, und dariu farid sich niclits
von dem braunen Farbstoff ausgezogcn. Nun versuchte ich,
sie mit eincr verdiinntcn Laugc von ltzendein Kali auszuziehen. Diese Brbte sich tief braun und enthielt vie1 Extract-Absatz aufgelbst; aber die braline Farbe des Laubes
blieb dieselbe, und kounte nicht durch frische Kalilauge
geschwacht werden. Hieraus scheint es, als erlitte der
Molzstoff im Laube einen wahrcn Fj;rbungsprocefs auf
Kosten des Extractivstoffs, wenn dieser von der Luft getroffen wird, und Gelegenheit erhalt, Absatz zu bilden,
welcber sich dann mit dem Holzstoff verbindet, ungefahr auf dieselbe W e i s e , wie ein Stuck Zeiig, das in
eine LBsung von reducirtem Indig eingetaucht wordeii,
sich blau firbt in dem Augenllick, als darin auf Kosteii
der Luft Indigblau gebildet wird. Vergcbcns suchte ich
durch Schwcfelwasserstoffgas, wclches das ausgezogcne
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braune Laub ein Paar Monate Iang umgab, die braune
Farbe zu reduciren.
B 1 a t t r o I ti.
AIle BIurne nnd Straucher, auf welchen ich rothes
Laub gefunden habe, sind solche, die rothe Friichte tragen. Ich kann jedoch nicht die Miiglichkeit bestreiten,
clars es auch andere gebe. Zu dieser Relnerkung wurde
icli tladurch geleitet, dafs bei neben einander stchenden
Hecken von Stachelbeeren, von deiien die eiiien dunkelrothe uud die andere griine Beereu tragen, nach einem und demselben Nachtfroste, das Laub der ersteren
schiin dtinkelrotli, das der letzteren aber blah citronengelb geworden war. Hienach schien es mir der Untersuclrong werth, ob nicht die rothe Blattfarbe einerlei
sey lnit dem Beerenroth. Unglilcklicherweise konnte ich
diesen Vergleich der Farben nicht bei der rotlien Stachelbeere machen, dn deren Zeit sclion voriiber war,
sondern ich lnufste dazu den Farbstoff aus dcin aufbewahrten Saft von schwarzen Johannisbeeren (&!ws
n&ivrn) und Kirschen wshlen. Dabei muk ich indefs
besonders bemerken, dafs das Laub der schmanen Jobannisbeere sich nicht ri)thet.
Ich sammelte rothe Johannisbeerblattcr, und Ias ziim
Versuche solche aus, die sichtbar kein Griin mehr zeigten, sondern bis zu den Blattstielen und auf der IJnterseite, welche ihre Farbe zuletzt verandert, tief dunkelroth waren. Diese worden zuerst mit Alkohol von 0,833
behandelt. Die Fliissigkeit war rothgelb. Gemischt mit
etwas Wasser, und abdestillirt, bis nur Wasser zuriickgeblieben war, schied sich ein Gemenge von BlattgrUo,
Harz, Blattgelb u. s. w. aus, und die L b u n g war tief
roth, jedoch mit einem Stich in’s Braune. Diese wurde
tiltrirt und tropfenweis mit einer LOsung von essigsaurem Bleioxyd vermischt. Jeder einfallende Tropfen gab
sogleich einen schiio grasgriinen Niederschlag, welcher
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nach dem UmschfitteIn scbmulzig graubraun wurde. Icli
fuhr mit dem Zusatz von Bleilfisung fort, bis die griine
Farbe des Niederschlags sich nicht mehr h d e r t e . Hiebei bildete sich eine Bleiverbindung des Farbstoffs, welche darch andere in der Liisung befindliche Stoffe, n l m lich Pflanzenszuren, Extractivstoff, dessen Absatz u. s. w.
sogleich wieder zersetzt wurde; nachdem diese, zuglcich
mit etwas FarLstoff, abgeschieden worden, wurde die
Flussigkeit filtrir't und der Farbstoff ausgefdlt. Als das
Bleisalz keinen Niederschlag mehr gab, hatte die Fltissigkeit ihre Farbe nocb nicbt ganz verloren, sondern
war griin. Sie wurde filtrirt und das DurcbgegaDgene
mit Bleiessig versetzt, melcher jedoch iiichts fdlte; allein uach Eindunstung bis zur Hdfte entstand ein gclblichgruner Niederschlag und die Flussigkeit war gelb.
Diese bciden NiederschlYge wurden, jeder fur sich, wohl
ausgewaschen, dnrauf mit Wasser angeruhrt und durcli
Schwefelwasserstoff zersctzt. Beide gaben sch6n rothe
Lilsungcn, welche, nacli Eindunstung bei gelinder WYrmc,
einen schiin dunkelrothen, gliimenden, durcbsichtigen
Riickstand lieferten. Dieser Riickstand hinterliefs bci
Aufliisung sowohl in Wasser als in wasserfreiem Alkohol eincn rothbraunen, pulverfbrmigen Stoff, dcr sicli
auf Kosten des Farbstoffs an der Luft gebildet hatte.
Als die Liisung wieder fiber Schwefelsiiure im luftleeren
Raum abgedunstet wurde, entstand nur eine Spur dieses pu1verfi)rmigcn Stoffs.
Einige Versucbe mit Kirschlaub gaben denselben
Farbstoff, aber in geringer Menge und zum Theil schoii
im Blatte verwaudelt iu diesen rothbrauueu Absatz.
I)as Blattroth hat folglich keinen Charakter von Blattgrun oder Blattgelb. Es ist ein extractartiger, in Wasser und Alkohol Ieicht liislicher , in Aether unlbslicher
rothcr Farbstoff, welcher, wie die Extracte, an der Luft
zersetzt wird und seineu Absatz giebt; aber dieser Absat3 ist etwas loslich in Wasser und hat cine nicht un-
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angenehm braunrothc Farbe. Die grofse Leichtigkeit, mit
der sich dieser Farbstoff an der Luft zersetzt, bindertc
mich an einer genaueren Untersuchung seiner Eigenschaften und seiner Zusaminensetzung. Er ist elektronegativ
und verbindet sich mit Alkalien und Salzbasen. Seine
Verbiudungen liaben eine schbne grasgrune Farbe. Dadurch scbeint M a c a i r e’s Irrthuin in Betreff dieses Stoffs
erk1:irlich; denn wenn man ein roth gewordenes Matt
in eine alkalische Fliissigkeit taucht, so wird es wieder
grun, aber niclit vou wieder hergestelltem Blattgriin, sondern dadurch, dafs das Blattroth n i t dein Alkali eine
griine Verbindung giebt, welche das Wasser eiidlicli auszieht. W e n n man ein so wieder grtin gemnchtes Blatt
in eine verdlinnte S u r e taucht, so wird es nbermals
roth, aber gewilhnlich von einem andern Farbenton; dagegen wird ein vom Dlattgriin gef:irbtes Blatt niemals
roth durch SYuren.
Es ist eine allgemcine Meinong, dafs die rothe
Farbe dcr BlYtter, Blumen und Beeren eigentlich blau
und nur durch Einwirkune; einer SBure roth geworden
sey; eine Meinung, zu der man wobl dadurch gefiilirt
wordcn ist, dafs die meisten blaueii Yflanzenfarben durclr
SYuren roth und durch Alkalien griin Sefarbt werden.
Es ist mir indefs aicht gegliickt, ein Blau daraus danustellen. Als cine rothe Liisung mit kleinen, zu ihrer
Sattigung unzul5nglichcn Mengen Kalkhydrat verinischt
wurde, so entstand zuerst ein geringer brauncr Niederschlag von aufgelilstem Absatz, sodann ein griiner, der
zu Boden sank und die Fliissigkeit roth zuriickliefs. Der
griine Niederschlag war die neutrale Verbindung des Farbstoffs mit der Kalkcrde, und die rothe L6siing enthielt
auch eine Kalkverbindung, entsprechend einem sauren
Salz. W a r e diesc rothe Farbe ein von fremden SIuren
geriitheter blauer Farbstoff, so. wiirdc sich das Blau in
der Lilsung gezeigt habcn; allein als mehr und mehr Kslkr
bydrat zugesetzt wurde, so blieb das schwrcherc Rolh
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mit vermehrtem grtiuen Niederschlag, und endlich wurde
W e n n Blattroth rnit eineln
Alkali oder einer alkalisclien Erdc geslHigt ist, so verwandelt es sich im Laufe einiger Stundcu, .und nocli
schneller in der Warme, in cinen braunrothen Absatz,
welcher auch ohne Gegenwart einer Base auf Kosteii
(ler Luft gebildet wird. Uicser Kiirper ist weit bestsodiger rind bestimnit melir elektro -negativ. Aus coucentrirteii Liisangen seiner Verbindungen mit Basen wird
er durch SYurcn gefG:lt, jedoch niclit g~inzlicl~
Blattroth , aufgclijst in wasserfreiem Alkohol, lids
sich in lialbgefiillten Flaschen mehre Moriate lang unzersetzt aufbewahren.
Beerenroth aus dem Safte oon fibes rubrum. Der
Saft dieser Beeren liat bekann'tlicli cine schiin dunkelrothe Farbe. W i r d cr mit essigsaurem Blcioxyd vermischt,
so entsteht darin ein sch6n himmelblauer Nicdcrschlag,
welcher eine Vcrbindung von citroncnsaurem Bleioxyd
mit Farbstoff ist. F h t man niit den1 Zusatz von nleisalz fort, so langc noch etwas niederfdlt, so bleibt cndlich eine von den fremdcn Sauren befreite Portion Bcerenroth in der Fliissigkeit, welche, nach Sittigung der
freien Essigsaure mit Bleiessig, sicli diirch diescti lnit
griiner Farbe ausfdlen Iafst. Wahrscheinlich hat man
den blauen Niederschlag lnit 13leizucker als eincn Bcmeis angesehen, dafs das Roth in dein Salt nur ein diircli
Saurcn geriithetes Blau sey. W i r d der so erhaltcnc blaiie
Niederschlag durch Schwefclwasserstoff~~s
zersetzt, so erhalt man eine rothe Fliissigkeit, welchc Citronensaure,
Apfelslure und Farbstoff, vermuthlich in cheinischcr Verbindung mit den Sauren, enthZlt. Setzt man kohlensauren Kalk hinzu, zur Sittisung der Ssuren, so f i l l t citronensaurer Kalk nieder , wsbrend lpfelsaurer K d k in
Losung bleibt. Sctzt man d a m , in kleineii Portionen,
Kalkerdcliydrat hinzu, so lsfst sich apfelsaurer Kalk niedcrschlagen, und darauf kann der Ueberrest der Aeufel-
such die Fl&sigkeit griin.
432
J u r c dnrch essigsaures Bleioxyd gefallt werden. Etwas Farbstoff folgt diesem mit; allein das Meiste bleibt
in der Losung, und man hart mit dem Zusatz von Elcilbsting auf, wenn der Niederschlag griiu ist und sich so
erbalt. Man filtrirt nun und schlagt den Farbstoff durch
esaigsaures Bleioryd uicder. Dieser Niederscblag ist grtin,
indefs nicht grasgrun, wie der vom Blattrotb, sondern
blnugriin; abcr er ist gar nicht dem gleicb, wclcher, nach
Ausfiillung dcr SEuren ails dem Salt, durch F3llung mit
dern Bleisalz erhalten wird, uud zeigt, dafs die blaue
Farbe nur der Verbindung des citronensaureu Blei angehiirt. Ich weifs nicbt, ob aucli das Spfelsaure nleioxyd sich so init dem Farbstoff verbindq; denn dieses
Salz kann aus dem blaucn Niederschlag ausgekocht werden, und schiefst aus der erkaltenden Fliissigkeit farb10s an..
Der blaugriine Niederschlag, welchcr, nach Abscheidung der Sliuren durch essigsaures Bleioxyd, direct aus
dem Safte erhalten wird, giebt, zersetzt durch Schwefelwasserstoff, eine scbilne dunkelrotbe Fllissigkeit, welche,
im Wasserbadc eingetrocknet , ein dunkelrothes Extract
hinterllfsst , aus welchem wasserfreier Alkohol den Farbstoff nuszieht, mit Hinterlassung einer braunen Masse,
welche aus .dcm Absatz des F a r b s f o k und aus Pectin
besteht. Wird er in Etwas kaustischen Ammoniaks aufgeliht und mit ein wenig Essigsaure vermischt, so gelatinirt das Pectin, obwobl gefarbt von etwas Absalz. Der
aus den gefdllten Bleisalzen erbaltene Farbstoff hinterlafst bei Wiederaufltkung in wasserfreiem Alkobol nur
Absatz. Nach Verdunstung des Alkohols tiber Schwefelsaure oder Chlorcalciurn im luftleeren Raume erhslt
inan den Farbstoff rein.
Er bildet nun ein durchsicltiges dunkelrothes Extract,
das in Wasser und Alkohol in jedem Verbaltnisse 16slich ist, unltislich aber in Aether. Seine Farbe zieht sich
iudefs etwas mebr in’s Purpurrothe els die Farbe des
Blatt-
433
Blattroth von Ribes Grossularia. Seine Auflilsung in
Wasser giebt, beim Eintrocknen im Wasserbade, einen
braunrothen bbsatz F O I ~ganz gleichem Verhalten mit dem
aus Blattrotli. Mit Alkalien und farblosen Salzbasen
giebt er griine Verbhdungen, aber deren griine Farbe
zieht sich etwas in Blau und ist nicht grasgriin, mie bcim
Blattroth. Die Verbiudungen mit Alkalien und alkalischcli Erden absorbiren sehr schnell Sauerstolf aus der
Luft, uud bildcn die Verbiudring der Absatzfarbe mit
Basen, aber die Bleioxydverbindung kann ohne VerSinderung getrocknet werden. Zur HVlfte mit Kalkerde
geslttigt, wird das Beerenroth nicht blau, sonderu verhalt sich ganz so, wie ich vom Blattroth angefuhrt'habe.
h u f gleiche Weise babe icli den Farbstoff des Kirschsafts untersucht, und ihn gauz gleich init dem aus sdiwarzen Joliannisbceren gefunden.
Die bestc Weise zur Abschcidung 'des Beerenroth
ist gewiG die, dafs man erst durcli koRiensaiiren Kilk
die Citronensaure ftillt, sodann mit Bleizucker die Aeplelsaure und eihen Theil des Farbstoffs, um sicher zu scyn,
dals die Aepfelsaure gnnz ansgefallt sey; zu dem*Ende
setzt man etwas Bleiessig hinzu, filtrirt und fallt sodhiin
mit Bleizucker ails, so h u g e noch ein gruner BiedcrscbIag eotsteht. Diesen wascht man, zersetzt' ihn.7duvch
Schwefelwasserstoffgas, verdunstct im lultleeren~Rapme,
lilst in Alkohol und hebt den Farbstofk in dieser Aufliisiing auf.
Aus diesen Versuchen folgt, daCs die Farbe der gcriitheten Blatter von gleicher Art ist mit ddr der rothen Beeren und Friicbte, und d a k die Blatter keinen
SO
allgemeinen Farbstolf enthalten, als' das von M a c a i r e P r i n s e p erdaclite Chromule, welches durch Einwirkdng verscbiedener Rengentien sol1 ails Grtin in Celb
und Roth verwandclt, und sodann wieder in Blattgriin.
zuruckgefuhrt werden kilnuen.
Poggendorff's Annrl. Bd. XXXXII.
2s
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