close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Einiges zur Geschichte des Palladiums aus Briefen und Aufstzen der Herren Chenevix und Wollaston Mitglieder der Londn. Soc

код для вставкиСкачать
c
220
3
1V.
E I N I G E S
zur
G e f c h i c h c e d e s P u l l a d i u m s , 011s
Briefen
u n d AufJtXtrcn
der, Herren
C h e n e v i x u n d W ol 1 a f t o n ,
X i t g l i e d e r d e r Londn. S O C . d e r Will.,
GILBERT,
vom Prof.
-
,,Pal!adiurn oder Neu Silber hat unter anciern
,,folgende Eigenfchaften , welche beweifen dafs
,,es ein neues edles Metal1 ift. 1. Es loft fich i n
,,reinem Salpetergeifte auf und gieht eine dunkel,,rothe Aufliifung. 2. Griiner Vitriol fchlagt es
,,aus diefer Auflijfung regulinikh nieder, fo \vie
,,Gold aus Konigswaffer. 3. Dampft m a n die
,,Aufliifung a b , fo erhalt man einen rnthen KallC,
>> d e r in SalzCiure u n d in andero Sauren auflijs,,lich ift.
4. QueckGIber und alle Metalle, bis
,,auf Gold, Platin und Silber, fchlagen es nietler.
,)5. Gehlmrnert hat es ein fpecif. Gewicht V U
,,11,3, gewalzt von i 1,8. 6. In eioem gewijlin,,lichen Feuer IS& es a n d er Oberflache etwas
))an und wird blau; wird aber wieder glanzend,
,,gleich den andern edeln Metallen, wenn man
,,es ftarker erhitzt.
7 . D i e ftiirkhe Hitze eirier
,,Schmiedeeffe vermag es . kaurn zu fchrnelzen.
,,8.Beriihrt man es aber, wenn es heifs i f t , mit
)
~
c
221
3
,,etwas Schwefel, To fliefst os Po leicht als Zink.
,,Es wird aHein bei H. F o r l t e r , S o h o , Lon.,,do n in Partieen zu 5 Sch., ;und 1 Guiaee ver,,kauft." So lautete eine Ankilndigung, welche
jm April 1803 in London ausgetheilt, und auch
Harm N i c h o l f o n auf d e r Poft, zugleich mit
etwas Palladium, zugefchickt wurde.
Der Gran
galt ungefahr 1 Schilling.
H e r r n C h e n e v i x k a m d i e b Xnkandigung
am ngften April in die Hand. Die fonderbara
A r t d e r Bekanntmachung einrr fo wichtigen Enrdeckung liefs i h n einen Betrug befiirchtcn; allein
Verfuche rnit einer kleinern Menge entfprachen
der Ankilndigung, und e r kaufte daher alles, was
V O D diefer fonderbaren metallifchen Subftanz n o c h
ZLI haben war.
Mad. F o r It e r , deren Mann, (einer der bekannteften Londncr Mineralienhindlerj
aof Reifen war, kannte d e n Mcnn nicht, der die
Exemplare und die A n k h d i g u n g tiberbracht hatte,
auch Mieb diefer, .als die Sache buftritten wurde,
eine Zeit lang unfichtbar. H e r r C he n e v i x erh i e h zufammen, wie er mir in einem feiner Briefe erziihlte, ungefiihr 384 eogl. Gran; zwei bis
drei Mahl fo vie1 war Mad. F o r f t e r ilbergeben
worden. Folgendes entlehne ich aus den Unterhchungen iiber diefes FalIadiurn, welcbe H. C h e
n e v i x am inten Junius u. f. i n derplondner So?
&tiit vcrrgelefen h a t , und die man in den Ph20,l;
TtORSOCC. for 1803 6ndet.
Dar verkaufliche Palladium b e f t a d aus diin-
-
[
222
3
nen gewalaten R l i t t c h e n , w ovon d i e grolsten 3
Zoll l a n g unrl
ZOll hreit w a r e n , 2 5 Grains w o /
Sie
g e n , und f a r I 'Guinee v e r k a u f t wurrlen.
nahrnen eine P o l i t u r a n , bei rler fie von cIer PIat i n a -nicIit 211 uriterrclieirien w a r e n ;
hatten e i n e
felir .groTsc? E i c g f a m k e i t , a h e r \ r e n i g Elafticitat,
u n r l i h r rpecif. G e w i c h t v a r i i r t e zwifclien I 0,972
bis I i , + S 2 ; d e r einzige Urnftantl, w o r i n fie d e r
' ArikutirIigung n i c h t ganz entfprachen.
Vorm
i
n
e
i
n
e
r
vie1
liiiliern
L o t h r o h r e Iiefen fie h l a u a n ;
Hitte a h e r , die ilher den Sciirnelzpurikt des G o l ties h i n a u s g i n g , bliehen h e in eiriem offnen Gefafse vijIIig unverantfert.
E r f t a19 clrr G r a d rier
Hitze ausnehrnenrl v e r f t a r k t w u r i l e , fchrnolzen fie
zu einprn graulich - weifsen h5minerl)aren , fehr
h a r t e n K o r n e , tlas, tlurch e i n e Loupe berehn, atis
Kryftallen ZLI heftehen rchien , ein fpec. G e w i c h t
v o n I i , 8 7 I h a t t e , und angefei,lt d i e F a r b e uiid
d e n Glanz t l r r Platina zeigte. Irn Gasapparate tler
voltaifctien S a u l e gaheu tlie H l i t t c h e n a m O x y genpole, gleich Goltl u n t l P l a t i i i , Sauerftoffgas, o h n e Lab z u oxy(ljren. P a l l a d i u m , tlas 1 5 h l i n u t e n
lang i n e i n e m K o h l e n t i e g e l i n Flufs e r h a l t e n w u r cle, hlieh iinverantlert ; z u r Kohle h a t t e es all0 kein e Verwanrltfcliaft, vvohl a b e r ztim S c h w e f e l , rnit
Clem es rich f e h r l e i c k t zu e i n e r h o c h r t b r a c h i g e n
B13ffe v e r b a n d , tlie noch weifser als clas Palladium
felhft war.
A u c h die hletalle liefsen fich g u t m i t
Clem Pallatliuin znfarnrnen
fchrnelzen; e i n e Legi-
rung m i t gleiclien T h e i l e n Plarina h a t t e F a r b e und
H a r t e der Platina, aber weniger Dehnbarkeit,
den Schmelzgrarl des P a l l a d i u m , und ein fpec.
Gewicht I 5,I 4. D i e merkwiirdigften d e r abrigen Eigenfchaften, welche H e r r C h e n e v i x a n fiihrt, lind i n dem vorher gehenden Auffatze und
i n der Ankiinrfigung angegeben worden, und ich
wiederhohle lie hier nicht.
H e r r n C b e n e v i x gluckte es auf keine Weife, das Palladium zu zerlegen; als e r aber 1 T h e i l
Platin i n Konigswaffer aufgelijft, rnit 2 Theilen rothen QueckGlberoxyds i n Salpeterfaure aufgeloft
vermifchte, tie i n einen 1anghalGgen Kolben i n
eine Auflofung grilnen fchwefelfauren Eifens gok,
und alles im Sandbade erwarmte, entrtand in weniger als einer halben Stunde ein Niederfchlag,
der, mit Salzfiiure digerirt, dann gewarchen, und
i n eine fchwache Rothgluhehitze gebracht, zu einem feinen Pulver mit Metallglanz wurde, u n d
dann in einem Kohlentiegel zu Einer MaTfe zufammen fchrnolz, die i n allen phyiikalifchen und chemifchen Eigenfchaften mit dem Palladium viillig
iiherein ftimmte. H. C h e n e v i x hatte alfo hier,
wie e r glaubt, Palladium zufarnmen gefetzt; es beitand nach feiner Berechnung a u s ’ 2 Theilen Platin und I T h e i l QueckGlber.
D a wecler Platina u fl ijlu n g n oc h Qu eck G 1be ra u fl ij Tun g a 11e i n v o n
griinern Eifenvitriol gefallt w i r d , fo glauhte H.
C h e n e v i x , e s k o m m e i n diefern Falle die
Verwandtlchaft des Platins zurp QueckGlber d e r
desoxydirendan Kraft .dec griinen Vitriols zu Hiil-
fe, und die grof'se
Schwierigkeit beim GliIclcen
des Verruchs heruhe a u f riem Treffen d e r richtigen
B1engen.Norh auf einem z w e i t e n Wege glaubte
H. C h e n e v i x nach vielen m i l r a t h e n e n Verfuc h e n einmahl 43: G r ai n wahren Palla~liumsgehild e t zu hnben, namlich, als e r (lag dreifache Platinfalz, welclies durch F3llung tler P l d t i n a u f l 6 rung rnit Anirnoniak e n t f t r h t , lange Zeit itber rnit
e i n e r g r o k e n Menge Queckfilher gerieben, u n d
d a m i n ftarke Hitze gehracht hatte.
,,Oh ich gleich hier", Fagt H. C h e n e v i x ,
J'e'elhft Platin und Oiieckfilher rnit einander verhunden hatte, lo konnte ich fie doch durch kein Mittel
w i d e r von einander fcheiden.
- Unrl ctas il't
unftreitig die wtinrlerbarfte Eigenfchaft diefer Verbindung; 6 e heweift, dafs es fchwerlich eine gr6fse re Ve r w a n d t fc h a f t zw i Ic h e n b e k a n nt e n K6 r p e r n
giebt , als zwifchen Platin uod Queckfilber , und
doch ift e s ganz a u f ~ e r o r d e n t l i c hfchwierig , e i n e
V d l f t Z n d i g e Verbindung beider - rnit einander h e r vor zu bringen.
Eine geringe Menge QueckIilber rnit Platina zu vereinigen, ift nicht fchwer;
aber das Problem vollftiindig anfzullifen, und eine Legirung heitler Metalle hervor Zu bringen,
deren fpecif. Gewicht nicht ilber I 1,3 fteigt, u n d
die fich i n Salpeterfiiure i u f l i i f t , h a t ausnehmenale Schwierigkeit.
Nach meincm wiederhohlten
Mifqglacken zii urtheilen, mufs der U r h e h e r des
Palladiums i m Befitze einer ihlethode, es zufammen
zu letzen, feyn, w e l c h e feltner mifsriith, als irgend
-
--
mine dqr von mir angefflhrten, unrl ieh tweifle
nicht, dafs wir durch Beharrlichkeit in den Verfuchen hinter rein Geheitnnifs kommen wer[Man vergl. Ann., XIV, 240.3
dew"
--
Es bernilhten Gch bald mehrerecherniker, Palladium auf den vorgezeichneten Wegen zu verfertigen, aHein umfonft.
Zuerft Pufserte aus diefen
feinen mifsgliickten yerfuchen einen Zweifel an
der Riclitigkeit d e r AnGcht, auf welche H. C h e.n e v i x gekommen war, der Dr. W o l l a f t o n ,
einer d e r qrften PhyGker und Clremiker Euglancls;
und bald darauf kam Hrn. N i c h o l f o n mit der
Penny -Port folgendes anonyme Inferat zu, gefchrieben am r6ten December 1803:
,,Da ich in einem der Hefte Ihres Journals
,,die Behauptung fiqde, c l d s tlas neue Metall, wel,,ches ich Palladium genannt habe, kein neues
;,edles Metall ift, wie j c h hehauptet habe, Ion,,dern ain Betrug, und eine Zufammenfetzung aus
,,Plotin und Queckfilber, fo hoffe ich, werden
,,Sje mir die Genugthuung zukommen lalfen, in
,,dem niichften Hefte lhren Lerero zu fageo,. dais
,;his kanftige Johonnis 20 Pfund Sterling bei d e r
,,Mad. F o r f t e r als ein Preis f a r den nieder,,gelegt find, tler, wer es auch fey, wahres Palla,;dium, wenn auch nur 2 0 Gran,. in Gegenwart ir,,gend dreier Chem>ker, die Sje beftimmen mogen,
,,verfertigen wird.
- Werler e t noch ich kan,,ncn auch our 1 Grim davon macben.
Der lrr-
-
-
,
,,thurn
mars tfaran liegen dafs das, was zufamtnen
,,gefetzt w o r d e n , nicht r e c h t gepriift ift.
--
,,DieUrfache, warurn ich nicht angehe, wie ich rlas
,,PaIIatIium gefunden h a b e , i f t , w e i l ich einigen
,,Vortheil daraus z u ziehen wiinfche, da i c h Pin
,,Recht daTu habe."
H. N i c h o l f o n iiher-
-
nahm d e n Auftrag i n Gemeiorchaft mit d e n HII.
Hatchett
und H o w a r d .
Was H. C h e n e -
v i x dazu ciachte, d e r inders nach Deutfcliland
gereift war, findet man in d e n A n d . , X l X ,
115.
I m Junius 1804 machte H e r r T e n n a n t d e r
Lontlner Societat feine i m S o mm e r 1803 begonnenen uncl im W i n t e r vollendeten Unterluchling e n des fchwarzen- glanzenc-len Pulvers, w e l c h e s
bcim Auflofen d e r r o h e n Platina i n Konigswaffer
zuriick bleibt , untl tlas h i s d n h i n , f u r Reifsblei gegolteii hatte, und feine E n t d e c k u n g des Iridiums
untl Osrniums i n rlemfelhen tiekannt. (Annul., XIX,
1 1 8 , 254.)
Zugleich trdt d e r Dr. W o l l a f t o n ,
nachdein ihm H. T e n n a n t feine Bemerkungen
mitgetheilt ha t t e , mit d e r E n t d e c k u n g tles R h o diiims u n d des Palladiums, als zweier von jenen w e fentlich verfchiedner neuer Metalle, h e r v o r , welchd fich atis d e r r o h e n Platina zugleich mit clein
Platin im Kanigsrvaffer auflijfen. ( A p n . , XIX, 126,
2 5 5.)
Beitle C h e m i k e r er7ahlen i h r e Arheiten
mit allem Detail in d e n Philol: Transact.Jor is04
'
N i c h o l C. J o u r n a l , Jan. 1805. H i e r einige Stellen atis Dr. W o l l a f t o n ' s Auffatze:
lilitl
iii
c
"27
3
,,Die angefilhrten Verfuche beweifen offenbar,
,,dafs das I'latinerz eine kleine Menge d e r me,,tallifchen Suhftanz e n t h l l t , welche man im vo,,rigen Jahre unter dem N a m e n : Palladium, feil
,,gebotep h a t , und es jft nicht unwahrfchein,,lich, dafs es in einigen d e r Verbindungen, wel,,the H e r r C h e n e v i x erhalten h a t , als Heftand,,theil $it eingegangen ift,. und diefen dadurch
,,einige Eigenlchaften gegehen hat, welche i h n
,,glauben machten, e r habe Palladium zufammen
,,gefetzt. Erft nachrlem ich feine Verfuche viel,,mahls wjederhohlt u n d mannigfaltige Wege, Pla,,tin und Queckfilber aus i h r e n Auflbfungen o d e r
,,durch Amalgamation rnit einander zu vereinij , g e n , eingefchlagen h a b e , alle jedoch fruchtlos,
,,wage ich es, v o n e i n e r folchen Autoritat abzu,,weichen. Aus einer Flatinaufldfuag, die ich
,,.mit rothem Queckfilheroxyd lorgfaltig neutrali:
,,Grt hatte, uncl tlann mit grliriem Eifenvitriol
,,verrnifchte, erhielt ich zwar in d e r T h a t einen
,,Eiederlchlag metallifcher Flockeo, wie i h n H.
, , C h e n e v I x befchreibt, fie gaben rnir aber in
,,d e r Deftillation Queckfilber , u n d d e r Rocltltand
,,war P l a t i n mit dinein A n t h d l e Eifen, und zeigte
,,keine Eigenlchaft , die auf Gegenwart yon Palla,,tljum l'chlielsen liefs. b a , \vie behauptet wird,
,,das fpecif. Bewicht des Pallatliurns hochltens
,, i1,8
ift:
fo fchien es rnir irnrner ausnehmenci
,,unwahrrcheinlicli
,,Platin
,
dafs es eine Verbindung von
u n d Queckfilber feyn folle.
Ich weirs
,,ke;n eintiges Beifpiel, dafs eine chemifche Ver,ibindung Ieichtgr w i r e , als d e r leichtefte ihrer
Redenkt man ilher,,beiden Beftandtheile.
,,dies die Schwierigkeit, eine auch nur unvoll,,kommene Wachahmung des Palladiums hervor z u
bringen, das Fehlfchiagen aller Verfuche, e5 7u
,,zerlegen , die Leichtigkeit, womit es aus einer
,, Mengung von Platin u n d QueckGlberaufliifring
,,ZU erzeugeo. feyn foll, und die l'vlenge ejgen,,thtrmlieher Charaktere, die es von allen andern
,,Kiirpern utiterfcheiden , fo, diinkt mich,, mslfen
,,wjr es unter die Zahl der .ICorper rechnen, wel,,che fur ein einfaches Metal1 zu halten, wir den
,,meilten Grund haben."
D e r Wrheber der erften AnkDndigung des
Palladiurns trat erft i m Anfange des J. 1805 aus
feiner AnonymitPt hervor. Es war Dr. W o l l a i t o n felbft , wie I U S folgenden Briefen erhellt,
w o v o n d e r e r - e aus London nach Deutfchland,
d e r zweite vom Dr. W o l l a f t o n an Herrn N i c h 01 [ o n , uiid d e r dritte von Herrn C h e n ev-i x
aus Freiberg an mich gefcbrieben wurde.
Erfier SrieJ ,,Geltern las W o l l a f t o d i n d e r
,,konigl. Societat einen Auffatz vor, malchen er
,,folgender lMafsen befchhfs, nachdem er die Griin,,de angefiihrt hatte, (die rnlr ziernlich mittelm%:,fsig diinkteo,) weiche' den Urheber des Palla,,diums hewogen haben konnen, fich verborgen
,,zil halten : Das Anerbieten eines Preifes, wel,,chen der Vrheber jedein,. der Palladicm machen
--
,,
-
-
,, wilrde,
auszuzahlen Gch anheifchig gemackt hat,
y, beweift, wie g e ~ i f se r feiner Refultate war; und
,,obgleich diefes Vertheidigungsmittel VOD eiaigen6
,,getadelt worden ift, fo bin ich doch fo w t i t
,,entfernt, zu glaubeo+ dafs e r den Tadel eines Un,,eingenommnen verdiene , d e r alle UmftBnde
,,kennt, dafs ich nicht Anftand nehme, als den
,,Urheber mich felbft zit nennen."
W 011 af t o n ' s Briefan N i c h o l f o n , London'd.43.Febr.
1805. ,,Die Bereitwilligkeit, mit welcher Sie
,,alles , was das Palladium betrifft, zu einer Zeit
,,aufgenommen haben als d e r Entdecker derfel,,ben noch unbekannt w a r , macht es mir zur
,,Pflioht, Ihnen zu erBffnen, d a h ich dcr Urheber
), diefer Mittheiluogen gewefen bin, und l h n e n
,,zugleich meine Znfriedenheit zu bezeugen, dafs
,,Sic auf meine Bitte ein fo refpectables T r j b u ,,rial zur PriQung von Verfuchen, knnftliches
,,Palladium zu machen, ernannt haben. Ich bay, be bereits angegeben
wie aus dem Platinerze
,,das Palladium zu gewinnen ift, und habe die fyn,,thetikchen Verfuche, es zu erzeugen, mit tier
,,Sorgfalt gepraft, welche ich der tiefen chgmi,,fchen Kenntnifs. deffen , d e r Ge angefteilt hat,,te, und der Neuheit der Sache fchuldig zu feyn
,,glaubte.
Fernere chemilche' Beweife kann ich
,,nicht geben; doch 5 g e ich fiir die, welche
,,Gch an die grofse Meoge von Paliadiutn ito,,fsen, die zu kaufen w a r , die Notiz hinzu, dafs
ich eine vorhiltnifsmafsige Meoge roher Pla-
-
,
,
,,
,,tina
* ) wenige Jahre zuvor i n rler AhCcht gekauft
daraus reine hsmrnerbare Platina zu zieheri,
,,hatte,
,,die zii allem Gehrauche ge:cliickt fey. Dieren
,,Endzweck habe i c h n u n erreicht. Walirenrl icli
,,claran arbeitete, ftiefs ich auf rnehrere unerwar,,tete Erfcheinungen, wovon einige niich zu rler
Entrleckiing tles Pdlladiums fiihrten. Rlehrere
,,
,,Urnl'tPncle liefsen Gch jedoch nicht aus d e r Gegea,,wart +ieles hletalles allein e r k l i r e n ; aus diefem
,,Grunde, irnd aus andern, fuchte ich m i r die fpr,,nere Prufung diefer Schwierigkeit vorzul)ehalten,
,,(lie f u h r t e n micb feittlem auf die Entdeckiirig
,,rles Rhodiums,) o h n e darin lion den auslanclifchen
,,Cliernikern zuvor gekornrnen zu werden , welche
,,Ccii mit Unterfuchungen d e r lMetalle irn PIatinerz
,,befchaftigten."Aus einem BrieJedes Hm.C h en e v i x on denProJ G i l b e r t , g e f c h r i e b e n irnApi.11
1so5.
,,- - Es
fcheint in der T h a t , dafs Dr.
, , t t ' o I l a f t o n vor einigeri J a h r e n eine grofsertlen,,ge v o n Platina geltauft hat, utn Ce hammerbar zu
rnachen , uncl dafs, indem e r daruber Verfiiche
,,anftellte, e r die Verfchiedenheiten i n den Reful-
,,
,,taten wahrgenommen h a b e , d i e ihn darauf
Man
,,fiihrten, tlas Palladium tlarin zu finden.
,,lafst ihrn i n Hinficht
,,tigkeit widerfahren ,
leiner Entdeckung Gerechtadelt ihii alier fehr wegen
, , d e s Geheimniffes, i n welches e r es gehiillt, u n d
,,wegen cler A r t , wie e r es bekannt gemacht h a t ;
*) Das heifst zooMahl To vie], alfo, m c h derNotiz
3. Id.
S. 221 zu urtheilen, 3 bis 4 Pfund.
,,denn bei uns zielit man zwifchen aufrichtigen, und
,,ehrlichen Gelehrten ,( les Jauans de bonne Jqi)
.,,unct denen, die dAlHi'cht find, eine fehr feine
,,GrPntlinid mit aller Strenge. E r hat feine Arbeit
,,i\ber die Platina vollendet, und man findet nun
,,fo vie1 von derfelhen zu Kauf, aIs m a n verlangt,
,;die Unze zu 16 Schilling, oder 4 Thalern u n d
,,einigen Grofchen, und zwar bei C a I- r y am Strand
,,in London. Sie ilt fehr fctiiin und vom fpec~f.
,,Gewicht 2 1 . Man halt lie filr reiner; als alle,
,,die. man bisher dargeftellt hatte. "
Ein lehrreicher Auflatz des Dr. W a l l a f t o n : nber die Entdeckung des Palladiums , mic
Bcrnerkungen iiber andre Subfiancen, die man in
dcr roiien Platina J n d e t , fteht i n den Philofopfricol
TransactionsJor I 805, p. 3 I 6 f. Ich fiige den vorh e r gehenden Notizen aus diefem Auffatze noch
folgende bei: Palladium nannte .Dr. W o l l a f t d n
fein Metall nacli dern neuen Planeten, welchent Hr.
Dr. 0 I h e r s heinahe um diefelbe Zeit 'entdeckt
hat. Dafs 6s' ein einfaches Metall fey, g e h r auch
daraus hervor , dafs es mit Salzfa'ure und Kali 'eih
dreifaches gut kiyftallifirendes Salz giebt, (es- ift
braun, kleinere Kryftalle fcheinen beim Durchfehn
mach der Quere hellgran; nacb der Achfe roth,)
und dafs in der ganzen Chernie kein Beilpiel Cines
ordentlich kryftallifirten Salzes vorltomrnt, worin
-mehr als 2 Balen mit der SIure verbunden find.
Aus Auflofungen, und aus Metall-Legirungen wieder
gefchieden, erfcheint es immer mit einerlei charsk-
teriltifchen Eigenfchaften : wird aufgeloft V O I I
SaIpeterfSiure; daraus niedergefchlagen durch
Queckfilber, durch grupen. Eifenvitriol, durch
falzfaures Z i n n , durch blaufaures Kali, durch
alle reine Alkalien und durch Schwefelwafferftoff
Alltalien ; und alle diefe Niederfchlage reducircn
fich durch. bloke Hitze zu einem weifsen Metalle,
das, (wenige Falle ausgenommen ,) vorm Lothrolira
nieht zum Flulfe kiimmt, mit Schwefel, rnit ArfeIljk o d e r mit Phosphor aber fehr fchnell fchmilzt ;
und es ftimmt fo in aller Hin6cht mit d e m vorigen
Palladium dberein. Dak hierbei keine Itinliche
T i i u k h u n g als ehernahls beirn fo genannten Wallkreifen, das heifst, keine S5ure i m Spiele fey, die zu fert
am Metalle haftet, urn durch gemeine Verwandtfchaften ausgetrieben zu werden, davon aberzeugte
lich Dr. tV o 11 a It o n durch verfchiedne g u t ausgedachte Prozeffe; und erft als alles diefes gefchehn,
und er nun viillig Dberzeugt w a r , dafs e r es rnit
einem neuen einfacheo Wetalle zu t h y habe, macht e e r die Charakterr deffelben in der obigen k u r zen Ankilndigung ( S . 2 2 0 ) bekannt, o h n e doch
die Suhftanz zu nennen, aus d e r er das Palladium
erbalten hatte, damit ihm kein andrer in den Unterfuchungen, rnit denen er noch nicht im R-einea
war, zuvor kommen mochte.
Eine d e r ausgezeichnetften Eigenfchsften des
Palladiums, vermijge deren es fich m i t grofser Leichtigkeit aus Platinerz dadtellen l i f s t , ift folgende:
Blaufaures Queckfilbcr fehliyt das Palladium aus
drr.
-
&r Auflijfung a]s reines blaufaures Palladium !lied e r , g]eich vie] mit welchein Alltali, m i t 1vPlcher
;I]ltaljfchen Erde, oder o b init Eifen oder Kupfer die
Auflijfung neutralilirt , i f t , und o b die Platina Gch
n & h in ihr befindet, ocler nicht. Erft nach ejnigen Secunden, manchmahl.felbft erft nach einiaen
a- !
hjinuten, trfibt Gch die Auflijfung, ontl es bildet
fich ein gelblich weifser flockigerNiederfchlag, d e r
nichts als blaufaures Palladium ift, und, lttark erhitzt, dasMettall in viilliger Reinheit giebt, und ZWap
auf 1 0 0 0 TIieile roller Platina 4 his 5 Theile. D i e
g o r s e Verwantltfcliaft d e r Blaufaure zum Queckh1ber verhiodert hierbei das Niederfalken von Kupfer
oder Eifen, und macht, +tars b l o f ~das Pdladiunj abgefchieden wird, uniI immer gleich viel, man fetze
vie] o d e r wenig blaufaures Quecltfilber ZU. IZlofjes
Koclien von. blaufaurem QueckGlber ilber Palladiumoxyd reicht hin, die Blaufaure dem QueckGlber
2u e 11 t t i e hen D e r * N i e d e rfch I a g a u s fa1 p e t erfa u r e m
Palladium durch neutralifirtes blaufaures Queckfi1ber detonirt, wenn e r bis Sooo F. erhitzt tyird,
mit einem Lichte, das'nur im D u o k e l n zu fehen jft,
Unter vielen Eigenfchaften, welche das Palladium mit der Platina p r i n h a t , gehijren such
folgende: Eine geringe N e n g e dem Oblcle beigemifcht, benimmt dern letztern die Goldflrbe. Beid e keiben die IVdrhe Died fcidechcer ads Silber und
K u p f r f , und beide dehnen Jcli in der IVcfrne noch
weniger als Stahl aub. H e r r Dr. W a l l a f t o n
€chnitt aus Blechen, die fo; gewalzt waren, dafs der
.bnal. d.Phy1ik. B.4. St. a. J. 1806. Sr. 10.
-
.
Q
QuaciratzoTl von jedem genau 1 0 Gran w o g , Streifen 4" lang uncl 04',4 breit, iiberzog fie rnit Wachs,
hitzte dann das eine Encle derlelben, bis es fichtbar
r o t h gluhte, und beobachtete n u n , wie weit ilas
\Vachs gefchinolzen w a r : auf Silber 3$", auC
Kupfer 2;", auf Platin und Palladium n i i r I" weit.
Als Dr. CV o 1 l a f t o n z w e i tliinne auf einander
genietete Platten Platin uncl Palladium erhitzte,
krfimmten fie Gch fo, clafs nach d e r Seite cler Platins hin die Hiihlung w a r ; Pallaclium d e h n t fich in
c[er tVSrme alfo etwas ftzrker als Platina a m . Au€
shnliche A r t mit Stahl verglichen, fand fich, clafs
Palladium bedeutencl weniger i n der W a r m e als
Stah] ausgedehnt wircl.
D i e Ausclehnung vom
F r o h p u n k t e bis zum Siedepunkte des Waflers, clie
fdr Stahl bekanntiich 0,001'2 betrsgt, durfte fur
Palladium o,oo I o uncl fur Platin o,ooog feyn ; doch
find die Z3hlen niclit genau.
U n t e r d e r rolicn Platina k o m m e n Rorpcr vor,
(lie zwar i m Aeufsern den Platinkijrnern l h n l j c h
feehn, jedoch gant iinauflijslich i m Iionigswaffer
find. Sie find, mit d e r Feile unterlucht, ‘barter a]s
die Platinkijrner, lalfen fich nicht irn rnincleften
hamrnern, tind fcheinen einen blPttrigen fehr glznzenden' Brucli zu haben.
Dr. W o l l a f t o n famm e l t e i h r e r fo viele, als e r a n clieler blattrigen
Structur'entdecken k o n n t e , in ihrem natiirlicllen
Zuftande. I h r fpecifikhes Gewicht war i g 1 5 , inclefs dns cler Platinkijrnchen nie ilber I 7,7 betrzgt.
M a n ibllte & h e r ineinen, fie enthielten m e h r Pla-
-
t i n , allein bei d e r Analyfe %ndet fich i n ihnen
nicht das rnindefte Platin, fondern fie bcrtehn
g a n z aus Iritlium u n d Osmium. Das fchwarze PuIP l a t i n a in
e ~ rohen
~
v e r , welches beirn A ~ t f l ~ fder
Kiinigs,waffer zuriick bleibt, uncl das ehenfalls aus
diefen beiclen Metallen befteht, hat hiichftens ein
fpecitirches Gewicht von 1 4 2 . Diefer fonrlerbare
U m f t a n ( 1 h a t d e n Dr. W o l l a f t o n beftimmt, Herrn
T e n n a n t alles, was e r v o n jenem Iridium- und
OsmiumPrz gefainrnelt hatte, mit d e r Bitte zu ubergeben, es einer genauern Unterfuchung zu unterw e r fe n
Mehrere Snbftanzen i n der rohen Platina find
fo leicht, dafs fie fich, incleni man darauf b l z e t ,
oder durch Waffer, von den Platinkornern fondern
laffen. Darunt'er befinden rich fehr kleine r o t h e
Kryftalle, von denen 1 0 0 d e r grofsten kaum
&an wiegen.
Nach allen phylikalifchen Merkmahlen , beronders nach ihrer Kryftallifation zu
fcctil+.efsen, find es H y a ~ i n t h e .
.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
518 Кб
Теги
der, zur, aus, wollaston, soc, herren, londn, und, chenevix, geschichte, mitglieder, palladium, briefen, aufstze, des, einigen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа