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Einige zoologische Thatsachen welche fr die Geologie von Interesse sind beobachtet auf der Entdeckungsreise nach den Sdlndern.

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ANNALEN DER PHYSIK.
J A H R G A N G 1805, N E U N T E S S T U C K .
r.
E i n i g e s o o l o g i , / * c l i e T h a Lf a c h e n , w c l c h e
f-iir die G e o l o g i e v o n I n t e r e j f e J ' i i i d ,
beobciclitet a u y d e r E n t d e c k u n g s r e iJe 11 ci c IL tl e 11 S ii d 1 ri' it d e r r; ,
V O U
F.
P E R O N ,
Natilrbifioriker bei iler Expedition unter C a II ci i n
(VorgeleJkri
.
-
in der )iIiyfi mathctn. KhJr
des NationalInftitutr r;m 2 2 j i r n Oct. 1804.) ")
W e n , die naturhiftorilchen Reifen, die in vericliiedenen Liinclern Europa's angel'tellt worden, rim
khan zu vielen nuttliclien Werlten rind zu wichtigen Vergleichungcn Stoff gegehcn liaben; wenn
fchon fo geringe Verfchiedenhei:en i n der phyIiMien Befchaffenheit rles Bocleris, rlcr Temperatur
und der Produkte auf fruchtbare Ic!een fiihren uncl
manche wichtige Theorie verao1;ii'i'en konuten :
-
") Journals de Ph]y?vue,
Annal.d.Phyk B.21.
t.
St. 1 .
59, p. 463 f.
J. 1805.
St.
9.
d. H.
A
h i e vie1 reicher an noch fchiitzbarern Refidtaten
jeder Art moffcn nicht Seereilen i n entfernte \Veltgegenden feyn !
D e r Beobachter clurchftreift auf ilinen , \vie nlit
den Fligeln des iVindes, in k u r z e r Zeit die vei-l;:hiedenften Kliiiiate. Die Eiitfernungen verfchwinclen,
, u n i init ilineh die unbedeutendern Verfchieclenheiten. D i e grofsen Maffen allein ziehn feine Aufmerkhmkeit auf fich, und allenthalben fieht er fie
unter fo rnannigfaltigen und entgegen gefetzten
Verhaltniffen wieder erfcheinen, dafs aucli die +Itefte EinbiIdungskraft VOII rIein Intereffe, tias eiri
€olches Schaufpiel einfliifst , ergriffen wircl: l l i e r
auf dem Gipfel des Pics de T e y d e , [auf Teneriffa,]
wo nocli vor kurzem Herr v o n W u r n b o l d t
fchatzbare Unterfuchungen anftellte , fchein t die
Natur ihm die Gefchichte d c r -gridsten ihrer- Kataftrophen und der fchrecklichen Wirlzungen rlerfeiben z u enthollen. D o r t a11 den iiufserften Enden
der fiidlicheii Welt Geht e r fie jene MWle von Granit aufthiirrnen, an der fich die Wuth des giiuzen'loten Oceans bricht. Weiterhin gelangt e r zu den
unfruclitbaren Weft uiid Nordweftkiiften &euhollands, und hier zeigt fich .ihm das PhPnomen der
Anfcliweinmung in d e r grofsten Ausdehnung. Vergebens durchftreift er die ICiifte i n einer Liinge von
zwei bis drei hundert Meilen; fiberall fieht e r ewige Diinen von einem weifsen Sande, der fich i n s
Innere dcs Landcs verbreitet, fo weit e r nur vorzudringen vermag ; denfelben Charakter liaben
-
C 3 l
die zahlreichen Infeln untl die vielen Sandbanke,
die er i n diefen gefahrvollen Gegenden antrifft. iYun
enthillleii fich feinen Blicken die ftufenweife anCteigenden Gebirge von T i rn o r , mit ihrer ewigen
Vegetation. Alles iCt neu in ihrer AnGcht: es find
nicht die zerriffenen Formen, die fchwarzen Spitzen, (lie drohenden Krater von Teneriffa, von Isle d e - France, oder von d e r Infel Bourbon; nicht die
impofanten, majeft5tifchen bhffen des Sildcaps ,*)
d e r Vorgebirge Pele und Fredrik-Henderik in van
Dicrnens L a d e , noch weniger die ermiidenden
Diinen der f a d i g e n Kalten IL'euhollands. Sie find
Cmfter und regelmlfsiger , ilire Gipfel find gerauinig; fie fenlten fich allrnahlig in leichten Wellenforinen, bis ail das Geftade des Meeres herab, unrt
das Ganze verkilndigt die Ruhe cler Wendekreil'e,
und die allrnihlige Wirkfanikeit iler Natur und d e r
Zeit. Und welcher Zeit beclurfte e s , uiii folclie
hlaffen von Seetliier - Traminern zufainrnen zu hauf e n , aus denen Ge fact ganz beftehn !
Unter fo grofsen Gegenftinden, bei lo wunderbaren Vergleichungspunkten , verfchwindet das geringfdgige Detail, und die neuern Wirkungen fecond i r e r Urfachen verlieren die zu bedeutende Rolle,
welche man fie fo oft fpielen liefs. Auf eine wahre
Geologie diirFen wir our d a n n erft hoffen, w e n n
Herr v o n H u m b o 1d t Xacheiferer unter MPnnern
--
") Die ludweOliche Spitza Ncuhollands in Lliwens-
Land.
d.
A 2
H.
finden \vjrcI, die fo vertraut, \vie cr, m i t cler Nat u r Gnd. Was e r f-iir Arnerilta gethan hat, mufs
erft DO& fiir viele anclere entfernte Gegentlen untl
fiir die meiften d c r wenig bekan t i ten Infelgruppen
d e r Sildfee gefchehen. Unter tliefen fteht Neuholland oben a n , diefer unermeisliche, bis jetzt fo
wenig bekannte ErdItrich , tler clie Aufmerkfamkeit
d e r Regierungen Europa's mehr cobh, als die d e r
Gelehrten , verdient.
Wie oft habe ich es nicht bei d e r Fiille $*on intereffanten geologifchen Thatfachen wahrenc~ unferer Fshrt utn cliefes fikfliche Lard beklagt, d&
die R u h r , welche meinen Freund D e b 11 c 11, c!icfen wiirdigen Z3gIing des H e r r n H a u y , hier ?Inaufh6rlich verfolgte , ihm auf unfern erften C ~ I I I pagnen keine Reobachtungen anzuftellcn erlaubte,
und ihn eiidlich , wie fo viele andere unfrer FreunLie , wegraffte. Da ich daniahls felbft kriinkelte,
und h i t cler erften CampaSne von den fiinf Zoologen, welclre die KommilGon des Inftituts e r n a n n t
hatte , allein itbrig' blieb, Inufste ich meine ganze
Thntigkeit auf die reichen Samm!ungen aus van
Diemenslaiide und aus Neuliollnnd richten, welche
man meinem Eifer und dem meines Freuncles L e f u e u r fait a'usfchliefsslich verdankt. Es wiirde, auch
abgefehn von den nijthigen Kenntnifren, inir nicht
maglich gewefen feyn , meinen Freund zu erfetzen.
I& ,murste claher ineine Beobachtungen auf Iolclic
geologifclie Thatfachen einl'chranken, die durcli
ihren unmittelbaren Zufammeuhnng m j t . d e r Zoo-
Iogie cter Gegenden, die ich durchkreifte zu meinern Gebiete gehorten. Es ift meine AbGcht, bier
der Uafle die vorziiglichften Refdtate ilus diefen
Hcobachtungen vorzulegen.
1.
zoolog$he Bemethingen, weldre es zwevel* haft
imicheri, d u b Neuholland mit unn
Dier?iens hrrtle anfungs ztifanzrnen gehangerb
Iici be.
Was fogloich auFf3'llt a und vielleiclit am fchwerlien zu erkliren ilt, ift die giinzlichc Vcrfchiedenheit der i\/Ienfclienra~e
auf Ncuholland untl der auf
dern I)iemenslanrlc. Die Magerkt.it clcr lufserften
'Theile des Kijrpers ilt f J t das einzige worin beidc Vijllcer iiberein I'timmen; in sllem ubrigen haben
fie .pr iiichts mit cinander gemein, wetler in ihren
Sitten uncl Gebriuchen , ihren g o h e n l<iiuften, ikren Wohnungcn ihren Jagd - uncl Fikhorwerkzeugen , ihren Pirogen, ihren Waffen, ilircr SIwache,
uoch i n i h e r pliyfifchcn Conltitu tion, i i i cicr Form
tler Hirnfchale und i n i h r e r GefichtshiLdung. Diefe
$nzliche Uajihnlichkeit erlttreclct fich auch auf die
lcarbe : die Bewohner des Diemeaslqndes Gnd hraun e r als die Bewoliner Pieuhollands. Sie findet tch
felblt in der Befchaffenheit der Haare,, die irnrner
fiir ein ch;\rakteriftifches >Ierkniahl galt : die Diernenslander haben lturze, wollige , krauf'e , die
NeuhollPnder fchlichto , Iange und' fteife Haare.
\Vie ilt es aber z u e i k l i r e n , dals eine Tnfel, welrlie 116chftens 60 Lieues lang i f t , u n d einern grofsen
feften L a d e Co n a h e , a n dem aufserften E n J e d e r
f d l i c h e n W e l t , rind von allen andern bekannten
Lantlern durch die ungeheure n’eite v o n 500 his
1500 Lieues g e t r e n n t Iiegt, von einer Menfchenraqe bewohnt feyn k a n n , clle von d e r deq benachbnrten feften Landes ganzlich verfchieden i f t ? Wis
ftimnit clas mit unfern Begriffen voni V e r k e h r e
untl von dern Ueherwandern d e r Vo!ker, und wle
follen wir uns die clunklere Farhe unrl clas kraufe
wollige Haar in einern vie! kriltern Lancle e r k l i rerr ?
Ich geftehe, es fclieint n3ir fcchwer,
zu diefen Anomalieen einen liinreichentlen G r u n J
aufzufinden. Alle diefe nierkwilrrligen Thatfachen,
welche man i n dern allgenieinen Berichte von unferer Iangen Reife umfiancllicher wird angegeben
finden, geben einen neuen Beweis v o n tler UnvoHkornmenheit unlrer Syfterne, die i n i n i e r nach clen
Kenntniffen des Zeitalters, in welchem fie entfteh e n , gemoclelt, uncL imrne? wieder nach ihnen abzuandern find. Ich m u f s mich hier clarauf einfchrink e n , a u s cliefen Beobachtupgen den Schlufs z u ziehen, daCs die T r e n u u n g cles van Diemens1,indes voii
Neuholland keine n e u e r e S a t u r w i r k u n g iTt ; denn
waren diefe Liinder vor nicht g?r h n g e r Zeit noch
Init einantler verbun((en seweren, fo wirrclen fie
hcichCt wvnhrfc1iei;ilich VOII einerlci Kar;.e bewohnt
worden Ccyn, u n d zwar clerfelben , deren wilrle
---
Stirnine tiber die unermefdichen KLtften Pu’euhol-
t - 3
lands vom Vorgebirge Will'on an Lis Z L I d e n LrenDenden GeTtntlen des Aruheitnslanclcs untl des groLen Aleerbufens voii Carpentaria zerl'treut find.
Hier nocli eine zweite zoologifche Wahrnehmung, w e l c h e , wenn nicht die uranfangliche, docli
wenigftens ejiie feit uralten Zeiten beftehende
T r e n n u n g Neuhollands v o m Diemenslande zii beftitigen fcheint. D e r Huncl, diefer getreue Gef i h r t e des Menfchen, den es auf clem feften Lancle
fiberall i n Nenge giebt, u n d den wir bei allen d e n
verfchieclenen Horden, die uns auf d er ICiifte Keuhollands z u Gelicht gekornmen find, gefunden haben, fehlt itn van Diemendando; wenigftens haben wir lteine Spur deffelben gefehen, ungeachtet
unl'ers tSglicheii Uingangs niit den Einivohnerrr;
aucli H e r r L a b i l l a r d i e r c fah auf feiner Reife
init t l ' E n t r e c a f t e a u x hier keinen Hund; und
es fcheint nicht, dal's irsentl ein ReiTender i n cliefen1 Lande je diefes Hausthier angetroffen habe.
Auch die englirchen FiTc!ier, tvelche ich darum beFragte, verficherten micti, dafs es k ein e Iiunde in
van Uicinensldnde gebe.
2.
ZoologiJche Bemerkungrn , welche e s wahrJchein Iich maelreti, d u j i die GipJel &r Gebirge
won U Q I I Diemenslaride, von IL'ecthdland, und
vori Tiinor uor Alters vom Meerr b e d e c k
Wflrpn.
Es
i f t eins d er intereffanteften uncl der am we-
niglten zu bezweifelnden Refultate d er neuern geo-
Iogifchen Unterluchungen, dais einct das RIeer iu
grofsen Hahen fiber feiner gegenwartigcn F I ~ c h e
€tanti. Auf fact allcn Punkten des alten felten Landes giebt es hiervon mannigfdtige uud augenfclieinliche Beweife. Sehr intereifclnte liefert uns
ebenfalls die neue Welt, uacl erft neiierlich h3t
Herr v o n H u m b o l d t cler KLilTe eine dcr fchon€ten U'ahmehmungcn diefer Art niitSetheiIt. In
diefer RackGcht, fo wie in vielen anclern, w a r bish e r Neuholland und van Diemendaiicl noch unl>ckannt; fie konnten iinmer noch eine feehr becleuteiide Ausnahme uiaclien und rlern Katurforfcher fieclenlten einfliilsen die Allgerneinhcit der Herrfchaft des Oceans in tler Urzejt anzenchinen, fo
iehr itbrigens auch die Andogio clnfiir fpricht
Glucklicher Weile war dies eine van clcri Liicken,
die fich, weil es auf eine T h n t f x h e anitijrnmt, leicht
ausfiillen lafkn. Auf van Diemensla~ide, jn mehrern Gegenclcn Neuhollancls uncl auf clen Gipfeln
der Gebirge von T i m o r , habe ich liberal1 Triimmer von Seethiereu, als unltreitige Beweiie frilherer Katurrevolutlonen, gefunden.
In der fliiclitigen D d t z l l ~ r r g , clic ich von meinen Refultaten in ttiefw IiinGGht zu geben im Begriff bin, will ich erlt y o n deli Schaalihicren und*
dann von den foliilen Zoophrten rec!cn. Kine cler
vorziiglichiieii Url'achai JieCer Ablonderung ill,
Jafs Gch fiber 34" fiidl. Breite Iiinnus f a l l keine einzige Art der grofsen felten Zoophyten mehr finclet,
nur die fciiwierigen Gefchlechter der S1cerCchwa"rn¶
¶
¶
m e , des Seekorks ( A k j , o t i i u i i i ) , dcr fiordlrinde
('FIufira) uncl eiuige Punktkorallen (Milleparen).
'
A.
Verfieilzerte Schulthiere.
Es wiirde zu lang und unniitz feyn, hier alle
nieine Beobachtungen iiber diefen GegenCtand ausfuhrlich ctarzulegen; ich lverde miclr mit den vorz u g l i c h f t e ~Relultaten
~
derfellen begnngen.
In van Diemenslandc, am Innern des norclIichcn F l u f e s , fand ich 600 bis 700 Furs iiber d e r
Meeresfliche grofsse RlaL'l't!~~
von verfteinerten N u fcheln : alle gehdrten zxrn Gefchleclit Lime des
Herrn L a m a r k , uncl machten cine Gattung aus,
wo'zu ich das leberide Analogon an denfelben Orten
nicht finden konnte.
A n mehrern Stellen cler OftkaTte auf d e r Infel
$1 a r 1 a bemerkt man regelmlfsige, horizontde,
a u s einer Art weifslichen r/luJ~liel-Sandj)eitrs( p ; s
coquiller) gebildete Lager], die auf GranjtfeICell
r u h e n , in einer %he iron 400 bis 5 0 0 Fufs iiber
der ?Jeeresflaohe.
Gerade fo auF der Kanguruhinfel, auf den Tnfelgruppen St. Peter uncl St. Franciscus, ") uncl auf den1
T h e i l e jler Kilhe, welche hinter ihnen liegt. Trfiinm e r von verfteinerten ll~ufclieln, i n Scringern oder
grofsern Entfernungen , i m Innern dcs L,anrles, i n
") In der unermefslichen Bucbt, welche die SudkuRe Neuhollands bildet, unweit P e t e r pu' u y t s
Land.
d . H.
niehr ocier lveniger !)ztriichtlichen FIijlien fiber [lei3leeresfliche !
-
Sie lintten fcchon \‘a n c o u v e r
urid & l a i n z i 6 s im K i j n i g - G e o r g s - H n f e n * ) ge-
funden,
uric1 a n dicfem Orte famrnelte aucli ich
mehr.ere Stoxke.
Auf der intereffanten Streiferei, die mein College H e r r B a i 11 y in S e u h o l l a n d machte, indem
e r dem S c h w a n e d f l u f s **) ungefahr 2 0 Lieues
landeinwarts folgte, fancl e r , wie e r xnir r a p , 11lenthalben’ den Boden ;)it einem e u a r z f a n d e bed e c k t , d e r mit Mufcheltriiinmern vermifcht war.
I n d e r See11 i i n c l s b n y zeigt Gch tiieres Phiinom en noch unter eineni weit beCtimn?tcrn Charakter.
Die urrfruchtbaren Infeln von I-) o r r e uciil D i r I; -
H a r t o s Lef’tehn ganz a u s eineni rijthlicben und
weifslichen S~nclltein, der voll AIurcheIn verfchie.
.
dener Art irt.
Diefe Rildung wird nocli auffdllencler zii Ti m o r.
Man fintiet hier auf den Gipfeln cler Gellirge mehr:
als 1500 ijis
F u r s fiber d e r hleeresflache eine
is00
g o r s e JIenge incruJtirter JIuTcheln, m i t t e n u n t e r
d e n AIafien von P u n k t k o r a l l e n , ails welchen cliere
ljerge beftehn. Der griirste T h e i l cliefer AluCcheln
irt i m kiefelartigen Zuftantle; einige, d i e noch in\
Iiallizuftancle fich liefinden , GnJ niehr ocler Iveniger
verwittert uncl zerreibbar. Es giebt m e h r e r e von
*) Im N u y t s - L s n d e .
**)
d . H.
Auf dem liidlichfien Theile der Wefili~ifieXeud . H.
,hollands.
ungcheurer Grijfse tlarunter. Ich Felbft fah , ( wie
alle Mitglieder der Expedition ebenfalls fie feben
konnten ,) mehrere Intlivicluen dieier Art, die eine
Liinge von 4 his 5 Fufs hatten. Alle diefe grofsen
'
Schadthiere gehijrten augenfcheinlich zum Gefchlecht Hippope und Triducne des Hrn. L a m P r k ;
und, was das wichtigfte ift, die fofGlen Individua
gleichen den lebenden von derfelben A r t , welche
man am Fufse der Berge a m Ufer findet , fo felir,
dafs ich i hr e Identitit in meiner allgemeinen T o p o graphie de r Kupangobay als ausgemacht annehin-en
zu kcjnnen glaubte. Unter den lebenden,finclet man
fogar manche von derfelben Riefengrbfse als unter
den forGlen Tridacnen. Ich habe Felbft eine Schale
gefehen, die als T r o g fn r 5 oder 6 Schweine gehraucht wurde, uncl im Fort d er Elolkinder fan$
fich eine a nde rr, in welcher tiiglich die Soldaten i l l r e Wafclie wufchen. D c r gznzliche Mangel an Farbe de r letenclen und tler forGlen Tritlacnen war
mir noch ein Grirnd mehr ftlr ihre Itfentitat. Diefelbe Bewandtnifs hatte es init einigen Arten von
Zoophyten; die, welche noch arnUfer lchen, ftirnmten in allem fo viillig mit einigen derer iiherein,
woraus die Berge dieres Theils der h f e l belrehn,
dafs ioh kein Bedenken trug, fie f i i r diefelben zu
halten. Da ich indeffen feit rneiner Zuriiclikunft
in Europa, bei d er Befchauung des Cchdncii Kabinets der FofGlien aus d er Gegentl urn Paris des
H e r r n D e f r a n c e Gelrgenheit gehabt liabe , rnich
zu fiberzeugen, \vie leicht man iiber diefen Gegen-
ftand fich tiiufchen kann, fo geftehe ich auft-ichtig,
da!'~ich jene Identitit, fo wahrfcheinlich fie niir
auch ift, doch jetzt nicht verbirrgen mochte , weil
ich rneine Beobachtungen nicht init der ins Kleine
gehenden Genauigkeit angeftellt habe , die der Gegenftand erfordert, und da in nnfern Sdminlungen
fich keine ganzen Exemplare finden. &litBedauern,
dafs mir eine fo intereffaote Beolxchtung cntgangen
jft, mufs ich Tinior als den Ort bereichnen, tler
a m beften dazu geeignet irt, iiber die lehenclcn Analogen de r verfteinerten Schaalthiere uncl Zoopliytea
Auffchlufs zu geben.
Ehe ich diefe Beriierkungen befchliefst , fcheint
es mir nijthig, ein W o r t ilber die irrcrriftirten
ScIrunEchierehinzu zu fiigen, die man vielleiclit nur zu
oft mit den verfteinerten Schaalthieren verwec!ifelt.
B. Son den verfchiedenen IncrziJturionen itnd BeJonders von den incruJcirtru Scl~ciulthieren, die
inun un mchrern Stellen Keulrollands
Jirdet.
Man kann nicht ohne Vergniigen die fchiinen
Incruftationen fehen, welche Gch in Folcher RIeiige
aufi'der Kiinguruhinfel , auf tlem Archipel3gu.s St.
Pierre und SL F r a n p i s , und a u f den Kiiften cler
unermefslichen Seeh u n d sh y finden. h'ier fieht riian
ganze Stamme der Strauche mit einer Riude ~ L I S
kalkigem- Sandftein (cuIcareogrc'ez!fi) iiberzogen ;
clort liegen Haufen von Zweigen, \S:urzeln, Schaalthieren , Zoophyten, Thierknochen und Excremen-
ten von vierfilfsigen Thieren unter einer &&&en
Decke verborgen. ES fccheint, meinte der unL1
pliickliclie R i c h e , als habe ein neuer Perfeus hiep
rlas Haupt tier Medufa entbliifst. Unftreitig ift d i e
eigciitliiimliche Natur des Sandes an diefen Sonderbadreiten Urfache.
Die zahlreiclien Schidlthiere, welche in diefen
Mceren fich erzeugen, werden clurch die \Vellen a n
das Geftacle gcrplilt , und nach und nacli zu kleinen
Fragrnenten zertriimrncrt, die fich dann mit den1
Qaarzfmde des Ufers vermengen, und init ihm
bald eiii Cement von vorzuglicher Gate bilden,
Untcrfuc!l; lnan foorgfdtig die lngredierizien deffelben, fo wird inan geneigt, zu glauben, dafs H e r r
H i g g i 11s in feixier fchonen Abhaiidung von den
K ~ l k c e m e n t e ncler Natur ihr Geheininifs abgelaufclit
hahe. In rler T h a t lind the t’erhiltniffe, welche
e r als die beften zu einer fertenverbindung angiebt,
namlich I Theil Kalli auf 7 Theile Quarzbnct,
ehen tlie, welche h e r die Natur felbft bei der Bildung des Cements zu befolgen fcheint.
Diefer Cement ift tlas einzige Agens bei den
merkwordigen Incruftationen , tlie ieh angefiihrt
habe. Er Uberzieht in kurzer Zeit alle Ktirper,
welche auf dem Geftacte liegen ; Schaalthiere , Zco.
phyten, Steine, alles wird durch ihn zufammen gekittet; der Beobachter iieht, lo zu fagen, vor leinen Augen die Breccien und den Puddingftein entftehen, woraus die benachbarten Falfen zufammen
geletzt Find. Vom FVinde fortgefirhrt; fetzt diefe
wirkTgme Materie Gch an die niichften Geftriiuche;
anfsnglich ift fie ein leichter Staub, bald aber ver.
kirtet fie fich urn den Stamm, den Ge bedeckt. Von
dem Augenblicke an wird die Ernahrung erlcbwert;
die Pflanze kranlielt und erleidet, noch lebend, ein e A r t von allgeineiiier Verfteinerung. Ich hdbe
ziemlicli fclione Exemplare dieler Art mitgebracht,
und nur die Schwierigkeit des Transportes hintlerte
mich, griilsere mitzunehmen.
D a s Auffnllendlte bei diefer fonderbaren Wirkung der Natur ift die Schnelligkeit, womit die
Verwancllung vor Gch geht. Ich bin, nach meinen
Beobachtungen , ver mlafst, zu glauberr , d d s eine
Mulchel einen Monat , nachclern fie a; das Ufer geworfen worden, nicht mehr zu erkennen feyn wiirde. Die Kraft der Sonnenftralilen, die Lebhaftigkeit des von d e h weifsen Uferfande r d e c t i r t e n
Lichts , find, in Verbindung ‘mit Clem Meerwaffer,
i n wenig Tagen im Stande, ihr alle Farbe zu benehrnen, und tie fo lehr z u desorganihren, ddfs
das gellbtefte Ange, indem es fie in der Kdlklage,
die Gch ihrer fchon bemachtigt bat, erllickt, flch
taukchen uncl Ge fltr eine vor Alters verlteinerte
Mufchel nehmen konnte. Die Proben verfchiedener Grade von Verhiirtung, clie ich d e r IUafe vorgelegt habe, zeigan, wie leicht es ift, hierin zu
irren, und wie es kauin moglich feyn durfte, an
den meiften clieler Schaaltliiere ein beftirnmtes Kennzeichen anziigeben , vermittelft deffen Ge Gch
den wahren .Foffilien unterfcheiden lieken.
van.
t
C.
15
I
yon den in betrikhclicher
Hahe Sibcr der ge-
gen wiir tigen Mee r esJ2rsclre gtfu ncienen
Zoophyten.
Verfteinerte oder incruftirte Mufcheln findman von den fildlichlten Punkten der iiftlichen Hemifphiire an, bis in die Gegenden mitten unter dem
Aequa tor, bqld mebr bald weniger ,bald in geringqrer bald i n betrlchtlicherer Hiihe. Nicbt fo die feften
Zoophyten. Ich felbft habe keioe der grabern Gattungen derlelben fiber 34' fildl. Breite Linaus gefunden, und es icheiat, dafs kein Reifeender, fa
wenig auf der fadlichen als auf der niircilichen
Halbltugel fie ikber 34 Grad Breite hinaus irgendwo in blenge gefelin hat. Von beiden Polen
gleichfam verbmnt, fcheint diefes unzlhlige Tbiergefchlecht feeine Wohnung und feint Reich in den
wiirmlien Tiefen des Meero gegrilndet zu haben.
Ausfciilieislich in dicfer Zone erhcben Gch jene
furchtbareo Riffe , jene zahlreichen Infeln uud jene
ausgedehnten Infelgruppen , welche fie hervor gebracht haben , als bewundernswardige Denkmlbler
ihrer W c h t .
Die Societiitsinfeln alle , &Iajtea,
Tonyatabii Eona, h a m u c k a , die Schildkraten
Intel irn ftillen lMeere, Neucdedonien, die Ketteniofeln, Tethuroa , Tiukea, die Palliferinfeln, T u pai , Mupchea , die Kekosidei, die FichteninleJ,
die Norfolks- u n d Howesiofel, die Infeln Palmerfton, rnehrere der neuen Hebriden, Mallicolo, die
Gruppe der niedern Freundfcbaftsinfeln , die M e 1
Boupinville , mehrere Stricho VOB Neuguinea al-
-
,
l e Infeln, welche an der OItfeite' w n Neuholland
liesen, und befonders das furchtbare Labyrinth,
welches den Schiffen unfers Eougainville und des
kapitsns C o o k den Untergang drohte ;
init Einem'worte, faft a h die ~ t ~ z a h l i g eInfeln,
n
clie iiber
den Octan zmifchen den \IVende!treifen ausgeftreut
-
liegen, find augenfcheinlich , einige p i i z , andere
wenigftens zum Theil, eine Schiipfung diefer fchwachen Thiere. Die Befchreibungen aller Seefahrer,
welthe diefe Gcgenden berilhrten , kiinnen nicht
lebhaft genug den Schrecken fchildern, i n welchen
diefe Zoophyten fie verfetzten. Faft alle liefen die
grijfste Gefahr unter den Riffen, welche dlefe
Tliierpflanten vmn Grunde des Meers bis zur
Oberfldche aufgethiirmt haben, und ohne Zweifel
ift det ungliickliche Seefahrer, deffen V e r h f t Frank.reich und ganz Europa noch beweint, eines ihrer
zahlreichen Schlachtopfer gewtxden.
. ,,Die Gefahr , welche von den Horallenriffen
,,herriihrt ," bemerkt ganz riclitig Herr L a b i 1J a r d i e r e , ,,ift clefto mehr zu fiirchten, da es ftei,,le, yon den Wellen bedeckte Felfen find, die man
,,nur in fehr geringer Errtfernung gewahr wird.
,,\Venn bei einer Windftille das Schiff r o m Strorne
,,d a r a d getrieben wird, fo ilt es faft unwiederbring,,lich verioren. Man wtirde vergebens den Anker
,,auswerfen ; das Ankerfeil wiirde nicht bis an den
felbft nicht ganz nahe an die
,,Grund reichen,
,,Mallern von Korallen, die iich fenkrecht vom
Grunde aus erheben. Diefe polypartigen b1affe4
-
,,
)J
deren
,,
&ren b e f t h d i g e r A n w u c h s die' Meeresbuchten
,,immer niehr v e r b a u t , find m i t R e c h t ein Schreck
,,der Schiffer, und m e h r e r e flache Griinde, fiber
,,die man jetzt noch wegfegeln kann, werden i s
geFahrliche Klippen feyn. ''
Obgleich d i e k T h i e r e i n den XIeeren, d i e w i r
,,kurzern nicht minder
durchfchifften, weniger hiiufig find, fo haben fie
m i r doch zu m e h r e r n ichatzbaren E e me r k u n g e n
Anlafs gegeben , d i e firr die Geologie nicht unwichI
tig f i n d
Von 44 bis 3 io
Fiicllicher Breite findet m a n , w i e
ich fchon bem e r k t liabe, keine A r t von grofsen
feften Zoophyten. 1111 1Cijnig - Georgs - Hafen auf
den1 Nuytslande zeigen fich tliere Tliicrct zuerrt unt e r dem grofsen Charakter, welchen fie mitten i n
d e n Aequinoctialyegentlen anzunehnien pflegen.
Meine eignen Beobaclitungen bekhriinken fich h i e r
zwar auf blolse Fraglneiite, die ich i m Lande fancl;
nicht lo die 5eubachturig der H e r r e n M a i n z i e s
und V a n c o u v e r . D i e Details , w e k h e w i r diefen ,Seefahrern v e r d a n k e n , find zu merkwiirdig,
dais ich mir nicht das Vergniigen r112rhen follte,
H e r r n V a n c o u v e r ' s W o r t e aus dern 1 ften T h e i l e
feiner Reifebek h r e i b u n g , S. 76 , herznfetzen ;
,,Das Land ", fagt er , ,,iit vorziiglich von KO.
,,rallen gehildet, tinct es Fcheint , clafs es erft in fp5,,tern Zeiten aus dern h l e e r e hervor geftiegen ift;
,,tlenn uicht allein tlas Geftadc und die B a n k , \veld
,,che fich Iangs cler Kiifte e r f t r e c k t , Gnd von KO, , r a l l e ~ l , (imriier brachte u n k r Senkblei Stilcke KO.
A&,
+ Phy&
B:
aI:
Sb.1, J: 1805.
St.
g:
B
,,rallen mit herauf ,) fondern man findet die Koral5, len auch auf den hijchftell Hirgeln , die wir befttie,,gen ,na men tlich auf deli1 Gipfel cles B a 1cl -H e a tl ,
,,cler fo hoc-h iiber die hleercsflache erhaben ift,
,,dais man ihn aus einer Entfernung von 1 2 bis 14
;,Lieties fieht. D i e ICorallen waren hier no& i n
,,jhrem urfpriinglichen Zuftancle, befonders auf ei;,nem ebenen FeIde, das ungefihr 8 Acres hielt.
;,Nicht das lileinfte Krautchen wuchs i n dern wei,,fsen Sande , womit es beldeidet w a r , wohl aber
ragten Zweige von Korallen hervor, denen genau
,,parallel , welche man an den Korallenbanken , die
,,zumMeere heraus ragen, fieht, mit Verlftelunscn
,,von verfcliieclener Diclte, cleren einige keinen hal,,ben 2011, andere 4 bis 5 Zoll im Urnfange hatten.
,,Man trifft mehrere diefer Korallenfelder an, (man
,;erlaube mir diefen Ausdruck ,) und nimtnt dafelldt
eine grofse Menge von Schaalthieren des Neeres
,,wahr, von clenen einige noch unverinclert tinct,
,;und noch a n den Korallen haogen, anclrre ctage,;gen mehr ocler weniger anfgel6l't find. Die KO.
,,rallen felbft waren mehr oder weniger zerreiblich ;
,,die Bufs'serften SpitzeR der Aefte , deren mehrere
,,i\ber 4 Furs ails dem Sande hervor r a g t e n , l i e t e n
,,fich leicht zu Pulver reiben. 'Um die Theile, weI;,che fich nahe an oder uiiter d e r Oberfliclie bqfau,,den, von dein Felsboden, aus dein fie hervor ge,,fprolkt zu feyn fchienen , abzureifsen, wurde ein
,,gewiffer Grad von Gewalt erfordert. Ich habe an
,,felir vielen Orten Korallen in einer betriichtlichen
,,
,,
c
'
9
3
,,Entfernung vom Meere gefunden , aber nirgtnds
P
,,fand ich fie fo hoch und fo vollkommen."
Diefes ift gewifs eines der markwardigften Vorkomnien diefer A r t , welches fehr werth gewefen
ware, beftatist , und noch genauer unterfucht zu
werclen. Kaum wird man es aber gliuben, dafs die
beiden Schiffe unfrer Expedition, der G e o g r a p h
und der C a fu a r i n a , faft einen Monat in dem Kijbigs Georgs Hsfen, fo .zu fagen, am Fufse dieres
merkwitrdigen B a l d H c a d ' s lagen, ohnc dafs
es einern von den drei Naturhiftorikern, die noch
am Bord waren, erlaubt worden wiire, ihn zu befuchen!
Glacklicher Weife bot die grdsc Infel Ti in o r
ein noch weiteres Feld zu Beobachtungen iiber die
Zoophyten. an. Hier zeugt allcs von ihrer Macht
und von den Revolutionen, welche Ge in der Natur
verurfacht haben. Auf dern Gipfel der hachften
Berge bei C u p a n g findet und erkennt man fie
leicht; ;in den tiefften Hijhlen, in den weiteften
Klilften, komrnen fie noch in einer Textur und
mit Charakteren vor, die nicht zu verkennen find.
Wir bemerkten fiberall diefe Bildung auf der mdhfamen und gefahriichen Reile, die wir, mein Freund
L e f u e u r und ich, nach O l i n n r n a machten, urn
dort ICrokodille zu jagen, (zu Obe, Laffiana, Meniki, Noiibaki, Oi3bello und Olinarna.) An dem
letiten Orte befanden wir uns vor der grofsen Cebirgskette von Amefoii und Fateleu, deren hinters
Seite wegen der groisen Mehge von ungeheuara
-
-
-
B n
Krokodillen, tlie in den Morlften diefes Theils des
Ufers leben, unbewohnbar ilt. Diefes grofse Plateau, von welchem man diefen ganzen T h e i l von
T i m o r iiberGeht, ift ebenfalls ganz von madreporifchen Materien zufammen geretzt. Von OCaiia bis
Pakula il't , wie Einwohner fagen, alles Kalkftein,
und die Hollznder beftstigen cliefes einrniithjg.
Doch nicht blofs in diefein todten Zuftande verdienen die Zoophyten in T i m o r unfre Beivunclerung; lebendig fallen fie hier den Grund des Neeres aus, und in der Babaco - Bay erbauen Ge allenthalben Hiffe untl Infeln.
D i e Schildkrijteniiifel,
(IZeo-Pulu,) tlie Vijgelinfd, ( B u r u - P u l u , ) die
AfFeiiinfel , (Hode Pulu ,) find ausfc'chlierslich i h r
Werk. Lange Riffenftrecken, die bei der Spitrq
von Simao anfangen, verengen hier immer melir
und mehr den Eingang d e r Bay. Sie machcn die
ILi& von Fatume unJ Sulama unzuganglicli ; iie
befchleunigen das Zunehinen des Ufers an allen Orten. Schon ltann man i n der Gegcnd VOII Olapoc,
bei der Ebbe mehr als f Lieues weit auf dem VOIII
Meere v e r l a f h e n Geftade hinaus gehen, uncl hier
genielst man init Erftaunen unJ Bewunderulig dcs
Schaufpiels tier Taurende von Thierchen, die u11aufhorlich niit d e r Uildunj der Felfen befchiiftigt
find, auf welchen man fteht ; alle Arten derfelberi
finden fich zu den Fiifsen des Beobachters vereinigt;
fie drangen fich urn ihn h e r ; ihre fonderbaren kornien, die Verlcliieclenheit ihrer Farbe , ihrer Orgynihtion und ihres Baues Ietzen ihn in Verwunde-
-
run,o; und befcchaut e r n u n mit einer ftark v e r g i j fsernden Loupe diefe fchwachen Wefen, fo fcheint
es ihm unbegreiflich, wie die Natur (lurch fo geringe
fchcinende Mittel, aus dem hleeresgrunde jene groisen Bergmarfen herauf bauen konnte, die fich iiber
den Infeln hinziehn und faft ihre ganze Subftanz zu
bilden lccheinen.
Es wurde leicht feyn, in T i m o r cine zulammen
hangencle Reihe von Beobachtungen iiber diefe wunderbaren T h e r e anzultellen ; die tiefe Stille und clie
liohe T e m p e r a t u r des hleeres, die Bekhaffenheit
des Geltades, auf welchern man wahrend d e r Ebbe
weit hinaus gehen knnn, ohne bis iiber das Knie
nafs ZLI werden; d e r erftdunliche Uebcrflul's von
dielen Thicren und ihre Verrchicdenheit ; - alles
bcgiinl'tigt Unterfuchunsen cliefer Art. hlan kennt e Ge beoluditen, befchreiben, unil in ihrein natilrlichen Zultande zeichnen, da fie Gch kaum einige
Centimctres oder gar n u r einige I\llillimi.tres unter
clein Warlkr befinden; man konnte fie in dein Zultantle ihrer 5ulserften Kleinheit und ihrer gijfstcn Entwickelung fehen, und 1;ijnn:e fie irn Waclifen beobncliten. RIit Einerri W o r t e , eine Arbeit clirfer Art,
von einigen lcenntnifsreichen Naturforfchern unternomtnen, wilrde auf das wirkfamfte z u r Bereicher u n g dielees interefranten und bis jetzt wenig gekannten Faches cler Naturgefchichte beitragen.
So weit die Naturgefchichte der verlteinerten
und der noch lebenden Zoophyten.
E h e ich fie
g a n z verlaffe, noch zwei Fragen: Sind auch die
KoraIIcnberge im Innern des Meeres gebildet word e n ? und dies angenommen, Welche Revolutionen waren fahig, eine fo ungeheure Veranderung
in ihrem alten Zuftande, oder in dem Zuftancle des
Meeres zu bewirlien ?
Es irt kein Zweifel, dafs die erfte clierer Fragen bejahet werden miiffe. I n tler T h a t vereinigen
iich Beobachtung , Erfahrung, Raifonneinent und
Analogie, urn zu beweifen, dzfs die Seethiere, deren eritauiiliche Triirniiier auf uii fern Continenten
zerftreut find, und cine iihnlicl?e Organifation rnit
den noch jetzt lebenden Fnmilien von Seethieren
verrathen, eiiierlei Urfprung und Vaterlancl mit cliefen gehabt haben. Gegen cliefe allgerneine Wahrbeit weirs ich keinen Einwurf. Sollien indefs auch
einige Zweifel iiber die verfchieclenen Biinke von
Mufchelthieren und felbft ilber die Zoophyten entftehen, welche in grofsen Laaclern weit vom Meer e gefunded werden, lo wiircle das doch nicht die
Riffe , Ipfeln und Infelgruppen treffen, von tlenen
mchrere noch jetzt cliirch ihre geringe Erliijhung,
aber das Meer ihr Vaterlanrl~verratben. Man
mufs es daher als eine ausgernachte T l l d a c h e aniehen, dais d i e madreporiMic Produkte, welche,
wir in grbfsern adera geringern Ho!ien Liber cler
jetzigen &eresflache gefuundcn haben , iiii Schoofse.
des Meeres fich gebildet haben.
Die zvveite Frage icheint nicht fchwerer zu beantworten zu ieyn. I n der T h a t , ( u m mich des AUSdrucks des Neftors der franz. Marine, wo er der
ungeheuern Knochen erwihnt, die man auf denMalouinen findet, zu bedienca,) entweder hat fich die
Ertle gehoben, o J e r das Meer ift gefunlien. Keine
aiidere Url'ache ift clenkbar, welche fAiig ware,
folche Maffen empor .zu heben, 31s wiederhohlte
unct mschtige Ausbi-iiche von Vulkanen. Allein,
eiiier Menge anderer Schwierigkeiten zu gelckweigen, lallen niclit cliefe grolsen ConvuJGorien d e r
N.itur inimer unvertilgbare Spuren tler Unordnung
urid Zerriittung zuriick, welche fie ausfchlielslich
ctiarakteriliren '? M a i i lielit aber in den a u s Maclreporen gebildeten L3ndwii nichts tl6rgleicli. 1 1 . Ich
habe [chon tler regelmifsigen Former1 uiicl der unnlerklichen Verfliichung cler I n l d T i m o r gedaclit,
die zugleich ein Bilcl uiid ein Werk cler Ruhe d e r
Natur i k Die treffliche Beobaclitun; Vancouver's
i f t ein iiiclit minder fprechcnder Betveis, wie ruliig
die Utl,.dle wjrkte, welche jent Matlreporen - Felfen voin Meere entblijlste, r n o g e j e iibripens I ~ i t i g Jhrri , o d c r . J ~ h i e [ fj ,n JehJ/t augetihlic&lichgewrrkt
habeu. L a h i l l a r LI i e r e hat ahnliche Ecnierltungen geniacht ; a u d i die beicleii F o r I't c r fiiliren
9l)er tliclen Punkt fcliiitzbare rrhalracilcll a n ; unci
Herr v o 11 F 1 e u r i e i t , nnchdern er die Meinung d e r
beiden deutfchen Saturforfcher dargelegt hat, fogt
folgendes hinzu: ,,Nach welchern uiilrer gewijhn,,lichen Syfteme liilst Clclr d e r Urfprung dieleer un;
,,gehauern Anzahl kleiner, theils einzeln zerltreti,,ter , theils gruppenweile oder i n Archipelagen
,,vereiaigter Plateaus erklareo, die, den genaue-
,,fteri Nachrichten zu Folge , noch jetzt i m Wachfen
,,zu feyn fcheinen! Man findet cliefe Infeln I ~ O Q
,,Lieues voin feften Lando und von den grofsen In,,feln , mitten in einetii Meere, deffen Tiefe das
,,Senkblei des Scliiflers nicbt zu ermefen vermag.
,,-
-
Das Auge cles aufinerkfamen lind kennt,,nifsreichen Beobachters hat a u f cliefen niedrigen
,,Infeln nichts entileckt, was die Eeiftenz und Spu,,ren alter.erlofchener odcr vom Waffer verfchlun, gener Vulkane verrietbe, niclits, wak ein Geiiiiihl,,de von Ruinen zeigte, nichts, w a s uns vermu,,then liefse, dafs fie das Werk irgend einer Con,,vulhon des Erclballs f n c l . Alles verkiindigt viel,,mehr, dab fie eine Schiipfung vieler Jahrhunderte,
,,und dafs fie auch jetzt noch nicht vojlendet find;
,,fie wachfen iinmerfort unmerklicli , iind erft nach
,,einer langon Zeit IXst fich i h r Wactisthuin wahr,,nehinen."
So verwerfen die Eeabachter eiamilthig jede Idee von eineiii vulkanifchen Urfprung e ; und es giebt keine andere Art, es u n s zu denken, wie diefe Liinder Mi von felb!t aus dein Meere
h2tte.n empor hebeii kijnneii. Alfo mufs das hleer
von feiner urfpriinglichen € W e herab geCunken
ieyn.
Hier kommen wir an die fchwierige, doch i n t e refiante Frage: Was ift aus dein MeerwaTfer geworden, iiidem es allrnihlig von den Gipfeln der in Ieinein Scfioofse erzeugten Berge zurilclc rank?
D i e Beantwortung diefer Frage fclieint rnir unmittelbar mit einer audern von derfelbeo Natur, wel-
-
-
c
25
3
che nicht weniger fchwierjg ill, zufammen zu hlng e n : Woher entftcht die ungeheure Meilge von
Kalk, die i n den Revolutionen unrers Erdballs ejne
fo wichtige Rolh ipielt?
Hier fchweigt
die Sti~mnied e r Eeobachtung und der Erfahrung;
und hier ijffnet Gch daher der Einbildungskraft,
dern EnthuGasmus, den Hypothefen ein weites Feld.
Ich filr meinen T h e i l begniige mich daniit, genauo
Aeobachtungen niitgetheilt und tie fo geortlnet zu
haben, dals fie auf allgemeinere und zuverlSlligere
Scliliih fiihren. Ich befcitlierse daher d i d e n Auffatz mit d e n Refultaten, welche fich, rneioer Meinuns nach, aus den zahlreichen, von mir der l i l a f e
vorgelegten Wahrnehmunsen folgern laffen.
---
Aus der ganzlichen VerCchiecIenheit der Menfchcnraqe auf Pu'euholland uncl d e r auf van DieI.
n1eiisland, Co wie aus der A4bweCenheit des Hundes
auf letzterm , glaube ich fct~liersenzu liijnnen, d a k
die T r e n n u n g beider LZncier in einen weit friihero
Zeitpunkt zu fetzen i f t , als man auf den erften Anfchein glauben mijchte.
D e r hlangel aller gegenfeitigen Verhrltniffe
und Aehnlichlieiten bejder Rayen, die clunlilere
Farbe cler Bewohner iles van DiemenslanJes, i h r e
l i u r z e n , wolligen untl kraufen Hanrc, in ejneni
weit kidtern ,Lnncle, als i\;zuholla'nd. cleffen Bewoha e r lange, fteife untl ftarre I-Iaare haBen, fcheiriera
mir neue Beweife d e r Unzulanglichkeit unlrer Syiterne von clein Verliehre der V d k e r , ihren Ueher2.
c
26
3
veandemngen, und dein Ejnfluffe des Klima auf
den Menfchen zu feyn.
3. Aus meinen Beobaclitungen iiber die M u fcheln und verfteinerten Zoophyten, aie' ich an vecfchiedenen Orten und in verfchiedenen Hohen auf
van Diernenslande, Neuholland und Tirnor angeftellt habe, folgere ich , dafs in den Urzeiten das
Meer aber dem gaazen Theile der Siidlander ftand,
welche Gch vom .+!$ten bis zum gten Grade filcllicher Breite, 700 Lieues weit von S. nach N. erftrecken; ein Refultat, das deft0 wichtiger irt, da diefe
unermefsliche Gegenc: allein bis jatzt in diefer Hiniicht noch unbeltiiiiit war.
4. Nachdem icli, wie mich dfinkt, eine cben
€0 einfache als befriecligende Erklirung von der Bilclung der ffhijnen Kalk-Incruftationen gegeben habe,
die man fo hiiufig auf der llidweftlichen und norclweltlichen Kiifte Neuhollancls findet, habe ich dah e r Gelegenheit geiiommen, zu zeigen, wie lchwer
es in Sewiffen Fiillett i f t , die vor kurzem incruftir.ten Kijrper diefer Art von den eigentlichen foffilen
zu unterfcheiden.
5. In iiieinen Bemerltungea fiber die feften ZOOphyten habe ich dargetban, dafs fie faft g m z von
den ffidlichften hleeren der fadlich on Halbltugel ausgefchloffen find, iind dafs diere michtigen Thierfamilien von der Natur mitten in die wlrinrten
Meere, und i n die Gegenden cler Ruhe zwil'cl~en
den Wendekreiren und nicht weit iiber fie h b a u s
yerwiefen worden find.
c
27
1
6. W i r haben gerelien, dafs fie hier v e r f t h e r t
alle tlie nieclrigen Infeln cles grofsen Oceans zwifchen den Wendekreifen, und wenigftens eiaige d e r
hochften deffelbea, fo wie des indifchen Meeres
bilclen.
7. W i r haben fie dort auch im lebendigen Zufttande gefehen , wie fie neue Gefahren iiber clie See
verbreiten, die Riffe vervielf5ltigen, Inreln und
Infelgruppen vergriirsern , Rtreclen und Hafen verbauen und allenthalben neue Kalkberge grilntlen.
Wiihrend all0 der Menfch, der fich den Kijnig
dpr Erde nennt, auf tler Oberfllche cles Bociens
mtihLm jeiie wandelbaren Denkmahler des Stolzes
errichtet, die der Hauch cler Zeit n u r zu bald verw e h t , vervielfiltigen fchwache T h i e r e , welche er
io lange iiberfah untl tlie er noch verachtet, in d e n
Tiefen cles Oceans jene wuntlerbaren Zeugen einer
Macht, die JahrtauTentlen Trotz bietet , und d ie
unfre Einbilclungskraft nicht eininahl zu falfen
verniag.
--
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