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Einige Versuche ber Electricitts-Entwicklung durch chemischen Process.

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regelmkifsigeii Ueberganges voii eiiiem Mouate zum aiidern
beinerkeii , eine natiirliche Folge des Unistaiides, dafs die
Zahlen a u s einem einzigen uiid iioch dam sehr abnomeii
Jahrgaiige abgeleitet sind; im Ganzeii stellt sich aber unzweideutig heraus:
I ) dafs die Temperatur in Madrid uiid Munchen auf
gleiche Weise den Luftdruck modificirt, die Wirkung
jedoch ain ersteren Orte bedeutend starker ist (ungefahr 2;mal darker) als am letzteren;
2 ) dafs die Wirkung in Madrid wie in Munchen ungefahr drei Stunden nach der Ursache eintritt;
3) Dafs die atmospharische Ebbe uiid Fluth in Madrid
rind Muncheii ganz in gleicher Weise, nur an erstereln
Orte wegeii der sudlicheren Lage etwas starker sich
offenbart.
Als Schlufssatz folgt hieraus, dafs die tagliche Oscillation des Barometers iu Madrid nicht blofs keine Ausnahme
bildet, sondern vollkommen mit der von mir aufgestellten
Theorie iibereinstimmt und eine merkwiirdige Bestatigung
derselben liefert.
VI. Einige Versuche iiber Electricitats- EntwvickZung
iEurch chernischen Procefs; oon A. W ii I In e r.
(Der Naturforsclienden Gesellsch. zu Marburg niitgetb. a m 20. Aug. 1859.)
D i e Frage, welches die Ursache der in der V o I t a’schen
Kette beobachteteii Elektricitat sey, ob der Contact heterogener Substaiizcn oder die chemische Action, ist nach
vielfacher Bearbeituiig seit eiiiiger Zeit so ziamlich ruhen
gelassen worden, ohne dafs ein entscheidender Sieg fiir die
eine oder die andere der strittigen Ansichten erfolgt ware.
Wahrend eine Reihe von Physikern die Einwande der
HH. F a r a d a y , d e l a R i v e , u. a. gegen die Annahme
einer Entstehung der hydroelektrischen Strbme durch Con-
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tact fiir gewichtig geiiug halten, uni die V o Ita’sche Theoric
zu verlasseo, hat eine wolil eben so grofse Auzahl, auf die
Arbeiten der HH. Y o g g e n d o r f f , F e c h n e r , P f a f f ,
K o h 1r a u s c h u. a. gestiitzt, dem Ausspruche des I-Irn. P o gg e n d o r f f ’) beigepflichtet: 1~daf.sdie Contacttheorie nicht
widerlegt und die chemische Theorie nicht erwiesen sey. cc
Wahrend fiir den Contactisteii durch den Vo I t a’scben
Fundanientalversuch und durch das F e CIAner’sche z, oder
P fa f f 7sche 3, Experimenturn crucis eiue Elektricitatsentwicklung durch Contact aufser Zweifel gestellt ist, indem
in] letztern Falle jede merklicbe chemische Action, notiirlich
aufser der durch den Strom bedingten Zcrsetzung der feuchten Leiter, ausgeschlossen ist, im anderen sich ein Uebergcwicht der Kette zeigte, in welcher keine chemische Action
oder doch eine gegen die in der andern verschwindende
stattfand, haben die Anhanger der chemischen Theorie solche Experinaenta crucis nicht aufzuweisen. Deiin menn es
auch iiicht gelang alle Erscheinungen auf diesem strittigen
Gebiete von dem Standpunkte der Contacttheorie aus zu
erklaren, so konnten docb wohl die Versuche, welche die
Anhanger der chemischen Theorie zum Beweise riner Elektricitatsentwicklung durch chemischen Procefs anstellten, auf
Contact heterogener Substanzen oder Thermostrome znriickgefiibrt werden. Es wird uberfltissig seyn, hier die einzelnen Versuche durcbzugehen, da sie so mannichfach und von
5 0 competenter Seite discutirt worden sind, d a t wohl angenommen werden darf, jeder habe sich sein Urtheil dariiber
gebildet.
Auch die theoretischen oder wenn man will philosophischen Grtiude, welche u. A. Hr. F a r a d a y (17. Reihe von
Experiinentaluntersnchungen iiber Elektricitat S. 2066 bis
2073) gegen die Contacttbeorie vorftihrt sind wie Hr. Helmh o 1t z ’) nachwies, durch eine prticisere Fassung der Con1 ) Pogg. Ann. Bd. LVIII, S. 210.
2 ) F e c h n r r , Mmfsbestimmungen S. 54 und P o g g e n d . Ann. Bd. LXII,
S. 509.
3) Pogg. Ann. Bd. LIII, S. 306.
4 ) Ueber die Erhaltung der Kraft S. 46 bis 47.
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tactkraft widerlegbar, so dafs es zuin niindesten eine offene
Frage ist, welches die Ursache der Elektricitat in den hydroelektrischen Strolueii sey.
Dieses zugegeben , darf doch wohl jetzt angenornmen
werden, dafs alle Physiker der Ansicht des Hrn. d e l a
R i v e I ) beipflichten werden, dafs wohl jeder Vorgang, welcher das moleculare Gleichgewicht store, von Elektricitatserregung begleitet sey; so dafs die Streitfrage zwischen Contactisten und Anhangern der chemischen Hypothese nicht
die ist, ob das eine oder das andere eine Quelle von Elektricitat sey, sondern welche der beiden Krafte eine, in oder
bei dem Contact sich aufserndu oder die chemische I h a f t
die Hauptquelle der liydroelektrischen Strilme sey.
W e n n nun hier einige Versuche mitgetheilt werden solleu, welclie auch fur Anhanger der Contacttheorie den Beweis zu liefern scheinen, dafs eine chemische Action eine
Elektricitatserregung veranlassen kanii , so sol1 damit nicht
zwischen den strittigen Theorieen eutschieden (wie ein jeder
schon aus dern bisher bemerkten ersehen wird) soiidern
nur ein experinienteller Beitrag geliefert werdeii fur jene
wahrscheinliche Allgemeinheit der Elektricitiitsentwicklung
bei molecularen Vorgkgen , welcher fur den Contactisten
bisher nicht vorhaiiden war.
Damit der chemische Procefs imzweideutig als Ursache
eiues elektrischeu Stromes erkaniit werde, mufs naturlich
jede anderweitige voiii Standpunkt der Contactheorie inogliche Elektricitatsquelle ausgeschlossen seyn, der chemische
Procefs also in einem hoinogenen Schliefsungsbogen oder
doch in einein so geordneten erzeugt werden, dafs der Contact in demselben aufgehoben ist. Oder mit anderen W o r ten, da der chemische Procefs uin einen Strom erzeugen
zu konneu, jedenfalls eine bestiiniiite Richtuug haben mufs,
ist ein Verfahren anziiwenden, in welchem ihm diese Richtung ertheilt wird, ohne dafs ein einseitiger Contact dabei
vorkommt. Ich habe vor einiger Zeit ein Verfahren angewaudt und beschrieben '), um die Elektricit%tsentwicklung
1) P o g g . Ann. Bd. XLVI, S. 495.
2) P n g g . Ann. Bd. CVT, S. 469.
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beim Lbsen von Salzen nachzuweisen, bei denen also ebenfalls solche Anforderungen an die Anordnung des Versuches
gestellt werden mufsten: eiuige bei jener Gelegenheit gemachte Beobachtungeo machten mich auf die hier mitzutheilenden Versuche aufmerksam. Es zeigte sich ntilulich I ) , dafs
bei einer doppelten Zersetzung, bei der ein Bestandtheil in
Gasform frei wurde, ein Strom entstand. In die inittlere
Zelle des darnals beschriebenen Apparates wurde eine Lbsung
von doppeltkohlensaurem Natron gebracht, darauf eine Lbsung von doppeltschwefelsaurem Natron hinzugesetzt und
rasch der Kreislauf geschlossen. Sofort zeigte die Nadel eines
Multiplicators von 4000.Windungen feinen Kupferdrahtes
einen Strom an, welcher so lange dauerte als die Gaseiitwicklung und im Apparate son unten nach oben, also in
der Richtungl der aufsteigenden Kohlenslure sich bewegte.
Da keine aadere Ursache des Stromes zu erkennen war
und da die Dauer des Strornes mit der der Gasentwickluag
also der der chemischen Action zushmmenfiel, so schien der
SchluL berechtigt , dafs die im Apparate statffindende Zersetzung als die Ursache des Stromes anzusehen sey.
Der etwas veriinderte Apparat diente zii den jetzigen
Versuchen. Aus zwei mehnnals stark vergoldeten (es war
ungefahr ein I)ukat darauf niedergeschlagen) Messinwlatten
von etwa 12'" Durchmesser, Glasridgen von etwas kleinerem Dnrchmesser und 1" Hiihe, und por6seu Tbonplatten
wurde ein Gef&€shergestellt, welches 4 von einander abzubebende Zellen (von unten an geziihlt a, b , c, d) hatte,
dessen Boden und Deckel eben Sene vergoldeten Platten
bildeten. Ueber den auf die untere Metallplatte mit Kitt
aus Colophonium und Wachs befestigten Glasring, also
unter der ersten Thonplatte, wurde iiberdids noch eine
doppelte thierische Membran ausgebreitet. In der Zelle c,
welche also von der oberen Platte durch eine, von der
mtern durch zwei Zellen iind die doppelte thierische Membran getrennt war, sollte der chemische PrOmfs erzeugt
werden.
1) A. a. 0.S. 471.
PoggendorfPs Annal. Bd. CIX.
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Zunachst wurde nun um die Metallplatten auf ihre Homogenitat zu prufen der ganze Apparat mit destillirtem
Wasser gefiillt und jede Metallplatte mit einem Ende eines
pbysiologischen Multiplicators von 20080 Windungen verbunden. Die vorher wohlgereinigten ganz gleichmafsig b s
bandelten Platten zeigten sich vollstkindig gleichartig. Die
Nadel verliefs ihre Ruhelage nicbt, weder im ersten Augenblicke noch bei dauerndem Schlufs, oder es zeigten sich
nur ganz unbedeutende Schwankungen nach beiden Seiten,
welcbe sehr bald aufbdrten.
Nachdem so die Flatten sich als gleichartig bewiesen
batten, mufste ich mich zunachst iibeneugen, dak eine Elektricitatsquelle, welche in dem nach beiden Richtungen gleichmiifsig geordneten Schliefsungsbogen, in eiiier Zelle des Ge fafses angebracht wurde, einen Strom dureh den Multiplicator hindurchgehen machte, und dafs iiicht die Nebenschliefsungen in der Fliissigkeit eine vorhandene Elektricitiitsentwicklung fiir die Bcobachtung verschwinden machten. Zu
dem Ende legte ich auf den Boden der Zelle (c) einen
Bausch von Flierspapier, auf dieseii einen Kupferstreifen
und auf diesen eine Zinkplatte. Es zeigte sich dann eine
sebr heftige Ablenkung der Nadel, so'zwar, dafs ich den
feinen Multiplicator nicht anwenden durfte. Die Nadel
eines Multiplicators von 4000 Windungen des gleichen
Kupferdrahtes wurde um 40" bis 50" abgelenkt. Legte ich
die Zinkplatte auf das Fliefspapier, darauf den Kupferstreifen, SO kehrte sich der Strom natiirlich um.
Es wurde, nachdem also insoweit die Brauchbarkeit der
Methode gezeigt war, nun aus der ulittleren Zelle (c) etwas
Wasser entfernt, statt dessen reiiie Schwefeldure zugesetzt,
und der Apparat wieder geschlossen. Es war aucb dadurch
in der Gleichmafsigkeit des Schliefsungsbogens nach beiden
Seiten bin nichts gelndert, da die in der Zelle (c) enthaltene verdiinnte Schwefelsaure nach beiden Seiten bin durch
die TboDpJatten mit destillirtem Wasscr iu Verbindung
stand, und da auch die Diffusion nach beiden Seiten hin
merklich gleich war. Ein lange dauernder Scblufs des
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Kreislaufes zeigte nun auch, dafs die Gleichartigkeit hinreichend laiige dauere, dafs es geraume Zeit erforderte ehe
die Schwefelslure durch Diffusion mit einer der Platten
oder mit beiden iu verschiedener Concentration in Bertihrung kam und so durch den Contact des Goldes mit der
Flussigkeit ein Strom entstand, denn nach eiuer ViertelStunde zeigte sich noch keine Ablenkung der Nadel.,
Es mufste nun gezeigt werden, dafs bei dem Einbringen
eines Metalls in die mittlere Zelle (c), welches keine Zersetzung des sauren Wassers veranlafste, etwa dadurch, dafs
der Contact des auf der mit der Flussigkeit durchdrungenen
Unterlage aufliegenden Metalles mit dieser immerhin etwas
anders seyn konnte als an der andern Seite mit der Flussigkeit kein Stroni eneugt wurde. Zu dem Ende wurde wieder
in die jetzt mit anges&~ertemWasser erfiillte Zelle ein kleiner viereckiger Bausch von Fliefspapier gebracht, und auf
dieser dann, nachdem er von der Fliissigkeit durchfeuchtet
war, ein Platinblech gelegt. Nach geschlossenem Kreislaufe
verhielt sich jedoch die Nadel genau wie friiher, sie verliefs
entweder die Ruhelage gqr nicht, oder zeigte niir unbedeutende Schwankungen.
Nachdem nun durch diese hanfig wiederholten Vowers u c h die Brauchbarkeit des Apparates, sowie erwiesen wm,
dafs durch die eben erwlhnte mbgliche Contactverschiedenheit ein Strom nicht eneugt wurde, wurde das kreisfijrmige
Platinblech durch ein derartiges Ziukblech ersetzt ; sofort
trat eine Entwickluug von Wasserstoff ein und als der Kreislauf mittelst des feinen Multiplicators geschlossen war, zeigte
die Nadel eine Ablenkung, welcbe allmahlich bis auf 80°
stieg und nach kurzer Zeit bei 7 5 O constant wurde. Der
Sinn der Ablenkung wies nacb, dafs der Strom im Apparate von unten nach oben, also in der Richtung des aufsteigenden Wasserstof€gases circulirte. Der gleiche Erfolg
wurde bei mebren Versuchen erhalten, und als statt des
Multiplicators von 20080 Wiudungen jener von 4000 Windungen eingeschaltet wurde, war auch dort eine Ablenkung
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zu beobachten , welche bei mehreren Versuchen conslan t
zwischen S o und 8 O betrug.
W u r d e die Zelle (c), in welcher der chemische Procefs
stattfand, ausgeschaltet und der Kreislanf ohne dieselbe gescblossen, so zeigte sich der entgegengesetzt gerichtete Polarisationsstrom.
Nach dem vorigen steht es nun jedenfalls fest, da/" der
Sit6 der Quelle des beobachfeten Stromes die Zelle (c) ist,
jene in der der chemische Procefs eingeleitet wurde, und
dafs rnit oder durch die Einwirkung des gesauerlen Wassers
auf das Zink der Strom entstand; es fragt sich null: sind wir
berechtigt den chemischen Procefs selbst als diese Quelle
anzusehen oder kann irgend eine in Folge des chemischen
Pracesses eingetretene Contactverscbiedenheit die Ursache
des Stromes seyn.
Zunlchst I a t t sich nun gegen die erstere Annabme einwenden, dafs die Gasentwicklung an beiden Seiten des
Zinkblechs vor sich geht, d a b aber die Gasblasen an der
oberen Seite aufsteigen, an der uuteren aber gegen die
Platte gedriickt werden, und dats so eine Aenderung im
Contact des Zinks mit der verdiinuten Saure an den verschiedenen Seiten eintrete. Dew mufs aber erwidert werden, dafs eine solche Aenderung selbst nach den Principien
der Contacttheorie keinen Strom zur Folge haben kann.
Zunlchst ist klar, daEs nur ein Theil der Platte auf der
untern Seite mit Wasserstoff bedeckt seyii kann, nicht aber
die ganze Platte wie die Fortdauer des Stromes zeigt. Denn
wenn die ganze untere Seite mit Wasserstoffblasen bedeckt
wsre, so dafs die Fliissigkeit das Metal1 gar nicht mehr heriibrte, so- ware die Platte, da Gase den galvaniscben Strom
nicht leiten, mit einer nichtleitenden Scbicht Zibenogen.
Als ich aber kiinstlich eine solche nichtleitende Bedeckung
berstellte, indem ich die Platte init einer Wacbsschicht an
der einen Seite iiberzog, zeigte sich gar kein Stroln wenn die
so prtiparirte Platte in die mit saurem Wasscr gefiillte Zelle
gelegt wurde. Die Fortdauer des Stromes zeigt also, dafs die
Fliissigkeit aucb an der untern Seite noch mit dem Metalle
jn Beriihrung war. W e n n nun auch die Bcriihrungsflache
an der untern Seite uicht dieselbe Ausdehnung hatte, wie
an der oberen Seite, so kann das nach den Principien der
Coiitacttheorie keinen .Sirom zur Folge haben, da nacb
diesen die Grafse der Berfibrungsflachen ohne Einflufs ist
auf die elektromotoriscbe Kraft einer Combination.
Ein anderer Einwurf konnte daher genommen werden,
dafs sich der Fliefspapierbausch auf welchem die Zinkplatte
aiiflagert mit einer L6sung von schwefelsaurem Zinkoxyd
anfiillte, und dafs es der Contact des Ziukes mit dem Zinksalze sey, welcher den Stroln veranlasse. Dieser Einwurf
ist jedoch auch theoretisch nicbt haltbar und fiberdiei’s durch
Versuche widerlegt. W a s das erste anbetrifft, so ist klar,
dafs sich sowohl auf der Zinkplatte als unter derselben
schwefelsaures Ziokoxyd bildet, und dafs , wenn sich der
Papierbausch mit einer solchen L6sung trlnkt, immerhin auch
etwas dieser L k u n g auf der oberen Saite gelagert bleibt,
dafs daher auch der Contact des Metalles mit dem Salze
auf beiden Seiten stattfindet un’d keinen Strom zur Folge
haben kaon.
W e n n aber eingewandt werden konnte, dafs die Salzlasung in dem Fliebpapier sich ansammele, wlhrend sie a d
der obern Seite der Platte durch die geneigte Lage derselben und die durch das Aufsteigen der Gasblasen entstehende Bewegung der Fhssigkeit nicht lagern bleibe, und
dafs demnach der Contact mit der coiicentrirteren Lasnug
auf der untern Seite der Platte den Strom veranlasse, 80
liefs sich dieser Einwand leicht experimentell priifen dadurch, daL der Papierbausch vorher mit einer LBsung
reiuen Zinkvitriofs getrankt wurde. Es zeigte sich dann
eine entgegengesetzte Ablenkung der Nadel , welche nach
und uach abnahm zu 0 wurde iznd in die friiher beobachtete fiberging. Ebeoso wurde die Zinkplatte auf einen mit
Ziukvitriol getrsnkten Papierbausch gelegt , wlibrend die
inittlere Zelle nur Wasser enthielt, auch bier zeigte eich
eine Ablenkung der Nadel, welche anzeigte, dafs der Strom
im Ayparate von oben nacb unten circulirte, dafs sich das
Metall negativ gegen die SalzlBsung verhielt.
W l r e also der beobachtete Strom Folge des Contaetes
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der im Fbebpapier enthaltenen Salzlbsung niit dem Metalle,
so hatte er die entgegengesetzte Richtung haben miissen.
Daraus erklart sich dann sofort wie in dew eben erwahnten Versuche, als der Papierbausch in dern sauren Wasser
mil schwefelsaurem Zinkoxyd getrankt war und darauf die
Zinkplatte gelegt wurde, die Ablenkung der Nadel erst eine
der friibern entgegengesetzte war, allmahlich zu Null wurde
und splter in die friiher beobachtete liberging. Der anfanglicbe Strom war Folge des Coiitactes des Metalls mit
der Losung des Zinksalzes. Diese diffuiidirte nach und
nach in der Fliissigkeit; dadurch und durch die elektromoiorische Kraft, welche den friiher beobachteteu Strom hervorrief, wurde der Contactstrom abgeschwacht, bis er von
dem Stroin tiberwogen wurde, welcber sich zeigte, wenn im
Papierbausch keiiie Losung von Zinkvitriol enthalten war.
Darnach ist nun der Schlufs berechtigt, d a t der Contact
des Zinkes mit dem Zinksalze nicht den beobachteten Strom
erzeugt babe.
Die mbglichen Aenderungen i n der gleichinaEsigen Ordnung nach beiden Seiten des Schliefsungsbogens scheinen
diese zu seyn, so dafs nach dem bisher Ausgefuhrten der
Schlufs berechtigt erscheint , dafs die beobaclrteten Strome
nicht durch irgend welchen Contact entstehen. Ehe ich nun
entwickele, wie nach meiner Aiisicht der cheuiische ProceCs
die Ureache des Stromes ist, will ich noch einige Versuche
mit anderen Zersetzungen erwlhnen.
Zunlichst beobachtete ich bei eiiier Zersetzung VOII Schwefeleisen einen ebeiiso gerichteten und ungefiihr gleich starken Strom. Nachdem der Apparat in gleicher Weise wie
zu den vorigen Versiicheu eingerichtet war, wurde auf eineii
grafseren Papierbausch Schwefeleisen grob gestofsen ausge;
breitet. Nach eiiigetreteiier Gasentwicklung und geschlossenem Kreislauf zeigte die Nadel einen im Apparat von
uiiten nach oben circulirendeii Strom bei einer Ablenkung
von 70" bis 80".
Ebenso wurde auf dem Fliefspapierbausch bei anderen
Versuchen grablich zerschlagene Kreide ausgebreitet. Auch
bier zeigte sich stets nach eingetretener Zersetzung ein
103
Strom, nelcher die Nadel in dem friiheren Sinne bei mehren Versuchen gegen 70" ablenkte.
Bei den Versuchen mit Kreide ist der zweite der vorhin
beleuchteten Einwiirfe, dafs der Strom Folge sey eines
Contactes der Kreide mit dem sich bildenden Salze, dem
schwefelsaiiren Kalke, gar nicht mliglich, da trockene Kreide
sowohl als Gyps Nichtleiter des Stroines sind.
In allen diesen Versuchen kann also irgend ein Contact
nicht Ursache des beobachteten Stromes seyn, Thermostrbme
kiinnen es, wie jeder sofort sieht, ebensowenig seyn. Da
nun der einzige Vorgang im Innern des Apparates, der
chemische Procefs ist, so mufs dieser als die Ursache des
Strolnes angesehen werden. Durch diesen entsteht der
Strom elwa folgendermalen.
Das in den1 sauren Wasser liegende Zinkblech zieht
vermlige der chemiachen Verwandbchaft den Sauerstoff an.
Dadurch erhalten die Wassemolekiile, welche das Zink
umgeben, eiue bestimmte Richtung, indem die Sauerstoffatome der zusammengesetztea MQlekiile sich dem Metalle
zuwenden, die Wasserstoffatome nach der entgegengesetzten Seite gerichtet sind. Die Bestandtheile des Wassers sind jeder fur sich elektrisch, der Sauerstoff ist mit
negativer, der Wasserstoff mit positiver Elektricitat geladen. Dadurch werden nun die .Schichten der Fliissigkeit,
welche die an dem Metall anliegeden umgeben, ebenfalls
gerichtet, und diese Richtung pflanzt sich durch die ganze
Flussigkeit, natiirlich durch den einmaligen Procefs nur als
eine theilweise, nicht alle Molektile umfassende bis zu den
Begriinzungen fort. Zunachst ist das a u f beiden Seiten der
Zinkplatte nach oben und nach unten bin gleich, durch
dipen ersten Vorgang kann sich also kein Strom bilden.
Im weitern Verlaufe stellt sich die Sache jedoch anders.
Auf der obern wie auf der uotern Seite verbindet sich nun
der Sauerstoff mit dem Zipke, der Wasserstoff wird frei.
An der obern Seite kann er frei entweichen, da er in der
Flussigkeit emporsteigen kann, an der untern wird aber das
entbundene Gas durch die Fliissigkeit gegen die Platte ge-
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driickt iind bedeckt dieselbe zum Theil. Au der obern
Seite kann sich daber der Procefs in vollem Maafse wiederholen, an der untern nur theilweise, nach der einen Seite
wird daber die Richtung der Wassermolekiile iu einem gr6fsern Maafse sich wiederholen, oder es werden die Molektile
der Fliissigkeit vorherrscbend so gerichtet seyn, dafs die eleklropositiven Wasserstofftnolekiile nach oben, die elektronegaliven Sauerstoffmolekiile nach der untern Seite der Fliissigkeitsschichten hia liegen. W i e nun in Leitern zweiter Classe,
welcbe nur elektrolytisch leiten, der Stroin nur durch eine
solche Richtung der Molekiile zwiscben deu Electroden fortgepflanzt und unterhalten wird, so auch hier. Die Ricbtung
der Molehiile veraulafst den Strom und da die Einwirkung
des chemischen Processes an der Zinkplatte dieselbe bleibt,
so dauert der Strolu fort.
Bei auderen Zersetzungen ist die Sacbe mutatis mutandis
dieselbe, wpshalb eiue nahere Ausfuhrung, welcbe iin Wesentlichen nur eiue Wiederholang des zuletzt dargelegten
seyn wiirde, iiberfltissig erscheinen mag. Die Versuche niit
der Zersetzuirg des Wassers durch Ziuk sind jedenfalls die,
welcbe deu Vorgang am deutlichsten hervortreten lassen.
Deswegen m6ge folgender Versuch hier iioch Platz finden, welcher einerseits noch einen Beleg hinzufugt , d a t
der Strom nicbt voin Contact des Zinkes init dem Zinkvitriol herruhrt, andererseits die angefuhrte Ansehauungsweise zu recbtfertigen scbeint. A h auf den Papierbausch
in der mit saurem Wasser angeftillten Zelle (c) ein ringf6rmig gebogenes Zinkblech, welches fast die H6he der
Zelle hatte, mit der unten zugescharften Kante aufgelegt
wurde, zeigte sich kein Strom, obwohl der chemische Procefs kriiftig eingeleitet war und von dem cylinderfirrmigen
Bleche eine Menge von Gasbiasen aufstieg. Hier war
jedenfalls ein eiuseitiger Contact des Zinks mit der Lbsung,
dee gebildeten schwefelsauren Zinkoxyds vorhanden, indem
das gebildete Salz an den WIuden des Cylinders auf den
Papierbausch herabsank. Dafs kein Strom beobacbtet wurde
zeigt, dais wenigstens so lange der Versuch dauerte (und
I05
es wurde ebenso lange, ja noch linger als bei den andern
Versuchen gewartet), die auf dem Papierbausch lagernde
L6sung nicht concentrirt genug war, um einen merklichen
Strom durch Contact mit dem Metalle zu bewirken. Denn
der vorhin angefiihrte Versuch mit den Zink- und Kupferstreifen zeigte, d a t trotz bedeutender Nebenschliefsungen
ein Strom durch den Multiplicator ging, w a n eine ElektricitBtsquelle von nicht sehr grofsem Querschnitt im Apparat war.
Der Versuch spricht aber auch fiir die angegebene hnsicht iiber die Entstehung des Stromes. Denn hier wo kein
Unterschied uach den verschiedenen Richtungen hi11 in der
Ausdehnung des chemischen Processes vorhanden war, konnte
auch keine vorherrschendc Richtung der Molekiile, d. i.
kein Strom auftreten.
Schliefslich sey noch die Bemerkung gestattet, dafs wenn
auch diese Versuche den experimentellen Beweis selbst fur
Nichtanhiinger der chemischen Hypothese zu liefern scheinen, daL eine chemische Action einen Strom zur Folge habell kann, es doch wohl ungerechtfertigt seyn wurde daraus zu schlieken, dafs es in den hydroelektrischen StrIlmen die chemische Action sey, welche den Strom eneuge.
Dem steben die eingangs erw%hnten Fundainentalversuche
von V o l t a , P f a f f , F e c h n e r entgegen; diese und hesonders die Versuche der letztereu zeigeu krlftige Strbme in
Folge des Contactes, oder, wie Hr. P o g g e n d o r f f sich
prgcise ausdriickt, in Folge einer in oder beim Contact sich
~ufserudenKraft. Meine Absicht war, ich wiederhole es,
einen Beitrag ZP liefern fur jene wahrscheinliche Allgemeinheit der Elektricitatsentwicklung bei Vorgangen, welche das
molekulare Gleichgewicht stiiren in einern Falle, der zwar
fur 'Anhiinger der chemischen Theorie keinem Zweifel unterworfen , fur diejenigen der Contacttheorie jedoch noch
nicht experimentell erwiesen war.
Marburg im October 1859.
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